Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1291 (3.9.1922)
- Date
- 1922-09-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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UADMM'! v «eite 4 Wien, Sonntag 3. September isrr M 9 nne IflL, ScbottenfeidgassB 21 ■»■—■■ Telephon 39-1-08 n - GRÖSSTE AUSWAHL INLUXUS- UNDSTIL-; MÖBELN , GEBOGENE SESSEL MÄSSIGE PREISE 44» Seipel geht «ach Genf. Dem gestrigen Ministerrat legte der Bundeskanzler die Nachrichten vor, die vom Bundesminister für Aeußeres aus Gen f eingetroffen sind. Hierbei teilte er mit, daß nach den Berichten der österreichischen Vertretungen als auch nach Aeußerungen . maßgebender, Persönlichkeiten der Ententestaaten der dringende R a t erteilt wurde, der Bundeskanzler selbst möge bei der für Mittwoch in Aussicht genommenen Sitzung , des Völkerbundrates die Angelegenheit Oesterreichs vertreten. Der Mimsterrat ersuchte hierauf den Bundeskanzler, die Reise nach Genf ehestens anzutreten. Die Sitzung des Ratio n a l r a t e s, die bereits 'für Mttwoch ausgeschrieben ist, dürfte trotz der Abwesenhekt des Bundeskanzlers stattfinden, wahrscheinlich wird aber die geplante Aussprache über die politische und wirtschaftliche Lage bis zu dessen Rückkehr verschoben werden. Im Ministerrat Machte der Bundeskanzler auch Mitteilung darüber, daß energische Maßnahmen in der Frage des Schutzes der inländischen Bevölkerung gegen die nachteiligen Wirkungen des Zustromes von zahlreichen Fremden aus dem Aus lande im Zusammenhang nrft den gegenwärtigen valutarischen Verhältnissen in Vorbereitrmg > find., Der Ministerrat beschloß, die Erledigung dieser Angelegenheit möglichst zu beschleunigen. Die Abreise des Bundeskanzlers nach Genf erfolgte gestern abends. . . Die Verh«n-l«»ge» ia Ro«. R«w, S. September. Gestern und heute mchmvtiags hat dir österreichische Delegation die Besprechungen Wer die allgrnvrmen Fragen nüt der Eonsulta sor^osetzt und die seinerzeit unterbrochenen HandelsvetwaasvevhaMlu'Nigen in Anwssrrcheit des Sektiouschefs Dr. Schüller um» des Gesandten Kwiatkowski einrrftits und der Senatoren Evntariui und Bmncheri, des GeneraldstnAcas 'der Alle. Äuoioli sowie der handelspolitischen Roskrerüen andevevsoits neuerdings eröffnet. Die Verhandlungen werden Montag fortrefttzt werden. ••••■: - : ~ Tschecho - ©lomafeel. .- - KüKdizaag der M«lleAtjyvr«träGe HerMexttNatzßMG -.^ L -> P Prag, 2. Scht-eücher. Die .iiet aus Reichenberg: Gestern erhielt das BeMmdssekreta- . r'at drr Textilarbeiter drei Kündigungen von KollÄtivver- . tvägeü. In den Vertragsgebieten R r.ichenberg Stadt . und Land Einschließlich Gablouz utzd Prosch.witz, Einsre dl und Bu f chnllersdo r f. in den PMtrschen Gebieten F r i ed l a n d und D e utsch - Gab e l ist der KollMvtzertvag gekündigt, wodurchmehrals 22.0M Arbeiter in dm vertragslosen Zustand treten. Die F-rderauge« -er Jt»m*M*iftest z«r BekÄmps««s der Wirtschsftskrtse. Prag, 2. September. Der VollztchSausschüß der Körnm u n ist i s ch e ü ,P a r t e i veröffentlicht, inr . „R u ö e Pravo" eine Kundgebung, worin folgende Maßmihmey gegen die herrschende wirtschafrllche Krise gefor- ' dert werden: Kontrolle der industriellen Prod u i t i o n, entsprechende Auftellung der ArbsiMvafte^ Ber-':'. einiguirg aller Bänken in ein einziges^ der staatlichen Kon? trolle unterliegendes Institut, Ängatovrsche BDung von - Industviegruppen der einzelnen. Kategorien, Unterstellmdg -des Ar^eugüngSPlanes einer Kontrolle von Betriebsräten,. Oessnang der Grenzen für die Einfuhr voll ÄsbensmittÄn ' und?lufh'ebung der Zölle für'dstsÄben sowie.endlich die obligatorische Billumg von K o n fu m g e n o ss e nschaft'ender'Ksamten Bevölkerung.. / " .v ^De« i»t«rrrstto»sle« VerpWch1«»gL« ««chgeksmme«." Mnf, 2. .September. (Tel, d. „Wr. Morgenzeitung".)" Der ungarische Minister hes Aeutzern Gras Bansfy gibt, im „Journal de Geneve" eine Erklärung ab, worin es -heißt, Ungarn habe im vorigen Jahre sein Ansuchen um Zulassung zum' Völkerbund zurückgezogen, weil, es nicht, gewünscht habe, daß.über dieses. Ansuchen verhandelt werde, ehe die Streitfrage bezüglich Ungarns erledigt sei. Nunmehr aber sei Ungarn allen feinen internationalen Verpflichtungen, na ch gekommen itttb hoffe, .daß der BöWHchd" dies; werde, indem er dem Ansuchen' Ungarnsein« fteundliche Aufnahme btteite. ' - MIWMdlE WMMr PMnken in, ' VutzMeK.! , Budapest. >gin hak es st Nachtständen bewaffnet waren, friedliche Passanten, anhielten,-sie zwan-H gLn, ilch zu legitimieren, und die j nd:schen Passa.n-« tiu iitfit Ute fielt. ,D .ereignete, sich jßdpch, immer^ häufiger, daff'daS^Publi k um gchen die ÜächMchtzn Stö-^ Mfriede Stellung nahm, die nur durch das Herbeieilen-dersi. Wache von der Lynchjustiz durch dü eMtterte Menge^ geschützt werdenr;konührn,,.7-Uun . hather Hb erstatt-£ W u pt inä n n chvn Büdapöft w bift ZeiÄiDn bekannt- : gegeben, diese nächtlichen Ruhestörer nicht nur wie bisher- Hlich, von den Pölizeiörgäneü zür Airsweisleistung auge-> Mton und nach erfolgter - Legitimierung, wicher fveigelafsen-^ Mirden. sondern baß von nun an diese Ruhestörer von den-) Mizeiorganert d e r h a f t^ t'uW in Mft Malten würden. DstgalizieÄ vovMM Bo^chasLerrat.? I Leytberg, 1. September.: H ij o" Ml-t det aus London: Ende September oder anfangs OktMr Mrd sich Mlsj z-i j ch e n..Fr a g e beschäftigen. .Mne.Hezielle^Ex-.- PertenkjrmMission. für "Oftgalizim• ’wird . 'im- Mynat' September hie Vorarbeitenbeginnen. - . ,M. . Die UKrai«er «Ah hie Sejttwahle«. Lemberg, J. September: (Teki d. -M:. : ALitüng".): Hromadsk-i-Mstny!" meldet: AusHer Konferenz . der ukrainischeu nationalen Volkspartei unÄ .der ukvcAmfchen Ärbeiterpartrr würde -bei: der 'Diskussion über idie Stelliumg zu den Sejmwahlen in OstMizren u. a. .betönt/ daßtjene,' die sich an den Wahlen Beteiligen; von der ukrainischen - Gesellschaft ausgeschlossen itnfc an den Pranger gösteM werden sollen. Die Teilmihmer der'Konferenz befürchten, .daß - eine eventuelle oPPorkmWische Stellungnahme der Juden . wahrend der^Wählett einen Ani''semitisnnck uinter den ukraiiuischen Volksmassen hervorm'ftn könnte, öbzwär die nkrairüschen Bauern Mit best FMn bisher in guimn Gnvernchmenchehen. - " - ' - Die Konferenz Hot weiters Mn Dr. Eugen- P e ft uszewiez, ckls dem einzigen legitimierten Repräsentanten des ukraimischen Volkswillens in Ochgalizien, .ihr 'V e rt r a u e' n s' v ö t u m ausgedrückt und ihnzimr AuShabren auf seinÄN Posten ansgsfortzert. - ' . - - - Die Vorstehrr der rad'Men und -chrrsMchisozialeu Parteien der Ukrainer haben. -gleichsaW ihre Zuistrmnmng zu den auf ^ex,5^si^enz.^^o^ne^ ,Mo^l^u^v^ qusgefProcheN,^:... hr ♦ -‘X MWMMDKWMDWffW^WWM av_> •; r'!.,/!. ^ru dj« jüdische Volkspartei ein Schreiben mit ider HuGorh«» . rung;gkwichtet, die EinheMchW-deS -Mischen WHWvsks. nicht zu brechen. Der jüdische WchtzlAoÄ seinerserts Vevspvqch d-rr My-lbspa.rtei.-.--vo>«,j.den zu erringenden Sdjm- . manvatm 15 Prozent abzulnten.,Da die Agudah feD, die MiSrachi 3 Mandate zugesprochen erhalten YMn,.-he--. fürchtet hie Volkspartei, das; dgdurch die jüdischen lhemokra? . trschm.Mqmente (6 Zionisten, 2-FcMsteu) geschtvächt werden könutev., y . - v- ' Rnndschau. E ««ier«Ag»v«rschlSgr f«r . Hesterreich mch DUtteleuro^a. ' "Wefi, 1; Srpwmver«' -tMsfarck) .che-mEtze.'- NimifterprSswent Nitti evklävtie einem- Vertretet der - „P i t c-o k o" gegenüber, das dmech di« Verträge von DersaUeS'-Mtz -St. Germüin vervingerte D eft e rr « ich Hörme^ w'eh'ePLesben)' n o'chfuNk 1'i o n^ie r-en. Das: wtrk--"-'- saMfte-Mitteldaß er auch Vorschlägen wiivde- 'wenn er in hiMit Nugenblick Ne VerantwoMichkeit -der- RegierunghaM-Mre' die B e'r ei nr.gN'-n ga-U e r -R-'a-'ch f-v-l-'gie- .' stNä^e ii-'M ehemaligen ösWveichisch-unMischen Mottvr-- ^chie> nämlich Italiens, Ungarns, Oesterreichs dtr 'Tschecho-' MMkei; Polens üW'JügoflawienS; zu einein ein zign n FoMtz e bie t, Wrwupch Äne großs wirtschaftliche Einheit,- estr'Nvächb^er Zöllvevein von- M M'ib-libnem M e tts ch'ett' gebWet würde.' Andernfalls' Wüpdeir Oester^' rchch, ÄNMrn Md' Polen üneMMch Zugvunde gehen,' Rü- Mnien wibche veraWen; und ^di« Höfen von' Triest E ' WM^ltWen Uerfallen: Dies«'Union steh« keineswegs in WMrMuch züw Vertrag von VersMes,'-noch' m\ einein" der.absurden. Verträge, die' dem ersten gefolgt' seien, $$"' hänM 'M um eine wein wirtschaMche GesMtung, Um ein glwWMlrtschaf'tliches Mcken wv das Leben rasch Wieder anMuW .donnG nm eine' erste Rückkehr - zu Un edlen Werken jbeS, Frizens. Düs wg^ die RettuÄg TriestsM die WbedMrMrrlg. Nume^.'.Jch.^egLeift, sgM Htti, W -wirtsHMrchey"Schwierigkeiten.. 'und Einwände, aber bäh.' sM. Huik.Kleinigkeiten, hie leicht überwunden; werden könnM. 120,Millionen Menschen, dw noch 'eineÄ' ernsten Krieg 'den Freihandel in Angriff' ttehmen ' upd prMzteren Palihaus Wien, II., Glockeiig>a889 6 .Filiale in den Verkaufshallen am Karlsplatz i (Talophonrat J5I-2-80-82, 81.srsy-.gl) ' r PcKzwaren aller Ari 637 neueste .Modelle, in feinster Ausführung stets .lagernd Werkstätten:. Wien, II., Rueppgaaee 37 tverden, würden durch diese Tat das grandioseste WerkdesFrredeus vollbringen. Oesterreich Anlegen gewähren und ihm bei der Sanierung seines Geldwesens helfen, ist gewiß ein Akt der Humanität und der Pflicht, aber das; richtige > Mittel ist uich bleibt, das ich dargelegt habe, - Die Berha»dl>,»seil -er Bölkerh««»- rate». Genf, 2. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der Völker-- buudrat . begann heute seine Bcrhandlungen mit der Entgegennahme eines Berichtes des japanischen Vertve-' tevs Jshii über die finanzielle Lage der freien Stadt D a nz i g. Ein Vertreter des Senats der Stadt schilderte deren überaus fchuilerigs Finanzlage, wobei. er hervovhob, daß die Gründungskosten der freien Stadt das Hundertfache des Exlstenzwinimüms' d'.r gesamten EmwohNcrscha-st betragen. Infolge des Marksturz'es hätten sich die BetrÄbsmittel der Stadt derart verschlechtert, daß diese vor dem finanzielle n Z ü s a m m e n b r u ch e stehe. Der Rat verwies die Angelegenheit an die Wirts cha s t su u d F i n a n z i o m nts s i o n, die ihren Bericht baldmöglichst erstatten soll, damit drr Rat die ldringliche Angelegenheit noch in dieser Session zur Entscheidung bringen könne. Hieraus wurde vom Vertreter Fra-nkveichs Hanotaux der,Bericht des Hyg 1-rnefomitees verlesen, und vom Rat genehmigt. Der Bericht hebt hervor, daß die verschiedenen Negicrungen möglichst rasch ihre Beiträge zu den Kosten für die Vekämpsung der in Rußland' herrschenden Epidemien entrichten mögen. Das Gesetz zu« Schatze der deatschea Repabttk. Berlin,'2. September. Im Reichsrat trat gestern der . Uoberwachmlgsausschuß zur Besprechung der Durchführung des Ges eH e s zu m S chrr-tz e de r Re Pu blik zusammen. . Der NnaHängige Dr. R osanseld kritisierte'die Vereinbarungen der Reichsrog-icrung mit der. bayvischen Regierütig und kam zu dein Schlüsse, daß sie den Gesetzen durchaus' widersprechen und deshalb uu-gül tig-'Mn.- >• Ahg. Dr.'BkeherLe (Bahrffche VoKsPartsi) vertei-- 'digte die BereinbaMngen. Reichskanzler Dr. Wi rth.erkHNAckM^ W, deln konnte, erst eme Anerkennung' des Gesetzes durch die ibayrische ReZierung . zu erzielen.' k'Mchdem niivn sin ^gewisser Friede erreicht sei, richte dep. Reichskanzler an die Bayrische Volkspartei die dringende Bitte, auf die ihr nahestehende Presse mäßigeneinzuwircken. Der ReichskanZter zitierte sodann die Stelle aus dem „B a y rischen (5 o u r i e r", worin dem Minister R a the -nn u sowie dem Reichskanzler vorgeworsen werde, daß sie sine Bolfchewisierung Deutschlands im Aufträge von Moskau erstvsbm und -lediglich aus diesem. Gmnde eine Entwaffnung der Konterrevolution -m Gimte gehabt hätten. Drr Reichskanzler wies auf den Emst der außenpolitischen Sfiuation hin, die wahrscheinlich -auf lange Jahre hinaus entscheidenld für die deutsche Nation fein >wechs. Nur die volle Einigkeit des deutschen' Bvftes könne eine solche'-Lage überstHen. Vie EiniDUngsverhandlßtNgeu der -, deutsche« Sozialde«o»rWe. Berlin, 2. September. ^E-Komp.) - Die - Fusious» Verhandlungen - zwischen den. PartelleiturMn tep Unabhängigen und der MehrheitSsozialrsten sind so uveit fortgeschritten, daß in kürzester Zeit daran gedacht wird, die Presse der beiden Parteien zu verschwelM. Es besteht Aussicht, daß an Stelle der „Freiheit" und, -es „Vorwärts" eine gemeinsam« sozialistische. ZMmg iu Berlin erscheinen wird.?. . Me deutsche NaLiorralhyMus. ' 8. September. Mel.-Komp.) Der Reichspräst- ^dent hat. in einer Verfügung bestimmt, daß entsprechend seimr Kundgebung vom 11. August (JtchrEg^ der' Pro-, , klamation der NeichSverfassung) -as.' Ach „D c n t f ch- ‘ lan % Deuts ch l a n d ü b -r r' a! l.-x s'.ÄS deutsche 'Na . tionalhhnme zu gelten hat. . . ÄerbrÄdekttüg mit HaLthy-Ungar!r. Budapest, S. Septeinber'. (U. T. K. B.) Die Mit» glieder der Interparlamentarischen Union besichtigten . heutevormittags die SchenSwürdigkeiten dir Stadt. >' Miftägs fand im GtadtwÄldchen ein ÄaMtt statt, M dem ' der' Präsident der Nationalversammlung. Bela v'. S z i« II..UMM1U u. •tief unt er den TagcsprciBett \ i