Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1284 (27.8.1922)
- Date
- 1922-08-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980364--12129-2998641- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gey« 4 ti», Sonntag , SßttSesesi je ftutttiß* •le jüdische« «vzwttste». Warschau, 25. August. (Tel. der „Wiener Morgen- Piiung") Die Poale Zion und Zerre Zion vereinigten sich zu einem Wahlkomitee.Der jürisch-soßiälistische „Bund" und der linke Flügel der Arbeiterpartei „Poale gehen selbständig in den Wahlkamps. Es ist als anzunehmen, daß diese beiden Parteien kein Mandat erzielen werden, sie schließen sich jedoch nur zu dem Kvecke dem Wahlkampf an, um für ihre Ideen Propaganda zu machen. Das jüdische Schulwese« i« Wilrra. Warschau, 25. August. (Tel. -der „Wiener Morgen- Kitung".) Die Wilnaer Juden entsandten eine Delegation, bestehend aus Dr. Szabad und Dr. Witz o d s k i, um bei der Zentralregierung in der Frage der Regulierung des Schulwesens, rm Wilnaer Gebiete zu intervenieren. Die «»ralischr« Sro»er«»ge«. WarschM, 26. August. (Del. der „Wiener Morgenzeilung".) Es Liegen jetzt nähere Details über di« bereits vor einigen Tage» berichteten Kattoroitzer Exzess« vor. Schon feit längerem ist das an Polen gekommene oberfchlesische Gedietder Scharvplatz blutiger antijüdischer Ausschreitungen. Unter den Angreifern befinden sich mch JndellÄtuelle und Arbeiter, die die ansässigen und durchreisercken Jude» aus brutalste Weis« miß-, handeln. Der „Rowy Dzienn-ik" weiß hierzu zu berichten, daß diese wüsten Exzesse Dag und Nacht andauern. Biel« der mißhandelten Juden sind schwer verletzt," einige bereits ihren Wunden erlegen. Dir Exzesse tragen nicht nur den Charakter von Mißhandlungen, sonder« auch des systematischen Raubes. Di« Banden gehen auch plündernd gegen die Häuser der Juden vor. Das Blatt veröffentlicht Pro-- tokolle über die Vorgänge in Oherschlesien. Aus diesen Protokollen ist die ganze Grausamkeit ersichtlich, mit welcher die Juden unter den Augen der Pvlizeiorgan« behandelt wurden. Bezeichnend ist, daß manche Polizisten nur gegen Entgelt sich zu Maßnahmen bewegen ließen. Auch in den Zügen und Bahnstationen wurden Juden, angegriffen,, und zwar verhelfen die Schaffner den Backten zur ßdrSfKLismachung jüdffcher Passagiere. Der Präsident der jüdischen Kultus»' gemeinde OSztvieeim, Abraham Groß, der feNstm der Bah»' terrorisiert wurde, wandte sich au die polnische Eisenbahnerstion und forderte Maßnahmen zue Sicherheit der Mischen ReffsnLen. Mg. Dr. Thon, der z« dieser Zeit in Kraki« Weilt«, intervenierte sofort bei den -vständigLn Behörden. Me A»t»»»«ie Ostgettzte»». Warschau, 25. August. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Premier Nowak beschloß gemeinsam mit dem Sejmmarschall, die nächste' Ssjurschung, in welcher endgültig über die Frage der Autonomie /in . Ostgalizien entschieden werden soll/ auf de» 19. September sestzusetzerr. Repvtlik Gettzie«. ParÄ, 26. August. (Tel.-Komp.) Der ukräinisch»- Nationalrat hat den Ententemächten den Entwurf emÄ neuen Statuts für eine «nabhängige Re Pu« blrt Galizien vorMgt. ' Steirisße W-Dß-UDkiM-Me« - - - , PrkbÄtärsaktim tz K 2ÖQ.~ •' *'? ' | i Gtäwrriqktittt? ■/*, ä K $40.*^ -? S t °' i * Ende der ZMunrtgSfrstkr s. SepÜrnber ' ZeichnungSsteSenr Sämtliche Wrenrr Banken und deren Zweigstellen «««Knien. Ei» jLdifchte <v!iÄet«I>eKS»greß. Czernowitz, 24. August. (I. C. B.) Einer Bularester MeW düng der Lux-AgeNtue zufolge faüd dort ein Mhrtägiger KouL' tzreß der Rabbiner wvd der De legierten der jüdischen Geck «i n d e n im gckrzen RÄche statt. Y"^"1 ' ‘ . i»v '■; , Die Mr«oritLte»f^age. Bukarest, 88. August. (J. C B.) Wie'die'hiesigen Blattes Müden, wird die gMnwärtig in Polen weilende amerikanische Kommission zück-StErck dev' Minoritäten frage 1» Europa dieser Tage in Rumänien Mzweiwöchigem Auftnt« halt «mtreffen. Die KommiffioN, die aus amerMnischen Uni- Sersitätsprofessoren, Juristen und Journalisten besteht, wirb' auch einige Tage in der Bukowina zubringen, um die Lage dernationalen Minoritäten zu studieren./ - Sie d»te*ifr&ge. -Paris, 26. August. (Tel. der „Wiener Morgenz-eitung".) Im „Cavtogrämwe" macht Hyazinthe Philo n z e m einem LettaMel unter dem Titel ,fi eft e rreich und die Orie«tfrage" allerhand Enthüllüngen über den letzten M der Konferenz von London. Er behauptet, daß zwischen dem Orimchtoblem und der österreichischen Frage in London ein g e h e.i mdiplomatischeS Iu nktim bestand. In London standen die franzMchen Vorschläge bezüalich Kleinäff^e n s zur MMUDt MmWmaWe biMs die Mehrheit aller veMeLeneuNAHte, W anf E n g l a n d, gesichert schien; Am vorlebten Konserenztag b^ab sich nun Schanzer nach CHequers zu Llohd Georg ezu einer geheimen Unterredung. Tags darauf brachte Achanzer eine Resolution bezsiKich der Lösmig des yrienchrob^mS ein, die genau das Eutgegenaesetzte von schanzerS eiaenem Antra-* am Beginn der Konferenz enthmt. Unter Ilohd Georges Elnflntz wurde dieser Antrag, der alle franEchen Vorschmge Über KleM» asien zum T-turz brachte,^ durchgedriickt. Als dann, am SMrß der Tages^MM / die Fra-e der- Hilfel eift».«.-.für Oesterieich zür SpraO eteme da klärte Ichänzer äüf 3iaHe» oeie}[IitoCSstfle ei$ti; ti$ tische« Wendn«g iN..Oest>rte\ch in diel e m L a n d e z n i st i e rv e'nie t-iDer H ^^mier Mimte Mg und baS Sftette^ warerledigt undpreMegeben. rll dünn MIIMMilli SS*'™.?•. >^J4SRVOTpflCBURIta|B.x&5 Statt dessen aber!... Ich will «ür nicht vovgveffen, wie Mstke fagh sonst wollt« ich A«ich erzählen, wie die Begeistemntz -der Sin^ warMerer . nicht nur nnt kaltem Master, sonkdew auch mit Lysol überschüttet wird. Aber das ärgste für diese angeblichen Heroen D: kein Mensch rn Mästim wmwert sichl über ihre Ankunft. Im Gegenteil, jeder wundert sich, daß ' ,/man" nicht schon stÄher gekommen ist. Ich ^anb«, wenn heute Tvotzky auf eimnail Zionist? würde und nach Palästina käme, so würde man Hm fotfm:- ,A Sie sind endlich hier, Avon Trotzky? Kam ihre Familie mit Ihnen oder lassen Sie sie erst kommen, bis SW Arbeit haben?" Das wäre der ganze Empfang, den er zu erwarten hatte.- . ■ -> Leider — beider verschwindet frie Romantik detk Emigrantentums in der DesinfMvnSanstM in Jaffa. Anddas verstehen viele nichtfühlen sich deSweM derScmnt m,d schlecht behandelt und wenden gekränkt dem Äande hett- Rücken. /! Gott fti mit ihnen und habe sie Mg. - "■'+ . " ■ Am ,Mlano", einem schönen, fonfcen JtülieM/ sind etwa 40 Auswanderer. Russen, hduptsächlich auS de«' Krim, ^tden aus dem Kaukasus, aus Buchara', Mer sogar aus Persien. Di« , meisten sind verheiratet und kommm mtt Sack uckd Pack, .mit Frau und KitÄ. : Die Juden aus Nnlsiand 'sind natürlich alle fast ganß' mittellos. Äe berichten (LntfetzAcheS Wer. daS Leben ftt; Rußland, Über ihre monatelange Jrvfchvt nach PÄäftitw. Der Hunger in Südrußland ist schrecklich, am ärgsten W Odessa uckd den großen Städten, erzählen sie. Die Leute schleichen, längs der HLuseWWr«, diesch Än^ halten' zu können;, sie srnd Ku schwach/ UM ungestüht zu gehnr. In. der -strim Me« die Tatyren auf/W Sttatze,^ auf den Bürgersteigen mrt, bleiben liegen,- mtd dev nächste Passant steigt über sie Hsttwog, ohne sich die Mühe gu mHmen. sie mchrcheben« Und das schlimnste ist: alles wird so nüchtem-sö rllhtg i ckMtuUt so MtveHändttch für diese Werrfchen. Wer auStvandecki- Mls^-ckvß/BchechM^ -zil^Ha«A'' er W ErkmMS ckchW stäch'Bakum zu fahren. Die ^ow- Mdamten fordern zMveÄest bi-S zü-15 PMd füvMMS- - PÄM WeS PasteS.-M »W ' '-dmm -ist'-i nmn Är ParMeS, sst'geretteü gar erstMnstaMnopek! [ DaHt es '|ce'f6: betletr ^WnM >' WtM schon tzevMen Hatte, Än Mz ÜfstMich- Wtkauft-And Kleider vM) Schuhe gibt eS . .. O, wre Ist die Welt so fchön, wenn man nicht in MkMMv twx» muß Mvo rocmtmcm nry ivrvesten scntm Wenn nur erst die MnM-PM offen wäre»; keinen Juden gäbe «s in ganz Rußland, -der Nicht- «ach Evez Israel ginge; ohne Säumen, ohne einen Tag zu warten. So, wie ste. alk gegangen sich/. M: sie endlich die GvlauLniS hatten. . .... f.:- ... - *;; :; . v > .-i MeiHeAiye. Gchvist erzöhll! Unter ben^ zchn Plagen, Akt denen Haschern die Aegypter schlug, ,war eine dreitägige , vollständige Finsternis; aber nur in den - HÄchrMi - über,' Wsghpter. Dort konnte 'Niemands ^aMtchen van dem Platz, -faß, .noch sich mchersetzey,. wenn «tz -stGd. In. den HWtttt der Mbne JMÄs äder iivar es ücht. . fe: untö mm* W0. tdavM, tvelche,. M. Mt näch, bern Lande Nmuckn ziehen; siMjch, in WMu AMn Wien. . Ä>Ue ÄMdxei Tagen VerMMMs uA sie MW.beMM,. M 'den ÄegPtevn aber wär 'e'S 'Mter, so daß' sie UM sahen, fosi'ntm,^waS bei. den Jud«^..vMina,..uB.'HchtH^ l.tMtm: ,Mh^ ^nicht i nur Wr WEN gehM, auf- MU' l^rhffi^Hrn-r iJCtf jUi -0^' * ' y‘ (Tm> XWI11 i IV P TiTnilTiT mJl/fT _ ■ . ... .. - > ,’^U .. - ■' . ■ - '.ft II J " " An Wen PaW WuA W ÄnHn, M che 'bWtnei der Emigranten sagten:' '/Intet' riMWell UmstäMn wären 'wrr NM'MWPMstim WYMN. Wir>-waren zwar Wn fen« Zionistsn aber _27. August IMS_Nr. 1|84 lin und Verona die letzte Karte Oesterreichs auß Kein Zweifel, die Stunde Italiens hat geschlagen. Dh, Frage ist nun, ob Frankreich, welches für Oesterreich st viele Opfer brachte, seitdem Clemeneeau in du Zerstückelung Oesterreichs törichterweise eiw willigte, nicht »och im letzten Augenblick einschreitetz wird, bevor die Uhr die verhängnisvolle zwölfte Stundt schlägt. Frankreich hätte sowohl das Recht wie die polt!: tischen Mittel dazu. Andererseits ist Frankreich ftnanzieü durch seine Leistungen an die Alliierten erschöpft Einflntzreiche private Initiative sollte hier die sranzA fische Regierung stützen, doch ist es eine Frage, ob eint solche Initiative zustande kommen kann." Vormarsch der «emattsts«. London, 26. August. Mel. der ,Miener MoMnzestuny^ Äus Koustantinotzel wird gemeldet, .daß die kenraliststche Armv, weiter nach Westen vorrückt. Wetter und PLcheNbeschasfew heit sind für die mMtärischen Operativnm günstig. Die Em». ist im Kampfgebiet größtenteils bereits eingevracht. Die. Lage der griechische« Truppe« ist nicht ungefährlich,, da in der letzten Zelt über 40.000 Mann von der lleinasiatischen Front «abgezogen und an die.Tschadallsä-alinie beordert wurden. Die griechische Verteidigungslinie verläuft von Cski-Schchiv nach Afiun-Karahissar. In diesem Nanme werden entscheidende. Kämpfe erwartet. * Fiimisch-rnsfischer SeekorrMt. Helsingfors, 86. August. (Tel.-Komp.) Während dev Martöver.d er Sow jetflolt'e in der Finnischen Bucht sind sechs finnische Fahrzeuge von den russischen Kriegsschiffen widerrechtlich vernichtet und 25 Schiffe nach Petersburg verschleppt worden. Das finnische Außenministerium bereitet eine Pr o t e stnote andre Sowjetregierung vor. Außerdem hat di« finnische Regierung zu Bergeltungsmaßregeln gegriffen und eine Anzahl russischer Schiffe sestgehalten, die erst nach Freigabe der finnischen Schiffe den Russen zurückgegeben werden. Die Tschek«. Moskau, 25. August. (Tel. der „Wiener Movgenzeitmrg".) Die „Tscherezwhczajka" (Wohlfahrtskommission) forderte von der Sowjetregierung tfte Ueberführung der verurteilten SozialrevMtkonäre nach den Gefängnissen im Ural. ES ist die Meinung verbreitet, daß die Abgourteilten während des Exports auf geheimwiSvolle Weste Veffchwi-Mn sollen. Der^ ,-Gownarkom^ Wat der BolWommissäre) verweigerte seine Einwilligung. Die M»«che»er Sl»tt»»sr;o,i«ttst«. München, 26/Ärtgust. (Wolfs.) Die Pal'' -'behLrde hat die' von den vereinigten vaterländischen DerbäMünchens für heute üdends auf dem KönigSPlatz geplan:c i'fstutllche Kund-, gchung zum Bevlfiter Abkommen untersag t. Trotzdem sammelte sich gegen 7 Uhr abends eine große Menschenmenge auf deck KönigSplntz an, der von Polizei abgosperrl war. In der Umgebung des Karolinenplatzes wurde Versucht, eine Versammlung abzachaltsn. Als ein Redner dort gegen dar Verhalten der Polizerbchövden protestierte und Drohungen au^ti eh, wuchs die Versammlung von einem starken Aufgebot Sandespolizer, die' auf Lastautos hevangsführt Wochen war, sofort zerstreut und bk avgrdrängt. Ein Zug von Natiotief unter de Tages preise n 4} * O, wie kenne ich dieses - Krieg, NeMüftwny, Armut, Hunger mußten kommen, l die Tage der Finsternis, da ganze Völker nicht den germgfftcn Lichtschimmer sehen, sich von der Stelle, «ff der sie stehen, nicht wegrühren, von dort, wo sie niedergewvrfen Wurden, nicht erheben könmn — die Tage :der Firffterms mußten wieder kommen, da von der Nordsee, vis -zUnr Kös- P'ffchen Meere, «vom Eismeer bis zur- Adründie Völker in' TiMer erstarren mW die Juden in ihrer. Mitte als einzigen Lichtschimmer di« Hoffmmg auf Erez Ischel haben, damit die Herzen Israels gewoindÄl wurden. - Hunger und Krieg töteten. das Geschlecht, das .sagte: ,Mr waren zwar Zionisten, aber .. . PÄLstom? Das ist nichtS. ßür uns." Wer am Leben bleobt, gürtet die Lenden imd «wandert. EMich der Hemmt zu! ' * Anders als den msfischen Jude« gcht es den 60.000 Jude« .in-Buchara. Der Krieg hat zwar auch dort viel jüdischen Wohlstand zerstört, ober die dortigen Inden.haben sich-scheinbar wieder, trholt. Sie senden jetzt einzelne; B^Meptzmärme.r nach PaMtina voraus, bit-. hier fefteu Fuß ßlsfin sollen. Erst ivemr diese günstig/ A/jultate-Melden, ^vollen igtoßere. Tuipps na^kommen. -Aei/-llich steht es. in'.PeHen, .wo^Mva. W.000. Kchen lebe,!.: 2er zionfftrsche. - Wßnke M dort -Dm lange Mannt'; : gefaßt hat ’ , inr letzten Zahr/Derzeit find /in Mvsien ^ÖÖb Auden zimvistisch ovgauistert;/.der Beginn . j einer nennenswerten . Emigration w-ird -aber noch auf ' sich wartm lassen, denke ich. ' . '; : r,;', //// /.♦',./ /'/■ /./'', . Und nun liegen die ÄÄerkettLN ruhig in. ihren Sioste«; , .M'schwere''Äyker^Wetz'Hbek demHastevspiegel am iSug . - düs Schiffes, DreHM HÄlf die Sirene.' / . ''/''KUMM' 'Schiff'unbstjhff'ruhig durch die. (iip! WeM- MWt voll Mersina geW Süden in den Abend. Mrtfetzn-ngM4