Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1277 (20.8.1922)
- Date
- 1922-08-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 1277 . Wien, idonittüq' cerfenct* rnrvrgengenmrg. LO. August 1SLL Serie 3 -Militärdiestst und über die' Einführung• deS „Zivlldi'enstes"' für' Dieustverwergerer' sprechen. -Herr M a d d 1- s o n, von ^ider englischen Gruppe, beantragt in diesem Zusammenhang eine Resolution, welche: die A b s ch a ss u n g des allgemeinen obligatorischen Militärdienstes stls einen wesentlichen Bestandteil der durch den BoAevbrmdPakt Vovgesehemn Abrüstung! wärmstens eMPfieM. > '' Zur Diskussion werden ebenfalls gelangen die Mittel, gm Bekämpfung der schrecklichen Wirtschaftslage Europas auf.Grund eines Berichtes des ehemaligen holländischen Finanzministers Treu b und eine- Reso-' lution, die sich für die Abscha f f u n g d e r B e s ch r L nkungen und S'chutz z ölle ausspricht^ welche in allen ' Staaten eingest'chrt sind. Der Präsident der österreichischen Gruppe Mataja wird über die parlamentarische Kontrolle der auswärtigen Politik Bericht erstatten und Herr vanK o l von der holländischen Gruppe, wird zum Schluß über die Mandatsfrage der Kolonien und den Völkerbund referieren. Die Konferenz wird sich, wie man sieht, mit einem sehr reichhaltigen Programm zu beschäftigen haben. Dieser Arbeit wird die ganze Zeit gewidmet sein. Die Sitzungen wichen in bat einfachsten Formen abgchalten werden, wie es den jetzigen Verhältnissen des Landes entspricht, in dem die Konsererr^stattsindet. Der Bundespräsiden,t. wird Sonntag abends,. am Vortage der Konferenz, die Parlamentarier empfangen.. Nach Schluß der Konferenz wird ein Bankett für die Kon-, sevenFtettnehmer auf ihre eigenen Kosten veranstaltet. ' Die Abwesenheit des allgemein geachteten Präsidenten Loch W e a r d a l e, welcher dem interparlamentarischen Zentralrat seit zehn Jahren vorstcht, wird eine bödauevns- .werte Lücke in der Konserertz reißen. Wegen seiner schweren Krankheit ister verhindert, nach Men zu .kommend Sem vorgerücktes Alter und sein Gesundheitszustand zwingen ihn sogar, zum Bedauern aller, zu demissionieren. Der Zentvalrat wird daher berufen sein, während der Tagung in Wien diese Stelle neu zu besetzen. Desgleichen wird die Konferenz tun Stelle des austretenden und nicht wieder wählbaren italienischen Ministers des Aeußern S cha nzer; die Neuwahl eines Mitgliedes des Exekutivkomitees vprzuychmen haben. Köl« studiert die Wieuer Verhältnisse. Köln, 19. August. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) In Ser gestrigen Geheimsitzung der Stadtverochnetenversammilrmg wurde auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, einen fünfgliedrigen Ausschuß zu einer achttägigen Studienreise nach Wim zu entsenden. Da die Verhältnisse in Deutschland .immer mehr 'österreichischen Zuständen zudrängen, will die Stadtverwaltung' <m Ort und Stelle seststellen lasten, wie sich hie StM Wien der täglich zunehmenden Geldentwertung gegenÄber verhalte. > ' - die BetriehsrSte der ÄretsSiudustrie. Die freitägige Beratung der Betriebsratsobmäimer Ser Wiener Metallindustrie nahm einen sehr bemerkenswerten Perlauf. Zunächst teilte.Abgeordneter Wiedenhoser das Ergebnis,der Verhandlungen über die gleitende Teuerungszulage, 'mit.' Danach erhalten die Arbeiter eine gleitende Teuerungszulage von 3300. Prozent (bisher 146Y Prozent). Die starre Stundenzulage Ivnrde für die Arbeiter über 22 Jahre mit 700 Krönen festgesetzt. Die erhöhten Zulagen treten am 26. h. in ' Kraft. Die Vertrauensmänner der einzelnen Betriche äußerten fast ausnahmslos ihre Unzufriebenheit Mtt den gMeoffenen Abmachungen. Sie verlangten die erhöhten Zahlungen schon für diese Woche. Abgeordneter Wiedenhofer erklärte noch, daß'die Gewerkschaft für die vierzehntägige Berechnung des Index eintrete und . daß eine Neuregelung der Arbeitslosenunterstützung geplant Lei, .. . ■ -~~—i j Tschecho - Slowakei. : Vesprech««s zeische» Bemesch IM Dr. Simger. : . < Prag, 19. August. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitichg".^ Am Mittwoch wurde der Vorsitzende des Jüdischen Nationalraies Dr. Ludwig Sin ger vom MnisterPräsWerttest- Dr. Benesch empfangen. Dr. Singer brachte' verschie-' , dem Wünsche der vereinigten jüdischen Parteien vor, iNs- Hefondeve verlangte er, daß in der Frage der Lizenzen ünd Nostr is i kationen tn der S lowaker und Karpathorüßland in gerechter Weise Vövgegängest, und vor allem aus die bisherigen unbescholtenen RechiSirchäber — hauptsächlich die. wirtschaftlich Schwächeren 'Rücksicht'genommen werde. Weiters brachte Dr. Singer verschiedene Wünsche des jüdischen Schulwesens und der Mischen Wellen Fürsorge vor, , informiert« den Ministerpräsidenten über die Tätigkeit Vr jüdis chenSporl- ' und Turn ve rb ä nd e und wies ausdie NotweMg- Mt per Hilfe seitens! der-Negierung beim Ausbau dev! fozial e n Institutionen für die jüdische Studeirtenschast hin. Der . Ministerpräsident zeigte für alle. - Fragen >das- ° lebhafteste Interesse und sagte die nachdrücklichste Unterstützung bei -den in Betracht kommenden:Stellen: zu.' 4it ' lu. » Die Ergeb«ifie der V<l»«zShl«»g. Brünste 19. August. In den „Lidove Noviny" veröffentlicht der Präsident des statistischen Amtes Professor Dr. Mhr das Ergebnis der Volkszählung nach Nattonali- - täten: Danach befanden sich am 15. Februar Ml in der! Republik: 3,122.390 Deutsche. 8,759.188 Tscheche-Slowaken, 745.935 Umarn, 75.658 Polen, 459,346'Rüsten,. 180.332 Juden und 23.235 Aichersnationale. J ä h p lieh 2 Haupttreffer von Je * K 12,000.000 Jedes Los gewinnt Sämtliche Gewinste vollkommen abzugs- und einkommensteiierfrei - Kein Leg i ti matJo n e zwa ng . . f '; : Zeichi>ung8prei8: K 1380 für jedes Los \ Urrgar«. Die Rst der Preffe. Budapest, 19. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Mit Rücksicht darauf, daß das in der ersten Hälfte dieses Jahres aus dtm Ausland importierte Papier beimhe zwei MMaridtztt kostet und dieser Betrag eine namhafte Post in der P a s s i.v e y' B i l a nz des ungarischen Außenhandels blldet, hat die Regierung eine Verordnung/ erlasten, wonach die^ Zeitungen von morgen 'an iw Höchstausmaße von 8, beziehungslveife an Sonn- und Feiertagen, von 12 Seiten, erscheinmvdürftm - > - Eisführung. der ^8«ckerksrte. Budapest, 19? Angnst: W^KoMP.) ganges her Zuckerproduktion Ääbsichtigt oie Regichmng die Wiedereinführung der Zuckerkarte. ' Der Streik i« der MetaVi«dttstrte. Budapest, 19. Auchrst. (Tel.-KöMP.) Der Streik sn l^.r Metallindustrie dehnt'sich immer mehr aus. Es stehest bereits 49.000 Metallarbeiter im Streik. Dir Unternehmer erklären, den Gewerkschaften keine Konzessionen machen' zu , können. Der gestrige Wnisterrat besMoß, von einer Vermittlung Abstand zu nehmen.'Die CiUigungsverhandlungen werden von der Polizei'geführt. ' Das sriowieprojekL fSr OstsaLiZien. i Warschau, 18. Augusts ^el. d. „Wr. MorgeyzeiWbH Hestern fand die Sitzung der SejmkommMonen? für Aetlße^es und Berfastung statt. Bon der Regierung waren Pvemmrminister Nowak, Außenminister Narutowi'ez und Minister des Innern K.a m i e n s k i anwesend. Die Regierung hatte zur Verwunderung der Kommistronsmitglieder keinen Entwurf. betveffenid die» ostga li z ist Ke Frage vovgelegt. Außenminister - Narutowiez stelltt die' Anfrage, ob noch, eine Abänderung des Beschlusses der Wahlen für den 5. November Möglich wäre. Die Führer sämtlicher SeMparteien verneintest .dies,' da' es nicht in äer Kompetenz ' der Kommisiionen läge, Beschsüste des Sejms abzuändern.. Sie sprachen 'ftch dMr aus, daß die Wahlen zttm festgesetzttn Ärmist -stattfinden. Abgeordneter Dr. Thon beantragte die Bettmlaffung einer geschloffenen Sitzung behufs meritorstcher Diskuffion über Kiese Frage.. Seiner Meinung nach scheinen bedenkliche internatwwle Schwier i g k e i t e n pörzstliegen, da die Regierung zu. dieser von ihr einberusenen Sitzung die drei wichttgstett Minister -elegiert habe. Minister Narutowiez schloß sich diesen Darlegungen an: Die Sitzung wuvde Äs vertraulich «Mt. Doch ist, wie verlautet, eine Klärung der Situatton nicht^eingetreten. Auf eiste Anfrage'des Sejmmarschalls,''öb die Regierung die Billigung ernes/Statüts über die' Selbstverwaltung Ostgältziens zu. gewärtigen habe, antwortete Nowak, daß die Regiemntz noch im Laufe des Mönats ein Statut ausarbeiten werde. Zum Schlüsse wurde festgestellt, -aß' es weder in die - Kompetenz 'der Kommissionen Me, den WvhlterMn abzuändern, noch Laß die' Regierung hkrfür die Verantwortung übernehmen könne. " - - Die Metzle«-"ZAM.- vHerfchlLflsche» La«dtkg. . Berlin, 19.'- August. Die Blätter melden aus Breslau» , daß die deutschen. Parteien des polnisch-schlesischen Sejm energisch an die Wahlarbeit 'gehen. Die Deutsche Volkspartei, die Demokraten wie die Äeutschnationalen haben sich unter' dem Ramen „Deutsche Versossungspartei' jn' Polen" verschmölzen. Ebenso gehen alle soziaMischen Richtüngen zusammen. - . Litauen. Antisemitische Agitktios. Pöniewiesch, 18. August. (Tel. d.' „Wr. Morgenzek» tung".) In der jüdischen. Bevölkerung herrscht lebhafte Unruhe wegen einer sich fühlbar machenden Pogromagitation. Man fand Proklamationen, die ausführen, daß die Teuerung und Preissteigerung von den Juden verursacht werden. ,Es .wird der Kampf gegen die. jüdische Bevölkerung gepredigt. . ' . Rundschau. Di« > Tagr»ord»«irg der Dölkerb«»d» Genf, 19. August, d.,,Wr. Mpvgecheitung") Das Generalsekretariat des Bölkerbundes veröffentlicht die provisorische Tagesordnungf fifc Mc; am- . den 4. September beginnende. dritte Bollversammlüstg des Völkerbundes. Auf der Tagesordnnng stehest Abättderungsantrage zu dem Artikel 10, der die U n d e r l e tzlichk e i t des Staatsgebietes aller Mitglieder gweantiert, und zu Artikel 18 betreffend die Ungültigkeit von Verträgen, die nicht beim Völkerbund registriert sind, ferner die AbrüstunKsfrage, das A ns» ahm ege su ch Ungar ns und evewüelle weitere Gesuche aufnahmeheischender Staaten, schließlich Wirtschafts- und Finanzfragen, darunter die zur R e t't ung O est er r e ich s, zu ergreifenden Maßnahmen. . Die Versch»ldK»g Europas m AmeriKm London, 19. 'August.' (Tel. d. ,M. Morgenzeitung".) Der New-Iorker Korrespondent der „Times" berichtet, der bekannte Bankier Johnstor/ habe gestern erklärt, > die gegervwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen in, Eüxopa gestatteten der Welt nicht,, ihr Gleichgewicht wieder' zu erlangen. Es sei unerläßlich, däß Ä m e r t k a dieser, Lage ■ Rechryryg trage.. Es. ist wesentlich, betonte er, daß wir uns an' den. e-uropäischen Angeiegenheiten interessieren, nicht; aus' altrnlstischW, sondern Ms^ r erG. e gp r sti s ch e n. G r ü n- V e n. Ich bist überzeugt, daß/Europa die Schulden, die es gegenüber Bereinigten Staaten hat, nicht alle bezahlen kann. Wenn diese Schulden aüfgHoben werden' könnten,.. so würhen die normalen Bedingungen in kurzer Zeit wieder' zurückkehren. Wir haben , eine gute Gelegenheit, eim dauernde, und. wahrhaft amerikanische Arbeit zu verrichten, in-' Mf,Mseve7eu!wPa!ff Guthaben verzichten.' Der «eilte St«rz der Mark. / Drohende Ausschaltung Deutschlands. als. Handelsnatio». London, 19. August.'(Wolfs.) Der neue Sturz der Mark wird in der englischen Presie lebhaft erörtert. Der Lity-RedÄteur der „Da\ ly News" sagt, jede wettere Entwertung der Mark mache dix Handelslage Deutschlands immer verzweifelter. Das Geschaftsleben scheine sich dem toten Punkt zst nähern. Je mehr man die Lage Untersuche, um so mchr sei zu befürchten, daß Deutschland als HandelSnatton für einige Zett a u S g e sch alte t werde, bis Ordnung in die deutschen Finanzen gebracht wordem sei. „Destmin ster G azett e" schreibtt Diese plötzliche» Stürze der deutschen Währung, die so oft unter dem Einfluß einer Re parat ion s krife ttfolgm, rönnen Nicht auf die Mängel der deutschen Finanz- und . Fiskal- Politik znrückgesührt werden. Der neue Zusammenbruch ist wie die ftüheren auf die Tatsache zurückzuführen, daß Deutschland seine Verpflichtungen an die Alliierten n i ch t in Ware« erfüllen kann und daher gezwungen ist, sie durch Verkamf voy Mark an den Börsen zu erfüllen. Die '>.e«tfche» 'MLAker.' . , Paris, 19, August (Wolfs.) „Echo de Paris" Le- \ Htigt, daß märr in BevN produktive Pfänder ststdest wolle, .die Vas Reich.geben könne und hie mit jeuru , ubeveiustwmen, die P o in care mtt Beharrlichkeit ver-. lgngt habe- . nävttÄH die Pfänder der Gruben und Wälder. Das Blatt spricht von mehreren Plänen, darunter hem'bekannten belgischen Plan dex Übermittlung von auf die deutschen.Großbanken, gezog.enen Wechseln, von dpnen der „Mattst" behauptet, daß sie auf idem englischen Markt diskontiert werden sollen, und von! der.>Ue'berstlhrung der dentschen G.oldreserve nach dem linkest Rheinuser. Ngch Ansicht Poistcares sollen die Pfänder . nicht nur die' 'Holz- und Kohlenlieferungen , fichevsMen,^ sondern auch.für die. Zukunft' alle B.erp fl ich tun gen' Deu tschl an d s im Falle einer Ver- --!k7> MMA8 „ I — -BiL harten Sie? Englische 8toike. l.eib- und Bett-, Wie; lange ■HU Ü hi H .ik II., TaborstraSe 4S 47-1-7« ln frei Rn dfttaii A t .