Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1261 (4.8.1922)
- Date
- 1922-08-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980341--11906-2998395- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
* Wien. *Sam«el Bsrbasch gestorben. In Odessa starb dieser ze « großer Not der bekannte Zionist Samuel Borbasch hohem Älter. Der Verstorbene gehörte zu den ältesten swewei-ZiiM und war unter Dr. Ru3k er Vizepräsident ]jf „Odessa« Komitees". Später schloß sich Börbasch der zio- Mchett Organisation an und wurde einer der Direktoren.per Ärschen Kokonialbank. Im jüdischen Gemeindeleben von Äessä hatte er eine führende Rolle inne und genoß als Grüner und Förderer jüdisch-kultureller und sozialer Institutionen §oßes Ansehen. Sein HauS war der> Treffpunkt der jüdisch»? attonailen Intellektuellen von Odessa. In den letzent.Jahren, ^achdeM Odessa unter bolschewikische Herrschaft fiel, geriet, /evbosch, der ehedem wohlhabend war, in große Not. Seine Luser und sonstigen Besitzungen wurden kommünisiert und er -schloß seine letzten Tage im einem Stübchen des Hans- Heisters emeS seiner ehemalgen Häuser. 1 ’ 1 * Kommt der Weltuntergang? Bekanntlich hat vor kur« m M amerikanischer Geologe für Mitte August den Unterder Welt ongekimdrgt und als Ausgangspunktdes UntertrngrdvamaS Budapest und Umgebung angegeben. Run (jrttmt aus Keeskemet die Meldung, daß die Bevölkerung ungarischen Tieflandes durch Ausgedehnte Erdgasentzün- Angen in heillosen Schrecken" versetzt und nunmehr fest Derzeugt ist, daß der angekündrgte Weltuntergang - beginne, die Entzündung des ausströmenden Erdgases hat vor omrarn Pgen 'mehrere Pusztaanwesen vernichtet und die Bevolkeang der ganzen Gegend verbringt Tag und Nacht unter Himmel, da sie Angst hat, m die Hauser zu gehen. Eime Mnschastliche Expedition hat sich aus Budapest an die Stelle gr Ausströmung begeben und ist bemüht, auf die Bevölkerung wuhiyenh «nzuwirken. . 2 Der Geliebte der Tochter der Bedienerin der Mutter eS Bekannten des Freundes, eines Perlenbesitzers. Dieses implizierte Verhältnis ist zwei Mänmrn, die sonst so wenig ^einander gemein gehabt hätten, wie ein Friseur und ein tudont, zum Verhängnis geworden. Der Privatbeamte Hemsch Sill er, der aus Klagenfurt hieher gekommen war, um Zl Perlenköllier im Werte von 20 Millionen zu vekkausen, -rrde durch «inen Freund an den Studenten Nikolaus S t ar>ch, gewiesen. Dieftr verleitete den Friseurgehilfen Rupert Za per, den die Mutter des Studenten der Tochter ihrer ledienerin zuliebe als Untermieter beherbcxgte, das Kollier '.isviie zu schaffen. Mayer vergrub, es im Neuwaldeggerarte. Dem Eigentümer redete Staroch ein, das ihm das olbier von einem Taschendieb gestohlen worden, sei. Die vlizei schiWe aber gleich bei der Erstattung - der Anzeigediescs egeAichttl.-Taschendiebstahls Verdacht und sie hat die beiden puchlizen rasch entlarvt und zum Geständnis gebracht. Sie Uvden dem. Landesgerichte eingeliefert. Das PerlenlEier urde hinter, der Meierei Muwaldegg 15 Zentimeter lies in Erde gefunden und dem Eigentümer zurückgegoben. * Sei« Lktrudiebstahl in Warschau. DasPveßbtireau der jlmschen^ Gesandtschaft in Wien teilt mit: In den Wiener jorgenblatiern vom 2. August l. I. erschien eine Notiz über!S MhaUderchontmen diplomatischer Aktenstücke der polnischen Äegattoü in Genna und über das Aussehen, das dwser Dieb« M in Pole« hervorgerufen haben soll. Auf Grund authentiftt Nachrichten kann festgestellt werden, daß diese Mit- Kung äeher /GkuMage entbehrt. Die Gerüchte sind darauf rückzüfuhren, Hätz die polnische Delegation beim Verlassen rnuas sitzen Teil des Schreibmaterials, wie. Maschinen, oucksorten usw., aus Sparsamkeitsrücksichten; nicht als rrrergepäck, sondern als Frachtgut befördern ließ, wobei der -ansport langer Äs berechnet dauerte. Alle diese Kollis sind m Ministerium bereits zugestellt worden. Von einem Diebchl diplomatischer Aktenstücke, die ja unter Begleitung tzeS Kuriers von Genua nach Warschau soierzeit abgingen -d dem Auhemnimstermm in Warschau ordnungsgemäß einliefert wuwen, ist an maßgebenden Stellen absolut nichts bannt. i * Esu Mord am Neubau. In der Mechttaristengasse hat tevn der Gürtler R. Jellinek auf der Straße den Mainenmeister Otto Pommer durch einen Revolverschuß g e- ^tet. Jellinek war nach der Tat von der erregten Menge rfoltzt und derart Mgerichtet worden,.daß er Verletzungen im 'sichte erlitt und bewußtlos zusammenstürzte. Die Rettungs- 'ellschast verband ihn und brachte ihn in das Jnquisiten- -tal. Das Motiv des Mordes ist Eifersucht. ^Beraubte Ausländsbriefe. Unter dem dringenden Verchte, Briefe, wAche fremds BiÄuten. eMielttn,, spoliert zu den, wuriden.zwei dem Postamte' 102 Ottakring zugeteilte^ »staushelfer^ FEz Zeina Und Karl Dumfort, der-'„ stet. Sie schemen dnngend verdächtig, einen an Leopoldvn'e »sch, Litzdauergasse 18, adressierten Brief und' mehrere au nma Bauer, FriedmanuMsje 8». gMnet, und ihnen zunmen M Dollars entnommen zu haben. , * Schissskollision. In Bilbao - cur der. spanisch-atlaniischen. iste ist gestern ei« spanischer Dampfer mit einem rtalienu chen., yulschiff, aus dem sich der staLienksche Thronfolger befand, jaMmengestotzen. Der spanische Dampfer ist gesunken. Di«' «nie Mannschaft konnte gertzttet weiden. * Erster Ssterrrichischer Hilfsverein für arme kranke In-' u. Der Notschrei dieses Bevems im Namen der ärmsten Mien Kranken, dem wir am 28. Juli veröffentlichten, ist-brsher ne Widerhall geblieben. Inzwischen haben sich die Bevpfleasbühren der CwttAer für Österreich« auf 7000 K., für Nichtständige auf 1&Ö00 K. täglich erhöht. Sollte nicht innerhalb Niger Tage von der jüdischen Bevölkermm. genügende Hilfe nmen, dann Muß der Verein seine Tätigkeit omstellen, und Kranke werden ungeheilt auf. die Straße gesetzt;-zahlreiche de« Mische Pattentvr, die die Aufnahme in' Zonaler ernten, haben dann ihre letzte Hoffnung verloren. Spenden irden von der Administration diese- Blattes sowie von dem' rein (2. Bez., Augartenstraße 18) entgegengenommen. * Amerikanische Jmmigratioussreunde besuchen Osteuropa, n: wegen seines Eintretens für die Jmmiigvatßon bokaarnte c. Paul yoover reiste .am 26. Juli mit 'dem Riesenmps« ,Za France" als Führer einer großen Gruppe von!«mgvaÄonSfr«Mdon nach Europa ab. Die Gssellschast wird ouderS die Ander einer verstärkten Mischen Emigration, ölen und Rumänien, besuchen. (I. L. B.) * Sin franMscher Recckgymnafium itz Prag. Das Unter« --tSministevium timt mit: Mit Beginn 4>eS tmm Schuljahrerd die erste Kküsse des Ttzealgymncrsiums' niit französischer iterrichtßsprache in P«g «ösfmt werden. * Sowtet-AMeichnungen. Die „Präwda^ berichtet in ' Nummer 167, daß die Bolschewiken jatt Belohmrng der tgardisten, die au den Känchfen gegen Envep' Pascha teü« kommen haben, neue Auszeicliuungen eingefübrt.^..haben», wurde ein Orden mit drei Klassen mit der'Mfsch'ifft „Den kreidigem der Revolution" und ein besonderer Orden mit; Aufschrift ,Mr die Erstürmung von Lysambo" gegründet. Mle^er. M?Menzeiturig. 5" rvüs arme Bräute. Der Verein Ohel Rachel zur unentgeltlichen AuSspets'.mq. jüdischer Notleidender, 2. Bezirk, Kleine- Pfarpgasse .8. beabsichtigt, anläßlick, der Jährung des Todestages Teurer Patronin Fräu Berta Weminger, aus dem zu diesem Ziveck von deren hindern'gemündeten Spezialfonds eiiler armen Braut 5 0.0 00 K. zur Brautausstattung beizusteucrn. Gesuche^ bis längstens 26. d. BevorMt ivetden Bewerberinnen: die am obgenannten Tage heiratenwerden; verarmte Weinig-ersche Verwandte ^Töchter, verstorbener^ Mitglieder des Vereins zur Unterstützung Mischer Kleingewerbetreibender; gänzlich Verivaiste. . * Fünfzigprozentiae . LohueMhung!m Gast- und Schankaewerbe. Die G'nossenscbaften des Gast- und Schank-', gewerbes haben der Gehilfenschaft eine fünft iaprozentige Lohnerhölnma bewilligt. Sie tritt für die im Monatslohtz stehender Angestellten mit 1. d., für die. aushilfsweise beschäftigten Arbeiter mit 5. d. und für die , im Wochenbezug stehende Ge-., hilftnschgft mit 7. d (zum ersten Male auszahlbar eint 14. .) in Kraft. * Güterverkehr ruft Italien. Die Annahme von Santntelgütersendungen, die an das Zollanrt ..Rotzta termini" zur Zovabfert-igung angewiesen werden, bleibt auf Ersuchen der italienischen Staatsbahnen über den ursprünglich angegebenen Ternnn hinaus bis 9. Skigust einschlveßlich eingestellt. Sendungen an das diplomatische Korps sind wie bisher zugelassen. * Valinban Friedberg—Pinkafeld. Am 1. d. wurden die?^rbeften kür d-n des tftachstraßtnnnels; des größten Bauwerkes der Eisenbahnlinie Friedberg—^Pinkafeld, in Angriff'genommen. Damit ist nunmehr auch auf der in Steiermark gelegenen Strecke dieser neuett Bcrhn der erste Spatenstich erfolgt, auf burgenländiichem Gebiete eme TMstrecke bereits seit 1. April d. I. in Arbeit, steht. Die politische Begehung des Detailproftktes. der genannten Bahn wird in.der Zeit vom . 16. bis 19. d. stattfinden, worauf hei änstandslosem Ergebnisse dieser BerhaMunq sofort 'mit der Vergebung der Baüaibeiten für die ganze Bahnstrecke vorgegangen werden soll, so daß noch im Herbst d. I. der volle Baubetrieb von Friedberg bis Pinkafeld einsetzen kann. * Regel««« des konzessrönrerten Gewerbes des Betriebes von elektrischen Anlagen. Dieses Gewerbe wurde neu geregelt. Die -tyWft<me Neuenmg besteht darin, daß nunmehr für die aewerbsmäßige EDugung, öder Leitung von Elektrizität zur Abgabe an Dritte ein gewerberechtlicher Befähigungsnachweis nicht mehr verlangt wird. \ * Neufestsetzung der Postgebühren und Abänderung der Postordnung. Heute gelangt eine V-erordnung des Bundesminlsterrnms für Verkehrswesen betreffend hie Nensestsetzung von Postgebühren und. die Abänderung sotzstiger-Bestimmungen der Postordnung zur Veröffentlichung. * Amtlicher Wetterbericht. In Mi^eleurovä ist der HimmÄ ittäßig Wnfölt, die Dempomtur niedrig.' Das MstlÄtzd steht wieder unter ozeanischen.Westwinden., Voraussage: Wechsel nd bewölkt, ohne wesenliche Niederschläge, Temperatur wenig verändert, schwache westliche Winde. , - ' * ^^bnfeld, Fellner L Eo., II., Laidgasse 5, täglich frisch. Waluzim Rabatt. 4. Ävaukt 1122 :vt rM ___ Rr. 1881 wir aus dem Geschäft heintgingen und sie roinen LorfcWffej hatte. . . .. Der Senat vevurtchtz Eleonore Komisch zu fLnf-tzh« Monaten, Grete Ma-u-dät zu sechs Monaten schweren Kerkers, Ghlt bedingt gfit einem Monat strertgen Achests. Vereine, Vorträge und Versammlungen. . Ä uch' - d e ür T e A n N <b m' M u s ^u ne. " Mrtzkag den 8a Füll wurdet idrÄ d 0M sMMeH des Mus-ums, Schmledemeil'er Franz .2 o d i n, Wien. XVI., vom, Vorktand 3nä. 8. Stelzer die . EriMrUn'ösWe 'des Verdines deülsckvl?ttretchtscher Fugenieme und Techniker iitz pefffacift überreicht. Samstag den 5. d, 3 llhr nachmittags, stützrun-svortrag. Sag. Dr. F. L e d l a e e k r.Die Kunftlride. Sonntag en 6. d„ 10 11h, vsrml'ags. tm großen Kör'aäle L'-tbi'hervorttag: Dr. E. M e'1 a v. Besonderer Schutz für Schre-ergürte» und Sportplätze. „Im Interesse der geschwächten Bottsgesundheit." Das Zivillandesgericht kam gostern in die Lage, übet die Anwendung der seinerzett von der Nationalversammluntz' be». schlossvnen. Gesetze zum Schutze der Schrebevgärben und der Sport- und Spielplätze zu entscheiden. Die Firma Karl B u d ischowsky u. Söhne, Ges. m. b. H., im 21. Bezirke', hatte den Schrebergärtuenl und den: Verein „Deutsche Berg- und angrenzende LaderfabM selbst benötige, um die Fabrik zu er- 'weitern. Die Gekündigten beriefen sich äuf die Schrebergarten- Schutzvevovdnung' und auf die Verordnung zum Schutze der Sport- und Spielplätze. Die beabsichtigte Verbauung^ zu FabrikSzivecken fei nicht in höherem Maße im öffentlichen Jnteresfe gelegen als die Bebauung mit Nutzpflanzen und die- Perwvndung für Sportplätze. ' Das Bezirksgericht Floridsdorf erklärte samüiche Kündigungen für unwirksam, wett „Vestbauung" inr 'Sinne der Schvelbevgarten-Schutzvewrdnustg mir als Verwendung zur Errichtung solcher Ballten verstanden werden könne, welche im allgemeinen, direkten Interesse der Oeffentlichkeit liegen, das ist zur Errichtung von Wohnbauten. Ein Fabviksbau könne wohl indirektdie Interessen der Allgemeinheit bessern^ fördere aber zunächst nur die Interessen des Betriebes und feiner Inhaber. Mit Rücksicht auf die durch-den Krieg nur allzu .sehr geschwächte B o l k s g e s u n d h e i t müsse; die Verwendung zu Jugend-Sport- und Spielplätzen als im allgemeinen Interesse gelegen bezeichnet werden. * ' lieber die von der Firma eingebrachte Berufung fand gestern vor einem Ferialseüate des ZivMandesgerichtes unter Vorsitz des Hofvates Dr. Hellmer die VerhaMung statt. Der Beklagtenvertreter Dr. Silbe rk n o p f erklärte, die Kläger seien Milliardäre, die überdies tschechische ÄÄutä '-besitzen, während die Geklagten von. dem Ertrag der Schrebergärtnerei leben mü>sen. BeMich Per f ^o r t c habe der Erstrichter, mit Recht auf die durch-den Krieg geschwächte Volksgesnndheit hingewiesen. Der Meinung des Klagevertreters, daß >der Fußballsport verrohend wirke, werden sich gewiß, nicht viele, Spvrtkenuer anschließen. Der Bemfungssenat verwies die Sache zur nochmalige.n Verhandlung an die erste Instanz.. Cs müsse festgestellt werden, ob die. Erwettemng der Lchersabrtt zum rationalen Betrieb notwendig ist- und ob es sich nicht bloß um die . Erhöhung der Erträgnisse der Firma drirch den Ausbau handelt. : n , ‘ < 1 GeriDsfaal. Ein „modernes" Dienftverhüllnis. Bsi dem Weitchallenbe-sitzer Eduard Mayer war eine Zeitlang die 18jährige Eompteivistin Margarete Mall da t als Hausgehilfin bedienstet. Am IS. Juni verschwand sie plötzlich unter Mitnahme aller ihrer Sachen aus der Wohnung. Dadurch' stutzig geworden, sah Mayer in seinem Schreibtisch' nach, wo ar zwei Millionen Kronen Ba-rgeld verwahrt hatte. Dag Geld Mw.--Mayer hatte sogleich auch solne Schwägerin Gleonora Koint sch in Verdacht, daß sie an dem WnbimchIdiebstahl hebokligk sei, weil sie mit der jugendlichen Hdusgchilstn aus vertrautem Füße gestanden und wetzen Kein-erer Diebstähle aus der Wohnung gewiesen worden war. Mayer verständigte die Polizei, die nun erfuhr, daß di« zwei Frauen mit dem Exportakadenviker Leo Gyik verkchrt hatten. Gyit leugnete zunächst, den Aufenthalt der beiden Diebin-neu zu wifsen, als man aber bei ihm ein Notizbuch ni.it deir Adresse „Helly Kointsch, Hotel Moser, Klagensurt" vorsand, gckb er zu, daß üie Täterinnen dorthin geflüchtet seien. Es wurde ihnen sogleich ein Steckbvief nachgeschickt, und das Paar 'beim Mssteigm aus dem Zuge inr Klagenfurter Hauptbahnhos veirhaftot. - Gestern hatten sich Eloonova Kointsch und Margarete Mandat vor einem Schösfensenat unter'Vorsitz des Oberlaudes« - gerichtsvates Dr. M i h a t s ch zu verantworten, Gyik wetzen Vorschnbleistung durch. Verhehlllng, wobei Staatsanwalt" Doktor Schwarz die Anklage vertrat, Iw. Fleisch mann und Dr. Oberländer verteidigten. ' Eleonore Kointsch gab zu, 1,600.0o0 Krönen' gestohlen zu haben, den Schlüssel zum Schreibtisch habe ihr die Mandat ge-' gebell. Grete Mandat hingegen behauptete/sie s«i au der 'Aus-' fülhvüng des Diebstahls nicht" betWgt gewesen.' Kleidungsstücke im Werte von 168.600 Kronen, die mall bei ihr vorgsfunden, habe ihr Frau Mähet tzeschenkt. Leo Gyik rtzchtsertitzte sich .. damit, - et Hab« von dem Diebstahl'nächtS gewußt und ÄrS' LiM' > zur' Mntsch; mit -der er ein LWeSVerhältms hatte, die PMzsi' über ihven Aufenthalt nicht aufilären wollen. - Zeuge Gwdard Mayer gab "als Beüuf Hauptmann der Reserve an. Er 'bezeichnet« die Mandat als leichtsiunitziS Mädchell, die gerrie TanzuntcrholtuNgen besuchte. Verteidiger - - Dr. Oberländer: Warum haben Sie ihr da- -gestattet?'-^ S t'a ä 1 Sckn w a l t: Sie ist eben eine moderne HMSgehilfin. Betteidigrr: Sie hat aber auch'«inen «uKevllen Dienst^!' geber gehabt!, '(ZiM Zeilgeü);- M-nb"Sie ÄMal''M -ihr' eille' . ganze. Nacht im Kaffeeha-nfe gesessen?'^— Z^u ge: Das- Wateinmal. -- Verteidiger: Aber Sie haben mit dom Mädchen auch sonst gomeinsam Cafes besücht. — Zeuge: Wenn Der Mord a« Saukalt. Ans Kr«uz geschlagm. Budapest, 3. Augttst. (Del. d. „Wr. Morgenzeitung":) dom Prozeß lvegen der Mißhandlungen des Wein- -ändlers -Lillndau wurhen am. Mittwoch dessen Neffen verhört. Der eine Neffe erzählte, daß wahrend der Vorgänge m der Kaserne sin Herr bei ihm evschienstt sei, der ihm das Versprechen cvbnahm, ihn nicht zu vewaten; dieser sagte, er sei empört, über die Nngerechtigkeit, die Landau widerfahre, und t^halib wolle er ihm bei der Befreiung Landaus'-bohilflich sein. Es war ein Offizier, der keine -Belohnung ivottte, da ihm -lediglich darum zu tum sei, diesen Schandfleck von der nationalen Ehre abzuwaschen. Er wurde jedoch am nächsten Tag von Budapest abkommandiert. Der Zeuge sagte, er habe Beweise dafür/ daß-sein Onkel keinen Selbstmord begangen, sondern ermordet wtlvde. Er-erklärtedaß der Offizier ' -ihm mitgeteilt habe, er wäre bei der Ermordung seines Onkels - zugegen gewesen. Er nannte auch die Namen der Teilnehmer an der Ermordung. Er erinnere sich cm den Namen S i p o s, der dom alten Landau die Stiche versetzt habe. Der alle Landau sei dann gekreuzigt ■ worden. SrpoS lächelt während dieser Anssage. Der Präsident ruft ihm zu: „Sipos, lächeln Sie nicht, dies ist eine sehr ernste Sache. " - Der Präsident fragt dann den Zeugen, ob er eine Anzeige erstattet habe, was dieser verneint. Der Präsident ermahnt ihn, daß dies seine Pflicht Wäre, wenn er überzeugt! ist, daß hier ein Mord vorliege. Nach lairgem Zögern erklärte der Zeuge, er sei bereit, den Namen -des unbekannten Offiziers, dem er ohrenwörtliche Verschiviegenheit zugesichert hat, zn nennen. D i e s äst derOberleutnanttSefesikgewesen. . Die Aussage des zweiten Reffen Landaus mußte unterbrochen ^werden, da er än Erinnerung an di« Peimgimg seines Onkels in Schluchzen ausbvach st-rvd sich nicht be- Mhigen komrte. Cr erzählte dann, Wie er bei dein H o nv eidminist er für die .Freilassung Landaus interveniert habe und wie die Befehle des Ministers mißachtet ' wurden. Der Haivptmann, den der Minister mit ihin schickte, ^eMrte ihm, e^s<ü.ÜdssrzMt, daß die -heihen Hindlcms v o l l i g u.n, sH u s.h'i tzl ß^n. 'WS^er dagn am^ngHften TaH' IreiÜtjMg der beiden Ländaus Unter Be- ' rufullg auf den Befchl des Mmifters verlangte, wurde' er ' abgewiesen Mit dem Bemerken, daß die Befehle des Mi- . HsierS^ckcht' nmßMck>- Er sagte auch, däß ip eine Obdükttön der Leiche verlangt habe; er habe die Leiche einrße ' Augenblicke gefshtzn Hitd konnte könstatlewn, daß - La lldä^u et'n'es' gew a t t fa'Men T vd^ S:" g e st ö r- Die'ZM'wavvoll Blut, ebenso die Kleihev-ünd Wäsche, so daß es ausgeschlossen erscheint, daß Landalt Selbsturord begangen hätte-..