Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1283 (26.8.1922)
- Date
- 1922-08-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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'f Jy t*% * . m ,,v ' \\ 1 r> ' - / ' ' +i£ *'/ / ^JSVKf. MU» 'ÄW/ Samstag Wierrer Arorgenzeitung. 26. «ügust 1922 Unserer LageurÄ» feine Erstarkung unserer Feinde bedeute) was W Anschluß Oesterreichs an DmischlaH jedenfalls wärei.Man kann die Situation, -wie bereits oft betörst, nur mit vaHvstellen Mitteln retten, vor allem mit einer solchen Restrsio n der Ve rhältn isf e, und Zwar in erster Lin-ie der wirtschaftlichen Verhältnisse, daß'auch i»tc' ^SstkzefliojjSstaaten - .wicht r^r.^hKr Oesterreich nicht gezwrmgcnDeMj W Mot W 8Min zü suchen. Die Esche cheAhabtzn aHr, $pte Mn Mxt, gegen die ganze 'SstexrekiWcheHlMkheH' einHnzHs, Mür j aW radMes HMrstttel Macht,- - dM' yckHweWE^sie Jahre hindurch geniale MMste^ und Generale geliefert -haben. Es la-ütetr „E ist m a r s'ch ie r e n, O e st e r r e i ch bef-etzen." Diese Befrivdigmrg des. tschechischen natiornrlew Hoch«MtrS/>.M- -vr' 'OüM^M'EpHrWKKHiM' WieN und in das wehrlose Oesterreich bedeutet',' könnte leiM zu einem -in. em Pulvermagazin geschleuderten Brand wenden, denn bte DoNaukaNder -Meü "Mke AN solches Pulvermagazin. ä v & 98c/1289 SitzVNg -er AKtiousKom W M m m r.,TÄii RollMPdig ^ividM. N< Die _ Belgrad, 25; August. (Tel., der „Wiener Morgenzeitung".) D« jugoslawischen Blätter beschäftigen sich'auf das eurgehendste mit der Beron-a-R-eise des österreichischen Bundeskanzlers Seipel «Nb sprechen sich übereinstimmend dahin aus, daß man es vom jugoslawischen Standpunkte nicht zulassen solle, daß Italien die Rettung Oesterreichs übernehme.' Es sei Pflicht der kleinen Eniente, insbesondere Jugöskawiens, Oesterreich beiznstchen, da aus politischen Gründen eine Annäherung Oesterreichs an Italien eine Gefahr für Jugoslawien bedeuten würde.'— Nach einer Meldung des „Jntrrui ^isi" werde in M-arienbad und in Prug diese Angelegenheit dom Minrsterpräsident'en Pas ic und dem Minister des Acußeim Vineic zur Sprache gebracht Derben. - Die europäische MinoriLären- .e i de 8ME. über den Beschluß, HHam Abend vorher von gefaßt worden Wr. Dieser Beschluß geht 'dahnst em- ■■uw - —ka. Wien, 26. August. - Ein hervorragender Sozialpolitiker hat seinerzeit bas 20. Jahrhundert qks das soziale bezeichnet. Die Entwicklung aber, welches den letzten zwei Jahrzehnten in Europa und auch in anderen Weltteilen Platz gegriffen hat, beweist, daß ohne Beseitigung der nationalen Kämpfe in und zwischen den einzelnen Staaten — die ihren Hauptquell in'der Unterdrückung der . nationalen Minoritäten Haben — Niste erfolgreiche WettwirtschäMpolitik, keine tatsächliche'Beseitigung-des Massenelends möglich ist. Es ist somit eine Lebensftage für alle Völker^ daß endlich der Minoritätenschutz einer gründlichen EtLrterung bei der Genfer Tagung des Völkerbundes am 7. September unterzogen.wird und auch tatsächlich Platz greift, da die meisten Volker innerhalb verschiedener NationalitDustasten Kostnationäle besitzen./ ) /DaßiMefimdere MsMst / WM i allen MAgen> Nätkchren MstteUte jüdische Minoritätsvolk ^anZesichseiner eigenen-Lage nichh yüWin. Mrüisüsches, sonderst' aüch ein egoistisches. JntereMdarstir holt, daß, der VAker^- büstv auf Wer nächsiETagustg -in! Genf positive' Ergebnisse im . Interesse der Mistoriläten zeitigt, braucht nicht erst besonders - betont zu werden. Bedauernswert nur ist es, daß die interparlamentarische Tagung, . welche in Wien am 28. August stattfindet, und eine Nützliche Vorarbeit für den Völkerbund, leisten könnte, eine Rumpstägung infolge des Fernbleibens einer Reihe von Nationen bleiben wird. Wenn man berücksichtigt, daß die meisten Staaten» Eirropas und _ besonders die neu entstandenen Stctatsgebilde NationÄitätenstaäten sind-; wovon einzelne von ihnen sehr große nationale Mino-' ritäten besitzen, die vielfach infolge ihrer ansehnlichen Stärke von 30 bis 40 Prozent schön im allgemeinen Staatsinteresse sowie in dem des europäischen Friedens befriedigt werden müssen, dann wird man die gründliche Erörterung dieses Problems durch den Völkerbund sowie vorher durch die interparlamentarische Tagung als' das oberste Postulat aller Pazifisten betrachten. Alle und jü>e Stellungnahme gegen den Militarismus wird so lange erfolglos bleibest, mls nicht die Haupt-. Ursache des Krieges,, die Nationalitätenkämpfe, beseitigt wird. Zu diesem Zwecke wäre'es'—es soll dies nur ein.. Vorschlag neben, anderen, sein äußerst zweckmäßig,^ eine ständige Minoritätenkommission aus. allen Natio- ' nälitäten und Staaten innerhalb des Völkerbundes einzusetzen, zwecks der Untersuchung der Nationalist Der- , bältnisse in sämtlichen Nationalitätenstaaten. < Keineswegs .kann die nationale Minoritätsftflge so gelöst werden, wie es,den. nationalen Chauvinisten der einzelnen Volksstämme vorschwebt, die seit Jahrzehnten. überall von. Staatsverrat unb; Nattonatverrat phanta-. jiereit, so oft die einzelnen Volksminderheiten die Gleich-, berechtigu.ng in Ämt und Schule, ja sogar eins.ihret.. Zahl entsprechende Vertretung im Parlament fordern, . Wenn beispielsweise im jugoflawifKen. Wahlgesetze aus'; die nationalen Minderheiten gar nicht, inz rumämschen' und polnischen ungenügend M^sicht genörnmen. wird, dann kann nicht von einer beftiodigenden Lösung'des Nationalitatenpeoblems in diesen Lahder^Za nicht einmal von einer wahren Deinokratie gespröchen werdest. 'Sobald aber verschiedene Staaten jn best Forderungen der Verwirklichung der nationalen Gleichberechtigung einen Eingriff Fremder in ihre^ Stsatssouverämtät er-; blicken, dann mögen sie nie yergessM, daß der Weltkrieg. im Nanuen des Selbstbeftimmungsrechtes der.PWer ge-' führt wurde und daß weiters die FriMMverträae.düyes Recht verwirklichen sollten. a-ufgeftellt wird, der erst n a ch De ckit n g d es Haupt- .e t a t s nr KvLft tritt. Ht^RuPPin I-vgt, dar, daß die Pa- MMHrmtzHßiMMigte' Budget von WMWMMMWMunK MtMchvltten-'ha^ da sie mir zirka'600.000 PfuM Verausgabte. Dve tatsächlichen Eingänge haben aper auchdieses gekürzte' Budget nicht gedeckt. Infolge dieser Äevhältmffe müssen, einzelne Posten des BribgetS gcMzt werden, um zü verhindern/-daß Ber- ViMichkeilen > cingchansen.-weM'n, die fpälev' 'nicht 'erfüllt werden können. In Wn -vorgsschilagsNeN Bschgei P L a n dw k r t s ch äs t mit 90:000, E r z i e h ü n g: Mit 601000 und H a d <v\ s a h M tdHc a l1U «i t mit M.000 'Pfund eingesetzt. /; s ■ ' ' * 'Nach.Dx Ruppm heMi-rchÄT)r. Hal pe,r n namens ÄS- FlNÄMstich HMchastsvateI, die' Notwendigkeit^ per^ Kürzungen.. uH bei. Aufstellung. Äs. Budgets "von^der Ä-Ä nstsfr^geaü^^n firniß.. /-In der da'muffolgenÄn ,die heir ganzen Tag in Anspru ch nahm, wurden -verschi-edene., Abändevungsanträge emgebva cht. JnSbesondeve erstreckte - sich die Debatte auf - die,. prürzipM-e>Frage des, Erzn-ehun gsb u d g e t s. Dr. Mossinsohn (Jaffas:.. schilderte die Situation,'die durch^^, SmfchHnkung. des.Schulwesens entstAen wurde. Er erklärte,. daß. der Waad Hachrmrch selbst -dtE Budget von 1001000 auf 85.000 Pfund herabgesetzt habe. Diese 35.000 Pfund stellen ein' Minimum dar. Wenn ein spezieller Schulfo^s geschaffen, werden soll, so möge zuzroMlis^WMMWvn' mit ihrem Appävü 0 l''hb p (Amerika) betont die NptwendiWt, MstWshuldget abzubauen, wenn.b'ies ^hlich'gefchchen WM -' '' '/ . / Der Keren Hajessod müsse ein Fonds Ar Ein w am der« n g und Ko! 0 u tj^^-MwerbM.P^WttMssev--ParM? werde? tit'-Wti Bölk Verständnis AMri'. Es ist dürchäüs mögsich,lirl Amerika daneben.Sammlungen für einen S chul v e r e in und für H o s p i 1 ä l e r erfolgreich durchgusührem ' ' ' ' . Twersky.,fordert Erhöhung des Brldgets Ar Arbeiten, stF-a-r b st ii nf- Erhöhüntz' des PosteB M^ Immigration Mid? für Kxe di.te zur Förderung der Klesnin drrstr.ie, Rub as chow, 20.000 Pfund. -Ar.öffentliche Arbeiten' ünd . 10.000 Pfund als Darlehen für Häuserbaugnosfenschaften, ' H e l l i n 2000. Pfund' als.. Beitrag zur Schafstmg der .geisteRMfsenschaMchest HiLultat. der Universität. Im Verlaufe hex Delatte sprachen ferster die Herren Dr. H an t k.e, der die Aufnahme von,20.000 Pfünd als 'A^ahlung für den I,. N. F. ins ordentliche Budget fordert, Stricker, Dr, .Reich, Dr. Jacobs on, ferner von Mitgliedern der Exekutive und des F. W. R.: Kaplan s k h, Na i d i t f ch, M 0 tz k i n, S p r i n z a k, P ick sowie endlich, im- Schlußwort, nochmals Dr. Halpern und Dr. NuPPin. i? . - Dr. R u P P-i n betont mit großem Nachdruck, daß die Auffteltung dieses Budgets lediglich untex dem Zwange der Verhältnisse erfolgt ist; man müsse jedoch dem jüdischen Volke klar sagen, daß. Ar , diesen minimalen Betrag. . - ■ , die jüdische Heimstätte nicht aufgebaut iverden kann. Das . Budget entspricht auf keinen - Fall feiner Aufgabe. Wir müssen dies offen sag'en,- viellei cht werden wir dann Pom jüdischen Volk die gichtige Antwort'bekomuren. . ' . , : ) In später Abend sturme wurde die Sitzung geschlossen. Die Ab st i m m u n g Wer das - vorgoschlagene Budget' findet morgen statt. '; - . Ei« Kp«promitz ««gestrebt. / B er l i ty^28;;;August!^ Mas- WoftfschU Bureart - teilt mit;» Die >offrzVftM BG)ttchuntM - Wischen Mr ^vhN B^AbRryrAwfel Mrn' KkäMl-eve eknerfelts .und. dem MiHUanOMWi^WWichsMWer dek'-FiUGzett! andrcrscits/ die am letzten. Montag begonnen haden, ^dechchüikeMü E n d-e g esDh^r^ Die Vertreter der ÄieparatioMomckissiott'siud näch-Pariszurückgekehrt. .! ^; O^oMMn Äch^AWckM/^ % HM«/st find doch Hrschteöeste ÄstÄgun^en ' getzeben Unp; geprüft worden: Die' Vertteter der Reparations^murissidst glauben jetzt in dD Lage M W, die gegenwärtig Lage^Veütschjlands ÄuMnft Men, was. ja hautztsäMch -er - ZwhÄ ihrer ' Reise nach Berlin war,^^ soww; bfe^ Ibfef die erwähnten ÄrrreMnM M'.5•;i. Bör dem. ZrrssMmeNdruch A^tfeL- ' : L o n d-o m 2h.;Augustl -Kel. der ,,Wr.' .Morgtnzeitu.ng".) IN der City wurde gestern allgemein die Frage erörtert, ob Lloyd George, wenn er morgen wieder nach London zurückkehrt, einen neuen Schritt m der Reparattönsfrage unternehmen wird. Diese^Angelegenheit wurde äußerst Ueber dieses .Selbstbestimmungsrecht denken zum Beispiel Pie oftgalizifchen. Ukrainer und Juden arckers als'die Pvlen; ein Teil, der- Kroaten, Montenegriner, türkischen Muselmanen, Bulgaren und Albanesen anders als die. serbischen JmperLMsten., In diesen' sowie in asten übrigen Streitfragen der einzelnen Natiönalitätenstaaten muß ein billiger Ausgleich geAnden .werden zwischen den Siaatsinlerefsen. und den nationalen Bedürfnissen, der einzelnen VoWstämme. . In Letzter Linie'ist das, was seit einem halben Jahrhundert nicht nur. die Völker des Donaubeckens und des Bastqns, sondern nun auch die osteuropäischen Völker nicht zur Kühe kmnmen läßt,' darauf zurückzuführen, daß es,fast nirgends gelungen ist, einen-ent-, sprechenden Ausgleich zwischen den, Vertretern der zentralistischen Staatsidee Und?Pen Autynomjebestrebungen - .de^-^einzeMen, Staais.vöÜer. - zuH.ydtr zu, bringen, ^Dieses Problem zu lösen ist ist. der Vergangenheit weder Rußland noch der Türkei noch. Astdlich' dem ehemaligen Dostaureiche gelungen; die Lösung obliegt nun seinen Sükzessionsstaaien. Daß nicht die Nationalitätenfrage in ihnen M neuen Eruptionen und europäischen Komplikatiosten/fiihrt—> befonders^iA ZusaminenhaUg'üstit < dem ungelösten österreichischeu- Problem obliegt in gleichem. Maße .den.eirlzelnen Regierungen sowie dem Völkerbünde. . .. . . aftuell durch den 'Ueuerlichen S t u r z der MarL .JUgnk uttterrichtetest Kreisen gläM 'matr, 'Mß-Wyb-'ÄeolWM stachst den Dingen Eh r e st 2 aus lassen wirb, nm^Poin« citte^den BeWGzst -liefern/ wohin^^ stiste PölW^DhvL/:We FinanzsachveWndigen stnd äußerst: be^nruHW durch die Läge^Wd bstrch die Aussicht; auf (etuestDus am Men b r st ch M i t t eke u r 0 p a s. Allgemein glaubt man, daß diese BWeisfiihrung unnütehr/weit' gestttptze, gangen feü '/ - Ger Mchrkstsrz" in -2mbm. ■ , London, 26. August. (Tel. der ,,Wr. Morgen.. zeitung".)Der gestrige Marksturz an der hiesigen Börse um 2000Punkte war in der Hauptsache durch.die in Holla nd stad Skandiuavreu verbreiteten Gerüchte über einen französischen Vormarsch ins Ruhrgeviet verursacht worden. Man glaubt deshalb, daß die, Mark sich heüte wieder erholest wird. „Daily Chroniele" und „Morning Post" glauben, daß die plötzliche Rückkehr Lloyd Georges nach London auf beunruhigende Nachrichten . über den Makksturz und die Reparationskrise zurückzuführptt sei. . Die Presse befaßt sich eingehend mit dem, katastrophalen Rückgang der deutschen Mark und fast alle Blätter äußern Zeichen ernster Bestürzung. Neuorientierung In der Aguda? Bo« unserem Franksttrter Korrespondenten.- - Frankfurt a. M., Ende August. - In den letzten, Jahren hat die innere und äußere Palästinapolitik der in- Agudas. Jisroel organisierten TreimungsorthodoW eine Neu- und Umorkn'tiemng er-' fahren, deren Auswirkungen zu unter- oder zu., überschätzen. gleichermaßen verfehlt wäre. Der Gegensatz zwischen, her chqWischstschtzchofjlowalischen Maj'orM und'der „deutschen" Wnyritä.t,'der schon bei devWienev Konferenz der A. J. kraßin Erscheiuuüg trat, hat.sich.verbreitert. Nach, .schweren Känrpfen erreichte etz die, gemäßigte Richtung, daß,ht dieser Wiener Zentvalratssitzüng ein Beschluß .zustunde kain,. in dem gefordert wird: „Die Um- 'bilduing der m/Mandatsentwurfe - vorgesehenen Jewish ÄMch..derart/-däß 'der,d.mch die A. I. repräsentierten Orthodoxie die Möglichkeit -gegeben.' wird, ihrer geschichtlichen Aufgabe .gemäß an ,de«( Ausbau der jüdisch-natiostalen Heimstätte ist 'Geisteper''religiösen. Ueberlieferung/ uni) des. jüdischest, Religionsgefetzes'. mitzüwirken." . Dwse Entschließung^, die also eine aktive Anteilnahme bei 21. I. Ltn' ronsttstÜlveu.Pälästinawerk fördert, bedeutet eine grundsätzliche Aufgabe des. Trennnngsprinzipes. Die ist demnach bereis auch mit' Auhen, /