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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-20 · Heft 1277 (20.8.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1277 (20.8.1922)
Date
1922-08-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Sette 8 Mm, Sonntag Wetze?. MotzteyzettMS. 20. Au'gust 1922 Rr. 1271 gewähre - wie den Schylen der deutschen oder der magyarischen Minorität. Unsere Organisation besitzt.wohl eine Tochtevorganisatiou, welche die Errichtung von'Volks- und Mittelschulen mit hebräischer Unterrichtssprache zum Ziele hat. Es bestehen bereits-Hebräische Kindergärten in Siebenbürgen, in Klausenburg haben wir «in jüdisches Lyzeum errichtet, m welchem anlWch -dev " Iechresschlußprüfung die Zöglinge auch" in OescEteWrd Literatur in hebräischer Sprache so geläufig anHwrEw daß der Regierungskommissär seiner BeÄvWdeMg Drüber Ausdruck gab. Selbstverständlich wiMauH^di^ rumänische Staatssprache mit derselben Genauigkeit unterrichtet. Hier liegt also — schloß Schulinspektor Lttlbuve seme Ausführungen — die Anschauung einer führenden jüdischen Persönlichkeit über die Judenfmge vor, mit welcher wir vollkommen einverstanden sind. Aber ich habe Mich noch einen anderen konkreten Beweis dafür, daß die . Spracheyverordnung der Regierung durchaus .durchführbar ist. Erst gestern erschienen Lei mirHe«MMß der Gvoßwavderner orthodoxen Judengeme^Ä *4ii klärten gleichfalls, daß sie meine Ansicht vollkommen teilen. Sie eEärten ferner, daß sie entschlossen seien, der Sprachenverordmmg schon in dem mit 1, September heginnßp-L den Schuljahr' zu 'entsprechen. Die Getneinde hat 'für die^ unteren Volksschulklassen zwei Lehrkräfte angestelltwelche sämtliche Gegenstände in hebräischer Sprache unterrichten werden. In Anbetracht der schwierigen; Lage mnd auch getveu meiner Pädagogischen Anschauung hcche ich mit. rumamschen oder der hebräischen Unterrichtsspracheder Abovdmmg in Aussicht gestellt, Lei der Regierung zu Intervenieren, Dß die Benützung der ungarischen Sprache als Aushilfssprache übevgangSweife gestattet werde. _ . < Oesterreich. Sie Reise der Saezlerr. Nach Prag, Berlin und Rom. Bundeskanzler Dr. Seipel empfing Freitag und gestern die Vertreter der Ententemächte, um sie auf die durch den Ausgang der Londoner Konferenz geschaffene Lage aufmerksam zu machen. Durch die neuerliche Beittveisung der österreichischen Kreditaktrok vor den Völkerbund und durch die ohne Schuld der. österreichischen Regierung eingetretene Verzögeruug in ,der., Gründung der neuen Notenbank, sind.-die' Schwierigkeiten, mit denen Oesterreich zu kirmpfen hat, nur noch verschärft worden. Im Zusammerchang mit der yllgemeinen Weltlage erscheint das österreichische Problem rrrcht mehr als ein rein finanzielles, sondern als ein vörtvie-" gend polittsches. Da hieÄrtch nachAuffaffiM-dtt österreichischen Regierung die An f r o l k uw g de v M i tteleuropa isch en Frage infachste Mhe^WuE erscheint, hat sich die Regierung entschlossen, eine persönliche Fühlungnahme mit dm führenden Staatsmännern der drei Nachbarstaaten, die für die Gestaltung der mittel- : europäischen Frage die größte Bedeutung haben, zu suchen. Sie ist daher mit Berlin, Rom und Prag in''Verbindung getreten. Bundeskanzler Dr. Seipel wird sich Sonntagabends zu einem eintägigen Aufenthalt nach Prag begeben, um mit dem tschecho-slowakischen Mmistetpräsidenten und Minister des Aeußern Dr. B e ne sch zusammenzutreffen. Montag abends wird er bchr dort unmittelbar nach Berlin Weiterreisen, wo ihn Reichskanzler Dr. Birth erwartet. Eine tschechische Mitteilung. Das Tschecho-flowakische Preßbuveau meldet: Infolge der letzten politischen Vorkommnisse und im Hinblick /auf die Londoner Konferenz sowie auf die nahe bevor- , nde Tagung des Völkerbundes wurden in den letzten gen zwischen Prag und Wien wechselseitig Mitteilungen über die Lage gemacht. Die Wiener Regierung sprach den Wunsch nach'einem direkten Meinungsaustausch über die allgemeine Lage aus. Zu diesem Zwecke wird Kanzler Dr. Seipel Montag früh in Prag eintreffen. ' Dr. RoseWerg bei Seipel. Gmeralrat Dr. Rosenberg ist gestern früh aus Paris zurückgekehrt. Um halb 12 Uhr fand beim Bundeskanzler Dr. Seipel eine Konferenz statt, an welcher Finanzmimster Se gur, Gouverneur Dr. Spitzmüller und Generalrat Dr. Wilhelm Rosenberg teilnahmett. In dieser Besprechung berichtete Dr. Rosenbevg über ferne Interventionen in Paris und London. Er überbrachte die genauen Einzelheiten der von der Anglobauk und Länderbank Gls Vorbedingung für ihre Beteiligung an der Notenbank gestellten Bedingungen. Die InterparlaMerrLarische Unirn. ^Konferenz in Wien. Die 20. Konferenz der Interparlamentarischen Union, eine Organisation, bestehend gegenwärtig aus 85 nationalen Gruppen, welche aus der Mitte der europäischen, amerikanischen und asiatischen Parlamente hervorgegangen sind, wird am 28. August für die Daüer von drei Tagen in Wien stattfinden. Vorher werden vorbereitende Sitzungen des Zentralrates, der aus je zwei Delegierten von jeder nationalen Gruppe zusammengesetzt ist, und gewisser Studienkommissionen stattfinden. Die Teilnahme an dieser internationalen' Konferenz -Mch sM^bedöutend sein. Parlamentsmitglieder Ländern haben bereits ihr? :' '' ' - 1r tere Amneldungen sind zu erwarten. Zum ersten Male tvivd r MM'W.Hy le MdeKiHü .hes UesterreiHWen.W^rsöhHrngDmdes' '"'unS'd den'eDn ErgsjüHßn . OGcmd MGrr deHhMDsten-MchsK die Parole „Kr-ieg gegen den Kr<icg"'Mu der Ratifizierung des Versailler Frieden sv-ertvägeZ Mne Kreiste in den'Dienst feer NMsisnMwkMM^^^ der y" * ..X" 717. WeditrWtmachunKDs GeMMseden^ dm einzigen Weg zur PöMMvuüg Mröpas'sKhtl. Die Independent Labour Party, erllärp.er. uns, war die 'te ptzrUmWariM, -ErHMM Ke die radikale evsisii bjtiMlC e r ^*@W « rtIMtz Drf ihre Fahne .rieb/ Tus den veröffentlichten^ deutschen ^Heimakten wie ar^S zahlreichen Muße^uusen Ll ochid GßorgKS Mtc^es Wsolnter Bestimmtheit /hervor, daß an per EMsfelum^dtz- KrregSstirie MAoItrf 8 chsie/ o hr?I A u^nahm%' im' gleichen Maße die Schuld tragen. Francesco Nitti gesteht es in seinem Buche „Dem friedenlosen Europa", daß eine, einstAchige Beratung -der führenheu europäischen Diplomaten den AuSbruch des'Weltkrieges veWndern' hätte könVen.^ ^iese bessere Erkenntnis beraubt . nun jeder moralischen ^Basls' feie” FriedenSvecträge ’ eine Strafe für Borgten äüfeÄegeN'wMeü. ES ist rin T , f -, dsk enMchen Labvur Party, daß ihre paÄMentaÄMn Vertreter : H e n d « r s o n,' K e h n e s unb 2S e fe g e io ojj p,' ^' ÄS. erste im Sinne dieser Erkenntnis von de^enMchen”ReE«cüng die Annullievüng der Ungerechtigkeit von Versailles und Saint- Geiürain verlangten. Sie hatten der engsischen ReWrMlg,, ein Prohvamck der Revision vöögelegt^ daß vor . allem da'S, GesprLch mit W. Ayletz. PigenbeMt de^. ,,MMer M.vaenzeitung^.);, i V chHn d;9tctationSschulfeen fordert^ Jede M auf ihrem eHnen^Gobiete die.Schäden des Krieges und.AmcÄkä und'England sollen mit Flüssig- ^wachüW ' von^EtspMenden. Krediten dem ohnmächtigen Mitteleuropa auf diie Beine helfen. Das ist die Fordevuirg, zu deren ständiger Wiederholung wir keine Gelegenheit unbenutzt Verstreichen lassen'. Wchrn auch auMblicklich 'die Berwirklichüng feieser Forderung in der fernen Zukunft zu liegen scheint, so ist doch rmleugbar, daß die Beryunft doch schon auf dem Wege 'Ist'und 88§"die"Nevisionsbewegüng'''rN' der letzten Zeit selbst in Frankreich sich neue Anhänger erworben,hat.' > - Das Palästina-Mandat ist einer, der wenigen historischen Gewinste, der zugunsten der Friedensverträge und der durch den Weltkrieg hervorgerufonen Machtverschiebungen zu buchen ist. Eine tausendjährige Ungerechtigkeit - wurde durch diesen Beschluß der Großmächte an; einem Volke gutgemacht, dem die gesamte Menschheit gar mänche ihrer leitenden Ideale zir danken hat. Unsere parlamentarischen Führer traten M drei Jahren stets mit Begeisterung für die Ermöglichrmg des Wiedevanfba.wes der jüdischen Heimat ein und sehen im Sieg des Palästina-Mandates einen Sieg dex modernen Demokratie. > Als Sozialisten haben wir aber auch einen speziellen Wunsch, den wir während der Deibattir öfter verlautbart hatten. Das Mandat entspricht nur dann redlich seiner hohen geschichtlichen Bestimmung, wenn das englische Protektorat in Palästina nicht ein neues Feld der Ausbeutung, sondern drce freie, menschenwürdige Heimat des jüdischen Proletariats schassen wird. MardocheuS. zionistisch«« Yarteirote». Der zionistische Parteirat. in- Wien t»rlgütöart^diL.>koke genden Beschlüsse: Der' Partesrät, welcher,cm August 'W2^,. gemeinsam mit d^n Mitgliedern, des LandeSromitees urrd ^der'- Ke^en - ^2ke» ' Wj.He.folgenden - FMrrrsrtzen . fees. Mren 'Hajessod-DstektMam^' i%r. Hrchpg isiztevung des ude,.. i/f «ii ’/ feiem’' Keren erzuglich seine Maasser-' die erste volle der 1. ist -äwfgeLÄl^N Hajessod-Komitee seine verchflrchstmg bekanntzugsben Jahresrate, sofort Nicht durch Forderung und Anspruch, ~ b « rH. fe a S. tz^r sö nl;-ch e V e r ant w vrtu ng s ge sü h l wich Re ,jW^Mtza«>ale. Hermpätte.Hwder^ äufgebaut., & ..Jcher Jude, der nach gewissenhafter Prüfung erkennt, daß seine bisher vyrgenommene Zeichnung an den. Keren Hajessod erhöht werden muß, um zu einem wirklichen Opfer zu werden, wird aufgerufen, diese Er- Wnng sofort vor zu nehmen und den echöhten Betrag für das ganze Jahr einzu-ghlen. Nicht durch Spenden Md Beiträge, durch ^pfer wird die jüdische nationale Heimstätte/wieder aufgebaut. 8. Jeder JAde wird aufgevufen, ohne eine weitsve Mahnung aibzuwarten, binnen vier Wochen feine ganze für däS'laufende Jcchr fällige Zahlungsverpflichtung zu erfüllen, Kein Jude darf in diesen vier Wochen Mahn- und Einfammelaktionen erwarten. Nicht durch Zwang und Mahmug, durch fr eiwillige-Leistung wird die jüdische nationale Heimstätte wieder Mfgchaut: ■ % ' An die Jüden der ganzen Welt! ■ An euch alle,.. ohne Ausnahme,' ' ergeht in dieser entscheidenden Stunde unserer Geschichte der Ruf: Steht nicht beiseite! Lasset nicht eure Brüder allein! Mel ist erreicht. Schon blüht eine Siedlung in Erez Israel. Tausende und aber tausende Juden richten ihren Blick und ihr- Schusucht nach dem Lande unserer Väter. Helft durch die Mandatsaktion für den Keren Hajessod, daß' der. Slufbau der jüdischen nationalen Heimstätte' schnell und ' würdig vor sich gehe! Der Parteirat beschließt zur Durchführung dieser Forderung:. - : . .1’ 'JÄer '"i,n Oe sterr ei ch w eilende .Zip ni st.v ^WM/Mfgeföüdert,' soweit er dies'bisher noch nicht getan hät, ‘ unverzüglich seine Maasservcrp flichttmg dem Keren Hajessod .bekänntzugeben- -und dra 'er sie Jahres rate hierauf zu sich SüÄtz'Mer-ika an diesmi - interparlamentarischen Wtzckacht Gevawven und. Ab^ .geÄdneten: von Cyivs beteiligen. Die Vereinigten Staaten werden durch eine äußerst repräsentative'Delegation vertreten sein, welche ans zehn Senatoren und Abgeordneten besteht. Die Vertreter Kanadas sind Herr Dandurand, Minister-mrd Leader des Senats, und Sir George-Fe st er, einer der Vizepräsidenten der'ersten VölkerbundversärniNlung. Japan schicktfünf Parlainentsrnitglieder. Besonders zahlreich wird. Europa vertreten fein. 75 I i a lr e ne r nuter FühÄrng. deS ehemaligen Ministers - F e-rari, 15 Mitglieder des en g:lisch en Parlaments, .28 D e u t s ch e, 60 U n g a r n, 20 B «l g e n, 24t D änen, 16 Schweden, 14 Esten, 16 Norweger/ 5 FinUlLAder, 2 Spanier, 3 Schweizer Dsche-chem ufw. /sind bisjetzt rtWtrvM. Die fr Ln f i sich c Gruppe rüiler Führung von HeM d'E st o U^rne-l keZ de Cvn st-anO entsenM Nntzefähr zehn' DeleAerte, unter anderen die' DenÄtö^eW AMf-de la''BälU^'t^undTFerdisia'Nd Bulsis ö'N, die Abgeordneten Justin Godarh ehemaliger Minist«^ ‘p.% Jeder in OesterrÄch weilende Zionist wird aufgefoidert, unve^üglich. seine bisherige; Leistung für den Keren Hajessod -zu überprüfen und entsprechendem Maasserregulativ zu ergänzen. 3. Jeder in Oesterreich weilende Zionist wird. aufgefordert, unverzüglich seine Jahresrate für 1922 einzuzahlen- 4. Jeder in Oesterreich weilende Zionist, der Vermögen besitzt, wich aufgesordert, unverzüglich auch'von diesem für die'Jahre 1921 und 1922 sein Maasser zu entrichten.. 6. Sämtlichen Zionisten, insbesondere den Vorständen der einzelnen. Organisationen, den Keren Hajessod-Konrmissionm .undden Keren Hajessod-Vertvauenskommissionen wird die intensivste persönliche Arbeit für den Keren Hajessod zur unbedingten Pflicht gemacht, wobei ausgesprochen wird, daß für die nächsten drei Monate jede andere zionistische Arbeit hinter der Keren Hajessod-Ärbeit zitvückzirstehen Hai. , ' 6. Die Patteileitung wird beauftragt, gegen Zionisten, die ihre Pflicht in bezug auf ihren Beitrag und ihre Arbeit für den Keren Hajessod nicht erfüllen, im Sinne der Parteitagsbeschlüsse mit dem Ausschlüsse voWgeihen. Der Parteivat erwartet, daß die DrrchMrung der vorstehenden Beschlüsse schon bis zur Iahreskonferenz, welche vom 26. August bis 1. September in Karlsbad tagt, große finanzielle Erfolge bringen wird. - und Marius Moutet. Einige belgische Parlanrents- -mitglie-de-r werden sich ebenfalls nach Wien begeben. Aus diese Weise wird -das Prinzip der Enthaltung von der Teilnahme an der Konferenz, welches noch voriges -Jahr in Stockholm beobachtet werden konnte, zum Wohle des interparlamentarischen Werkes endgültig aufg-egeben werden. Die Tagesordnung der Konferenz ist von der größten 'Bedeutung. Der belgische Semrtor La Fvn'ta ine wird sden Bericht der Oxgan-isationskoinnlission erstatten über eine Teilrevision der Statuten, die unter anderem die Abstimmung innerhalb der interparlamentarischen Konferenzen'-regelt. Der ehemalige schwedische Minister Baron A'delswaerd wird Wer die äußerst schwierige mtö leidenschaftlich behandelte Frage der national.en Min o r-itäten referieren. Ebenso wird das Problem der Ab-,; rüstung zur Verhandlung gelangen. Herr B u r t o n, eines j bet -bedmtendsterl Mitglieder des anrerikanischen Kongresses, wird über die Konferenz zu Washington sprechen..< Dev i französische Abgeordnete M o n te't referiert über die Tätigkeit.des Völkerbundes .in der Abrüstungsfrage. Der ehes malige dänische' LandLsverteidigungsnünistev M n n ch ' wird über den a l l g e m.e inen o b l t fl a t o r.i s ch e n 2

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