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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-17 · Heft 1274 (17.8.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1274 (17.8.1922)
Date
1922-08-17
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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©eile 6 Die«, Lomiersrag * SlcrbefaU. iT-err David Leid Kager aus Zabloior Ist Dienstag abends nach langjährigem schweren Leiden im 64. Fahre verschieden. Das Leichenbegängnis findet heute um 7S12 Uhr vormittags auf dem Zentralfriedhof (Ul. Tor) statt. ' Ein neues jüdisches Wochenblatt i» Paris. Wir das I. E. B. aus Paris meldet» wurde dort unter dem Titel «L'Illuftration juifs* und unter der Redaktion des Schristflellerr O. Kachmi und des bekannten Zionisten Jacques & a I m i eine neue jüdische Wochenschrift begründet. * Ssperautistenkongred. Zn Kelsingsor« fand am 3. d. die Eröffnung des Weltkongresses der Esperantisten statt, welcher acht Tage lang dauert. * Für -i, blinden Äi*6tr aus Ostgalizie«. Aus Lemberg wird uns geschrieben: Die finanzielle Notlage, in der stch die Wohlsabrtsanstalten der Wiener Kultusgemeinde feit geraumer Zeit befinden, hat das galizifche Judentum vor neue schwere Ausgaben gestellt. Sind ja die Schutzbefohlenen dieser Anstalten zum großen Teil galizische Süden. Zn erster Reihe bilden jene Institutionen unsere Sorge, die sich die Rettung kranker, hilsslvser Kinder zur Aufgabe gemacht haben und nun mangels der Mittel für dieselben weiter nicht ootsorgen können. Nebst dem jüdischen Taubstummeninstitut kommt vor allem das Blindeninstiiut auf der Kohen Warte in Betracht, das seit Jahrzehnten unzähligen jüdischen Kindern aus Galizien zum Segen wurde. Ls kann ober heute kaum für die einheimischen Kinder sorgen und sieht sich vor die Notwendigkeit gestellt, die galizischen Kinder in die Keimat zurückzusenden, wo es leider dis heute. ke.ne ähnlichen Institutionen gibt. In letzter Stunde hat sich in Lemberg dank der Initiative der Damen Franziska 1! r i ch und Paula N a t a n s o h n ein Komitee gebildet, das sich zur Aufgabe gemacht hat, zunächst die Mittel zu, Erhaltung von £0 im Wiener Blindeninstiiut untergebrachien galizischen Kind rn auftubringen und in weiierer Folge an die E r r i ch t u n g einer solchen Anstalt im L an d e s e l d st heran^ulreten. Das zweite Projekt erfordert Riesenmittel, über deren Aufbringung man sich noch nicht klar ist. Aber auch die erste Aktion wird nun dann gelingen, wenn ihr seitens der, jüdifch.n Orffenllichkeit rege Förderung zu teil wird. Da die in Len.berg ftlbft zu gerväHigenden Miitel im Kind,icke auf die Aederzahl ähnlicher Zwecke nicht ausreichend lind, ergeht der dringende Auf an die in Wien wohnhaften galizischen Süden, ihrerseits dieses dringende Werk nach Kräften zu fördern. Spenden in Form von regelmäßigen oder einmaligen Beiträgen wollen mit der Bezeichnung .Für die blinden Kinder aus Galizien" an die Dftekijon des Blindrninsiituts auf der Kohen Warte in Wien einge>ndet werden. Verei««, Brrtrige »vb BersKwvelnnZe«. Urania. Leute. '/,6 Uhr (Großer Saal): Durch den West'Sudau^- 8 Ahr (Großer Saal): Dekerrscher der Lüfte. -7 Morgen “7,6 Ahr (Großer Saal): Swcklelons Südpolerp - öition. — 8 Uhr (Großer Saat): Durch den West-Sudan. Kere« Kajemeth l'Zfrael, Jüdischer Nationalfonds, H. Bezirk, Tabvrstratze 59. T-lephon Nr. 40.3.10. Aiirwers Nr. 10/4 vom 12. bis 15. August 1922 - 556.142*— ft. Sm Jahre 1922 insgesamt 18,5C2.474;'3 K. Adresse an l. M a n d a t s r oi t i s i z i e r u n g: L Bezirk: O. M. Welt 10:COO; Z. Bezirk: Ludwig Balo 10. COO; — ZentraleR. Gutmann (Prag) zur Erinnerung an den in Freundschaft gesinnten Vr. jur. Adolf Bergmann (Pardubitz) 3600, Moritz Weinberger (Frohnleiien) 7000. Dio. 2000; a. N. Egon Jonas ges. d. Iehuda Jos. Brandeis i0.6M, a. N. Willim Reich gef. d. Irh. Jos. Drandeis (Zagreb) 5o00, M. B. Katz (Triest) 1600; 1. Bezirk: Eduard Lord 10.060; Jul. Goldfinger 5000, W. Katz 2000; 2. Bezirk: Adolf Ws sz & Co. 10.000, Markus Kerschlowih 5000, Stephanie Kendler 4000, Geschw. Blaustein 3350, M. Markus, ffi. Kleine» ä 2000, Div. 1500; 3. Bezirk : 1000; 5. Bezirk: 1203; 7. Bezirk: Paul Neugröschl 5000; 8. Bezirk; 6m!g. Klarä Schwarzmann b. Ächzt. Echwarz«ann-Schmetterling 43.000; 9. Bezirk: Smlg. Aosl Weiß (Mäkkabi IX) b. Äochzeit Rubin-Korowih: F. Korowitz 8500, Münzer 10.000, Fimler 5000. Kohs 5001. N. Wolf 5000, Samson Rubin, Nestel, je 3000, Vreymqnn. Sigm. Bamos, R. Damos, S. Laulner, Rosenblum» A. Wolf, W. Landurzie je 2000, Div. 13.800; Isidor Arzt, 10.000, Rafael Moor 5000. Aron David Prswisor 3000, Dio. 200o; Dio. 100; 11. Bezirk: 1000; 12./15. Bezirk: Leon Fischmann. Therese Fischmanu je 5000, P. Sorokin 2t00; 16. Bezirk: d. F. Friedmann : F. Friedmann 4202, Axrlrad 2000, Div. 2923: 18. Bezirk: Ing. Paul Zuckermann 100.000; 80. Bezirk: Amalie Neumann 10.000, Religionslehrer L. Löw-Dogel 5060; 2i. Bezirk: 225; Kttachdnth: Ah. Zion d. Scharfstein: Viv. 3196; Div. 337; Misrachi: Kochzeii Sosef Morgenstern-Lea FScker 11.310, Div. 1500; Gmunden: Smlg. Sig«. Rujder 10.300; Graz: Julius Grüner 7000, Bupl Neumann 6000: Korneuburg: Fritz Lederer 10.000; Leoben: Moritz Varadt 20.000; Mödling: Adolf Neurath 7000; -. Rudolf Seiden: Smlg. bei den jüd. Patienten im Sanatorium Wienerwal-, Pernitz. d. Kenn Istvan Kertesz und Rudolf Seiden: die Kerren Groß. Milch. Kühne. Cohen, Mtte. Kustan, Mmr. Pardo. Wme. Lskeuazi je 10.000, Kerren Krrtesz. Denardouck, Frl. Kire je 5000. Frl. Kügler, Frl. Mund, Kerr Saiden je 3o0o, Frl. Fuchs, V. N.. v. 9. je 2000; Obrrhvllakrunn: Familie Deixner 4000; Salzburg: A. Köchstädter L00o. EMDrmrg. Die Lebr»s«ittel«Srkte. Fleisch ienrer — va«»se bUttger — Wucher «tt Ster«. Di» Preistendenz, die stch bereilr in den letzten Tagen auf oen Märkten ousgedildet hat. -aß nämlich die Fleischprelle ansteigende, Gemüse dagegen eine finkende Bewegung zeigen, g'bt dem Markte auch weiter dar GeorLae. 3n -er Grokmerkidalle 17. August 1932 Nr. 1:71, Mlltciluiigeil aus beut Publikum. mmmmm« oac sutiatiMn <»»»«»», «mm« Hielerliige: Wien, I, SctioUeorino 12 Telephon 16-207 *»j Bestes B e t t d e r Welt! firSBtes läget ln talng-, Stahlrohrsitd glnderbeKea Baioodera günstige negelmtg fnr Palästina-Relsende üderwog gestern dar Angebot an Rindfleisch und Rauchfleisch gegenüber , Kalbfleisch, was aber nicht ausschloß, daß sich auch diese Fleiichsvrten verteuert haben. Es nolisrten Rindfleisch 10.000 bis 18.000 K., Schweinefleisch 16.000 bis 20.0.0 K., Kalbfleisch 8060 bis 15.000 K.. Rauchfleisch 18.000 bis 20.000 K., S^maiz 84.000 K. pro Kilogramm. Speck und Filz waren nicht zu haben, werden aber für heule erwartet. Der Naschmarkt, sehr gut beschickt, war be'onder» reich mit Kartoffeln versorgt, die 1400 bi» 1500 nur sleinsche 1603 K. pro Kilogramm kosteten. Auch Paradeiser mit 1500 bis 1600K.. Z-vjebeln mit 2400 bis 2600 K. pro Kilogramm haben sich verbilligt. Kohl kofteie heu'e 400 b's 680 K., Kohlrüben 100 bis 230 §. pro Stück. Obst »einte tick in allen Sorten unverändert, bis auf PfLaum-n, die sich auf 1860 bis 2100 K. pro Kilogramm erhöhten. Mafferme onen notieren 600 d.s 800 K.. Zuckermelonen i?00 bis 2060 K. prs Kilograinm. Ein wahrer Wucher wird m i t E i e r n getrieben, die dem Markte ferngei: alten werden und. wo sie auflauchen, zu Preisen bis 600 und 650 K. ,pro Stück abgegeben werden. Seelachs und Kabffou haben einen P eis von 46(0 K. pro Kilogramm erreicht, was sich aus der anhaltenden Nachfrage an Seefischen erklärt. __ Der LÄnftigr Milchpreis i« Wien. Durch dos rapide Ansteigen der Preise der Futtermittel und der sonftigen Bedarfsartikel ist es nicht mehr möglich, mit dem gegenwärtigen Milchpreis nur halbwegs das Auslangen zu find?». Cs haben deshalb in den letzten Tagen Verhandlungen der Landwirte mit den Molkereien uv- Milchgrotzhändlern stattgesunden, .in deney nach längere« Debatten 'e,n Milchpreis von 1940 Kronen loko Bahnhof Wien vereinbart wurde, der noch immer well unter de« Gestehungskosten der Landv»irie zulstckbleibt. Ab Sonntag den 20. d. eihöhj sich somit der Preis eine» Liters molkereimößig behandelter Milch im Kleinverschlriß auf 2840 K., wobei die Diffekenz von 300 K. aus den Groß- und Kleinhandel entjällt. _ _j_ Bühne und Kunst. A«r ße» Lhenter«. Im Deutschen Volks theater wurde als elfte Neuheit für diele Spielzeit die dreiakttae Komödie „E r z i ei)unt d u r ch Kolibri"- von Kans I. R eh f i f ch angeseht. In den Kauplrollen sind beschäftigt die Damen: Volckmar. Keller, Scheurich, Ttzsele und.Kochwald, die Kerren Eugen Dümont, der in diesrm Stück sein Engatrement anlritt, Schumann, Lackner, Schreiber und Schmierer. Morgen wird „Glaube und K e i in a t", Samstag Sudermanns Schauspiel „D a s Blumenboot" gegeben. In der V o! k s o p e r gastiert beute in Offenbachs .Ko ffm an n s Eräh lu n a < n" Kerr Anton Ludwig als Kofman«. Dirigent Kerr Dr. Werrich.— Morgen wird i e f l a n d" gegeben. Der Direktion ist «S gtlungen, Fräulem Attne San den vom Opernhaus in Leipzig für ein mehrabendliches Gastspiel z« aewtnnen. Die Künstlerin wird zunächst Montag den Li. d. in der Aufführuna von nv a 11 e r i a rusticana“ — „D e r B a j a z 1,0" als Santuzza und Nedda und Donnerstag den 24. d. in ,M ad - m e B u t t e r f l y* als Eho-cho^fan gastieren. In den K a m m e r s p i e l e n gelangt .an» Samstag die Skbendovrstellung „A b e n l e u e r i n M a r o k k o." und die Nachtvorstellung „93 en u s", ,Di e S p e lu n k e" und a u f doch nicht immer nackt herum* zur fünfzigsten Aufführung. Im Earl-Theater wurde heut« der Vorverkanf für die am Samstag den 1& ftatlfindende EröffnungsvorstMng der Kalmanfchen Operette ,D t e B a j oder e" eröffnet. - In der R e n a i l s a n c e - B Ü h n e findet morgen die 500. Aufführung des Schwankes .Di, E a u f a K a if e r" «it Ludwig Stärk und Mazda G a r d e n als Gäste, ferner den Damen Eering» Pauly. Kardwig und den Kerce'n Zrisel. Aurtch, Siegert, Volk« statt. Deginn'präzise '/t8 Ahr. Gehelmrat Tmi! v. Saner feiert am 8. Oktober svmen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sind dem berühmtenMwstler allerorts große Ehru-ngerr zugedrcht. Speziell Wien, um dessm MusiMben lAchejnrrat v. Sauer sich so große Verdienste evworden hat, wird an diesen Ehrungen in besonders herzlicher Wyise tetlnchmen . - Zum 200. Geburtstag Kantsj der in das Jahr 1924 fällt, werden jetzt schon umfassende Vorbereitungen getroffen. Die Stadt Königsberg, die Geburtsstadt des Philosophen, will dm Streit über die Grabstätte Kants endgültig beilegen. Die Gebeine sollen an ihrem gegmwärtigm Ort -veMeibm. Die baufällige Kapelle an der Außenseite des Domes wirddurch einen. Ban ersetzt, der für die Dauer befriedigen soll. Zu diesem Zweck wird die Stadt ein Preisausschreiben veranstältm/ an dem sich alle Architekten Dcntschlauds beteiligen können. In der alten Universität, nabe bei der Gcabställe Kants, wird die Stadt Königsberg ein Kant-Ziinmer mit Kani-Reliquien ein richten. Die Beteiligung der Universität wird vornehmlick wissenschaftlicher Natur seiu. Die Ortsgruppe Königsberg bei Kant-Gesellschaft wird zum Geburtstag mit einer Zusammenstellung von Bildnissen Kants -cm die Oeffentlichkeit treten In erster Linie sollen Oviginalbildrttsse gesammelt und iv künstlerisch oinwandfteier Weise reproduziert. werden. „Reigen" in Holland. Das Gastspiel der Hamburger Kammerspiele in der Königlichen Schauburg im Haag wurde mit Schnitzllers „Zwischenspiel" eröffnet, dem „Reigen" folgte. Die holländische Presse würdigt „Reigen" nicht als stoffliche Sensation, sonder als Kunst um der Kunst willen. Ein proletarisches Theater in Berlin. Das Bevliner Zentraltheater wird als proletarisches Theäter geführt werden. Eine okkultistische Premiere. Im Berliner Wallner- Theater gelangt Ende der nächsten Woche das Dvanra „Medium" des Wiener Kriminalpsychologen und Gerichtstelepathen Dr. Leopold T h o m a zur Erstaufführung. Gerichtssaal. Der La«da«»Pr»zetz. Budapest, 14. August. (Del. d. ,Mr. Movgenzertmrg".) Vorgestern wurde im Landau-Prozeß der pensionierte Detektiv der StaatsPolW Johann Paksy als Zeuge einvernommen, der aussagte, daß der Angeklagte Becker, der als Mliiärvechercheur angestettt -war, im Jahre 1918 wegen eines Mehlkartenbetvüges sich in Haft befand. Er wußte auch, daß Becker eme Anzahl von Häftlingen in der Kaserne mißhandelt chatte. Im weiteren Verlauft der VevhaMmrg wurde die Aussage des ehsmal egen Staatssekretärs Hugo Lehne verlesen, der sich zur selben Zeit wie. Landau im &eW földer Arrest in Hast befand. Seme Zelle war oberhalb der Zelle La>udaus. Landau jaammrie beim Waschen, da ihn sein ganzer^ Körper schmerzte. In einer Nacht hörte er ein Auto in, den Hof der Kaserne emfahren. Es kam eine säbelrasselrvde Gesellschaft in den Korridor, man 'fjfafc Rufe und wie jemand aus der Zelle geführt wmLe. Emige Minuten später horte er aus der unter ihm gelegenen Zelle schrecklichen Lärm, wie wenn Mannet mit Stock und Peitsche jemand schlügen, und wie der Betreffende brMte. Nach jedem Schlag wurden laute Worte gei. wechselt. Dies hat sich sechsmal wiedechott. Auch in fehte Zelle fei Darchky gekommen, und nachdem Lei^ve schon schlaftnd aus der Pritsche lag, habe er gesagt: „Den lassen wir", und die Gesellschaft entfernte sich. SlpÄev hörte er wieder großen Lärm und Prügelei. Am andere« Tage erschien Adolf Landau nicht mehr beim Movgenspaziergang. Auf die Frage an den Profoftn, wo tomm fei, sagte dieser, er sei krank. Um haw 6 Uhr'abends sah Lohne, wie der 'eine Profos die Stznft« hlmmtoMsf. Er fwgtr, was geschehen fei, wövauf der PvosvS mrtworteler „Holt rasch Wasser herbei, den« der alte La «da« ist am Krepieren." Am 80. Hehtrmder «ÄuMgte « sich beim Profoftn Gal, 'was in der vochevgchncke» Rächt in der Kaserne gewesen war. GS sei nichW BrßoudoveS grwesen, es seien nur drei HMinye gefthibaym worden. &$ne hielt dem Profosen vor, daß die PrügÄl hx Turnusse« auSgeteilt worden ftren. „Ja, jeder bekam ftfne Tracht", sagte der Prosos. Auf die Frage der Lehne: Warum? anüvartete der Prosos: „Weil sie kein Geständnis adle ge tt!" Wenn sie unschuldig find? fragte Lchne, worauf der Profos antwortete: „Wer leugnet, der kviqgt es." Am Abend des 1. Oktober war wieder eine große Lcmfevei in der Kaserne. Ich hörte wieder Prügel« und jammern. Als ich am nächsten Tage fragte, waS in der Nacht gewesen fei, da sagte man mir, daß der eine Häftling in der Nacht unwohl geworden sei. Am 8. Oktober evfuhr ich dann vomTodeLandaus. Am 4. Oktober wurde den ganzen Tag in der Zelle Landaus gerieben. Ich fragte den Profosen, was das zu bedeuten habe. Die Antwort war, daß die ganze Zelle doll Blut sei. Die beiden Profosen erwähnten auch, daß sie befürchten, Unannehmlichkeiten zu haben. Ich fragte sie, ob sie emgestanden hätten, daß die Schlage uüd nicht das Aufhangen den Tod des alten Landau verursacht hätten. Gerade als ob sie im Ei>nvovständnis wären, sagten sie auf einmal: „Mllt uns nicht im entfierntesten ein, zu gestehen." Heute wuvde der Bruder Adolf LackwuS, S a l o m o n Landau, als Zeuge verhört. Er gab an, daß nach der Verhütung ihm fern Bruder telephomerie, er solle Gegenstände um 70.060 K. sowie einen Scheck über 250.000 Kronen vorbereiten. Später werden der Advokat Dr. R us i e s und ein Detektiv diese Gegenstände abholen. Nachher verchattdelten Rusics und sein Begleiter mit Dr. Szillagy. Ich empsalhl, führte der Zeuge aus, die Unterhandlungen in der Kaserne in Gegenwart meines Bruders fortzusetzen. Die Advokaten fuhren auch mit meinem Sohrie fort. Während wir unterhandelten, eilte mein Sohn Ernst in den Klub der RegiemngSPartei, drang dort in den Saal ein und zeigte die gelegeEch. der Mißhandlung meines Bruders flach geschlagene Taschenuhr einem Staatssekretär, der sie dann dem Minister % e. leky übergab. Von hier aus wurde die Polizei angewiesen, zu intervenieren. Infolge dieser Intervention leitete die Polizei die Recherchen ein. In dramatischer Weise erzählt nun der Zeuge, wie er seintzn verstorbenen Bruder wiedergefuinden habe: ,^Jch sah 1 das Mut meines Bruders an den Händen der Mörder. Ich habe die Leiche meiner Bruders auf dem Friedhofe gesehen. Die Arme und Füße waren ausgeschnitten. Der ganze Körper 993965

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