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Wiener Morgenzeitung · 1922-08-13 · Heft 1270 (13.8.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1270 (13.8.1922)
Date
1922-08-13
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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^Vtr,iIv^.- «7;-v,.'7 w^w^s?' t v;.4^t/c>'H'!'^.r..' l.rvt nry?> .r-«vj’ -Lr. iM Men, Sonntag Mime- Mvrgenzetrürig. is. Tngust issr- Wre 7 sknd. Aufftihrnngen im geschlossenen Theater, wie sie jetzt fca§ Wiener Komödienhaus versucht, müssen Diese ganz aus Stimmung ausgebaute Dichtung endgültig mnbvingen. Denn die lanigeN Pausen, die der Umbau der Szenen erfordert, ertöten unfehlbar die ganze Stimmung, die einzelnen Bilder,- dies Jci' unumwunden anerkannt, Hervorrufen. 'Fe stimmungsvoller das einzelne ' Bild, desto stimmungsmordender die Pause nachher, zumal die Musik des Herrn Bernhard Ba yd a, so wirkungsvoll sie die Szenen untermalt und' vorbereitet, nicht langatmig genug ist, die ganzen Pansen auszufüllen. Deren lange Dauer ist auch schuld daran, daß man an einem Abend nicht die ganze Passion zu schön bekam, sondern nur die neun, ersten Bilder. Sie bestehen zum Lei! ans stummen Gruppierungen nach bekannten Bildern. Inden Sprechszenen wird diel.— gemauschelt, weil es. ohne das ans der Bühne offenbar nicht mehr geht, mich wenn einmal eine neutestamentarische Angelegenheit agiert wird. Auch ist es dein letzten Bearbeiter, Herrn Mexan- - der Gotthart, ebensowenig wie seinen Vorgängern geglückt, das' vorbest immte und willig getragene Schicksal eines Märtyrers ohne Schuld und „Hybris" zu einem geschlossenen Drama zu gestalten. Das hindert aber nicht, , daß einzelne Szenen dramatisches Leben atmen. Sie waren getragen von dem als Sprecher tvie als stummer Akteur gleich guten Christusdarsteller Leopold Jwald vom Deutschen Volkstheater. Die übrigen 44 Mitwirkenden müssen sich schon^aus Raumnot mit einem Gesamtlob begnügen,, in das auch die Regie des Herrn Du schnitz eingeschlossen sei. H. Sp. Moderne MufiK in Sa!ZS»rg. Unter wachsender Ermattung der Teilnehmer nahm die Kammermusikstier ihren weiteren Verlaus. Einen nachhaltigen Eindruck ließ das Streichquartett des Frankfurter Komponisten Paul Hindemith zurück. Es schäumt vom Sturm und Drang der Jugend, mit sicherer Hand formt der Tondichter eigene musikalische Gedanken, die Technik läuft niemals leer. Endlich einmal ein kraftvolles Werk, an dem die modernen Kammermusikvereinigungen nicht werden vorbei können. Die Schöpfung eines ernsten Künstlers ist mich die Serenade für drei Streichmstrunrente des llngam Zoltan Ko da ly. Freilich kommt.das SovLnadenhaste nicht, recht zum Ausdruck, tatarische Wildheit birgt sich hinter ungarischer Musikkultur. Eine entzückende kleine Plauderei für Streichquartett ist die volkstümliche Szene: „Molly on the shäve" des Amerikaners Perey Grainger. Recht hörenswert ist die hebräische Rhapsodie „Schelome" für Cello und Klavier ides jüdischorÄniierten Komponisten Bloch, der derzeit in New-Nork lebt. Er selbst sagt gelegentlich, er wolle in dem Ethos seiner Musik das jüdische Nomadentum' AM/Ausdruck bringen. Etwas von dieser Ruhelosigkeit des ewig Heimatlosen birgt sich auch in seiner Rhapsodie, in dem ewig unruhigen Ausunid Abwogen der, mächtigen CellokMtilene. Anch sonst zeigen sich in der MelMebewegnng, m der Akkord!!, in der Tonvibration orientalische Einflüsse, die Technik ist reich, der Effekt stark, man , spürt etwas von der orientalischen Pracht am Hofe des.Königs Salomo. Ebenso monmnentcck, aber weniger empfunden scheint uns seine Sonate für Violine uvd Klavier, die von rhythmischer Lebendigkeit erfüllt ist. Mehr von Sachkenntnis als von Inspiration zeugt die „Odelette" der bekannten englischen Opernkomponistin Ethel S m y t h, die weit besseres geschaffen hat. Zn den schwächeren Werken zählen wir auch die gewandten Schumann- Variationen ' von Guido SB agier aus Wiesbaden. Mehr konservative solide Mtsik .boten der Holländer Willem Pijper, dev Däne Karl Nielson, der Amerikaner Leo Sowerby in Biolinsonaten. Ehrliches Streben und starke, echte Empfindung lassen die ,/Drei Sätze und Epilog für Bratche, Violoncello und Klavier" des Jung-Wiener Tondichters Leo K l a u d e r erkennen, die in der - Technik etwas dürftig geraten sind. Gleich ihm singt der Wiener Kaxl Weigl in seinem bedeutenden, ganz verinnerlichten Gesang mit Streichquartett ,Mn Stelldichein", ein düsteres Nachtlied, und so predigt auch Walter'Klein in seinem stimmungsreichen Gesang mit Streichquartett ,Z)as Schweigen spricht" mit priesterlicher Eindringlichkeit. Sonst brachte die Jung-Wiener Schule noch zahlreiche Lieder, die teilweise der Wiener Singfoligkeit bewußt aus dem Woge'gehen: Gesänge von Hör Witz und Reti sind, bereits aus dem Wiener Konzertlsaale bekannt, Lieder mit Streichquartett. von Paul A. Pisk zeigen starkes Talent und sichere Bcherrschung. der modernsten Nrsdrucksmittel, gesällige Lieder von Alwin, pikante Liebeslieder von Wilhelm Groß, Gesänge von Kanitz und Lustgarten fanden lebhaften Beifall. Auch die lange Reihe englischer Lieder von Holst, Bax, Wil-- l i a m s, Gibbs und Goossen 3 gefielen; sie sind durchwegs sanglich, offenbaren mitunter archaiisievende Tendenz, Auch hier fiel die wiederholte Begleitung durch Streichinstrumente auf, die gegenwärtig in Mode ist. Durchwegs schwächer war die Auswahl nordischer- Lieder von Rangstroem, Hammerick und Schi erb eck. Erwähnen wir noch die schönen melodiösen Lieder des Spaniers Manuel de Falla und des Tschechen Kricka, schließlich der Vollständigkeit halber die teilweise minderwertigen Gesänge der Italiener Malipivro, Pizzetti und Castelnnovo-Tedesco. Ein überreiches Programm wurde vor den erschöpften Zuhörern äbgerollt, vorwiegend grau in grau zogen die Werke vorbei, gräulich in gräulich müg manches dem mnsikbeflissenen Laien geklungen haben. Schließlich gab es einmütige begeisterte Zustimnmng, als das Fis-Moll-Quartett von Arnold Scho n- .berg ergwifend und voll Ergriffenheit vom Hindemith- Qnartett gespielt wurde. Bei den Klängen der „Litanei" und der „Entzückung" fühlte jeder den Atem der großen Kunst eines modernen Meisters, der nicht unsicher tastend nach Neuem sucht, sondern bei aller Eigenheit das fortsetzt, was Beethoven in seinen, späten Streichquartetten begonnen hat. Eine gewaltige Schar musikalischer Glaubensstreiter hat diesem Werke nachgestrelbt. aber keiner bat dessen fatnewu Reichtum erreicht; 0 0 MTH Elf M -,Dorßlb08rBa-s®Bl7 Sfi’ geigasse Nr. 16 Versteigerungsng vöto 14. b's 27. Auartst 1Ö22 der Versteigerungen, wo nichts gVßtzH, Anderes vermerkt, naehmMags um «»»aa T&gtlofi, ittlt Ausnahme Sftfflstsg, flobrauohjgegenntnrtda im LiutWiöS'orff-Saat; t äs lieft, a'JSfje- F'OSim'On fRortlafl und i-amsiaQ, Protiorcn Im rranz-5a.i'; öebrauchsgegenständelm Kolowhtt- und Rösslcrml. in letzterem ab 22. Atig i; tßgllcfi die onmasre ausgenommen ArttlijultÜtett^ Teppiche, Uemätde, Wilsche. Kunstgewerbc. RltwocTi und Ssitistaa auch Brliianten, Perlen, Qold und Silbe»- ab V.8 Uhr abends Im Verpnütjunn8parlc ehern. „Vehedig in Wien“ im Prater. Mo 14, Di .2., Fr IS. und 25. VIII.: Möbel, eiserne Kassen, Bilder, Luster, Oefen, Hanslialtungsgegenstände im Qlashof. Mi 16. u. 23. VUi.: Juwelen-, Brillanten- und PerIenS"hmuck, Präzisionsuhren iw Franz-Saal. Mi 16. «. 23. VIII.: , PhitO- Apparate, Feldstecher, Prismengläser, Mikroskrpe. SchreibtnadchinCft im Ludwigstorff-Ssäl. Mi 1^ n. 23.VitI.: Aut'quitäten, ösmälrle. Minialuren. KuBstßewerbe, Teppiche, im Hoch-Saal. Do 17. ti. Di. 22. VIII.: Bilbdr u. C inaillber im Franz-Saaf. Do 17. u. 24. V II. : Sohö tes Btobltiar, Klaviere, Pdrüerieppiche. Qomäke, Kunstaswerbd, Keratallc im rränz-Josef-Saal. > Fr 18. VM.r jagdwäffen, Gevreihd, SportflusrÖstunaen, Reit-n. Satt eizeuge, Peize imLuSwigstorff- Saal. . Zweiganstalt Baden, Karlsplatz 6t Mo 14. ü.' 21. VIII.: Möbel, Gemälde, Teppiche,; Kleider, Wäsche, Kunstgewerbe ferner Di 23 u. Mi24. VIII. 80. Auktion bei Daniel, Baden, Erzh. Raifcer- Ring 3. Die^tägllehe Schaustellung ab 1 Uhr währt In der Regel mehrere vorhergehende Nachmittage bis l/j6 Uhr nachmittags, mindestens jedoch am Aufctiohstage bib zur Auktion. 22 dazu gehört eben weit mehr als .die Beherrschung einer labilen modernen Technik. Gleich dem Hindsmith-Quartett wurden auch die übrigen, durchwegs vorzüglichen Mitwirkenden, die sich den schwierigen, oft undankbaren Werken mit Fanatismus hingsgeben , hatten, gezieurend gefeiert. Unsere heimischen Künstlerinnen Erika Wagner, Elisabeth Schumann und Felicie Mihaesek- Huni, die Sänger Pecirkova und Wiedemann, die vorziiglichen. Geiger Mary Dickenson--Auner, Josef S z i g e t i „ und Mario C o r t i, der virtuose EeMst Alexander Barjansky, die ausgezeichneten Pianisten Walter Giesekings Paul Weingarten, Karl Friedberg und Fritz Malata, sie alle opfertenvoll Hingabe am War der Musikmoderne. Aberauch dem Publikum, das -innerhalb dreier Tage siebenmal drei Stunde« moderne Musik und mehr als fünsz>ig moderne Komponisten mit Interesse entgsgennahm, ' gebührt für diese Ausdauer ein Wort der Amrkeynung. ' - Dr. Erwin Felder. ' A«r Ls« TtzsaterA. Sn der V o 1K s o p»r geht deute «D t e D o h ö m e* mit Josef Gabor (Rudolf) und Fräulein Sooanooie (Mimi) in Szene. Morgen verabschiedet sich David Faroslawski als Aigoletto. Gilda — Frau ttPfiffsr-Lax, Aerjog Kerr Ludwig als East. Es ist der Direkon gelungen, Herrn Friedrich Scharr von der Berliner Staairoper für ei» metzrabendltches Gastspiel zu gewinne», welches der Künstler am Dienstag den 15. ö. als Searpta m .Tose a* eröffnet. Im D e n i f ch e v V o l b s t h e a t e r wurde für morgen Anrengrndeis „Der Pfarrer von Kirchf « l ö“ mit den Damen Thaller, Keller, Pohl und den Kerren Altringen, Vurtan, Danegger, Kammauf, Kutschers, Leicht. Ranzenhofer und Wolf, für Dienstig den 15. d. desselben Mchters Dorfkvmödie .Die Kreuzelfch.reiber' mit den Damen Markus, Pohl, Schopper und Lettner und den Kerren Kulfchera» Ranzenhofer» Ämon. Burtan, Leicbt, Slrahl, Klvi er, Kirschner, Altringen und Wolf in den Hauptrollen angeseht. Beide Borste llungen beginnen um 7 Uhr abends. PrSsiKerrk Ebsrk Sei den Äamttmann-Fesifpislerr. Wie aus Berlin gemeldet wird, ist der Äetchsprästdent gestern vormittags zu den Gerhart Kaupkmann-Feftfpieltzn nach Breslau abgereist. Das Nofe-QuarkeN irr Salzdvrg. Die erfie der. beiden angekündigten .Matineen des Role-Lluartetts findet Montag den 14. d., vormittags l/sil Uhr. im großen Saale des Mozarteums statt. Programm: Mozart, XM. Streichquartett V-Noll; Berhooven, VU. Streichquartett F-Dur, op. 59, Nr. 1: K o l) b n, XU. Streiquartett B-Dur, op. .76, Ar. 4. Wenige restliche Karten für diese und die zy.'iie am 16. d. stotlfindende Matinee in Salzburg im Konzertbmeau des Mozarteums und beim Verkehrsbureau. Gerichtssaa!. Ei» Wiener Aechtssnll vor dem Gemischt«» Schiedsgerichtshof in Genf. Eins Klage auf UngiiltigkeitserllLrung einer Mährungsentscheidnng des Obersten Gerichtshofes in Wien. Wie wir.erfahren, findet demnächst vor. dem Gemischten Schiedsgevichtshofe in Genf eine mündbiche StreitverhandhaMung st«tt, welche Men Mener Rechtsfyll zmn Gegenstand hat nnd bei der M Wiener GeAagter durch Men Wiener Rechtsanwalt vertreten fein Mrd. Es ist. dies die erste österveichifche StrortverhaMung vor denr Gemischten Schiedsgerichtshose. Der Sachverhalt ist folgender: . . Der Maburger Advykat Dr. Radoslav Pipns, ehemaliger österrojchischer,. jetzt jugoslawiischer Staatsangehöriger, brachte gegen den ohemaligen Handelsmann'' und '> Rocckitäienbesttzer Emil Samue l in Wien eine Klage auf Zahlung einer infolge der Währungsverhältnisse auf 64 Milli o ne n 5k r o n e n: 'augewachsondn Schuld von ür'r s p r ü n gli ch 14.0 00 Kro-Äeq sin. und Lwar vor dem Gemischten Schiedsgerichtshofe in Genf, der nach dem Staatsvertrage von St. Germain zur Verhandlung kompetent'fei. In der vom, Sekretariate des Schiedsgerichtshofes, den Parteien in deutscher Sprache zugemittelteU, sehr uMfüngreichen Klageschvist ' bringt der Kläger Dr. Pipüs in der Hauptsache folgendes vor: ' Der Geklgate Emil Samuel in Men schulde chm aus einer KaufschilliUgsfovderüng aus dem Jahre 1914' den Restbetrag' '. von 14.428 K. Die Absicht des Klägers, diese seine Forderung durch CxekutiousfülMNgLN - auf Realitäten Samuels herMznbvingen, sei durch die Kriogsereignisfe vereitelt worden, weil Herr Samuel im Kriegsdienste . stand und daher eine Exekutionsführung gegen ihn nicht zulässig war. ' Emil Samuel habe alle seine Liegenschaften verkauft. Da von verschiedenen Gläubigern, darunter von dem Kläger Dr. Pipns : auf zwei dieser Liegenschaften im Mai 1920 Exekution geführt wurde, haben die damaligen Besitzer dieser Liegenschaften Dr. Sebastian und Katharina Pötsck)er dm Betrag von 18.812 K. bei Gericht erlegt und den Antrag auf Einstellung der exekutiven Versteigerung gestellt. Trotzdem der Kläger Dr. Pipus' sich gegen diesm Antrag aussprach, sei diesem Anträge vom Bezirksgerlchte stattgegeben und der Re- ' kurs des Dr. Pipus abgewiesen worden. Zugleich , sei Doktor Pipus aufgefordert worden, den Betrag seiner Forderung nachzuweifeN. Dies geschah, und zwar begchrte Dr. Pipus, daß'.' im Sinne der Bestimmungen des Staatsvertrages von St. Germain. seine Forderung nach dem Kurse der österreichisch-ungarischen Krone an'" der Genfer Börse vom September und Oktober 1918 in die Schweizer Währung, umger e ch n et, von dieser Währung aber nach dem Kurse des Zahlungstages in die - jugoslawische Währung, ' ms ist in Dinars oder jugoslawische Kronen, umgerechnet und in dieser Währung bezahlt werde. Das 'Bezirksgericht wollte aber von einer Umrechnung der österreichischen Krone Nichts wissen und stellte sich auf den Standpunkt, daß die ehemalige österreichisch-ungarische Krone der Krone der Republik Oesterreich gleich sei und daß sich demnach Doktor Pipus zur Berichtigung seiner Forderung mit, der Währung der Republik Oesterreich begnügen müsse. Sein dagegen emgebrgchter Rekurs sei von allen Instanzen, zuletzt vom Obersten Gerichtshöfe in Wien, mit' Ilrt>eil vmn 29. November 1921 abgewiesen - worden.' Dep Kläger schließt daher feine Klage mit dem.Antrag, diese Entscheidung des Obersten Gerichshoses. werde ccks den Bestimmungen des 'Staatsvertrages widersprechend für ungültig erklärt und der Geklagte Emil-Samuel schuldig erkannt, die" klägerische Forderung nach der erwähnten Umrechnung irr . 'Schweizer und von'dieser'in jugoslawischer Währung zu bezahlen. Mitgeklagt sind die' Hausbesitzerin 'Albertine Widman in Gsirz, dev Hausbesitzer Karl Kronotzky in Graz- und die Hausbesitzer Dr. Paul und Elise Schrötter in Bad- Anffee, und zwar geht das Klagebegehren gegen diese derzeitige Besitzer der chemals Samuelfchen Häuser dahin, sie seien schuldig,.in die Einverleibung; des exekutiven Pfandrechtes zur Cinbringnng der - vollstreckbaren Forderung des Doktor Pipus zu willigen. ' > Der Kläger Dr. Prpüs hat bekanntgegchen, daß er bet der müMichenStreitverhaMung vor dem Gemischten Schiedsg^richtshofe in Gens als Advokat sich selbst vertreten werse, der Geklagte Emil Samuel bat. den Wiener Rechtsanwalt Dr. Adolf E h r e n t h e i l als seinen Vertreter bei der mündlichen Verhandlung namhaft gemacht. > RkchMche Orgie« im KriMiKKl. Die Rache des verschmähten Mädchens. In Favoriten besteht seit 'der Ueherfüllung des landesgevichtlichen UntersuchungLgesänqnissts'eine Art-Zweigstelle zur Unterbringung des UsbebWisses. In diesem Neinen Gefängnis herrschten etliche Monate hindurch ziemlich, zügellose Verhältnisse. Durch Vermittlung eines gefälligen Gefängnisbeamten kamen männliche und weWche Untersuch ungshäftlinge a'llabendlsich zusammen, sie vergnügten sich bei Suff, Kavtenspiol nüd Liiebesgetändel die ganze Nacht hindurch und -ließen, natürlich auch den toleranten Aufseher nicht unbeschenkt. Diöse nächtlichen Unterhaltungen fanden ein jähes Ende, als eines Tages ein Mädchen, das den Orgien nicht zugezogen »wurde, *aus Aerger über diese Zurücksetzung alles enthüllte. Eine Kommission be^ Straflandesgerichtes erschien in dem ftdelen Gefängnis, dessen sämtliche Insassen kurzerhand ausquartiert Und in das Hauptgeibaude im Grauen Hause geschasst wurden. > , Die tonangebenden Männer in der Favorrtner Cxpositur waren der’Gefängnisausscher FranzWimdisch und ein wegen Betruges, von Agram aus verfolgter Hankgeschäftsinhaber, der sich in Berwahrnngshaft befand. Dieser verftigte über beträchtliche Geldmittel. Wenn , er seinen Morgenspaziergang machte, Pflegte er mit den in der Waschküche arbeitenden weiblichen Häftlingen zu scherzen, er warf ihnen Mich oft Zigaretten zu und gewann dadurch die Neigung det Mädchen. Mit Erlaubnis des Gefängnisaufsehers verabrvdete er mit einigen Dirnen, die ihm gefielen, für den Abend-Zusammenkünfte. Der Vorgang spielte sich - vegeliinäßig so ab, daß Windisch in den vierten Stock ging, wo die weibliche Abteilung war und einfach in das betreffende Zimmer d -e n Namen des Mädchens rief, . worauf die Gerufene in seiner Begleitung - dein gelanten Bankier zngefühvt wurde. Für Getränks war stets gesorgt. Der gefällige Aufseher. ließ dann. das Pärchen eine Zeitlang allein. Dcmv kmnen andere Dmnen hinzu. Für seine Dienste wurde Windisch belohnt. Auch Angehörige von Inhaftierten beschenkten ihn und lüden ihn oft. zu WirthMsgelagen ein. Die skandalösen Mißstände wurden,, wie bemerkt, durch die Anzeige eines zurnckgesetzten Mädchens enthüllt. Der Beweggrund zu dieser Anzeige entbehrt nicht eines gewissen Humors. Eines Morgens nach durchschwävmtex Nachts ' fand ein in die Zelle zurückgekehrtes Mädchen ' unter ihrem., . KovspoMr eine Klckche Eierkoguak» das Gelckenk eines'

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