Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1294 (16.9.1922)
- Date
- 1922-09-16
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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'Kr.; 1594 Wieq, Samstag ttiem Moygenzettrtrrg. 16. September 143L Ecite 3 fürr----— ^-- . ■- ■ ■ , .. Mie Ukrai»er gegen da» »ftgalizische «utonomiepcoiettt. Lemberg, 14. September. (Tel. der „Wr. Morgen- Leitung".) Hier fand nach einer dreijährigen Pause zum ersten Male eilte' ukrainische Volksversammlung statt, bei der der bekannte ukrainische Führer Celew.icz über die politischen Forderungen der Ukrainer referierte. Unter anderem wurde eilte Resolution gefaßt, in der gegen das skegierungsprojekt einer Autonomie in Ostgalizien und die Wahlausschreibung in Ostgalizien schärfster Protest erhoben wird. Ferner wurde auch ein Beschluß gefaßt, die ukrainische Gesellschaft aufzu fordern, ihren Bedarf nur in ufmmischeu Geschäften zu decken.! In derselben Zeit fand eine Volksversammlung der Nationaldemokraten statt. In dieser wurde ebenfalls gegen das Regierungsprojekt einer Autonomie schärfstens protestiert, da im selben den Ukrainern allzu große Konzessionen gewährt werden. HKuseröntt des Joint in Oftgslizien. Lemberg, 12. September. (I. E. B.) Der Joint hat durch jfcine Wiodevaufbausektion den Aufbau von 2 0 0.0 H ä u fern lftir obdachlose jüdische Familien Ostgaliziens in Angriff gelnynunen. Diese Bauaktion soll mit aller Raschheit durchgeführt werden. ütkn hofft, daß ein großer Teil noch vor dom Muter iftriiggestellt wenden wird. Der Völker Hund undWUna. - Genf, 15. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) In der Heutigen Vollversan-mrUmg berichtete Hymans über den Konflikt zwischen Polen und Litauen. Litauen verlange vom Bölöerbuud, er möge die Annexion Wilnas verirrteilen und sein absolutes Veto gegen die' Entscheidung der Warschauer Regierung betresferrd die Wahlen in die gesetzgebenden Körperschaften einlegen. Weiters verlange 'Litauen die Entsendung einer Studi-enkommission, die an Drt uind Stelle Untersuchungen über die ungleiche Behrnditimg der litauischen Bevölkerung in Wilna anstellen soll, .i Die Vevsamrnluug entschied, daß der erste Vorschlag auf Grund der bestehenden Bestimmunige n n i ch t, d i s k n t i e r t ivevden könne. Der zweite Anitrag wurde ohne Debatte an die sechste Kommission verwiesen. Palästma. Die arabische Propaganda. Jerusalem, 9. September. (I. C. B.) In Uchereinstim- Mung mit der Proklamation des palästnieusis6)-arabischen KoutzrrsseZ in Nablus, an der konstillltionelleu Arbeit in Palästina nicht t-eilzunehmen, boykottierten die nationalistischen Araber die vom Oberkommissär angeorduete Volkszählung, wie auch die Eintragung in die Wahllisten. Alle Araber, die sich als Wähler registrieren, lassen 'und sich an den Wahlen in den gese^eoei:>den Rat beteiligen wollen, werden lboykottiert. Die Inden hingegen lassen sich in großer Zahl in die Volksziihlnngslisten eintragen und sind darauf bedacht, möglichst jeden Bürger in die Wählerliste hineinznbringen. . Jerusalem, 11. September. (I. C. B.).Wi-e die „Morning Post" ans Palästina meldet, bereitet die Exekutive des arabischen Kongresses eine Reihe von besonderen Maßnahmen durch Verhinderung des Erwerbes von Boden durch Juden vor. lioberdies soll demnächst eine a r a b i s che B a n k eröffnet werden, die den arabischen Landwirten die erforderlichen Kredite «rieilcn wird, bannt sic nicht genötigt sind, von jüdischen Kreditinstitut ionen Geld zu borgen. Rundschau Sieg der Ke«alisten über die Grieche«. Was Kemal Pascha fordert. London, 15. September. (Wolft.) Mustafa Kemal Pascha erklärte m einem Gespräch mit dem Vertreter der „Daily Mail" in Smyrua folgendes: Wir verlangen K l e r u a s i e n, T h r a z i e n b i s zur Maritzannd K ö n st o u t.f u o p e l. Wir sind bereit, jode Sicherheit für die freie Durchfahrt durch die Dardanellen, die wir nicht ibefestigen würden, zu geben. Die Türken müssen ihre .Hauptstadt wieder haben. Im Falle einer Weigerung der Alliierten iwäre ich gezlvrmgen, auf Konstantinopel zu Mrschieren. s Außerdem verlangte Kemal Mschaffumg der Kapitulationen, Auslieferlmg der griechischen Flotte und Bezähmung «iner Rc^rmtion seitmis der Griechen für die während fhres Rückzuges, angerichteten Zerstörungen. Er erklärte, 'er-wäre lbeveit, an einer Friodenskonfevenz auf türkischem Boden teilzu nahmen. Kemal betonte, die Türken müßten immer den Kalifen in Konstantinopel haben. -De.r angenblilÄiche. Sultan Mehnrcd. der Sechste würde jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach von der Nationalversammlung durch einen anderen ersetzt 'werden. Zum Schluß sprach sich Kemal Pascha für die Wiederanknüpfung der Handels- und Freimdschaftsbeziehrrngen mit England aus. Eine Note Poineares. . Paris, 1-1. September. Ministerpräsident Poincarc hat die letzt: Rote Italiens dahin beantwortet, daß es notwendig sei, 7^-W ff «»»I»« » , « »• » ,,»»»« » » tz G». »»»»»,,»»,», *••••« ••••••«*»»•*«••■•••■ «•«*«•«•> »»»»»»»»»,,»«tz, I Möbelfabrik Wien, VII., Schottenfeldgasse Nr. Telephon $9-1-08 24 Luxus- und Stilmöbel aller Art in nur e r s t k 1 a s s i g e n Qualitäten Grosse Auswahl » Gebogene Sessel montiert und demontiert Messestände : Rotunde Nr. 6170 und 6187 (zwischen Süd- und Ostportal im ersten Ring) ........ in nächster Zukunft eine Konferenz einzubevuftn, zu der er einen. Bevollmächtigten delegieren werde» sobald die interessierten Mächte die Bedingungen des Zusammentrittes geregelt haben würden. Die französische Regierung/ ist, ohne in den griechisch-türkischen Konflikt eingraisen zu wollen» der Meinung, daß die ottomamschen Truppen die neutrale Zone achten mußten. Bezüglich der M e erenge rt bleibt Frankreich dem Grundsätze der Freiheit derselben treu unter dorn alleinigen Vorbehalt der Wahrung der berechtigten AnspMche der Türkei. Smyrn« brennt. Smyrna, 11. September. (Havas.) Ein f urchtbarer Brand hat die griechischen und armenischen Stadtteile zerstört und sich auch aus andere StadttelleÄausgebveitet. Der Bevölkerung hat sich eine unbeschrorbliche Panik bemächtigt. Die italienischen Schisse bemühen sich, die italienische Kolmvie zu retten. Ne«es Flüchtli«gsele«Ä. Athen, 15. Septenrber. (Wölff.) Die Regierung hat die Mächte erneut u;n die Entsendmrg von Schiffen zur Rettung von rund eine r halb en M i l l i o n ch r i stlicher Fläch klin ge ersucht, die an verschiedenen Stellet: Kleirrasions aus Abwanderirfttg tvarten. Einige hunderttausend Christen sollen sich" aus Furcht vor den Türken aus die Inseln im Marmam-Meer geflüchtet haben. 8«sam«e»br»ch der Grieche» arr -er Tschsdaldschs-Liuie. Berlin, 15. September. (Tel.-Komp.) „United Telegraph" meldet aus Konstantinopel: Hier eintreffeude Berichte besagen, daß die griechischen Truppen auf der ganzen Tschadaldscha-LmiL zu meutern beginne::. Auch die Gärmlg in der. griechischen Flotte ninrmt ständig zu. BelLZerrmgszNstLAd in NsrrsLKENSpe!? Konstantinopel, 15. September. (Tel.-Komp.) Der englische Oberbefehlshaber hat den türkischen Polizeibehörden mitgeteilt, daß die Alliierten dorr Belagerungszustand über Konstantmopel verhängen werden. Die Lage hat sich weiterverschärft, tveil die Angora- Regiermrg von den Alliierten verlartgt, daß sie die s of o r t i g e N ä u m u ng T h r a z i e n s durch die Griechen vevanlassen möge. Herdert S«««el «n Sie esgltschzioniftische Föderation. London/10. September. (I. C. B.) Die englisch-zionistische Föderation, die dem Oberkonmnssär von Palästina anläßlich der Mandatsratifizierung eine Gliickwimschresolution übersandt hat, erhielt von ihm ein Dankschreiben, in welchvrn sich Sir Herbert Samuel folgendermaßen äußert: „Ich schätze sehr die Grätnlatwn, tvelche mir die Konferenz anläßlich der RatPkation des Palästina-Mandats durch den Völkerbundrat zu senden für gut befunden hat; umsomehr als Ihre Resolution den Ausdruck -es guten Willens gegenüber der arabischen Bevölkerung in sich schließt, sowie den Ausdruck der Wünsche der britischen Ziomsten, daß man beim Aufbau des Landes zum Wöhle aller seiner Bewohner mit dieser Bevölkerung znsam-nrengehen soll. Ich vertraue ernstlich darauf, daß die Anstrengungen 'der britischen Zioniston die Enttvicklung fördern werden. Die große Ausgabe erfordert ununterbrochene Arbeit und viel Opfer, u nd f ür.die b ri t is.chen Juden g ilt es, m i t, d em g n t e n B e i s p i cf vo ranz »gehe n." , Wie de»tsch.e NepKrstisNsfrsFr. Die Reparationskommisslon hat' am 31. d. beschlossen, die Entscheidung über das deutsche Moratonnmsgesüch zu verschieben und Deutschland die Erleichterung zu gewähren, daß fiir die bis Mitte Dezember fälligen Ratenzahlungen Sch a tz b o n s bon Detitschland zn akzeptieren seren,, welche garantiert sein und Linnen sechs Monaten in Gold zu zahlen sein sollen. Hentschland wurde angewiesen, über die zu leistendetr Garantien mit Belgien zu verhandeln, da die nächsten Zahütngen diesem zufallen. Bei den in Berlin stattgesundencn Verhandlungen mit den belgischen Vertretern wurde eine Einigung nicht erzielt, da Deutschland eine Verlängerung der Lauffrist her Schatzlvechsel forderte. Die Verhandlungen wurden daher abgebrochen. Daraufhin hat der belgische Außenminister der deutschen Regierurrg mitgeteilt, daß die belgische Regierung beschlossen habe, von Dettlschland die Begleichung der am 1 5. Oktober fälligen Zahlungen d^crch Schatzscheine zu fordern, die durchwein Go ld d ep o t garantiert sein sollen. Dadurch ist die Reparationsfrage wiederum in ein akutes Studium getreten. Wie nunmehr gemeldet wird, soll Lloyd George den Vorschlag planen, das gesamte Reparationsproblenr dem Völkerbuudrat zu überweisen.. Der Dölkerkund glaubt a« Hsrthys LsyaLität. Genf, i5. September. Der 6. Ausschuß hat heute durch Akklamation, ohne daß sich Widerspruch erhoben Hätte, den Antrag des Unterausschusses betreffend die Aufnahme U ngarns in den Völkerbund angenommen. Besonders trat der britische Delegierte Fisher für den Antrag ein, dein sich dann auch die Vertreter Italiens, Frankreichs, der Schwerz und Estlands anschtossen. Der tschecho-slowakische Delegierte verwies zwar auf das Gutachten der ungarischen Sektion der Reparationskommission, die in wichtigen Punkten die Nichterfüllung der Reparationspflichten durch Ungarn festgestellt habe,^ aber die Vertreter Italiens betonten» die feierliche Loyalitätserklärung des Grafen Banffy habe sie von dem guten Willen Ungarns überzeugt, feinen Verpflichtungen nachznkomineu. Tagesbericht. An die geehrte« Abonnenten -er „Wiener Morgenzettnng"! der W Die uach Abschluß des Streiks des technischen Personals Liener' Zeitungen vereinbarte Erhöhung der Löhne stellt für unser llnternchmen eine neue schwere Belastung dar. Dazu üaurmt noch, der - unerwartet hohe Papierpreis für den Monat September. Während im August ein Waggon Papier 14 Millionen Kronen kostete, wurde der Preis für den lausenden Monat mit 37,5 Millionen Kronen festgesetzt.^ Auch die anderen Regien sind ganz gswaltig gestiegen. Wir se-hen uns daher gleich allen anderen Wiener Zeitungen genötigt, die Abonneenentspreise ab 10. September neuer« din-zs zn erhöhen. Bezugspreis ab 16. September: Für Wien und Oesterreich . . . monatlich K. 30.090.---- Wir erlauben .uns daher unter Hinweis aus den an, der Spitze unseres Blattes vermerkten Bovbehalt der Rachzahbnng bei Preiserhöhungen au unsere,-P. T. Abonuenien das höfliche Ersuchen zu richten, die Differenz, die sich ans deni letzten und b;iin nun mehr fixierten Bezugspreis ergibt, gesl. nachzuzahlen, und zwar: Vom 10. bis 30. Septetnber.K. 7000.—- abziiglich der Rückvergütrtng für die während der Streiktage nicht erschienenen Zeitungen^ ............. per K. 5000.- Nachzahlirng . . . K. 2000.— EinzelverschleitzPreise ab Sonntag den 17. d,: Wochenu.nd .Sonntagse):emplclre . . . .. . Kt 1100.-— Mvntagsexemplarr ... . . K. 700.— An unsere Parteigenossen richten wir das Ersuchen, nach Möglichkeit ans die Rückzahlung zu verzichten und den entsprechenden Betrag dem Pressesonds der „Wiener Morgenzeitung" znznfiihren. « Die Trafikabouurnten wollen für diesen Fall den deut Pretzfonds zugedachten Betrag nicht in der Trafik e-inzahlen, sondern direkt der.Berwaltimg unseres Blattes übevtvoisen. Für das Ausland evsolgt mit Rücksicht auf den Entfall unserer Zeitung während der Streikla-ge bis zum 1. Oktober keine Preiserhöhung. Tie Verwaltung der „Wiener MoLgenzeitung", Wien, 2. Bez., Taborstraße 1—3. . IrsnWjches L«RkreskNMitee. . Die nächste ordentliche P <r r t e i r a t s f i tz u u g ftn-Pet Montag den 18. d. um 0 Uhr abends im Zionistischen Landeskomitee, 2. Bezirk, Taborstvcrße 20a, statt. Tagesordnnirg: Bericht über die Karlsbader Konferenz, Schekel, Parteitag, Evvnlualia. Die erste Etappe der Pslauzuugsarbeiien in uuscrem Heüme K a h l e n b erg e r d o r f, Wienerstraße 124, ist beendet. Gele-geutlich des Abschlusses detlelben findet Sonntag den 17. d. unt 4 Uhr nachmittags in Anwesenheit der Gönner und Förderer mfferes Heimes die feierliche Einpflanzung der ersten Bäume statt. Alle Freunde wuserer Ehcvluzfürsorge lverden 'eingeladen,' an dieser Feier teilzun-ehmen. Gemeinfcmte Abfahrt mit dem Ziege 2 Uhr 25. Min. nachntittags Fra-nz Josefs-Bahnhof. Schekelaktion.-Mit Rücksicht, ans den bevorstehenden -Parteitag sind s ä m t l i ch e Bet r-ä g c für Schekel, Parteisteuer und Sch ul ve remsbeitrag bis spätestens Montag:den 23.. d. eni der .Kasse des Landeskvmitees, 2. Bez., Taborstraße 20a, abzufiihren. > jgt als VilltglsStt, Qualität tx. reich© Auswahün ieinsteu e»?lisollen Stoftsn, Regeamäutelu, Damenu. Herren- Wäsche, in @tr..ok- -und Wirlcwören im W^renbaus «..MtatzW m <7-1-72 En gras En delyil i'ÄRWl!»!