Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1266 (9.8.1922)
- Date
- 1922-08-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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« , ' t r v. ' i " ' ' ' * ,-tr. izöo » . Wie»,' LMw'oH - ■' •—<■• --•* i» -, .i-1.i.i-,,i^iU—£i-■ — —; Urtier tat int Berlin weilenden Vertretern des heibräischenimd jüdischen, Schrifttunis hat. bas u-nevwartete Ab- Mrn David F-bsHMnttL große Ltanev Mworgernfttt, «in abessynischer Patriot. Pragegewinn aus Maria Theresien-Talern. Dieser Tage wurde in-Wteir lder vngMche HcmöellLLgvrtt StÄvvoS K-ifsonergiS «UZ MessyMn Wttt dem Vetdüchte M LeptzsichtDen KalschmünKerei ve-rhaftet. Die. Verhaftung er- >sMte Mf Nn-sige «MeS hiesigen StanKengvavvurZ, hei dem der iÄbessynier vor einiger Mt mchvere MünzstkvttM für eibessy- Frische Srl'bevprafter bestellt hat. Der GmtMr hat die BefteMng iwühl ausgeführt, «Iber die Polizei verständigt, die den Besteller 'ftsüwaihm, als er die Stünzen aibhol-en wollte. Der Abessymer!gab senre Absicht,"solbst MünM sn prägen, zu, doch begründete!er sie mit folgenden idealen Motiven: ALessymvn besitze üborchaiupt ikeine Münzsorten mtd es gelbe dort nnr Danschhandel, .der den HandellSve-Ächr sehr erschwere. Einzig und allein ösbervsichüsHe Maria Therösten-Taler seien im' U-mlanf, die als -Wertmesser vevwsrvdtzt werden. Äon nun den Handelsverkehr?durch Gtnf-ühMng eines allgemeinen Wertmessers zu erleichtern, habe er den Plan gefaßt, in eigener Regie Münzen anzuferbigen, und zwar kleine Silkberpiasdor, zu deaen Herstellung jet masserchalft Maria Thevesien-Taler aufzuÄMfen gedachte. ^DaZ Geschäft wäre aber auch für ihn lukrativ gewesen, da er Ms einem Maria Theresivn-Taler 16 bis 17 Silberpiaster hatte auSpvägen lasien köEN.währendfie bloß mit 12 Sisberpiaster bewertet werden. So wären ihm sechs, bis sieben Piaster bei seinem Dalier geblichen. Nach, den Prägestempeln zu schließen, ^dürften jedoch, außer den Maria DH-wesien-Dälern in Abessyni-cn auch andere von Staats wegen eingeführte MünM existisven, so daß der ideale Zweck, den Kisionergis zu verfolgen borgibt, Nur ldaS Münzverbrecheu bemänteln sollte. Er wurde dem iSandeSgerichte viugeliefttt, da schon die Beschaffung der Stangen und Pvagemaschinen das Verbrechen der Münzverfälschung vegründetr Die Erhöhung der Tramwaypreise. IS» Klonell ib 1$. A»guft> Die Verhandlungen mit den Straßenbahnbediensteten > wurden Montag nachmittags beendet.' Es wurde vereinbart, baß in Hinkunft an Stelle dtt bisherigen Art der Entlohnung, das heißt, an Stelle dtt vamalbllen Deuemngszulage und einer besonderen gleitenden Zulage, die Monats- und Wochrnlöhne künftighin auf Grund des im Mbbaugesetz borgesehenen Index festgesetzt werden sollen, der von Mitte zu Mitte jeden Monats durch eine paritätische Kommission ermittelt wird. Damit tritt ttn die . Stelle der fortwährenden Lohnverhandliungen, die nach der bisherigen Entlohnungsart immer wieder notwendig geworden wären, um die Bezüge der GÄdentwertung anzupassen, eine automatische Regelung. Die Berechnungen der Straßenhahndivektron ergaben, daß durch diese Steigerung — unter der Annahme einer sünstzigProzenKgen' JWevschöhung für Mitte' August die' PechonaMasten^bei dev Straßenbahn einschließlich der Pensionen bin« Erhöhung um 68,6 Mlliarden Kronen jährlich erfahren, ihierzu kommt die beträchtliche Steigerung der MateriMosten, so daß einschließlich des bis jetzt vorhandenen Defizits ein unbeheckter Betrag von 62,6 Milliarden auf das Jahr umgevechket horliegt. Hiervon ist bereits ein Betrag von vier Mlliarden Kronen abgerechnet, der von den im neuen KollMvver- (vag eirrgeführten Reformen ttwrrtet wird, .welche durch, ^tieigerung der Arbeitsleistung namhafte Ersparnisse ermöglichen werden. Zur Deckung, des vorhandenen Defizits wäre nach den Berechnungen der.Direktion die E r h ö h u n g d e s P r e i s e s für eine Stra.ßenbahnfahrt von 250 auf 500 K. Notwendig. Dem Gemeinderat wird jedoch nur eine..Erhöhung auf -480 K. ob 16. August 1922 vorgeschlagen werden, was gegenüber den jetzigen Einnahmen ein Mehrerträgnis von vuud 45,64 Mlliarden Kronen im Jahr ergibt, ft daß ein unbedecktes Defizit von 16,86 Milliarden bestehen bleibt. Bon den übrigen Fahrscheingältungen.werden erhöht: der' Abendfckhrschein von 960 auf 600 K., der Vörverkanfsschein hon 260 auf 490 K., der Hinun>d Rückfahrschein von 390 auf h?0 K. Die Erhöhung beträgt für alle Fcrhrscheingattungen Einschließlich der Strecken- und Netzkarten im Durchschnitt ietwa 72 Prozent. , - Da die Aenderungen des Koll-ektivvertragrs auch für die Bedieltsteten der städtichen KvaftstellwagetnntternehMtng galten, werden auch die Kraststellwagr'utarife erhöht, und zwar Um 100 Prozent, ar,gefangen vorn 12. August. Dtt mue Arbeitsplan und das darauf -beruhende Erjpamngsprogvamm der Genveinde bleibt aufrecht. s MtzWelnder Rechtssinn. Die schöne Stadt Wien hat sich immer mehr dltrch Mehlspeisen und Gemütlichkeit, als durch scharfe Geisteshaben ausgezeichnet und das um und auf der Rechtsbetzriffa des Volkes \vax so ziemlich iw dem.Satz zusammonßefaßt: „rnjr Wern scho kan Richter brauchen". Eine wirkliche Vorstellung von Recht und Unrecht hat der „gewisse" Wiener nicht und. es ist eigentlich erschreckend, wie dieses Unverständnis ausgeprägt, wie. weit es verbreitet ist. Ob es ein sittliches öder ein geistiges Moment ist, das rn dieser Erscheinung zu Tage tritt, . /ist schwer zu sagen, »och kann rnan es wohl als feststehend betrachtet, daß die illgemeinemoralische Berlottentng unserer" Zeit eine. Verstärkung mit sich gebracht Hot. Die Verwirrung ist gewachsen, die Unklarheit in den Köpfen hat sichverdichtet. Man geht Konflikten aus dem Weg, man schiebt die Notpendigkett klarer Feststellungen , von sich — „mir wern hn Richter bräuchen". . Mr^ brauchen auch tatsächlich meistens keinen, denn such hier bewährt sich in der Mehrzahl der Fälle der be- WMtiHerche KWM der gesegneten. Kchlänrperei, Wir > Wiener MyWnzeKüng. . schimpfen, wir schreien, wir rufen Himmel und' Erde zu - Zeugen an und wenn-, wir uns ansgetvbt haben, dann beruhlgen wir uns. Man Fann „^alt ^i^ machen". Die Michael Kahithckls 'find dätttt tzesäet-in unserer behaglichen Stadt, . Das ist im Grunde genommen gut, Denn was sollte matt hier -mit einem Menschen anfangen, der darauf beharrt, daß Recht nun einmal Recht bleibenmuß, hier, wo eigentlich die Mehrheit der Bewohner nicht genau weiß, was Recht ist. Natürlich sind nicht die formalen Rechtskenntnisse' der Juristen -gemeint, sondern das naive Volksempfinden für gut und böS, zulässig und unzulässig. Daß es daran fehlt, darüber kann uns dev Alltag belehren. Der Hausbesorger hat die Parteien zu verständigen, daß die Wasserleitung abgesperrt wird. . Im obersten Swckwerk unterläßt er die Benachrichtigung, vielleicht weil er vergißt, vielleicht weil ihm daS Treppensteigen nicht verlockend ist. Wird er dieser Unterlassung wegen zur Rede gestellt, so ist er entweder empört und beginnt, statt sich zu ent-, schuldigen, mit: „das ist kein so ein Verbrechen" und endet mit einem berühmten klassischen Zitat. Er sieht nämlich, nach Kinderart, nur.die UnbequeMchkeit, die ihm erwachsen, nicht aber den Schaben, den er anrichten kann. Zum Ausgleich wird die Hausfrau, die just am „verbotenen Tag" Teppiche klopfen will, gar kein Bedenken tragen, die strenge Hüterin. des Hauses durch ein kleines Trinkgeld milder zu stimmen. Gewiß wird dadurch -.das eherne Gesetz gebrochen -- aber nein, es wird ja nur ein bischen verbögen und das ist doch kein Unglück. In der Straßenbahn überläßt der dicke.Spießer Leim Aussteigen seinen Sitzplatz dem nicht minder dicken Freund und läßt die abgearbeitete müde Frau daneben stehen, den er glaubt ein Recht auf die Vergebung seines Platzes zu haben. Ueberhaupt die Straßenbahn \ Darf man vor der Schleife des Schottentores nicht einsieigen, so stürmen die gewandten Turner dem Wagen ein paar Schritte entgegen, springen in voller Fahrt auf und verteilen sich auf die Ätzplätze, es den korrekt bei der Haltestelle Einsteigeichen überlassend, Zeter zu schreien oder sich still in ihr Schicksal zu finden. Stellt sich den Hemnstürmenden ein einsichtiger Schaffner entgegen, so wird er angefahren, Gesetze für die Stärkeren gibt es nicht, wir leben gottlob in Wien. Die Knust des Schwarzfahrens mit allen technischen Kunstgriffen war bei uns seit jeher zur besonderen Vollendung ausgebildet und in Kreisen verbreitet, in denen sie anderwärts nicht gekannt wird.. Natürlich ist das Betrug — aber wer wird denn gleich so starke Worte brauchen! Ein kleiner Vorteil ein Scherz, dev ja „niemanden schadet (höchstens der Allgemeinheit, deswegen wird man doch nicht gleich Lärm schlagen — es fehlt eben jegliches Verständnis für Recht als solches und wenn der Wiener ehrlich den Begriff „Unrecht" definieren wollte, dann sagte er vermutlich: „Unrecht' ist das, wofür man eingesperrt wird." Die berühmte Wiener .Unpünktlichkeit gehört auch M dieM 5kapitel. Der. Zimmernmler, die Hausnäherm, die BÄienerin, sie alle bleibengeruhig fort, wenn sie eben keine Lust oder Zeit haben zu kommen, jeder Handwerker liefert seine Waren acht, zehn, auch dreißig Tage nach dem festgesetzten Termin, ohne Rücksicht darauf, ob dem Besteller daraus Schaden erwächst oder nicht. Natürlich sind auch anderwärts die Menschen keine Engel und begehen, auch wenn sie nicht morden und stehlen, so manches Unrecht. Aber sie wissen doch wenigstens daß es Unrecht ist. Bei uns fehlt dieses Be-. wußtfein. In süßer- Harmlosigkeit treten wir das Recht der Mitmenschen mit Füßen, verwischen, verwaschen, verschurieren die Grenzen von Recht und Unrecht. Und wenn wir wirklich „keinen Richter brauchen", dann meistetls deshalb, weil dem Gegner auch das Gefühl für das Rechte und das Unrechte mangelt. Rabbiner Mose und Lenin. Im Moskauer Tagblatt „Tog Wahrheit" ist neulich ein Artikel des Professors an der Universität in Kasan und Rabbiiters für das Wolgagebiet L e i k i n erschienen, welcher ein interessantes Licht auf das Verhältnis zwischen den Juden und der Sowjetmacht wirft. Als int vergangenen Jahre eine ausgebreitete antisemitische Hetze in Rußland ciltsetzte, welche die Gefahr von Pogromen hevanfbeschwor, erschien Leikin genteinsqm mit dem bekannten Moskauer Rabbiner Mase bei Lenin, um den sstttsprechenden Schutz der Juden zu fordern. Mase hatte seinerzeit als Experte iw Beilis-Prozeß fungiert, der voriges Jahr irr Rußland im Zusamrnenhang mit dem Prozes; gegen den Ankläger von Beilis, den geweserren Staatsantvalt W.i p e r, viel erörtert wurde. Charalteristisch für die Zustärche in Rnßlartd ist ein Beschluß' jüdischer OrganisationÄt) welche Mase eine neutrale Haltung empfehlen. Bekanntlich wurde Wiper damals zn lebeirslänglichsm Kerker verurteilt. Die erste Frage Lenins war, ob die Juden rrrit dem Urteile zufrieden seien. „Wir Juden " antwortete Mase, „kämpfen nicht gegen die Verbrecher, fondern gegen das Verbrechen. Uns ist nicht die Person Wipers wichtig. Wir wollen nur, daß das Rocht zur Geltung kommt." Hierauf fragte der anwesende Kalinin, warum die Jtcden nicht Hand in Hand mit den Kommtlnisten gehen, da sie dadurch viel gewinnen würden. „Unserer Religion," sagte Ma s e, „ist die Forderung nach gleichem Recht nicht-fremd, es-handeltsich aber um die Taktik. Wir erstreben den Fortschritt durch Erziehung und Aufklärung —' ihr durch den Säbel!" Lenin beklagte'sich Noch, daß sich die Inden unfreudlich zum Bolschcivismus verhalten, obzwar sie -<&> Rechte verdanken. ' . . .. , V."s.AÜgÜst "isxt CI-/.*// 6 * Neuwahl in der Kullrisgenreinöe Oüeryottabvmm. Bei der in' der Kultasgemeinde Oderhollabrunn Lurchgejührten Neuwahl wurden nachstehende Kerren in den Vorstand, respektive in dm Ausschuß gewählt: ÄbÄael D e t q 8 r (Oderhollabrunn') mm Präses; Sgnaz Kurz lReh) zum PräseSsiellvertreter; Albert D s i x n e r (Vberhollabrunn) zum Kassier; Wilhelm K a u s e r (Oberhollabrunn) zum Beirat; Adolf Ranzenhoser (Oberholladrunn) zum Temprlovrstand. In den Ausschuß wurden ferner gewählt die Kerren? Ketnrtch K o h n (Oberhollabrunn); Joses Soffer (Oderhollabrunn); Rudolf Mejer. (Schdngraben) und Beniamt- Lustig (Oberhollabrunn). * Mn Raubmord ln Steiermark. Am 28. $uli wurden nt - der Nähe der Station ZöbeM-AussHlag an der Aspangbayn zwei Beamte der KaolinweM überfallen und' einer von ihnen durch Schüsse getötet. Die Täter raubten einen Betrag von 11,5 Millionen Kronen, der von den Beamten bar einer Bank : in Aspern für die WI'tzcnansz-ahkmg bchoben tvordcn ivar. . Ans Grund der Erhebungen der Grazer Polizetdivektion sind die Täter, der stellenlose Müllergchilse Ertönt Polzelbauer uud ein gewisser Brunner, Sohn eines Sägewerksbesitzers in Mö- , nichwÄd, Montag in Voitsberg verhaftet worden. Die Täter sind geständig, Pö'lzel'bauer gab auch an, das; der Bruder des Brunner vor zwei Jahren einen Mord an einem Gendarnren im Wechselgsbiet verüb' hat. Der Bruder des Brunner, tvie auch ein Köslacher Bergarbeiter, der der Anreger der Mordt> bei Zöborn war, wurden verhaftet. * Internationale Hochschnlknrse "in Wien. In der Zerr . vom 7. bis 21. September 1 I. finden, wie bereits berichtet, in Wien unter dem Protektorate des Bundespräsidenten Ha-inifch. und veranstaltet von einem e-nglisch-östttveichischen Komitee von Hochschullehrern int-ernationale Hochschulturse statt. Für diese Veranstaltung gibt sich im Auslande großes Jrtteresse.krmd. Besonders zehlr eich, sind die Anmeldungen von Kurst-Mnehmem aus England. Auch aus der Schweiz, den nordischen Ländern, ans Jngoftawien. und Ungarn ist bereits eine -stattliche Zahl von Anmelauugenn eingelangt. Von englischen Dozenten find unter andttrn folgende Vorträge in englisch>er Sprache ange-meldet:' Sn William Beveriidge: „Weterperiodi- Kttat und Volkswirtschaft"; Dr. T. E. Gregory: „Ueber Handelsbilianz und AnslanoswechMurse"; Prof. Äaski: „lieber Souvbränttät", „Die neuesten Verfassungsänderungen in, England"; Prof. Walker: „Die philöfophifche Interpretation der Einsteinschen Theorie"; N. H. Tawney: „Die Entwicklung der englischen Avbeitsbelvdg-.mg feit dem Kriege"; Th. Fines: „Heber Lokalverwalmng seit 1904"; Miß E. Levetus: „lieber die Entwicklung des österreichischen Kmrstgewerbes". Mit Rücksicht auf die vielfachen Anfragen sei erwähnt, daß in Wien lebende Ausländtt üir V:e Tschnnhnte an diesen Bxxim nur jene Gebühren zu bezahlen haben, die für Oesterreich selbst gelten. .Annreldungen sowie Anfragen sind mir schriftlich an das Sekretariat, Wien, 1. Brz>, Herrengasse 7, zu richten. Prospekte sind beim Portitt dieses Hauses erhältlich. * Darr Obövchlosenajy! in Mei-ling. Die Bezirbsvertrelung Meidling hat den Bürgermeister ausgefordert, dalür zu sorgen, daß das Metdiinger Asyl, bas devMMbch in em Studentenheim umgewandelt werbrn soll, seinem - ursprünglicken Zweck erhallen bleibt. Sollte dies nicht möglich sein, so wäre das GrbSpde in ein L e d j g h e l m, umzuwandetn, in demj nich nur Studenien, sondern auch die angehörigen anderem ‘ Berufe Wohnung und Unterkunft sin den. * Ferienkvwnie Pestalozzi in Eisenerz. Seit 1. d. weilen 63 Zöglinge der Anstalt Pestalozzi in Wien, XVIII., in Eisenerz, wo den Kolonisten von der schulsreundüchen Gr» meinoe Quariiere im Schulhauie (Knabenschule) und im G:« memdehau;e in gastfreundlicher Weise überlassen wurden. * Der Kamys gegen Len Alkohol. Die Grazer Polizeidirektion veröfsrntlicht den Bericht über das Ergebnis der' ersten von der Landesregierung ongeordnetrn Maßnahmen zur; Bekämpfung des A l k o h o! m i ß b r a u ch e s. i-ür die Znt vom Samstag den 5. d.. nachmittags, bis Sonntag' den 6. d., nachts, wurde ein oer'chärfter llet>erwachungsdienst einaeführt. Der Brncht konstatiert eine wesientliche Besserung der^ Verhältnisse, da elnstere Exzesse oder Raushändel, wie sie bisher! an jedem Samstag oder Sonn tag vorgekommen fino, unter-' blieben und nach Mitternacht die Ruhe der Stadt überhaupt nicht gestört wurde. ■ - * Nattonalrsl Adlersslügel gestochen. Nalionalrai A d l e r s \ 1 ü q e l saß Montag in einem Gasthausr in der Withetmstraße, als dort plötzlich eine Rauferei entstand, die in e'ne Msssorslscherei ousarieie. Wie andere unbeteiligte Gäste erhielt auch derNationalrat einige Stiche und wurde schwer verletzt ins Franz Jofessspital gebrächt. * Eisenbahnunglückt in Slriermark. Gestern ereignete sich auf der Strecke der steatschrn L a n d e s b a 1) n Kapfsnderg-Au-Seewiesen ein schweres Unglück. Der von Au-Seew eien kommende Zug 2554 stieß auf der Strecke zwischen Winkel und Einöd mit einem von Kapfenberg nach Aftmz. fahrenden Sanalvriumkraflwagen bei einer Ssraßrnhiegung zusammen. Der Kraftwagen, in dem' sich außer dem Lenker vier Patienten befanden, wurde vollständig zertrümmert tlnd begrub die Insasien, von denen zwei sehr schwer und die Übrigen leichier v-rleht wurden. Die Ursache des Zusammenstoßes dürst-» d.irin liegen» chaß der Lenker^ der negen der Stra^eubiegung den heraniahrenden Zug nicht sehen konnte, die Warnungssignale überhörte. » Der vekschwunLene Gesdbrief. Im März l. I. wurde an den Kaufmann n r. Z a ch a r i*a d e s, der damals jn der Pension Atlanta wohnte, aus Alexandrien ein Gsldbr>ef ge endet, der vier Schecks auf 38 e,igli:che Pfund Sterling enth'eit.' Der Brief ist hier nie angekommsn. doch ließ sich die Lpnr bts Wien verfolgen. Dieser Tage nun wollte ein Mann dir vier Schecks, die silbstvrrsiändlich gesperrt waren, einlüsen, wurde jedoch angehalten.. Der Mann iff, wie die Korrespondenz Wiihelm meidet, der aus Oes!e,reich ausgewtesene 27jährige Alexander Klein, zu Bekesczaba in Ungarn geboren, nach Budapest zuständig, unter falschem Nationale gemeldet. Klein behauptet, von dem Postdiebstahl nichts zu wissen und die Schecks von einem Unbekannten zur Einlösung erhalten zu haben. Er wurde dem Landesgertckte eingetiefert. * Das Kans -es Ankoklttbs angeforftevi. Das Wohnungsamt der Stadt Wien hat vor einiger Zeit das.Kaus des Autokluos in der Schwindgasie angefvrdert. da in den Bäumen des Aulvklubs Kafärdgrsp t eit worden war. Da die angeforderten Räume: zum größten Teil Repräsentationsräume find, deren i .Umaejtaltung^u Wohmäumen allzu kostspielig gewesen wäre, hat sich das Wohnungsamt bereit gefunden, die Anforderung gegen eiste entsprechende Aegutoalenticistung lest-, »neil» aijfcuwdw.». ffiftr Atttok1u.v stillt dom Walmrwnsowl 10