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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-15 · Heft 1293 (15.9.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1293 (15.9.1922)
Date
1922-09-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag ttls Schirauz- oder Knebelbart ansprechen könnte und die, .wenn iitcut sie eben ins Auge faßt, von' fern oder näherhin an den Typus des Pinschers oder Schnauzeis denken läßt. Ader Hühnerhund her und Pinscher hin — welch ein schönes und gutes Tier ist Baufchan ciaif jeden Fall, wie er da straff an mein Knie gelehnt steht und mit tief gesammelter Hingabe zu mir emporblickt! Namentlich das Auge ist schön, sanft und klug, Ivenn auch vielleicht ein wenig gläsern Vovtretend. Die Iris ist rostbraun — vom der Farbe dos Felles; doch bildet sie eigentlich nur einen schmalen Ring, vermöge einer gewaltigen Ausdehnung der schwarz spiegelnden Pupillen, und andererseits tritt ihre Färbung ins Weiße!des Auges über und schwimmt darin. Der Ausdruck seines Kopses, ein Ausdruck verständigen Biedersinns, bekundet eine Männlichkeit seines moralischen Teiles, die sein Körperbau im Physischen wiederholt: der gewölbte Brustkorb, unter dessen glatt und geschmeidig anliegender Haut die Rippen sich kräftig abzeichnen, die erngezogenen Hüsten, die newicht geäderten Beine, die derben und wohlgebildeten Füße — dies alles spricht von Wackerkeit und viriler Tugend, es spricht von bäurischem Jägerblut, ja, der Jäger und Vorsteher toastet oben doch mächtig vor in Bauschaus Bildung, er ist sin rechtlicher Hühnerhund, wenn man mich fragt, obgleich er gewiß keinem Akte hochnäsiger Inzucht fein Dasein verdankt; und eben dies mag denn auch der Sinn der sonst ziemlich verworrenen und logisch ungeordneten Worte sein, die ich an ihn richte, während ich ihm das Schulterblatt klopfe. Er steht und schaut, er lauscht auf den Tonsall meiner Stimme, durchdrmgi sie mit den Akzenten einer entschiedenen Billigung seiner Existenz, die ich meiner Ansprache stark anssetze. And plötzlich vollführt er, den Kopf vorstoßend und die Lippen rasch öffnend und schließend, einen Schnapper hmanf gegen mein Gesicht, als wollte er mir die Nase aobeißen, eine Pantomime, die offenbar als Antwort auf mein Zureden gemeint ist und mich regelmäßig lachend zurückprallen läßt, was Baufchan auch im voraus weiß. Es ist eine Art Lnstkuß, halb Zärtlichkeit, halb Neckerei, ein Manöver, das ihm von klein ans eigentümlich war, während ich es sonst bei keinem seiner Vorgänger beobachtete. Ukbrrgens entschuldigt er sich sogleich^ durch Wedeln, kurze Verbeugungen und eine verlegen-heitere Miene für die Freiheit, die er sich nahm. And dann treten wir durch die Gartenpforte ins Freie. VerlL«ger»«s der Wiener Messe. Gestern. ab«n-s hat m der Kandelsdammer eine Versammlung der Messemtereflenten stattgefunden. in der unter dem Lin», üruch der Nachricht von -er Beilegung -es Zettungsstreike die Frage der LerlSngrrung der Wiener Messe zur DisKulston gestellt wurde. Es wurde beschlossen, diese Frage morgen auf Grund emer an die Aussteller zu richtenden Rundfrage zu entscheiden. Die Versammlung hat nach eine» eingehenden Bericht -es geschästrfihrenden Verwaltungsrates dr^ Wiener Messe, Kommerzialrat Julius Mü l l e r, über den bisherigen Verlass der Messe die notwendig gewordene lOvprozeutigr Erhöhung der Standmieten zur Kenntnis genommen und. der Wesseleitung einstimmig -ois Vertraue» ausgesprochen. Ausgabe 08» Tage»k«rte» z«r Wieuer Mesie. - Die Meffeleitnrrg hat einen von vielen Seiten geäußerten Wunsche Rechnung tragend, beschlossen, Samstag und Sonntag an den Schaltern der Messehäuser Tageskarten zum Preise von 5000 K. äuszugeben, die zum Besuche oller Messehäuser an denn Tage berechtigen, für den sie lauten. Wiener: MsLgLNAeiLmrg.' " -------jpnltsüdischen Geschichte. Als die Juden sich zu Anfang des sechsten Jahrhunderts vorchristlicher Zeitrechnung zum ersten Male gegen die babylonische Herrschaft aufgelehnt hatten, ließ Nebukadnezar besonders Jerusalem gründlichst entwaffnen. Nicht allein alle Kriegsleute wurden' deportiert, sondern, „um die Stadt noch vollständiger zu entwaffnen, wurden auch die Eisenarbeiter, die. Schmiede und Schlosser abgeführt". Zur Zeit der Jreiheitskämpfe gegen die Philister haben diese solange sie die Oberhand hatten, Israel unmöglich zu machen, eine systematische Entwaffnung vorgenommen, ^abei waren sie nicht mit der Auslieferung der Waffenvorräte zufrieden, sondern suchten auch jede Neuanfertigung von Kriegsgerät unmöglich zu machen. Hier gingen , sie soweit, keinen Schmied mehr im Lande zu dulden, mit der Begründung, die Hebräer könnten sonst Schwerter .und Spieße Herstellen. Daher kam es dann, daß die Söhne Israels in die Städte der Philister hinabgehen mutzten, wenn; Ackergerät auszubessern oder zn schärfen war. Die Bibel erzählt! auch, daß. die Schneiden an' den Pflugscharen,. Beilen und Hacken stumpf geworden, die.Gabeln verbogen, waren. ' Mitteilungen aus dem Publikum. 15. September 1SJ22 Rr. 1M$- 5 Sächsische TRÜMPFE | ADOLF TARLH? | WIEN, I., KOHLMESSERGASSE 6 iiiHiiüfmmiininiHiiiniiiiuiiüHiHn i Möbelfabrik j. Spira Feino 6,g s. ifii., SieMstanisai» 1—3 Wohnungseinrichtungen. 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Bekanntlich sicht die Veröffentlichung der Memoiren Lloyd Georges, <m welchen or in der letzten Zeit eifrig gearbeitet hat, demnächst bevor. Lloyd Geovge'hat nun beschlossen, das gesamte Aütorenhonorar in der respektablen Höhe von 80.000 Pfund, für Wohttätigkeitszwecke zugunster der Kriegsopfer zu verwenden. In einem. Preßcommunique spricht sich Lloyd George über seine Absichten näher aus. Die Fülle von Literatur über den Krieg, die zum Teil gegen die Regierung gerichtet sei, und zahlreiche Jrrtümer enthalte, hätte ihn veranlaßt, seine eigene Darstellung der Ereignisse des großen Konfliktes zu geben. Bei der Arbeit halbe er gefühlt, daß er unmöglich aus. ihr eine Quelle des Gewinnstes machen könne. „Die Geschichte der heldenmütigen Opfer von Millionen von Individuen kann nicht zum . Nutzen eines einzelnen werden; sie gehört in Wirklichket der ganzen Nation." „Snnday Times" weist darauf hin, daß. Lloyd George, abgesehen von der ihm hinterlassenen Carnegie-Stiftung von 1000 Psimd jährlich fast gänzlich vermögenslos ist, auch -beabsichtige er nicht, wenn er.einmal seine Stellung verlasse, eine der bestehenden zwölf Mm isterpensionen in Anspruch zu nchmen. Man braucht hier nur an Herrn Ludendorff zu erinnern, , der sich als Helden feiern läßt und für seine.Memoiren aus dem verhaßten Ausland fttte Summen bezieht. * Zwangsabrüftims h» flliertum. „D e r F i r n" stellt .est, daß die AbrüstungSmethodenderEntente nicht ganz , so einzigartig seien, wie manche heute denken. Sie haben histoEe..D-srläus<r .in tzviM..Mrft.ä.glicheiii Bruck so reichen c «- c Siers ParaliesliD Bes t es Be 11 d e t W e 111 \: Wiea, 1., Scliitteifiiii 12 « l«IW> U-M >» o Srintu laitr Id Bsmöi-, MIMisd nidaUntln Bsttsde« gisstlgs lür Paliitlna-Eelifladi ^ASQiL-8Ah0l>l D. ROSENFELD WIEN KARLSBAD I. KOHLMARKT 5 ALTE WIESE TEL. 9307, 5325 TEL 121/VI . 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