Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-10-03 · Heft 1309 (3.10.1922) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1309 (3.10.1922)
Date
1922-10-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980389--12396-2998943
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

/Sette 6 Hielt, Dienstag /-- ----- ' jkatm eS nicht -Vetter ivnndernchnren, daß der Geist „Wohltättcckett" diese Gaben bcherrscht. Aufs Geratewohl bekömmt, iver sich zuerst emsmdet Mr Wer am lautesten schreit. ' Der Zufall ist iöß einW-e Regulativ. Auch wird milcht, wie es bei jeder Munden sozialen Fürsorge der Fall ffh als -Ziel die Wicdererlanguug der Evwevbsfähigkeit, der Wiederaufbau einer Existeirz aidg-estvsbt, sondern man kommt Doer den Gedanken der AugeiMckSerleichtevung nicht hinaus. Bon den Bedürftigen kaim mau natürlich erst recht den sozialen Weitblick nicht erwarten, der die Notwendigkeit einer Organisation an Stelle des Chaos erkennt,!daL heute unsere HilfMtdgkert beherrscht. Statt geschulte iKräfte, die sich seit langet» 'bernsKmäßig mit Fürsorge Le- ^rssen, zu Rat zu ziehen, statt sich an Organisationen^zu Hiveuden, die die erforderliche SackMmtnis besitzen, gibt i jeder tnunter drauf, los. wann und bei lvem es ihm gerade ^beliebt. Nicht zu Bettlern, zu Arbeitern muß unser ,Bolk erzogen werden, und dieses Ziel darf selbst in der Gechefrsudigkeit der Festtagsstimmung nicht aus den Augen z gelassen «werden. . ~ K. M. Meyrrbeer rmd des Judentum. Vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert veröffentlichte Alexander. Weil! — der Freund Heinrich -Heines — in einer französischen Zeitschrift, den „Archives israelites", eine Reihe von Änffätzen über Meyerbeer, in 'welchen er u. a. verschiedene Aoußerungen des. großen ^Musikers mittollt, die dessen Stellung zum Itlidentum beileuchten. Weill, der auch große talmudische Kenntnisse!besaß. uad von wahrer Bege-isternarg für die hebräische Sprache, erfüllt ivar, irr der er sich, meisterhaft auszudrücken verstand, brachte einmal die Rede auch auf die Sprache der Bibel und das gab Meyerbeer Gelegenheit zu der Bemerkung, daß es immer'sein „Traum" gewesen, einen „M of :s" zu komponieren. Aber zwei Dinge hättet! ihn . davon akgehalteu: -erstens, daß Rossini bereits einen „Moses" fgeschaffen, und zwestens. daß er nicht — hebräisch verstche. >Er halte'<pber die Kcnntms dieser Sprache' als unerläßliche;Voraussetzung für das Gelingen eines solchen Werkes, das 'cheseelt von dem Gerste der Sprache sein nrüsse, in der Moses das Wort Gottes verkündete, die Prinzipien der Moralität und der. sozialen Heils lehre, auf der unsere ganze i-Zivilisation aufgebaut ist. Meyerbeer fuhr dann in den Be- ^kenntniffen iiber sein Verhalten zum Judentum fort und jsagte unter anderem:; „Sehen Sie. ich will Ihnen ein Geständnis machen: l-um ein Jude zu sein, muß man hebräisch versteh wn, wie man, um Franzose zu sein, ftauzösisch kennen!nmß. Das Judentum ist nicht bloß eine Religion, sondern Mch eine Nationalität. Die letztere bleibt Uns, La man sie uns immer vorwirft — die Mligion schwindet dahin. Hätte ich einen Sohn, den ich irn Judentmn erziehen wollte, mußte er mir Hebräisch lernen. Das'Wenige, was mir vom Judentum geblieben ist, verdanke ich ettngen Bibelsprüchen, einigen Ermnerungen ans .HÄraWe. Und lvahrhäftig, nicht nur die Knaben, auch die Mädchen müßben mir von ihrenr dritten Jahre an Hechraisch lerusn, daß auch sie nicht später Gefahr liefen, ihren Glauben.vertauschen zu wollen. Ich selbst kenne nur sehr Ävcrng die jüdische Religion und wüßte nicht das Erhabenst. von kern Ncboitsächlicheu zu unterscheiden. Die .Frauen und die jungen Mädchen aber haben von ihrem zarten Älter an einen äußeren Kittlus notig. Kinder und Jünglinge müssen ein Ideal haben, für - das sie sich begeistern, ja, ich würde sagen, man muß in 'der Jugend einen Fanatismus haben, wenn das Wort Fanattsmus nicht einen gewissen Mißbrauch bezeichnen -würde. Ich habe ztvar dis Bibel gelesen, das heißt, meine Mutter hat, wenn -sie müde vom Diskurreren war, das Gespräch rmnrer durch einen Spruch der Bibel beendet, der alles in ein paar Worte zusammensaßtc. Denn meine Mutter war eine Hebräerin,^ eine so gute, wie sie nur vrwe Jüdin sein kann, die sich kein Metier daraus macht, diese Sprache' zu beherrschen. Was mich betrifft, so -wurde *ich zwar schon als Kind angehalten, Hebräisch zu lernen. Aber ich habe dies datuals siir -schwer und überflüssig gehalten. Soitdem habe ich allerdings meine Meinung darüber geändert. Mein Bruder wußte mehr hebräisch als ich, er wollte es später ganz und gar lernen, aber er hatte nicht mehr Zeit dazu. Man lernt doch nur in der Iugeüd.am besten."!' : In so witziger Weise tvies Meyerbeer in dem Gespräch mit Weil! auch die „Anklage" zurück, die, wie er erfahren, von jüdischer Seite gegen ihn erhoben wurde/daß er nie etwas für die Synagoge komponiert ihabe. „Das Ivundert Mich nicht", meinte Meyeriker lächelnde „Seit dreißig Jahren tadeln, mich die deutschen Christen, daß.' ich nichts versiehe, als „Iudemnusik" zu machen. Notwendigerweise müssen mich nun wieder die Inden anklagen, gar nichts in dieser Richtung getan zu haben." - l Ms Weill darauf benrerkte, er hätte es nicht gewagt, von den Vorwürfen zu sprechen, die man dem Künstler darüber mache, daß ch seine Töchter habe taufen lassen, erwiderte Äyerbeer: ' l „Ich. ließ weinen' Kindern die Freiheit, sich ihre Religion M wählen, weil ich als Vater,. Phllpsoph und Mvger dres tun zu müssen glaubte. Ich war der' Meinung, daß dem Vater kern Recht zustehe, Den Glauben seknes Müdes ttach dessen zufälliger Geburt zu bestimmen. Hatte ich. recht oder unrecht? Ich glaub e fast, ich halte ttttrecht. Ich glaube jetzt, der Vater hat alllerding's die Pslich t und das Recht, den Glauben seiner Kind erzu best irnmen, Mr muß er chnen die volle Freiheit laffen, sobald sie in die Jahve der eigenen Vernunft kommen." ■ ■ .So'weit Mehexbeer seM, Wenn der^große Musiker: sich auch Vorwürfe'darüber machte, .daß er zu lau seine Liebe zum Ardentum tind der he'bräischen Sprache bekundet Menen Movgen^eittrng^_ habe, jo darf doch nachdrücklich darauf hmgewiesen werden, daß er stets alle lockenden Anerbietungen und Bechrchungeu stolz abgowichü und - Me blieb,dein der Rabbiner (1864) am Fric-dhofe den Nachruf halten konnte. Auch in der echt jüdischen kindlimesi Pietät, mit der. er, an feilten Eltern hing, LewäbrÄ er alte Mische-Stammestugend. Seine Mütter-' i-iüe'.-derchelsteti/ gütigsten, mit der--hknyebendsLen Äebe'äwihrcv ReligM'-hantzeMn Fvaü^^ war' ihm das-Ideal aller Fratzen. Einen Brief, den sie ihm nach - der ersten AnfführMg des „Robert-der Teufel" schri-sb, Hielt er Höher als älle Lobeserhebungender Kritik und alle fürstlichen AnSzeichuungen, die ihm-dieses Werk eintrug, und bewahrte ihn als Talisman. - Ein charakteristisches Moment für den jüdischen Komponisten Meyerbeer sei noch zum- Schlüsse als -höchst bemerkenswert erwähnt-. Dr. L. A. Frankl - berichtet, -daß Meyerbeer ineinem Gespräch ihm gegenüber sich gegen de n G evr.au ch -ber Orgel be im jndis'chen Gottesdienst geäußert hatte. G. E—nn. Die Pattntorthsdoxie sus dsM Kriegs- Im hieUK?n 2lg"däi»latt lesen wir:-.Am Montag den 16. El-nl wurde in Bratislava eine außerordentliche Rabvinerversaminlung' abgehalten.' Obervabbiner Schreiber (Preßburg), als- Obwann des Rabbinerkomitces, eröffnet die Tagung .mit einer-in das jüdische Empfinden tief eingreifenden Rede, in. bet er. die Notwendigkeit zur Einberufung der heüWn Versammlungtrotz der ungelegenen Zeit so kurz vor den Jomim-Nojroim darlegte. . Er deutet auf die ardtze -Gefahr des Zionismus und .'Misrachismus hin, die die unverfälschte Jüdischkett bedroht, und beantragt, zur Ausmerzung dieses Krchsschadens des Judentums die schärfften Maßregeln zu ergreifen. Es wurde darauf von allen etiva fünfzig anwesenden Rabbinern emsttmurig der Beschluß Maßt, den Anschluß an den Zionismus oder dessen, wie des M t srachi, direkte oder indirekte Unterstiitzung als mit dem Religionsgesetz in-Widerspruch stehend zu betrachten und gegen alle diejenigen, pie diesem Beschluß die gebührende Beachtung nicht entgegenbringen, das R e l i g i o n s- ' gesetz in seiner letzten Konsequenz mit ■ unerbittlicher Scharfe walten zu lassen. Nach der Tagung wurde eine engere Besprechung abgelialten, in-der die Stellungnahme^ des Munkacser Raw zur Aguda behandelt wurde. Wir können von den Verlauf dwser historischen Sitzung nicht mehr berichten, hoffen jedoch nächstens einen ausführlichen Be-. . . richt geben zu komien. - - .. Diese „Hofftmng" wtt-d wohl schiverlich in Erfüllung gehen. Denn dieser unter Äguda-Flatzge segelnden Gesellschaft istein kleints Nralheur passiert. Sie hat neulich gegen den rreugegründeten jüdischen Ge^leindebund, der die inchtvrchodoxen Gemeinden umfaßt, eilig einen „Jssur" erlassen,- welcher den Herren das bequvmnste Mt^l zu sein scheint, um ihr Monopol zu behaupten, und will nunrnchr auch gegen den Mis.rachi das RÄiNionsgesetz in seiner letzten^Konsequenz „mit unerbittlicher Schärfe walten" lassen. In der. Tat ist auch gegen ihn ein „Issur" erlassen worden. Demgegenüber kommt die SMungnahme di-s-Munkacser Raw zur Aguda' in die „engere Besprechung". Der Munkacser Oberfanatiker geht nämich seine. -«igenen 'Mvge. und hat 'kürW 'sehr ergöhlicherweise seinen „Jssur".gegeu die — Aguda proklamiert!- Fehlt also noch, daß" die Agudisten -der Slowakei den Bannstra-Hl gegen den Mun-/ kacser'schleudern. Hoffentlich läßt er nicht zu langeiaus sich WG?/ len! Auch.hoß alle diese bri'werlichen Liebestaten in die Tage unmitt^bars vor Rösch Haschanah. fallen, ist für deren Urhebneinigermaßen kennzeichnend. Der Munkacser Bann gegen 'die Azüda.i't rll-'rdings schoti.ä-lttr-en Datums. .. 1 ' '' Die Fremde. Pon den ostjüdifch-n Schiebern Fremden, Won den Damen, die sich hier H:e T^rletkkn besorgen, den Männern, die sich am Schleu-devcmsd'rkanf Von W-m beteiligen,, von diesen Gästen.spricht die ganze 0Ä Zahl wächst mit jedem 'Tage — besonders wenn Wahlen in der Nähe sind —, und wenn die Fremden zahlreich wären ipie der Sand am Meere, , so würde die.wirkliche Ziffer immer uöck> von dcr anHsmitischen Phantasie Wertroffen werden. Neben diesen geräuschvollen.BesuchM werden jene stillen Gifte rächt bemerkt, die auch nach Wien kommen, um hier kostm-res Gut zu evwevben, das kostbarste Gut der Erde: die Gesundheit. Tie Wiener, M sich über die ostMsche Invasion entt-ustön, wkj''en und begreifen nicht, ms Men für die Lstjuden immsr noch bedeutet. Weil uttsere. Stadt anfgchört hat, die „R7chsh^:piM." des alten Oesterreich' zu sein,'darum hat es noch lange nicht aufgehört, das Mek-ka.der Kvankeu-und Hilflosen zu'Fi». Auch in Lemberg, Krakau, und Warschau gibt es'gute Aer.ste und Spitäler. Aber man MM nicht 'nach' Warschau, Krakaü oder Lemberg. Man bettelt sich von Station zu Station im Zuge d'.S Fahrgeld zujammieu, mau schleppt'sich aus Krücken, unv Erdgeweihte lächeln hoffnungsvoll, in Hreir Schnterzen: es geht «ach Wien. - In einer beleibten Sfvaße sah ich auf einer Stuft im Däriunerschein e-ine junge Jüdin kauern. Weit eMfttnf.havv«,^ die Ausmerksamkeit der BorÜbechehenden auf sich lenken-zu wpllen, erweckte die '$rau beit Eindruck, als wollte sie am liebsten in' den ErWoden berschwinpeu. Das ist haute, da jeder seist Glend nicht laut genug in die Welt schrrftn kanu, gewiß nichts Häufiges Als die Fremde ruciuen Blick auf sich ruhen fühlte, zog sie ihr dunMes Tuch übeks Gesicht und dMj merkte ich, daß sie einbeinig wär und ein Mckstock nehsn ihr -lehnte. Ich sprach sie an und sie erzählte mir, erst zögernd, dann in wachsender Erregung immer rascher ih>^ Geschichte. ..Die %xm stammt asts Che-lm. Dort warihr Mann Schneider,'einer der vielen astjüdischen Handwerker, deren man so -gevtte vergißt,. wenn m»n - vom ostMischen SchiebÄtmn spvicht.' Es^ ging 'ihnen gut ünd;:fi« waren znftiedsn. -Indieses - stille Glück brach der Krieg. Der Mann mußte einrückeU, kam in österrerchische KpregsgeMMifchaft, von wo ex getreulich nach 3. Oktober 192$ Nr. 1309 ' Haufe schrieb. Mit. einem Rial blieben die Briefe auS. Nachfragen wurden mit Ächftl;ncke.n beantwortet. Äu^ nstin' Wber Gott, wer sollte'sich'ilm einen jüdischen. Soldaten bekünimern im'großen Zarenreich, nänflich iun' eilten, den man nicht Mtzhr in, den Schützengvä'ben jagen konmke. Ill ihrer.. BützweifMlg bmchtt die Frau Hre^ beiden' NeinovÄi Kinder nach Beßauab-ien zu.' eirmn Schwager, der inzwischen.. M! tett: Uuvuhen in' der Gegend elbenfälls verschöllen ist, so daß dis Mutter..nicht' weiß, was aus den Zwillingen geworden-'ist:. Nach.-Ehelm Mtzckgekchrt, bogaun siefür sich nwb: Hve',b«üden Knaibeu 'nach -Bryt - zu suchen. Sie "fand Arbei^ iu ainem ZiegeÄverk unda-vbeitete da, als einzige Jüdin-des Betriebes, redlich und vechtschasstn, bis sie-durch' ei'n-en -Nk-ssall. verwundet wurde und-chr, das-Bein - albgenomMen werden - mußte. Aus dem - Spital; entlassen,-; raffte die Frau zusammen, was ihr geblieben war, machte die'letzte Häbe zu Geld und — fuhr nach Dien. Sie glaubte, mit ihren 20.000 polnischen Aiark eim Prothese erstehen zu könzreji. Aber 'der Bandagist, an den sie die Kultusgenwinde gswieseu. hatte, verlangt eindveiviertel Millionen Kronen.. Und doch ist diese Prothese die Vorbedingung, daß ein Mensch,- der keinen "höheren Wunsch kennt, als wieder .schassen zu können,^der.Arbe-lt wiedergegeben wird, ist die unerläßliche-Voribedingung, daß eine Mutter für chre Kinder -Eich das tägliche-Brot verdienen kann. Die fremde Fmuftm. -im^^ Glaulben, - die Hilft, deren, sie bedurfte, -bezahlen zu können.. Nun sieht sie - ihre; mühsam zusammengescharrteii Kaufgroschen zu einem - lächerlichen Nichts eiugeschmo-lzen.- - -- Eine -vom Unglück verfolgte, unevscchvMe,- Schivester ist zu uns gekommen, um Hilfe zu erfahren. Wird sie vergeblich ■ Wd« ten? Werden alle die fremden Frauen, die in Wien Bergungen und Luxirs, Tand und Pütz suchen, daran denken, daß diese Stadt auch Elend birgt, dem äbgeholfen werden muß? Werden die fvomdm Männer Mran denkend daß nnfeve' .Stadt, die, Zuflucht für so vielen Jammer bildet und daß sie darum gestützt werden muß? Werden die jüdischen Brüder und Schwestern,, die fremden und. die einheimischen, eine jüdische-Mutter der Berzweisülug preisgeben? Sie bittet nicht um' GÄld, nicht um Pütz, nicht einntal um Brot. Sie bittet um die Möglichkeit zur?lrbeit. Und dies« Bitte müssen wir erflülen, wenn wir noch an uns selbst glauben wollen. ' * Das Verhör der Milliardendiebin. Die poliz. zeiliche Untersuchuna gegen die Milliardendiebin Marie Mitringcr und ihren Mitschuldigen, den angeblichen Kaufmann Wols- . gang Weinstein,- geht ihrem Ende entgegen, wenn auch, den Aussagen Weinsteins keinen Glauben beigemessen wird. Die Mitringer trägt auch bei. ihrer Einvernähme große Intelligenz zur Schau. Mit ungewöhnlicher Liebe scheint fte; an; Wem-- stein zu hängen und sein Schicksal scheint ihr fast mehr zu Herzen zu gehen, als das ihre. Sie will wissen, wie er verköstiigt wird, und will Einfluß nehme», daß er das gleiiche erhält, wie sie. Er aber bleibt bei seine» Angaben über-seiin Vorleben und darüber,-baß er vo» den Diebstählen bis ztlm Falle Lippmann nichts gewußt hat. Daß er eiinmal ihretwegen, anläßlich des von ihr in Arad verübten Dienstdiebstahles, in Hast-war, gibt es zu; er räumt auch ein, daß er damals einen Brillanten von fünf Karat besessen hat' und daß ihm dieser abgenommen worden ist, .setzt aber hinzu, daß er selbst es damals war, der.angegeben hat, daß die Mitringer in Klausenburg, i» Stellung war und daß er sich > hinbringen ließ und Nachweisen -konnte, daß der Brillant nicht von einem Diebstahl herrühre, sondern von ihm rechtmäßig in Rumänien - erworbenworden' ist. Der Brillant soll sich übrigens, gibt.Weinstein an, noch in Verwahrung der Polizei in Arad befinden.. ^aßiWeinstein sich - nicht genau an die Wahrheit hält, beweist ein Fund, der gestern gemacht worden ist. Entgegen seiner Behaupturig, daß er nichts mehr'von der Beute bei i sich Hobe; wurde, in seinem Rock eingenäht eine Perlenschnur mit Brillantschließc aus der Beute bei. Diirektor Lippmann gefunden. Bei dieser Entdeckung war der Mann'allerdings verlegen. Weinstein und die Mittinger waren im Frühjahr 1921 als 5)err und Frau Mitringer in Tobelbad im Sanatoriun!. In Tobelhad hat man gemunkelt, daß die Mitringers, bei ihrem Scheiden ein Leintuch hätten mitgehen lassen. Das bestreitet jetzt bje Mittinger: Mit solchen Kleinigkeiten hätte s i e sich sicherlich .nicht . abgegeben . . .. : . * Gin Miaionendirbflahl Aus B » da p e st wird geme'd;i:Bei der Leopoldftädter Sparkasse wurde Samrtqa mittags der Abgang einer schwarzkn' Lederissche. mit einem Inhalt.im Werte von mehr als 8 Millivnen Kronen, meist in fremden Voluten, «nldeckt. Die pollzeiltchen Erhebungen nach dem Urheber der Diebstahls blieben bisher erfolglos. Die. Ledertasche chefanb sich in einem Geldsckrmik. mit best,» Verwahrung der, Kassier Broun betraut war. Da Braun sich bei seinerGmvernakme in Widersprüche verwickelte, wurde er in Derwohrüntzshost genommen. - -; '?. * Verhastung eines griechische« Osfizier«. Kier ist auf Grund. einer Versländigung der diplomatischen Vertretung Oesterreichs, in Athen, der Lsjährige. Unferleutuaut der kel. griechischen Marme Demelrois M e n e d i a t r S in' seinem bescheidenen Heim, das er mit einer Wiener Svubreite teilte, verhaftet worden, weil er der Unterschlagung.amtlicher Gelder und der Fälschung eines Pastes beschuldigt erscheint. Der Verhostete behauptet, dar Opfer. eines intriganten Vorgesetzten ge- «ouden zu sein, den er jrldst ehrenrühriger Dinge beschuldigt bat und der aus Rache den Spieß umkehrte und ihn. de» Bekämpfet der Korruption in der griechischen Marine, in falschen Verdacht dringe. . * Wetterbericht. Das Wetter ist in ganz Europa vor» wiegend trüb und kalt, nur im Südcn ijt die Bewölkung gering. Fn Polen und Finnland regnet er. Voraussage: Meist bedeckt. Neigung zu Niederschlägen. T e m p e r a l u r z u n ach m e, westliche Winde.: - . Preisttrirz in Lexpichsn, Gerke« «sw. Spettozimmerreppiche, zirka 2X3 . . . . . K. 140.00^ FeWerschSyer, gestickt . . . . , ÄüvfttsrvvrhäKAe. waschbar . . 68.cüü Bettvorleger . . ... . ...... . ,18.600 Sttapazlavfieppiche . . . . . . , . . Ä l5.600 v Stores mit Einsätzen .. . . . .'. :w ■ 66.000. Ölonellötrfjeii, warm... . . . 45.000 , Step»-ecken. färbig . ... . ... . . . „ 80.000 Fußabstretter . , : . ... ... . . . . . 1.2.00 rischdecke«, tzeinen . ... . . . .. 27:00b Echt« Felle . . . .. .;r..;..w - 52.000 OttomanüherVürse . . . . „ 120.Ä)Ö ^-Pichhaus Weitzner, Wäriahitferstratze H>).; - f (Für die entsprechend dem 8 86 P.-G. mit-i-bezeichneten' Artikel und Notizen Übernimmt die Nedakiipn aurschlietzlich die vreka-setzliche Rsrankmochinä^. •Ja .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.