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Wiener Morgenzeitung · 1922-10-03 · Heft 1309 (3.10.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1309 (3.10.1922)
Date
1922-10-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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9tx. 1309 Wyvwßt:»Ti'! Wien, Dienstag Wiener MottHerrzeitrmH. 3. Oktober 1S28 ««»» der Gemeinde. 77- Strafandrohung gegen die Hausböfitze« und Hausbesorger. -- Der Wiener Magistmt' hat Öfterst zu dem Streik -er Hausbesitzer Stellung genommen und eine Verordnung im selbständigen Wirkungsbereiche erlassen,. die sofort, i n Kräst getreten ist. In der Verordnung wird den Hausbesitzern,. den verantwortlichen - Hausverwaltern sowie den Hausbesorgern und.den anderen mit der Hausaufsicht betrauten Personen verboten, die bestehenden W aff er ausl a uf e abzusperren/oder abzusperren zu lassen. Desgleichen muß die bestehende? Beleuchtung der Stiegen, Gänge,- Haufluren und Höfe aufrecht bleiben. Eine . Einstellung vor dem derzeit üblichen Zeitpunkte ist verboten. Dieses Verbot gilt nicht für jene Fälle, in denen die Absperrung oder Einstellung wegen Leitungsgebrechen not- . wendiig ist. ' - Die Verordnung wurde auf Grund des § 114 der Verfassung der Bundeshauptstadt Wien vom 10. fliovember 1920 erlassen. Ihre Nebertretung oder Umgehung wird mit . Geldstrafen bis zum Betrage von 100:000 K. oder mit A r r e st ft rasen bis zu 14 Lagen geahndet. 1 Der Magistrat nracht ferner aufmerksam, daß die Mietparteien, denen die Waffevansläüfe oder die Stiegenbeleuchtung abgesperrt werden sollten, sich ast den nächsten Sicherheitswachmann wenden können, der nicht nur die Anzeige erstatten, sondern auch für die Wiederinstandsetzung der eingestellten Beleuchümg-und Wafferzustchr intervenieren wird. Die Haltung der Regierung. .In Regierungskreisen wird erklärt, daß die Regierung kn keiner Weise den Strell der .Hausherren bMgt und die Vertreter der Hausherren g e w a r n t habe, einen Streik .zu beginnen, da dieser zu für die Hausherren unliebsamen ^Folgen führen konnte. Man könne die Beratung des' M i e t e r s ch u tz g e s e tz e s nicht über das Knie brechen. Das Gesetz wird rasch beraten und zur Erledigung gelangen, . Die Pölizeidirektion und der Streik. Auch seitens der Pölizeidirektion wird erklärt, daß die von den Hausbesitzern angedrohten „Streikmaßnahmew" energisch bekämpft werden müssen. Die PoUzeiorgane haben beretts Ln diesem Sinne Instruktionen erhalten. Die Hausbesitzer wollen nicht nachgeben. Seitens der Hausbesitzerorganisattonen wurden gestern bereits alle Vorbereitungen für die technische Durchführung des morgen, zu beginnenden Streikes getroffen. Es Wurden die Bezirksleitungen, ausgestellt, die .Hausbesorger hielten gestern abends Vertrauensmämwrversarmnlungen ab, und den in der Zentralkanzlei der ßausbesitzerorganisatronen zahlreich sich einfindenden Hausbesitzern wurden ,die..Durchführun^weisnngen erteilt. In der Durchführungdes Streiks wird Wert darauf gelegt, - daß die Warnungsplakate wegen der Einstellung der Stiegenbeleuchtung auf allen Haustoren äußerlich sichtbar angebracht werden, um etwaigen swafrechtlichen Bedenken zu. begegnen. Die Mieter werden guttun, sich für morgen des Haustorschlüssels zu versichern, da hinsichtlich der Verpflichtung der Hausbesorger, das Haustor zu öffnen, der-, schiedme Auffäffungen Platz greifm. können. In Anbetracht des Umstandes,- daß die getroffenen Streikmatznahmen in vielen Punkten das öffeMche Interesse berühren, hat sich die P 0 l i ze idi re kt io n veranlaßt gesehen,- mit den Führern der Hausbesitzerorganisarionen inFühlung zu treten, wobei Üese erklärten, von der strikten Durchführung der gestern Mrch eine mehr als zehntausendköpfige Menge mit feierlichem Gelöbnisse ein- Mnmig beschlossenen Steikmaßnahmen nicht absehen ''"1 können. r. StratzendMoystratlou ln Innsbruck. Innsbruck» 2. Oktober. Wie die Blätter melden, hat *n Hauch- und GvmMesitzeWerein gestern eine Protestversammürng gegen die Verzögerung der Abänderung des Mieterschuhgesetzes abgehalten, zu der auch Vertreter der auswärtigen Ortsgruppen erschienen waren. Die Versammlung beschloß einstimmig den Streik der Hausbesitzer. Nach Schluß der Versammlung zogen die Teilnehmer vor das Lantchaus. Eine Abordnung begab sich zur Larwesregierung, uw dieser den Streckbeschluß mitzuteilen. Da die denwrrstrrerenden Hausbesitzer einen durchfahrenden Zug der elektrischen Straßenbahn Innsbruck—Hall aushatten wollten, schritt die P 0lizei energisch ein, um die Durchfahrt des Zuges durchzusetzen. Hierbei gingen einige Fensterscheiben in Trümmer.- Zwei Demonstranten, die beschuldigt wurden, Me Fenster durch Stockhiebe zerschlagen zu haben, wurde auf die Hauptwache geführt, später aber freigeläffen. Schließlich wurden die DemonstMten von der Polizei zerstreut. / ' . Von einem WohnungspolMer wird uns geschrieben: Wenn die christlichsozialen Hausbefitzervereine ihre Drohung wahr machen, so wich heute der Streik der Hausbesitzer beginnen. Die Wasserleitungen sollen gesperrt, die Telephone abmontrert, die StlegenVeleuchtungeingestellt und die Haustore Um 6 Uhr geschlossen werden. Es wäre der erste Fall, daß. eine so. konservative Klaffe, wie die' der Hausbesitzer, zu dem Proletarischen Mistel des Wests greift, um Förderungen.' materieller Natur dürchzusetzett. Die Hausbesitzer verlangen die Erhöhung derMnsst äuf - das 1900fache des Friäenszinses, also ungefähr 12.5 Prozent der Wiedenszinse. Sie begründen, diese FörderüNgen da mit, daß ihr Einkommen Art 8er Geldentwertung M Läufe der Jahre.niemals Schritt gehalten, hat mnd daß eine Erhöhung-auf das 1900 fache nur üMi bescheidenen Maße per Geldentwertung Rechnung tragen wsiche. Ob der Streik, der,in einschneidender Weise in Besitzverhältniffe störend Eingreifen würde — die Abmontierung der Telephonanlagen und Wässerleitungen könnte einen Rattenschwanz' von Zivilprozessen heraufbeschwören und käme einer Zerstörung von Anlagen gleich und wäre nichts anderes, als wenn » die Arbeiter die Betriebsanlagen im Streikkampfe zerstören würden —, nicht einer ausgesprochenen Sabotage - gleichkäme,' soll hier nicht untersucht werden. Die Angelegenheit soll hier auch nicht vom Standpunkte der Anfrechterhaltung, des sozialem Fried e n schehandelt werden^ obwohl es kein Zweifel ist, dstß der Hausbesitzerstrvik, wenn er ttr der von den Hausbesitzervereinen angekündigten Weise geführt werden, sollte, die schärfste Abwehr der bedrohten Mieter heraüssordern- und in einem, mit Erbitterung geführten Klaffenkampf ausarten würde, wir wollen sie lediglich, rein vom volkswirtschaftlichen Standpunkte sine ira et studia beleuchten. Es ist richtig, daß infolge der Mieterschützvevordnung, die nun schon sieben Jahre in Geltung steht, der Ertrag der Häuser aufs äußerste gesunken ist,.uNd daß es heute einen: Hausbesitzer unmöglich ist, von einem Mietzinse zu leben, der nur zögernd und in gar keinem Verhältnisse der Geldentwertung angepaßt wurde. Es war sicherlich ein Fehler, daß' man es vergessen oder Wohl auch absichtlich unterlaffen hat, die Mieterschutzverochrsung rechtzeitig abzubauen, so daß, je länger sie sich' behaupten konnte, ihre Aushebung mu so schwieriger geworden ist. Gewiß ist heute die Rentabilität des städtischen.Grundbesitzes so sehr herabgesetzt, so daß sie kanch noch in Frage kommt: An sich bedeutet aber die geminderte Rentabilität kein Privilegium Mösum des HauWesitzers — sie ist eine allgemeine Erscheinung der Inflationszeit. Nicht nur der Hausbesitzer mußte aus Kosten des Kapitals leben, sondern auch der Induielle, der seine Anlagen nicht erneuern konnte, oder der Effektenmrd Rentenbesitzer, die bei der Veräußerung ihrer Papiere niestiüls den vollen Goldwert erzielen konnten, weil die Kurse der Wertpapiere trotzder scheinbaren Hauste die Geldentwertung nur in geringem Maße rnrtmächten. Für die Irchusjrie und den Wertpapierbesitz wurde dieses ungünstige Verhältnis durch die Scheingewinne, infolge der Fiktion der Identität der Krone von gestern mit der von hmte verschleiert — für den Hausbesitz bestand scheinbar keine solche Konjmcktur, weil er durch die Mieterschutzverordnung an.der Steigerung , der Mietzinse gehindert. ist. ScheiMk Denn die gewaltige Steigerung der Häuserpreise ist eme der Steigerung der Warenpreise und der Hauste der Wertpapiere korresPoMevende Erscheinung. Und, hier sind wir an dem Pukte anigölaingt, Lvo das Verhältnis sich in gewaltiger Weise zugunsten der H a usb esitz e r geändert hat. Die Phantcffiepreffe^ die wpchrend der ganzen Instationspeviode für Häuser bezMt würden, haben stets den. v 0I I e n GvldweÄ der Häuser züm Ausdruck gebracht. Kenr mwerer Kcchitalsbkffitz hat im VrrkehÄwert mit der GeldentwertuW so gleichen Schritt gehalten wie der-staddLifche HyuAbesitz. j. Die MietetschuMrorvmmg W allerdings auch dem Hausbesitzer Opfer auferlegt. Die MetevschutzveröÄmung hat Aber für die. Harrsbesitzer gute Getiten gehabt Md sie von so mancher Materieklen Einbußtyverschont. Gerade Werl sie eine ^Stötzevungf des GirckomMns aus dem Hausbesitze verhinderte, konnten' sich die Hausbesitzer seinerzeit der Zeichnung auf die Kriegsanleihe, die unter den anderen Kapitalffstnschichten so verheererw gewirkt hat, entziehen. ' . . Uyd nun eine andere Wolhiltatige Folge , der Mieterschutzverordnunig HaMeisitzer:-. Bor dem Kriege.'war M'' Hauskhefitz durch- Hhpchhä^chBden belastet. di Hh'pothäarschüilden sind HÄte in erWertÄett Krönest zutu^geza-hl. — 'die Entschuldung des stadtWest Hausbesitzer läßt' ihr. als Nutznießer der Inflation erscheinen. ein Vorteil, der hoch auch etwas bedsntot und für den doch irgend ioelche GegeUleistunig an die Mge-MLilcheit —der Mieterschutz ist diese Gegenleistung der Hausbesitzer — bllligerrvLise gefordert iverden darf. Und wenn sich die Hausbesitzer so gerne als Opfer des Mieterschutzes hinstellen, so 'wollen Nvir auch das nicht vergesten, daß.sie als V-n^rs-t- -fitv JwtS (Ktirtfnrttmtum min» das geminderte Einkommen ovnv steuer zu bezahlen haben, die gleichfalls die Geldentwertung nicht berücksichtigt, wahrend ein großer Teil des Einkommens des Hausbesitzers in- Friedenszeiten geradezu von, der Hauszinssteuer verschlungen wuW. In dem Momente,' in dem es den Häusbcsitzew gelingen sollte, Hre Ziele duvchzusetzen,. nmßten. sie sich auf eine Echöhnnig der HMlsziinssteuer ärff 12,8 Prozentder GoldPaMt gefaßt yrachen. Was dem einen rech! ist, muß dem anderen bMg sehr. . Aber Mch aus einem gastz aindöven Grunde fick» die Föchernngen der Hausbesitzer mtzeitgemaß und rm höchsten GrÄ»e für sie selbst gefährlich.. Eine Steigerung der Mietzinse auf 12.5 Prozent der FrWenSpröffe Mßte eine neue Teuerungswelle' heMvfbeschwüren, die alles biHer Dagvwosene in dm Schatten stäken würde. , Pa??ive Resistenz i« technische« Telephon- und Telegraphe»brrrieb. Wegen der NebengeWren. . Geit^zwei Dagen üben die>AngesMten des Telephon- und TelMaphendienstes pastive. Resistenz . auS, -da alle . ihre auf mchvere Monate. Mückreichende Bemühungen, /md'. Fvüge der Ne b e n g e b ü h r e m die ihnen vom! Minister für Der -~--^ kchrswefm zttge-sicherte Erledigung herbeizusühvmohne Erföh gMieben sind. Der technische Dienst bei Behebung von Störu^ gen und Montierungen, sowie der Dienst der technischen Ovgaw' leidet durch die passive Niesistvnz - sehr ■ Änpsindlich uu; die Folgen im Del-ephon- und Telegraphenbötrisb werden bs längerer Dauer dieser Arbeitsstockung sich in schr störende» Weise fühlbar machen.. Durch das Eingreifen der Leitung de» Technischen Union wurde de'L Ausbruch eines Streiks verj -hindert. Herabsetzung der Gas- «ud Strompreise. - Der Ausschuß für die städtischen Unternehmungen beschloss g-Lstern nach den Anträgen der Direktionen der Gas- und El-ek^ trizitätswerke eine weitere Hevabsetzllrrg der. wöchentlichen Preiff für Gas -und elektrischen Strom. Die Preissenkung beim Licht» ström beträgt gegenüber der vergangenen Woche K. 2,77.fü, die Hektowattstunde und 79 Heller für Kvaststrom. Es stellj sich daher für jene Abnchmer, deren Verbrarlch diese Woche ab« gelegen wich. der. aechswöcheMche Durchschnittspreis für eine Hektotvattstunde Lschtstrom auf 412 St. und für eine Hekto. wÄtstnnde Kräftstvom ans 285 K. Für den drÄwöchentlich abgelesenen Stromkonsmn beträgt der Preis für eine Hekto» Wattstunde Lichtstrom 485 K. und für eine Hektowattstunde Kvaststrom 930 K. In allen diesen Preisen ist' bereits' die vierprozentige Abgabe für den Ansbcm der WMerkvastwerke cnU halten. Der Preis eines Kubikmeter Gas wurde für diese' Woche gleichfalls ermäßigt und' beträgt die Pveissenknng gegenüber der letzten Preisbestimmung. K. 6,80.' Der Durchschnittspreis, der ans Grund der Preise für die letzten vier Wochen errechnet würpe, beträgt nun einsWeßlich her Mastwkväftabgcche 1978 K, für den Kubikmeter. : . ' . . . Die Pveisherabsetzüngen wäterr wefetttkich.hoher, .wenn nicht eine ganz bedeutende Erhöhung der Bahn fr acht«, gebühren erfolgt wäre. Sowohl bei den Gasals auch bei den Elettrizttätswerken spiel-en die Frachtkosten für' die. Kohlenbezüge eine große Rolle und jede Erhöhung dieser Gebühren muß sich in'den Preisen auswrtcken. So würde'ohne Echöhpng der Frachtgebühven der letzter: Wöchenpreis für die Hektowatt« stunde Lichtstvom um K. 11,82 niedriger sein, und' sich für die Hekwwattstnnde Kvastrom um K. 814 MMätzigt haben. Elen-sflut^ AlljähMch im Herbst, da bricht sie. hervor, die Wells des Wischen Elends. AlljähMch im Herbst, zur Zeit-der.- Feiertage, da kommen.sie, die Kranken, die Lahmen, .die Minden, da kommen die-Wttwen mit denMflosen Kindern, / die Männer, , die just crus^ dÄr -SPttal entlassen sind und - unter dem-Hock kein Hemd wnf dem Leibe haben-.mtd-wem es gelingt, sich dasganze Jahr alle die ,Mnilichen Ein-? , drücke" des Glends fernzuWten, der wirch dieses Kunststück Mst beim größtem Älent zum Wegsehen und Umdeutest., mrr diese Icchreszeii Mr schwer Stände brmtzen, Sie gehen von Tür zu Tür. die HikfüsuchäÄett, und wo sie - einest jüdischen Slawen finden, da klopfen sie' cm, sie sprechen Fremde anf.der Ststche an und in Hven Augen brennt die heiße Schnsucht: stnch einen Fäfttag feieW, einmal wieder ein Paar sorglose Stu-nden genießen zu können. / Sicherlich in so umncher von denen, die' das Mtle-id der Frernden anrufen, «im sogsnannter Pvofessionsbettler. Die meisten von diesen stber sind Alewschen, die durch irgend welche Umstände m:ters Rad gÄoMtten. sind und nicht, mehr die Tatkraft vusbrinigen, sich hmmf Kr arbeiten. Geklagenswerte Opfer der Zeit sind sie, nicht raffinierte - Betrüger. Sie führen ein Dasein ohne Feievtaig, ohne vertranten Umgang mit Freunden, ein Dasein, beidvangt von ' der Furcht vor „Entdeckung auf der.einen, von Schmälerung des „Verdienstes" ans der amideven Seite, und wenn sie uns bÄüßem dünn belügen sie-sich noch viel mchr„indem sie sichglauben machen, daß ihr Dasein' des Einsatzes ■ an Kraft und persönlicher Würde weck ist. Man lamt wohl rHig sagen, daß der ProfessionsbMer, nanrenMch der jü^ drsche,.KU den freudlösesten Geschöpfen gehört, die.das 'Groß- - stadtpflaster. treten. Mer. schließlich stellt der GswohnhöitsbetÄLr ja a>uch nur die Ausnahme dar. Die Regel aber ist das E l e n d. Man fmgt sich immer -wieder, wenn man .in diese Schick-' sale des 'Icwmrers. EiWlick rttmmt, wieso diese Menschen .nicht schon längst verhungert sind. Hält man die -heutigen Preise.und die Einnahmsmöglichkerten zusammen,-so kmu: selbst der Bescheidene nur schwer verstehen, wie es möglich, ist, unter diesen Bedingr:rWn anch nur das Mckte Leben zu fristen. Denn die Erklärung der Beqmnren vmn Schwindel, mvd Betrüg trifft, wie..schon gefaK, in der ü'berüvivgenden Zahl der Fälle nicht zu. Die Kmwken sind wrrMch krank, das amputierte Bein ist nicht kunstvoll cmfgMmden, sondern fehlt, die Taubheit oder der Nervenkrampf sind nicht Komödie. Wie diese Wkenschen es trotz aller Geb^chen mög-' lich machen, der harten Zeit Trotz zu bieten, ist schwer zu begreifen. Sicherlich spukt in: Leben dieser UnglMichen -die Fsrevtagszett eine große Rolle. Dem: es wird — ohne .EmschräMmg muß dies zugestystden werden — viel - gegeben, zur Festtagszeit.: Man gibtDus Gewohnheit,' 'dem alten- Brauche folgend,. aus Frömmigkeit, aus Laune,, man gibt, um ein frommes Werk zu tun oder -mn'sich loöMkaUftn. Das Ätzebnis - bleibk daSseGe. Nurrsetten wird der Mische.Bettler von der jüdischen Tür gewiesen, und dieser Hilfswille soll sicherlich aneÄannt wevdem Aber wie wird gegeben! Gedankenlos,'' unbedacht, ziellos, ohne nähere Kenntnis des Falles. Da der Gedanke sozialer Fürsorge in der Maffe unseres B>EkS noch nicht Wurzel gefaßt hch l-sln Wolle 140 ora dsplt airsdiMuUlaiis X -.vai-ll'-

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