Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1319 (13.10.1922)
- Date
- 1922-10-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sie», . .__ * Die Oktoverbezüge der Jntmstrieangestellten. Der Wie- M- Jndustriellenvechand iM mit: Dis meisten KoVMvver- WSge, die der Wiener JMstrwllenverband mit den AngestellwnorMttsattonen geschloffen hat, sind mit 80. September IM Kgelmlf«t> Die Bechandlungen über die BertwgsevnEvung «Letlden in der nächsten Woche ausgenommen- In Beantwortung zahlreicher Anfragen empfichlt der Wiener Jndnstriellenverband, die in den meisten Betrieben vereinbarte oder übliche HMmonatS-chlung im Momt Oktober — ohne PräMz für dis im Laufe der Berhaudlungm etwa zu vereinbarenden Ok» wbevbezüge — in der Höhe des Men SePtemberbegugeS («das ist auf Grundlage einer Gleitzuk^evon K700 Prozent) am 14., bezw. 16. Oktober 1022 zur AuSzchluiny zu bringen. * Der HilfSverein der jüdischen Blinden. Die Tätigkeit deS Ausschusses, der durch das fvoundliche und verftäNduisvolle Entgsgerckvmmen von Fvau AMita Müller unumchr seine KanA im Hause Äerggasse 7 hat, umfaßt in der Hauptsache folgende Punkte: Schaffung von CrwevbSmöglichkeiten für die Handwerker, Musik- und Sprachlchrer, Maschinfchveiber und Klavierstimmer, billigeren Ginkmtf von Rohstoffen sowie Kvedit für die Handwerker, offene Wnkstätte und Verkaufsstelle, ein Heim für alleinstehende blinde Mädchen und Frauen, ebenso ein Ledigenheim für blinde Männer, eine Versorgung der Arbeitsunfähigen, dazu aber auch einen Unterstützimgslfonds für die in ihrer Existenz Bedrohten. Die offene Werkstätte ist dank dem Entgegenkommen des Direktors Altmann bereits im Betriebe und befindet sich in Wien, 19. Dez., Rndolfimngasse 12 (Tel. 95.192). Der Verein ersucht, Aufträge 'bei Bürstenbedarf dorthin zu leiten. Ebenso dringend aber muß der Verein um Spenden von Barmitteln bitten, damit er in . der Lage bleibt, wenigstens den Mevbcdürftigsten unter seinen blinden Schutzbefohlenen einigermaßen zu helfen. Spenden und Abfragen, BeitvittLerklävungen ustv. wevden erbeten entweder an die Vereinskanzlei, Wien, 9. Bez., Bevggasfo 7, oder an den Obmann Professor Josef Herz, Wien, 6. Bez., Kas-ernengasse Nr. 26. * Das Kinderashl „Humanitas" in Kahlenbevgerdovf muß an die Mildtätigkeit des Publikums appellieren. Es hat seit dem Aahre 1872 Generationen von armen, hilflosen Waisen erzogen und einem fruchtbar« Beruf Angeführt? Die wirtschaftlichen Folgeerscheinungen des Krieges und die stetig wachsende Teuerung machen die Äusrechterhaltung dieses Humanitären Institutes täglich schwieriger. Das Asyl wendet sich an alle guten Menschen mit der innigen Bitte, zu tun, was in ihren Kräften steht. Adresse der Asylkanzlei: Wien, 1. Bez., Dorotheevgaffe 12, Postsparkaffenkonto Nr. 82.928. * Die Kaufmannschaft für die Holz- und Kohlenaktion deS Bundeskanzlers Dr. Seipel. Der Verein der am Kolonialwarenhandel beteiligten Firmen Kolonialia hat eine Sammlung unter seinen Mitgliedern zugunsten «der Holz- und Kohlenaktion des Bundeskanzlers Dr. Seipel eingeleitet, welche schon Mt ein Ergebnis von vielen Millionen erzielt hat. Diese Aktion soll vor allem auch ein Äüsdmck der Anerkennung feitens der österreichischen Kaufmannschaft für den Bundeskanzler und seine im Interesse der österreichischen Bevölkerung in Genf unternommenen Bemühungen sein. * Keine Oesterreicher für den holländische« Kolonialdicnst. Beim niederländischen Ministerium für Kolonien im Haag laufen seit längerer Zeit vielfach Stellengesuche für den Dienst in Riederländisch-Jndien auS Oesterreich ein. Da wegen der auch in Holland herrschenden wirtschaftlichen Krise die für die geringe Zahl verfügbarer Plätze benötigten Arbeitskräfte dortselbst leicht gefunden werden, können die aus dem Auslands eingetroffenen Angebote nicht mehr in Betracht gezogen werde», weshalb sich das Ministerium verpflichtet sieht, weitere Gesuche unbeantwortet zu lassen. * Eine Polarexpedition der russischen Geograpischen Gesellschaft. Die russische Geographische Gesellschaft beabsichtigt, wie aus Moskau gemeldet wird, ein« Polarexpedition auszurüsten und adaptiert den Schoner „Elisabeth" zu diesem Zwecke * Freier Wirtschaftsverband. Der Oesterreichische Bühnenverein sowie der Mustkerverbanid, Union der Bühnenarbeiter, Hrgairisation der Wiener Presse, die „Coneordia" und das graphische Kartell sowie die Künstlergenossenschaft haben eine gemeinsame Einkaufsstello für alle Bedarfsartikel unter dein Namen Freier Wirtschaftsverband ins Leben gerufen. In der nächsten Zeit soll dieser Institution auch ein großes LebenS»nitteLlager angeschloffen werden. Die GinkausSstellen des Verbandes sind für Herrenartikel: Mariahilferstraße 82; für DamenartikeL: 7. Bez., Schottenfeldgaffe 82. Samstag nachmittags 8 Uhr, wird überdies die Damenabteilung im Sitzungssaale des Oesterreichischen Bühnenvereius, 1. Bez., Dorotheevgasse, Kostüme, Mäntel,. Kleider, Gchlafröcke und Blusen vorführen. * „Wenn der Vater mit dem Sohne..Mit Bezug auf die unter obigem Titel am 11. d. erchienene Notiz werden wir ersucht, miizuteilen, daß die Firma Brüder Uhrmacher, 2. Bez., Sperlgaffe 81, weder mit Daniel noch mit Josef Uhrmacher identisch ist und auch mit keinem der beiden Genannten in ' irgend welchen privaten oder geschäftlichen Beziehungen steht. * güdische Arbeiter in Amerika Mr die Äias. Die Union der Ktnderklelderschneider in New-Pvrk hat, wie wir dem «Vorwärtsentnehmen, den Beschluß gefaßt, den Ertrag einer Arbeitsstunde dem Kimderitaustnd Dollar-Fonds zu widmen, dessen Schaffung die organisierte jüdische Arbeiterschait von Vew-Aork vor einiger Zeit beschlossen hat. Die durch die vpferwilligneit der jüdischen Arbeiter aufzubrtngende Summe soll der amerckantsch-jüdischen Gesellschaft zur Unterstützung der jüdischen Einwanderung Kiaszu fallen. Auch in Philadelphia Brooklyn und anderen Städten haben die jüdischen Arbeiter ihre, Veretkvllligkeit zur Mitarbeit ausgesprochen. * Der Sammeltag de «ettungsgefeNschasi. In der Men Woche nach denrom 30.Sep!tzmber abgehaltenen Sammeltag, keffen Ergebnis noth nicht festgeflellt wervsn konnte, sind bei der xvrvtatm'Tmx Witn*» FreivilligeN Aetlungsgeselisch a i t bis zum heutigen Tage 185 MillionenKronen eingelaufen. von gramme ...- -_ _ nur gegen Anmeldung und Erlag einer Sahrrsgebühr. Die Anmeldung ist an die Leiegraphen-Kentrol-Stanon. Wien.Börseplatz 1. zu richten. Die SähresgebÜhr. -Ma für 12 Monate vom Tage der Anmeldung an gerechnet, betragt für die bloße Anmeldung der 20.000 Ä. * Betrug und Bigamie. Me aus Eger berichtet wird, «befindet sich dort der 3öjährige Dr. Otto Weiner aus Ungarisch-Brod wegen Betruges und Bigamie in Haft. Er soll nach Angabe feiner jetzigen Gattin früher mit zwei anderen Frauen, Erna geborenen B. und Anna geborenen H., verheiratet gewesen sein. Dr. Weiner hat, wie die Korrespondenz WiMrn mitteilt, schon einmal in Wien die Oeffeutlichkeit beschäftigt. Cr war GsnevÄsekvstär der famosen „Cola" (EiniMudevuugsorgMisation nach Lateinisch-Amerika), einer Gründung deS wegen großer Veruntreuungen flüchtig gewordenen Gemeindebeamten 'in Delitzsch im Deutschen Reiche Johann Rudlosf, der unter dem Namen eines „Ritters v. Bofetti-DautteNbsvg" die Gesellschaft mit einem Kaufmann L. gegründet hat. Ihr Hauptzweck scheint darin bestanden zu Haben, den Direktoren und dem «Sekretär möglichst hohe Gehälter zu gewährleisten. Im Juli 1919 schritt dann die Behörde ein und nahm die Direktoren und den Generalsekretär Dr. Weiner fest. Das Verfahren gegen ihn wurde aber dann im Jänner 1920 eingestellt. Auch in Wen hat Dr. Weimrs verlassene zweite Frau Anna aegen ihn durch ihren Anwalt schon im Jahre, 1919 eine wlizemche Anzeige wegen Heiratsschwindels und Bigamie ertattet; aber Dr. Weiner war an dem Vormittag aus Wien verchwunden, an dem nur einige Stunden später seine verlassene Frau die Anzeige erstattet hat.; * g«et Millionen verjuxt. Am 11. d. um 11 Uhr nachts wurde in Ottakring der I8jöhriae Laufbursche Johann Kirsch! rekte Solomon, XVll,. Nattergaffe iS wohnhaft, verhaftet, weil er der Firma B 8 h m e r w a l d. I.. Seiienstetlengasse 8. am 10. d. zwei Millionen Kronen, die er im Aufträge der Firma einkaliiert hat, veruntreut hat. Bei dem Burschen wurden nun mehr 105.000 K. gesunden. Heber den Verbleib der Summe beiragt, gab er an, da« Geld in den wenigen Stunden vergeudet zu haben. Lr wurde dem Kommssartat Kernais überstellt. * Wettarbevickr. Die Besserung des Wetlers hat in Oesterreich eine jähe Ilrwrvrschung erfahren. Westlfche Winde, deren Auftreten aus den vorhandenen Meldungen schwer erklärlich ist, haben in Wien wieder rriche Trübung und Regen gebracht. Von den übrigen Teilen OeilerreW fehlen Meldungen. Sn Westdeutschland und Westeuropa herrscht warmes schönesWetler. Südwestfrankreich hat Temperaiuren bis zu 20 Grad. Voraussage: Wettercharakter unsicher, wahrscheinlich jeder trüb, regnerisch und kühl. * Jüdischer Frauenbund (IX. Liechtrnileinslraße 11/13). Spendenaurwe's der Äniandsakiion für Kinder und für Greise vom 1./IX. bis 1./X. 1982: Sammlung Dinah Ltplchütz aus Jerusalem iLO.vvo, T. % lOo.OOO, Stern III 60.000 (drei Monaisbeilräge), Äuwrolwene Atzgersdorf, Bankhaus Rosenmann IX je 50.000, Anna Berköwitz New-Pork 72.800. Kcny Picker XVIII 25000, Liza Frey in (Monatsbeiirag) ro.0 O. Brüder Ehrlich V!, Äelens Morer IX ie 80.000, Dr. Achill Rappaport VIII dem Andenken seiner 1-07 aest. Müller Marie und seiner 1917 gest. Gamn SeN'ny L0Wü. N.LipMtz lU 20.000, Dr. Alfred Brunner 1S.0-l>» Aegkw Langsam III. Rosa Reich Ul, Lartakower »I, Regina Zahler lll je 10.lX0 (Monatsbeiträge). Irma Büchler II, Paula Freund IV, Franziska Feuerßein II. Josefa Eiroi IX, Runia Pollack XVÜI, Valentine Springer lll, Dr. David Breuer. Richard Ämd, Dr. Aodinsohn IX. vea Miesen Fanny Äupsermann II. Dr. Vogr'baum, Netti Lamm U. Ä. <L Ernestine Zwecker XVIII, Selene Weinberger IX, Moses Retter II, Baruch Retier II. Anna Srnstein IX, durch Regina Langsam je 10.000. Anonym. Goldberg XII je 8000 (Monatsbeiträgei. Großrabbinerin Gute! Äeschel. Grokrabbmerm Deisel Friedmann II, Julius Kolb Afpam, Jakob Gelle». Vrünberg S- Lp., Direktor Josef Ofner I. Monh Oesterrricher. Ernst Lemberger. Kermann Woznsek. Moritz Gutrater II, Fanny Sperber IX. Rosa Anger IX, Dr. David Rothblum. S. Reschowsky I, Brüder Dehan I, Fischer & Kejnal I. Salamvn Margulier IX. Ludwig Cisner UI, Adolf Barler. Toni Witzler U, Baby Mr IX. Goldman» I. Rebekka Blum II. Eelina Sockel i, Trevlisch L Sohn VII. Lewer Schöndach, Kella Landau VII, Theodor Adelmon. Kerz XVIII, E. Braun L Lo. je 8000, Kalka Lazarus 4000, Prof. Dr. Pick I, Lusar Submgnn VIII. S. Tauber IX, Esther Schaltner XVIII. A. Gerngroß VI, Julie Rosenblatt III, Berthold Kardegg je 80'. 0, Koppel II 2BQ0, M. Schenker-Gotlesmann II 2000 (2 Monatsbeiträge), M. Grob VI, Fritz Fürst IX, Bruno Rabtno- Witz III, Berghof & Co. I, Lina Sachs, M. Frrudenberg VL Rahe! Mieses XX, Colli Lehr IX, Philippine Sckrnkrlbach VII, Alfred Abeles, Dir. Kux, Emil Abraham & Eo., Wilhelm Klug, Rudolf Lauser, Samuel Schwarz XVIII. Gustav Oesterreicher XIX, Aosrat Dr. Frankfurter, Sigm. David lll, Kenriette Bych XX, Charlotte Lngelman» Cilli Öirschseld II, Ignaz Adler Graz, Adolf Rendi Graz. Davidscho & Deutsch. Amalia Aschkenazy lll. Geg A.-G„ Samuel Torner je 2000. Bernhard Weber IM, Fanny Sommer VIII 1200. M. Duldig I, Alfred Aufrichtig XVIl. Benno Brechner, Frieda Grünberg, Fng. Ultmann IX. Seinrich Kausrr II, Alfred Menziles H, Dr. S. Faust!, F. Friedlönder VII. Bellak L Co.. B. freund & Co., Stegfrred Goldmann I, Ignaz Gold l, Salomon Lorowttz IX, Jonas Frünkel XX. Berta Prager I, Leon Glas, Dr. Karl Nalanson IX, Faust Lucy X, Dozent Dr. Dyndy VIII, Sigmund Redlich VHI, Armin Biel, Breiisch L Co.. Bella Klein. Ioseswe Äarsa IX» L. Schenkein, Com. R. Lemberger. Bernhard Ksldstnn, Elias Fuchs XX, Aurelia Scholz IX, Therese Scheiniger, Dr. Felir Kohn, Prof. Dr. Ehrmann, Baurat Kempler, B. Glaser Poysdorf. Lhrrnfeld. Anna Lindenbaum IX., Rafael Kalpern, Alfred Eisler.XVIII, Joachim Fuchs je 1000, Deborah Feldmann H, Elfenbein IX, Erna Landau» B. Körner (Monaisbeilräge) je 1000. Diverse 3270. früherer Ausweis 793.630, zusammen 1,958.900. Vereine, Vorträge und Versammlungen. R e i ch s s ch u h b u n d der Kandel so er treten in Oesterreich (Geschäftsstelle im Bundesministerium für Unterricht). I.. Salvatorgaffe 12. III. Stock. Tür 52, Telephon 83*73. 45-42. Samstag den 14. d.. Punkt v,3 Uhr nachmittags, im Sitzungssaal der K a n d e l s k o m m ,e r, I.. Slubenring 8. Verb ands-T refftag. — Ieire Misrachi. IL, Pralerstraße 43, Tür 11. Donnerstag den 19. d., 7 Uhr abends. M i t g l i e d e r v e r s a m lang. Referent: eavü. phil. Gerstl. Hut pünktliches Erscheinen wird gebeten.— S e n i o r e n v? r b a nd der Z. M. V.. Sonntag den 15. d., Jung Juda Bude. Vül., Lerchenselderslratze 46. Wahl in das Präsidium örs S. C. Pincktlich um Y«H Ilhr vormiltags. Bedeutend ermäßigt erstklassige Anzug-, Kleider- und f•‘«»siliiv.aujff**. Manid- Uran i o. Keuie, S Uhr (Großer Saal): DasMsttelmee^ V,6 Udr (Kleiner Saal): Univ.-Prof. Dr. Robert F. Arnold: Ein Vierteljahr in England. I. 7, 6 Uhr (Kurssaal): Dr. Reinhold Lorenz: National und International, v. 7,« llbr tKluhsaql): Frrdinand Ma tras: Svrechkürs. IV. 7,3 Uhr (Großer Saül): Klavier- und Liederabend Professor Alfred G r ü n s e l d und Kammersängerin Gertrüde F ö r st e l. S UHr (Kleiner Saal), Oberbaurat Ing. Kanr M o k i s k q: ahren und Unfallverhütung in der chemischen Industrie. U. Uhr (Kurslaal): Prof, Dr. Margarete Müller: Die einfachen mechanischen Maschinen und ihre Anwendung. I. 7.8 Uhr (Kludsaal): Robert' F r t e d m a n n: Rußlands Weg vom Nthlllsmus zum Anarchismus und Sozialismus. Vt. 7 Uhr (Mikrofdopierfaal): Direktor Dr. Ludwig A r n h o r!, Das Präparieren des Bienenkvrpers. I. Zweigstelle Wieden. IV., M i t t e r 1t e \ ß 15. 7*6 Uyr: Der Kampf mit dem Berge. I. — Sn Sturm und Etr. - s Uhr: Neftroy. ..Technisches Museum. Morgen, 3 Uhr nachmittags. Fährungrvortrag Dr. Ing. F. S e d l a c e k: Zuckererzeugung. — Sonntag den 16. d.. iv Uhr vormittags. im Koriaal. Lichtbildervortrag Sektionschef Ing. Johann A i h o s e k: Lokomotivbou. Oester reichlich es Museum. Sonntag d:n 16. pünktlich 7,11 Uhr: Führung -urck die Glas-Ausslelluno Versammlung: I., Stubeming 6 (Säulenhm), Eintritt 200 — Die Sammlungen ffnd an diesem Tage von 9 bis 1 Uhr ge öffnet. Einiritt 220 A.: Bibliothek unh LefefSle von 9 bis 1 II!; bei freie« Eintritte. Ernährung. Die Le-ensmittelMärkte. Verbilligung des Rindfleisches bevorstehend? Der Nafchmarkt bot gestern ' wieder.. sehr viel Gemüse, KartyfsÄn und Obst. Swyohl hiesige Gärtner als viele ländliche Produzenten batten Grünwaren in großen Mengen geliesert, Mammen nicht weniger al§ 180.000 Kilogramm. Der Verkehr war im Kleinhandel recht lebhaft, im Großhandel dagegen nicht nennenswert. Die Preise hielten sich unverändert. Aepsel, besonders steirischer Herkunft, und Birnen sind in Hülle und Fülle auf. den Märkten. Aepfel werden zwischen 1200 und 1800 K., Birnen zwischen 1200 und 3600 K. je nach Qualität gehandelt und stark gekauft. Die Großmarkthalle präsentierte ein reiches Lager aller Fleischsovten. Rund 250.000 Kilogramm diverser Fleischsorien waren mit der Bahn und mit Wagen zugefichrt worden, eine Menge, di« trotz der lebhafteren Kcmflust weit über den Bedarf acht. Dazu kmnen größere Mengen Innereien, die wegeli chres verhältnismäßig niedrigen Preises, lieber als Fleisch gekauft werden. Die Preise für billige Rindfteischsorten wiesen vorgestern einen Rückgang auf, während alle anderen Pnnsie auch gestern unverändert blieben. Rindfleisch wird voraussichtlich noch in dieser Woche etwas Nachlassen. Werl auf dem lebten Rindermarkt medrigeve Viehpreise zur Geltung kanrerr. Seefffche erfreuten sich anhaltender Beliebtheit. Ein großer Teil der Mischkonsumenjen ist zur Fischnahrung übevgegangen und WÜl anscheinend an ihr sefthalten, so lange diese Verhältnisse breiten Schichten der BevMerung den regelmäßigen Fleischgenuß unmöglich machen. Die Fettversorgung ist sehr günstig. Sveck, Schnmlz u::> Butter werden in allen Markthallen und bei den Kleinhärchie. ll in nvchr als hinreichenden Qualitäten angebotei«. Schm al s wurde gestern etwas teuerer, doch dürfte dies eine vorübcrgchende Auftvärtsbewegmrg fein. Bühne imd Knnst. Die Geschichte der „Wil«aer". Wie sich die „Wilnaer" fanden. — Der Tod Anskis ttttd sein „Dibbu^. —- Das künstlerische Bekenntnis 'm „Wilnaer". Ein Gespräch mit Direktor M. Maso. Die „Mtnaer" sind auf ihrem Tvmmphzuge nun auch nach Wien gekommen. Sie -besteht noch gar nicht lange, diese ' Gemeinschaft jüdischer Schauspieler, und -hat «doch schon eine Geschichte. Eime sehr bemerkenswerte sogar, die zu hören nicht nur für Kunsftiebhaber von Interesse ist. Direktor M.' Mas o hat sie einem unserer Mitarbeiter erzählt, so lebendig und eindrucksvoll, daß wir chn am besten selbst sprechen lassen. Er sagte ungefähr folgendes: „Die Theatertmppe, die sich jetzt „Wilnaer Truppe" nennt, fand sich im Jahve 1916 in Wilna. Eine Anzahl glsichstvebender, kunstbegeisterter Dilettainten hatte es sich in den Kopf gesetzt, dem jüdischen Dheatevunwesen, wie es im Osten arge Blüten treibt, eine jüdische M'usievbühne entgegenKustellen. Es war ein Protest gegen Unkultur und Unsauberkeit, es war aber auch das heiße Streben, Positives auf dem Gebiete Wischer Theaterkultur zu schaffen. Mr haben in unserem Archiv noch den ersten Theaterzettel aufbewahrt, der uns ein teures Andenkerc bleibt. Wir begannen mit Schalom Asch' amerikanisch-jüdischenr Volksstück „Der Landsmann". Erstes, schwerstes Hinderms: Neri ' nenkampf verbot Aufführungen in Mischer Sprache, die er deutschen Theaterauffichrungen gleichsetzte. Da kam die deutsche Okku-pation. Der Magistrat wollte" uns aus Angst vor den Russen, die ja wiederkchren konnten, die.Erlaubnis zunr Theaterspiolen nicht erteilen. Den: Einschreiten des Komniandanten von Oberschlesien hatten wir es.zu danken, daß wir spielen durften. Vorläufig fand allwöchentlich eine Vorstellung statt. Deutsche Künstler, Literaten, Forscher haben uns außerordentlich gefördert, ^in unanderen auch Herbert Eulenber'g. Bald konnten wir aus dem ZiMs in' das Stadttheater übersiedeln. Allemhalben erschienen Anffätze über nufere Aufführiurgen, die, wie Sie wissen, ks^^xdentlich günstig tvaren. Den Anfang machte ein ÄufsaD^^er Berliner Zeitschrift „Die Woche", welcher die Aufmerksamkeit auf uns lenkte. Wir arbeiteten, angespornt durch die Wertschätzlllrg bedeniender Menschen, mit ungehenrer Energie nicht nur an mrserer schauspiele- *. LSULLG.Mx». L