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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-18 · Heft 1296 (18.9.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1296 (18.9.1922)
Date
1922-09-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Bei dieser Gelegenheit soll auch ein B ra n d ausge- Llärt werden, der kürzlich aus höchst mysteriöse Werse in einem der Betriebe der Wiener Ziegelwerke entstanden ist. Man vermutet, daß Generaldirektor Zacharias diesen Brand gelegt hat, um Bewerfe für seine verbrecherische Tätigkeit aus der Äelt zu schaffen. Die Polizeibehörde hat in der Wohnung des ZachaickaS fremde Valuten nnd Aktien im Werte von mehr als einer Milliarde vorgefunden und beschlagnahmt. D« werteren Nachforschungen erstrecken sich nun davcruf, ob ZachariaS bei hiesigen Banken Depots und Engagements besitze. Selbstverständlich beziehen sich die Recherchen der Polizeibehörde auch auf daS Vorleben des Zacharias. Er ist vor mehrewn Jahren aus Deutschland nach Wien gekommen. Wie verlautet, soll er schon einmal in Stuttgart wegen betrügerischen Gebarens in gerichtiücher Untersuchung geftomden sein. Man hat sich noch knapp vor der Berhaskmg bemüht, zu einer . Schadensgutmachung am die Wiener Ziogelwerke zu gelangen, allein cm der ungeheuren Höhe der Schadenssmmw, die sich auf drei bis vier Milliarden belauft, sind alle Verhandlungen gescheitert. Zacharias hat es verstanden, sich rn die besten Kreise emzudrangen und an Mitglieder der Hochfinanz heranzukommen. Auf diese Weise ist es ihm geglückt, eine Vertrauensstellung zu erlangen, die Hm für seine verbrecherische Tätigkeit daS werteste Feld bot. Nie Erteilung des OeffentlichLeitsrechtes <m dss Jüdische AeargyMnafiAM. Me wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, wird die Erteilung des OeffentlichkeitSrechteS an daS jüdische Nealgymnasu.m in einigen Tagen erfolgen. Der Akt ist vom Bvndrsmmrsterium für Unterricht günstig erledigt worden und befindet sich bereitim Stadtschulrat. Die Schüler werden voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche ihre Zeugnisse aegett staaigültige mngetauscht bekommen. B»rle?««g David ViasAis. Donnerstag den 21. d. um halb 8 Uhr abends findet fat Ftstfaal des Hotels Continental, 3. Bez., Taborstraße Nr. 6, eine Vorlesung des Dichters David Pinski (New- Dork) aus eigenen Schriften statt. Karten erhältlich im Konsumverein, 2. Bez., Plumauergasse 1, Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez., Roteniurmstratze 22. * Still« Kleiuirhett. Man schreibt uns: Dm Tage nachdem Wiener Meeting, das anläßlich der Bestätigung de8 Palästina- Mandats durch den Völkerbund veranstaltet wurde, brachte ich bloß von einigen Bekannten, die noch nie einen Heller für jrMche Zwecke geopfert hatten, und nur in sehr fragwürdigem Zu-smmnhenang mit ihrem Volle stehen, im Handumrchen ein nettes Sümmchen für Palästinazwecke auf. Mit Leichtigkeit könnte in jedem Geschäfte, in jedem Bureau, in dem auch nur einige Juden antzestellt sind (und es gibt in Wien wohl viele Tausende solcher), an jedem.Monatsersten ein solcher Beitrag aufgebracht werden. Dem Aufbau unserer Heimat würden ailf solche. Weift regelmäßig Millionen, wenn auch nur österreichisch Kronen, zugeführt, wenn sich überall eine Person fände, die ein« Viertelstunde im Monat der jüdischen Sache zu opfern bereit ist. Herzl schuf, als seine Hoffnung auf We Mitwirkung der reichen Juden fehlschlug, den Nationalfonds aus den Geldern der. Armeen. Ebenso wird auch unser Uusdansonds nicht in den -Geldern der Juden ans Valuta starken, sondern in den aus den Ländern entwerteter Währung kommenden Opfern seine imposanteste Stütze finden. An diesem festen Willen zu positiver, wenn auch geräuschloser Arbeit schein^ es jedoch leider noch sehr zu fehlen. Sa hatte ich vor einigen Togen Gelegenheit, mit. dem Sekretär eines Wiener Tempelvereins zu sprechen, und erfuhr von Hm, daß in diesem Tempel bis vor kurzem Spenden für den NatipnalfondL nicht übernommen wurden. Unter den Tompsvbesuchern war gegen diese Haltung des Vorstandes eine kleine Opposition entstanden und schließlich gab der aus alten Wiener Bürgern, treuen Söhsien der liberalen Aera und noch treueren Lesern der „Neuen Freien Presse" bestehende Vorstand nach. Bon diesem Augenblicke an — wurde nicht ein Heller für den Nationalfonds gespendet. Sapienti fat! Die Herren vom Vorstand schmunzeln und niemand kann, e8 ihnen verargen, wenn sie über eine Sache, deren Verfechter eS so wenig ernst mit ihr weinen, noch geringschätziger zu denken beginnen. Der ermißt, wer vergilt den Schaden, dm unser Pollsschatz durch solche Mitläufer erleidet? Mitteilungen ans dem PiiblikilN. Möbelfabrik J. Spira Feine °>- WlD, III., MMlWM |—] Wohoungselnrichtuiu;2n. (Ecke Karl Schwelghofergasse) fSCHUHE^ I kür Herren, Damen und Kinder 1 B in erstklassiger Ausführung I 1 ngrsu konkurremsBosan Preisen "M 1 I Schahhaas ,Zum Straßenhof* | WS®n, SS,, Taboretr. 24a j * WieLererscheinen der „Arbeit". Das Organ des deutschen Landesverbandes der Hapoel Hazair „Die Arl eit", welcheverschiedener Schwierigkeiten wegen im vorigen Jahre sein Erscheinen einstellen mußte, wird nunmehr wieder als Monatsschrift zu erscheinen beginnen. * Polnische Ein- und ArrZwariderungSstatistik. DaS polnijche EmigrationSburean hat eine interessant Statistik der Ein« und Auswanderung in Polen veröffentlicht. Danach folgte daß. polnische Emigratwnsbureau während de8 JahveS 1821 an 109.003 Emigranten Vifen aus. Jen« Emigranten, die alS Saisonarbeiter-nach Frankreich und Australien -Ingen, zählen nicht mit. 79,2 Prozent aller Visen wurden an Juden ausgestellt. ‘ " '' * Unfall durch ein Automobil. Gestern vormittags um viertel 10 Uhr wurde der Kaufmann Gustav Epstein, in der Kärntnerstraße von einem Automobil niodergestoßen. und erlitt schwere innere Verletzungen und Wunden am Kopf und an den Händen. Er wurde vom Chauffeur bewußtlos ins Wisdner Krankenhaus-gebracht. Während ein Teil der Augenzeugen und der Chauffeur behaupten, Epstein sei von einem Straßcnbahnzug der Lim« 62 abgespr-ungen und inS mäßig schnell fahrend« Auto gelaufen, behauptet om anderer Teil, daß das Auto sehr rasch gefahren ist. * AhweUsng MM?k Ssv-ierender an -er Rigaer AntvsrMSr. In die Medt.üniscke Fakultät der ieiii chrn Universität in Vwa wurde in diesem Jahre ll e 1 n e 1 n z i a « r her v 75 sühMen Aspiroylen ausgenommen. D'e wenioen Luden, die Aufnahme landen, naren bereits Absolventen medizinischer Fakuft töten im Ausland, Lei denen er sich bloß um die Erlangung deK Glaast diploms gebandelt hat. Die südliche Zeüung „Dos Volk" k ommenitert diese Tatsache in dem Sinne, dak die Rigaer Koch« schule ge?en die jüdischkn Studierenden ein« M maskierie Pro* zrntnorm xraßtiziere. (3. S. B.) Briefkasten-er RedaMe«. Persrveislnng. Wmden S'e sich hrieslich an Joint Disixi* Lulion LMMlttee New-Poch. Scheihe. Eie haben Anspruch aus Dergülunu. — S. R. Der Aut^r des betteff-nde» i^euille* ions -ft r«r Prager Dich!« und PerMr de- Werkes ..Helden* tum. Chkistenlum. Judentum". Der OMsavzt. d Redigiert von Dr. Sanel Beer. Wo und wann erholt sich der Lungenkranke. Wenn der Arzt ein Ausspannen aus dem anfteiben^ den BeWfsleben im Herbst«, Winter oder Frühling aus' Gründen der Gesundheit für notwendig hält und zu einem mehrwöchigen Aufenthalte aus dem Lande, fern von drr Großstadt rät, bekommt er fast stets dom Patienten die Antwort, daß eine Erholung doch nur zur Urlaubszeit im Sommer möglich sei. Die meisten Menschen können sich ein Echolen zu keiner anderen Jahreszeit als im Sommer vorstellen und wissen auch gar nicht, daß für viele Krankheiten gemde der Herbst oder der Frühling die geeignetste Zeit zum Aufenthalte auf dem Lande ist, weil die Patienten den um diese Jahreszeiten in der Großstadt herrschenden ungesj'm-ereu klimatischen Verhältnissen entzogen werden. Die schlechte Wittenrng zwingt mehr zum Verweilen in der städtischen Wohnunng oder zum Besuche von unhygienischen Vergnügungen, die zum Beispiel für die Krankheiten her Atmungsorgane vön Nachteil sind. Wenn die Mode, nur iw Sonrmer aus Urlaub zu gehen, immer nrehr qbnähnie, wäre die Wandlung zu begrüßen, west dann das hastende und drängende Erholen und die ungestüme Nachfrage nach Ruheplätzen nicht uöstg wäre und die bessere Verteilung der Erholungssuchenden auf die einzelnen Jahreszeiten der in den bekannten Kurorten üblichen ausbeuterischen Fremden" indnstrie wirksam begegnen könnte. AuS der Beschränkung der Reisemoglichkeiten hat auch hie Klimatotherapie (die Lehre der Ausnützung der klimatischen Verhältnisse) insofern Nutzen gezogen, als die Aerzie gelernt haben, die Kurgelegenheiftn des engeren Heimatlandes auf Krankheiten anzuwenden, derey Besserung man früher etwa nur an der See oder in einem bestimmten bekannten Orte in der Fremde erwarten durfte. Diese Erfahrungen wurden insbesondere Lei der Heilung der Lungenkrankheiten gemacht, Die. lungenkränken Soldaten genasen bei gemischter Köst fern von Meran, Aegypten oder der Riviera in unserer waldreichen Gegend mit mittlerer Höhenlage rasch md. gründe li'chst, wenn sie wollten. Gewiß ist Deutschland mit den vielen hundert«! Heilanstalten für Lungenkranke in den verschiedenen Teilen de's Reiches besser daran als das arme Oesterreich mit seinen wenigen, an den Fingern der Hand abznzählenden Pflegestätten. -! . Wir wissen heute^ daß es kein Klima gibt, das di« Tuberkulose zu heilen verinag. Ein Kranker in vorgeschrittenem. Stadium stirbt ebensogut im Norden, wie im ' Süden. Im Gegenteile, die erfahrensten Lungenärzte streben eine Heilung des Kranken unter den gleichen klimatischen Verhältnissen an, unterd enen der Kränke früher lebte und in der Zukunst zu leben beabsichtigt.! Das planlose Herumreisen der Lungenkranken hon Kurort zu Kurort, hat sich als unpraktisch und verderblich erwiesen. Das, worauf es hätte ankommen sollen, eine Abhartunng des Krankem:, ist damit nicht erreicht worden. Der Patient, au ein mildes Klima, an beständiges Ausruhen und Nichtstun gewohnt, war nach mehrjährigem Aufenthalte im Süden fast stets der Gegenstand bitterster Enttäuschung, lveil die klmmüschen Verhältnisse daheim ihm nicht zusagten, Ganz anders verhält sich ' die /Hache, wenn für den Kranken die Möglichkeit der dauernden UabevsMlung in ein günstigeres, mildes Klima bestcht. Der ■ Kranke bedarf einer Anregung seines Stoffwechsels, die m einer Besserung der Atmung, des Appetits und des AllgeinembefrndenS zum Ausdruck kommt, er bedarf ferner eines windstillen, staubfreien, gut besonnten Ortes — das Ms gibt es in unserer Nähe genug. Mtzt der Kranke gar noch die Zeiten ans, zu denen sonst gerade kerne Ueberfüllung herrscht, das ist gerade die. Herbst- und Frühlingszeit, dann gewinnt er neben wohlftilere« Aufenthalt auch noch die Aussicht auf freundlicheres Entgegenkommen der Wirte und Erfüllung seiner perschrlichen Wünsche.!' Diesen Bestrebungen stcht als Hindernis nur der Umstand entgegen, daß die zur Aufnahme größerer Massen geeigneten klimatischen Orte derzeit nur aus Sommerbetrieb eingestellt sind. Es scheint sich jedoch langsam in bezug auf- >den ganzjährigen Betrieb eine' WaMmrg vorzuberei-ten. >' ■ . . Die Phosphorsäure in der Kost. DieNahnmg des Menschen setzt sich bekanntlich aus Eiweiß. Fett, Kohlehydraten (ZuckeMsfen). Mineralsalzen und Wasser zusammen. In jüngster Zeit hat man die Wichtigkeit der sogenannten Zusatzstoffe (Vitamine) erkannt und auf deren Mangel in der Nahrung gewisse Krankheiten wie Beri-Beri, Pellegra oder Rachitis z-urückgesührt. Der Krieg, der eine veränderte Ernahwng vieler Mllionen Menschen mit sich bmchte, hat der Ernährungslehre^ neue Problem« vnsosevne zu lösen gegeben, als sich eine Reihe von neuen Erkrankungen als Folge der Hungerkost einstellten. Bei dieser Gelegenheit wurde man hei den verschiedenen Stoffwechselversuchen auch aus die Bedsutumg^ der Phosphorsaur« im menschlichen Haushalt ausmertsam. Bonn Wachstum und Gedeihen der Pflanzen spielt dig Phosphorsäure eine große Rolle.' Mt Phosphaten gedüngter Boden gLt gesteigerten Ertrag an Nutzpflanzen. FretgeiyLhlt«, ausreichende Kost gewährleistes rm allgemeinen die genügende Zufuhr von Phosphorsäurc, die sich reichlich in Fleisch, Fett, Giern, Milch mvd Käse findet. Bei dem Mangel dieser Nahrungsmittel während des Krieges stellte sich eine Vevarnmng des Körpers cm PhySphorsäure ei-n, welcher Umstand eine allgemeine Körperschwäche bedingte. Pan Professor Embden unteLnommene Unterstichun- M an Soldaten Bergleuten bestätigten die Wichtig- feit der Säure für den ChemisMtS der Muskelarbeit. Zufuhr von PhoSPhorsäuve erhöhte di« Leistungsfähigkeit dev Muskeln. Der Muskslmnfang der . Arm- und Bemmuskulatu'r nahm sogar zu. Das Gefühl gesteigerten Wohlbesrnhens und geringerer ErmMnrg nach anstrengenden Uelhungen stellten sich nach mehrwöchigem Gebrauch von Rerresal ein, unter welchem Namen Tabletten von Natrnunphoöphat in den Handel kommen. In der Netonvaleszenz nach sieherhasten Krancheiien, besonders wenn Milch a,ls wichtigster Pposphorsäureiräger nicht ge-nügeich zur Verfügung steht, ebenso gegen die verschichenen Beschwerden während der Stillperiode wäre ein Persuch mit Zusatz von Phosphocsäure in der Kost zu cirrpfchlen. AerMcher Fea^ekasten. I. Birnbaum. Die Heilung des Trachoms ist sehr langwierig rmd hängt vom Stadium ab, in dem sich die Krankheit befindet. Man muß mit mehreren Monaten, bisweilen auch Jahren rechnen. Behändlungstnöglschterten gibt es in Wien genug. Mer die Hohe der Kosten läßt sich keine bestimmte Zähl aWobkN. — Aengstliche Mutter. Di« angegebene Davinstöramg beim Kinde dürfte kaum mit der Impfung zusammenhiingen und ist nicht beunrühigenid, wenn das Kind dabei zunimmt, wir Sie angeben. Als Beikost können Sie mit einer .KaWknochenstiP^, später mit Milchweszengriesbrei beginnen. Ziegenmilch. E sist bekannt, daß hei Ernährung mit Ziegenmilch ein« schwere Blutarmut austreten kaim. Aussetzen mit dieser Milch und Uebc-MNg zn gemischter Kost bringt sichere Heilung, -- Lksstigeß Leiden. Dia WavM an der bezeichneten Stelle sind wähl durch jibernlähigelr weißen Fluß bedingt, der eilt krankhafter und der BehqMnng bedürftiger Zustaud ist. Zie wsrten, äesto ködere Preis«? müssen Sic zahlen. Packen Sie daher rasch ihren Bedarf in engl. Stoffen, Regenmänteln, Damen* y f-fcrrenwäeche, Beilwüsche, Strick- und ptOrstwaxen eto. rm konkurrenrlos billigen Preisen im Warenhaus Schiffmann II., Taborstraße W f^Ieplipn 4y*?«7f5 En $r<»9 En

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