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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-21 · Heft 1327 (21.10.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1327 (21.10.1922)
Date
1922-10-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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'(Seit? 6 Wien, Samstag Wiener Modenzeitung. Gerichtssam. Anklage gegen einen Arzt. *. Der Tod einer Wöchnerin. Wegen eines ganz außergewöhnlichen Falles hatte .sich gestern" vor dem Cinzelrichter Ober-km-desgevichrsrat Doktor Werner der 48jähvige praktische Arzt Dr. Samuel Lampl zu ' jvoranttvorlen. Der vom Staatsanwalt Tr. Grötschl vertretene Strafantrag lautete ans Vergehen gegen die.Sicherheit des Lebens durch Verrmchlässigung der ärztlichen pfliclugemäßei: Obsorge bei einer geburtshilflichen Intervention, woraus Zer Tod der Wöchnerin erfolgte. Der Sachverhalt war folgender: Tr. Lampl würbe an: .">1. Jauner gegen 9 Uhr abends zu der in Tttukring wohnhaften Arbe-iwrsgaitiu Her,in ne Klapper gerufen. Er fand Vor: außer den Aurp.-hörigen die Hebam me vor, die. ihm erklärte, fie halte den 'Fall für bedenklich und glaube, daß die Frau airgeufcheinlich Vvtl Krämpfen befallen worden fei. Der Arzi nahm einen operativen Eingriff vor, der gnt gelang, und entfernte sich sodann. Bald nach seiner Entfernung trat starke Blutung ein uikd gegen 11 Uhr wurde Tr. Lampl abe/mals zu der Patientin gerufen. Er erklärte jedoch, daß er nicht kvintuen könne, und stellte für die Frau einen SpiialSzettel ans. Während der Mann die Nettnuge-geseMchaft avisierte, inu die -Frau ins Spital überfuhren zu lassen, st arbd:e Frau a r. B e r b I n r n n g. Ter Strafantrag hebt hervor, das; Tr. Lampt seine Pflicht vernachlässigt habe, weil er trotz der dringende'-. Bitte der Patientin ichnicht sofort ärztliche Hilfe anged-eihen* ließ. '; Der Angeklagte erklärte sich nichtschnloig, denn erhübe geglaubt, daß.die AachgLbi'.rk normal verlaufen wnr.n Nach der Einvernahme der Zeugen, besonders der Hebamme,-die an^agw, daß sic den Arzt vor seinem Weggehen darauf anp -nlerkfanl gemach: habe, daß sie den Fall für bedenklich halte uuo ängstlich sei, gab der Sachverftärrdige Hofrat Professor H nberda sein Gutachten ab. Er erklärte, daß im vorliegenden Falle die Geburt kompliziert gewesen sei. Ter Arzt kom-.w also ri'.cht annehmen, daß die Nachbehandlung normal sein würde, Es ist daher a-ussallend, daß Tr. Lampl Vor Beendigung o-r Nachgeburt die Wöchnerin einfach verlassen habe. Wenn er biun gegen elf Uhr wieder gerufen worden sei, io hätte er die Frau tncht crnmch verlassen dürfen, und wenn er einen Spitalszetrrl ansgejtetlt habe, so sei dies.nur ein Scheinhlife gewesen. Nach menschlicher Voraussicht fjätire die Iran gerettet werden können, wenn die Nachbehandtntlg sogleich nnd sachgemäß eingesetzt hätte. 'Staatsanwalt: Ware ein gewissenhafter Arzi weggegartIen. wenn die Hebamme ifim gesagt halte, sie sei ängstlich? — Pros Haberda: Ich mich sagen, ich hätte leine Ruhe gehabt. Ich wäre uOt fortgegangen. Für Wien ist es jedenfalls ein e^zepiwue'ler Fall, daß eine Frau ohne ärztliche Hilfe stirbt. Aer Angeklagte Tr. Lampl wurde schuldig erkannt und zu e i n t m Monat st r ngen A r r e st s verurieUr. Er m - - dete die Nicht-igkeitsbeichwerde und die Berufung au. A»fgehoüenrs Urteil. Im Inst d. I. standen .zwei Asr.zie, Dr. Iojef G r ü n- W a l ö nnd Dr. Saisue/ I u n a, vor denr Emz.'lrichler üofral Dr. Ka mp f, um sich wegen ^nes verpönten E'iwnises, den sie an einer jungen Frau vorpenoimnen Höste::, zu vcrm'.kwrrlen. Die Patientin war an den Folgen gestorben. Ja der Verhmdlung Rain hervor, daß dudriden Aerpe ans tKruno eines Konsiliums den EingriffEvorgrnoimnen Hoven, da angeblich ein Lungenleiden der PPimlin es dringend notwendig mochte, die Enlbindung zu oerhtndekn. Die Aerzle veraiitworlelen sich auch ösmit» daß sie taisächlich nur nadj ihrer fachlichen Leberzeugung gkhandelt hätten und daß in dem geringsiigizen Honorar. das sie crhielten, gewiß Kein Anreiz gelexeu sei. ein Verbrechen zu de. gehen. Der vernommene Sachverständige, Aosrat Professor Dr. Äadorde, erklärte in jeinem Gutachten, die unglückliche Frau fei nicht krank gewesen und hätte die Geburt ohne Schaden überstanden. Der Einzelr'.chier verurieülr beide Aerzte damals zu bedingt j« drei Monaten Arrest. Äeust fand vor einem Berufungsjeßat unter Vorsitz des Kostales Dr. Jakob eins zweite Verhandlung in dieser Prvzetzsache statt. Der Senat kam zur Ileberzeugnnz, die Aerzte hätten in Ausübung einer vermeinllichsn Pflicht gehandelt, weshalb dar Urteil ausgehoben wurde. Dir beiden Aerrte wurden sreigesprochen. Neuerliche Akfor-eruAg-esLokales-er ziomstischenBezirkssektionArsergrund. Wie heveÄs seinerzeit berichtet, wnrde im Jänner 19Ö1 Las aus zwei Räumen bestehende B-erHiiisloLal der zLo n ist fchen Bezirissektion Alsergrund, in wvlchem außer » der Ssdipn noch eine Reihe von anderen knlmrelkn nnd hrvma» (-nttären jüdischen Vereinen unter gebracht ist, vom Wohnungs» -a.ni ange fordert. Die Anforderung tvnrde im Jänner 1928 vom , 'Verwaltungsgsvichtshofr wegen mangelhaften Derßähvens aufgehoben und schkeßlich hat das Wohmmgsamt mit EntscheiduMg «onc 1. Juli 1628 aus die Anforderung definitiv vernichtet. Zum größten Erstaunen aller Beteiligten hat der Wohnnngskommissär für den 9. Bezirk die zwei befcheiidenen Räume <ü:i 28. Septsmder d. I. neurdings als „überzählig" cnrgefördert. Gegen diese Anforderung Mlvde von dem Vertreter der tzicmisti-- schen BeMSföktivn, Herrn Dr. Geovg Weiner, -der Einspruch an das Mil-tamt Alsergrund erhoben, worüber am 19. d. die Mietamtsvcrhandlnng stattfand. Dr. Weiner wies daraus (nu, das; die Anforderung ein Musterbeispiel für die zwecklose und unökonomische Tätigkeit der-Behörden darstelle. Nach einem rinemha-lbjährigen Verwa-I-tmcgsversahren wurde auf eine Anfovdernilg verzichtet, weil diese als zwecklos nnd nngerechifertigt erkannt wurde, nnd kaum drei Monate später Wird wiedernin eine solche Anforderung ins Werk gesetzt, ohne daß sich der Tatbeftand ireendivie verändert hätte.-Weiters sei eine Anfovdevnng eines B-ereinslottus aus dem TM der Ueberzähligkeit nnzulässia, da Bereinslokale, auch wenn sie, in einer zum Teil von anderen benübtect Wohnung untergebracht sind, mir nach den Bestinlucutlgen für Geschöstsräunclichkeiietc angefordert iverden können. Schließlich beantragt^ Tr. Weiner die Abtretung des Aktes an die Direktion des Wohmcngs-anltes, danlit dasselbe auf die Anforderung definitiv verzichte. Tiefem Aittrei'-e wurde vom Mirramt F o l g e g e g e b e n. Hosserttlich wird diese leidige Angelegenheit nnmnehr bald endgültig e.rlodigi sein. Die BeAorzuArmg der JLristerr im (HLaaLsdienste, Ans eitler Verhandlung vor dem BerfafsnngSgerichtShof erfuhr man, daß die ganz altßerordenkliche Bevorzugung d e r I n r i ft e n bei der Aufna-Hme in den Staatsdienst oitf eine noch nicht aufgehobene, daher noch zu Recht bestehende kaiserliche Verordnung aus dem Jahre 1854 zltrückzusühren ist. Der in die Grnppe C der Bundesangestellten eingereihte. Beauite der Jnvaliden-Entschädignngskonmlission Dr. Phil. Friedrich M atze n a u e r brachte beim Bersäsintlgsgenchlshof gegen die Repttblik Oesterreich eine Klage auf Einreihrmg in die Zertvorrücktlngsgrtlppe 9l tnid Nachzahlung des wege-n seiner Cittreihuttg in die Grnppe L erwachsenen Schadensbetrages von vorläufig 54.390 K. ' (bis Mai 1922) ein. Seine Einreihung in'die Grnppe E (Nechntrugsdiercst) sei deshalb gesetzwidrig, li»ctl nach § 52 der Dienftpraglnatik die Beamten nrit vollständiger Mittelrmd Hochschulbildung in die Gruppe A einzureihen sind. Hiebei sei keilt Unterschied zwischen juristischer nnb anderer Hochschulbildung gemacht. Wäre i?ic Ansicht der Negierung, daß für die Einreihung in die Gruppe A ausschließlich Beaurte mit juristischer Borbildung in Beti'acht fommen, richtig, dann wären alle Personen, die eine andere Fakultät, die Technik oder eitle andere Hochschule absolviert haben, von der Einreihung in die Grnppe A ausgeschlosserr, toas gewiß den Absichten des Gesetzes zuwiderlaufe. Kläger habe als Doktor der Philosophie denselben Anspruch auf Einreihung in dieser Gruppe wie ein Beamter mit absolviertem juristischen Studium. In der Gegenschrift der Regierung tvnd hingeiviesen, daß für die Atlfnahme in beit Konzeptsdienst nach der kaiserlichen Verordnung vom 10. Oktober 1854, welche arrch jetzt rloch die bindende Borschrrft bilde, die Zurücklegung der rechts- und staalswissenschaftlichen Studien normiert fei. Da Kläger diese Hochschulbildung nicht nachznlveisen vewnöge, habe er kein Recht auf Einreihung in die Gruppe A. Der Verfassnngsgerichtshof (Vorsitzender Präsident Vittorelli) wies die Klage ab, weil Kläger vorerst jenen VerlmLtungsakt hätte anfechten muffen, durch den er in die Zeitvorrückungsgruppe C eingereiht wurde. Da dieser Berwaltungsakt noch zu Recht besteht, habe Kläger keinen Anspruch <mf die Gebühren einer änderet! Vorrncktmgsgrnppe. Volkswirt. Gestempelte Krone --- —.0078 Centimes. Auszahlung Wie» --- —.0072 Centimes. In Zürich notierle die österreichische Krone . . 0.0072 ( 0.0074; am 10. 9ht) dk österr. gestempelte Krone. 0.0078 ( 0.0079 am 19. Ohl.) die ischechische Krone .... 18.05 (18.- am 19. OM.) die Mark. 0.15“/* ( 0.17 am 19. Ofcf.) Agram.. 2.*7‘/e ( 2.35 am 19. Oki.) Bukarest.. ( 3.37 am 19. ORt.) Sofia . 3.60 < 3.50 am 19. ORf.) Budapest. 0.82'/, ( 0.82'/. am 19. Ohl.) Warschau. 0.05«/, ( 0.05 V* am 10. ORt.) Die Devisenpreise. Die Reichsmark seh'e gestnn in Zürich ihre rückläufige Bewegung fort und siel von 0J7 tuf den bisher noch niemals verzeichneren Stand von (U5'-/,. In Berlin verschärste sich die Kmisse der fremden Zahlungsmittel, wobei Kabel Ne«- Bork auf 3S51iO gestiegen ist. Auch Zahlung Wien halte eine Besserung von ZVU Pfennig auf 4807, zu verzeichnen, obwohl die österreichischen Z a h s.u n g s m i t t e l in 3 * r i ch eine kleine Mschwachung erfahren hatten. Dagegen besterte sich die t fchechische Kronein Zürich von!S.— auf 18.Y5. Die fremden Zahlungsmittel in Prag erfuhren geringe Veränderungen. Lsterreichijche Kronennolen schwächt,» sich auf 0.0387 ab, die jugoslawische Krone war dagegen im Einklang mil der Besjerung der Devise Agram in Zürich höher bewertet. IltlllllHÖIIIHIIIHII fln^ugproiBieit Manteliiiiniiiiiiiiiiuii Min Oktober 1SLS «r iM In Wien wurde die Reichsmark erheblich nlebriier bt werket, sie ermShigke sich von 25.75 auf 21.80, die rschechW Krone schwächte sich gleichfalls um 1 ft auf 2410 ab. Luch Valuten wurden im Preise ermStzigt. Dollar 7g.»L6 kgege«. 73.250), Pfund 829.100 (827,340), Schweizer Kranken Vjpig (l 3.470). Dagegen wurden Lei von 444 auf 464 hinaufgefehk./ Nächste he,>d die offiziellen Notierungen : . VerEentttekunx dtr Derisenzentrale? vom 20. Oktober 1922. r‘ , Devitcn (Schecks und Auszahlungen) Zins« fuß Geld Kurs Y.lS.Oktobt Ware Geld Wart, Amsterdam f. I holl. Oulden . 4 28800.- 38900.- 28763.- 28868.- Afram 1 jug. Kronen . . . » S 329.75 330.25 344.7$ '345.2, Belgrad 1 Dinar . 8. 1319.— 1321.— 1379.- 138!.- Berlln 1 deutsche RHetismark . 9 21.55 31.95 «.tze 25L1 Brüaaet 1 belgische Francs . . 4'/. 5084.- 5116.- 5131.- 5148.- Budapeat 1 ungarische Kronen . 6 29.55 29.65 39.20 29.34 Bukarest 1 Lei..8 — Chrlstiania I tK'nveg. Kronen . 5 ISItW.- ,3190.- 13335.- 13365.- Kopenhageu 1 dänische Krouor . 5 1470!».— 14735.— 14705,-. 14735.— London 1 Pfund Sterling ... 3 329700.-330300.-327840.-326440.- Mndrid 1 Pesetas.*»/- 11335.- 11365.- 11215;- 1,245.- Mailand I Lire 6 * 3096.- 3104.- 309$.- 3104.- New York t Dollar. . .... 4 73050.- 73800.- 73675.- 73823.- Paris 1 Francs.fl 5434- 3496.- 5504.— 55iß> Prag 1 1schechc*slow. Kronen . 5 2422.- 2428.- 2437.- 2443;- Sofia 1 Lewa . ... . . . «'/. 474.50 475,50 474.38 475.34 Siocltholm I schwediseheKronor . 41/. 1953®.— 19570.— 19655.— 19-95,- Warschau 1 polnische Mark . . 7 6.75 6.85 6,85 - ,8,93 Zürich 1 schweizerische Francs . 3 134J5.- 13415.— 13560.— 15590;— Noten Amerikan. Noten v, 3 Dollar aulw. , „ kleinere ... Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . . . . JOD , . „ „ kleinere. . . Dänische Noten UK) Kroner . , Deutsche Noten zu 1000 Mark. . . » .100 ... . , kleinere.... Engl. Noten von 3 Livrefit. auiw. „ „ kleinere. Französische Nolen 100 Francs . I’ol'Üudisch* Noten 100 Gulden . italienische Nnten v. IGO Li re auiw. „ „ kleinere . . . lugosl. Noten uu Rest, zu 1000 Dinar . i. . ,!00 . . . „ kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten y. 500 Mark.auiw. „ , kleinere .... Rumänische Noten zuKJOOu.SOOLei „ . kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) au 500 Rubel > , » » 100 . , . kleinere . . Schwedische Nolen 100 Krouor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten ISO Pesetas . . Tselietho-slow. Not. v. 1000 auiw. , , kleinere . . Ungar.Noten (neueEm.) zu 1000 Kr» , . zw 10.000 Kt. . . . , . kleinere ..... 73225.- 73525.- 73256.— 76550;- 7312.4.- 3015.— 73425.- 10«.- 73130.- SV?S.- 7345».- 6108.- 458.— 462,— 413.- 487.-- 438*.- 4t2.-~ 431*— 14540. - U8Ö0.- 14'«.— 14590V— 21.80 22.8k, 21.75 : 2Q.75 329100*.- 3SÖ100.*- 3273«!- 3263Ä-. 338960.- 3»96«.- 32714».- 328)46;-' 5425.- 5458.- 5445.- *478.- 28550.— 38850.- 28609.- 26800.- 3062.50 3C77.50 3062.86 2677.66 3042.50 3057.56 3042.16 «57.66 1303.- 1307.- 1363— 1367*— 12A.- Ä- 1355— 13Ä^ 13005.—!»«*.- 13170.- 13260.— 6.55 6415 6.85 ’ 6.« 6.45 6.75 6.56 ■'.MS. 464.- 466.- 444 - 44K- 444.- 448.— 424.- — i — 19310.- UöäOl— 112*3.- 2410.- '2405.- 29^0 20»lÖ IfiJOÄ.- J9419-— l949Ai— 13410.- ,3470*— 13530.— 11255.- 11010.- 11146.- 2430.— 2(25.— 2435,- 241V" 206.— 3430.- 29J6 ^aMB AIS MAG SMO M.- Der Z»m»s »«r SamtekhaU. Finster, kalt nrrd Humgrig wird die östrvveichbfchr loährend der S-ainevungsärbeit fein. 269,6 Millisven <§ fronen soll die Menschen, die in dstfem Staate Äbe«, von H«e« Avbeilsemkommen eriöbrigen, mn ste dan Staate MUifühDM, damit er'seine zerrütteten Finanzen m Ortmuntz bviwgW kann« Wie 5>i:fc neuen Millionen Goldkronen horeingebvacht werden sollen, das ergibt sich aus den DottMnrfstellmrgrn üb« im (* kilnstigen Ertrag der Abgaben auf den Beribramh und der ve^> scbiedenen direkten Stenern. Der Weg, auf bvm der Staat -gn seinen Goldkronen gelangen will, ist nicht neu — eS sind Mp altgewohnten Hinaufnumerierringen, -tue nicht fragen^ oft derjenige, der damit belastet wird, diese Last mich zu wagen Var» mag. Man "schlägt dem Staate das ist ja daS West« der Sä« nievung — die Notenpreß« cmS der Hand, damit er nicht weiter gezwungen sei, sein Defizit durch die indivekte BefwrrMmg, welche, der Notendruck bedentet, das Einkommen mw das mögen seiner Bürger zu entwerten. Di« öskerveichischdn Nüvgar halben offenbar dem Staate bisher nicht das gezollt, was ihm gebührt — sonst wäre das klaffende Manko deS Staatsbudgets tlicht möglich gewesen, sonst hätte er nicht-zur Nochilfe gegriffen und im Laufe der Jahve die Währung -enüttet. DaS Sänierungsprogramm, das rm Geiste der Genfer Könvent-ivn <nisgearbeitet worden ist, gehpvon der Bvraüssetzung Ws, daß Äe österreichische Bevölkerung dem Staat« nicht gezollt hat, vbwM sie cs hätte tun können. .Z Sie hätte es tun. können, aber sie ivollte nicht? Das st't aber die entscheidende Frage, ob diese Voraussetzung zutrifft. Die vevschiedcueu Hilfsexpeditionen, die nach Oesterreich von philanthropischen Institutionen des Auslandes nu Laufe der Jahre entsandt worden sind, die LWesgabenpakete, die Kinder« ousspsisungen, die .Neideraktionen usw., tme wären sie denkbar, tvenn das Arbeitseinkommen der österreichischen Bevölkerung und der Ertrag der österreichischen Produktion ansgeveicht hätten, um ihr das Existemnürmnum zu sichern. Der Staat wieder, der nicht über genügend Stenewingänge verfügte, um seine zahlreichen Angestellten zu bezahlen, hat 'arischeinend seinen Bürgern die Steuern geschenkt, jene Stenersnmmen.. die, wenn sie eingelangt wären, ihn von der Notwendigkeit befreit hätten, auf die Notenpresse zuMckzugreffen. Es hat an Versuchen nicht gefehlt, durch forciertte Steuvreintreibungen mtd Tariferhöhngen chie staatlichen Einnahmen dem Bodarfe anzupassen. Jeher Finanzplan,. der zu diesam -Zivecke ersonnen worden war, erwies sich! schließlich als nutaugliches Mittel — ans seden Finanzplan folgte ein um so größeres Defizit. Die Tücken der Steuemnwilligkeit der Mirger dieses Äaates muffen ganz besonders gewaltig gewesen sein, wenn sie aller Machtmittel der öffentlichen Gewalt spotten konnten. Nim war, als di« Währung nahezu vernichtet worden . ist, kein anderer Weg übrig geblieben, qlS die Hilfe deS Ge- NerMommiffärs anzuvufen. Der GenevaiklMMiiffSr kommt inst «unv HIRSCHCN lTuRORnfil 3

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