Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1324 (18.10.1922)
- Date
- 1922-10-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerte S sjuJj! Wien. Mittwoch s3TctKt*wivt$cmcUimfr '■■ •' ■',: ':- ‘ V:'■'' ■ ■ ''■. iS- ■ ' •.-■■. ■:''■■ ■■'■'■ /.' 18. Oktyher 1SZS - .- , f •■ > ••*->• v •1 f M. idi. Y ä'ä f t Landstraße. Leute» 8 Atzr abends. Zusammenkunft im Caf4 Ilion, Löwenanffe 39. Vortrag Dr. N. M. Selber : Kerzlr Tagebücher. Gäste wM-mmen. - v t t a k r i n g e r D o l k s h e t m. XVI., Kosterpark 7. Beginn folgender Kurse: V,7 1%* Sprechune Vorlragskunk; •7 Uhr: Menschenkenntnis, Bürgerliches Recht. Lehren der Demokratie, Römische Geschichte. Lektüre von Werken der aitgriechischen Literatur. Einführung in die Musikgeschichte. Kolloidatcdemie. Porttk. Bau 'der Pflanze. Französisch III; 8 Uhr: Einführung in die Psychologie. Uebungen aus dem dürgerlichen Recht,' Stephan Georg«. Besprechung musikalischer Werke.- Gnmdzüge der Krankheitslehre, Die neue Vererbungslehre, Grundlinien der organischen Lhemie, Besprechung philofophischer Fragen. Besprechungen und Berichte über Lrziehungsjragen' S Uhr: Uebungen aus dem Gebiete der bildenden Kunst, Die Elektrizität und ihre Anwendungen. Leopotdstödker V o l k s h e i m. II., Zirkusgaffe 48. Beginn folgender Kurse: 7 Uhr: Einsührung in die : Musikgeschichte, Formen der Erdoberfläche. Bekämpfung der j Volksseuchen. Englische Landeiskorrespondenz, Italienisch l . Italienisch U. Tschechisch I, Elementare Geometrie, Malen nach der Natur; 8 Uhr- Lteiettnschliche Sprach«, Allgemeine Musik- : lehre, Anleitung zur geographischen Beobachtung» Tschechisch H; 7 Uhr: Sngttsche Konversation. SimmertngerDolksb e i m. X!., Gottschaik- »gaffe Ll. Beginn folgender Kurse: 7 Uhr: Stenographie. Wirtschastsgeschichte, Zeichnen, Sprechkurs, Englisch I, Naturkräste und Naturgesetze: 8 Uhr: Bau und Leben der Biene», Mechanik als Einfühning in die Maschinenlehre, Französisch l; Uhr: Englisch ll. Urania. Leut«. 7,3 Uhr (Großer Saal): Schüirrvor-!rag: Die Nibelungen. Kinemalogramme. 5 Uhr (Großer Saal): Shackleions Südpol-Expedition. 7,6 Uhr (Kleiner Saal): iDirektor Karl Liedleitner: Deutsche Volkslieder für daheim und die weite Welt, HI. 7,6 Uhr Kurssaal) : Univ-Vrof. Dr. Eduard Castle: Die österreichische Moderne (18Z0/IS20), V. 7,8 Uhr (Klubsaal): Termine N e» d aDir Sonaienform und ihre Bebeulung in den Werken grober Meister. II. Mozart 7,8 Uhr (Großer Saal): Nestroy. 7-8 Uhr (Kleiner Saal): Unm.-Pros. Dr. Ludwig Mises.- Die sozialen Folgen der Geldentwertung. 7,8 Uhr (Kurssaal): Architekt Otto Pvlak-Beltwig: :Spar-Wohnung, Spar-Laus, Spar-Siedlung. 7,8 Uhr (Klubsaal): Literarisch-mufikalischir Abend: Leo A fche r — Leo BtrKen- 'feld. l/,8 Uhr (Letzrsaal ll): Aniv.»Pr»f. Dr. Leopold Kober: Das Landschaftsbild Wiens und seiner rveiteren 'Umgebung, ll. Ernährung. Die Lebenrinittelmärkt Großes Angebot in Kartoffel» und Obst. Die Großmarkchalle tvar gestern mit Fleisch aller Lorten sowiL mit Fettstoffen reichlich versorgt, ohne -daß in den Preisen eine Aenderung zu verzeichnen war. Dagegen waren Seefische schwächer verrreten. Das Angebot an Kartoffeln hat gestern auf -dem Naschmarkt und allen anderen Ätarkten Mgeno-mnren. Sie imerden mit Eü bis 1000 K., Kipfler mit 1900 bis 2000 K. pro .Kilogramm vertäust.. Auch die Verforgrmg in Grünwaren und Gemüse war vollauf genügend. KM sich im Großhandel verbilligt, währeird Spinat etioas teurer notierte. Obst ist in Aeberfmß vorhanden, vor allem Aepfet und Birnen, was aber merkwürdigerweise in der Preisbildung nicht zum Ausdruck kommt. Bühne und Kun 'TV ret TheüLersbende. '„Datermvrd" von Ferdinand Bronnen. — Toiletteuschau bei Rax Reinhardt. -- „Die Lokalbahn" im Akademietheater. Die Vormitragsaufführung des Schauspiels „Vaterr^o r d" von Ferdinand Bronnen war ein Erlebnis. Scheußliche Vorgänge und doch eine reine Dichtung. Grellste Effekte und doch ein echtes Wert, eines, vas geschrieben lverden mußte. Ein Gymnasiast in der Krisis der Geschlechtsreife, hungernd, von einem dummen, rohen Vater mißhandelt (dieser Pater ist aber keine konstruiere „Theaterbestie", sondern e-jjn beschränkter, bedauernswerter Mensch), von einem homosexuellen Schulkollegen überdies aufgepeitscht, verfällt der gräßlichst:« .Verirrung: er veririit rm Bett der leiblichen Mutter, einer gepeinigten jungen Frau, die Hm sehrLentgegenkvmmt, die Stelle des leiblichen Paters, und ersticht den Vater, der entdeckt, toas im Schlafzirmner vorgebt, llvblichkeit steigt auf, aber man ist erschüttert, trotz des Ungeheuerlichen, dessen Zeuge mau sein muß, denn dieser reisende Jüngling, dieser leidende Knabe, dieser Märtyrer, ist wundervoll.gezeichnet und einige Szenen sind von ganz seltener Kraft. Das Flehen des Jünglings, der Vater möge sein Gesuch unr einen Freiplatz in einer landwirtschaftlichen Schule unterschreiben, da er Bauer werden will, greift ans Herz und von hundert antvefenden Vätern werden sich neunundneunzig anklagere müssen, die diesen- Vater svinen Sohn aus Schulgegenständen examinieren hören. Das Stück wurde von Prager Schauspivlerrr außerordentlich dargestellt. Alle fünf Mitwirkntden, Hermine Medelskv and Mia KörWb, Wenzel Hosmann nnd ganz besonders Otto Soll an, auch Paul Hörbiger in einer Episodenrolle, spielten ganz hervorragend, und Stephan Großmann war als Spielleiter sehr verdient. Nicht so als Konferencier. Da war er nämlich sehr geschmacklos. Man beteuert nicht, wie jchr es alle Schassenden, die Wien verlassen haben, nach der Kunststadt Wien drängt, wenn man es für nötig findet, dieses Wiener Publikum zu präparieren, damit es kein Fehlurteil Bei Max Reinhardt im RedoutLnsaal der Hofburg gab es eine Premiere, von der mau nur berichten kann, daß sie eine bemerkenswerte Toilettenschau war. Das französische Lustspiel „Schöne Fraue u" von Etienne Rey ist Mkgich nicht der Rede wert, und die Geschichte von denr Mann, der nicht treu fein lärm, und von der Frau, die sich abgewöhnt, darüber entrüstet;u sein (wie oft hat man sie schon besser gehört), wickelt sich so langweilig, so zähflüssig ab, daß man keinen Ätvmenr wähnt, Gast bei dem berühmten Lheatermanri KOIiAMöSSJMMJE *Üf®ip (üri. VolUsfjiUine) , , . - Ensemble-Gastspiel der W1LNAER TKÜPFE H e u t e MHtWoch den 18. Oktober 1922, 7 Uhr abeftds (Zwischen zwei Welten) ‘ Dramatisclie Legende in 3 Akten Von Scli. Anak! Reinhardt zu sein. Hermann Th imig überdies in der Hmipt. rolle, so. ziemlich unmöglich. Der Naturlulrsch als Salonlöwe. Ein peinlicher Ueberschnß von Quecksilber, ewiges . Hernmdrehen um die eigene Axc, reichliche Bajazzo-Grmtassen es War wirklich kein Vergirügen. Ausgezeichnet, vornehnr invd. rassig Fräuleiu C h r ist i a n s, sehr angenehm die Damen Servals und das bildschöne'Fräulein Gregor, das won von den Jarno-Bühnen kennt, sehr tüchtig, aber zu wenig lustig Herr Rainer, der gleichwohl'mit gymnastischen Uebuugen das einzige Amüsement des Wends bereitete. Sonst noch, wie gesagt: Prachtvolle Toiletten. Die liefernde Firma stand am Zettel. Im Akademietheater sahen wir. eine Ausführung von Ludwig Thomas ' satirischer Komödie >,D i e L o k a lbahn", aus der der Spielleiter Karl Zeska. ein himmelblaues Lustspiel mit sentimentalen Einlagen und- Possen». Mätzchen gemacht hatte. Wir hatten noch' die prachtvolle Aufführung der Neuen Wiener. Bühne in Erinnerung und fühlten also doppelt den ganzen Jammer dieser mißratenen Vorstellung. Einigen stilgerechten Gestalten des Abends, .wie Frvn Marie Mel l, Karl 'B a u m g a r t n e r und' mehreren Epi-' sodendarslellern, ist zu danken.' Sehr angenehm noch der Bürgermeister Ferdinand Mayerhosers. Das unverwüstliche Werk hatte wiederum großen Heiterkeitsersolg. ' O. A, The«ter in der Aosefstadt. ,,Ber keusche Lebemann." Von Franz Arnold und Ernst Bach. (Gastspiel Anton Franck.) ' Ein braver Familienschwank, dessen etwas krantpfhaste Handlung mit Situationskomik und Berliner Wortwitzen gespickt ist, wie der Geburtstagskuchen mit-Rosinen. Die Berliner Prägung ist.unverkennbar, es.gibt keine Psychologie, cs gibt keine Typengestaltung, eine komische Situation tritt der anderen auf die Ferse imd dazwischen wird mit ungewöhnlicher Mundfertigkeit geredet. Im Mittelpunkt, der sagenannten Händlliug steht, der fidele ältliche Fabrikant, dein ,/immer etwas einsällt".' Durch einen seiner Einfälle dichtet er seinem Kompagnon, einem biederen jungen Kaufmann, eine galante Affäre inii einem Filmstar an, iwu seine Tochter für den braven. Stieglitz zu entflarnmen. Die daraus folgenden Verwicklungen und Schwierigkeiten sin-d zu selbstverständlich, i:m erzählt zu werden, und . enden, wie es sich gebührt, mit Freuden und Verlobung. Gespielt wurde, die heitere Belanglosigkeit flott und animiert. Anton Franck, der Gast, verleugnet gleichfallsbeit Ursprung aus dem „Reich" nicht. Die erstaunliche körperliche Beweglichkeit befremdete anfangs, doch, versöhnt sein ausdrtlcksvolles Mienenspiel und . sein ansteckend-herzliches Lacheri 'mit dieser Anlehnung an die Groteskkomik. Fräulein E r d ö s und' Herr R h o d e ü boten vortreffliche Leistungen. Es' wurde viel gelacht und mitreichern Applaus"für den der-. gnügten Abend gedankt. Und da man schließlich über euren Schwank lachen und nicht Nachdenken soll, ist ja alles in bester. Ordnung. Die Streichung der Pause zwischen dem ersten und zweiten Akt fand wenig Beifall. K. .M. Aus den Theatern. -. 3in 1-' u r y t b e a t e r gelangt morgen S'-aKejprar-es Tragödie „6 a m 1 e t" zur Aufführung. Diese Vorstellung ist zugleich dje 350. seil Aufuakme des Stückes in den Spjelplcm (14. Februar 1778). Anfang 7,7 Uhr. Fm Akademietlleater wird morgen die Komödie „B u n b u r y" von Oskar Wilde gegeben. Anfang 7 Uhr. Fm R e d v u t e n f a a l der Kofburg gelangt -heut« in Abönderuua des Sprelplans „S t e l l a" von Goethe zur Auf. führunK Beginn 7 Ukr. Die für die AuMhrung von „Schöne Frauen" gelösten Kasten gellen auch für di« Ersahvorstellung. köünrn aber bis ö Ahr nachmittags an der Tageskasse des Aedovtentheaterr zurückgegeden «erden. . 3m Deutf ch e n V v l k s t h e a t e r wird Dt. Aud»!f T y 1111 auch noch in ,,P f a r r e r v v n K i r chfe l d" den alten Pfarrer von der Einöd spielen. Diese Vorstellung findet, in Aenderung des Spielvlanes Montag de» 23. d. statt. Die Titelrolle spielt .6er Klitsch, das Annerl Frl. Koller, die Brigrlte Frau Ttzaller, den Wurzelstpp Keir Kutschera. 3m R a i m u n d - T h e a t e r ist die Samstag den 21. d. statifindende Erstaufführung von Ibsens ,.R o s m e r s* i> v l m", worin Tilla Durieux als Rebekka West ihr Gastspiel eröffnet, in den übrigen Rollen folgendermaßen beietzt: Johanne» Rosmer — Ferdinand Onno, Rebekka West — Till« Durieux. Rektor Kroll — Zlrtur Schretber, Alrik Brendel — Ludwig Stärk. Frdor Mortensgard — Karl ForesM Die Inszenierung leitei Karlheinz Martin. — Die für Samstag und Sonntag angesetzten Nachtvorstellungen von „V a t e r.m v r d" werden aus «inerl späteren Zeitpunkt verschoben, da von der Z-nsurbehvrde nur die Bewilligung zu einmaliger Aufführung erteilt war und neuerlich um di« Erlaubnis zur Aufführung an den beiden Abenden angesucht werden mutz. . Kugo von K o f m a n n s t h a l s „GrokesW e 11h e ä! c r" wurde vom Thecher in Stockholm zur AuMrung erworben. Verein Freie 3 6 d i f ch e V o l k s b ü b n e. Samstag den 21. d.. 3 Ahr u uvmittags, findet eine Ar i tg r'i e d e rvorstettu n g statt. Zur Aufführung gelangt „Grüne Felder", Polksstllck in drei Akten von Perez Kirschbein. Regiekarten erhältlich: im Bureau des Konlumoereines Iüdlicher Arbeiter und Angestellter,, II., Blunwuerfläffe 1, m* der Zeit von S bis 12 Ahr und S bis 5 Ahr nachmittags, ferner im Lass Rembrandt.!l.. Aügartenstratze 12 von 6 bis.7,7 Uhr abends. Der Vorstand. -f Verhört Kauptmann und JSerbctl (Sulenbevg ln Wien, Gorhart Kauptmarm ist gestern m Wien erngetwffen.und im/Kötel Mettzl L Schadn abgSstiegen. Im gleichen Lote! weil! auch der bekannte Schriftsteller Herbert Eulenberg. - Lao GöAattiü, der bedeutende jüdische 'Liedersänger, welcher Kerzl am I. Ziontstenkongretz mtt einem jüdischen Konzeri begrüßte, w rd Sonntag den 22. dl im großen Konzerthanssaäl beim „Bibelabend" Mitwirken. Gollani« wird jüdische und hebräische Lieder unter Orgeibegleitung zum Vortrag bringen. *f »ibtzlubend im Großen Konzerthaursaal am 22. d.. 7 Uhr abends. Es fft gelungen für di« Mitwirkung an diesem interefsantesten Mischen- Abend die berühmtesten Interpreten der Bibel m Wort und Lied zu gewinnen. Lia R o s t n, Josisa B ir rst e e n. LeoGoNanin, Viktor K e i m und Kerl L a f i t e find Ausführende dieses Abends. Infolge des ungolvöhnlichen Interesses, welches diesem einzigartigen Abend in stmNicben Kretsen entgeaengebratzt wird, ist der größte Teil der Gide bereils vergriffen. Die noch wenigen Karten find an der Konzerthaurkaffe. bet Aida und in der Buchhandlung Szelinski erhältlich. .f. Schofchouah «»iwtth, die hebräische Tragödin, eines der hervorragendsten Mitglieder des staatlichen hebräischen Akademieiheaters .,K a b i m a h" in Moskau, über welches MorM §?^^nthusiastisch geschrieben. Hai» weilt vorübergehend in Wien. Die Künstlerin, der ein groher Ruf oorausgeht. hat ihre Eltern hierher oeglettet, die nach Palästina übersiedeln. Schoschanäb Awiwith ist für Freunde hebrüische^Kunlt einige Ia(\e in ihrer Wohnung. 111., Seidlgasse 21, Tür 3, zwischen 11 und t Ru zu sprechen. TfcherntchvVSHs geht nach Palästina. Der Hebräische Dichter Saul T f ch e r n i ch o w s k y. Ser wie etimierllch. unter der Kungersnot in Rußland persönlich sehr zu leiden hatte, ist aus Odessa in Kvnftantinopel etnaeiroffen. Er wird einige Zeit dort bleiben und dann nach Jerusalem überfiedeln. 4- Gerichtssaal. UNSERE PREISE in hochfeinen Stoff- und Seidenresten, Leinen u. Futterwaren, sind infolge kleiner Regien wieder die unerreicht billigsten Wiener Zeitungen »or Gericht. Unklarheiten des PreßgesehrS. Staatsanwalt Hofrat Dr. Formanek hat die Bertrete> der „Steyrerniühl" („Neues Wiener Tagblatt", Grüß« und Kleine „Volkszeitung"), GenerEvektor Dr. Grätz -uwd Wilhelm FeWamn als Verantwortlichen Dvuckereileiter, ferner Dr. Julian Sternberg für die „Neue Freie Pvesse", Schviftlaiter Eisenmenger für die „Kronen-Zettung" nick Herrn J. L. Lippowitz für das „Nene Wiener Journal" in Anklagezustand versetzt, wett sie seiner Ansicht nach dem § 86 P.--G. nicht Genüge leisteten. Dieser Paragraph schwibt uäurlich die besondere Kvnntlichmachun-g bezahlter Textstellen vor. Diese Konnzeichnung -' erfolgte nun in den meisten. Zeitungen durch ein kleines Kreuz, was aber Herr StaatMMvalt Dr. Formanek für undeutlich erklärte, wobei er allerdings in der -gestriges Berhaudlung zugab, daß der Gesetzgeber leider feilte Interpretation darüber 'hat geben künncn, was unter deutlich zu verstehen ist, Das Urteil. Nach der Rede des Verteidigers Dr. Cournont Verkünder der Richter -das Urteil. Dr. Grätz ist schuldig >vm Sinne des' § 26 UND wird zu -einer Geldstrafe van je 6000 K. und zum Kostvnersatz vernrE.- Die -für-diese Anküridigurngen gerwmrwenen Ein-/ ' schaltungsgebühven -wevden als verfallen erklärt. . Da der Staatsanwalt in -den drei. StehverntW-Blättern insgesanrt 149 Fälle beanstandet hat-, beträgt die Geldstrafe für 'Dr. Grätz somit 746.000 K. Sowohl der Staatsanwalt'als auch der Bevtetzdigor meldeten die Berufung wegen Schuld uttb Strafe an. , Der Selbstmord auf Befehl. (Die Ehefrau als Sklavin.) In den letzten. Tagen fand vor pem Oberlandesgepicht» rate Dr. Nehöda (Bezirksgericht Fünfhaus) eine Verhandlung statt, in iveLcher der 40jährige TaschnevgehÄfe Vinzenz Skala zu verantworten hatte, weil er unter anderem ferner Gattin Anna „befahl", Lysol zu trinken, „damit sie hin rverde". Frau Skala gab bei der Polizei an: ,^Jch war derart eingsschüchtert, daß ich seinem Befehl, die Lysolflasche a u s z u t r -i n k e n^ sofort und ohne Widerspruch. nachkam.". Die Wirkung stellte sich sofort ein und Frau Anna Skala wurde ins Spital befördert. Nach fünf Tagen wurde sie entlasseü. Sie ging in die Werkstätte ihres Gatten, de,r.sie naH'H-Mse schickt«.' wosÄbst ihre fünf Kinder sie weinend begrüßten^ Räch eim-M« Zeit kam ihr Gatte heim und fragte sie, ob sw von dem Lysol „nicht hin g e w o r d e n s e i". Sie gab ihm keme Antwort.. Er sagte hierauf: „Jetzt wirst du aber bestimmt hirv ivevden," packte sie beinr Kopfe, sch-lug sie an- .Fensterbrett und an die Türklinke; dann warf er sie. zu.Boden und hageldicht sausten die Schläge auf sie. nieder. Die Kinder liefen auf den Gang und riefen uttt gellender Stimme um Hilfe. Nunmehr schritt die Wache ein und machte der Szene ein Ende. Bei, der Verhandlung erklärte die bedäueMSwexte Frau, sie., wolle gegen ihren Gatten nicht aus sagen, sie., wolle sich der Aussage entschlagen. „Bis mein jüirgstes Kind 14 Jahre alt geworden sein wird, werde ich mich von mein ein Manne scheiden lassen." So lange werde sie noch ihr . Kreuz / tragen. Der Richter verurteilte den rohen M»nn zur Strafe des . strengen Verweises und. drohte ihm für heu Rächst fäll ' eine Arreststrafe an. Dispens vom EhehlnderrrrsiL L» N«Ugro«s»erschiedeA'»eiL- Die kirchliche Trauung zwischen Katholiken und Juden ohne Religionswechsel zuläffig. Während -die bishevigen Dispenscheprozesse sich ausschlirhdich auf die Dispens vom Ehehindernis deS bestehenden Uhrbandes bezogen,, hat das Zivrllairdesgericht in einem gestern im schriftlichen Wege ergangenen UrtM zum erstenmal über die Frage entschieden, ob die Dispenserteilung voin .Ehe- Ä., Linke Mpjzeile 40, jm Hofe Kann & Fried