Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1226 (30.6.1922)
- Date
- 1922-06-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Wiener MoegenzeMrrs. ' L0. Juni 1923 Nr. 1226 Für die Medizinische Fakultät in Jerusalem. Die Vereinigung amerikanisch-zionistischer Aerzte hat im Laufe des letzten Jahres für die medizinische Fakultät der hebräischen Universität in Jerusalem rund 400.000 Dollar gesammelt. Eine Kommission der Vereinigung wird sich demnächst nach Palästina Äegeben, um die Eröffnung der Fakultät in die Wege zu leiten. Deuesi, Pirk <& Cs. Die Inhaber in Haft. Die Korrespondenz Wilhelm berichtet: Im Sicherheits- Vureaü sind in der letzten Zeit wiederholt Anzeigen eingelaufen, denen zufolge verschiedene Kommittenten der Firma B e n e s i, Pick u. Ko., 1. Bezirk, Wollzeile 15, geschädigt erscheinen. Die Höhe der Beträge, um die die Anzeiger geschädigt sind, beläuft sich bis jetzt auf 7 0 Millionen Kronen. Im Sicherheitsbureau führte Regierungsrat Dr. W e y b o r a die Amtshandlung. Die Erhebungen ergaben, .daß sich die Firma schon seit längerer Zeit im Passivstand befindet und trotzdem fortwährend Geschäfte durchführte und neue Aufträge entgegennahm. Schon die ersten Erhebungen ergaben, daß die Bilanz für das Jahr 1921 nicht festiggestellt war und daß auch die Bilanz des Jahres 1920 noch nicht abgeschlossen ist. Bei einer oberflächlichen Uebersicht wurde festgestellt, daß einem Pasilvstand von zweieinhalb Milliarden Kronen ein Aktivstand von einer Milliarde Kronen gegenübersteht. Da nach der Durchsicht der Geschäftsbücher offenbar ein strafbarer Tatbestand vorzuliegen schien, wurden die drei Chefs der Bonlsirma, Alfred Pick, Moritz Benesi und Robert Oswald, Mittwoch nachmittags in Haft genommen. Die Firma hat bereits am 24. d., als die Situation unhaltbar war, um das gerichtliche Ausgleichsverfahren angesucht. Es wurde auch ein gerichtlicher Ausgleich bewilligt und zum Ausgleichsverwalter der Oberbuchhalter der Kreditanstalt Kollitschek bestimmt, der mit der Sichtung der Bücher und des Aktiv- und Passivstandes beschäftigt ist. Die Bankfirma besteht unter dem Namen Alfred Pick u. Ko. schon seit zirka 15 Jahren, und wurde erst im Vorjahre, als Oswald in die Firma als Mitchef eintrat, auf den Namen Benesi, Pick u. Ko. protokolliert. Die drei Geschäftsrnhober werden nach Abschluß der Erhebungen dem Landesgerkcht cingeliefert. Bei dem Verhör gaben die Firmenchefs zu, daß sie seit Monaten sich schon insolvent wußten; dazu habe besonders beigetragen, daß sie die Finanzierung der Firma Jergitsch und Sohn anstrebten. Sie sollte mit Hilfe der Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Durch widrige Umstände habe sich die Transaktion um drei Vierteljahre verzögert, und dafiittcb sollen die Schwierigkeiten der Firma eigentlich entstanden sein. Obwohl sie wußten, daß sie insolvent waren, ließen sie sich in immer neue Geschäfte ein, in der Hoffnung, sich durch gute neue Geschäfte zu sanieren. Sie täuschten sich ober in ihren Hoffnungen und gerieten immer tiefer in Schulden, bis sie schließlich ihre Insolvenz anzeigten. Die kalifornische MMonärin im ZrryyisiLeNsMal. Die Verhaftung der Gattin des Dollarmillionärs Mr. George E. Paddleford hat nicht nur in Wien, sondern auch in Paris, New Jork und Kalifornien rissiges Aufsehen gemacht. Von allen Seiten bemüht man sich, der Frau zu helfen und ihr Vorgehen zu erklären. Mrs. Paddleford wurde in der landesgerichtlichen Haft von Krankheit befallen, sie mußte in das Jnquisitenspital gebracht werden. Wie schon gemeldet, hat der Gatte der Frau aus Kalifornien depeschiert, daß er die Kosten für die Reise in die Heimat für die beiden Kinder und ihren Lehrer trage; demgemäß sind gestern abends alle drei mit Unterstützung amerikanischer Freunde nach Paris abgereist, wo sie dann mit der von Mr. Paddleford telegraphisch angewiesenen Summe die Heimreise nach Kalifornien antreten kö-nnen. Die Tochter hat in Wien eine Anzahl Gesangsstunden bei der Kammersängerin Frau Elizza genommen und dabei eine Begabung zur Opcrettendiva bekundet, die für ihre Zukunft eine glänzende Laufbahn erhoffen läßt. Einer unserer hervorragendsten Operettenkomponisten soll die Idee haben, ihr für eine Novität, die im Herbst herauskommt,.eine tragende Rolle zuzuweisen. Frau Paddleford staurrnt aus einer reichen Familie. Sie hatte zu Beginn dieses Jahres mit ihrem Gatten aus privaten Gründen eine Auseinandersetzung, deren Folge war, daß sie, ohne ein Ehescheidungsverfahren einzuteiten, mit ihren beiden Kindern und deren Lehrer das Haus verlassen und eine Reise nach Europa ängetreten hat. Sie besaß eine Anzahl Bons und Schecks und gedachte, sie in Europa zu verwerten. Man hat ihr aber geraten, die Verwertung aus den Herbst aufzuschieben/ da die Konjunktur im Frühling nicht günstig war. Frau Paddleford befolgte den Rät. Sie hat dann die Reise nach Europa gemacht und sich in mehreren Städten des Kontinents ausgehalten. Mrs. Paddleford soll von einer geradezu krankhaften Verschwendungssucht befallen sein. Sie behauptet auch, daß man ihr überall, wo sie Einkäufe besorgte, die Sachen förmlich auf'ged'rängt hat, auch wenn sie sagte, daß sie momentan kein. Geld habe. Die Kalifornierin ist von Stadt zu Stadt unter ihrem richtigen Namen gereist. Auch das führt sie zu ihrer Entlastung an.Als sie in Wien auf Betreiben der Äuzerner Polizeibehörde vechaftet wurde, hatte sie alle Sachen, die sie in Luzern bezogen und nicht bezahlt hat, noch im Besitze. Das hat auch ihr Anwalt, Dr. Rudolf Skr ein, der Schweizer Behörde mitgeteilt, indem er hinzufügt«, daß sich Frau Paddleford erbötig machte, die Sachen auszufolgen, um den Schaden gutzumächen. Mit Bewilligung der Behörden wurden einige Sachen aus den Koffern, die der Verhafteten gehören, zu Geld gemacht, um den .Unterhalt ihrer Kinder. Und tzes Lehrers zu Die verhafteten alldeutschen Marder» Berlin, 29. Juni. (Wolfs.) Die der Teilnahme an der Ermordung Nathenaus überführteu Personen, die vom Berliner Polizeipräsidium festgenommen wurden, sind: Kaufmann Schütt in Berlin, Kaufmann Diestel in Berlin, der Besitzer der Autogarage, wo der zur Mordtat benützte Wagen untergebracht war, der Gymnasiast Gerd T e ch o w in Berlin, der Bruder des inzwischen ergriffenen Mittäters Ernst Wertster Tcchow, ferner der Student Willy Günther in Berlin und der Gymnasiast Stubenrauch in Berlin. Gerd Techow, Günther und Stubenranch waren Mitwisser, beziehungsimse Urheber des Mordplanes, Schütt uuö Diestel Mitwisser, beziehungsweise Begünstiger des Mordes. Die Festnahme weiterer der Teilnahme an der Mordtat Verdächtiger steht zu erwarten. * Slerdesatt. Gestern früh ist hier der Redakteur der „Allgemeinen Oesllrreichischen Korrespondenz", Karl S L n e i d e r, im Älter von 59 Jahren cestorben. Redaknur Schneider war ein überaus pflichteifriger und fleißiger Miiarbeiier der Wiener Togesbläner und hat sich wegen feiner besonderen Gewissenhafrigkeit und seiner hervorragenden Charalnereigenschafren großen Ansehens er freut. Das Leichenbe gängrsis des Verblichenen finden Sonntag den 2. Juli um 11 Ahr vormittags am Reuen israelitischen Frirdhof in Simmering (3. Tor) statt. * Promotion. Die misrachistische Landeszentrale ladet alle Freunde zu der heute an der Wiener Universität statt« findenden Promotion des Herrn Simon Federbusch zum Doktor der Philosophie ein. * Heute keine Sitzung im Rathaus. Die für heute anberaumte Sitzung des GemeinderateS findet nicht statt. * Eins inkerrsianl«; Verrnftll!irng. In der Wiener prvleslanlisctzen Kirche hot aejlr-n die Trauung des Kandelsaltaches der amerikanischen Gestmd chall, Kcrra U p s o n, mit Frau Slla Käse n 5 h r I. der Wi!n?e noch hm verstorbenen Rkchrs'chrer cn Dir Wiener, AniorrMt Professor Kasenöhrl, staltzefunden. * Jüdische Literatur in französischer Uebrrsetzung. In Daris erscheint demnächst im Verlag La renaissa,nee des livres eine französische Nebersetzung der Werke 'von Schalom Asch. Der. erste Band umfaßt Aebersetzungen seiner besten Erzählungen: „Das Städtchen", „Der jüdische Soldat", „Eine Karnevalsnacht in Rom", „Absalom und Ruth" und „Die Erde". Die Uebersetzung wurde von dem bekannten jüdisch-französischen Schriftsteller L. Blumenfeld besorgt. Blnrnenfeld hat bereits einzelne Erzählungen von Mendele Mocher Sforim. Perez, Schalom Aleichem, Hftschbein, Reisen, Opatoschu, Weißenberg u. a. ins Französische übersetzt. Im Herbst erscheint eine von ihm besorgte Anthologie der modernen jüdischen Literatur. * TlnljsrmiUlchr ArrgeNeMv in Mischen Geschäften. Das Organ des ZsnirolvereinZ d.ülstiver Staatsbürger jüdischen Glaubens, die „Allgemeine Jugsndzsilung* * hatte vor Kurzem gegen jene d e. u t s ch n a' t i o n a X e n KandllmgsaehMen Stellung genommen, die in jüdischen Geschäften angestellt sind und trotzdem eine wüste ontisemttilche Kehe betreiben. Der. d.'Uischnattonale Kandlungsgshilfenverein in München sah in einer Stelle des Artikels einen Angriff auf die Koalitionsfreiheit und ' lud leine Anbänger in aufsehentrreuenden Plakaten zu einer Prolesjversammlung ein. Bei der Abstimmung über die stark antisemitisch gefärbte Resolution kam es zwischen deutschnattonalen Versammlungsteilnehmern und Mitgliedern des Allgemeinen freien Angestelltenbundes (Afa), die sich an der Abstimmung nicht beteiligen wollten. 51t lebhaften Zusammenstößen: es gab m e h r e r e V e r l e tz t e.' * Der Frauenüberschuß. Der Krieg hat das Zahlender« hältnis zwischen männlicher und weiblicher Bevölkerung wesentlich verändert und einen großen Frauenüberschuß geschaffen, der sich innerhalb dieser Generationen auch nicht durch den häufig nach Kriegen bemerkien Ueberschuß männlicher G?- b :rttu ai.?rsic'chen letz: wcN ben das Mißverhältnis h-inptsöchlich bri den hcirotssäaigcn Altersklassen liegt. Der Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" ist zu entnehmen, daß von den 475 Millionen Menschen Europas ungefähr 250 Millionen Frauen sind. Der Frauenüberschuß Europas vor dem Kriege war ungefähr 9.5 Millionen, jetzt beläuft er sich auf etwa 26 Millionen. In Rußland kamen vor dem Krieg auf 1000 Männer 1042 Frauen, im Jahre 1920 aber 1299 Frauen. In Deutschland wurden vor dem Krieg 1026.4 Frauen auf 1000 Männer gezählt, nach dem Krieg 1100 Frauen. Es ist klar, daß sich daraus schwierige soziale Fragen ergeben. * DegrLdnisfe arn heMZsrr Tagt- Alter Friedhof: 8 Ahr L i ck t s ck e i n Bertha, 9 Abr 30 Min. Bergmann Berta. 10 Ahr Schleifer Julius, 10 Ahr 30 Mtn. Glaset Julie. N Ahr Stein Adalbert - Neuer Friedhof: 10 Ahr F e r b e r Ignaz. 10 Ahr 30 Win. Krumh 0 l z Isidor. 10 Ahr 45 Min. Mauerst e i n Walke, 11 Ahr V r a ndeis Bernard; H Uhr 80 Min. Bo! l a k Margarete. 12 Ahr ßerrmanit Moritz. 12 Uhr 30 Min, Roth Berta, 1 UhrFischer Katharine. - - * Telephon irr Ottenschlas. Am 3 Juli ML wird heim Poitamte Ottenfchlag der Telephondierft ouigr,Eins». Die Gebühr für die Einheit des gewöhnlichen Gespräches zwischen Wien und Ollen schlag beträgt SÄ K. * Amtlicher Wetterbericht. Durch Druckfoll,wur'e dir allaememe Westsiidmell-Strömung über Europa ln eine westnordweslliche odgelenkt. Diese Drehung Halle auf de« Festland eine starke Abkühlung mit wesentlicher Verlchlechterunn des Wellers zur Folge., VoraussageWechselnde, allmählich abnehmende Bewölkung. Aufdören der Niederschläge, kühl, westliche Winde. — Der gestrige Tag brachte für Wien starke Regengüsse. Vormiitags ging starker Kagelschouer nieder. * Lohnbewegung \m Waler- und AnttrelHergerverbe. Wir wir erfahren, stehen sei! gestern die Gehilfen im Mater- und Anstreichergewerbr teilweise im Streik. Der Kamps dreht sich um dir Swslegung der letzten Jndexberechnung, da die Gehilfenschaft den Standpunkt einnimmt, daß die von dm Meistern am 9. d. bewilligten - 2-2 Prozent nickt in die am 10. d. verlaulbarte 71prozennge Indexziffer emzübezikhen sei. Drr Stundenlohn b-trägt 88) A.. Die Meister erklärten sich im Kindliche auf die Teuerung bereit, zusammen 52 Prozent zuzulegen, was einem Stundenlohn von U44 K. üleichkäme, während die Gehlljenlchalt 1510 K. vera taufe * Eine Pestepiderniü in China. Wie „France-Jndnchkne mellet, Hmict in R ovd ch i u a die Lungenpest und forder!. täglich 600 Opfer. Die Epidemie soll auch durch die zahlreichen. nicht begrabene:: Leichen der letzten Kmnpfe begünstigt lvvroen sein. Die chinesischen Truppen haben um das Seuchen, gebiet einen starken Kordon gezogen, um den Bewohnern da- Verlaßen dieses Gebietes unmöglich zu machen. * Ein rumänischer Offizier als Urknndenfälscher. Auf Ci> suchen der hiesigen rumänischen Gesandtschaft wurde am 28. d. der ehemalige Oberleutnant des rumänischen Jägerrogiments Nr. 7 Joan Olanescu verhaftet, da gegen ihn ein Haftbefehl des Militärgerichtes des 4. rumänischen Korpskommandos . vorliegt. Olanescu gab im Sicherheitsbureau an, daß er im Jahre 1918 Menageoffizier bei der rumänischen 8>rmee gewesen sei und für seine Truppe die Lebensmittelliefernngen durchzuführen hatte. Bei einer solchen Lieferung hat cr nun im Mai 1918 die Unterschrift seines RegirnentSkvmmandanlen auf einen Fassnngsschein für Wein gefälscht und will deshalb auch vom Hceresgericht bereits in Untersuchung gezogen und einen Monat kn Haft gewesen sein. Da die Untersuchung in dieser Angelegenheit weiter dauerte nno Olanescu auch sonst stets Mißhelligkeitrn mit sejnen Vorgesetzten gehabt haben will, sei er im November 1918 aus Rumänien geflüchtet und habe sich in Budapest niedergelassen. Als jedoch im Mai 1919 die Rumänen . in Budapest einrückten, wendete er sich nach Wien. * Volksbildung im Technischen Museum. Samstag den 1. Juli, 3 Uhr nachmittags. Führnnasvortrag: „Seifen- und Kerzenerzeugung" von Ing. Dr. E. Sedlacek.— Sonntag den 2. Juli, 10 Ahr vormiitags, im großen Körlaale Lichtbilüsroortrag: .Siedlungen" von Baurat Arch. Ing. O. R. Tmik. * Koscher-Selchwaren. Schönfeld. Fellner & Lv., II., Kaidgasse 5, täglich frisch. Chaluzim Rabatt. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zionistische Bezirksseh tidn Leopoldit a d t. Samstag den 1. Juli, um 8 Ahr abends im etgenen Lokal. II.. Ztrkusgaffe 33, dringende Ausfchußsttzung. Die Aurlchukmiiglieder. wie auch die von. den Sprengeln gewählten Mitglieder wollen bestimmt erscheinen. Urania. Keute, Freitag. 5 Ahr (Großer Saal): In den Felswänden Tirols. l/ß Uhr (Großer Saal): Beherrscher der Lüfte, Ahr (Kleiner Saal): Akademischer Maler Emmerich S ch a s f r a n: Toskaniche Kunst des XV. Jahrhunderts. V-8 Uhr (Kleiner Saal); Ferdinand S ch e m i n z k y: Elektrizilät und Lebewesen. Hl. Das Verholten der Lebewesen der dauernder elektrischer Beetnflußung. '/-8 Ahr (Klubsaal) - Robert F r i e d nt a n n: Goethe als Denker und der Begriff des Lebens. V. _ Krre» Kajemeth l'Fkrael, Jüdischer Nationalfonds, II., Täborstr'aße 59. Teleph». Nr. 40-3-16. Fortsetzung zu Ausweis Nr. 8/7 vom 20. bir» 25. Juni 1922. Zentrale: Ing. Wolf Mmdk, Plava. b. Görz a. N. Ing. Emire Stock, Triest 20.000. Gold.. Buch Prof. Rosenfelü: Smlg. Adolf Krell 1000, Smlg. Julius Käspel 4200- Smlg. Julius Günfer 6000. Smlg. K. Kanner 6?O..'Smlg.-Tibor Mellinger 2000. Smlg. S. Rappaport 70o, Smlg. Friedmann 760, Div. 300; Smlg. Brükel anl. d. Kochzeit Regine Rechtschaffen- Siegfried Schächter: Siegfried Schächter 10.000, Brüder Stark 5000, Joses Schächter, Siegm. Rechtschaffen je 5000. Bens. Wohl, Braun je 1000, I. Feuer, L. Brandwein je 500. Dw. 2600; Maler R. Gullmann, Prag. anl. Kerzls 13., Todestages 10:0, K. Wolf 9O0, Div. 620; 1. Bezirk: d. Fr. Franha Rittermann: Max Ernst 13.200, I. Keliczer 1200, S. Bergmann 2000; 3. Bezirk: Pinskerhain d. N. F. K. Schräge: Torf d. S. Korowih 10.000; Prater-Sprengel: d. 3. I. Meilen:. Beth. Ennsg. 6496; Smlg. L. Kah: Dr. Singer, Edith Kleiner je 1000, Div. 300; Ak. Verein 4000, Kochzeit Weifser-PerlmUtier 5000: 3. Bezirk: d. I. Gewitsch: Dr. Frieda Bäu a. N. Dr. phil. Adolf Bau 1000, statt Blumen auf das Grab ihres Schwagers Wilhelm Bau 1000, P. Lichtenstern 500» Div. 200; Gold. Buch einir. Keinrich Fuchs: Dr. Leo Rappaport 4000; Familie Dr. Leopold Drucker anl. Kochzett Marianne Drucker- Ziltau 10.000; I. Gerwitsch 620. Fr. Dr. Frieda Bau 988. Adolf Dübner 8241.50; d. L. Kalpern: Druckmann 1400, Laudon 1300, L. Kalpern 620, Weller 1129. E. Stein 1412. S. Stern 1000, Dr. Kolm 1216, Wayer 500, Menczel 241tz, Sektion III. 2837. Dr. N. Schur 8438, Div. 36l0; Dr. Rodert Fischer anl. d. Todestages Kans Jokl gest. 15. Juni 1915 in Irkutsk 10.000; Div. 1832; Gold. Buch Keinrich Fuchs: Familie Fuchs 10.000. Adolf u. Max Löwy 3000. Familie Brückner 2000, Ernst Pottak 1000; 6. Bezirk: d. Ing L. Schön: Robert Kien £000, Bankbeamte 740, Kochzei Kartenstein-Franzenstein 300b, Z. s. h. VI./VIIT. dankt Ober- Kantor Margulies 1000. Armm Pollak 1500; 9. Bezirk: Dr. Nissan Gotdstein a. N. Aron u. Lola Grteschik 5000. Nathan Tartakvwer anl. Verheiratung seiner Tochter 30.000; Sophie Goldhammer-Garten: Dr. Leo Goldhammer u. Familie zur Erinnerung an seine am 30. Mai 1922 verst. Mutter 50.000, anstatt Gralulalion an s. Bruder Dr. Lazar Goldhammer zur Geburt seines Sohnes 5000. Bühne und Kunst. Deutsches Volkstheater. (Gastspiel Alexander Moissi.) Auch im „König Oödipns" gibt Moissi sein Bestes und Eigenstes. Aber bei wiederholter Begegnung mit ihm in dieser griechischen Tragödie verstärkt sich der Eindruck, daß Oedlpns keine Moissi-Rolle ist. Sein König ist kein antiker Heros, erst ehern, dann von Furien gejagt, sondern ein Priester, der dann Büßer wird. (Stif femininer Ocdipus mit Erlösergestc. Traut man diesem König zu, daß er mordete? Daß er der Hort der Thebaner? Kann aus dieser Brust der grimme, rauhe Achillese zorn loSbrechen, wenn er den Kreon richtet, wenn er den großen Scher Teiresias anfährt? Die zottige Männerbmst fehlt. — Aber di? letzten Szenen: der dreifache Aufschrei, der Abschied von den Kindern, das Sel'bftgericht und das Fortwanken des Gebrochenen, der sich selbst blendete, lassen alle Einwände vergessen. Trotz der Erschütterung nur für einen Augenblick. —. Leine Rolle. M UeLandex MorM