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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-30 · Heft 1287 (30.8.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1287 (30.8.1922)
Date
1922-08-30
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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^MM^RMMMMMMUM^WM^PM^MWW^WWWWWMWWWWMWWU^WWW^W^WMWMWWMM ‘ZJU'R , IpTT B eLe S . * | ~~];! ' v ^icr hielten bann bcv l^iMucinbe^rüfc? Kammcrrat /?ricptmntit »amens der Gemeinde, Siegfried Goldsch m ie d, Weingrvs;-- Händler,' und Ludwig M ü Iler, Rabbinatsverwejer, namens vieler Wohlfcchrtsanstalten, die mit den: Namen Grünwalds oevbunden sind, schwungvolle Ansprachen, welchen dann die gedankenreiche Festrede des Jubilars folgte. Die Feier, an welcher auch dir Oedendnrger Status qrw-Gemeinde unter Führung ihres Präsidenten Dr. Moritz Breuer teilnahm, endete mit einem ' Festmahl, -ei welchem Dkrwrö'W Grünwald, dessen zwei Söhne als Rabbiner in Luzern und Meran wirken, in vielen Toasten herzlich gefeiert und -mit Ehrengeschenken bedacht wurde. Um das Arrangement des Festes haben sich außer der Borstehung die Herren Bela R o s e u b e r g e r, Siegmund Mäher, Ludwig Müller und Julius Gellis besonders verdient gemacht. ' * Ein Geschenk der französischen Regierung für die jüdische Nationalbibliothek. Das französische Außenministerium hat durch den französischen Generalkonsul in Jerusalem der jüdischen Naiionalbibl-iochek eine wertvolle Büchersammlung Übermittolt, welche über 500 Bände umfaßt und die Werke drr klassischen französischen Literatur sowie Belletristik, Philosophie, Geschichte, Kunst usw. umfaßt und eine wert-volle Bereich emirg der französischen Mtoilung der Bibliothek bildet. * Festakademie zugunsten der Wojä in' Kaltenleutgeben. In. Ergänzung des Berichtes über die am 24. d. staitgefundeme Festakademie wird uns' -mitgeteilt, daß sich arm -das' Gelingen des .Festes-noch. Herr und Frau Direktor Zimmet, Herr und Frau König aus New-Aork und-Herr Friedl verdient gemacht haben. Unter den künstlerischen.Kräften zeichnete sich Herr. Michael Stricks durch seinen Vortrag der Arien ans',,Tosca" und'„Jüdin" besonders aus. ' * Die Lohnbewegung in der Wiener Metallindustrie. Ter Wiener Jndustriellenverband teilt mit: Die in'der'Wiener Metallindustrie geführten Verhandlungen hauen ergaben, daß eine Sreübrvechnung >des Index nach 'vierzehn Tagen mcht stattfindet, sondern daß bei der e i n m o n a t l i ch e n B e r e ch n u n g d e s Index. verblieben wird. Infolgedessen wird erst am 16. Se-prember die Neuberechnung des Index erfolgen, die bei derAuszahlung vom 23. September zur Wirkung kommen wird, lim runaszulage von 45o0 Prozent (statt bisher' 3300 Prozent pro Ende August). B) Außerdem erhalten-die Arbeiter für jede im Lohn , oder Akkord geleistete Arbeitsstunde eine starre Stunde uzulage in folgender Höhe: a) Arbeitet über. 22 Jahre 1000 K. tbisher 700 K.), b) Arbeiter unter 22 Jahren (mit Ausnahme der Jugendlichen) 6g0 K. (bisher 400 K.), wenn sie vevheiratot -find 750 K: Fisher 500 K.), c) Arbeiterinnen als Familie nerhalterinnen'570 K. (bisher 500 K.), d) sonstige Arbeiterinnen <mit Ausnahme, der Jugendlichen) 450 K. (bisher 300 K.), e) jugendliche Arbeiter beiderlei Geschlechtes (mit Ausnahme der Kehv^inge) 3o0 K. (bisher 200 K.). C) Me Lchrlinge erhalten als starre Wochenzulage: im ersten HMjahr 3500 K. (bisher 240g K.), im zweiten Halbjahr 3800 K. (bisher 2600 K.), rm dritten Halbsahr 4100 K. (bisher 2800 K.), rm' vierten und fünften Halbjahr 44oO K. (bisher 3o.OO K.), im sechsten und achten Halbjahr 470g K. (bisher 8200 K.). D) Die eitz'te Au.s- Zahluug dieser erhöhten Teuerungszulage, ersblgt für jene Lohn- Periode, die am Samstag den 2. September zur Auszahlung gelangt. Bei Betrieben, die nicht am Samstag auszahlen, an j Sem -dom 2. September vorausgeheudm Zahltage. E) Insoweit i auf Grund der' in den Tagesblättern vom 27. August ergangenen Empfehlung des Wiener - Jndustviellenverbcmdes .Teilzahlungen j auf die dies-NwchHNtliche Wochenkchns-umme .erfolgt. sind, sind diese in längstens drei Wochenraten, und zwar in di^er Woche mindestens zur Halste, in den zwei darauffolgenden Wochen zu fö einem Viertel von dm neuen Löhnen abznziehen, so daß mit - der Auszahlung am Samstag -den 16. September, bezw. 15..September,.alle im Zusammenhänge mit diefer-Lohnbewegung geleisteten Vorauszahlungen vollständig getilgt sind. F) Diese Vereinbarung gilt für den Wiener Jndustriellenver-' Land. Die' Fachgruppe der Eisen-; und Metallwärenerzeuger (Reiner-Verband) sowie die Metallsektion der gewerblichen Be- : trie'be (GeißlerrGmppe) erklärten, daß die besonders ungünstigen Geldverhältnisse in den Kleinbetrieben/ es unmöglich. machen, .eine allgemeine Verbindlichkeit für diese Abmachung - einzngehen, doch übernahmen es die -Vertreter dieser -beiden Gruppen, ihren Mitstl-iedern zu. empfehlen, sich nach Möglich- ' feit diesen Beschlüssen anzuschließen. * Die Warschauer jüdische Gemeinde für de» Jüdischen Nationalfonds. Im Hinblick auf die Ratifizierung des Palästina-Mandats Hai die jüdische Gemeindeverwaltung in ' Warschau einstimmig beschlossen, zwei Millionen Mark für den Jüdischen Ncrtionalfonds zu spenden. Da die Gemeinde cm großen Geld.alamitätcn. leidet, war sie, wie erklärt wird, zu ihrem Bedauern. nicht in der Lage, eine größere Summe zmznwenden. Diese Zuwendung dürste jedoch größere propagandistische Wirkung l aben, da bisher — infolge Nichtdurchsüh-' rung von Neuwahlen — die Kültusgememden m Polen ans Mitgliedern, die sich dem Zionismus gegenüber Ablehnend oderzumindest wenig wohlwollend verhielten, zusammengesetzt sind. * Heimkehrertransporte für Ostgalizien. Ab 30. d. haben sich im Bureau, 2. Bez.. Taborstraße 20 a, zu melden: Nummern 741—800, am 31. d. 801—900, am 1. September.901—1000. Es wird aufmerksam gemacht, daß Personen, welche sich nicht zu der angegebenen Zeit melden, den Anspruch auf kostenlose Heim'befövderung verlieren. Zeit der Anmeldung täglich von halb 10 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags. * Neue Zehntausend«. Die „Wiener Zeitung" verlautbart einen Erlaß des Vundesministerinms für Finanzen vom 26. d., wonach dre O-est-erreichisch-ungarische Dam, österreichische Geschäftsführung, am 29. August mit der Ausgabe einer zweite.», ausschließlich -im Buch-d ruckverfahren bergestellteu Auflage der Banknoten zu. 10.000 K. beginnt. Dre zweite Auflageweist gegenüber der ersten folgende UnterschÄöe auf: Die. Vorderseite der Note ist nicht mehr in Kupfevdruck, sondern in einem anderen Druckverfahren ausgefüihrt. Ueber den Jdeallopf -der Vorderseite läuft ein grauer Linienvaster. Der. linke Rand' <bcr gleichen Seite trägt in der Mitte, vertikal in der Farbe des Nuu'ubildes den Aufdrück „2. Auslage". . Die Barmherzigen Brüder in Kohlennot. Vor wenigen Tagen Haben die Barmherzigen Brüder einen Appell an die Oesfentlichkeit gerichtet und geklagt, daß sie in schwerer Sorge um dos Schicksal ihres Spitals seien, das jahraus, jahrein Tausenden Genesung oder mmdestens Besserung bringt und unentgeltlich jedermann, ohne Unterschied des Glaubens, der Nation und der Beschäftigung offen steht. Die entsetzlich höhen Kohlenpreise lassen die Gefahr einer Sperrung des Spitclls nahegerückt erscheinen, da sich mit den gewöhnlichen Einnahmen nicht einmal Bruchteile der Summen aufbringen-lassen, die dazu erforderlich sind, um -die Kraukensäle dtzn ganzen' Winter hindurch zu Heizen. Der Appell ist erfreulicherwerse nicht ohne Wirkung geblieben, wenn auch die ganze erforderlrche Summe noch nicht hereingebracht ist. Es ist zu erwarten, daß die Mion FortsetzUM knrdet und daß reicbr Svend>-u» die Ba«»»berriaL« sr&TcxrT vvr r.rvnvnr^muzt^ der Sorge'über beit Fortbestand ihre- Spitals über die' Wintermonate hinaus entheben werden.. * Riickkehr der Ferienkoloniekinder. Nach mehr als vierwöchigem Aufenthalt im schöneii Eisenerz kehren die Kolonisten der Ferienkoloni,.. „Pestalozzi" am Freitag den 1. September nab Wien «i.trkjl Die Ankunft erfolgt nach 3 Uhr nachmittags im Balmhof .Meidling. * Wien—-Innsbruck. Die Bundesbahndirektion - Wien- West teil' ntii: Zm. Eu lästung des Zuges 2o7 (ab Men ,Westbahnhof 20 Uhr't wir-., wie bisher, auch werter in der Strecke Wien Westbabuhof -Innsbruck Zug 205 (ab Wien Westbahnhof 18 Uhr 5 Min.), täglich regelmäßig geführt. Dieser Zug wird Reisenden bis Innsbruck zur weitestgehenden Ausnützung eurpsohün, da. Zug 207 fast-täglich mit direkten Reisenden, über .Innsbruck voll aüsgeni'itzt wird. * Der beflaggte Stephansturm. In den nächsten Tagen wird man den Stephansturmin prächtigem Flaggenschmuck prangen sehen.' Bon den Bchördeu wind?, die. Erlaubnis erteilt, den Stcphanstur'-.r zum Zweck einer Filmaufnahme für den Film „Der junge Medardus" von Artur Schnrtzler reichlich mit Fahnen zu zieren..Der Zeit, und dem Inhalt des Stückes entsprechend, müßten schwarz-gelbe Naygen gewählt werden. Um aber keine 'beunruhigenden Gerüchte yervorzurusen, wird der Turm für die Filmaufnahme mit rot-schwarzeu Fahnen geschmückt werden. * Falsche 50.000 Keonen-Noten. In den letzten Tagen sind in Wien, in Bnd'apest und am Semmering Falsifikate der - österreichischen Banknoten zu BO.OOo Kronen vom Jahre. 1822 ausget.auch!. Die. Falsifikate sind bei näherem Anschauen durch folgende^ Merkmale 'kenniuch:' Die Pupillen des Frauenkc-pfes ireto-.i dunkler' hervor, so daß der Blick der allegorischen.Figur starrer erscheint; die rechte Wange erscheint etwas angesch wollen. Die Nachforschungen nach den Fälschern und den Beröreitern dc-r falschen Banknoten sind eingeleitet. * Die verschwundene Aktentasche. Auf; rätselhafte Weise ist gestern um 2 Uhr nachmittags, aus. dem Fahroegünstiguügsbureau des BundeSministeriums für Verkchrswesen, Clisabethstraße 9, eine wertvolle Aktentasche verschwunden. Die Mentasche' ist aus braunem Schweinsleder, flach, zusammenlegbar und hat anscheinend goldene Beschläge und einen . Wert von ungefähr einer Millionen Kronen. In dar-Tasche befanden sich außer einem Barb eirag von 300.000 österreichischen Kronen verschiedene wichtige Belege. * Ein Raubmord in Bad Hall. Die in Bad Halt zur Kur weilende ukr.-i-iinsche L'chterin Marie Tr ö ck a, die seit Samstag abgängig toar, wurde gestern in einem Waboe an der Grenze des Kurortes ermordet' ansgefnn'den. Zwischen, dem Opfer, und dem Mövder dürfte sich ein . verzweifelter Kampf abgespielt haben. Unweit der Leiche wurde eine Geldtasche mit zerrissenem Riemen aufgesunden. Sie' enthielt außer österreichischen'Banknoten acht Dollarnoten. Der mutmaßlichen-Täterschaft wird ein - Ausländer verdächtigt, der seit der Aufdeckung der MoMat aus Bad Hall..verschwunden ist. ... . * Oesterreich senchenfrei. In der Woche vom 13. bis 19. d. wurde im Volksgesnndheitsamt im Bundesministerrum für soziale Lerwaltung keine.Neuerkrankung an Blattern und Cholera, dagegen eine Neuerkrankung an Flecktyphus in Wien bei einem Heimkehrer festgestellt. * Amtlicher Wetterbericht. In ganz Mitteleuropa herrscht Schönwetter bei heiterem, wolkenlosem Himmel. Tagsüber wurde es ziemlich warm. In Wien stieg die Temperatur -bis etwa 23 Grad. Eine warme südöstliche Luftströmung hat auch in Deutschland.eine starke Evwärumng gebracht. Die Mittagslempevaturen' erreichten A-'chis. In! Weststankreich hat nördlicher- Wind Trübung mit' Abkühlung 'stebvacht.: Für' unsere Gegend bestacht noch keine Gefahr. Voraussage: Schönwetter, stich etwas kühl,, tagsüber warm, abends mild, tagsüber lebhafter Südostwind. Bereme, BsrrrA^e «ttd: Berssmlttln«ge«. Iüdiiche D o l b r b i b l i v i h , K Z i o n. Heule,? Uhr, drii-grnde AusschMhüng. Sv. «ngnfl vnm Rr. 1*87 EmShrMg. Die Leben»mtttel«LrKte. Wnkfleijch soll billige» werte«? Die Märbie in St. Marx Zeigen eine fallende Tendenz ist der Preisbildung, da die Grenze ' der Leistungssühigkeit des konsumierenden Publikums offensichtlich erreicht'ist. Ss ist daher zu erwarten, daß auch im Klemveikauf in. der GrohmirklhaÜ« der Preisrückgang in enlsprechendem Derhättn'» «mir-len wird und man rechnet laisächlich, daß im Laust dieser Woche das Rindfleisch sich im Preise ermäßigen wird, was allerdings bei der bisher erkiowmsnen KLHe des Sptkulationspreifes' nickt viel besagen will; immerhin ist s»-slzustellen, daß der Markt sich der Zahlungskraft des Publikums anzuposten beginnt und.nicht wie bisher dar Publikum durch überspannte PreisansShe zum Aäustistreik zwmat. Sestern mochte .ch in der GroßmarMallr noch die Etasnaliou der letzten. Ta^e bemerkbar. Trotz reichlichen Angebotes an Aindfleisch hielten die unerschwingllch hohen Preise das Publikum von den Ständen fern. Ebenso verhielt es sich m'i Seflüi'kl, das liegen blieb. Aus dem Fichmarkte zel. le sich gestern eine bedeuiend« Preiserhöhung, was mi! der gwhe.n Rachlroge zujommenhängt, die als Yolge der Fleifchleuerung m der letzten Zeit auf dem Fischmarkle hervorgetreten ist. Seefische Halen sich um 1SV0 & pro Kilogramm erhöht. Es llvjstteSeeläps und Kabeljau S00V K., Botzunge 7(00 .si. pro Kilogramm. Immerhin stellen sich die Se,sische noch viel billiger als jede Fleischs-rle und gehen daher restlos ab. Es. ist anzriuehmen. daß mit der Entspannung auf dem Fleischmarkt auch - die Lischpreise vleder aus. normale Basis gelangen werden. Auf dem Naschmorkt ist die Preislage unverändert. Sowohl in GemÜ'e wie im. Obst reichliche Zufuhren. Krrrenpitze wären gestern wenig. L.er gar sticht zu sehen. Woj«. Wledereröfsnung -er Mittelstandsktiche. l., Sriechenqasse 8. Die .infolge Ädaptterungrarbeiten vorübergehend geschloffen' gewesene Mittelfiandsküche, l, Griechengasse 8, wurde am 27. d. VieSereröffuet: Es wird bemerkt, daß Anmeldungen für diese'Küche,- in welcher vorläufig noch eine Anzahl von 4fn» likhöngen des Mittelstandes Platz fmden kann, ausschließlich im Zentralbureau, IX.. .Berggasse 7. Monlag, Mittwoch und Donnerstag van 4 bis'/,6-- entgegen aenommen werden i-'lam* ■ BLhAsimd' Künste Caspar! ßesiorbr,. Wie. wir aus Berlin erfahren, ist die Lyriksrrn H e d w i § Caspars, die eine große hoffnungsvolle Begabüng war, von ihren körperlichen Leiden durch , den Tod erlöst worden. Die ‘ Dichterin hat nicht nur durch ihr wertvolles Lyrikbuch „E l oh i m", das. von orientalischer Glut durchwcht -ist und dessen ’ ursprüngliche Kraft der Sprache auM (erschienen im Verlag „Ewer", Berlin), die Aufmerksamkeit auf. sich gÄeukt. Auch Teile eines abgeschlossenen Dramas „Salomo ns Alb fäll",'dir sie in Berlin-vorlas und dve auch veröffentlicht wurden,-ließen die ungewöhnliche 'dichterische Begabung bieifer^wrn erkennen. ' Hedwig' C-aspari hat eine R-eihe unveröffentlichter Manuskripte -hintevlass-en. Ueber ihre letztwillige Verfügung wtrrde ihre Leich' eingeäschert. : p -. Fraakfartex Re»«» Theater. Unser Fwnkfurter Korrespondent schreibt: -DaS Noü > : Theater brachte zum Schluß seiner diesjährigen. Spielzeit noch . eine Reihe vorzüglich inszenierter Ausführungen heraus. Viktorien Sardous Drama „Fedo.ra", ein literarisch schwäche' Stück,, gewann, durch die spannende, bis ins.Detqil .ausgeacheitote Sz-enenführung (Robin Robert) und durch das vorzügliche Zilsammenspiel deS Ensembles, insbesondere Frau ga ns und Ernst K a r ch o w s. Die Muinszenierung vop Vahrs „Konzert" die Auffühvung von Fu-lda.S „Der Dummkop-f", einer ins Satirische' hi-neinspielenden .Tragi-^' komödie des reinen Toren, erreichten ein Niveau, das der übet-' , ans strebsamen Jahresarbeit Direktor Hellmers rmd seiner Regisseure einen vollen Erfolg erwirkte. Das Güstspiel Maria O r s k a im belanglosen .F a r u s s e l l" gab dem Berliner Gast willkommene Gelegenheit, Spielrasfinesse und Temperament ungezügelt sprudeln zu lassen. Zum Gastspiel der R.o.tt er- Bühnen im Schauspielha'-ns.wären noch zwei herzlich unbedeutende, Lustspielabende nachzutragen: Fulda 8 „De ^. - Bulla n" und 8. S ch m i d t s „N u r e i n T r a u m". ' - Br.. .Ed ' ^' A«r d«« rhe«Lerrr/ lim 3 o h a n n S t r a u tz - T h e a t e r adaü'i San n i a g als e r ft e A ä ch m i t t a g s v o r st s l l u n'g der neuen Spielzeit „D i e F l e d e r m a u s" zur Aufführung. Die Witwe StrindbergS, Frau Harriet B o f f-e, die bekanntlich eine berühmte Schauspielerin ist, wird in Strindbergs „Rausch" und „Königin Christim" m «der rommenlden Spielzeit an der Wiener Rena.isisa ncebü-hne gastieren. - . Barnowski wird im Ra imnnd-Theate r den „Faust" inszenieren. Käthe Dorschgastiert als Gretchen, Eugen Klöpfer als Mephflto. - Kündigung der Avonnements und Stammsitze in den StaatsiheaterM Die Staatstheatervevwältung hatsämtlichen Inhabern von Abomrements und Stammsitzen Pie K ü n d -i - g u n g. ihrer Plätze im Opern- und Burgthoater per. 14. Sc p - tember zugestellt. Diese Verfügung hängt mit-den Levorstchenid^n echMichen Erhöhungen der Eintritck^preise in den Sbaatst-Heatem zusammen, die das Vierfache der Preise' in -der abgelaufe-mn Saison betragen werden. Ein Denkmal für eine» jüdischen Dichter.. Aus Mit na wird uns geschrieben: In den nächsten Tagen findet aus dein hiesigen jüdischen Friedhof die Enthüllung eines Denkmals^ für den im 38. Lebensjahre Ms tragische Weise ums Peben gekommenen jüdischen Schriftsteller und Dramaturgen Ä.'Wer- ' rer (Ersik Meier Deviniski) statt. Weiter fiel in den Pogrorntagen des Jahres 1919 nach der Besetzung WÄidas durch die polnische Armee durch Mvvderhand. Durch seine Dramen „Per St-umnie", „Jm Feuer" unsd aevdeve Werke wurde Weiter berühmt. Auch als Redakteur verschiedener literarischer und künstlerischer periodischer Ausgaben ernsten EhavÄterS hat sich . Weiter einen Namen gemacht. Seim ftaien und offen bekanntsn fortschrittlichen Ideen sind es gewe.sen, die seinen Lebensweg zu einem Martyrium stempelten.. Eine ständige jüdisch« Bühne, in Klausenbnrg. Am Klauseudurg wivd uns berichtet: Unsere StM. erchält schon Ar die nächste Saison eine ständige jüdische Buhne. Die Theatertruppe, die unter der Leitung deS Direktors St r am e r stcht, wurde durch neue wertvolle Kräfte vewollständigt. DaS Mische Theater will vornehmlich daS jüdische Drama und die klassischen jüdischen Theaterstücke pflegen. Alle minderwertigen Machwerke, . welche sonst die kleine« jüdischen Wanderbühnen der ehemallS ungarischen Provinzstädte auftzuführen pflegen, fhtb; aus dem Repertoire ausgeschaltet. Die sicherMvgische Jud«rschaft, welche auf hoher Jntelligensst-use stcht und durch gutes Theater verchöhnt ist, lchnt von vornherein jede mircherwertige Seifbung ckb und bringt dem Unternchruen StvamerS deshakb große Gympachte entgegen und ist bereit, ch» auch materiell zu fördem, weil ihm, wie er ausdrücklich betonte, für die Leichmg seines Theaters die bewährte Richtung der Wiener'Freie« jüdischen . BolkSbMne vorschwebt. - . - . El« Scherz Slezaks. Leo Sl«zak gastierte kürzjlich, wie der ,Lsoieibelfisch" erzählt, m ein«n oberösterreichischen Theater als Lohengvin. Die Präzision der technischen Arbeiter war nicht gerade, erhebend, und so geschäh est daß der Schwa« davouzog, ehe Slezak ch« ritterlich bestiege« hatte. Der Terror geriet nicht MS der Fassung, wandte sich nach der Kulisie und rief: ,Hit t' schön, Sie da, wann geht.der nächste Schwan?" Gerichtssaal. D »» Urteil 1« Prszeß L»«d»Ä. Man schreibt uns aus Budapest: Der Prozeß, der « Enthüllungen über eine unter ungeheuerlichen, bestialischen" * Torturen langsam vorbereitet« und stückweise verüLte

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