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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-27 · Heft 1304 (27.9.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1304 (27.9.1922)
Date
1922-09-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Leite 6 « . Wien, Mittwoch Wiener Morzenzeitimg. 27. September isss srr. 1804 * Zweiter inlerrralionaler-emvkraltscher «ongretz. Im großen Saale der Kandelskammer wurde gestern abends -er vom internationalen demokratischen Ausschüsse eindlkufene, auf sechs Tage onberaumte zweite intemalionale demokratische Kongreß, aus' Lessen Tagesordnung eine Reihe aktueller auf die demokratische und pazifistische Bewegung dezughadender Fragen slehen. erkssnet. Der Einbernlm g haben bisher 18L3nder Folge geleistet. Vertreten sind die bedeutendsten Vereinigungen des In« und Auslandes, die der demokraiitchen und Friedenstde» dienen. Die größt» Teilnehtnerzahl weisen Oesterreich und Frankreich auf. . * Der Vater der Kathedrrblüten. Der erste unfreiwillige Muss«nsabrikani von Kath-dcrolülen war Johann Georg Galle tii. weilend Profes;or für Geschichte und Geographie in Gotha. Cr sl.:? irrte m Göttrnaen nnd gab schon als Hauslehrer einen „Leilia^n;t; Geichtch^-'" hl raus, der trotz mancher merkwürdiger Wendungen im allgemeinen brauchbar war und die 9l:iffiterf[a;u?c.i Cb. Ib-torde auf den Verfasser lenkte. 17^3 wurde -?-m der Ge/chlchtsunwrnü l am Gothaer Gymnasium übir:r.rg'n. m politisch >.hr bewegten Zeiten tn$ l<9 \hx.‘% Amtes wüliew. Sn ne Sari ler gedachten noch im späteren Alter oft schmunzelnd der wunderlichen Aussprüche des gnten Presestors. t'ssen Rekord im . S'cb Verschnappen" b:s heute n-'ck n'.-ht fworochen Ist. Biele von>bnen, darunter auch em Sproß des p ure» Verth es. sa>-v elten diese Proben unfreiwilligen Humors. Galletti war in: höchsten Grade zerstreut un) von erai-'n ‘,j eraenarrig ^w pichen Geiste» daß er keinen Gekanken aussprechen konnte, ohne daß dabei schon ein neuer Gedanke - in ihm auskeimte und zum AuSdmck gelangte, feg meist mir dem ersten in Widerspruch stand oder bestensalls mit ihm nicht das geringste;u iun hatte. Was diese seltsame Veranlagung sür knurrst Früchte zeitigte, sollen einige Proben aus einer im Jahre 1>S2 erschienenen Sammlung beweisen, die die „Berliner Mo'.genpost" totcrergibt: Den Geistesheroen des Altertums fcolte es an klissische- Bildung. Brutus und Casius ermordeten Cäsar aus eine sein r Gesundheit höchst nachteiligen Weise Casar aber rächte sich und verfolgte die Mörder bis nach Afrika. Nach dem Tode Richards des Dritten konnte nicht viel mehr für seine Rettung getan werden/Sie rissen Grumbach das Herz aus dem Leibe, legten ihm den Kops vor die Füße und ließetihn lausen. Ladislaus Pcsthmnus wurde ein halbes Jahr ' nach dem Tode.seiner Mutter geboren. Maxmilian der Erste hegre die Hoffnung, den Thron aus dem Haupte seines Sohnes zu sehen. Beim U ebersall von Hochkirch schnallten die Preußen die Sättel über die bloßen Hemden und ritten in aller Eile ^am Tore hinaus. Napoleon erhielt das Recht, seine Nachkommen selbst zu bestimmen. Der Boden der heißen Zone ist sandig, der gemäßigten lehmig» während die kalte Zone gar keinen Boden bat In Portugal sängt das Klima erst im Februar uit. Die Indianer sind ein gebirgiges Hirtenvolk. Die Höhe eines Berges wird am besten in Quadratmcilen angegeben, aus denen man dann die Kubikwurzel zielt. Reichtum war im Mittelalter kein B» weis von großer Körperkraft. Das Schwein führt seinen Namen, mit Recht, denn es ist wirklich ein schmutziges Tier. Hätte der Mensch Hörner und die Fähigkeit des Wiederkauens, wäre er unstreitig ein Rindvieh. Ob der Selbstmord zu rechtfertigen ist, darüber könnten am besten erfolgreiche Selbstn'ördcr Auskunft'geben. * Versammlung der Rechtsanwalts- und Notarsgehilfe«. Die immer bedrohlicher webende Lage der Rechtsanwalts- und Notärsgehilfen hat deren beide niederösterreichischen Kammern veranlaßt, für heute um Wb 7 Uhr abends in die Volksballe des Neuen Wiener Rathauses eine Versammlung der Rechtsanwalts- und Notarsgöhilsen zum Zwecke der Massenknwdgsbung „für die Gohilfenforderunger' an Rechtsanwälte und Notare" und „gegen die Verschleppung der Hilfe durch Gesetzgebung und Justizverwaltung" einzuberufen. * Frühzeitige Schließung der Gesckastslokale wegen Lichtersparnis. Sehr viele Wiener Geschäftsleute haben gestern' m den Schaufenstern ihrer Geschästslokale Kundmachungen angebracht, in welch'n sie die Bevölkerung aufmerksam machen, daß dieselben mftlge der enormen Preiserhöhung für Gas und elektrisches'Licht hre Geschäftslokale bei Eintritt der Dunkelheit 'chließen.. * Woja-Mindestbem?ttcltenscnds. Der Vorstand der Wofa Hai die Gründung eines vcmd-ntäennteltenfonds beschlossen, der den Zweck hat, den mmdeftv<'.ni.te:ien Teilnehmern unserer Küchen einstweilen bis zum Schlüsse dieses Jahres zu ermöglichen, das Vlenü in dm 'Kuchen der Wosa um den vierten Teil des Selbstkostenpreises zn erlangen. In erster. Reihe kommen hierfür in Betracht jirüs-be Priviilchrer und Lehrerinnen, jüdische Schriftsteller, ferner di? an^ercn Kategorien von ganz besonders berücksichtigttngswür):Ien »p-istrgen Arbeitern und deren Angehörige. Kurze schr'üNche Gesuche und ausschließlich an das Zentvakbüreau der Wosa. ll. Be;.. ^er.rgasse 7, zu richten. * Pnfsive Resistenz der Straßenbahner ln Lin» Sei' gestern abend« s eben die Anaeste' len der Linzer Straßenbahn m pa siv-r Resistenz. Der Verkehr wird zwar aufrecht erkalten, aber er wird bedeutend langsamer gefahren a!» tonst, sodaß sich für dar Publiui« eme Fahrt mit »er Straßenbahn nicht lohnt und die Wagen daher nahezu leer find. Die passive Resistenz der Straßenbahner hingt mit de' Aeckand'unrien der Me'allarbei'er in W'en zu ammen. nachdem die Tramway, nnd <?!ektr'z»iätsgesellichaft ihre Angestkllten koniorm den Metallorbeitern entlohn». Auf die üdri en Betriebe der Gesellschaft Hot die paisive Resistenz nickt üdergeynffen, iodaß die Licht- und Slromoerjorgung der Stadt gewährleistet ist. * Wetterbericht. In Oesterreich hat ein Eintritt kalter Luft aus Norden zunächst stb'ecklkS Wetter mit ousoedrelleten. wenn auch ziemlich geringen'Nieder ichläaen gebracht. Inzwischrn H K es sich zum größten Teil ausgeheitert, doch ist es zi mlich kühl geblieben. Auck in Deutschland ist es bei geringer»Beavlkung iekr kühl. Voraussage: Schö»welter. aber nicht von tanger Dauer, kühl. * Keine Erhöhung der Klino-Eintrittspreife. Die Leitung des Bunde» der Lichtspieltheater teilt m>t, daß trok der durch d e jünpsten Abmachungen mit den Angel eilten «folgten Belle.'erullg der Regiekosten, eine Erhöhung der Kmo-Eintrittspre'fe nicht erfolgt ist. * Die Jüdische Nattonabibltörhek in Jervsalem von Norder« W-tdler. ^crau pepeb n von der Sch > eizer«Ichen ve.»ll,chait rur Förderung der Südlichen Laüvnatbtdüothek Mitteilungen aus dem Publikum. Anna Blaufeld Samuel Burstin •Wien, XX. Brody Verlobte September 1922 «768 „Pre bibl otl'-"'» juda'ca-, Zürich. Geßnerallee 52. 8*. 24 Seiten, Preis Tr. i.fO. Diese Schrift behandelt in übersi-"Nicken Äavtteln Geschichte. Stand. Organisation, A>'rbau und Ziel d»r Jüdischen Natio,'albibliotbek. Bef nders werivoll er'cheint un? das Bestreb-n. aenaue Daten an.zufübren. So macht uns die Broichnre bekannt mi' den Schätzen und Schsnkunaen der Midi chen Nat«onalbidliolhek und den Äomii-es die sich Wsher in 14 Staaten gebildet Koben. Ganz willkommen ist der Abdruck der Stalulen der Schweizer Geiell'chafl, die als bra"chtzares Schema für jed s Land dienen könnte, oleich w'e das vorgelchlaa?ne . Arbeitsproaramm und Wegle'tuna für freunde der Züdischen Nationalbib'io hek". Zehn iüdilche Uniorrsi'ät-vrosessoren und vi r Rabb ner in der Schwnz bi'den zur Zei! das Kuratorium der Gesellschaft »P™ bih inthoc» judaica“. Zweigstellen sind in sechs St die" errichtet. Diese gründlich vnrbe»'e'leten or^anist'rt'n Arb'ilen lasse« auf Erfolg * hrff n S'tmilicke L indessammelsiellen sollten ch das ihnen aebotene Muster zu eigen ma->'en und neue Orisoruppen sich unier Uebernahms des gegebenen Be'sp'ele» bilden. Dos Ti-eibilb. welches einen aus unfruchlbar-n Gesilden in ,in i luhtNdkS Land schwebender Genius darstellt. stammt vom Mller Aler.mder N-alin. D e Broschüre, inha't ich und bucht-chmsch e'ne aemisiendaf'e Arbeit, ist gegen Emsen'ung von Fr. 1'70 m Marken d'rekt oder von oben genannter Adresse oder durch die R.doktion zu beziehen. * Gin diebischer Postbeamter. Der dem Kauptvostamle .zuqete'lte Postunterdeamte Orkdr Dimmer, 22 Za''re oll, III Paul 'saasie & wohnhaft. wu,de am 2k. d. weoen Verda-'lles der llnirrfch'o-una mehrer-r Ausländsbriefe mit ouswStligen Valuten vis Inhalt verhaftet und am 25. d. dem Landergerichte eingellefer». In der Abteilung, der er zuaelesit war. waren wiederholt Reklamationen über verlckwundene r kommandier'e Briefe, in denen fremdes Geld zu vermuten war, vorgekommen. Man batte fckon leit April l. I. auf Wimmer Verdacht ee'iobt. und er war auch fesiher « derwa^t worden, o'me es zu ahnen. Zn der letzten $ t gewann der Verdacht gegen 'hn an BegrLnöii^p, da man hei ihm verdächtige Muchenf^oflen narna^m, io dak auf Anzeige der Pvftdirektion, für N-ederöfterreich feine Ve,- balluna e,fo>oen kennie. Bis jetzt wurdm ihm acht'ebn Fälle nachoewiefen, in denen er Brie'e aus fkandmavifchen Siaalen mi> 450 dänischen und chwedischen c ronen verschwinden sie». Statt der verunl eu'en Briefe dal Wimmer in seinem B stellausmei» fingierle Briefe e nget-agen und teilweise die Ilnlerschrifien d»r Emv'änger a?fä'fch'. Obwohl ge"en ihn erdrückende Beweis-, 'gründe ae'awme't sind, leugnete Wimmer hartnäckig seine unlauteren Machenschaften. * Neue Banknoten z« SV00ÜV K. Das Bund-sgeiehb'att vom 27. d. veröffenil' t eine Verordnung der Bunde»' reg'enma be!resi-»nd Genehmigung der Ausgabe von neuen Banknoten der Oefterreii'isch'UngarjschkN Bank zu 500000 A. * Enttochl» Teppiche. Ein etwa 35j hri?»r Mann mit dunklem, ichü'terem ^aor. schwarzen S'nurrbartstoppeln, bre'lem Gesicht, bekleidet mit grauer Kose, aeiben Kalbschuhen, dunklem Mantel und grünem ß t entlockte beule dem Alfred Mauders. Spohraosie 48 vomhafi. auf dem Sa'zgries zwei Tepp'che im Weite von elf Millionen fronen. * Zehn Kilsaram« Zyenbalt' verfchwnnbe». Leute .»wischen 3 und 4 Ahr nachmittags sind auf der Fahrt von der Ziegleraaste durch die Theoboldgasse. über den Getreidemarkk, den Rennwen. durch die Anaarg-si-, Barichgasse, Kainburaeriiraße?u-. Fabrik Siemens & Kalske zehn Kilogramm Zyankali in einer Blechbüchse verschwunden, entweder gestohlen oder verloren worden. * Für Sofef Chat« Lasten erlieqt ein Brief im Zionis'i'cken LandlSiomitee. l.. Tadorftratze 20 A Derselbe 'st negen Dorweifuna eine Legitimation m den Amisftunden von g bis V,1 miltacis und 3 bis 6 Uhr/nachmittags ab.zuholen. , * 2n Mionen auf der Skratze. Sm ock'en Bezirk wurde gestern ein Armband getunde». das aus 37 Brillanten und n-un Sapbi'en in Silberlassuno bef.eht und auf mindestens L0 Millionen Ki vnen sefchätzt wird. * Die nächste Gemelnderatsfitzung. Frei'ag den -9. d. um 4 Uhr hält der Gemewderat ieme eri'.e ordentliche Siyung nach den Somm rferirn. Auf der Tagesordnung stehen sämtliche A nge'egenheiten. welche während der Somme« ferien verfassungsgemäß duich Siodtsenotsbe'chluk oder bütgermeisterl'chr Genehmigung erledgt wurden,, für die aber nach der Verfassung de nachträgliche Genehm'gung erforderlich ist. Verrixe, Vorträge «nd Derfammlungr«. VereinTikwatb Iehudo. Leute, l/t9 Uhr, gemütl'che Zusammenkunft im Kludheim, ' Ht.. Vennoplatz 1. — Verein E r e z Israel, H., Zirkusgasie 33. Fnsolar technischer Ech»ieripke,len findet die Wtedereröfinung unserer hebräischen Krfe (Anfänger-. Mittel- und Forlges rittenen- Kurse) und Enolifchkurie endgülitg am 16. Oktober kalt. Anmeld'ngen auch der f üherrn Ve,ucher) nur mündlich i« VereinsloKa^e täglich ab 8 Uhr abends. Urania. Leute. 5 Uhr (Großer Saal): Da« Mitlelmeer. l',6 Uhr (Kurslaal): Univ.-Prof. Dr. Eduard La ft i e: Die tsterrerchi che Moderne (1890/1920). II. Uhr iKIub aa>): Vr. Otto Rommel: Karl Spilteler und das mythische Schaffen m der Literatur der Gegenwart. II. >/,8 Ult (Glotzer Saal): Unser Alpenvolk und «eine Lieder. V,8 Uhr (Kleiner Saal): Viiv.-Dozent Dr. Julius Dauer: Die Bedeutung Gregor Mendels für die Vererbungswlffenfchaft. */,8 Uhr (Kursiaal): Dozent Dr. Amold M a d l 4 . Beamtenadbau. lJ9ü Uhr tKlubsaaU: Max M i l l e n k o v i.ch - M o r o l d: Richard Wagner und die deutsche Dichtung, (V. '/,8 Uhr (Lehrsoal H): Fachlehrer Ferdinand Strauß: Das W'loobsi und seine Verwertung. l. — Das Problem des Todes. Umo.- Prof. Dr. Max K a r t m a n n, Mitglied des Kaiser Wilhelm- Znstituies in Berlin, spricht Donnerstag den 28. d.. '/,8 Uor. im Großen Saale der Urania. Die Frag»« des Alterns, des Steiben.s der Lebewesen und die Möglichkeit einer Ausschiebbarkett dieser Erichernungen flehen heute im Mittelpunkte de, biologischen Inlereffe» und oer wiffenfchisllichen Diskussion. Der Vortragende wird auch den in jüngster Zeit zur Beurleilung dieser Frage autactauch en Gesichtspunk en Rechnung tragen und circ zusammenfassende Darstellung des Tod-Problems bieten. OllH ir.z. Abonnenten für! Jnn llil **" ''Wiener f * v*.i3jjorflei|jCjt|U|gl( * Ernährung. Die Lebensmittelmärkte. Die günstige Belieferung der Wiener Lebensmittelmärkte hält an. Die Kariofselzufuhren haben sckgar etwas zugenommen, so daß der Kartosfelpreis infolge des steigenden Angebotes gestern zurückgegaugen ist. Aus dem Naschmarkt wurden Kartoffeln schönster Qualität bereits um 1100 K. pro Kilogramm verkauft. Auch die Preise für Weiß- und Rotkraut haben eine weitere Ermäßigung erfahren, weil das holländische Jmpor'kmut, das teilweise von besserer Beschaffenheit ist als das inländische, einen starken Preisdruck ausübt. In der Großmarkihalle gab es Fleisch in Hülle nnd Fülle. Eine Preisänderüng ist nicht eingetreten, doch ist noch in dieseit ' Woche ein weiteres Sinken der Rindflcischpreise zu erwarten, da der Preis für lebende Rinder auf dem Viehmarkt in St. Marx eine fallende Tendenz zeigt.' Keine Erhöhung der Milchprcise. Vor einigen Tagen fand rn Wien eine Beratung von Vertretern der Landwirtschaft, der Molkereien, des Milchgroßnnd Kleinhandels statt, in der beschlossen wurde, gegenwärtig von einer Erhöhung' der Milch- Preise abzusehen. Die Landwirte wollen die Aktionen der Regierung abwarten und sind der Auffassung und Erwartung, daß nunmehr durch das Sinken der Preise auf verschiedenen Gebieten auch ein Rückgang aller Bedarfsartikel der Landwirte und der Löhne sich vollziehen wird. ' Deutsches Volkst^^ater. Gastspiel Alexander Moissi. Wer T o l st o i s Dranta „U n d d a s L i ch t s ch e in e 1 in der Finsterni3".ouf sich wirken läßt, muß wißen, daß diese Dichtung unvollendet geblieben ist. Tolstoi hat darin die Tragik seiner letzten Lobensjähve niedcrgelegt: den Zwiespalt zwischen seinem Wollen itwb dein Leben seiner Familie, dem er widerstrebt und das er verurteilt; sein leidvolles Verharren müssen in dieser sündhaften, kranken, nach seiner tiefsten Ueberzengung verbrecherischen Umgebung. Mer in diesem Werke, das mit Herzblut geschrieben ist, predigte er auch mit wuchtiger Kraft seine Lehre Uober M o i s i i £ Nikolaj Iwanowiksch können wir mir wiederholen, was wir vor Jahren sagten, als wir ihn zum ersten Male in dieser Rolle sahen. Er darf in diesem Stück nicht als Schauspieler gewertet werden, und der Beifall des' Theaterpnblikums nach den Aktschlüssen klingt wie ein Mißverständnis. Er vermittelt das Leben, das Schicksal, die Seele Tolstois, und er vermittelt sie wie em Diener am Merk? Gottes, wie ein Apostel, der die ganze Schwere, aber auch das ganze Glück seiner Sendung trägt. Man dankt in'Ergrissenheit. ' Mehr noch als damals empfanden wir.bei dieser Vorstellung, mit welch außerordentlicher Tveffsicherhsit Moifli den Helden im Sinne Tolstois verkörpert, der dieses Stück nicht vollendete, weil er noch in tiefem Ziespcvlt lebte, der die letzte Tat erst später setzte, als er Haus und Familie verließ, u.n einsam zu sterben. Eine ungewöhnlich sorgsapre, . und von Hans B r a h m verständnisinnig vorbereitete Borstellung hob Moissis Leistung. Unter den mitwirkenden Künstlern sind der überaus geglückte Bovis Herbert Watt i e k s, der General Rudolf Täublers und ganz besonders Aurel Nowotnhs Oberarzt hervorzuheben. Dieser Künstler entwickelt sich zum Charakterdarsteller ersten Ranges. Ein zweiter Gast. Lina Lossen als,Marja Jwanowna. sagte uns weniger zu. Recht verdient waren auch die Damen Markus, Werner, Witzmann sowie Herr Kutsche r a. Es war nicht nur ein Erfolg Moissis. Auch die Kiinstlerschar des 2>cutschen Volkstheaters kam zu Ehren. O. %. Das Aktisrrsprograrnm der Volksoper. B's Neusabr gelangen zur Erstaufführung: „Boris God.mnov' von Mussorgski, ^Louise* von Lharpentier mt>> das qigantii«t>e Oprrndruma .,Tke Children of Don“ «Text von T. E. ^ll's von Josef Lolbroocke — deutscke Urauffützrunq (Ersiaus ührung unter Artur N'kistz 191 i in Londons Neuinszenierungen und Neustudter u n g e *: Jedes im Repertoire befindliche Werk, begiimend mit .Arda", «Carmen". „Koffmanns Erzählungen". An der Inszenierung der Erstaufführungen arbeiten gemeinsam: 'Direktor Gruder-P >ntram. Ober pielleiler Max Kaas und der dünstieftscke Beirat Anton Ludrig. Tie musikalische Leitung der ersten Novität „Baris Godounov" sowie von „Louise" von Chorpentier liegt ,n den Künden Egizio Massinis. Die Vorbereitung der Novitäten sowie die Neuinszenierungen bilden zugleich die Vorarbeit sür das Gastspiel in England, welches d,e Vv'ksvver am Avfanq des nächsten Jahres in London mit 10 Werken» „The Children of Don“ on der Spitze, beginnen w'ro. Neu-ngagements >m Perionalltand. i. Kapellmeister E. Ma fini von der Siaatsvper in Bukarest, Oberspielleiter Max Knas von der El otsoper in Berlin» ierner rau Euaenie Be'alla (All) vom Opernhaus in Dortmund. Frau Fried! Böhm Sopran) vom Deutschen Landesiheater in Prag, Flau Marga Dannenberg lM^zzo) vom Opernhaus in Bres au. Fräulein Marie Schwarz (Sopran) vom Stadttheater in Innsbruck, Kerr Anton Ludwig lyr. Kelde t-nor), welcher außerdem a's künstlerischer. Beirat und Dramaturg der Bolkropcr v-rpflichlet wurde. Emanuel List B.ßr von Ne,v-Bork. Dr. Paul Lorenzi (Bariton) vom Stadu>'rater in Baüm. ' Ga si spielvertrage wurden mit Frida Leider (Stoaisoper Berlin). Kammer.ängerin Aline Landen (vom Opernhaus in Leipzig), Kammeriänger Robert Lutt und Friedrich Schorr (S aatsoper Berlin) abgeschlossen, sowie Keinrich Schlusnus (Stoatsoper''Berlin) und Sigismvndo Zalrschi (Scala Mailand) für je 40 Abende als Gälte oeipflichtet. Aus den Theatern. Im, B u r g i h e a t e r gelangt morgen Franz MalnarS Spiel „Der Schwan" zur Aufffuhrung. Es wirken mir die Damen Aknah, Bleibtreu, Kasznica, Landt, Littitz, Mell und Wilbrandt, die Herren. Dachler, Moncza, Müller, Georg Reimers, Romverg,- Schmidt, Schott, 'Schmöle -nnd Hans Thimig. Anfang 7 Uhr. Im Akademietheater wird morgen der Schwank -Der Raub der Sabiner innen" .von Franz und. j SS'MMIMUÜ

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