Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1289 (1.9.1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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^Rr. 1889 Wien, Freitag , > Für Gefrierfleisch wurden folgende amN5)e Preise bekmvmt, die für i>t<e Bezirksgeschäfte maßgeben/d sind: Vorderes 11.800 St., Hinteres 12.800 K., Bratenflnsch 14.600 K. pro Kilogramm. Schönes Fett kostet 58.080 bis 64.000 St., ausgeostes Fett 46.000 St., amerikanisches Schmalz 32.000 bis 16.000 K., Hausschinalz 58.000 bis 60.000 K. pro Kilogramm. Geflügel ist im Preise weiter gestiegen. Steirische Brathühner vsten bereits 40.000 K. pro Kilogranmi. Aus dem Naschmarkte war die Beschickung an Gemüse und Obst wiademm sehr gut. Preise unverändert. Nur Spinat tchöhie sich aus 1500 bis 1600 K., Rotkraut auf 1700 bis 1800 K. pro Kilogramm. Obst in in sehr großen Mengen zuge- 8'chrt worden, besonders Aepfol, die 800 his 1600 K. pro Kilogramm kosten. Die Zwetschken, die aus den Markt kamen, waren niniderer Qualität und meist unreif. , Sie kosteten 80o bis ioOO St. pro Kilogramm. Butter kostet 48.000 bis 66.000 pro Kilogramm. Das kluSbleiben der Eier vom Markte macht sich sehr -empfindlich iemerkbar; in den Bezirken kosten sie schon 2000 K. pro Stück. In den Bezivksgeschäften wird offene gezuckerte Kondensnilch zum Preise von 14.400 K. pro Kilogramm abgegeben; Leute stellen sich darum an. Der künftige Milchpreis. Vom 4. d. an beträgt -er Preis für einen Liter Molkerei. mäßig behandelter Milch Im Kleinverschleiße 3840 K.. hierbei mtfcillt 600 K. ans den Troß, und Klelnhan-rl. Wvs«. Wiedereröffnung der MittelstandrkSche, I., Griechen» lasse 3. Dt« Infolge Adapkierungsorbeiken vorLbergehend geschloffen gewesen, Mittelffan dsküche, I . Griechengaffe 3, wurde « 27. August wieder eröffnet. Gr wird bemerkt, daß Anmeldungen ör diese Küche, in welcher »orläufig noch eine Anzahl von Anjehörigen des Mittelstandes Platz finden kann, a u s f ch l i e tz. \i ch t« Zenkralburea«. IX., Berggaffe 7. Montag, Mittwoch md Donnerstag von 4 bis 7*6 entgegen genommen werden können. Bühne und Kunst. Deutsche» Bolkstheater. Als Vorfeier von Hauptmanns 60. Geburtstag „Gabriel Schillings Flucht". Wer die gegenwärtigen Schwierigkeiten des Theaterbetriebes berücksichtigt, muß nnt dieser ,-Festvorstelliung" zufrieden fein. Sonst müßte man allerdings von einer Bühne dieses Ranges und bei solchem Anlässe mehr verlangen. Der Stirnmungsgchalt des Werses wurde nicht fühlbar, Meer und Gestirne, Morgenfrische tnd Nachtsturm, die bekanntlich in dieser Richtung ihren besonderen Part haben, hielten nicht genügend mit. Ferdinand Onno, der Znrückgekehrte, gab zum ersten kNale dre Titelrolle und siegte wieder 'durch die rrnbediugts künstlerische Ehrlichkeit,. die wir an diesem Schauspieler außerordentlich schätzen. Freilich, bei ruhigerer Linierrfi'chtung, «wirkt das Schicksal Schillings eindringlicher und tragischer. Ueberraschend geglückt, vortrefflich umrissen der Professor' Maurer Kurt Ehr l e s. Ria Thiele als Lucie frisch, aber.nicht immer natürlich. Ein wenig aufdringlich ihre Art, zu uuterftveichen oder ein Pianissimo zu bringen, während Nelly Hochwald von allzu vornehmer Zurückhaltung ist. Lilh Karo ly, die wir freudig an dieser WirkulrgSstätte begrüßen, diesmal ein wenig blaß. Voll Verdienst Jenny Werner, Willy S ch m i e d e r, Felix K r o n e s-. — Nach dem letzten Fallen des Vorhanges wurden Herr Omw und die übrigen Hauptdarsteller immer wieder vor die Rampe gerufen. O. A. Die «Ke Spiel,ett des IssesftLdter Theater«. Das Fosefffsi-ter-TheLter bereitet für .die Saison 1923/23 folgende Novitäten vor: „Mama Coiobrt" von Kenri Baiaille, „Madame gastiertvon F. Gamdera-Ll. Gevel. „Dcr Nachlportier* von Maxim von Quinzvn und Mirand » Gerouls, „Mannicont.ist «in Satyr". „Aloyse oder die perverse Frau" von Andre de Lord. „Die Tigerin' von Keimequm-Veber, „Die Frau mit der Maske" von Rudolf Lothar» „Casanovas Sohn" von Rudolf Lothar, „Fngeborg* von Kurt Göh. „Die Komödianien" von Bousquet - Armond. „Der keusche Lebemann" von Arnold, Bach, „Die Kaffeemühle* von Silvio Zamkaldt, „Lerr Adam und Frau Cva" von «lex. Engel. An den l i t e r a r i s ch e n A b e n d e n gelangt ein C tri ndberg-Z y k l u 5 bestehend aus den Werken: „Totenianz", „Vampyr*. „Fräulein Fülle". „Vater", „Mit dem Feqer spielen', »Gespenstersonate" zur Ausführung, serner werden neu inszeniert „Die «rohe Landstraße' und „Weiterleuchten". Dos literarische Programm steht serner folgende Wecke vor: „Mrcadet" von Baleaz. „Robert Frnnck" von Sigurd Sbsen. „John Gabriel Vorkmanu" von Kenrik Lösen, „Marquis von Ke.lh* und „Kammersänger* von Wedekind, „Mächtiger als der Tod" von Kerkert Eulenberg» „Die Schenke" von £. Saßmann, ^Untersuchung* Poti Georges Kenriot. NAde» Theatrrn. Cm Deutschen V v l k L t h e g t r r hat der Karlen» verknus sür den Eröffnungsabend des Gastspieles Alexander M o i j si. der am Montag den 4. d.. 6 Ubr abends, den Kamlet spielt, bereits begonnen. — Dienstag den 5. ö., 7 Uhr abends, setzt der Künstler als Fedja in. Tolstois Jö e r lebend e L «t ch u a m" sein Gastspiel fort. Fn der R e n a i s s a n c e 93 ft h n e findet heute die Premiere des kriminalpsychologischen Dramas „M e d 1 u m" von Leopold Thoma stait. Ln der männlichen Kauptrvlie eröffnst Oskar ©e re g i ein kurzes-Gastspiel. Beginn präg i s e i7 Ahr abends. R ^Sm Ratmund-Theater spiest Franz G l a» _Werter M«rsettzeik»»g._ posse von Robert Stolz ,.D i e L i« d e geht um". Seine Partnerin ist ftrmi Repi G l S ch n e r, dm Amor fingt wieder wie bei der Effiaufffituung Fini Z r r o i tz. Es finden nur mehr sechs Aufslibrungen dieses Merkes am Raimund-Theater statt, da bereits am 7. d. die Wintersplelzeit mit Shakespeares „Othe! l o" eröffnet wird.' Fn der Roland-Bühne beginnt heute eine neue Einakier»Serie „E r n st u n d S ch e r % in derEroti k". Pia Ar,i o ld wurde. mben Cmmy F l e m m t ch als Gast verpflichlek. Zur Aufli!hru«g gelangen: „Dame ohne Kopf" von Wallisch. „5 m Kana l" von Korpstn, „T a n d arad e t" von Kuna und „Naphthalin" von Korst. . Snt FobannGtrautz» Theater fingt in der heuiigen Aussührung. der Operette „3hreKoheit — die Tänzerin" Viktor Norbert zum ersten Male tie Partie des Mayburg. Sonntag geht als Nachmittagsvorstelluns „D t e Fledermaus" in Szene. Die Fusion -es Dsslfchen Volstsltzeaters miß Sem Aaimunü-Theater iritt von heute ab unter dem Titel „Vereinigte Schauspielhäuser" (Direklion: Alfred Bernau und Dr. Rudolf B rer) in Krast. Als neue Witzlisder rnd die Damen: Lore B u i ch. Mathilde Danegger, Marion R e g» l e r. Margarete R i s und Ria T li i e I e, dix Kerren: Ferdinand Bonn, Kans B e h a!, Kerbet B r u n a r, Franz Deutsch. Eugen D umvn t,. Kelnz F i i ch e r, Karl Forest, Günther Ä a d a n k. Kans M a r r, Keinz Sch n i h» l e r. Willy T h a I l e r, Willy T r e b öt s ch und Kerbert W o n i e ck in den Verband der Künfilerschaft des Unternehmens elngeireien. Voistsoper. Cs ist der Direktion der Volkroper gelungen, für ihr Septemberprogramm eine Reihe illustrer Gäste wie: Frau Kertha Stolzenberg vom Berliner Opernhaus. Frau Ada Poliakowa von der Grofim Oper in Petersburg. Kammerlänger Richard Tauber von der Dresdner Staatsoper, Kammersänger Robert Lull und Lelnrich Sälusnus von der Berliner Staalsoper, sowie Sigismvndo Zr.lsrchi und Geo>g Vaklonofi zu gewinnen. 3m Rahmen dieser Geptembergastsplels singt heute iFreitag) Kerr Lull den Manrico im „Troubadour', während Kcrr Zalerchi morgen (Samstag) als Rigoletlo gastiert. GerichLsfasl. Der bedirrgte Strsfrmchlrrtz. Ein Erlaß des Justizmirtisteriums. Me wir erfahren, hat das Justizministerium vor, kurzem den Gerichten einen fchr umfangreichen Erlaß zukommen lassen, in welchem darauf hmgewicsru wird, daß das Bundesministerinm bei verschiedenen Anlässen wahrgenommen hat, daß die Anwendung des Gesetzes über die bedingte Verurteilung sowohl was die Sache als auch die Form belrisst, bei den Gerichten viel zu w ü n s ch e n übrig ,läßt. In - dem Erlaß wird auf die wichtigsten, bei der Anw-ndung des Gesetzes vorkommenden Verstöße in eingehender Weise aufmerksam gemacht und unter anderem gesagt: Es geschieht nicht scUen, daß ein Gericht eine Geld-, Arrest-- oder Verschließungssirase im Urteil unbedingt aussppicht, dann aber, wenn ein Gnadengesuch eingebracht wird,- auf bedingte Begnadigung anträgt/ obwohl sich in der- Rchel seit - dLm Urteil . nichts ge-i ander: hat. Hätte das Gericht schön bei der Urteilsfällung mit der nüligen Sorgfalt geprüft, ob die nötigen Voraussetzungen für die bedingte Verurteilung vorllegcu, hatte der Fall sofort. seine sachgemäße Erledigung ges mden .mo wären nachträgliä)e Erhebungen erspart gebli-ebsu. Es ist auch für den Verurteilten nicht gleichgültig, ob ihmdie Begünstigung der vorläufigen Strafaussetzung durch Richterspruch als sein Recht o-der durch einen Gnaden a kt zuteil wird. 'Die Eilischeidung über die bedingte Verurteilung ist kein „Richten nach Gnade", sondern ein „Richten nach N e ch i". Das ergibt sich schon darams, daß dem Venrrt eilten im Gesetz über die bedingte Verurteilung'die Möglichkeit eines Rechtszuges offen gelassen wird. Liegen also di-e gesetzlichen Voraussetzungen vor, so -ist die Strafe nicht zn vollziehen, sondern bloß anzudrohen. — In dem Erlaß lverden weiters die besonders häufig borkommenden formellen Verstöße bei der Anwendung des ' Gesetzes besprochen und in elf Punkten angeführt. — Zum Schluffe des Erlasses werden die .staatsanwaltschaftlichen Organe angewiesen, ans die genaueste Beachtung der Bestimmungen über den bedingten Strafmchlah hinznweisen. Wie viel Kubikmeter Luftrauur braucht man in der Mahrrrmg? Dre Wohnungsnot hat einen derartigen Umfang angenommen. daß man schon den verfügbaren Lnftraüm in'den Wohnungen nach Kubikmetern zu berechnen beginnt. Der Privaten Anna Warenberg wurde von der Hauptmieterin Kathi Fo nda das möblierte Zimmer gekündigt, weil die Vermieterin zu heiraten beabsichtige und ihre Wohnung schon jetzt überzählig belegt sei. Gegen das Urteil, des BezirkKgerichtes, mit welchem die Kündigung für wirksam erklärt wurde, brachte die Gekündigte die Berufung an das.Zivillandcsgerichi ein. Der Bevusungsvertreter Dr. Plaschkes bestritt, daß die Klägerin nicht Platz genüg in ihrer Wohnung habe, denn es komme auf jede Person in ihrer Wohnung ein Luftraum v o n"38 Knb ikme t er,-. was mehr als ausreichend sei, denn in einer Schule zum Beispiel komme auf joden Schüler ein Lnftrannr von 12 Kubikmetern. Daß di-e Klägerin zu heiraten gedenke, sei nur eine Behauptung. Bewiesen sei es nicht und wahrscheinlich sei es auch nicht, denn die Klägerin sei 56, ihr Bräutigam 83 Jahre alt, es besiehe also ein Altersunterschied hon 23 Jahren. Der Klagevertreter erwiderte, in der Schule ■ brauche man nicht so viel Luftraum wie in der Wohnung, denn «in der Schule schläft m-cm nicht, zum Schlafen brauche man, aber einen größeren Luftraum. Daß der Nllersunicrschied kein. Hindernis für die Heirat sei, dafür biete gerade die gegenwärtige Zeit zahlreiche Beweise. DerBerufungss-euat (Vorsitzender Vizepräsident' Dyktor Jaitner).beschlöß, zur Wiederholung der Beweisen eine neuerlichy Verhandlung auzuordn.en. Bei dieser wird auch die Frage -der verfügbaren und nallvendigeu Lllftra-um-K-ubikmeter.eickschiedmi weiden» ' . . _1. September 1882 _Seite 6 Volkswirt. Gefternpelte Krone --- —-.00% Centimes. Auszahlung Wien ----- — .00% Centimes. Sn Zürich notierte die österreichische Krone . . . — .00'/< (—.CO1/, am 30. Augvst) die österr. gestempelte Krone. —.007i% (—.00»^ am 80. August) die tschechische Krone . . . 17.80 (17.25 am 30. August) die Mark. 0.307* ( 0.88 am 80. August) Agram. 1.35 (1.427, am SO. August) Sofia.. 3.— ( 3.— am 30. August) Budapest ......... 0.277, ( 0.30 am 30. August) Marschau. 0.06 ( 0.06 am 30. August) Die BiKisK Zberschritte«. Banknotenumlauf 1147,6 Milliarden. Scho» seit einigen Tagen waren aus guter Quelle stanrmeude Gerüchte verbreitet, wonach der Notenumlauf in der letzten Zeit eine gewaltige Zunahme erfahren habe: die Schätzungen b§we.gten sich zwischen den Ziffern 120 bi8 130 Milliarden Kvonen. Diese Ziffern erscheimn durch den Ausweis der Oesterreichisch-ungarischen Dank vom 23. August weit überholt. In der dritten Augustwoche ist der Notenumlauf um 233,8 auf 1147,6 Milliarden gestiegen, hat also die Billion um 147,6 Milliarden überschritten. So ist vor einer Woche dasjenige zur traurigen Wirklichkeit geworden, was vor Monaten an dieser Stelle in einem Artikel „Auf dein Wege zur Billion" im Hinblick auf die verfehlten, hin und her schwankenden Maßnahmen unserer Finanzverwaltung und Politik vorausgesagt worden ist, einer Finanzpolitik, die, wie die gestern veröffentlichten Erklärungen des Vorsitzenden des Finanzausschusses des Völkerbundes zeigen, auch im Auslände mit Befremden verfolgt wubden. Eine Zunahnie des Banknotenumlaufes um rund 233,6 Milliarden fft selbst in unserem durch die Inflation schon ganz abgestumpften Oesterreich ein so gewaltiges Ereignis, daß die Leitung der Oesterreichisch-ungarischen Bank sich genötigt sah, entgegen ihrer Gepflogenheit dem gestern veröffentlichten Ausweis vom 23. August ein Begleitschreiben mit auf den Weg zu geben, das wie folgt' lautet: „Die Steigerung des Banknotermmlaufes (um 234 Milliarden auf 1 Billion 147 Milliarden Kronen) ist, wie ersichtlich, darauf zurückzufühven, ^daß einesteils der Staat, andererseits der Markt die Bank sehr intensiv in Anspruch genommen. haben. Hierbei erscheint es bemerkenswert, daß die Inanspruchnahme der Bank durch den Staat in: wescntlicheir in jener Form erfolgte, wie sie im neuen Notenboickstatllt vorgesehen ist (Erlag ausländischer Guthaben). ... Was die außerordentliche Steigerung des Eskoinptes anbelangt, so zeigt dieselbe, wie notwendig die von der Bank bei der Zensur itrtb der Hereinnahme von Wechseln beobachtete Rrgoryfi-tät erscheint. Es wird übrigens nochmals betont, das; durch diese Politik <beu legitimen Ansprüchen, namentlich insoweit die Versorgung der Bevölkerung mit not'.velrdig-en Bcidarfsartikeln in Betracht konrmt, kemerler Abbruch geschieht." ‘Sic Steigerung des Bauknotenumlaufes ist auf folgende Umstände zurückzuM)ven: 1. hat der Staat sich den Gegenwert für den französischen Vorschuß von 20 Millionen französischer Franken auszahlen lassen und dafür 116 Milliarden croa'ten' 2. hat er in der alten Weise, durch Hinterlegung von Schatzscheinen, die Bank, beziehungsweise die Notenpresse in An-sPruch genomnwn, und Avar wurden 26,5 Milliarden Schatzscheine neu begeben, die somit auf rund 670 Milliarden, gestiegen sind; 3. sind stir kommerzielle Zwecke 160,8 Milliarden Wechsel eskmnptiert worden, so daß der Wechseleskompte sich nunnrehr aus 404,4 Milliarderr beläuft. Summiert man disse Posten, so ergibt sich eine Steigerung von rund 243 Milliarden. Es sind jedoch 51,2 Milliarden auf Girokonto hiiüev legt worden, denen 48,9 Milliarden sonstige Aktiva gegerr uberstehen; abzüglich der 7,5 Milliarden sonstiger Passive erhält mau die Ziffer von ruüb 233,6 Milliarden, um dir der Notenumlauf in der Berichtswoche gestiegen ist. Wenn neben den irr der Rubrik Aktiva figurierender 20 Millionen französischen Franken der Zusatz steht „ge . sperrt zugunsten der künftigen Oesterreichischen Nationalbank" und die Oesterreichrsch-nngarische Bank in dcik Eommun^que beruhigend darauf hinweist, „daß die Jnau spruchnahme durch den Staat im wesentlichen in jeue Form erfolgte, wie sie.im neuen Notenbankstatirt vorge . sehen fft", so ist das ein schwacher Trost und auch sons nur eum grano salis aufzunehmen. 26 Milliarden, di« ans Grund von Schatzscheinen entstanden sind, mögen ir der Maffe von 233 sich klein ausnehmen, so willig sin) sie aber nicht, um den Eindruck aufkomm zu lassen, daß der Prinzipien des neuen Statuts zum Siege verholfen wor den wäre. Man hätte es viel lieber gesehen, wenn dr; Fruktifizierung des französischen Vorschusses auf spätev Zeiten, nach der Bankgründung, verschoben worden wäre j falls sich nämlich dann ein zwingender Geldbedarf, eingestellt haben wurde. Diese Quelle ist nun verstopft, da rnar sie schon jetzt voll, ausgenützt hat. Und so stellt sich diese Vorgang nach den Gmndsätzen des neuen Statuts lediglick als ein'Vorschiff; (der ncuerr Notenbank) auf den franzö fischen Vorschuß.dar. Gewiß mag es von Vorteil fehl, da-! die 20 Millionen französischer Franken nicht brach liege' und sie daher verwertet wurden, aber gerade dieses Bei spiel dürfte bewiesen haben, wie illusorisch vour Gesichts .Punkt der Inflati",.sbekämpfung die Bestimmung ist wonach eine I. .r.^pruchnahme der Noteubanck nur gege Erlag auslä: d: äjsv. Guthaben erfolgen darf. Es wio kaum jemand eine' PefferunL des Kronenwertes jbabitty