Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1298 (20.9.1922)
- Date
- 1922-09-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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-rr <■ ,c » |W «» ,! , «"VT .-'V 1 “ ’ «X* ) '^"'l * if1'1 (\pVM' »f, ' ■ |v? ^«-V" I / ''''''' '''' ' 4 Gerte 4 Wien, . Mr^MÄege'r^ektrirrg. 20. September 1922 'Nr. 1298 Belgien akzeptiert de« deutschen ZahlungsvorschLag. r »tiiffel, 19. Sept-mber. (WW.)' M Eiche Telcgraphen-Agontur utctbct, hat der Deutsche (Geschäftsträger Landsberg heute -Vonnittags dem Minister des Ämtern Jas Par M-itge teilt, daß die Reichs bank, nunmehr bereit sei, die Sechsmonatwechsel int Betrage dort 270 Millionen Mark, fällig dom 15. Februar bis 15. Jtt't 1923, unter Verzicht aas die zunächst perlangten Verlängerungen auf 12 und 18 Monate zu unterzeichnen. Unter diesen Umständen faßt die belgische Regierung eine gütliche Losung der strittigen Frc.gr ins Auge auf den Grknidlagen, di^ die belgischen Delegierten in Berlin ausgestellt hatten.' Der Batiks« rmd die heilige« Stätte« i« Palirstirm. Rom, 17. September. (I. C. B.) In offiziellen Vati- 7auischen Kreisen in man mit dem vok Lovd Balfour dem Völkerbund tiliergebenen Plan der Znsammensetzlmg der Kommissionen für die heiligen Stätten sehr unzufrieden. Bekannttich sieht der ettglische Plan ein Volliomntission mit einem aittcrifani s.chcn Protesten te u als Vorfitzen-den und drei Unterkomrnissronen, eure christliche, eine mnselntanifche und eine, jüdische, vor. Die Entschei-' dungetr der drei Unterkommissionen haben aber nur bri Einstimmigkeit endgültigen Charakter;, koumrt eine Einstimmigkeit nicht zustande, so entscheidet der Präsiden! der Vcllkommissiort.. Laut den Amßerungen der . katholischen Presse befürchtet nian in vatikanischen Kreisen, daß der protestantische amerikanische Vorsitzende die katholischen Interessen hintansetzen und den 3 ioni s in k und die Juden begünstigen Mich. Ter Heilige Stuhl verlangt, daß die politische Berlvaltrmg der he'li-'e-r. d u ,;alästi.ra residierenden Konsuln bestehenden Kommission übertoiesen werde. Wie cs heißt, hatder' Vatikan eine diplomatische Note an die Kabinette der katholischen Nationen gerichtet, worin er um Unterstützung seines Vorschlages bittet. Wie aus vatikanischen Kressen der Presse mitgeterli wird, bestehe rm Diozesanausschuß der Platt, einen gemc'msslnen Schritt der katholischen Körperschaften beim Völkerbund zn veranlassen.- l.ohalomantsation XVi'en JfidiseSe 7 Uhr abends Morgen, Bonoerstafe ds, im Feslsaal des Hotel Continental, II. H- <v 4,;-r TabörMr. 6 des Dichters srms eigenen Schriften. v Der Frage-ogrn für -en PsLkistma- Ms«datar. Im Sinne des Statutes über das Palästina-Mandat ist die Mandatsmacht verhalten, jährlich entert Tätigke»ts-Bericht m den Völkerbundrat zu richten. Der Bölkerbundcat hat nun in Form eines Fragebogens - die Richtlinien für den Jahresbericht ftstgestellt, welche der Abfassung des Tätigkeits-- oerichtes als Richtschnur dienen sollen. Bezüglich des Artikels 2 bev Mandats (das jüdische Nat-wnÄhrnn) /werden folgende Ftsgen^zu beantworten sein: ‘ 1.-Welche Maßnahmen wurden .ergriffen, um dW Lande, diejenigen politischen abministvabwen üM'Wirtfchäftuchen'W' dingungen zu geben, welche die Errichtung des jüdischen R atio nalhe ims für das jüdische Volk sichern? u 2. Welche Vorkehrungen politischer, administrativ« und ökc-ttoinischer Natur wurden getroffen, um die Entwicklung der Institutionen mit autonomer Verwaltung sicherzi'.stcllen? L. Was ist politisch, . administrativ und 'wirtschaftlich vorgekehrt worden, um die bürgerlichen und religiösen Rechte aller Bewohner Palästinas, , ohne Mcksicht auf Rasse und Religion sichern? Hinsichtlich der Jewish Agenc y hat der Jcchresbev.ki't auf folgende Fragen zu antworten: / 1. Wann und in welcher Weis« wmÄe die JewifhAgmey ossiziell anerkannt? 2. Wurde dieser Agency im abgelausenen Jahre der Dttwc-ltung irgend, ein Rat gegeben? ' Z. Welcher Art und in welchem Ausmaße erfolgt die ’ Kooperation dieser Agency mit der Verwaltung von Palästina in wirtschaftlicher, sozialer und in anderer Richtung? 4. In welcher Weise hat diese Agency an der Entwi-.kltmg des Landes terlgenommen (statistische Daten Wer die erütlten Ergebnisse)? . , 5. Welche Schritte wurden im Einvevuchmen mit der bttitischeu Regierung unternommen, um..die Mitarbeit Ltller pudert, welche an der Errichtung des jüdischen NationalhtzMZ .r itjuarbeiten wüschen, zu sichern? I Betresfend die Einwandertrng werchetr-. folgende Fragen giftelll: ' - 1. Lüelche Maßnalzmen wurden zur Erleichtevung der liuv; »t Einwanderung ergriffen? % Welche Maßnahmen wurden zur Sicherstellung der Rechne u.irb der Stellung der übrigen Teile der Bevölkerung erpr.istn? ' . / 3. Was ist im Einvernehmen mit der.Jewish Agency geschehen, um die Ansiedlnng von Juden cntf dem Lande anznspornen? ' 1. Welches Ergebnis hatten dvose Maßnahmen? Ür-berdies heischt der Fragebogen auch ebne Antwort aus die Frage, welche gesetzgeberischen Aktionen im Wnklange mit Artikel 7 des Mandats durchgeführt oder, entworfen wurde», um. den Juden die Erlangung der palästinensischen Staatsbürgerschaft zu erleichte-rn. Der Wrige Teil deL- Fvagebogens bande n unter anderem von den Rätionalftäten (Art/ 7), Jurisdiktion. (Art.. 8,. 9 und 10), von;hpc, wirtschaftlichen Gleich« ffell’tnfl (Art. 11 und 18), den heiligen Stätten (Avt. 13 und 14), der Gewissensfreiheit (Art. 15 und 10) ben..; nrilitstvssMl Klauicln (Art. 17) usiv. ' . " ' - Karten erhältlich: im Konsumverein, II., Blumauergasse 1; Buchhandlung Löwlt, .Rotenturmstrasse 22; Karteribureau „Aida“, II., Taborstrasse &; an der Abendkasse und an dem Schalter der „wiener Morgenzeitung“, II., Taborstrasse 1—3 Tagesbericht. Kahl« »nd tzalz für die Arme«. Eine Bitte an alle Oesterreicher. 'Von Bundeskanzler Dr. Ignaz 'Seipel. Der Winter steht vor der Tür! Mit Bangen sehen tausende Familien dem Einbruch der Kälte entgegen und - erwarten sorgenvoll den Tag, da sich zur Teuerung noch der Wiltierfiost gesM. Für einen großen Teil der Bevölkerung ist Kohle unerschwinglich geworden und tmssende Mütter/ die'ihre Kinder vor Kälte nicht schützen können, tausende alter Leute, deren Gesundheit der Winterkälje nicht Stand Hali, fürchten das Mherrücken der kalten. Jahreszeit. Ich ruft die.Bevölkerung Oesterreichs zur Selbsth i l f e in dieser Notlage auf. Wer immer in der'Lage ist, für einen armen Haushalt den Ankauf von Kohle und Holz zu erntöglichen, soll dazu beitragen. Der reichere Teil der Bevölkerung soll den ärmeren S'chichten helfen. Jeder soll es als feine Pflicht ayfchßn, . nach seinerr defterr Kräften . Lei einem so großen Werk mitzutnn. Oesterreicher sollen ^Österreichern., helfen, damitnirgendwo Holz und Kohle Mr die Evivärmuttg der Wohnungen bedürftiger Familien^fehle, damit Kinder und alte Leute nicht frieren und die Gesundheit eines großen Teiles der BsvMerung, die durch Kriegs- «und Hungerszelt arg geschwächt ist, nicht .noch mehr geschädigt werde. Wir wollen uns feböst helfen und niemand darf sich der Pflicht entziehen, sich diesem großen Werk cm§u* schließen. So wollen wir dem In- und Auslände zeigen, welche Kräfte der Solidarität noch in Oesterreich lebendig sind. Bon diesem Werk der SeWhilfe, das unter meiner persönkichen Leitung stehen wird, darf sich niemand ausschließen. An a l l e B e s i tz e n d e n ergeht hiermit die dringende- Äuffordenmg, nach besten Krüftetr GÄd zn spenden, das zum Ankauf von Holz und Kohle für die arme Bevölkerung bestimmt sein wnd. Die gesamte Presse Oesterreichs wird gebeten, Geld für dieses HrlfSwerk in Empfang 5«t‘ nehmen. Me Pöstämter, die Banken und BaukfAtalen sollen Beiträge, für den genannten Zweck entgegemrolhmen. Wenn die' Bevölkerung' L^terreich^ sich' pflichtbew^lßt tn den Dienst der großen Sache stellen wird/ weiden rm kommenden Winter die Armen von ihrem giwßten Schrecken, von F r ö st« n d K ä lt e, befreit sÄn. ch. Die Dnrchfichruug der Mion „Kohle und Holz für die Arnten" wird ein Komitee unter dom Vorsitz des Bundeskanzlers Dr. S e r p e t leiten. Das Komitee wird allen nrit Fürsorgetatigkeit bsschäftigten Vereinen, ohne Unterschied der Richtung, Gelegeicheit zur Mitürbeit geben. Wiener ziouistischrs Lok«lko«rter. Seule, 7 Ahr. Sitzung krs Lokalkomitees. — Jugendamt. Morgrn, S Ahr. Besprechung aller angeschlossrnen Jugendorganisaiionen. . 6 e p* Wiener Gemeindereit. (Außer ordentlich« Sihung am "IS. t e m b e rh «L 24. September eine Slrabenbähnfahrt 170S Slr,«e». In einer außerordmilichen Sitzung hat gestern der Grmeinderat die von uns dereiir gemeldete ÄrhShung des Sttaßendadntariss mit den Stimmen der Majorität beschlossen. Demnach wird vom 24. d. ab der Einheitstarif 1700 ü. betragen. Sn der Debatte verlangte der chrWchsyztaie Wortsührer K u n s ch a K vergeblich — wte schon früher bei den Erhöhungen des Tarifs — die Sinsthrung des Zonentarifs unter Stnweir auf den Stafsellarif in deutschen Stödten, wie München, wo ein Tarif mit &, 7 und 10 Mark bestehe und zwar mir Umsteigberechtigung. Die Majorität -es Semeinderates billigte hie Ausführungen ches Referenten' G ut m <r i i u g. «ulcher die Nviwendiakeit der Erhöhung des Strgtzendahntariser begründete» obwohl sie das Defizti öet Straßenbahn immer noch nicht zur -änzr deMt. Liermif wurde die Sihung geschlossen. > - - Die Oafsenscheinp der DesterpeMsch-untzdMDn^Banh, österreichische GesWtssühruch,. üRr^ind Millistn M>sten nutz -über fünf »Millionen Äroneü niit &in 'Mltmck" Sop^ tember 1tz22, sind von. der Hcntptanftcilt Wien ansgestellt, auf -woißmr, mit WüsftMchen versehenen Papier gedruckt nup Hvag.-Ä an Hr-r-.,kiHeD.Seite einen Juxtonabschnitt, der aus Teilen eines aus ornametttalen, Elementen zusantmengesetzien Streife-° besteht, in dessen Mitte sich die Firma: ,,Ocherreichi.sch.> ungarische Bank" befindet. Ter U«tetgrnnd de r Vorderseite zeigt'in ver«> schltmgonen kleinen Bändern die Anfangsbrtchstcrben der Firma und in der Mitte das statutarische Megel der Bank in ovaler Ausfi'chrung. Die Kassenscheine zn einer Million Kronen sind in den Farben grün-orqnge-gLttn, die Kassenscheitte zu fünf Millionen Kronen tu den Farben orange-blau-ovange gehalten, Der Untergrund der Rückseite, bei den Kassenscheinen zu einer Million Kronen in den Farben violett-gründiolett, bei den Kassenscheinen zu fünf Millionen Kronen in den Farben blau-rot-blau gehalten, besteht bei den erstereu ans kleinen verschlungenen ^Bändern mit dent Firmenwortlattte der Bank, bei den letzterHw,auS einer in verschlungenen,realett Bändern gehaltenen ornamentalen Zeichnung.' Zl-ttf diesen Nritergrnniden ist auf der B o r der feite, und zwar frei 'bett Kassenscheinen zu einer Million Kronen in violetter, bei den Kassenscheinen zu fünf Millionen Kronen in grüner'Farbe, in einem ornamentierten Rahmen der nachfolgende Text gedruckt: - „(Wertbezeichutlng in Ziffern.) (Wertbezeichnnng in Ziffern.) Kassenschein d-rft Oesterreichisch-uügarsschen Bank, österreichisck)e Geschäftv. - führrmg, . wofür dent Ueberbringer bei Sicht (Wertbezeichnnng in Worten) Von der-gefertigten Bankanstalt bezahlt werden. Wien, am 11. September 1922. Oesterreichisch -ungarische Bank, Hauptanstalt Men. Kasparek. -Komorzhnski. Für verlorene Kassenscheine, wird erst nach deren gerichtlicher Kraftloserklärnng Zahlung geleistet." Die linke Seite trägt außerhalb ornaKentiertett Rähmerts neben dem Juxtenabschrtitt qnergestellt die Benrerkung: „Dieser Juxtenabschnitt ist vor Verletzungen sorgfältig zu bewahren." Die Rückseite zeigt 'die 'Wertbetzeichnüng in Zistern und Worten sowie die StrafbesbimMNg! „Die Verfälschung Nachahmung von Kassenscheinen der Bank wird gesetzlich bestraft.^ Die Serien-,und Nuntmernbezeichrmng ist b-ea den Kassen^ scheinen zu einer Million Kronen auf der Rückseite, bei den. Kasfeuscheinen $u fünf Millionen Kronen auf der Vorderseite' angebracht. Den Kassenscheinen ist links auf der Vorderseite das statutarische T r o ck e n s i e g e l d e r B a n k'beigedruckt. Kafie»sche1«e der Oesttrrerchisch-««» garischr« Ba«k Ader 1 Millto« ««d 5 Wi>i»«e« Krönest Mm dez Ku^HwmistermmL fiir UiMPii urWWtz. .A-LSMht^tzeWtenf' ünvw-i««Khe^ Der FaszifteusShrer D»da« über best » A«ttsemtt1smus. Alessanvw D ud.an, Mitglied der italienischen Kamnter und einer der Führer der Faszisten, weilte mit den übrirru Delegierten der Interparlamentarischen Konferenz in Budapest und äußerte sich in einem Gespräche mit einem Redakteur deS „Bilag" über die Ziele des Faszismus und seine Stellung zum Antisemitismus. Die Faszistenbewegung wirb — führte Dudan aus.— im allgemeinen als, ein Gegenstoß gegen die bolschewikische Propaganda und als eine Folge dcs" Bolschewismus. hingestellt. Diese Darstellung ist jedoch irrig. Die Faszistenbewegung entwickelte sich unter der italienischen Jugend noch während der Kriegsjahre, also zu einer Zeit, da Vom Bolschewismus noch 'gar keine Rede war. Nur insoferne besteht ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Faszismus und dem.Bolschewismus, daß wir . nur. dann zttr Waffe griffen, wenn es sich als ein Gegengriffs gegen deü bolschewikischen Terror notwendig erwies. ' Das faszistische Lager rekrutiere sich aus der Intelligenz und den Arbeiterschichten, aber nicht, wie angenommen werde,; aus . dein Straßenpöbel. Dies werde sich bei den neuen Wahlen zeigen, aus welchen nicht,'wie bei den letzten Wahlen, bloß 85 Kon- . didateu siegreich hervorgchen werden. Es ist, wie Dtrdan besonders unterstrichen wiiffen wollte, dumme V e r I c tt m b tt n g, von den,Faszisten gu verbreiten, daß sie?liitsscmiten feien. In Italien gibt es keinen Antisemitismus und kann auch kein Antisemitismus existieren,, erstens, weil es uv Italien int ganzen 4Q.0OO bis 50.000 ,Ju>n.gibt und diese riatttrgentäß genau so großen Anteil an der nationalen Arbeit haben wie, die Christen, und andererseits auch deshalb nicht, weil nur'rin. geistig niederes Niveau den Boden für 'einen?(ittijcinit:cuir,t^ abgeben kann. Die Faszisten hingegen bilden durchaus nicht die Partei des geistig niederen Niveaus, es dürfe nicht übersehen werden, dgß der Führer der Faszisten Mussolini ehedem einer der Führer der Sozialistenpartei war und daoffizielle Organ der.italienischen Sozialistischeir Partei,-beu „Avanti", redigierte. Im übrigen muß festgestellt werden, daß sowohl in dev FaSzistenpartri als auch in ihrem Generalstab eine große Zahl Juden sich befinde. Noch einmal will ich betonen, daß die Faszisten in gleicher Weise gegen die Demagogie von links wie von rechts kämpfen. s Ei« Z«fl«cht,ort fRr jüdische Fi»chtli«ge. Aus London wird uns berichtet: Die „D o a r d' o f Sßvish Deputies^ für Südastcka «it dt« Sitze in' U o h » » n » but g 4«t ttt viMitc«: mabgehattsnen Beratung auch mit der jüdischen Flüchilingrsrage besaräftigl. Es ^Lss, Herrenv^iisclie.-sowie alie Herrenmodeartikel in der b«esibekanliftdli feinsten Qualität «ÄÄ^ drciiMch-MoEaELMN Sl^CBek :%lenl , U.l- Hallandstr. 10