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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-25 · Heft 1282 (25.8.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1282 (25.8.1922)
Date
1922-08-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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n I’» WtyJ w-if Bf -*7»> ^7* f«*- * c*r. - , t-;, , .. i W-■'■!?$■ «r. 1832 ' - _!. ' «»,-Safttag-. tzegben.' „äzas" .tröstet sich damit,. daß uicht alle JadenPolens. einer Äteijlüng'mit'. ddn Zionisten ' üstS anderen. Rationalistyr. ‘ sind Mich schließt damit, daß das Nätionalitätenprok^n von' de.r polnischen Regierung uuh.Gesellschaft. sorgMigst.;be*, achtet toenjjen müsse, obzwar durch diesen Block dein Parlament keine ernste Gefahr.droht. Aktive« Wahlrecht der Heimkehrer. / Warschau, 22. August. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) „Gazeta Warszawska" meldet, daß zu den Wahlen auch alle jüdischen, aus Rußland znrnckgekehrten Heimkehrer zugelassen werden. ... '. Die jSdrschen MsAdKLsaussichteK. Warschau, 23. August. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Bei den Beratungen der Vertreter der im -Wahlblock der Atinoritäten eingeschlossenen jüdischen Gruppierungen über die Aufteilung der Mandate erhielten die Zionisten 1t), die OModoxen und Kaufleute 6 und die Volkspartei Ä Mandate. Die übrigen Mandate sind für die jüdischen sozialistischen Gruppierungen für den Fall ihres An- . chlufses an den Wahlblock reserviert. Gin Wahlblock der iozia!iftische« MinorLtSten. Warschau, 23? Apgüst. (Tel. der „Wr. Morgenzeiimrg".) Die sozialistischen.Gruppen der nationalen Minoritäten berieten in einer Sitzung über die Gründung eines' Vahlblocks. Die Akrachrr OstgaUzikÄ». Warschau, 2L August. (Del. der „Wiener Movgenzeitung".) Anläßlich - der Sitzung -des Blocks der nationalen Minder- Mterr erklärten die Ukrainer,-daß die Möglichkeit bestehe, daß sie sn Ostgalizien cm den Wahlen nicht teilnehmen werden.In diesem Falle hätten^die Juden und Deutschen, die sich'dieser Erklärung nicht anschließen müssen, Aussicht. auf eine Verrohrung ihres.'Standes. In derselben Sitzung wurde behlosseu, daß die . gewühlten Abgeordneten im zukünftigen Sejm vc nach ihren Parteiaftschau-ungen Anschluß suchen dürfen. Loch' soll'eine .Stellungnahme gegen die nationalen Interessen einer anderen Minderheit ausgeschlossen bleiben.' Die A»fba»tLtigK«tt des Joint. Warschau,. 28. August. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) *ie Flüichtlingsabterlung . des Joint hat beschlossen, Ms ihren Fonds- 20 durch den Krieg zerstörte Häuser in Brest wieder aufzubauen. Durch diesen Beschluß bat sich auch die Rekonstruktionsabtellung des Joint bewogen gefühlt,. ..eine Reihe zerstörter Gebäude ün Holen wieder herzustellen. Asiatische Cholera. Bialystok, 23. Aitgust. (Tel. der Wr. Morgenzeitung".) In den letzten Tagen wütete hier die asiatische Cholera. snch. 50 Prozent Todesfälle zu deltzeichgen. .- Palästina. BlAtrge Kämpfe U«ter Arabern i« TrarrsjOrdaaiea. Jerusalem, 21. August. (I. C. B.) Amtlich wird, mitgeteilt: Angehörige der Wahabistämme südlich von Mosovotarnien überfielen den, Bem Sakhr-Stamur südlich der otadt A m nt o n in Transjordanien. Sie fielen in Dörfer ein nudtöteien 35 Eiuwohiwr, darunter Frauen und Kinder. Englische Äeroplane und Panzerautomoblle unternahmen auf die Wahabi euren Gegenangriff und fügten ihnen große Verluste zu. Die Wahabi zogen sich zurück. RrmdschM Die Orientko«fere«K itt Venedig. PäriS, 24. Ärtgust. Die Agewk Havas , meldet: Die A n t w ö r t F r a n k r e i ch s auf die englische Note über die Orientfrage ist hmte vormittags abgegangen. Wir glauben zu wissen, daß die französische Regierung den englischen Vorschlägen in ihrer Gesamtheit 5 u ft i nt m t und der hvitischen Regierung die Bestimmung des Zeitpunktes der Konferenz überläßt, die ohne Zweifel in Venedig usamntentretm wird.. . .. -5^- Eine Abr8st»«s»Ko«ferrirj i»Mo«ka«. London, 24. August: Das Reutersche Bureau meldet aus Helsingfors: Die Sowjetregierung hat durch ihren Vertreter der finnischen Regierung eine' Note überreichen lassen, 'svovrn sie diese emlädt, Vertreter zu einer Abruft u n g s konf,erenz zu entsenden, die nr Moskau stattsiivden soll. In der Note wird weiters erklärt, daß E stland und Lettland die Einladung der Sowjetregievung angenommen hätten. Polen sei gleichfalls eintzesadert worden, habe aber vorgeschlagen, die Konferenz zu verschieben, dis der Völkerbund in der - Abrüstutkgsfvage üne Entscheidung. getroffen habe. / . /s Wiener Morgettzeitsrng. 25. August.1SSS Die österreichische Staatskrise Veite ■vÄfr Iialie« gsqrn eine Äukleilusg. — Die Demarche i« Belre.d - Die Aeift «ach Vervaa. — Ei» Anfr»f der österreichische« Sozialdemokraten. Der Rettkvgspla» Le» Dr. Benrfch. Gegenseitigkeit zwischen der tschecho-slowakischen und österreichischen Industrie. - Präg, 24. August. Die Brünner „Lidove Novinh" schreiben: Wenn Oesterreich -das,RettungSseil>ergreift, das Dr. Benesch durch seinen Plan der Gegenseitigkeit der 0 st e r r e i ch i s ch e n und der tschecho-slowykischen Industrie bereithalt, ist die S i t u a t i 0 n k e i n e s w e g s h 0 f f n u n g s l 0 s. Die W u r z e l des österreichischen Elen ds ist, nicht sn <tV ttxieHer/svndem ck01«lischer Natur. Die Konferenz i« Vers«a. Rom, 24. August. (Stefan!.) Infolge des Ersuchens des österreichischen'Biurdeskanzlers Dr. Seipel, mit dem italienischen Minister des Aeußern Schauzer zusummenzu- 1 ressen, wurde eine Unterredung vereinbart, die morgen Freitag in Verona stattfinden wird. Diese Unterredung wird mit Rücksicht ans die gemeinsame Kompetenz des Ministeriums informativen Charakter haben. Schänzer hat.-den Generalsekretär im Ministerium des Ämrßern, Senator Contarini, eingeladen, sich nach Verona zu begeben, um an der Unterredung teilzun-ehmen. . » Bozen, 24. August, (Stefani.) Minister des Aeüßern Schänzer ist nach Verona, abgereist. Er benützte denselben Zug, in dent Bundeskanzler Seipel nach Verona fichr. Der Minister und der Bundeskanzler werden heute abends in Verona eintrefsen, wo ntorgeu die Konferenz zwischen ihnen stattsinde-n wird. . Rom, 23. August. (Stefani.) Die Lage Oesterreichs' bildet den Gegenstand einer aufmerksamen Prüfung in den politischen Kreisen Italiens, die jede Aktion, die darauf abzielt, Oesterreich zu helfen, mit Sympathie begleiten, „Jl Mondo" schreibt im Rahmen einer Besprechltng über die Konferenz der kleinen Entente in Marien-bad, 'Italien könne nicht zülassett, daß man in Märienbad von einer -eventuellen Aufteilung Oesterreichs spricht, au dessen Erhaltung'^ Jtalien .iM höchsten Grade interessiert sei. Die DZarienbad^r Besprechungen der kleinen Entente stellen für. Italien eine ivesentliche Gefahr dar, da Italien an der Konferenz nicht vertretest sei. Italien müsse'das nähere Zusammenrücken der Tschecho-Slowakei rmd ' Iugofsawie-ns wachsartt verfolgen. Sforza reift Aach AtsUeRl Paris, 24. August. (Tel. der „Wr. Morgenze'ttung".) In französischen offiziösen Kreisen wwd anläßlich des Aufenthaltes des österreichischen Bunldeskünzlers in Berlin 'betont, daß die französische Regierung tmch wie vor dem Gedanken eines Anf-chlusses 'Oesterreichs an D ent sch l a n d ablehnend gsgdnüberstehe. Man will hier wissen, daß auch die italienische Regierung diesen-Standpunkt vollkommen teilt. Ein. italveuisches Protektorat über 'Oesterreich oder auch nur ein ähnliches Eirtgreifen Italiens in die österreichischen Attgelegenheiten wird n i ch t als wahrscheinlich angesehen. Der italieMche Botschafter in Paris Graf, Sforza hat gestern abends Paris, verlassen und sich .stach Italien begeben. Man bringt seine Abreise mit -der österreichischen Frage und der bevorstehenden Entrevue Schanzer-Seipel in Bewna in Zusamntenhang. JnLrrVeMsKeir in tBkih London, 24. Augttst. (Tel. der „Wr. Atorgeuzeitttng".) Der diplonmtische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" meldet, vor tvenigen Tagen sei der Gesandte einer Mittelnvsermacht in Wien im osterr-eichifchen Autzenministerium erschienen, um die Regiernitg davon ist KettntniS.zu setzen, er, habe Nachricht über g e h e i mp i s v 01 l e Pläne erhalten, die verschiedene Staaten Mitteleuropas gegeit Oesterreich hegen, ftm nächsten Morgen sei ein Vertreter eines der in Rede stehendert Staaten ebenfalls nir Außenurinistermm erschienen, um zu erklären, es'sei unbedingt nötig, daß sich die österreichische Regierung vor gewissen Komplotten einer anderen- Mächt hüjle, die zweifellos beahsichtige, Oesterreich anzugreifen,, um es dann unter , V 0 r m u n d s ch a f t,zu stellon. Allerdings, so habe auch dieser Gesandte Hinzugeftigt, sei sein Lartd bereit, Oesterreich gegen jeden Angriff zit schützen. Der Korrespondent des „Daily Telegraph",fügt hinzu,'die Lage,deS Kanzlers Dr. Seipel fei unter solchen Umstänüwll nicht gerade Le- 'Neidenswert. --- - U«garn trifft Borberritunge». Budchrest, 24. August. (Tel. Hier „Wr. Morgenzeitttug".)" Ueber die vertrauliche Sitzung, des ungarischett Ausschusses! fiir auswärtige. Angelegenheiten gab das Ausschnßmitglied! Ernst M 0 s e r dem Redakteur des dem Auswärtigen Amt nahestehenden „Az Ussag" folgende Information: Den wichtigsten Gegenstand der Beratung bildete die österrei^ chisch-tschechische Frage, lieber diesen Punkt darf ich mich äußern.'Der schon seit langem nur geahnte Plan der Tsche»! cho-Slowakei hat jetzt durch die Reise des österreichischen! Buitdeskanzlers nach Prag einige Klärheit erhalten.i Nach altem, was jetzt bekannt wird,- muß als mchr alsj 'ivahrscheinlich angeuonmten roevden, daß zwischen Oester-! reich und der Tschecho-Slowakei ein Geheimvertrag' bestehe, welcher drr Tschecho-Slowakei im gegebenen Falle!' auch das Recht der Einmengung in die inneren Auge-! 'lege.uHelten Oesterreichs gebe. Aus den Punkten^ der Tagesordnung der Marienbader Konferenz ist erfichtlich, daß 'das Ziel der Tschecho-Slowakei die Schaffung einer ntiitelettropäischen Allianz unter tschechischer Hegemonie ist/ ivelchx . die Fühmng in Mitteleuropa ,an sich reißt. Prag will die Rolle Wiens in der alten Monarchie^ . übernehmen. Die - Spitze all dieser Bestrebungen richtet sich gegen Ungarn, i'veshalb Ungarn auf der Hut fein müsse, um zur'rechtest Zeit die erttsprechende Orientierung Zn haben riwd nicht. für dett Fall des' Sieges, der sschechrscheu' Politik-völlig isoliert in Mitteleuropa zu' sein. > In der Sitzung des Ausschusses-erstattete der Außenminister Graf Bansfy Bericht über seine vertraulicher VerhandlMgen mit dem italietstschen Gesandten in Bn-' dapest und teilte mit, daß Italien in jeder Hinsicht die ungarische. Forderung anerkenne. Uebrigens wurde von seiten -der Regierung initgeteilt, daß bereits alle Vorkehvungetr an der burgettländischett Grenze geir'ossen worden seien, um itrt geeigttetetl Augenblick die nötigen Schritte unternehmen zu könne«. / . .. Drr der Sozialdemokraten. Bedingungen für eine Koalition. Die vorgestrige Konfere-nz der österreichischen s0zia d e m 01 r a lisch e n P arte rv e rb'ä nd e IM eine für die j . Gestaltmrg der inneren Politik sehr 'bedeutsame Wendung gebracht. Jn^ dem Ausruf ' an -die Parteigenossen'wird gesagt, daß! sich für die Sozialdemokraten die A-ltern-atipe zwischen, N-en» Wahlen und.einem Znsantrnenarbe.it'e-n ntit den, Bü r.g e rli'che.n ergebe. Damitist -kic Biwung einer neuen! Koalit ion aller drei Parteien i|t^cn 58^1^ Mx{ Möglichkeit gerückt. . In dem in -.der „Arbeiier-Zeifimg" verössenMchiens „Es ist keine Zeit zu verlieren." Der Ausruf gibt' ’ der Ileberzeugung Aüsdrnck, .daß es möglich ist, aus eigc-. . n e r Kr a f t die drohende Katastrophe zu verhüten, und de--' zeichnet die Banknotenpxesse als -den schlimmsteu Feind. ' .. . . ' Ohne auf konkrete Vorschläge emMgehen, wwd dafür eingetrerm, daß die. lmvermeidlichen Entbehrungen v ou allen gleich m ä.ß i g.getragen werben müssen. Sofornges unbedingtes Verb 0-t Der - Ei Nf«HZ ver Lux,«8w a r e n ans dent Auslände (auch a l k 0 h 0 l h ä! 1 t-ge G-c- ' 'tränke' gehören dazu) - und wirksÄne .-Beschränkung .des . Lux» skonsum s sind unerläßlich. Für dre..Arbeit slosen wird Arbeit und histlänMche Ilttterstützimg im Rah- ' men des Möglichen gefordert. - ’; In dem Aüsruft wird die Fraye ctufgeworfen, tvas. oliv geschehen soll? Worauf cs eine Anttvort nach zwei Richtungen gibt': .Neuwahlen, oder Znsannnena-vbeit der. SoziMeuwkraten mit den bürgerlichen Parteien. Cs heißt.dann: ' " „Erst' wenn die bürgerlichen Parteien endlich die Gcfahr.des v0H-st ändigen Zusammenbru ch,es unserer Vvlkswirischcrft erkennen; erst wenn-sie sich -dessen vswußt werden, 'daß, wenn «ll-es zummmendricht, sichauch warten Sie? Englisdie Stoffe, Leib* und Bettwische, Regenra&ntel, Ia Strickwareri elc.etc. kaufen Sie nirgends so gut und, hillig wlerbei r dieser^ K a t a ft r-o p h e die., vesitzerwen Klanen dazu zwingt, die not-wendigen. O^ss-er jp'. bringen, und sie bereit macht, unsere wichtWte'n nzrd. dringendsten Forderungen zu. erfüllen, und 'ihre: S ab v t a.-ge ge g « n a l l e w i r t s ch a f tlichen .und sozialen Not-weu.digkeiten aufzugeben.> erst dann' und nur dann bestcht die Möglichkeit, in ' BereüMrüng-Ln mil 'den bürgerlichen Parteien durchznsetzen, was durch ge setzt werden muß, erst denn - und nur dann könnte eine zeitweil ige Kooperativ n mit «den bürgerlichen Parteien für uns em-Mittel sein, dir Republik 'und die Vol-kswirtzchaft aus der schwersten Gefahr zn retten." Es wird schließlich der' sofortige Zusammentritt d es P a rl am e nt.e s. gefordert. - . - Der Aufruf ist von Pr. Otto Bauer ausgearbeitet wor- -den. Er ist gezeichnet von der Parteivertretung der 'sozialdemokratischen . Arbeiterpartei Deutschöstevr-eichs, der Gvwerkschaftskommission Deutschösterreichs, dem Zentralvevband der österreichischen Konsumvereine, dem Verband -dev, sozmldenrokratischen - Abgeordneten, und Bundesräte, den -sozialdemokratischen Fraktionen der Kammern für Arbeiter und AM'- stellte, 'der sozial-dernokratischen Fraktion des RsichsvollzugsauSschysfes! der Mrbeiterräte. - . l - IL, Taborsfrale 41 Ttllphsi 47-1-7I Knflrts Eadatall

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