Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1330 (24.10.1922)
- Date
- 1922-10-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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U; :i'v- Mp«. ffllen.'jfttetittoj, willkommen. ■•— Anläßlich der VvllVÄMmtM der Ä u si rv- Ungarischen Ka»bei s ka mm er. dtam 30. 5;, um V,6 Uhr abends, im protzen Saa'e des N ederöllerreichifchen Gewerbeverünes siallfindet, wird der ungarische Slaatysekrelär a. D. EiemSr Karitos über das Thema ^Verlisfubg der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Ungarns sprechen. Gäste willkommen t L e o p o l d K ö d t e r Volk s.h e i m, N.. Iirkusgaffe 4S. 7 Uhr: Dr. Amold Madle: Wiptschattsae'ckimie und Volkswirtschaftslehre mit Hebungen. Prot. Dr. Feld nand Brenner: Neuere skandinavisch» Dichtungen, Kans Rfthl: Beethoven letzte Symphonien. Außerdem zahlreiche andere Kurse. ' . . Urania. Keule. 5 Ubr (Großer Soap: Durch den Wesisudan. >/,6 Uhr (Kleiner Saal): Prof. Dr. Oswald R o s s i: Psychologie des Unvewutzten, VI. r/,6 Uhr (Kursfa.!): Univ.» Prof. Dr. Leopold Koberbrdcle^chichte, IV. '/,6 Uhr (Kludsaal) : Dr. Josef Zuth: CE.fnffthtimi in das Gltarrrnspiet. ViII. 7„8 Ubr (Großer Saal): Prof Kart L o s,t e s: Änläkl'ch semes 50. Gebmages: Schuberliade. V»8 Uhr (Kleiner Saal) r SchiffsbaumspektorIng. Kons KoIdov Einführung in die Beonachtung des geftimien Himmels. II. '/,8 Uhr (KursfaaN: Reg.« Rat Sn». Solef LSwy: Grundlagen der Starkstrom-Elektroteckmk. Vit. 7,8 Uhr (Klubsaal): Dr. Loses 3u t h: Deuticher Volksaesang zur Dilarre, Vlll. 7 Uhr (Dtkroskopiersaal): Assistent Dr. Alfred L i m b e r g e r: Anaiomie der Pflanze, iv. Zw e i g st«lt r W i e d e n. IV.,M11 t erste lg 15. 7»S Ubr : Wilhelm Dusch» ein Meister deutschen Kumors. — Ühr: Opernadende. l. Loljengrin. --t-“-- 24. filtrier.W» Jr flBtewee WpF»«MMn«r m 5$ Ernührung. Die LebensmittelMsröte. Der Besuch der Markte war gestern sehr schwach, die Ablieferungen dagegen ziemlich groß. Auf. dem Naschmarkt waren imter anderem rund 140.000 Kilogramm steirische Achsel angekommen. Der Absatz war sehr flau. Die Geschäftsleute Nagen darüber, daß ihre besten Kundschaften, rüimlich die Hotels und Restaurants,/infolge deS ständig zurückgehenden Bedarfes keine nennenswerten Einkäufe mehr tätigen. Die Großmarkthalle war gleichfalls, wenig belebt. Fleisch aller Sorten war in großen Mengen vorrätig und zugeführt worden. Auch die Nachfrage nach Fischen war im Gegensatz zu den vorhergegangenen Tagen belanglos. Preisveränderungen sind nicht zu verzeichnen. (Freie jud. Volksbühne) Ensemble-Gastspiel der'WIEN AER TRUPPE Rente Dienstag den 24. Oktober 1922, 7 Ubr abends DER DYBUK (Zwischen zwei WeUen) Dramatische Legende in 3 Akten von Sch. An-ski 9822 Morgen Mittwoch den 25. 0)ctober 1022 Erstaufführung- ME PUSTE KRBJTSCHME Volksstück in 4 Akten von Perez Hirsebbeih. Bühne und Kunst. Gastspiel der Wilnaer. . yr-km««-,».) / Heute Dknsbag, 7 Uhr abends, findet die letzte Aufführung lies „Dhbnk" statt. Morgen Mittwoch geht zum ersten Male das vsencktige Bolbsstück von Perez H i r s ch-- bcin „Die puste Krejtfchne".in Szene. Aus den Theatern. Im B u r g t h e a t e r gelangt' morgen die Komödie ,..D e r A rzt am Scheidewegvon Bernard Shaw, deutsch von Siegfried Trebitsch, zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Im Akademietdeater wird morgen die Komödie .Die L o k a i b o h n" von Ludwig Thoma gegeben. Anfang 7 Uhr. Im Re do^n t e n s a a l d e. r K o f b u r g gelangt heule ,S ch ö n.e> Kraue nK, Lustspiel von Etienne Ney, deutsch von Otto Eisenscbitz, zur Aufführung. ' In der Bol k r o p e r setzt beute in der unter musikalischer Leitung E. Maisinis in Szene gehenden „Troubadour"- Aufführung Herr Leone Zinovieff von der Großen Oper in Moskau als Manricv fein Gastiptel fort. Levnore — Frau Pflffer- Lax, Äzueena Ftl. Salinger. Luna Herr Tauber. Im Deutschen Volksth e a te r wird Kerr Tywlt den aiten Scho.anter in Anzengrubers »D a s v irrte G e b o t^ noch einchal, und zwar Sotwtag d'en 29. d., r/,s Uhr . nachmittags, spielen: Der Kartenverkauf für diese Dorflellung hat bereits begonnen. Morgen wird ,.V n « e l T o n tgegeben. Im Rairnund -Thea! er beginnt hie heut, stallsimdende Erstaufführung der Komödie ^.Erde« von Karl Schönherr, worin Willy Thaller zum ersten Male den alten Drutz darfisB, pünktlich um 7 Ähr. — Mtitwoch-den 28. d. bis inklusive Freitag den 27. d. spielt Tilla Durteux täglich öle Rebekka West in ^R o s m e r s h o l m". — Samstag den 28. d. ist Premierenabend» und pvar gelangt das Schauspiel von Atcodemt. ,.D e r S ch affen* mit Tilla Durteux, Nora Dregor, Anne Anzengruber und de» Kerren Gustav Keune, Kurt Lessen und Eduard Loldner zur AMHnmg. Die Inszenierung testet Dr. Rudolf Beer.. v In de« Kamm erspiel in findet heute die Premiere vieraktiaen Börsenkomödie „61 m f o n‘ von Äemy Bernsiein statt. Die Lauptrollen spielen: Ferdinand Bonn» Kilde Wagener vom BertMer Lessingthealer» Emmy Förster, Moria Eis, Sans LaÄner. Rikvlaus Loorie und. Egon Jordan. Beginn Uhr. Das Stück wird merzen und dm - folgenden Abende wiederholt, als Nachwvrstellung (Beginn lö Ähr) gelangt allabendlich »D i e t-M gendyaf t e S e r mance" und „Gu ftav es b ljtzitzur Aufführung. aus dem Publiknm.> X i;{ \ V \l\. •* "■ <' Lcdergürtd Lederredlktiis N U R ERSTKI.ASSIGE MODELLE Lederblumen Lederd:ckchen FtHKENOES HODEUHAVS MARY GLASER HAUPTGESCHÄFT: 216 WIEN^IX^SCHUBERTGASSE 16 nlllllllllllll BILLIGER! . Beachten &l* uraere Preise und Qualität/ Herren« und Damenschuhe von K 1O9.G00 aufwärts Kinderschuhe von K 56.000 aufwärts Kamelhaarschuhe, prima Qualität, für Herren und Damen . . . 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I. hatte sich der 21jährige Geschäftsvertreter Karl Jellinek vor eimm Schöffensenate wegen Betruges zu verantworten. Er hatte nämlich bei verschiedenen Bankhäusern einen Scheck der Londoner County W^tminster and Parrs Bank Ltd. über tausend Pfund vorgewiesen und dey Auftrag erteilt, einen größeren Posten von englischen Pfund, die dann^ aus London zu 'beziehen sein werden, zu.verkaufen. Jellinek spekulierte näml'ich darauf, daß die österreichische Krone steigen und die fremden Valuten fallen weiten und daß er mrs der Differenz beim Verkauf einen beträcht-- lichen Gewinn ziehen werde. Seme HoffMng erfüllte sich jedoch nicht, die Krone fiel, alle ausländischen Zahlungsmittel stiegen im Werte und die Ungarische Allgemeine Wechseilstube A. G.' „Hermes" verlor durch diese im Auftrag Jellineks aus-. gefirhrte Spekulatwn 3,681.600 K., die Deutsche KrManstalt 1,786.671 K. und die Mgememe Garanttübank. „Kompaß" 8,806.800 K. ES stellte sich zum Schlüsse nämbich auch heraus, daß' JMnek bei der Londoner Barck nur fündig Pfund erlegt-und -den-Scheck auf tausend Pfund gefälscht hatte. .Jellinek wurde hMÄs sWldig erkannt und zu fünfzehn Monaten schweren: Kerkers verurteilt.; ©er: Oberste Gerichtshof gab der Nichtigkeitsbeschwevde des Karl Jellinek Folge, hob. das Urteil auf und ordnete sine heue Berhandbung an, Äe heute vor einem Schöffensenate unter Vorsitz deS Hofrates Dr. Rmnsauer stattfand. Die Anklage vertmt Staatsanwalt Dr. Reittinger, als Verteidiger, fungierte Dr. Lohsing. . Nach -urchgsführter Verhandktng erkannte der Gevichtshof Karl Jellinek neuerlich des Betrugs schuldig und verurteilte ftn wieder zu fünfzehn Monaten schweren Kerkers. Ver»rtetl««g eine« anttfemitische« Redakteurs. ' Der LkedÄteur des bekannten 'Münchener:' Antisemiten-' organeS--^Zölkkscher- Beobachter", HanS Sommer, behauptete tnfchnM Platte, der Zentvaldtttzin deutscher Staatsbürger jMscheü GlüMnS habe sich Än KrW durch seine Berbiichung mit dev >jderttschftindlichen" Älliänee israelite deS Lairde S-- b err a te-S schuldig gemacht. - Der BorsttzeM des ZentralpetsinS - Jüstrzvat Dr. B r o d n i h stellte WlechigustgSklage^ und vpr Bericht.Müßte 'sich der -'Wj^ktügte-'-zu^ tz'tüem- -ÄUintzp« - schränkten Widerrufe verstehen, der int „Völkischen Beobachtet zu evschtzin-en. hatte. .Hierbei machte Sache sö varzustellön, .alS-We er den«! der Zentralverein nur jetzt 'keine VeLbindun--mlst ider Älliauo israeliteunterhalte.: Daraufhin wurde n nenardingS vor Ge richt gezogen und diesmal wurde er und der Mityngrkiagie M dakteur Meirich Eckart zu je tausend Mmt GÄdsiraft der urteilt. - Schatz Hakeakrruzes. Memel, 20. Oktober. (I. C. B.) Die Msmeler StraffanD mer verhandelte heute gegen den Kaufmann M. Pomcran, wegen versuchter Nötigung, KörPerverletzung und Beleidigunt auf. Grund folgenden Sachverhaltes: Der'oftpreußische, in Dan« zig studierende Kandidat Letzat, ein Wtgli^d. des seit den Rgthenan-Mord verbotemn deutschvAkischen Schutz- und Tc-.:tz bundeS, trug in Memel öffentttch das Hakenkreuz, bsirn Besu^ des KasinoS, aus welchem er deswegen von dM Direkrm hinausgewöesen wurde. Am nächsten Tag trug er das Haken, kveuz zu belebter Mittagsstunde durch die von der Kaufmauus. Welt besonders besuchte HcmPtverkehrSader der SkM, ini Börsenstraße. Hier traf er .auf den Angeklagten, - der, da bat provozierende Verhalten deS. Letzat bereits Stadtgespräch geworden war, in Erregung geriet und ihm dar Hakenkreuz zu entreißen, versuchte. Es entstand ein Handgemenge, in deffen Verlauf Herr Letzat gezwungen wurde, das Hakenkreuz , c. nchmen und fortzuwerfen. Wenige Tage nach dem Vorfall « .•> hielt Pomeranz aus Deutschland einen mrflätigen Drohb:! in welchem „der-Judensau und ihrer ganM Fcmrilie" : Tod angedroht würde. In der heutigen BerhaMung beantragte Staa!S«in. waltschaftSrat Merk gegen Pomeranz eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der 'Vertreter des Geklagten Dr. Kl e e (Berlin) wbeS auf die ungeheueren Gefahren des v e r at« wortungslosen und fanatischen Antisemit:3. m u S h in, der, wie Genatsprasident. Hägens in Leipzig bei der Urteilsverkündung im Rathenau-Prozeß ausgeführt habe, als Hauptschuldiger hinter den Mördern und Mordgehilsen sein verzerrtes Gesicht erhebe, und auf den Umstand, daß am Sonntag itt Berlin bei der Versammlung des Mundes, für Freiheit und Ordnung hundert junge Burschen mit Haken, kreuzen anwesen waren-und daß uMNterbrochen Rufe durch die Lust geschwirrt hätten:. „Schlagt die Juden, tot!" „Hoch Techow!"/ Bei einer solchen Grundstimmung von Mitgliedern <beS Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes müsse anerkannt werden, daß Pomeranz sich durch das öffentliche Tragen des Hakenkreuzes provoziert, ja bedroht gefunden habe, daß er also für sein Vorgehen gewiß ausreichende Mikderungsgründc anzuführen habe. SamlowSky (Memel) wies insbesondere ans die hohe wirtschaftliche Bedeutung des Wischen Kaufmanns, standes in MemÄl hin und dde besondere Taktlosigkeit des Per. Haltens des Letzat in seiner'Eigenschaft als AuÄändre. Das Gericht erkannte gegen Pomeranz auf einen Monat Gefängnis. ' '"J Volkswirt. Gestempelte Krone -»-.0078 Eep-ityes Auszahlung Wien -« —.0072 Centimes. In Zürich notierte . die österreichische Krön; . ... . . 0.0072 ( 0.0072 die österr. geslempelte Krone. - , 0.0078 ( 0.0078 die tschechische Krone '.^ .^. ^17.9b (IS.— die Mark. . . i . ' .M.'' . 0.18'/. l 0.12V. Agram . . , / .W^.R Ld0 ( 2.50 Bukarest .. ( 3.40 Cofla . . '. ( 3.60 Budapest.. ( 0.21«/, Warschau ... 0.04% C 0.05 «m 21. OKI.) am 21. OK!.) am 21. Ohf.) cm 21. OK!.) am 21 Okt.) am 21. Okt.) am LI. OK! ) am Li, OK!.) am Ll . Okt.) In Riir utrm. guten1iViirlffen- und Daittenitfteiffah, Lolnen W«r«»sWwn. und; nzieck- »NttDkwhrsp Sitte Itttteve ««leihe bei de« Basken. Seit einigen Tagen finden BechaMungen des Finanz« ministermit den Wiener Banken über eine AMihe statt, die die Banken und Bankstrmen dem Staate gegen Heb er nahm« von Schatzscheinen zu gewähren hätten. Es hanldejlt.sich um den- Betvag von 25 bis 30 Millionen Goldkronen, die zur>Deckung des für die Uobergongszeit LiS zur Realistevung d^r Völker' brmdanleihe mit 120 Millionen Goldkronen k Mechneien Defizits herangezogen werden sollen. -Für.diese 'UeLergangr-' zeit stehen öekannMch die Aredrtreste aus dem ftanzösischeil und italienischen Vorschuß, der Rest des österreichvschcn Ante-iks an dem Goldschätze der Oesterveichtsch-ungarffchen Bo?.; und der Betrag von 760 Milliarden PaPlerkroneu, die. a.rs Grund Mt jüngsten Kreditermächtigung äuSgegeben lverdei-. können. Die Forderung, daß die- Banken Sch a tz f ch ei >r e bis Kum. Betrage von 30 Millionen Goldkronen üher;rchmen solle:', läuft sin.Wesen darauf himMS. daß die Banken jestEBeträjU', die sie fiir die neue Notenbank reserviert hatE 'cm^sich.-^ der Zurückstellung deS Notenbankprojektes durch den bustd für laufende staatliche AitSgaben verwendet '.vcrd>'n sollen. Diese Forderung stellt in gewissem ^inm einen Bruch feierlich eingegangener Verpflichtungen deS Staates dar, doch steht dieser andererseits unter dem Drucke höherer Gewalt, den er auf die Banken weiterleitet. AuS dvni bisherigen Beolauf der, Verhandlungen ergibt sich, daß - die BaMn. si ch diesem Drucke fügen werden -- sie sind prinzipiell z ri r UebernähMe her Änlsihe 'bereit, doch- 'verlangen sie ein« Reduzberung des Betrages auf 34 Millionen. Di e Ve'> handlungen betreffen fvrtwr die.Aufteilung ' des Betrages" auf dft Wen WoMnken — dieWnhoMnk' und Anglqbdnk Mllciren^?ohM die' Zustiinkmng' Wer Wtunyei' ln 'Paris ünb 8ötiddn"uWjs^nstterMinen zu können ^-'Wi ■TB i. 232348484823532348484848234848