Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1266 (9.8.1922)
- Date
- 1922-08-09
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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'?w >■ w •* 7‘ Y ' Sette ft Men, Mtttwoch Wiener Myrgenzeitnng. d. August 192L ht. 1166 kommen kerperichteke und gebrauchsfähige Wohnungen in Baracken zur Verfügung und bezahlt außerdem die Summe von 20 Millionen Kronen? Die als Wohnräume verwendbaren Parterreraumlichkeiten des Kaufes in der Schwindgajfe bleiben weiterhin angefordert. * -feine Psrzellanfabrik im Augarten. Die Bezirksverkreiung Leopoldstadt sowie das Burdesdenkmalamj haben ernste Bedenken gegen den angeblich von der Regieruna geförderlen Plan der Wiener Porzellansabriks-A.-G. zur Umgestaltung des Soalgebäudes im Augarten zu einer Porzyllanfabrik behoben. Die genannten Körperschaften finden es. so sehr man im Interesse des Wiener Kunslgeroerdes das Wiederaufleben der einst so berühmten Wiener Porzellanmewusaklur begrüben mag. doch unverständlich, wie eine staatliche Behörde auf den Einfall kommen konnte, der Errichiung e'nes Fabriksbetriedes mit qualmenden Schornsteinen in einem Park zuzustimmen, -er nach der ausdrücklichen historischen Widmung seines Stifters selbst der Erholung der Bevölkerung dienen soll. Das Stadtbauamt hat daher die Baubewillrgung vorläufig verweigert. * Der Gesundheitszustand in Oesterreich. Das Dolksgesundheitsamt teilt mit, daß in rer Woche voin22. bis 29. Juli in Oesterreich keine Neuerkrankung an ÄWern, Cholera und Flecklyphus erfolgt ist. * Erste Silse bei Dlrttrmsen. Freitag den 11. d., V,7 Uhr abends, halt das Wiener Freiwillige Aettungsinstitui durch feinen Chefarzt Dr. , med. unio. Karl Panesch im Wiener Kaufmännischen Verein, I., Iobonresgasse 4. einen praktischen Vorirag m't Demonstrationen über das genannte Thema. Eintritt ohne Karten frei für jedermann. * Für -te jüdischen Blinden. Kerr Siein in Firma Pollacsek, Funk & Grün Hut bot vnier seinen Geschästskbllegen den Betrag von 40 620 K. für den Kilisverein der jüdischen Blinden gesammelt und den Betrag seiner Bestimmung zuzeführt. * Jüdische Arbeiter für slawische Streikende. Aus Nerv-Vork wnd uns berichtet: In dem Kampf, der zwischen den mehr als 500.000 Minenorbeitern und den Kapitalisten ausgebrochen ist und zu einem bereils drei Monate währenden Ausland geführt hat. drohte infolge der finanziellen Erschöpfung der Streikenden der Zusammenbruch des Streiks. Die Streikenden wandten sich in ihrer bedrängten Lage an dir jüdischen A r b e i t e r v e r Mi n b e des Landes um finanzielle Kille. Die jüdischen Derbai oe übernahmen es. in der allerkürzeste« Zeit zumindest eine halbe Million Dollar dem Streikfonds der Minenarbeiter zuzuführen. Die englischen Blätter verze'chnen diese Mitiellung mit dem Kimoeis' darauf, daß unter den Streikenden fast gar keine Juden sich befinden, da die Grubenarbeiter fast ausschließlich aus Polen. Russen. Tschechen und Wbwenen bestehen. * Der Streik in der ftonfektionsindnstrie. Unter dem Vorsitze des Präsidenten Kommerzialrat Julius Neu mann nahm heute im Saale des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft eine vollzählig besuchte Versammlung des Verbandes der Kerren- und Damenkleiderfadrikanten zu den Forderungen der seit gestern im Streik« stehenden Konfektionsstückmeistee SMung. Die Versammlung faßte den einstimmigen Beschluß, für alle jeweils nach dem 15. eines Monats in Arbeit gegebene Ware auch in Kinkunst zu den im Juli l. I. einorrständltch verembarien Minimallohnfätze« die vom Bundesamt für Statistik jeweils verlautborte Indexziffer voll bewilligen zu wollen. Eine Erhöhung der Grundiöhne, wie ste die Stückmeister fordern, erscheint im gegenwärtigen Zeitpunkt unmöglich, zumal die Kaufkraft der inländischen Bevölkerung erschöpft sei und den ausländischen Käufern «in Warenbezug aus Oesterreich nicht mehr remobel erscheine. * Amtlicher England bewirkte Wetterbericht. Das Tiefdruckgebiet über südliche Luftzufuhr. In den Alpenländern herrscht Föhn, bet wolkenlosem Kimme! flieg die Temperatur bis über 30 Grad. Auf den Berggipfeln weht starker Südwind und herrscht warme Temperatur. Bei 3000 Metern 8 Grad. Voraussage: Schönwett« r, sehr warm, aber nur von kurzer Dauer. In ein bis zwei Tagen Gewilter und Abkühlung. Keren Kaje«eth l'Israel, 5Ädisch«r Nattonalfonds, II., Taborftratze 59. Telephon Ar. 40-3-16. Ausweis Nr. 10/2 vom 6. bis 7. August 1922 — 378.126.— K. 3m Jahre 1922 insgesamt 17,396.242 55 K. Adresse onl. Mandatverteilung: 2. Bezirk: Frl. Nelly Teichial 5000; Praleriprengel d. Wittlin: Meilrch Alfler 20.000, Jakob Roth 5000. N. D. Bartfeld 5000; Geschwister Roth- Krochmal einen Garten a. N. ihrer s. Mutier Bafia Roih (Bolechon) 100 000; I. S. Gerfll 5000. — Gro tzh ain: 1. Bezirk: Ludwig Gutmonn 5000. — 6. Bezirk: 1000. — S. Bezirk: S. Katz 2000. — Zentrale: ad Nachtrag Ausw, 10/1 55.000. — 1. Bezirk: d. M. Kenifch: D. Banner 3000. — 2. Bezirk- Fam. Rosner anl. Trauung Kohl-Mütz statt Telegramm 2000, Sal. Landau u. Fr. anl. Trauung Kohl-Mütz statt Telegramm 5000; Praierfprengel d. Wiitlin: F. Edelmann 2500; Anl. d. Ratifizierung des Palästina-Mandates Gerfchon Wittlin. Max Roth. Aiiefer Frankel. Markus Finke! ie2000,Div.2500; d.J.A. Gerstl: DertoPrei§8000,Abr.Kormelin 2322. Div. 6052; d. G. Wittlin: G. Wittlin 1500, Lev Jakobowiez 5190, Div. 6750; d. M. Finke!: Kalpern 2000, Div. 5628; d. I. Roth: Max Schiff 1912, Div. 5442; d. M. Rubin .jun. 1664; Jul. Katz 2020, Diio. 1000. — 4. Bez.: 1000. — 8. Be;.: Smlg. Sebastian Kübler b. Hochzeit „Kah-Kübler am 6. Aug. 1922": Katz, Moritz Singer Fallemann, Max Kübler je 5000. I. Sternlieb. F. Kübler, Aeingewürz je 2000, Div. 19.000; Ak. Landesverband : F. A. D. Iordam'a-Weihmannzarten d. Offenderger: Kurt Offmberger 6496/ Offenberger jen. dankt dem A. K. d. I. A. D. Uvttas Dr. Medak (Vöslau) 10.000; Kitachduth 1200; Wisrachi d. Z. Brauner: Rad. Schapira-Kain: Smlg. b. Kochzeit Dr. Tritt-Dr. Zimmring: Famle Tritt, Max Jäckel je 10.000, Zimmring 2000, Div. 1000, Poftoberoff, Ior. Tritt (Czernowitz) 2550: Gleichenberg: Smlg. Artur Ruhig 9600; Klosterneuburg: Tempelfpenden 1800. Ernährung. Fleisch — Luxusartikel- Schwacher Verkehr auf de« LebensnrlNelmßrkle«. Rindfleisch ist infolge der teueren Preise am Rindermarkt pro Kilogramm um 1300 bis 2000 K. gestiegen. Frisches Rindfleisch kostete gestern in der Großmarkt- Halle 7000 bis 13.500 K. pro Kilogramm. Die anderen Sorten blieben unverändert im Preise. Speck erhöhte sich um 1000 K. pro Kiloaramm und kofieb» 20.000 bis 22.000 L vro Kilo. Ak ore geehrten Avoknenten der „Wiener MorgerrzeituAg"! S Die Vereinigung der österreichischen. Tageszeitungen hat in ihrer Plenarsitzung vom 5. d. unter dem Zwange der fortschreitenden Geldentwertung den einstimmigen Beschluß gefaßt, um die Aufrechterhaltung der Zeitungsbetriebe zu ermöglichen, die Bezugs- und Einzelverschleißreise der österreichischen Tageszeitungen mit den so enorm gestiegenen Gestehungskosten zumindest teilweise in Einklang zu bringen und sie ab Mitte August entsprechend zu erhöhen. Wir geben der Erwartung Ausdruck, daß trotz der unvermeidlichen, jedoch weit unter dem Durchschnitt der sonstigen Abgabepreise verbleibenden Erhöhung der Bezugs- und. Berschleißpreise die P. T. Abonnenten und Leser uns trotz der genndcrien Verhältnisse Treue bewahren werden. Demzufolge delrSgt ad Sonntag den 13. Nugust 1922 -er Etnzelverkavfspreis -er »»Wiene- Morgrnzettvag" an Sonn- und Wochenlagen . ft. 280 an Montagen ... . . . . ft. 200 Der Abvnnementspreis beträgt ad 16. August 1922 für Wien nnd Oesterreich «onatlich ft. 7000. (Für das Ausland bleiben die Bezugspreise « n v e r S n - e r r.) W > erlaube« uos daher unter Sinwets auf den an r r Spitze nuferes Blattes vermerkten Vorbehalt Ser Sinti,° zahlung bet Prriserhöhnnge» an nufere P. L. Abdnnente« das höstir^e Erfnchsn zu richte«» die sich aus dem letzten uud S m nunmehr sirierlen Bezugspreise ergebeuds Disfsrsnz von ft. 1000 für die Zeit vom 16 bis 3t. Angust gefSUigst nachznzahten. Unsere Tr a f i k b e z i e h e r wollen diesen Betrag in ihrer Trafik entrichten» unsere P o ffabonnente« ihn mittels Erlagscheines» der ihnen in den nächsten Tazen zugehen wird, an «ns übrrwerfen. Die Verwaltung der ^Wiener Morgevzeituug." gramm. Trotz günstiger Zufuhr an Fleisch war der D e r k e h r sehr schwach, da dem Publikum bei diesen Preisen-jedes Animo fehlte Geflügel ist wenig begehrt. Ein Backbuhn kostet 5600 bis 6800 K., eine Taube 2000 bis 3000 K., steirische Poulards 18.000 bis 20.000 K. pro Kilogramm, Gänse 16.500 bis 18.500 K. pro Kilogramm, Enten 15.000 dis 16.000 K. pro Kilogramm. Seefische notierten 3000 bis 4000 §. pro Kilogramm. Tote Karpfen notierten 9000 bis 9500 K. pro Kilo, gramm, Weißfische 3000 K. pro Kilogramm/ Die Gemüsezufuhren auf dem Naschmarkt waren reichlich, der Absatz bei unveränderter Preislage flott. Nur Zwiebeln stiegen im Preise aus 2CQ0 bis 2200 K. pro Kilogramm. Gurken kosteten 700 bis 1350 K. pro Kilogramms Kürbisse 450 bis *700 K. pro Kilogramm. Paradeiser find etwas zurückgegangen und kosteten 2800 bis 3200 K. Alles andere blieb unverändert. Eier notierten aus de« Naschmarkt 510 bis 520 K. pro Stück, in der Viklualienhalle im 3. Bezirk wurden sie mit 490 bis 500 K. pro Stück abgegeben. Butter wurde auf dem Naschmarkt mit 24.000 b>s 26.000 K. pro Kilogramm, in den Bezirksgefchäften bis 28.000 K. pro Kilogramm bezahlt. Mit Obst war der Markt reichlich versehen. Kerrenpilze wurden mit 6000 bis 6500 K.. - Rötlinge mit 4000 K. pro Kilogramm angeboten. ' Bühne und Kunst. Wiener Stadttheater. t Ein Ensemble unter Leitung des Regisseurs Karl Kneidinger hat offenbar die gut gemeinte Absicht, dem Publikum des Wiener Stadttheaters i>en Ilebergang von der Literatur zur Operette zu erleichtern, indem es ihm einen Bolksstuck- Zhklus, aber einen mit literarischem Gehalt, präsentiert. Das Wiener Publikum gibt aber zu verstehen, daß es einen starken Stotz aushält und so zarte Uebergänoe nicht nötig hat. Es bringt der Sache kein Interesse entgegen. Besonders in der heißen Jahreszeit zieht der Wiener Kunstersatz und echten Aöald der echten Kunst mit gemalten Kulissenwald vor und nach Tirol läßt er sich jetzt lieber vom Bädecter als von Schon Herr Mren. Wer sich aber so eine Reise nicht vergönnen kann, dem fehlen heutzutage meist auch die. Mittel zmn Theater besuch. Daher agierten die Herren Hans Kainz, Karl Rvu° ningcr und Frau Christi Hermann-Storm vor fest leerem Hause die „Kindertragödie" von Schönherr. Und das ist schade. Denn sie agierten vorzüglich. Das spärliche Publikum zeigte sich für das Gebotene sehr dankbar. Ein schmächtiger Gymnasiast senste im Zwischenakt: Ja, Tirol! Werde ich je Mails wieder hinkommen? Schön war's dort immer im Som^ mer. Mer das war vor 1914. Kindertmgödie .. H. Sp. Aut de« Theater«. In der V o l k s o p e t gelangt heute Verdis „2 i b o mit Fräulein Elsa Bräuner von der Staatsoper in Kannover in der Dleirolle zur Aufführung. Die Amneris fingt Frau Lugenie Befalla ,om Opernhaus in Dorimund. Für die Partie des Amonasro wurde Kerr David Iaroslawski gewonnen. Dirigent Kerr Lgizio Mafsini als Gast. Morgen gastiert Kerr David Jarosiawski. der vor feiner Abreise nach Amerika, wohin er für kommende Saison verpflichtet wurde, von der Direktion noch für einige Gastspcelab-nde gewonnen wurde, in „6 a ▼ a 11 e r i a ruaticana“ und „D e r B a j a - z v" als Prolugus und Silvio. Den Turriüu und Santo fingt Kerr Anton Ludwig als Zm R aim u n d - T h e a t e r gelangt morgen' mi Franz Glawatsch. Rosl Loihver und Fini Zernitz m den Kaupl rollen unter persönlicher Leitung des Komponisten Robert Stol die Operette »Die Liebe geht u m' zur 5 0. A n» ü h r u n g. Sammlung aller Gemälde. Am 10. d., um 11 Ak vormittaqs. findet in den Räumen der ehemaligen Privatkaff« it der Kosburg (Scdweizer-Kof) die Eröffnung der Sammlung altv Gemälde (holländische und flämische Meister des 16. um 17. Jahrhunderts, von Kunstmobiliar (Louis Ouatorze. Qüinzi et Setze), von Antiquitäten (16. bis 18. Jahrhundert) aus da Sammlung Maisvansky statt. Das Erträgnis der Ausstelluve ist wohltätigen^ Zwecken gewidmet. Gerichtssaal. Die Geschichte einer Sswjetehe. Die Sowjedehen russischer Heimkehrer wachen den. Ger richten neuestens ziemlich viel zu schaffen. Viele unsere» Kriegsgefangenen haben nach dem Umsturz in Rußland ge, heiratet und ihre Frauen 'dann natürlich in die Heimat mitgebracht. Unter ihnen befanden sich auch Männer, die trotz ihre» Verheiratung in Rußland sine zweite Ehe eingegangen sind Sie mochten dabei die Vorstellung haben, daß diese ziveiten ^hen angesichts der in Rußland herrschenden'Zustände vorweg nicht rechtsgMig seren. Die österreichischen Gerichte teilen aber diese Auffassung nicht, jeder Einzelf-all wird genau geprüft und all Verbrechen der Bigamie angeklagt, sobald die Untersuchung einen strafbaren Tatbestand ergibt. Gestern war der 38jährige Elektromonteur Jasef Mate ika beim Landesgericht 2 vor dem Cinzelrichter Oberlondesgerichtsrat U h l m a n n wegen zweifacher Ehe. ange^ klagt. Der vom Staatsanwalt Dr. Schedy vertretene Straf Antrag legte ihm zur Vast, daß er im Oktober 1920 in Krasnojarsk (Sibirien) unter Verhehlung seiner ersten Ehe mit-der 20järigen Kapitänswitwe Sinaide Wasilowna Grinjevic eine zweite Ehe emgezaugen ist. Dve Verhandlung bot ein wechselndes BW. Der von Dr. Hugo Schönbrunn vereidigte AngeKagte versuchte, sein V erhalten psychologisch zn erklären. Er-erzählte dem Rich ter, daß ihn die Sinaide.eines Tages um Schutz vor den Verfolgungen der Bolschewiken gebeten, ihr Mann sei als weißgardistischer Offizier hingevichtet worden, chr selbst drohe die Gefangennahme und Deportation. Sie bat ihn mit aufgehobenen Händen um Veistand und Zuflucht. AuS Mitleid hob» er sich ihrer angenommen und sie als Wirtschafterin bei sich bchalten. Als dann feine HermLchr bevorstawd, habe sie ihn gebeten, sie mitzunehmen. Zu diesem Zweck mußte er sie heiraten, doch habe er ausdriiMch erklärt, in Wien eine Frau und zwei Kinder zu haben, schließlich aber aus Mitleid in diese Scheüm che eingewilligt, um Sinaide den ihr bevorstehenden neuen Verfolgungen der Bolschewiken. nicht pveiszugeben. Das sei auch der Grund gewesen' weswegen er Sinaide ans' ihr flehentliches Bitten mit sich genommen, ohne sich weiter zu binden Wohl habe er sich verpflichtet, für-das zu erwartende Kind nach der GeLurt zu sorgen und er hätte dieses Versprechen auch eingchalten. Wesentlich anders stellte Sinaide Grinjevic die Sache 4ni> Mateika habe ihr nie gesagt, daß er bereits verheiratet fei und Kinder ha'be. Ihre Ehe sei nicht nur vor dem Standesamt in Krasnojarsk geschloffen, sondern später auch kirchlich von einem römisch-kacholischen Geistlichen eingesegnet worden, so daß sie an der RechtsgAbigkeit nicht zweifeln konnte. , Im Sommer 1920 fuhren sie nach Wladiwostock und bestiegen hier ein Schiff, daß sie nach Triest brachte. Als sie mit ihvem Mann in Wien onkam, habe er sie plötzlich' verlassen mit dem Bemerken, daß er zu seiner Frau und zu feinen Kindern zurückkehren wolle. Sinaide Grinjevic, sine HMsche blauäugige BloMne, gab an, daß sie fest den Angaben „ihres" Mannes vertrante. Ihr Kind sei inzwischen gestorben. . Der Bankbeamte Richard Schlögel, gleichfalls ein, Heimkehrer, der aus Rußland eine Frau mitgebvacht/ bezsugbe, daß er die ganze Heimfahrt mit dem Ehepaar Mateiko mitgemacht habe. Matsiko habe nie davon gesprochen, daß er. in Wien Werb und Kind habe. Vor den Vevtretern der österreichischen Mission habe er dann angegeben, Sinaide sei ferne rechtmäßige Gattin. — Staatsanwalt: Haben Sie gchört, daß die kirchliche Ehe vorgeschrieben toar? — Zeuge: Alle' mutzten kirchlich getraut fern. Die österreichifche Mission hat «Märt, wer nicht kirchlich getraut ist, wird nicht zur Heimreise zngelasten. Der Richter stellte aus dem vorliegenden Original des Trauungsschmms der Sowjetbehörde-in Krasnojarsk fest, baß' dieses Dokument genau wie unsere Trauungsschsrne ausgefertigt P und alle relevanten Daten eMhält. Darnach ist der Eheschlietzungsakt durchaus ordnungsmäßig duicchgefÄhrt worden. Der Angeklagte erklärte noch, feine kirchliche Trauung mtt Sinaide. set auf ihren ausdrücklichen Wunsch erfolgt. Der Richter erkannte den Angeklagten schrMg und verurteilte ihn zu einem Monat Kerker. Der Verteidiger meldet« die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Sinaide Grinjevic wird nun ihre Paffe erhalten und von der Polizei zur Abreise Mch Mhland vechalten werden. Im SohannStr au ß-Theater gelangt täglich die Operette „3 h reKoheit — dieTänzerin"» deren b0. Ausführung bevorstehl, zur Wiederholung. Mitteümgen ms dem Pnilikilm. Oer ln Wien« Kreisen bestbelcannte Singer, Oberfeantor Simon WelM begibt sich demnächst auf eine Konzerttournee nach Nordamerika und empfiehlt sich von seinen Freunden und Bekannten. eus Wr. ’ Traltement physlquepar (curative le medeciu en chef de Treatment) 10-11. et A-ft heute* 9 (Pilih) I 19159772 A+6D