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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-17 · Heft 1295 (17.9.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1295 (17.9.1922)
Date
1922-09-17
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien/Sonntag Wiener Morgenzeikung. 17. 'September 1922 Nr."'1ZS^'/ In dem gegenwärtvzen Zeitpunkt hat nun die politische Regierung, der eS an der Teilnahme der Juden an den Wahlen liegt, auf den Tisch des Sejm ein Autonomie- Projekt gelegt, in welchem weder von der Anerkennung der jüdischen nationalen Rechte noch Von ihrer Gleichberechtigung die Rede ist uüd das von den Judenwie ein Faustschlag empfunden wird. DiöseS Projekt allein könnte bei der in den nächsten Tagen stattfindenden Beratung der Zionistischen Organisation in Ostgalizien Mer ihre Stellungnahme zu dem Wahlen die schwersten Be-, denken gegen das Verlassen der bisherigen politischen . Richtlinien auslösen. Schwiegervater hc§ Fnnfkihchner'Polizeikonzipienten, der selbst aus ehemals uWari-schem Gebiet, erst vor einigen Lagen nach Fünfkirchen übersiedclte, überg-eben. Run kommt das merkwürdige.- Ans seinen Rekurs an das Ministerium des Innern er- ' hielt ^)roß unter.Zahl'7ß87—1922, heziehuttgswei-se 31^6-22, ° deni M'inisteriaK>esthG/ wonftch'<Groß.ausdrücklich mst, der-, s elb e n BeMn^ün-g^. „weiter ider indischest Rasse anWort", i nunmehr a u s d e m g a n ze n 3 a n,d i S ge biet e a"ü s g e-' wihs-en wichj, und daß üher. ihn, für den Fall, als seine Ab-,. schiebimg'Mör die Lände^grenz-e Aüf Hindernisse stoßen^ sollte, -die Internier im g in' Zalaegerszeg verhängt werde. Mas die gut fortschreitenden Berhrrnd: ln.n gen in G e nf h e tr ifft, wandet sich die Regievtm^ mit dem Ersuchen an die. . Oeffentlichteit, dep mancherlei angeblich von / „wohlunterrichteter Seite*! stenmrenden Nachrichten, die'her gemigenden BcHlmMgiimg entbchren, decket Äber/ob sie nun günstig oder mtyüinstkß'' sauten, allzusehr geeignet sind/ Beunruhigung -hervorzitt' rufen, keinen G taub e n beizUntesse n. - Die Re-- gierung wird nach wie vor die mit begreiflicher Ungeduld auf eine Besserung Hoes Schicksals wartende Bevölternug von jeder entscheidenden Wendung unterrichten, sobald; eLder Stand der VerhaMungen erlaubt. Büdapsstsr Mosaik Fruchtfröhliche Studienreisen. — Ein bekehrter Antisemit. — Bo« RrrmerLtz ckarrsuS. — ,-Weil er der jüdischen .Msse aüZö-" hört." Den Delegierten der. Jnterparlamentürischen. Konferenz, die, ei er Wnlfldung der ungarischen.' Regierung folgend, nach' Budapest gingen, ist cs nicht besscr'crgangen als allen früheren Delegationen und Kommissionen, die sich bei ihren: Studium der ungarischen Verhältnisse der Führung der ungarischen-Negierung ariverirauten. Tchiveinsperkölt und Kscskemeter.Hmdtvem bringen di? Studienreisenden in eine Si'nnnnw, in welcher man selbst das heutige Horthy-Ungarn nicht anders als. ein wahres Eldorado ansieht, in dein cs jedem Menschen gilt,^hen - müsse. Die Delegierten stehen förmlich unter gehe im Polizeilicher Aufsicht, so dass niemand es wagt' ihnen die Augen zu öffnen und dasjenige, was ihnen in, Wien von den Emigranten erzählt und gedruckt vorgelegt wurde, durch lebendige Beweise zu bekräftigen, und wenn Lord N e w t o n, der im englischen Oberhaus wiederholt das Lob Horthys und seiner Regierung gesungen hat, ohne, wie er cs seht, in Budapest zirgcben Mußte, Ungarn überhaupt zu kennen, nach seiner Rückkehr die. alte Leier weiter drehen wird, so wird die Behauptung, daß in Ungarn Rechtsordnung herrsche, nicht weniger Ln-per fr», e-vor seinem zweitägigen?lusenthätt in Ungarn, ü ' * Der K a nt p f n m den N u m e r-u s c £ a u s n § zeitigt fit Ungarn merkwürdige Blüten. Da ist zum Beispiel ein bekehrter Antisemit, llniv^rütinsprofessor Dr. Aladar R i cht e r, der Vor einigen Wochen in der Akademie der Wissenschaften, einen sogenannten wissenschaftlichen Vortrag hielt, durch, Welchen er den aktiven An-issmitismns und den Numerus clausus nichc nur in den Hochschulen, sondern aus aü?n G- Reken dÄ wifsenschaftlichett und gesellschaftlichen Lebens zu rechtfertigen versuchte. Run erklärt Richter Plötzlich, daß er von seinem Antisemitismus und von seiner wisseusch^ftlichen - Auffassung über derlei Fragen belehrt worden, sei.- Aus den Umständen, unter denen diese Bekehrung vor 'ich gin.i und aus den Gründer' für seine neue Auffassung er>i-'.)t inan erst, wi-e oberflächlich und leichtfertig dieser Vertreter: höchste : ungarischer Kultur in der Begründung seines Autisem'"-;'.'.',us war. — Ein - Szeged in er Nniversitätsprofesfor unt ni-rettete nämlich sor etwa einem Jahre der Akademie der Wissenschaften eine, vollständige Horaz-Uobersehung, für welche er jedoch keinen Herausgeber fand. Professor Dr. Richter, so erzählt dieser, nahm s:ch der Sache seines Kollegen an und ging mir dem -Sammelbrgen von Haus zu Haus, um für dieses Werk Subskriptionen tu sammeln. Ta habe er nun auch im Rationalkasino, dieser Hochburg der Magnaten, Vorgesprächen, sei aber dort "urzerhand abgcwicstn worden. Um so begeisterter wurde er reu der ümer Leitung von Juden, stehenden führend-,n Banken anfgeno:nmen, wo man fast ohne Ausnahme auf weh -cre Exemplare sübskripicrte. Als Schlußfolgerung dieser Aktion 'vn.ht nun Prof. Richter seine Ueberzeugnng aus, daß, wenn nicht der kulturelle Jndifferentismus über Ungarn Herr w.u.-wn, soll, das Nase'; vom Numerus clausus ehestens außer Kraft gesetzt wer-' venmüßte. Cr fordert den Untarrichtsntinist'r "ni, sich nicht immer vom „Politikum" leiten zu lassen, damit die fü: Ungarns Kultur viel wichtigeren „individuellen Aktionen/ wie' di-: Haraz-Uebrrfetzung, Bau von Sruden'.enherberaen ü;w., «irrer günstigen Erledigung zugeführt werden können.' ' -i- ' Ter Herr .Kultusminister Graf Kuno .Klebelsbcrg hat' e.fpch für di? Behandlung des Numerus clinsus ganz andere Mcrbodon. Die philosophische Fakultät, der Budapcstcr ikniverfnar weist, seitdem die Juden aus den H^chschuleu v.'tdrängt wnrk'.n, einen ständigen höheren Schwung aus. Tie Maximal-r zahl von vierhundert wurde im vorigen 'Semester nicht erreicht, die christliche Jugend' Horthy-Ungarns rhtbot setz: löhncndere Beschäftigung und übt präkt'shere Erstetuinpsu.o.hodcu. als sie cs mit einem Diplom als Mirtelschullehretz', tun könnte. Ter ungarische.Kulrusminister weiß -ich Rat. er reduziert die zulässige Höchstzahl der Hörer des ersten Jahrganges der philosophischen Fakultät auf dreihundert, so das;' nunmehr bei Ausrechtcrhaltung des Numerus clansus abermals sechs Juden, die etwa unverbesserlich gennp wären, öii der BudasrestLr Universität Philosophie stitd-eren zu Wolter., die -^pre dee Hochschule verschlossen bleiben. ... ■Ym - - .Fünfkirchen, die Hauptstadt -der vor genau, einem Jahre bou den Serben zurückerlangten B arany-a ist seit ,dieser „Befreiung" eine wahre Holle, für die. Juden geworden, Es werden nicht nur die alten PrügelkMhon, die. galizischen. Juden, sondern auch Juden, die aus jener Gegend stammelt», dahin zuständig sind und ebenso Juden, die aus ehemals ungarischem Gebiete stammen, au s g e w i e s e n und i n..t e rniert. Die Behörden nehmen aber gar Leinen Anstand, divse Erscheinungen schriftlich, schwarz aus weiß, damit zu begründen, v daß der Betreffende deshalb ausgewiestn werde, weil er „d e t, jüdischen Rasse an gehört". An diese merkwürdiges Rechtsordnung muß jetzt der aus dem Preßburgcr .Komitat stammende Sekretär der Versicherungsgesellschaft „Union" ' muöl .Groß in Füirfkstchen. glauben. Groß wurde, obzwar ex; im Jahre 1910 von Preßburg nach FürGirchen. vers^t-.wuMl vu^MvesL. Le.iue.LLohmna wurde angefor-derk und Lein WnneS «üb Der französische;; " ' WieDeraUfbäA. / i. Hugo S i i n n e s hat mit Marquis de Lubevsac, dem ' Präsidenten der^BereinigUlt^,- der" Koo^erativeü' für den Wiederaufvau der zerstörst?» Gebiete in.Frankreich einen -Vertrag geschlossen, wonach als Vermittlungsstelle für die Ausführung der Sachli-eferungcu für den Wiederaufbau der zerstörten.Gebiete in Frankreich die Stinnessche Ak-;tieugesellsHast,-sür Hoch- ,und Tiefbau in Essen akzeptiert wird. Diese Gesellschaft berechnet für allgemeine Unkosten giney,Aufschlags^von 6 Proze'uh der in der Summe mit inbe- .griffeit wird, die Deutschland für die tatsächlichen SachlieferuugLft gukgeschrrebe'n 'wird. Tie Stinnss A. Gi in Essen" wird unter ihrer" Verantwortung die Bestellungen gemäß der bestehenden Vorschriften der-deuLschen Regierung > verteilen' und verpflichtet sich, auch Bestellungen an solche deutsche Firmen zu vergeben,-die die-Confcderation -präseütidreu wird,' Punkt 7 verciubart. ■ daßz cm bestimmter Prozent'atz der Äeparationskohleit für die Lieferungen zum Wiederausbäu freigegeben wird. Tie Dauer der Ue'ber-- einkuuft entspricht derjenigen des Abkommens von Wiesbaden, doch müssen die Berttäge, die gemäß dieser Uebereinbtuft geschlossen und, aus, jeden Fall ausgefü'hrt werden. Die Politische Bedeutung dieses Versuches-, mit Hilfe der deutschen Industrie den französischen Wiederaufbaus durchzüsithren,,liegt darin, daß' hinterdem französischen Kontrahenten die französische'Regleruug steht Stinnes geht' also an die Realisierung des Abkommens von Wiesbaden, der Schöpfung Nathenaus, welche er und die von ihm ausgehaltene Hotzpresse mit größter Heftigkeit bekämpft hat. - - ■ .- ' ' ' -' Die Mehrza'hl der Blätter hat'p olitisch gegen den' Vertrag nichts einznlvendendies gilt auch vom sozialdemokratischen vorwärts", - der - sich aber scharf dagegen wendet, daß' Skinttes ans Kosten des Reiches 'ein größeres Goschäst macht. Rathenau, erklärt der „Vorwärts", ist an dem 'Wiede ranfbänabkoinmeit von' Wiesbaden gestorben. Herr Stinnes wird davon leben. Der „Vorwärts" berechnet, daß es sich bei diesem Vertrag um einen Gesamtbetrag Won ' 13 Milliarden Franken, also 1500 Milliarden Papievmark, handle, und daß die SiinstWWiternehmungen für ihre organisatorisch? TätiAheit rund 4 5 M i l l i a r d.c n.Papiermark 'iw'mu verdieitest. "MMs-zV'erbkenst ürnd- -auch' die Kosten für die Finanzierun^ des UnterNehntens durch das Bankkpnsortinm sind vom Reiche zu tragen. - , - Wie, man toeijj, hat Herr Stinnes, der-, Mäzen .aller auttsemitisch-deutschnatidnalen Hetze, viele Millionen daran, gewendet hat, eine Unzahl, von Blättern in seine Hand zu > bekommen und der Verhetzungspo'litik dienstbar zu machen.. Terohnedies grlvaltia-e Einfluß des Jndnstriemagwaten ist dadurch noch sehr erheblich gestiegen und die ganze , deutschnationäle Hetze gegen die „Erfüllungspolitik", welche man auf dieser Seite als- Hochverrat brandmarkte, und die nanrentlich gogen das Wiesbadner Abkontnten und -dessen Schöpfer Rathenau gerichtet war, ist auch ferne Marke. Daß nun-Stinnes der SchivervevdiEr den ' Politiker Stinnes so merkwürdig.ablöst. ist, ein deutliches Kennzeichen gewisser TewdenZen, welche "sich, in' Deutschland durchznsetzen wissen. Fefth«zten der NegierNNg an der NotMÄsnk. Der Ministermt deschloß' in seiner, heutigen .Sitzung, cu!sp'vccheu-d den Ausführungeü des Finanz-ministers, trotz. dre inzwischen cin.gcir-'lcnrn Verzögerung a.n der Grün-', du hg. der neuen Notenbank unbedingt f e'stz n.ha l t e n, da diese nach wie vor als ein notwendiges und ger-iguedrs Jnstrunront sowohl der finanziellen'' Selbsthilfe als einer PoUtK. -hie - zur. .Erlangung der AttslandZkrcdite führen soll: eWöft'ft.' Si? Erwartet daher vom Nationalratc,. daß .er, s.o-f och t iw die - Beratung der ihnt .öereiis" vorchstegteu'?sbäitd-wü.igeji 'dr^., Bänkstätuts aintrete und ZU ihnen e nVrpH H g St e l l u n g nehme, damit die uaue Bank endlich ins. Leben treten kann. - Da die. abworme, St-oiM-u-ng der Indexziffern in der . letzten Zeit so inflatiomftisch gewirkt hat, daß ber Indexselbst zu eener neuen Tenerungsuvsache geworden ist. und , daher.-die auf Geldknappheit gerichtete. Finanzpolrük. und; deren eben! jetzt in -Erscheinung tretenden günstigen Wirkungen zustören droht, wird die Regierung dem National vale einen Gesetz e-n t-w u x f betreffend A bänderung des Besoldungs-Nachtragsgesetzes Vorlagen, der schon M.deu nächsten Tagen den Organisationen der Bundes-, .und Bundesverkehrs-An- - gestellten zu gemittelt iverden wird. Außerdem, wrvd der. Firiärizntlutster "gemäß der Mön gÄegentlich'der Vorlage drs Fil'.iauzp^iies erfolgten Ankündigung eine 'Gesetzes-' ' vrrldge auf Ei.pjühr-uidz.-»einer, .l a.u j e.n.d e u.. &£$1. ui ä g e n s. ft e u e x. jm .NaL-jKsMM emLniiNgM.^ Bundeskanzler Dr« Seipel und PrLsi- ^eut Dr. Weiskirchner über poliLische ' Taqessragen. , In einer am }4. d. in Erd'berg abgehaltexien, christlichsozialen Parteikonferenz des 3. Bezirkes berichicten die Abgeordneten des Bezirkes, Bundeskanzler Dr. Seipel, Präsident Tr. Weiskirchner und, Bundesmiitist?): S ch m i tz, über die großen politischen und wirtschaftlichen i Fragen. ‘ ■ . j Präsident Tr. WeiZk i r ch n er feierte den Kanzler,! der der Mann sein werde, welcher Oesterreich Hilfe bringt., ' Die Bildung eines mitteleuropäischen-Wirtschaftsbüttduisses, verschiedener Staaten ist der große Gedanke, der ihn bewegt. Die politischen Grenzen mögen bleiben, um die kümmern, j wir uns jetzt nicht, aber es gibt keinen unter den Staaten,.! die sich einst österreichisch-ungarische Monarchie genannt - haben,, de^ nicht unter'den Absperrungen leidet. Es muß,! wieder' die Freihe-st des Verkehrs unter jenen Ländern Platz greifen, die eheinals Oesterreich-Ungarn gebildet, haben und deren Wirtschaft geblüht hat. Diese Idee des Kanzlers führt uns , auf neue Wege. Bundeskanzler Dr. Seipel besprach seine.Genfc-.r Reise unb fuhr fort: Es lvär sehr interessant, unsere sozialdemokratischen Gegner zu beobachten. Zunächst ein außerordentlich.scharfes Vorgehen gegen mich, weil die Auslaudshilfe wahrscheinlich an eine gewisse Kontrolle der Kreditverwendung und damit indirekt mit unserer Sta-rtswirtschaft verbunden werden dürfte'. Jetzt auf einmal, nachdem sie sich so lange der . Verantwortung für den Staat entzogen haben, reden die Sozialdemokraten viel davon, daß wir uns mit vereinten Kräften selbst helfen könnten. Wenn ich nichts für mich persönlich aus Genf mitgebvacht hätte, als daß ich gesehen h-a'be, wie in der ganzen Welt das Mißtrauen gegen Oeslerreich auf jene Zeiten zurückgeht, in denen hier die So.zialdemökraten die erste Geige gespielt haben, so wäre die Lehre, die sich daraus ergibt, schon ein Gewinn für mich. Wenn es irgend etwas bei uns gibt, wcis auch draußen noch ein wirb"!, 'siches Mißtrauen hervorrnft, so sind es gerade -gewst's^ Ueberbleibfel aus der sozialdemokratischen - Vorherrfcha st. Da ich dieft Meinung nicht verschwiegen habe, sind'die So-rizialdentokraten'sehrHös"aNf'mich. ' - -Trotz dieser Gegnerschaft hat die erste Sitzung d-s, .Nationalrates'nach meiner Rückkehr aus Genf im wichtigsten Punkt zu einer Sin h e itli ch en Kundgebung geführt. Auch die sozialdeMorwtischen Redner haben schließe,- lich doch sich dafür ausgesprochen, daß meine Politik weiter' verfolgt werde, und wenn, um Kredite zu erlangen, -eine Kontrolle notwenditz -ists diese angenommen werden soll. - Die österreichische Optio»sfrage vy/ dem Vö!kerdN«V. Genf, 15. September. (I. E. B.) Der Vertreter'des Joint Foreign Committee der englischen Juden, der Alliance Jsraclite' Universelle und der Israelitischen Union in Oesterreich, Mr. Luci-en Wolf, ünterbre-itete der dritten Versamntlung des Völkerbundes cin'e Petition g-egsn die salsche Jnterpretrer-ung des Artik-els 80 int Friedensvertrage von Gaint-Ger-mai-n -durch ' die österreichische Regierung, wodurch das Recht der Juden auf' Option für die'österreichische Staatsbürgerschaft vernc-mt ivurde. Diese Frage -bildete den Gegenstand ernster Unterhandlungen Lucien Wolfs -mit den führenden Mitgliedern der. Völkerbundversammlung und rief großes Interesse bei -den in Genf anwesenden Juristen hervor. Es wird insbesondere darauf hin- ' gewiesLN, daß die österreichische Regierung nach den Friedens^ vertrage kein Recht hatte, plötzlich von einer jüdischen Rasse zu sprechen.-Entlve-der sie ,zählt die Inden zur deutschösterreichischelt - Nationalität, und mußte deren Optionen annchmen, oder sie betrachtet, die Juden als nationale Minderhait, so wäre sie Verpflichtet, einen ähnlichen -Mindecheitsvertrag wie Polen und die anderen Nationalstaaten zu.-unterzeichnen und müßte der jüdi- . scheu Bevölkeoung Oesterreichs ethische , Minderhaitsrechte gewähren. i - Mr. W o l f unterbreitete dem Völkerbund auch ein Meunorandum über die jüdische Läge in U n g.a r n, das der.Geaieralsekretär des Völkerbundes, Mit Rücksicht aus dessen Dringlichkeit insolge,der neuen Pogromgefchr-eit jn Untzarn, -unter , -den Mitgliedern des Vöjkevblilndrcrtes -mch der rmgarischen Re- -gierung zirkulieren ließ. Jn dieser Angel-vgenheit überreicht? Mr. Wolf -eine Eingabe auch an-die Ko-m-mission, die über die. Aufnahme Ungarns in den Völkerbund beriet. Diese Eingaben-- verlangen bloß, di? Aufmedksamkeit der «ungarischen Regierung'' -auf die .Unsicherheit der jüdischen Bevölkerung in Ungarn zu lenken und weisen Unter anderem dapaus hin, daß die unga-' rischen Bildungsgefetze der .letzten Zeit (Ruinerus clausus nstv.) - sich im Geigensah zu den Artikeln 65, 66 und 57 des Friedens' Vertrages von Trianon lbefinden. Ha«pt«sschrch. -' Der Hauptausschuß hält -Dienstag, den'.19.- d. mn 12, Uhr, nnttags Sitzung. Dagesoidn'img: Festsetzung des Wertes der . Steuereinheit..zur Berechnung der jLinlont-meusteuer - und

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