Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1321 (15.10.1922)
- Date
- 1922-10-15
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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f , ./•* « >'W1 . V:’L ■S5CT. i«5Zl' »wir, vonnrrrg «öitntv ■" MÄkseÄrnM^ 10. JüdODCÜ L'Ö^Ä "G'M'M' Ifptefc Die Inszenierung des Werkes leitet Karl Forest. Bis?,u .vieler-Premiere gelangt allabendlich. GerhoAKcmpimanns „D t e Ratten" mit Känsi Nie«e und Ferdinand Bonn als wäslen -zur Darstellung. Sonntag den 88. d. riachml.ltaas werden Anton!ß:sch'schpws Lustspiele „© rr B ö r“ und „E i n K e i r ci t si<t;>i4r a g" hiezu August Sirmdbergs einaktige Komödie »Die erste Warnung" gegeben. < In den Kammerspielen findet morgen die -Premiere yon Kenry Be itsteins dreiakiiner Komödie „Si.mson" .(deutsch von Rudolf- Lothar/ mit Ferdinand Bon rin der Rolle des Jacques Brachord statt. Bis, dahin -wird allabendlich das : Lustspiel »D i o b e i d e n K e r r e n d e r gnädigen Frau" von Felix Gandära geneben. — Sonntag den 22. d. -geht als Nachm,itagsvorkellnng Ibsens „N o r a" in Szene. .r In der- Neuen W jener Bühne gastiert alliybendlich Gisela Werbezirk in dem Lustspiel »Frau Loh e n- 6 rin". Sonntag nachmittags acht der Schwank «Die spanische Flieg e" in Szen-.'. Im L u st s p i e l th e a t e r beqinnrn ab morgen die - Vorstellungen .Prinzessin 01 a l a" UM 7 Uhr abends. Keule?/?4 Uhr nachmittags wird „K a n n i g e h t t a n z e nmit .Mizzi Zwerenz. Oskar Sachs md Paul Ohlmühl, »/,8 Uov abends »Prinzessin O! ala" mit Mizzi Zwerenz gespielt. ' Verein Freie jüdische Volksbühne. Iu der Sonntag den 15. d.. 3 Uhr nachmittags in der Rolandbi'chne staitfindenden Ausführung von ,G r ü n e Felder" von Perez Hirchbem (Wilnaer. Truppe) hiben Mtiglteder gegen Vorweisung der Vereinslegilimalion eine- 50*/. g» Ermäßung. . Vortragsabend Dr. Rudolf Throlt. Ein angenehmer Abend, /der ganz im Zeichen, alt-österreichischer Gemütlichkeit riutf) Herzlichkeit stand. Die bewährte Vortragskunst Meister Tyrolts fand warme Anerkennung, und in die Harmonie von Künstler und Publikum schrillte , kein Mißtön. Besonderen -Artklang fanden die heiteren „Gastspielepisoden" und die Wichte Roseggcr-Mzählnng. .Es gab jubelnden, schier nicht cndeuwollenden Beifall, und alle Welt war einig-darin, - daß auch -Rudolf Tyrolt die schwere Kunst nicht verstanden „rechtzeitig" Valet zu sagen, denn, der Vortragsabend hat es aufs neue bewiesen, er hat für uns viel, viel zu früh seinen Abschied von. der Welt der Bretter genommen. K. M. Der Meistergeiger Robert Pollak geht nach England, um auch dort seiner Kunst Freunde zu erwerben. Ern gediegener Musiker, der eine umfassende Kenntnis der Geigenliteratur besitzt, und als Leiter einer Meisterklasse, wie-früher in Genf, so jetzt in Wien, befruchtend ans die musikalische Jugend wirkte eiü prächtiger Musikant, .dem ein Gott zu singen gab, was ihnfrart und was er leidet. Ihm kommt der Geigeygesang stets aus überauellendem Herzen, chb er nun in keuschem Ernste eine Vrahms-tzonate vortragt, oder' in Beethovens-Violinkonzert 'ein-hohes Lied des Geigengesanges anstimmt. Mit vorbildlicher Exaktheit und Durchsichtigkeit spielt er Bachs Chaconne, 'und in der Wiedergabe einer Suite von E. W. Korngold zeigt er, sich eben! als stilsicherer Bearbeiter, wie als feinfühliger Spieker. In ihm wirkt ein heißesTeruperarnent, das auch den« Ungläubigen -ergreift, und sein ' mäDixstr- Ton wirkt noch lange im Herzen des Hörers nach. -Zart und wild lockt er mitseiner Geige und erinnert manchmal gn den wunderbaren! Splelmänü -des Kindermärchens,. dessen'Zäutzer weder groß' Noch klein widerstehen kann. ' Nrlrrr Guttmarrn wurde als Oberregisseur und Direktorsiellvertteler ätts Staditbsater engagiert und kreiert in der Nächsten Novität eine der komischen Hauptrollen. Gpttanin» der bedeutende jüdische Llederiönger. welcher Kerzl .am I. Zionisterkonoreß mit einem jüdischen Konzert begrüßte, wird Sonntag den 82. d. im aroßen Konzerlbaussaal beim „Bibeladend" Mitwirken. Gollanin wird jüdische und hebräische Lieder unter Orgelbegleitung zum Vorkrag bringen. 4- > Gerichtssaal. Keirre Haftbarkeit der Bah» für Gar-erobescher«Msch»»ge». 'Dein Kommerzienrat Ivo Strauß aus München wurde Alfder Westbahn sein aus zwei Koffern und einem Loden-' Mantel /bestehendes Reisegepäck auf die Art Wohlen, daß 6aS-l selbe mit einem gefälschten Garderobefchein, der die gleiche. Rwttmer.und. Serie wie der Originalschein aufwies/ behoben wurde.- Der Bestohlene brachte gegen den OesterVeiHffcheu Bundesschatz - (Eiseubahnävar) eine Klage auf Ersatz des Schadens von 31.138 Mart ein, und begründete die Klage damit, daß, wie auch der GffenbahnverwaMng bekannt fein müsse, eine Bande von Ganderobefcheinfälschern bestehe, deren Mitglieder auf allen großen' Bahnstationen in Oesterreich -Reffegepäck mit falschen HlNterlegungsscheinen behebe. Diese auchdurch Polizeiberichte bestätigte Tatsache hätte 'die B'ähnovgane' zur Prüfung der ihr präsentierten Gardorobefcheine veranlassen müssen, und in der Unterlassung dieser-Vorsichtsmaßregel lvhge'- das BerschMen 'der' VeÄagten. -Bahn.! Das.' .Aerar wendete durch die Fmäl^prvkuuatür ein/ daß es, bei.der. notwendigen Raschheit des Eisenbahnverkehrs, unmöglich fei, j-tzden ÄnzAnen - GepäckhinterlegungsfHein auf/seine Echtheit zu > prüfen. Das Landesgericht wies die Klage ab, weildie Fälschung -derartgeschickt Vovgmonrwen worden sei, daß sie /bei Anwendung jener Vorsorge, die die Uebung des'Verkehrs erfordert, nicht.bemerkt werden konnte, liegen strafbares Tun nutze. auch die. Sorgfalt des 'ordentlichen Kausinanes nicht. Die. .ircffche Abfertigung der-Reffenden wird gefordert, jode Verzöge- , rung wird als überflüssige und lästige Behelligung desPubli- - kums empfunden und esentspräche -nicht der U'ebuüg des Vor»' kchrs, daß jeder Hinterlegungsschein vorerst auf seine Echtheit , geprüft ivevde: Nicht in jedem RersLriden könne die Bahn einen Betrüger erblicken und das Publikum, und Wohl auch der Kläger selbst, würde eine solche Zumutung weit von sich weisen. -Heber.' die". gegen. - dieses Urteil von dem Kläger durch - Doktor Rüm-pler-eingebrachte Beruflmg-fand gestern vor dem Ober-- ^loM>eStzerichte unter Vorsitz des Hofmies Dr. A-lie die Verhandlung statt. Der Bernfmtgsfenat wies die Berufung -ab,, weil für das Verschulden babufr-omder Personen die Effenbahu nicht zu haften habe .und bei. der Raschheit ^der -Verkehrs-' .Abwicklung' die genaue. Prüfung jedes vorgewiesenen Hintex-i legungsscheines mndurchführbar sei. Vs» HunVertern spricht m it iHt mehr!; Vor dom Strafbezirksgerichte 1 hatte sich der Gemischt-! Warenhändler Josef P e r l hö s e r wegen Preistreiberei zu der-, antworten,, weil, er am 6. August dem. Invaliden Max G r ü n-j H ut,fünf Dekagramm Salami'um 21ch00.K.,. statt um .21Ü0 also um eine Null zu viel, Verkäufen wollte. Der Angeklagte gah zu „einundzwanzigtausend" .'statt „zweltauseydeinhundert" verlangt zu haben, aber nicht in-preistrerberffcher Absicht, sondern, weil er nur mehr in Tausendern zu rechnen und zu sprechen, gewohnt sei. — R i ch t e r: Das. ist zu glauben. Bei den jetzigen. .Lebeusmittelpreiser. liegt Ihnen das Wort „Hundert" nicht mchr auf der Zunge. — An gekl.: Na ja, man wird ja ganz teppert. vor lauter Nullen. — Pichler: Dennoch möchte ich Ihnen empfehlen,, das Wort „Hundert" wieder ausfprechen zu'lernen., Bezirksrichter Dr. Fasal .sprach Heu Angeklagten frei, -weil bei den derzeitigen Verhältnissen sc'-ie Verantwortung, daß ihm. der „Hunderter" nicht mehr geläufig sei, glaubhaft evschoin-e. Geldentwertung bei Gehaltsnach« zahlunge«. Der Bürgerschullehrer Franz Mrtterbauer in Wien hatte in der Bezirkslehrerkollferenz die vom Mgeordneten Glöckel als Leiter des Unterrichtsamtes vvrgeschriebenen Lehrpläne abfällig besprochen und -erhielt sodann die Aufforderung,, um seine Pensi o nierm n g anzusuchrn. Der dagegen geirjchtete Rekurs wurde vom Landesschulrat für WiLn aogewiesen und die Pensionierung wurde verfügt. Die wegen mehrfacher Gesetzwidrig-: keit, insbesondere' auch wegen Nichteinvernahme der Per-- sonalvertretung, dagegen erhobene Beschwerde chatte Er-- folg; der Verwaltungsgerichtshof erklärte die Aufforde--- rung: zum Pensionsgesuch und damit die Pensionierung selbst als nichtig. Es erfolgten sodann zwar Nachzahlun-. gen für. ein Jahr/ aber ohne Berücksichtigung der Geld-, entwertung, die der Obersts Gerichtshof fordert. - Dies: war. für Mitterbauer von Bedeutung^, da er durch sechs^- Monate nur die Hälfte, im Dezember 1921nur - ein- Drittel - dcis-Aktivitätszulaee erhalten hatte — trotzdemi ihiu laut Gemeinderatsbeschluß vom -19. Juli 1921 selbstals- Pensionisten dieselben Bezüge wie . als Aktivem ge-: bührt hätten. Der Verfassungsg^ichtshos, den er des-- halb angerufen h atte, anerkannte - jedoch keinen Anspru ch auf Valori sation und wies die Klage ab.. , Der Ra»ha»fM auf der Alm. Vor dem SchwürgeriMe haben'sich morgen der'23jährige- Fleischhanerciehiilfe' Franz .Ho'hl. und her.22jährige S^losiertzchiffe .Alexander Fuch.s .ei'M '^Misgeneri.'.^Rchtib'': -ätt-ntaleS zu verantworten, das sie am .3.. August v. I. auf dem- Hochlani sch an dem SchünMrschen' Alois. G r u b e r verübt - höben. Die Angeklagten wußten, daß Grnber im Besitze von großen' GclduMeln, und zwar von Dollars und Dinars' sei, und lockten ihn an -eine einsame Stelle auf dem Hochlanffch,- wo sie ihn fesselten und durch Vorhalten emes Revolvers gezwungen haben sollen, einen Brief an feinen Bruder, eisten Kellner im Stephanskeller, zu schreiben, des Inhaltes, daß erden -beiden Tätern die fremden Valuten ausfolge, die der Bruder in Verwahrung hatte. Sie ließen den Gvuber >dann, -mit Stricken'gebunden, in der einsamen Gebirgsgegend liegen. Hohl wurde .bereits am folgenden Tag verhaftet, als er sich im Stephanskeller nach dem Bruder seines Opfers erkundigte. Wie später festgestellt' wurde, hat Alexander Fuchs auch mehrfache Betrügereien verübt: Die Anklage gegen beide BefchuDigte lautet'auf Raub, - Erpressung rmd Einschränkung der persönlichen Freiheit, gegen Hohlüberdies auf versucht^' Verleitung zum Morde, gegen Fuchs auch noch auf Betrug. 68rsenp|ContinissloiissiesehBH imd Wechselstube NAGID & Co. Wien, l.f Hohenstautangnss« 11 4027 Volkswirt. < Gestempelte Krone Anszahlrmg Wien Zn Zürich notierte die österreichische Krön; die österr. gestempelte,Krone, dG tschechische Krone . . ... die Mark. . ... . . . . Agram^ Bukarest ......... Sofia .. Budapest . »_. ..... . . Warschau. . . . .- ---—.0678 Centimes. —.0073 Centimes. 0.0073 0.0078 18.15 . 0.20 2.12'/, 3.35 3.50 0.21», 0.05»/, ( 0.0072 ( 0.0080 (18.30 ( 0.20 V* ( 2.07»/. (-3.27 ( 3.45 ('.0.21-V* ( 0.05 V.' am 13. Ohtr) am 13, OKI.) am 13. OM.) am 13. Okt.) am 13. Okt,) am 13. Okt.) am IS. Okt.) am 13. vkt.) am 13. Vkt.) Z«m BerstSndyis der I«dexzifferv. , Volhswrxisrhaftiiche Literatur, III*) . Bon.'D.r,. Robert.Weiß, Frankfurt a. M.. .Die Indexziffern fnid ebenso, wie der Handelstetl der Tageszeitung erst in der NaHkriegszeit populär geworden. Die ersten systematischen' Berechnün'gen dieser Art erscheinen schon seit Jahrzehnten in der^' englffchen' WirffchaftSzeitüng „Eeonounst".- Im Verlaufe der Zeit haben die verModenften ä-mtlichen und. privct-tM Statistiker mit mehr oder weniger Erfolg versucht, einwandfreie. M.a ßz if-f e r n für die - Berrrtellung wirtschaftlicher.Vorgänge zu.berechnen. W.as besagt die.Indexziffer?,Ei« Mogramm Weizen kostete beispielshalber.im Jänner.200 K.. Im Februar erfordert das. gleiche Quantum, gleicher Qualität 210 K., die Differenz beträgt also 10 K, oder 6 Prozent. N u n. bet r a.cht.e n w i v de n-Jännr r p. r;c. is. als A us gang § p u n 11 unserer künftigen Berechnungen .und., setzen i.h n g X e -* ch 1 0.0, .5 Prozent zugeschlagen, ergibt 105 als Indexziffer -für den. Februar.. Die Preisbewegung wird, durch leicht vergleichbare Tenerungs-,., bezw. Verbilligungszuschläge zur Indexbasis (100). äusgedrüüt, entsprechend, der prozentuellen Zu-, bezw. Abnahme der Preise. Es verhalten sich also 2.00 K. (Jänner) zu 210 K, (Februar) wie der Jännermdex vog 100 zum Februarindex,- d. ..i. 105. Es heißt, dann: „Ter Index, ist um 5 gestiegen." (Mathematisch, ausgodrückt: 200:210 ist gleich. 100 : x.) Berechnet man nun den Index von mehreren Waren,.;. B, wie die „Frankfurter Zeitung" von 77' Großhandelspreisen, .so kann. dann, eine d u. r ch.s ch u i t t l i ch e J ude xzi s ser herausd.ividiert .werden, der sogenannte Geller.alinde.x ist srmittelt." Die für die Lohn--., und .Gchalts- .ftxierung sehr maßgebende Teuerung, bezw. PerbilliWng der wichtigstell'.Lebensmitel kann. also, (allerdülgs. ungenau) festgestellt werden. Beispiel: .100 Kilogramm Weizen kosteten 1913 21.60 Mark; .1920: I. Jänner: 64 Mark, 1. August: 178 Mark; 1921: 6. März: 164-Mark, 6. August:. M Achrk. Deme-ntsprech eüde Indexziffer für ...W.eizen: 1913: P,8; 1920: 1. Jänner (Basis): 100, 1. August.: 278; 1921: 5. März: 256, 6. August 760, Ein Kilogramm. Bau mw olle kostete .1913 .0.67 Mark; '1920: 1. Jänner: ' 68.76 Mark, 1, August- 46 Mark; 1921: ö. März: 17,7.6 .Mark, 6. Auglfft: ' 25 Mark. Indexz ifser. für! Ban mw 0ll.e: 1913: 0,98; 1920: 1. Jänner (Basis):. 1.00, 1. Augustr 66;. 1921: 5. März: 25,. 6. August: 36,. Aus 77 Warcsn berechnet,: war der Genera l i n d: x für den gleichen Zeitraum: . 9,16; 100, - .141; 131,4, 156. ' .. „Sic Indexzahlen der „Frankfnrter Zeitung" sind in -einer -.gleichnamigen Broschüre von Ernst Kahn gesammelt und systematisch geordnet worden?) Nach einleitenden Bemerkungen über die Wirtschaftslage, werden Preise und Indexziffern 'für Groß-,.Kleinhandeil- und Lebenshaltung berechnet. Dann folgt 'die.- Publ-rkati-n- --Materials über Löhne, Arbeitsmarkt., Valuta, Börse^ Rentabilirätsziffern, Staatssinauzen, Notenbankwesen, Pryduktivns.siffern, Außenhandel. Der. Indexist auf. der.Grundlage des Preisniveaus vom Jänner 1920. berechnet. Nergleichshalber wird der Stand von 1913. angefühpt. Die,weiteren.zusammensassenden:Hublikationeu der Indexzahlen der. „Frankfurter.Zeitung" erfolgten, in. der vom Buchyerla-..ld?x 'Frankfurter' Soeietäts-Druckerei herausgegebenen Vierteljahrsschrist „Die Wirßchaftskurve". Die beiden bisher vorliegenden,' überaus rerMlltigen.Hefte tragen das einschlägige Material bis znm April 1922 nach, - Aus -der Fülle' 7-Üwj 'Mv-OeurteMnA-. -der.lvi-rtschaMchen Elüwicklung äußevst -wichtigen Daten und graphischen Darstellungen sei.-das Folgende- -he.ransgehöben: . Interessant fft die Bewegung des bereits oben erwähnten G r 0 ß h a n d e I s i n d-ex, der ans den Preisen von 77 Waren aller Art berechnet wind. Delltschlands' wirtschaftlicher Niedergang zeigte bekanntlich. 'diegleicheN Syinptome,. :di'e wir etwa ein Jahr voraus bereits in Oesterreich antreffen. - Trotz aller, hauptsächlich valutarffchi. bedingten GgenbÄveguugen werden daher für die Beurteilung^ östecreichifcher Verhältnisse auch die reichsdeuffchen Daten wertvoll sein. .Ganz abgefchen von der innigen wirtschaftlichen VeMMlug zwischen Deutsch- - land und Oesterreich.- Die Preise vom Jänner 1920 gleich 100 gefetzt, ergibt sich bis zu-m Mai'1'920 ein im allgemeinen stetiges Ansteigen zur Zahl 160.'Die. Indexziffer fallt im Juni aus 134, steigt bis Dezember 1921 allmählich auf 163, ,-wobei freilich die Freigabe des Brotgetreides., das BW etwas trübt; denn-die-bis dahin zu 'berücksichtigenden offiziellen Preise waren grohent-eils praktisch nicht mehr voll wirksam." In der ersten Hälfte des Jahres 1921 fällt der Index bis 180 (Mai), erreicht aber im Oktober'184,' schnellt "iw Deze-Mber 1921 auf 298, im Jänner 1922 wird die Zahl 817 erreicht, Februar 862, März ein gigaurisches Anschwellen auf 485 und bei Redaktionsschluß des zivciten Heftes der „Wirtfchastskurve" muß 653 gemeldet werden! Wie grauenhaft wird erst die Darstellung der jüngsten Ereignisse -im deutschen' Wirtschaftsleben.sein! Aeußerst -instruktiv ist - ein Schaubild, das'die Preisbewegung, von England, Amerika, Frankreich, Holland und Deutschland vergleicht. Während der Generallindex der erfteren. Länder seit April 1920 vom-Stande 110 —120 auf 55—60 im März 1922 .herabsiukt, nnniut die deutsch« Ku.we im-gleichen Zeitraum den^ katastrophalen Anstieg von 180 zu 360! Besser Änd knapper können unsere weltwirtschaftlichen Kailamitäten Nicht znm ' Ansbruck gebracht iverden als' durch diese „stunmien"' Ziffern. Besonders lehrreich ist die Gegenüberstellung des amerikanischen und''des deutschen. Iudex, wobei freilich berücksichtigt 'werden muß, daß der erster« ans 20, der letztere aus 77 Warenpreisen errechnet wurde. ’ , 19*0 19ti '1922 .JLn. JLn. April 3«Ii Ok>. IS,!.. Keb. März Ap-.-a Amerika 109 i Sb 55 49 63 58 54 57 55 . Deutschland 100 143 1ZY 135 184 817 352 435 548 Auch die „Wirtfchaftskurve" versucht der Lösung des wichtigen,-'aber heiklen- Problems/der Ermittlung der Leben 8 Haltung sk'östen näher zu kommen. Bereits in 'den „Indexzahlen usw."' wurde. ein I n d e x! de i Klein H a u- d'e'l Spreist errechnet und- Angaben über die Eiitivicklung . einiger Josten -der Lebenshaltung in Fränkffurt (als Beispiel)' gegeben. Im.Heft 1 der.„Wirtfchaftskurve" wurde dies fortgc-. setzt,, wobei sich die' Hercalsgeber der Fragmentarffchen. dieser Berechn.üvgen.'bewüßt wareü. Dazu kommt npch.ein Wichtiges: ,M ist' natürlich auch-.uttfl-k>hängig von dem Eins^iebin veränderter Qualitäten, bei steigenden Preisen sehr oft möglich, -- "') Vgl.- „Wiener Aioraenzeituyg" vom 20;.-Avril und 8. Oktober l. I. *) 5. Auflage. August Druckerei.G, m. b. O. 19A. FxaMuvber . Sovietäts-