Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1307 (30.9.1922)
- Date
- 1922-09-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4>...vff.r^- Y'7'r mm ^Ajto.-iiALl«tffc Veite 2 Äifit, «amsriag — wenn es nicht spät sein wird! Die Möglichkeit und das Tempo des Wiederaufbaues Palästinas hängt von den zur Verfügung stehenden Mitteln ab; die aber können nur durch allgemeine Zusammenarbeit« herbeigeschafft tverden. Mehr Zionisten — dann wird der Keren .Hajessod mehr Gelder bekommen, mehr steuerzahleiche Juden Mid mehr Opfernde finden.! Darum muß die Parole für alle, die - Zion, wieder aufbauen, die den Wiederaufbarlfonds erstarkt selM. wollen, lauten: Jüdischer Weltkongreß wegen.W Äeren^Hajesiod! R. Seidrn. Oesterreich. Fra«zöfische BlSttrrstiiüme« Ätzer hie S-nler««Ksaktion. Paris, 29. September. Die Blätter begrüßen es mit Befriedigung, daß es dem Völkerbund gelungen, fei, einen Erfolg versprechenden Sanierungspkan für «die finanzielle, Wiedkrai'frichtung Oesterreichs beschlosien und dMrrch detz^ Sache des-Friedens ün Mitteleuropa züm Durchbruch Ve'r^ Holsen zn haben. „Eclair" verweist in einem ausführlichen Artikel neuerdings auf die großen Gefahren, die äus einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe in Oesterreich für die Zukunft- Donau'EuroPas und der Balkan läuder. erwachsen lväven. „Cablogramme"^ äußert sich in ähnlichem- Sinne, indem es ausführt. daß eine Reihe von für den europäischen Frieden gefährlichen Plänen durch die finaüzielle- Intervcnlion der Großmächte, die-unter der Leitung des Völkerbundes die Unabbängigkert Oesterreichs sichern soll, hinfällig geworden sei. Die Geduld der arbeitsamen österreichischen BevölleruNg sei ein gütes Vorzeichen für die Zukunft des Landes, das nun Gelegenheit haben werde, all seine Kräfte im Innern zu sanrmeln. Unter den schwierigsten Verhältnissen, sagt das Blatt, habe Bundeskanzler Seipel Beweise außerordentlicher Geschicklichkeit und großer Willenskraft gegeben. „Echo National" gibt eine ausführliche Uebersicht über die Entwicklung des österreichischen Problems seit der Londoner Konferenz, hebt die bedeutende - Rolle des Bundeskanzlers Seipel bei der Lösung der aufgetauchten Schwierigkeiten hervor und erklärt schließlich, der vom Fünferkomitee des Völkerbundes ausgearbeitete Rsümgsplan sei der ernstlichste der im Laufe der letzten Monate gemachten Versuchen den Frieden und die Sicherheit der Welt wieder herzustellen. Dem Völkerbünde gebühre die Ehr" des Erfolgs upd es sei zu wünschen, daß ihm auch die Möglichkeit geboten werde, die Losung Ächerer Fragen oorzubereitcu, die das Schicksal Uropas ge- . fahrden. Tschecho-Slowakei. Das »eue Kabi«ett. Prag, 29. September. „Ceske Slovo" zufolge ist daS P«- zramm der neuen Regierung fertiggestellt. Svehla habe dem Präsidenten darüber Bericht erstattet. Man crioarte, daß das neue Kabinett bis zum 5. Oktob«e ernanM sein werde. U«g«lr«. ■>' Die Ueberfälle der Erwache«tzr» Magyaren a«f Syuogogr». Budapest/ 27. September. (I. C. B.) In dem Tempel von N i f r b a t o r wurde am Tage vor Rosch Haschanah während 'des Gottesdienstes von unbekannten Tatew eine Sti'nkbombe geworfen. Der Stuhlrichtermchtete an die Führer der Kultusgememde die Anfrage, ob. nicht ein oppositionell gesinnter Jude die Tat verübt habe. Die Führer der Kultuögemernde erklärtem hierauf, einstimmig, daß es aufder ganzen Welt kernen Juden gäbe, der an einem solchen Tage zur Schändung der Stätte seines Glaubens fähig wäre. Auf diese Erklärungder Kultusgememde hin wurde das.Verfahren zur Eruierung des Tempelschänders behördlicherseits eingestellte Budapest, 27. September. (I. C. B.) Während am Rosch Haschanah im jüdischen Gotteshause von Szegedinder Gottesdienst abgehalten wurde, zertrümmerten unbekannte Täter die Fenster des Frcmenabteils mit Steinen und überschütteten die Frauen mit einem wahren Steinhagel. Eine der Frauen wurde von einem Stern bet* letzt. Der Numerus eläusus. London, 23. September. (I. C. B.) Mr.' Lucien Wolf ersucht das I. C. B. um Inchtigstellung des Genfer Berichtes scher seine Besprechung mit dem ungarischen ' Außenminister Grafen B a n f f h. BanM habe sich nicht zur Aufhebung^des Nu-merus clausus verpflichtet,' sondern erklärt, daß die ungarische Regierung - die bisherige Auslegung des Gesetzes urch dessen AMestdungsmethoden gegenüber den Wischen Studenten über? prüfen werde. Nach dem Eindrücke Wolfs sei die. dies- "^gliche Zusicherung Banffys Befftedigend. (Mt diesbezüglich anderer MeimMg!)> ' PolM. Die jüdische« Kandidate« für die Sejmwahleu. Ter Mock der nationalen MiMcheM» hat seine Äste ekugercicht. Unter den Kandidaten siüd folgende Juden: Zum Sejm: An erster Stelle Mg. Grunbaum, an fünfter K i r s ch b r a u n, an siebenter Farbstein, cm zMter Dr. an hvsiMM Dr.Ws.iuLie.her, Wrertee MMetzM-erruug> 36. September isrs Kritische Lagt in Konstantinopel. - Die ILalieüer Mhen ihre Trnppe« aGS der Türkei rnrürk. L o n d o«, 29. Sesttember. DoM Dev polnische Berichterstatter des „Daily Cheoniele" ffchrßibt: Die Hage DdM DaÄDnellen-Dtd iD KonstantinopÄ M Ltttz erst er nst, ei« HritisW«..MegitzMig hat gestern aMnvs sogar erklärt, -atz fie nicht schlimmer stin könne. Wie t'üs Älatt mitteilt, besteht kein Weisel, datz bas Parlament einberufe« «erden mÄrbe', falles durch irgendein widriges Ereignis znur st r i e ge kommen sollte. Auch die L a g e in Kon st a.n.ti n op el gebt zn De« üi« ruh i g ü i’g7: Rnlteß. ÄaS Käbinett werde erwöge« müssen^ welche Aktion ievgtziffe« werden müsse»' falls ein Anf-stttnd in stünstantinopel ansbreche. Man frage fich auch in Regiernngskrei^en, welche Aktionen die franz'öfische «nd die italienische Regierung vornehmen würden. Die Nachricht ans Rom von der Znriickziehnng der kleinen, itarienisthe« Oteeitinckcht kks Kanstantindpel fei n^tzrwartet gekommen* ' y > L o « h o n, IÜ, Schttwher. WutD Das Kabinett erörterte heute vormittagdie Lage, im, Orient, die nach wie vor als gleich ernst hetrachtet wird. Di« Zusammenziehung: ÜWWistifcher Truppen bei JSmid soll andanern. Der Gedanke, die Kemalisten nach HhANzien hinein-nlasse«, würde nich^t ernst genommen werdenj, da er mit der von der Regierung beschlossenen Politik im Widerspruch steht.' Die Kemalisten besetzen die neutrale . ' ■r. . Zone. Paris, 29. September. (Wolfs.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Konstanlinopel Habens die türkischen Nationalisten npnmchr' die B.es e tz.u n g *d e r r; u trslen Zone'am Südüfer der Dardanellen vollständig durchgeführt. Die gesamte Gegend, mit Ausnahme von Tschanak, sei besetzt. Die türkische Kavallerie sei durch Infanterie verstärkt und wärte die weitere Erüwicklüng ab. Hamid Bei habe gestern den alliierten Oberkommissären erklärt, die Besetzung sei durchgefnhrt worden, bevor die Protestnote der Alliierten den türkischen Befehlshabern zugekommen - sei. Die Schuld daran liege in der Störung, der türkischen Nachrichtenverbindungen, die eine Folge der von den Griechenangerichteten ' Verwüstungen ssi. Die Nationalisten. in Konftantälypel ercklären, Paß sie auf eine fteundschaftliche Regelung rechnen, Türkische Kavallerie vor de« easttfche« Stacheldkahtverhaue«. Paris, RvE.mekdef aus KonstaMnwW däß im' der Gegend von Dschanäk tür» > krschd Kavallerie As zur Wvposkenlini>e der bvrttschen Tvupj Pen vorgerückt sei. Augenscheinlich habenTürken In-; strustionen erholten, soweit als möglich voMdvmgen, solange sie nicht äuf Wldcrstaüd swßeu. Sie befinden sich , jetzt iin' un^elbarer Nähe der St^Hrahtvecha«e^ hrüter dentzn^^ dre-'englrschen' WMteN M^N.' ' / Kemal berüt mit Moska». ' London^ 89. Keptomber. (Wolff.) Rach „Daily Expreß" führt der Besitzer des Blattes, Loch Bave.rbrook, der soeben aus dem nahen Osten zurückgekehrt ist, die. Verzögeorng der. Antwort Kemals darauf zurück,. daß er mit ^Rußland Rat Pflege. Denn wenn Kemal die Konferenz, mit?den Alliierten annehme, ohne. Moskau vorher zu befrage», 'konnte er sich schließlich im Osten und im Westen isoliert finden. Es sei sicher, daß die Nationalistenfuhrer um die Zuziehung Rußlands zur Konferenz ersuchen'werden. Nach Ansicht Baverbrooks würde /es., zweckdienlich sein, diesen ^Ersuchen stattzugeben. Die Fxanzosen würden wahxschein- -lich die HauPtzegner der Teilnahme der Bolschewiken sein. >ari fiebzchnter Wislieki, an einundzioanzrgster Stanislaw Rosenberg. Zum'SemN: An twitter Stelle Mend elf oh n, an fünfter Dr. Brand e (Lodz), an sechster Jehuda Rabbwer K o w a l 8 k i, an neunter Jsak B a u mjkenner, an elfter Samuel Su ch oWiekr. i Der jüdisch^demokratische Bolksblock stellt folgende Kan-! dtdaten auf: Zum Sejm: 1. Noah P r H u d s k i, 2. SaNmel : Hirfch h o rn, 3. Dr. Jofef-Daw idso hn, 4>Dr. S-za-! bad aus Wilna, 5. Moses B u r n i l, 6. Fvän Chana L-a-ng ste i n, Schriftstellerin^ Zum Senat: 1. Samuel - -Hirschhorn, 2. Dr. Josef Dawidsohn, 3. Dr. Z.! S z a b a d, 4. Dr. Benzion Berlin (Luck), 5. Frau Ghana 'Lanystein (Mlna), 6. Advokat Musikant (MÄsk). Der „Bund" hat eine Liste seiner Kandidaten für den!.Senat innerhalb der gesetzlichen Frist nicht überreicht. Der-Redakteur des berüchtigten antisemitischen BorrlevaMetzblattes- „Dwa^ Grosze" Sadzewiez wurde vom Mock t«r Rechten zn dem Schn kandidiert. PalLstiuw >ie Ko»s»lllrvertret»ng der Tschecho» Sl»»akei in Palästina. Zu der spater dementieE; Meldmvg von der Er- . nennnng eines tschechö-flöwakischen KonsM für Palästina. erfahren wir. daß Herr William Donath in Jaffa zum „WiÄschaftsvertreter'nnd offiziellen Referenten der Tscheche-Slowakei" ernannt wurde und für derr . Posten eines Lano.xarl o us.nls. auserlMn ilt. Fra»Kretch unterstützt E«,l»ud? London, 29. September, (Wolff.) „Times" melden» das in P a r i s von Lord C u r z o n letzten Samstag erzielte Üebereinkommen sei die einzige Grundlage der britischen Politik. Selbst'wenn sich die Meldung, Italien habe die Zurückziehung seines Kontingents aNs Könstaütinopel beschlossen, bestätigen sollte, was bisher nicht' geschehen sei, so bestehe Grund zur Annahme, daß Frankteich denbritischen Standpunkt unterstütze. Angesisichts der Ungewißheit der Lage und in Anbetracht der Kosten hatten die, . britischen Minister gestern beschlossen, Generäl Harrington mitzüteilen, daß. es nach'ihrer Ansicht wichtig sei, daß er eine Persönliche Arrsamckenkunst mit Kemal erreiche, um Maßnahmen zur Vermeidung eines Zusammenstoßes zu vereinbaren, .stuch die Lage in Thrazien könne sich für die Alliierten noch schwierig gestalten. Nach dem Umsturz in .Griechenland, " Athen, 29. September. iHavas.) .Die von.den Obersten Plastrias und . G a n a t a s geführte Militärkommission hat provisorischdie Verantwortung für die Ausübung der öffentlichen .Gewalten übernommen und ist. mit den. Führer«: her. 'PenffMteu in ..FiMun-''.-getrefßg.r Zu einer Einigung üher, die ipildung des neuen KabutettS. ist es jedoch noch nicA. gekommen. Das revolutionäre, Komitee hat sich über, die Abreise des Exkönigs Konstantin, der .übrigens nicht, gefangengesetzt wurde, noch nicht ausgesprochen. - ' Fünf Mwster deS: früheren Kabinetts, nämlich Gunaris, Stratos, Protopapadäfis, Gudas und Theo tokis, wurden verhaftet. Dw -öffentliche Meinung verlangt ihre Stellung vor ein Gericht, da sie für die Ereignisse.in-Klein« Ästen verantwortlich seien. VMisetvr in Paris? - Paris, 29. September. (Havüs.) Veniselos trifft morgen aus der Normandie, wo er zu Erholungszwecke» Werlte, in Paris ein. Die »S«igltche Fa«itte hat »rieche«« - la«d »erlasse«. London, 2S. September. Das Reutersche Buveau melde» aus Athen: König Konstantin, Königin. Sophie sowie,die Prinzen Nikolaus und Andreas sollm gestern abends an Bord eines PanzerschlffeS abgeverst sein. . ' Rundschau. Bor »t«e» Kahi«ett«k»ise t« Italien. Rom, 29. September. l(TÄ.^KomP.) Das Blatt „Azione" kündigt den baldigen Ausbruch einer Mnistevkrise an. Der Sturz Factas fei mt n-ch eine Frage der-Zeit und es -handle sich nur danml, duvch welchen Vorwcmd und anläßlich welcher polilischen Diskussion das gegenwärtige Kabinett am leichtesten gestürzt werden könnte/Für Giolitti werde dann, ohne fotfe er auf irgend welchen Widerstand stößt, der Weg zur Macht frei sein. Die «ichtstii«»tge» Mitglieder des Bölkerh«»drate«. . - . Genf, SS. &epte»tUx. lSchweiz. Dch.-Ag.) Bar» t -h e l e i n h (Fmnireich) berichtet Wer die Regeln, die bei der Wahl, der nichtständigen Mitglieder des VMerbundrates zu befolgen sind. Die Wahl ist gchemr urid Hs? den ersten beiden Wahlgängen entscheidet die absolute. Mehrheit der Siimnwn^ Beim dritten S^hlgang.werden die bevorzugten Kandidaten auf eine Liste vevWtzt und die größte Stinuiunzahl entscheid^. Die AmtWuer' betragt drei Jahve. Ansscheiöenke Mitglieder sind' während dreier Jahre nicht wieder wählbar. Die Erneuevrmg der nicht-, ständigen Mitglieder findet jährlich zu einem Drittel statt. Cs wird als wünschMwevt bezeichnet, daß bei der Wahl' der sechs nichtständig Mitglieder des Rates nicht Nutz geographische u>nd ethnische Rücksichten zu nehmen seien,.! /