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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-15 · Heft 1321 (15.10.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1321 (15.10.1922)
Date
1922-10-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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r«r. 1321 sie«, Sonntag IB!em;t Mopgensett««-. 15. Oktober 1022 Seite 6 U »garisch* tschechische Verh-ndlrmgen Budapest, 14^ Oktober. (Tel.-Kouip.) 'Gelegentlich der bevorstehende» ungarisch-tschechischen VerhaMurrgen Äußerte sich der tschechische Gesandte Wawrecka, daß er ffncn günstigen Ausgang dieser Verhandlungen erhoffe, wo- M von tschechischer Seite Neigung vovhaniden fei. Ditz ungarischen tschecho-slowakischen Schulden würden bei den gegenwärtigen Verhandlungen nicht zur Sprache getangew sondern späteren Beratungen Vorbehalten bleiben., Ingoslavie«. Krise Ler Koalition. ' Belgrad, ü. Oktober. (Tschecho-slow. Pveßbureav.) Nach Dreitägiger Beratung über die imvere Lage wurde vorn KKW der Radikalen Partei eine Resolution gefaßt, worin festgestelll Unvd. das; durch den am 10. September m Agram abgehältotten Kongreß der geistigen Arbeiter in öffentlichen Diensten eine schwere Lage geschaffen wurde, die durch die Beschlösse des evweÄert-en Hauptausschusses und' des Mgeochn-eicn-« slübs der Demokratischeu Partei vom 12. d. noch unklarer geworden sei. Ans diesent Grunde habe der radikale Abgeordperenklub -einstimmig beschlossen, die auf diese Weise gaschafferle stage ehestens zu untersuchen und rhre'Folgen -in Erwägung zu ziehen, damit ein endgültiger Beschluß gefaßt tvevden könne. sDer Parteiklub hat diese Aufgabe dem Führer der Partei, Mnisterpräsidenten Pa sic, und dem Präsidenten des Abge-- prdnetenkluibs Giuric übertragen, die voraussichtlich schon in der nächsten Woche dom Parteiklub konkrete Anträge stellen werben. In politischen Kreisen herrscht die Auffassung vor, das; die Radikale Partei auch weiter für die Aufrechterhaltung der Koalition ein treten, aber die Forderung stellen wird, daß das Ministerium des Innerit den Radikalen überlassen werde, um die antirevisiomstische Politik der Koalition zuverlässiger durchführen zu können. Der Umstand, daß , der, demokrai'sche Parteiführer Davidovic mit mehreren anderen demokratischen Abgeordneten'am Agrairrer Kongreß teilgenonmren habe,' habe das Vertrauen breiter Volksschichten in die Stetigkeit der vom Kabinett Pasie bisher verfolgten imreren Politik erschüttert rrnd deshalb sei die Berufung eines Radikalen von entschieden antirevisionistischer Haltung in das Ministerium des Innern eine Bedingung für die Fortführung der bisherigen Koalitionspolrtik. In demokratischen Kreisen werde darauf verwiesen, daß die Ernennung eines Radikalen zum Minister -des Innern schon lange ein Wunsch der Radikalen Partei gewesen sei, und daß sie den gegebenen Augenblick für geeignet erachte, diese Forderungen in bestimmter Weise zu steilen. Angesichts dieser Stimmung innerhalb der beiden Koalitwnsparteien sei es wahrscheinlich, daß sich die nächste Woche bogirmeüdeu De-chandluwgen über das weitere Arbeitsprogramm der Koalitionsregierung schwierig gestalten uud geraume Feit in Anspnrch nch- «e« werden. Ungar«. Der Kult»rkampf. Budapest» 18. Oktober. (Del. der ,Mr.. MvvMnzeituug".) Donnerstag fand hiex die Sitzung des evangelischen. Genevalknden cs statt, in welcher es zu lebhaften Protesten gegen den katholischen Klerus kam. In seiner Eröffnungsrede nahm der Vorsitzende, Gen-emlinsPeAor'der evangelischen Kirche Echan Zsigmondy, gegen die -Ausft'chvMMn Stephan Hal-!i e r § aus 'dom jüngst statt gehabten katholischen Kongreß Stellung. Haller hat dort angeregt,daß der Numerus clausus auch gegen die Protestanten in schärfster Form zur Anwendung gebracht werden müsse und daß der Numerus clausus gegen die Protestanten auch inr öffentlichen Leben zur Geltung zu gelangen halbe. Sollte der Katholizismums in Nngavn einen Kulturkampf hevmrfbeschwöven, so werde der Protestantismus den Kampf in Ehren aufnehmen für, chn und sein Vertrauen in den Sieg der Aufklärenden und der Gerechtigkeit setzen. T awn kain die vor kurzem aibgchgltene Arpald-Feier in Pustaszer zur Sprache, bei welchem nationalen Feste entgegen der kislwvtgen Gewohnheit 'der katholische Klerus ein Zu-> sa>inn'enwi'r.ken m-t den Seelsorgern der protestantischen Kirche to e r w c i geri habe. Dieses Vorgehen sei in -der Nationalversammlung vomm Minister Joszef Bass verteidigt worden. Redner erklär.e, daß die Protestanten in Zukunft es ablchnen werden, den Feiern, die ausschließlich katholischen Charakter tragen, ^wrz/wohnen. Große Erregung rief ein Bericht des Rechtskonsulenten des Generalkonvents Dr. Karl Stehlo über ein get',5 mes plötzliches Dekret hervor, -welches dem unga- >isch.'n Kl",ns verbietet, Mischehen zwischen Katholiken und Protestanten zu vollziehen, trenn die Eltern nicht vorher einen Revers unterschreiben, in welchem sie sich vcrpfftchten, die der Ehe entstandenen Kinder katholisch zu. erzichen. Dveses Dekret verstoße gegen die Staatsgesetze, welche die Religion der Kinder gus Mischehen regeln. Er schlug eine Adresse an die Regierung vor, in tvelcher nur die Abstellung der gcsetzwiidrigorl Praxis angesucht werden inoge. Dechant Szed e r ke n y t forderte, daß der protestantische Klerus gegenüber diesen „Wegtanfen" durch den katholischerr Klerus Repressalien anwenden möge. Beide Anträge wurden zmr Beschluß erhoben. Iw derselben Sitzung stunde auch eine Beschwerde des WieseBnrger Dechanten erbracht» der-nfolge die österre-ichischeu Behörde-n in Westungarn ihm den vwiteren Verkehr mit seinen bei Ungarn verbl-eÄendon Kircheni 7 KLEIDER I KOSTÜME / MÄNTEL . PELZE KARNTNER5TRfl5$E 34 (MAYSEDERGASSE 2) ISO Jk gemeinden untersagt hätten. Der Konvent beschloß, sich in dieser Sache an das Ministerium des Aeußem zu wenden. Ein oppositioneller VerbsnL. Budapest, 14. Oktober. (Ul T. K. B.) Die oppositionellen Parteiführer der ungarischen Nationalversamiirlung veröffentlichen heute in den Blättern eine Erklärung, worin sie Mitteilen, daß sie zur praktischen Verwirklichung ihrer gemeinsamen Ziele -'inen oppositionellen parlamentarischen Verband mtf> einen gemeinsamen Aktionsausschuß einsetzen. Die Erklärung ist von den Abg. Rakovszky (Vereinigte chrfftliche Opposition), Bas;ony i (Demokrat), Pley er (Sozialdemolrat), Farkas (Sozialdemokrat^ und Rassay (Unabhängiges Mitglied der Bürger- und Bauernpartei) unterzeichne!. Graf Apponyi und Friedrich hgben -die Erklärung n : ch t unterfertigt. Die der Opposition angehörigen parteilosen'Abgeordneten sind dem Verbände ebenfalls nickt, bei-- getret-m. - Bethlen—- ersteiget. . Budapest, 14. Oktober. (U. T. K. B.) Nach -einer Meldung aus Arad hat die rumänische Agrarkomnüssrön die siebenbürgischen Güter des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen B e t hlen enteignet, ungeachtet des Ciüspruches seines Rechtsvertreters, der ausführt.-, daß Graf BeMen als ungarischer Mnisterpräsident co ipso ungarischer, nicht aber chndig im Ailslande weilender rumänischer Staatsbürger sei. Die MSgyarischen FaszifteR. Budapest, 14. Oktober. In politischen Kreisen spricht man seit einiger Zeit von einer -durch.-den Abg. Stephan Friedrich organisierten ungarischen. Fa § zistenbewegn.ng.. „Birdapesti Hirlap" veröffentlicht heute eine Unterredung mit idem AtiurstLr Iwan v. Rakovsky, der erklärte,, in der öffentlichen Meinung zirkulieren, in den-letzten Tagen Verschiedene Gerüchte über geheime. §h:ganisat-jonsn, die in gewissem Grade Beunruhigung erregten. Ich -ließ deshalb den Abg. Stephan Friedrich zu,mir bitten, um von ihm über diese AngÄogenheit eingehende AuMvungen zu erbitten. Gleichzeitig' teilte ich chm mit, daß die Regierung keinerlei Bewegung verhinderrt wolle, werm-sie die bestehenden.Gesetze respektiere, daß sie aber keine Organisationen dulden könne, die gegen die -bestehenden Gesetze verstoßen. Stephan Friedrich hat mich hierauf eingehend informiert und gleichzeitig loyal erklär, daß es sich um keine Gesetz es Verletzung'. fta-nMc und handeln iverpe. Meder er noch seine Parteigenossen, hegen dewrt.ige Absichten. Sie wollen ihr Ziel bloß mit gesetzlichm. Mitteln erreichen. Erhöhung der NUgsrische« ^vNe. Budapest, 14. Oktober. (Tel'.-Korup.) Im M-ahmen der allgemeinen Fi-nanzresorm beabsichtigt das ungarische Finanzm-mlsteviirm vor allem die Erhöhung des Zollaufgeldes, weil die Zollabgabe -weit unter der Goldparität steht. Diese beträgt das 500fache der Friedensparität, während das höchste Zollanfgeld bloß den 20t>sachen Betrag erreicht. Diese Erhöhung soll vor allem dem Schutz; der ungarischen Industrie dienen. Es wurde nämli>ch m der letzten Zeit ein starkes Zustwmen von österreichischen Sch uh waren nach Nngavn festgestellt, was Wohl nur auf den zu billigen Zoll zurückgeführt wevde.n mrrß. Dü» palLstisenstsche Ratnralisati««»» gesetz. Jerusalem, 12. Oktober. (I. C. B.) Wie hier bekannt wirb, soll die letzte Formulremng des i alasnneustscherr Rai turalisationsgesetzes von-der Londoner Regierung nach dem Friedensschluß mit der Türkei vorgenommen werden uird wird auf einem Uebereinkonnnen mit Heu anderen Mächten basieren. Die gegenwärtige Regulierung der polästinensischen Bürgerrechte ist demgemäß nur v o rüber g e h e n d e r Natur und wird erst später ends gültige Form erhalten. Tröfin»«g der Ierrrsalemer dedräischr« U«iversttst. Jerusalem, 12. Oktober. (I. C. B.) Wie wir -aus avioraüver - Quelle erfahren, wird die P h i l o \ o g i ich c Fakrlltät der hebräischen Universität in Jerusalem wäh- . rend dieses Winters eröffnet werden. Die hierfür in Betracht konrmeude Smnme ist bereits sichergestellt. Mehrere hervorragende Autoritäten habe;; sich zur Abhaltung von Vorlesungen verpflichtet. MuMchaA. Polen. A«kL«f deMsche« ReparaLiorrsgUtes. Warschau, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) Das polnische Kabinett bereitet einen Vertragsentwurf vor, durch den es von Frankreich einen Teil des von Deutschland an Frankreich abgelitzferten Eisenvahnnmterials, und-zwar 110 ,§okmnotiven müf 4800 Waggons, ankauft. PÄSstl«a. Neue Siedlung in EmeL Jefreel. Jerusalem, 12. Oktober. (I. 'C. B.) Sofort nach Beendigung der Sukkoch-Feiertage soll in Emek Jesreel eine neue Siedlung in Angriff genommen werden. Das Besitztum wird von den Arbeitern der dritten Arbeits--. gemoinschast in Dagania ühernonmren, welche vor kurzem ihre Tätigkeit in dieser Kolonie beendigt haben. Dns MsratsrirrM für DerrtschLLrLw: - Paris, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) Nach dem „Petit Parisien" enthäl' gegenüber allen gegenteiligen Meldirngeni der Antrag Bradburys folgende drei Punkte: 1. Aufhebung aller Barzahlungen' Deutschlands für die Zeit von fünf Jahren und Ersatz durch la-ngkripige Wechsel, die jedem Gläubigcrland einzeln übcrccicht und von diesem einzeln' verwertet'werden sollen. 2. Auf Grund der Sachleistungen würde Deutschland ebenfalls Wechsel ausgeben, die von den bezugsberechtigten Ländern angenommen würden. Deutsch-- land würde dann diese Wechsel durch airsländische Bänken einlösen lassen, so daß die deutschen Fabrikanten mit ausländischen Devisen entschädigt werden könnten, ohne daß neue Papiernoten ausgegeben werd'eir - müßten. 3. Um die Mark zu stabilisieren, soll der Beschluß gefaßt werden, die Verwendung der Papiermcirk inr internationalen Handel zu reduzieren und sie durch die Goldmark zu ersetzen, s Paris, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) Die Reparations-' kommission veröffentlicht folgende Mitteilung über die gestrige Sitzung: Die Kommission hat sich in offizieller, 'Sitzung unter dem Vorsitz Barthous mit der Lageder deutschen Finanzen eingehend beschäftigt. Sie hat weiters das Memorandirm Bradbnrhs geprüft und Barthau hat die Absicht geäußert, im Verlaufe der Diskussion. der Kommission einen Gegenvoffchlag der französischen. Rcgierung zu unterbreiten. > : . Paris, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) In Fortsetzung der gestrigen Kamnrerverhandlungen interpellierte der Abg. Marcell .Havert über die Reparationszahlungert. Er stellte fest, daß der Vertrag von Versailles eine Besürnnrung enthalte, nach welcher das deutsche Eigentrun als Pfand für die Guthaben der Alliierten herangezogen werden könne,- mrd fragt, Ivarnrn diese Bestimuumg nicht jetzt in Kraft getreten sei. Er fordert weiters, daß das Sachleiftungsabkonmwn schnellstens zur Durchführung gebracht werde. Paris, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) Aus London wird der baldige Rücktritt Bradburys bestätigt und als sein Nachfolger der \ gegenwärtige . englische Kriegsminiskr Worthington Etvans genannt. Rückkehr Ser irr Frsnkreich befind- Lichen rnsfischen SsSLate« in ihreHeiMLt Moskau, 13. Oktober. (RostaWien.) Die Frage der Rückkehr bet noch in Frankreich befindlichen srühererr russischen Soldaten nach Rußland ist jetzt in posirivem Sinne entschieden worden. Die französische Regierung, die sich früher nicht dazu bereit finden konnte, eine Kommission des russischen Roten Kreuzes rrach Frankreich zu lasten, hat jetzt Tschitscherin benachrichtigt, daß sie bereit sei, , eiltet derartigen Delegation die Einreise nach Frankreich zu gestatten. Frsnzöstsche KLMmer. Paris, 14. Oktober.- (Havas.) In fortgesetzter Inter» pellationsdebatte über die allgemeine Politik der Regierung führte Marcel H a b e r t ans, es bestehe kein Zweifel, daß die Stimmung in Deutschland von Haß belierrscht sei. Redner gab der Verwunderung Ausdruck,, daß gewisse Franzosen sich über die Drohung von Zlvangsmaßnahmen gegen Deutschland entrüsten. Frankreich leite aus dem Vertrage sein Recht ab, deutsches Privatvermögen mit Beschlag zu legen. Wenn Dentschlmrd erklärt,, daß es nicht : in Goldmark zahlen könne, dann muffen wir Sachlcistm;gen fordern. Habert gab sodann seiner Genugtimng -über dvn Verlauf der jüngsten Ereignisse im nahen Osten Außdnrck und sprach hierbei auch über die Beziehungen Frankreichs zrr -England, dessen Hilfsbeverischaft im Jahre 1914 ' er rühmend hervochob. Hier ruft der sozialistische Deputierte ' Baron dazwischen: Poincare hat vor einem Jahre, einen Artikels veröffentlicht, der mit dvu (Worten -beginnt flnzBa reli Wollt Mm breit « TUCHHAUS *om. HIRSCHEN Maitel- Kostöm B-TABORSTR'lfb

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