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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-03 · Heft 1291 (3.9.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1291 (3.9.1922)
Date
1922-09-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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>° - )tp ^71 •* vf%rpv tp**%*wdR. fttt MM M " Per Fürst gab seine Zustinemung: Gv war bevttt, anS ferner fß*ta«itaf(e 600 Franken pro Jahr dem Menschen aujSzMen zu lassen, damit rvmr «Mich mit ihm fertig stt. SMietzäch teilte man den Beschluß dem Sträfling mit. Er . erklärte nach ewiger UeLerlegung,. daß er, Ms Mw chm Mage,, die Pension pünktlich cmS-ugaAm die Entscheidung akzeptiere.. ,:' , . - v-i;. <-;; ES wurde ihm ein Drittel der Pension Mich ttyge- HLndiM. Er verließ sofort — in einer Biewelstuiche' daS Mrsftntmn, suchte sich in ttne-n demselben nahe gelegesten Dorfe ein Quartier, kaufte sich später ein Stück ßqmäb, bebaute es selbst und lebte ruhig. PüMich holt er sich seine Ptzüsionsraten und besucht bei dieser .Gchsgmchcht inmrer auch den SpielsaLon, wo er em paar Franken setzt» imd, wenn er emo kleine Summe gewonnen oder verloren, wieder nach Hause fahrt. Cr lebt ruhig und zufrieden. . Ft»«Mfch«s Lan-rsKsmitrs Montag den 4. d. um 6 Uhr abends Sitzupg deö Lanbc-slomitces. Tagesordnung: Bericht über die' AaÄbÄW IähteZkonferenz. Srlrichter»agell?8r dr« R«U«mrKehv h< a»» Dttlatz »er Ost«efi« t» L««»erz. Urbar Intervention der Leitung der „Lelnibecher Osimefftn" hat das polnische Finanzministttimn die Zollämter in Dziedziee, LaMzna, Suiatyn, ZobrMmvi^e und Zbaszyn beauftragt, Lei der zollamtlichen Revision der Reisenden, die sich vom Auslände zur LeMLerger' Ostmesse im September 1922 Gegeben, die weiigehendstÄr Erleichterungen in Anwendung zu bringen Knöhesondere S die Revision solcher Personen und ihreS Gepäcks rM EsitzjDhrrwagen durchzuführeu, insofern« vre lokalen DerWtuiffe Üyr Mt enigegensteheN. W j Mittkilimqen aus dem Publikum. y' 1Ä3;■ WÄSCHE-SALON D. ROSENFELD WIEN l KOHLMARKT 6 TEL. WW, 5«5 KARLSBAD ALTE WIESE Ttt. 121| VI - KOMPLETTE BRAUT AUSSTATTUNGEN 4':. Fanni Agid Jehuda Flanim Verlobte Wien, 7. September 1Y2L. wet I Ida Befer WWn, X. Verlebte Wien, 3. September 19^2 EroS Löwenstein Wlw», X.. , C855 cand. med. Bronia Taflöwiez gab, Andermanä abs. med. Salomon Taflowicz Vermählte 1 mm Wl«, XT. Sltniilaa empfehlen sich als Verlobte Wen, im August 1987 Mit V ik j. --.1°. ->- Hü, hl simmmmi m .WohnungadnrichtUQ^en. (Lake Ead Söjuveigdoter««^) mmtdmm TEPPICHHHUS DURCH t Co. Vb, NartaklffUrMrate 7» t» Stet* ijBUe* Leger In Teppichen, -V«»hte*Wr TtyihdMkM» Bettvorlegern sowie echte Knüpf- und Srayrnä-Tepptehes ch Nwar AM. Mus» kür H« rrmo, Damen und Kindpi in erstklassiger Ausführung «r su konkurrenzlosen Prftlstn lM :.r ' ■ ifll ■ .. . - ■ 215 Sohuhhaus ,Zwm StpaBonliofi1 . M&n, 51., Taborsir. 24 a AHtlka und modente B£ vltul « * **a iS 1» «> X AuaSiu oSaganter W®hrtnn&an is Sl ^BE •Hu, 1., S«l»arstatte Mr.1 0al«i« Coburg) rep ariortWleneu die Ka&itatoin-, Kpiuitsaäniiöru. ZomeDtwiroftfabrik & SCHftÖOI Bp«lalabt.plttui| für Rekonstruktion scba-thaftPr Sieinstmfen. Fetritüf 5B-5-26 Wlon, L., Tktfstatr. 100. Fernruf 58-5-85 IHir, Lt Tnchlonben iS«' Neueste Modelle in Herren-, Damen- und Qeseiisehaits-Sehuheit Herbst« den lg. d. der Rotunde Die ErSff«»»g der Wiener Weste. Die Diener Herbstmesse wird Sonntag Nnr ' 10 Uhr bormittags vor dem Südportol erösfnei werden. Die Meffeleitung hat beschlossen, die Aussteller schon ab' Montag den S. d. in di« Messegebäude zum Scheck der Emmchtung der Messestände.einzulassen. Die Detriebs^reaus in den einzelnen'Messehäusern sind bereits aktiviert, ft daß dir Aussteller alle Auskirnste über Hve Plätze, JnstallationS» karten usw. bereit- M den BetrieWureauS erholten können. Äe Bureaus der Wiener Messe sind auch heute Sonntag und Kveitag den 8. d. Geierlag) geöffnet. > ' SrncherzSge zur Wiener Harbstmesse. Reben den bereits angeküichigten GönberMen px. Wiener Herbstmesse MrS Betlin,^ Innsbruck und Budapest tvird UiW.auch der Abgang eines SoMetzttgeK W 8. d. von Prag atiMstgt^ der am Wen Lag'um 5 Ähr n a ch mittags Är Kranz WefSbahnhof Mrifst. die Erhaltung der Häuser in einem ansjrrordenMchen Bau irden Fall sietvGxftistet bleiben, .well.sonst 8. Ceptetnher lOilS" USr: der Haubelgeittümck eineir erhShten Äusivand unibedingt machen muß. und datz .dk vom Mieter m-der Form eineerhöhtcu Mietzinses, zu lütsteuden Bcirrag«- zur. Deckun-g einrs erhöhten Erhaltungs-' und. ih mell im-gskosftuaufituitlw) dreur.l u erben, so wäre eö nicht am Platze, mit der Gestattung der Uebemälzung zu zögern. An solcher Aufschub wäre gecigmrt, daS ^-igeuteil dessen herbetzufirhren, tvaS mit drv Ml^terschutzverorduuna' Leztoeckt war; denn zahlreiche Hauseigentümer verfügen nicht Wer ausreichende oiger-e Mittet, um den inö Ungeniesftue gestWüNeu HauseiMaM gewachsen zn sein. Es besteht kein^pler Äruud. die BrrbindUchkeit des Mieters zu dieser. PettwgSleistuug erst von der Zahlung «des Vermieters abhängig zu. machen.. Handelt essich.um em-en erhöhten Auisiwand M Herstellungen usw., so wird allerdings zu fordern sein, daß deren Ausführung nicht bloß notwendig, sorrvurn auch s i ch e r g e st e l l t ist.'" Dies : wird angenommen iveMn dürfen, wenn der Vormieter dem BaHMdwevker, der die Hsrstellnngen ausführen "soll, dafür berstts Akontu>Za>hürngen geleistet hat, und zwar bis'zur Höhe sicher Zahlungen. . » Oie BthandlAng der Iin»steiger««g»n dntth die «Net»«ttr. - Das Bundesministcrium sÜL Instiz hat der Gemeinde Dir» einen Erlaß üöerrrültelt, in rem darauf vevwiasen wird^ daü bri Metziussteigomugendie von den Parteien bei den Mietämwru angefochteu werden, die. Schohuftg per Micher picht auf Kosten des Haufts geben dürfe, Es müsse ob ein erhöhter -Vrhaltungs - «ich VaviMuWgSLöstenlntfauf deü Mieter übertvalst werden tann, nicht zu eng- * DaS Neueste ist...^DaS Neuest« ist nämlich, daß Wien nicht am Meex liegt. Kundige Finauzpolittker haben das entdeckt lind alles weitere war nur eine logische Fortentwicklung yeS Gedankens. Hält« Oesterreich Anteil am Meer gehabt, so hätte eS Äelegmheit gehabt, Seesalz zu gewinnen. In Binnenländern wird Seesalz gewonnen, indem man die Preise für Steinsalz erhöht. DaS Verfahren ist einftch und erprobt. Ms Vater Staat eS entdeckt hatte, rieb er sich die Hände und begann Nullen zu schreiben. Derzeit ist er btt fünf ongelangt, zwtt rechts Md drei links vom Dezimalpuntt. Die artige Reihe führt e>in Zweier an >— LvoOM. Bon dieser Regternngsniaßnähme sind Äe besten Wirkungen in Staat und Familie zu erwarten. Welche HauSfvcm wird btt einem Salzpoyir von zfttttausend Kronen ritchloS genug sein, die eheherrliche Suppe zu versahen? Gewisienhgfte Köchinnen werden lerne«, die Salzkörnchen zu zählen wie «Hedem die Kaffeebohnen, und da die traditionelle Freuudschaftsgabe von Salz und Brot allmählich in die Tausenderregion emporsteigt, wirb' man mit seinen Freundschaften notgedmugen sparsamer werden. Das Salzfaß vom Familientrsch nnd^ vom Tisch, des ReftanrantS verschwindet und feiert in der Bydenkamtder ttn Mges Wiedersehen mit dem „Kamfftndel" und dem Ssnstiegel. Wie in alten Zttten wird dys Salz wieder den Ehrenplatz unter den Symbolen eittmhmen, . und da man keines mehr auf den Lisch stellt, känn auch das Salzfaß nicht mehr' mngeworfen werden. Ein modern« Shakespeare dichtet den „König L«r" um, damit durch die SymboU keine freventliche Begehrlichkeit geweckt wird. Die Sealmäntel, Bleistifte, Seidenstoffe steigen sprunghaft rm Pvttse, well zu ihrer Herstellung belanMch Solz in »Masse verwendet wird, die anderen Wa-M stttgett aur Sympathie mit — wie das ft Brauch ist. Salzgurken bewahrt mau im Tresor auf, Hallstätt, Gbensee und Attsiee werden von der Landkarte gestrichen und vor der Bevölkerung gehttmgehatteti. Die Alchimist«« lernen auf Salz «m und der FauMenpater legt seine Ersparnisse in den ftstbaren Körnern an. Na, MS ist die Gitppe gründlich versalzen. Ktter Mver. * Das unvergeßlich« Buch. Eine Leserin schreibt unsi MS einem valntageftgntten Laube erhielt ich von einer jungen ^erwandren vor ünzvm den-ehrenvollen Auftrag, ihr eine „Lrsekste" avfz»ftellen. Lobe« wurden Mir vetschiedsne Änftrderungen an die Bücher — wenn ttn junges Mädchen „Bücher" sagt, meint sie sMstverständlich Rontane — Lnndgetan. Diese Bücher müßten neuesten Datums, sie' müßten spannend sein und sie mutzten mir „einen tftfen, unauslöschlichen Eindruck" gemacht haben. Erst lächelte ich wenn's weiter nichts war! Sobald der „Preis kttne RoÜke" spieljc, fühlte ich mich sämtlichen litevavischen Anftrdevungen gewachsen. Mir schien, M hätte. ich in letzter Zeit unendlich Vitt Bedeutendes gelesen, und ich lege mir einen langen, langen' Zettel zurecht. Dann begann ich nachzudenke«, und tiachdem ich das einige Zeit, getan hatte, fand ich, daß item Ä>istift gespitzt werden Müßte. MS das geschehen war, entschloß ich mich, mit Tinte zu schveiben, und schließlich schob ich daS ganze Schreibzeug zur Seite Md begab mich zu meinen Bücherschrank. Dort stehM sttbsiverständlich keine modernen Roman« — welcher geistige Arbeiter Wiens könnte die jetzt anschaffen , ckber es liegen dort doch allerhand BÜchsrderzeichnisse, durch die man an „unvergeßliche" Eindrücke eritznert werden kann. Ich vertiefte mich in diese Listen. Sollte iw Lija „Jim H'gtznS^ empsehftu'/ Sicherlich ein gutes, ein wertvolles Buch — aber erstens war eS nicht „neuesten" Datum-, zweitens versickerte die Spanmug ganze lange Kapitel hindurch ttr endlosen Wiederholungen und drittens war der Unauslöschliche Andruck doch ziemlich rasch verschwunden. Der Kriegsroman GavbusseS log'noch wesentlich weiter zurück, außerdem Ivürde daS junge. Mädchen diese EMosigkeit gewiß nicht Überstehen. Romain ÄoländS „Peter und Luz" — sehr UebrnSwÜrdiS, fchr gut gemeint, morMch durchaus lobens- Weri. Mer auch der abgchäriete Leser gähnt sich durch. Die neuen AiqdhtttSevmnemngen von Anatol France sind reizend, fein, geistreich -- spaynend sind sie nicht'im mindesten.. ThadönS Rittner, Leo Perutz, ttn etwas gewaftsanies Buch ans Byzanz, ttn Nordpolrvman — dis ganze Äsche, ließ ich Revue pästiere». Alle *nh Buchcr wareir unzimem lebhaft, grell, krampfig, sie waren geräuschvöll und lärment», kultiviert, MV signiert — aber ihre- Wort«, Bilder und Gedanken rannen mich cm Andrucks fähigen hinunter wie Wasser über einen Wien Stein. Sie ließen nichts zurück als ein Gefühl der ItlkllUtg Cli|iW* MiVIIBifg II..WMMWH W m Saal-, Mauiwlirf P.M WWWEM Stadtpeizen a. Patzsakkos MMM^ÄIliMöl-, Blaa-,Polar-u. Alaska-FOobsen ühms jijaiiw'wrwiiifiiiytSipftiga;^

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