Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1282 (25.8.1922)
- Date
- 1922-08-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IlBZOllBfflIBBr K2 50 Wien: Znm Abholenin der . Expedition, H.,T abörstr. 1-2; «der in einerV erschleisstelle (.Trafik) mofiall. K 16.000 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. moitatl. K 16.000 Ts eh e e h o*S1 oWak e i: Mon. K20. Ungarn: Mon. K150. Jugfo s lawien: Mon, Dinar 25. P o l e n : Mon. Mk. 1400. Deuts^h1 aird: Mon. Mark: ISO. Frankreich: Monatlich Frcs. 6 W* Naeks^l^iun'r«« .MP bei PrctserhShttagea 'votoehalteii' aummmmmmmm Rr. 1282 Der WM an der Grenze. V i t-«,r _ .< Erst nach der Rüchfehr des österreichischen Kanzlers wird man genaueresüber die Vorgeschichteseines Schrittes erfahren. Dian wird dann feststellen können, inwieweit die sachlichen Resultate seiner Reise den Hoffnungen entsprechen, die von seilen verschiedener auswärtiger Vertreter in Wien - erweckt worden waren. Jeden-, falls ist das eine, erreicht worden, daß die/ Aufmerksamkeit der politischen Oeffentlichkeit Europas von neuem auf die österreichische Katastrophe gelenkt würde und daß diesmal. Oesterreichs Gesuch in der Session des Völkerbundrates von,den Staaten der kleinen Entente und von Italien "unterstützt werden muß. Diese Regierungen wissen heute, daß das österreichische Problem nicht mehr vertagt weMn kann Und daß eine Hilfe auf der Basis der neuerlichen Anerkennung der Unabhängigkeit Oesterreichs,'also unter der vollen Aufrechthaltung des Friedens von Saint-Germäich geschehen muß. Die Aufteilung Oesterreichs ist unmöglich. Schon die Ankündigung. dieser .Eventualität, hat die Gefahren.für...den Weltfrieden deutlich, hervortreten lassen und von allen Seiten wurde energisch abgewinkt. Besonders rasch hat Italien gesprochen; tmxä) feinen. in Belgrad' erklären ließ, die Verträge, von Saint-Germain und Trianon müßten strikte' angetvendet werden und K müsse bei allen' ejwa notwendig , iverdenden AktionM - in Zentraleuropa für alle . Fälle ein enger Kontakt Italiens mit der kleinen- Ententehergestellt werden. ■•••/■_ .' Diese Detnarche .beleuchtet die Situatiou, in. her sich Mitteleuropa - bei. einem Zusanimenbrüch .seines -Kntrüms befinden -wurdet Es k-chmen-nicht MW Htä?^ liech'/ -die Hchecho-HHivakelkracht. Aüch'fipgarfi zeigt regen Appetit, attft österrerchi-. sches- Gebiet' und#af Sie beabsichfiMMichenfledderei in diplomatische -Formeln', gekleidet,' die aber allzu .durchsichtig sind, umanders gewertet -ch -werden. Wenn Oesterreich iü seiner Notlage eine Anlehnung an feine robuster gebauten Nachbarn sticht, mit denen es durch eine vielhundertjährige organische -Geschichte, nicht aber durch einenzweideutigen Ausgleichspakt verbunden war, so knüpft es direkt an-die im November' -1918 . unterbrochene Vergangenheit an. Das System', das in Ungarn herrscht nnd sich, nnr .nnt Hilfe bewaffneter- .Henker erhält, verlockt .zu. keiner näheren Freundschaft -und die Art, wie Ungarn durch seinen .Hejjas die-Bingenlandsrage hat lösen wollen, und durch seinen Hegedüs die österreichiscl)e Krone hat herunterohrfeigen. lassen, ist uöch zu frisch in unser, aller Erinnerung. Die österreichische Bevölkerung kennt aber auch.die Fortsetzung der Hejjasschen Methode in Venedig und sie Mit noch nicht vergessen,; daß1 dort Italien unter deutlicher Berufung auf die Kredite die Berernsamu'ng Oesterreichs vollendete; In dieser; Erinnerung muß man die Erklärung des italienischen Gesandtemin Belgrad als einen sehr auffälligen Schritt betrachten.: Sie 'stellt eine Verbindung zwischen Saint-Germain sind Trianon . her. Dies gibt den Mitteilungen des mtgarischeu Ministers Banffy inj Antzenansschuß ein besonderes Relief. Er hat ans vertraulichen Verhandlungen mit dem italienischen Gesandten berichtet, Italien anerkenne in jeder Hinsicht die ungarischen' Forderutlgen, weshalb Ungarn blle Vorkehrungen an der burgenländischen Grenze getroffen habe. . Das find Vorgänge, die sinan in Oesterreich sehr genau beobachten '.muß! Sie machen der gesamteil Bevölkerung dre strengste Vorsicht in allen Taten und Akten zur Pflicht. Jede an sich noch sv berechtigte Demonstration kann zu Weiterungen.führen und dem lauernden Feind den' Anlaß zur Intervention bieten. Die Lage Oesterreichs zwingt, zu einer Konzentration.aller Parteien'auf dem Boden, des Parlaments und je früher sie erfolgt, desto mehr Wirkung wird sie haben,- weil sie den Willen der Bevölkerung beweist^ die politischen und sozialen Errungenschaften der Republik nicht von Landsrmchtsstiefeln zertrampeln zu - lassen. Die Behandlung der österreichischen-Frage an den maßgebenden Stellen dos'Auslandes zeigt,-daß Man sie endlich als ein politisches Problem/erkennt. Oesterreich schützt , durch seinen Bestand Europa vor einer neuen,' schweren Könflagratröu; ’ esist , heute, einv wichtiger Stützpunkt der - Demokratie und müß deshalb gerettet werden. .Die Aktion kann aber nur gelingen, west sie von . der österreichischen Bevölkerung unterstützt wird. ' ftschecti. K 1.S0 Italien: Monat!. 6; Lire Rumänien: Mon: 40. Lei Schweix und das wbrifO Ausland monatlich Fres.3. Redaktion u. Administration Wien, ,11.,T aboretrasse 1—$ Telephone: 44-0-38,43-5-19, ab 6 Uhr abends 16 301. TeL-Adri: .Morgeaswfewiy'* •■•I- ' Wiehf- - Oesterreiehisehea Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 KOR 7 - Wirn Frritas, 25. Äugest 1922 -11.1-1, '.-n -'r —— 4. Iahrguug Pie Siguug der Große» AkttourkomUee». Karlsbad, 24. Augusts ^Ongmalbericht dev '„Wiener Modenzeitung) Seit Sorrntag .nachmittags fanden hier Sitzungen' der E tze k u t ivM^ Ziönfttifchen Organisation und des Fi n a n zurch Mi r t s ch ä f t s r a t e-s ' stW In diesen- Sitzungen wurdemsin der Hauptsache die Fragen des Palästina-Budgets Und,-der. Iewish Agency behandelt. Die Verhandlungen wurden? am Dienstagunterbrochen» um den Beratungen des - Größen' Aktionskomitees Raum zu geben. '-.->7''j -;:-v'!--; D ie erste Sitzung sivuche durch eine Ansprache des Voriden de^.Exekutive HepMGo ko l p w eingeleitest der bemerkte, daß das Aksionskomitee daZ^ Material für die Jahreskonferenz voW^OiW''HaM-Das-Mandat. ist bestätigt und vor uns liegen, große Aufgaben. Wir haben eineEpoche.vollendet Mrw'Müiyen eine zweite. Wir haben viel erreicht, . . - |; die Rntifizierntzg des Mandates. /' j Es ist, unmöglich,' Sie MeV die -Details zu informiere n.! Es gab Momente, wö wir Ws answengen mußten, um! in uns selbstden' GläüboU zü; erhalten^ daß alles günstig: erledigt iverden wird. Jetz^ aber H das'Mandat bestätigt,- : es beginnt eine n eue E p o ch e, und das, was wir-bvau- /' David D elltn- (Jerusalem): Hier ist nicht der Ort» zu, reden, wir sind; zur - Arbeit zusammeygekommeü. Doch, möchte ich sienamens der. Juden Palästinas' begrüßen.' Wir haben in 'Palästina äufregMe Tage, verlebt,^ Tage der Ä n g st ü n d F r e u-d e.. Jederr , Augenblick glaubten. wir» es werde etwas - kommen. . Das Bupemc. des, Wagd Haleuwr. War. Tag und Rächt, für Telephongespräche'.geöffnet, um sich - sofort in Berbirwung' 'fetzew'.undWer' die' .Lage informieren, zu können. Wie stmcten.wir'uns//a^^^ 'die Erfolge sich einer nach dem anderen , emstellten und. endlich - das Mandat . bestätigt wurde; Im-letzten Augeubsick. abeb, als die-Nach-; bricht von.der..Bestätigung^'kam^.-waren wir M einer sonder- . baren Lage.' Wir buben' .uns Hefient und wir > haben ge-, - zittert. . Jetzt, - nachdem wir 'die..Hindermsse.ühcpwiundeir haben,.-fühleich mich '.herpflichtek,V ttnsexn^Führew-'Weiz-c mann und Sokolow/den .Dank -der' tzylastMenMewrJ^^n» - heitzu überbringen für den von ihueu. errungenen Erfolg, i den -man in dieser Zeitals den größten bezeichnen'kann. '' ' Nach dieser- Eröffnung fand eine kicrze Debatte über die Tagesordnung statt; und es würde; beschlosfenj;; dm erste Sitzung abzubrechen, um es der Exekutive und dem Fiüanij- und, Wirtschaftsrat zu ermöglichen, ihre Sitzungen fortzü-' ich mich üchMM kömieii, »ie7 großen jiidischw giÄ?nj» und N-rischaiirraies mieär «»sgenomnien. - den. Dienst cher; .;«w»" »--> Massen in Umefika sich--opserfveudig in Sache ktellW'Me - Leirunü M Ämtzrika-M gezeigt, daß sie fähigM,Kie;MfM;Zch;bWchesi^uüdMas erchöglich^ drei: Wi: Arbeit der Delegation. Ich fiepe-vüch,-;bier, die zwei.Delegierten ^Anrerstas; L r'-p s ki> ld'b e r-g/ begrüßen ^l--können.- Erlauben >Äe mir; astM-Me Delegierten P a l äst i n aS; zu begrüßen, die in ider'-eschtv'srsteu Zeit und unter den ,schwersten, Bedingungen auf; ihren Posten blrebey, mm für - uns - und; uns ere' Zukunft zu arbeiten. . Ich muß .bei dieser Gelegenheit aüch diejenigen, er-, wähnen, die wir.'in derletzten. Zeit verloren haben. Mit Trauer mvd Liebe, denken wir unseres teuren G oldb er g, der in. unserem Lande gestorben, ist. Er; hat seine ganzen Kräfte-unserer.Sache gewidmet. Wir beklagen den Verlust des alten Moser, der sein ganzes'Lehen mit uns .war mrd der -so viel.zur Errichtung -des hehräischen Gynmasiu'ms heigefiagen hat.Wir erwähnen ^unfereu"- lieben I d e.lsyh-n, her in.'Berlin uns. genonuuerr -wurde. 'Schließlich möchte ich noch.das gewesene Mitglied des -Großen-.Äktionskonütees-'Dr.''.B. r-u.ck rrwähüerc. Wir werden ihr Aüdeustu in Ehren.hakten.. , ' ■ - Ich bin sicher, daß; niffere Sitzungen so ernst - sein werden, wie der; Äugenbj'ick es von uns verlangt.Wir nrüssen hier die verantwortungsvolle' Arbeit - vorbereiten und ich hoffe, -daß der. Geist, der hier herrscht, -zu Erfolgen siihren wird. Dr. EHajes.(Wien), Präsident des Aktionskomitees, begrüßt namens des Aktionskomitees die Bersynimelteu Und bemerkt, daß für.die Arbeit, die wir hier leisten muffen- Einigkeit notwendig ist. Jetzt,^-da das Mairdat bestätitzt worden isst haben wir' eine -sichere Grundlage,' die unsere Arbeit er-leichtern wird, Wjr wollen bei. dirstr^-Gelegenheit": 'unseren -Führern''.- ,; “ v; - Weizmaun und Sokolow unseren Dank., aussprechen, denerr --G -gelungen - ift, - alle Hmderniffe -zu beseitigen uud deri.großen-Erfo!g;.;zu erringen. Wir wollen schließlich deüstMattne, deffen Name in der Geschichte des jüdischen Volkes weiterleben wird, Lord.Balsouvt, unseren Dank cutssprechen. ,Gestern . hielt - das.; .WidyshMitee. seine f zweite -"MM. -' Berlin, 23. Augllst- (J- E.. B-) Die ün - Berlin abge» halkeye Konferenz; der - vereinigfen. -Örganisätionen H a-^ Poei Ha za ir. und Z eüre. Zi o'n'Mtachduth);nahm mit affen gegen drei Stimmen ein Entschließung an, in welcher die Hitachduth als eine allweltliche zionistsche Ar-' beite^partei erklärt wird, und-zwar als eine Repräsentanz der palästinensischen jüdischen Arbeiterschaft und der arbeitenden und zur Arbeit strebenden Volksschichten -in der Diaspora. In der-gleichen Resolution stellt sich die Hrtachdnth. als Endziel: 1. Die Schafsilng einer fiei -arbeitenden Gesellschaft in Palästina auf der Basis einer sozialistischen Wirtschaftsordmmg und' der hebräischen Kulturgemeinschaft. 2. -Derr Wiederaufbau des jüdischen Volkslebens in der Diaspom auf der Basis freier prochlktiver Arbeit. - Das Programm betont ferner, daß der Weg, der zu der nationalen und. sozialen Befreiung dds jüdischen Volkes führt, hauptsächlich einen aufbauenden, und von der Hechaltrz-Idee geprägten Charakter tvage. . Die- Konferenz bestätigte, die rtznnens des Hanptbnreaus der Hitachdüth vorgelegten Statictön der Partei, wie auch eine Reihe allgemeiner Resotutionen über die zionistische Arbeit' in Palästina und in dev Diaspora. . . ..^ Die hebräische Kulturkonserenz beschloß, ein. Komitee e'jnzusetzen, das' in Berlin 'eine mlsgedehnt'e Tätigkeit mr Dienste der h e b r a i s ch e n L i t e r a t u r entfalten, hebräische literarische Abende urid, sotveit möglich, Hochschülkürse und Seminärubungerr füb-hebräische -Pädagogik einrichten soll. Die Konferenz gab der Meinung Ausdruck, daß das hebräische SchrrlMem in Palästina äpf den Boderr der Arbeit gestellt werden muffe; ,es sei daher eine Umgestaltung sin dieseni Sinne-anzüstreben. Dem von der Konferenz eingesetzten hebräischen Kutturkonritee firr Berlin gehören auch Ehaim M. Bialik,' 'Chaim Grünberg, Jakob F i s ch m a n n, Lrppmo-nn. L e v e n 's o h n . und Siegfried B e r n f e lh au. Nlach fünfrmdzwKKzig Irrhreu. 'F.'ÄI’ Vr. 8H. Auzü^ . , Die zionisti sche 'Iohreskonferenz, welcher die. beherttsame.Ausgabe zusällt, nach der vollzoaeueil Ratifiziermrg des Palästina-Mandatsdiesisiichtlinien -der künftigen zionistischen Politik. ßu iwstin.unen, tritt an einem historisch bedeutsanren Gedenktage . zusammen. Por .25 .Jahren war es. da sich Mr. erster: Male. aus. Theodor Herzls Ruf hrtnoertsiebeuuudnßünzig Delegierte arrs der gesamten von Juden bewohnten Welt in der gastlichen . Stadst Basel zum ersten ZivMstenkongreß versämmelten, um mach dem Worte des' MeffterS die Grundlagen für VA. Heim, zu '.legeru weiches sin Zukunft das jüdische PolL' beherbergen soll. Zünr Mey. Mgle mach einer zweitausendjährigen. Ünterbrcämng trat hier das jüdische Volk wieder, als geschlossene Elüheit ins volle' Licht der großen europäischen Oeffentlichkeit. Zltm ersten Male wieder tratön jüdische Vertreter, beglaubigt durch den entschlossenen Willen der Massen, den Mächten und den Völkern der Welt nicht als Bittende,, sondern als Fordernde, entgegen. Zum ersten Male trat hiev wieder jüdische Politik sin Erscheinung Es .ist das unsterbliche Werk Theodor Herzls, den Kongreß, die zentrale Tribüne der Judensache/ welche dr als erster als .Weltproblem erfaßte, geschaffen und damit dem. stummen. jüdischen Dulder Die: Zunge gelöst zu, Hatzen. Von Basel ging der große Weckruf ans jüdische Volk hinaus in alle Teile der Welt nutz weckte ein stürmisches Echo in M .Hemn Mst imer^ die M iU MMeS Mühl liitih'^i" rririmTfm