Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1282 (25.8.1922)
- Date
- 1922-08-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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1 , ,>n* r- ^•«cretw MltKf £,»CUl»t) ■W»V»tV». ■; >4^VX']g(V,Tr5V'<*.‘S»i1|l^f# *y. «tK^ert«, X9W unversehrt erhalten hatten und noch von einer helleren Zukunft ihres Volkes zn träumen wagten, und es ist di? unvergängliche Tat des Schöpfers des Politischen Zionismus, daß diese Träume nunmehr konkrete Gestalt Der erste Baseler ZiMisztenkongreß^ ist.v.<ja§\em=v tion der tausendfach zersplittern und vielfach-sich im Dunkel des Ghettos verliereiMn Volkskräfte, den Beginn des Zusamenschlusses der zersprengten Brüder zu einem einheitlichen Myßen Ziel« Mit ilmc hebt - eure neue' Epo^» in ber-'Mmfchey»-'Oescht'chte ’-tMfty es -begftmt das Kapitel der jüdischen Aktivität, die jüdische Selbst- Lefteiung aus eigener Kraft« -HerM beglückender »und > beglückter Ruf in seinem „Judenstaat": „Wir sind ein VÄk, ei n, Volßlls) .fand durchs Pest Wlgrch/se;nL.laOe^ BestatiMftgalWdtzt. WideAall Äöü Wft deutlich vvn ist Her^. Judenfrage nur als nationale Massenbewegung.ihre einzig' mögliche' Nösuntz durch''ein Forum der Mächte erlangen könUe'üüd dessen Stöeben darum von allem Anfang.an daraufgerichtet war, sie ans'helle Tageslicht der jüdischen uwd der großen mchtjüdischen Oeffentlichkeit zit ziehen, 'wie des gemäken Bölksführers, dessen Blick intuitch erkannt hatte, daß nur" die großzügige Konzeption die Massen gewinnen und fesseln körW um daß es die Idee ist, „die Fahne", welche die Massen führen kann. Diese Fahne hat er vor 25 Jahren auf der Tribüne in Basel Mächtig entfaltet Und sie ist es, welche die jüdische Volksfache durch alle Mühen und Röte und allen WDerständen zum Trotz von Erfolg zu Erfolg geführt hat bis zum heutigen Tage. / - /. ' Bon dem ersten Zionistenkongreß in Basel, wo düs klassisch gewordene"Programm der zionistischen PMik, - die Forderung nach der Schaffung der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Paläsftna für däs. jüdische' Volk formuliert wurde, führt ein gerader Weg bis zu dem letzten Mschnitt der zionistischen Arbeit, bet ' Ratifizierung des Palästina-Mandats, welcher soeben seinem Abschluß gefunden hat. Auf den Kongressen wurde-die Organisation geschaffen und airsgehaut, welche dep Bettreaung die reale Unterlage gab und die Errichtung jener Institutionen ermöglichte, welche die jüdische Arbeit in Palästina vorbeMten sollten. Bon den Kongressen gingen die Parolen aus, die bis in die letzte zionistische Ortsgruppe drangen undaller Tätigkeit Impuls, und' -Rlichtüng gäben.'Jmrner Mehr setzte sich der Kongreß als ' das Parlament des auferstehenden Volkes durch "Und immer größer wurde die' Zahl und das Gewicht der Massen, die hinter seinem Beauftragten standen. ' Die Kongresse waren es, welche der Tätigkeit Herzls Basis und Rückendeckung gaben und durch sie erst, den sichtbaren Ausdruck einer demokratischen, übeL die ganze Welt verzweigten..Organisation, würde sein öffentliches Wirken beglaubigt. Die Verhandlungen mit dem Sultan, die verschiedenen Anknüpfungen mit Regierungen und Potentaten, der erste ahnungsvolle Versuch, England für die zionistische Sache zu interessieren, dessen Wirknng sich schon in der Einvernahme Herzls durch die vom englischen Parlament eingesetzte Einwanderungskommission, deutlicher durch das englische Angebot von Uganda und El Arisch für die zionistische Besiedlung zeigt, und die dann während des.Krieges und nach ihm durch die historische. Balfour-Ertlärung, das Abkommen von San Remo und endlich .durch die Verankerung des Baseler Programms in dem Mandütstext selbst gefrönt wird — all das ist ohne die Kongreßpolitik schlechthin undenkbar und es ist nicht etwa bloßer Zufall, daß die brittsche, durch den Völkerbund zu internationalem Recht erhobene Erklärung, daß die.Juden krast eigenen Rechts' und nicht krast Duldung nach Palästina kommen sollen, fast mit denselben Worten schon von Herzl formuliert wurde. .; Es ist 'ein weiter unb steiler Weg, den die zionistische Arbeit seit jenem Tage durchmesfen hat, da zum ersten Male ein zionistischer Kongreß zusammentrüt, der durch Schäffüng von Programm und Organisation den Zionismus zu einer politischen Massenbewegung. gestaltete. Die Umstande und mit ihnen die Methoden haben sich serther radikal'.geändert, aber das-Endziel und das eherne Programm, welche der erste Zionistenkongreß geschaffen hat, ist nnverrück. geblieben, und dieser unerschütterlichen Prinzipientreue dankt der Zionismus den großen Erfolg nach füüfundzwanzigjähriger rastloser Arbeit. Der historische Gedenktag des ersten Kongresses kann nicht besser und sinnvoller begangen werden als durch die an ihm erfolgende Eröffnung der zionistischen -Jahreskonfereuz, welche.bestimmt ist, einen neuen Abschnitt zionistischer Arbeit einzuleiten und das Kapitel der Erfüllung zu eröffnen. An diesem Tage pereint das Gedenken an den Schöpfer des politischen Zionismus und seine, ersten Mitstreiter die zahllos gewordene .Gemeinde der. Getreuen Zions, und sie grüßen Theodor Herzls Nachfolger, die'Führer, denen es geglückt ist, das Merk des Meisters zum Siege zu führen. ,. - y; Ei» Brrnd der baltischen Optanten? Riga, 23. August. (Del. der ,Müller. Mopsenzeitung") Die Gesandten- Polens und Schwedens'' -hielten erneDesptechung über die Abschlttßmrgeme^' ÄLichni'SvertÄrges Zwischen' Dolen,, Schwedert, Fiun I ct üdj Estland und Lettland' . <&, ' - - . ■ ' > - -. -, - * #!?' r lenMätt u«Hn SM dWSÜtzW Verhandlungen, die Mgemich gescheitert seU sollen, sind durchaus unzutreffend. Nach dem Stande der BrHandlungen von gestern liegt ein Grund zur Beunruhigung sackssrcher Weffe geMyrtr Man sst mmne PrufnnWwr deuLMA VeMftnW MKtrsM. PW .G^EWchlägen der deuLichenRegittungistWhernicht die. Redetewesen. Heute mittags haben Mauelere und Bradbury eine BPrechung M.dßMHeichskWker gehqbt.. * vö; $ Ä DMlMWMWuWFMGMmWV W MrOMGG MWhsrsMrM^ mw de^ReMvNt^WkMlmisfiM sind, heute esmenllchMend^Madium getreten. Vormittags uw 10 ÜHrt'tr^t^WMdrchsMinett Mammen, um die bisher g«pftogene!r^.B«chgnMHen. zu^prüftzr und sich ükw Hst weitere Halbung,schlüssig M.tyechM,,Um halb: i2-Uhrstvurden.Brsdbuch und Rchleleve nemrlich vryn Reichskanzler - empfangen. Um hall). % Uhr. war, Me Besprechung beendet. . f . j' ,', ■ - CntWgen anders laMüden Meldungen ist von-'amtlicher Seite nochmals festgestellt tvorden, '-!-vaß festumrisftne deutsche Gegenvorschläge bisher noch üicht vörLietzen^^Wenn im Verlaufe der Besprechungen von deutscher SeiLe AnrrAÜUg^it gemacht wurden, so ist dies nur der natürliche Gang der Berhandltmgen und berechtigt keineswegs, zu/der Mcctzliffeu Uebsrrvribrmg deut- Oefterrelch. .. Erhöhilsg.der MMÜ»'l»se««»ter/," Amtlich wichMWjM: /ZU'Uübetüt'chh'der infolge der Teuerung. zunehrnenden Notlage der Arbeitslose genehmigte der heutige Mmlsterra.t die Anträge des Burchesministers für soziale- Verwertung,. Schmitz, betreffend eine außerordentliche em-mälige Notstaudsaushille analog der Aktion für die Arrsgesteuerten. Diese Unterstützung wird im Haufe der nächsten Woche zur Auszahlung kommen. Ab 3. September tritt eine Erhöhung der normalen -täglichen Unterstützung auf 6720 Kronen für den Familienerhaltev und. auf 5040 Kronen für den Ledigen in Krast. ' - - Tschecho-? Slowakei^ Die M«rre«b»der ««»(rre«ze«. Marienhad, 24. August. (Tfchech. Pvchbuvecnr.) Heute vormittags, ist der ssHecho-sloiwakische Gesandte' in Belgrad Kalina hier eiNgetroffen.. Er wird nachmittags eine Konferenz mit idem Mmisterpräsidenten Pasic haben. Ministerpräsidrnt Benesch und.Präsident Masarhk werden.heute abends evwartet. Die Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten Paste beginnen morgen, ftüh. Morgen abends findet ein offizielles Bankett, im Hotel Utschik statt. Auch der tschecho-slowakrsche -Gesandte in Bukarest Beverka -wird in Marienbad eintreffm. Warschau, 24. August. (Tfchech. Preßbureaü.) Die Agentur Wschodnia bringt di« Nachricht, daß der polnische Gesandte in Prag Pilcz, der zur Konferenz der Außennnstister der kleinen Entente als Delegierter nach Märienbad reist, nach der Konferenz Nach Warschau zurückkehren werde und >daß seine Rückkehr nach Prag von, der'Gestaltung des tschecho-flowakisch-polnischen Verhältnisses abhänge. Die tschecho-flowakisch-polnischen .Differenzen seien lokaler Natur und hätten auf das Verhältnis der beiden Staaten auf dem weiteren Felde der internationalen Politik' kernen Einstuß. •, Die feteiite ©itleute gegen Ungar«. . Marieybad, 24. August. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".) Tsie.-Konfevenz der. kleinen Entente ist heute zu Ende geführt worden. Morgen beginnt die Konftrenz^der Auß e n mi n i st e r der kleinen Entente in Prag. Eines der Hauptprobleme, das erörtert werden/wird, ist das Aufnahmsgesuch, das' IX n gar n an den Völkerbund ' gerichtet 'hat und ivelches in der Septembertagung des Völkevbu-ndrates zur Sprache-kommen wird. In Delrad ist man der Ansicht, daß Ungarn die BestiwMtmgen des.Bertages von Trianon nicht erfüllt Hatz weshalb feine Aufnahme zu v e r -w e r f e n sei. Die Koüftrenz Iv-ivd also eine - eirrheitliche. Stellungnahme der kleinen Entente hexbeizuführey trachten. Ferner fordert die kleine Entente eine Vertretung ijtt Präsidium des BölkerbnAdtates Und' im Obersten Mü Auch.die Reparationsfrage -wird die Staatsmänner der kleinen Entente beschästigen/ Da der bisherige i t a l i.e n ische-Gesandte in Belgrad- 'Graf Manzoni, gerade jetzt nach MärieüiM)äbverstbringt inan diese Reise in jngöflawischen' Kreisen mit der.Absicht der Constllta in Berbindmig, der tschechöPoivakischen^^^ MPiMik Md Rumänien eine-' Znsammenärbeit 'lüit' Italien"anzuWien.^ Die' Beziehungen zwischen Jrlgoslatchen und Italien -'haben-ffch uiHt^ebesiert,''W^-chre->AirkEöHtt'ngin. Trieft zwischen - om MMMri der'beiden Staäten aufgenommette« Berh^MuMtl beweist.'' Die - graste der - Berftetüng Pol ins bei den MaMNsPrechungeU wird, einer.Äarschäuer Depesche'MöW -erft in den nächstän Tagen ge- '.-v. :t';v ivorA§äßelKAehek.(ik' Pariser MRduilUn noch' di« k ^HMsäjWiKpVesse^^hse von. allen möglichen 'Vo.r» Wägen^ilnd ZMoboM.zn beMken wisse. strinmen auch, nur annähernd mit dm Tatsachen überein. Daß eine/MtstäildiHnng schwierig ist, toar von vornherein kE urid betWi^'.üMW dem jetzt herrschenden Pessimismus. Ein Maebot Mf .Äeber- R eichsbank nach hem besetzten Gebiet ist nicht gemacht Morden. Has^Hauptziels her, BerHandsimgey,^ die iliesevungen ajs GruMage für das Moratorium zu nehmen, steht ^nach,wie.^^^vor^im'Wttelpunkte -der Mprechungen.,. 2^8 ist das'e^MRHM^an--aM«^KRäW»aßorNiL"'''.V r-' <u Rach.Xtzeu^..ziemlich -ernsten Meinungsverschiedenheiteu der ersten Tage sind die B^rhandsimgen gestern abends und heute bede'ü-ten'd'sachli'ch^x'ÜeriÄÄfenbestchi znm mrMsten'diL Möglichkeit eines Ans gleich e& - ' ' Die Berliner Börse watßte hMte mittags schon von einem osfsMllen deutschen Gegenvorschlag,- -der' -von dev Repaiätionskömmissionsvertretern abgelOnt und durch Vorlage eines sneusw Antrages beantwortet worden sei. Jn d^m'Dollarstünid -von!2lV0, der lMte. m den Mttagsstunden erreicht WüMft kam dftser übertriebene Pessimismus MM K^dmck, später hat 'sich' der Kurs allerdings wieder . ermäßigt. ' Die Schwierigkeiten, die tatsächlich bestehen, sollen nicht verkleinert werden. Aber zu -dep in Finanz-- und Wirtschaftskreisen herrschenden Panik liegt durchaus kein Grund Vör. s A«g«r«. - Mit Hu»Ä»peitsche» gege« den Friede». - sBudapest^ 24. A-UMsü (Tel.' der.Mr. MorgeMituM-.p 3pre erinnerlich, churbe in Budapest die. für den 29,. Juni geplante Veranstaltung „N i e w i e d e r K r i e g!" von. der Regrernng verboten'. 'Me man < jetzt aus einer^ Jnterpellatio-n des Abgeordneten Gieß west n an den M-mister des Innern erfährt, ist dieser Tag trotzt des Verbotes durchaus nicht friedlich verlaufen. In der Interpellation stellt Abgeordneter Gießwein fest, -daß die ErlMbnis zur Whaltung der Feier ursprünglich erteilt wurde und erst in letzter Stunde zurückgezogen worden ist. . Hierdurch war es ünrnögkich, das Publikum vom Verbot rechtzeit.ig zu verstaMgen, so daß.zahlreiche Bürger-an dem für die Feier besstmntten OM' -erschitz-nen' waren. r.M'e ßw ei'nfragt nün den Minister, ob er Kenytnis davon habe, daß sich dern Publikum, das zur Feirlichkeit geeilt war, in Gegewtvart der Polizisten mit>H nm d spei t scheu bewaffnete junge Leute, entgegenstellten mnd ob er geneigt sei, Bürgschaften dafür zu geben, 'daß sich ein derartiger Kulturstandal in Ungarn nicht. Mehr wiederholen kann. In der Begründung dieser Anfrage führt Gießwein aus, daß Wohl die Polizisten, aber nicht die jungen Lute untätig waren und die Hundspeitfchm auf das zum Andenken fite die Kriegsgefallenen erschienene Publikum niodersausen ließen. Die Antwort des Ministers, der.sich darauf berief, daß damals die Stimmung für derlei. Feiern ni cht gee ignet gewesen sei, wurde von der Majorität zur Kenntnis aenomm'en. " ' ' .' ' Polen. "SLirMRAt Gesa«-ter L« Ls«dSAl. ' Warschau, 22 August. Wie von den Regiernngsoiganen mttgeteilt wird, steht die Ernennüng des vornmligen Außenministers Skirmunt zum polnischen Gesandten in London'unmittelbar bevor, Skirmunt erhält den Auftrag, auftdie rasche Anerkennung -der Ostgrenzen Polens einzuwirktzn. .' ' Der „Ezar- Mer derr Bloek der UMo««le« Mitt-erheite«. Krakau, 22. August. (Tel. der „Wiener Movgenzeituug".) Der der jetzigen Regierrmg freundlich gesinnte „Czas" widmet der Frage der nationalen Minderheiten einen LeitartikÄ, in tvelchenl er. sich bemüht, den Eindruck/ welchen die Gründung des . Blocks in den Liberalen" polnischen Kreisen hervorgerusen hat, äbzuschwächen. Unter anderen heißt es auch: Außer der jüdischen Rationaiität kann durch strie Schaffung des Attnoritätenblocks keine' andere dem Block augeschlossene Nation einen effektiven Nutzen erzielen, denn alle diese Mmderheitsvölker sind in gesonderten Gebieten.seßhaft, so daß sie in keinerlei territoriale Bezichungen zn einandertreten können. „Ezas" gibt seiner Meinung Ausdruck, daß es >den Führern?der. Minoritäten, wie .den Weißrussen, Rutheneu und anderen, nicht. gelingen werde, die Stmunen ihrer Bölksmassen für Kandidatenlisten,- auf denen Juden figurieren, .zu gewinnen. Für. die Juden sei das Spiel ein ^gewagtes und gefährliches, weil die Verschnwlzung - mit - den . staatsfeindliä)en Elementen, wie Deutschen,- Weißvussen und -.Rnthenm, - sie sehr konrpronüttieren' kann. Wollen sie damit ihren nationalen Separatismus festigen? Ist das -der Weg, um ei ne. national e AiNto-jpomi-e,zu erreichen? Wn^polnischer-.Djmst'vird nje die Bildüttg eines Staates ini- Staat dulden. Die J?s>den könnenttur.da»n<- weün-,^>stS4aaf-...vou^Hrer-.^nMff^Mte»l Loyalität fest überzeugt ist, 'auf. gewisse religiöse unb 'gtftlischastliche Nortxfle/.reHnem Durch-den Minoritüteüblock^ isisthre KoyMtät in Frage gestellt und Pen N-ndsseMten'.^ Äue Kaff^ >