Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1260 (3.8.1922)
- Date
- 1922-08-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980340--11894-2998382- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- İzmir 1× ep/1047963
OCR text
Nr. 1860 Wen,. DöMerstag MöMH, WMMMrkMK. daß deren Mitglieder weder nmMich noch schriftlich mit Rumänien in Verbindung getreten, seien. Als die Rumänen gekommen' waren/ mußte mit ihnen verhandelt werden. Es sei yiit Hsteft innnsr wie mit Feinden verhlindelt worden. Redner erinnert da rau, daß gegen den daiualigen Ministerpräsidenten Stephan Friedrich seines Wissens drei Allen--- täte von den Rumänen geplant gewesen seien. ' / i- Die erste chrisi-lichnatioimle Regieruftg kötzne weLör der Feigheit noch der sträflichen Nachlässigkeif bezichtigt Iverden. Wenn wir damals, sagt Redner, nicht das Ruder dos Stnatsschis-M ergriffen hätten, daun wäre Ungarn dahin '.gelangt,; w ohin Berlin und Wien gekonin:en sind. Redner verliest sodann die Namen derjenigen Abgeordneten, die seinerzeit Mitglieder des sogenanni c n S o w > e t p a r l a m e n t s waren. Während d?r Verlesung entsteht, o'm nng eh eurer Lärnk, besonders' bei den Sozialdemokraten, welche ieide'nschastliche Zwischenrufe machen und mit den Fäusten die Pulte bearbeiten. Iluch die Mitte und die Rechte werden von leidenschaftlicher Erregung erfaßt. Abg. Pekar ruft den Sozialdemokraten zu, sich darüdefzu äußern, ob sie seinerzeit gegen die c n ts e tzli ch e n Q n ci l e re renx protestiert hätten, die dcm:als,als sie ' in: Sitzungssaale als Sowjetabgeordnete . saßen, im Keiler des Parlanientsgebäudes an Unschuldigen verübt worden seren. Es entsteht 'neuerlich ein riesiger.Larm. Die Abgeordneten verlassen ihre Plätze. Der Präsident läutet fortwährend- und ersucht um Ruhe. Abg. Gömbös stürmt gegen die Bänke der Sozialisten, wird aber vom Ministerpräsidenten und vom Abgeordneten H ns za-r aufgehalten u-nd z u rü ck g ed r ä n g t. Der Prässdent suspendiert die Sitzung und eilt in die -Mitte des Saales/ um die Gemüter zu beruhigen.-Den Bemhihnngen des Präsidenten, des MiuisterPrästdenten und des Abg. Huszar gelingt es schließlich, die Ruhe wieder herzustellen. ' . Nach Wie-dernnfnahme der Sitzung erklärt Präsident Gal, daß von der Io urnalistentrib üne ans Zwischenvufe ertönten. Der Zwischenrufer Journalist B anoczh, ein -Mitarbeiter des - sozialdemokratischen Blattes „Nepszava^, wird aus dem .Hause entfernt. Abg. Stephan Friedrich weist darauf hin, daß es von seiten des Abgeordneten Paul Sandor unklug sei, jetzt, wo in U-lMrn wieder der größte Antisemitismus herrsche, die vorliegende Frage äüfznrollen. Redner erklärt, sich und seine einstigen Ministerkollegen selbst der strengsten Untersuchung zu rmtevwerfen. Wer die Rumänen nach Budapest gerufen habe, sei ein Vaterlandsverväter, rund-wer in dieser Angelegenheit stigmatisiert werde, müsse sich aus denn Lande packen. Weder er noch seine Ministerkollegen seien mit den Rumänen in irgend einer Verbindung gestanden. Es müsse Moch: die -Frage aufgeworfen werden, welche Verhandlungen die Sozialdomokraten während der rumänischen Besetzung mit.den ruanänischen -.Mllitä-vktzM'manden. . gepflogen haften^Exmüsse aber schon jetzt bemerken/ daß t«rjenrge, der 'den Komniaudanten der BesatzuugstruPpLN mit aufrührerischen Beschwerden bombardierte, jedenfalls ein Vaterlandsverräter sei. Redner hr.be seinerzeit das sogenannte Kabinett Poidl entfernen müssen, da es überhaupt keine regelrechte Regierung )x-ar, sondern seine Betrauung vom Svivjetparla'viettt'.erhüHjf ||f, dem es auch, ein Mlübde geleistet habe. (Großer Lärw rechts ünd in der Mitte.) . Er verliest sodann eh: Telegrastw: des d>rrnaligen'. Mi- Msters des Innerst' PaheVjl.st>ornt..dresLr die Gründe ans- ' einan'bersetzt, die dafür maßgebend waren, den durchfahrenden Sonderzug, der die bolschewikischen Bolkskomnnssäre Und ihre Faniiliett.-stach' Oesterreich führen sollte, durchzulassen. Dieser telephonische Befehl wurde durch den Vertrauensmann Payers gegengezeichnet. Ein ähnliches Telegramm habender dauialige Knegsminister Haubvich an die Grenzpolizei in Bruck Kiralyhida gerichtet. Schwere politische Verbrecher, wie z. B. der Kommandant der Bn-dapester roten Wache sowie der berüchtigte Terrorist Laszlo- Loewy, konnten sich des Schutzes der Peidl-Regiernng. erfreuen, und selbst verhaftete geineine Verbrecher sind Während dieses Regimes spurlos verschivunden. Redner verwahrte sich sodann gegen die Anklage, als wäre die daniälige antisenntische Strömung durch seine Regierung geschürt ivorden. Er verweist auf seine Pwklamation gegen jede Aufreizung zun: Klassen- und konfessionellen Hasse. Seine Regierung sei bestrebt geltzesen, den elementaren Ausbruch der Volkswut sowie Äusschreitimgen zu verhindern. Der Abg. Vaszony 'habe damals selbst in einem Artikel zugegeben, daß sich unter den bolschewiki'schen Führern er-, schreckend viele Ju-den befunden ha-ben und daß diese Juden' die schwerste Schuld für jenes Unglück treffe, das sie auf das Vaterland herausbeschworen hätten. Redner befaßt sichsodann mit der Rolle Gammis während des bolschewitischen Regimes und verliest zwei Anweisungen Bela Kuns über 700 Pfund Sterling, beziehungsweise 15.000 Franken zugunsten Garamis, -wovon Garami den ersten Betrag tat- " sächlich behoben halbe. Das sozialdemokratische Organ „N-epszava" ha'be sich am 6. August unter den Schuh der Ententemissronen sowie des rumänischen Kommandos gestellt. Im Oktober.'habe die „Nepßava" wiederholt die Aufmerksamkeit der rumänischen^ Truppen auf die. Organisierung der nationalen Armee?- in Transdanubien gerichtet und die Besetzung der übrigen von den Rumänen noch nicht 'besetzten Teile Ungarns verlangt. Dasselbe Blatt habe auch gegen die Einberufung des früheren Parlaments Stellung genonrmen. Als schließlich die Regierung Friedrich zur Aufvechterhaltung der Ordnung das?'Standrecht verkündete, erschien am nächsten Tage eine Proklamation des rumänischen Komnmndos, derzufolge dir Verfügung der Regierung als ungültig erklärt lvuvde. Zü^d'vesem Schritte sei das rumänische Konmrando durch. eine Eingabe veranlaßt worden, in der die Jntenti-mien der ungarischen Regierung aus die niederträchtigste Weise angeschwärzt wurden. Diese Eingabe sei. von Poidl und Farkas iMterzeichnet gowesen. Ein französischer Oberst habe die Unterschrift photographiert. (Redner weist die Photographie vor.) . Selbst die Ententeoffiziere seien entrüstet gewesen, daß es solche Vaterlands'berräter geben könnte. (Pfuirufe und starke Cntrüstungsrufe aus allen Seiten des -Hanfes mit Ausnahme der äußersten Linken.) Redner erklärt schließlich, ■' .- ■■ 1 ' t ' '' ■ ' : ' ' ' ' V .AttMt 1922 ' . Seite 8 er ririd feine Ministevkoltegeü würden keiner Herausfordes rung aus dem Weg<r gehen und seien be'eeit, jode Frage, wer mit den-Pttmänen konspiriert habe, der Entscheidung, .eines ttttabhänft irn Forilms zu unterbreiten. ' - . .'Abg./'E s.-i l l e rst vLÄreftet' sich des längeren.'-über die Nnsttällde/uirter. Venen die Mackst aus Len Händen.der sozicilistlschen Regievüng üv die' der Gegenrevolntlon übergegangen sei. Schließlich stellt Redner fest, die Rumänen seien von niemaudem ms Land gelassen worden, sonderir das Ariegsglück habe sie hierher gebracht. Dies hätten sie Bela Knn zu'verdanken gehabt. Dagegen.' giehe aus Aeußernngen des seinerzeitigen rumänischen Ministers Diamandi hervor, -daß, so oft die Rumänen aus Ungarn, hätten abgezogen werden sollen, Juden- und Arbeiterabordunngen um das weitere Verbleiben der Rumänen angesucht hätten. (Stürmische Aha'.-Ruse bei der Regieruugspart^i.). Der ehemalige Handelsniimster Abg. Hegyeshalmy beschuldigt die Komimmisten, die.Rettnng des von den Rnmänen verschleppten Eisenbahnmaterials im dauraiige»'"Werte von' 35 Milliarden Kronen mit der Motivierung verhindert zu haben, daß dadurch eine Panik verursacht werden würde? die den Sturz der. Proletarierdiktabur herbeiführen könnte. Das EisenbahnmatLrial müsse zwischen Donau und Theiß -belassen -we rden, denNjd-le Näteregieruug könne und werde diesen Landesteil unter allen Umständen bohaupten. Dies sei natürlich nicht der Fall gewesen und die Rumänen hätten ni-ehr als 42.000 Waggons geraubt, die in R-nmäuien auf Nebengeleise geschoben -worden seien, wo sie zugrunde gehen. Abg. H e i n r i ch (Parteiloser), der als Handelsunnister in der ans die Proletavievdiktatur-solgenden Fviedrich-Regiernng fungierte, bestätigt die Angaben des Borredmrs. Abg. Peidl (Sozialdemokrat) betont, er habe allerdings bei den Ru-mänen im Interesse der verfolgten Personen interveniert, doch hätten während der Herrschaft der Bolschewiken die Herren aus -dem gegnerifchen Lager ebenfalls bei einer srenrlden Macht Schutz gesucht. Als die Proletarievherrfchaft vorüber gewesen sei, sei er bestrebt gewesen, sein K o n z e n t r a t i o n s k a b i n e tt zustan-de. zu bringen. Wäre dies gelungen, so hätte die Konsolidierung raschere Fortschritte gemacht und vielleicht w ä re auch Runrpsungarn nicht so stark verstümmelt worden. Mmstevpräsident Graf B e t h l.e n (dazwischenrufend): Das ist derselbe Wähn, den Michael Karolyi von sich hegte! - Abg. Vaszouy erklärt, daß er ebenfalls bestätigen könne, daß seines Wissens n-ierna-ud die Rumänen ins Land oder nach Budapest geruftn habe. Er halte es ebenfalls für unzweckmäßig, daß diese Angelegelcheit zur Spräche gebracht worden sei. Der Interpellant Sandor erklärt, er sei zur Ileberzeugung gelangt, daß er durch diese Interpellation den größten Mißgriff seiner politischen Lanfbähn getan habe. -? Ministerpräsident Graf B e t h l en erklärt, daß auch nach seiner Neberzeugung die Debatte höchst überira Kampf gegen die Teuerung. B«achteo Sie unsere Preise für engl. Stoffe, Regenmantel, Leib- und Bettwäsche etc. m I Schiff mann fl., fäbdrstraSe 48 ToSephon 47-1-7® Sk gros Eia «SKtaii ms mgatammmum Reisebriefe Wien—Palästina. Von Wvlsgang Weisl. Smyrna. U-m den Besitz. Smyrnas, der-Hauptstadt des w-sstlichen Kleinasien, wird, derzeit em erbitterter Kampf geführt. Die T-strken Ke anal. Päschas wurden zwar in einer erbitterten Schlacht vor langen Monaten von. den Griechen geschlagen und auf eiue Lime znrückgadrän-gt, die die 'unersetzlichen Eis-subahnkrwtenpunkte Eskischchr und Kfinn-Kar-cchissar in den Besitz der Griechen läßt -— aber die Türken hoffen auf die Zeit. Sie) rechnen damit,, daß die Griechen bald nicht'mehr imstande'sein werden^ ihre Gruppen zu verpflegen, und tzebeu ihre Ansprüche a-üf Smyrna und' Adrianopel nicht Preis. Beide- Parteien sind ermüdet. Italienische Offiziere in Rhodos erzählten Mr, daß unaufhörlich Deserteure beider Parteien die Insel anlaüsen. In Smyrna sagt man, daß die Hälfte der Urlauber der griechischen Armee nicht mehr zu ihren Tr-uppe-nlör-pern einrücken und in Mevsina erzählten mir Rarsende, die aus denr' Innern der Türkei kamen, daß sie täglich ein oder, zwei Galgen ervichteg sahen, an,denen türkische Deserteure ausgeknüpft wurden. Aber stotz alldem ist keine der be-iden Parteien zum Nachgeben geneigt, und oft hörte ich: „Das ist ein ewiger Krieg, der nie enden wirb." Die Griechenkönnen die Türken -nicht besiegen, weil sie ihnen im Falle eines militärischen Erfolges nicht in die Wüsten Klein asiens folgen können; andererseits ist die mtl-rtärische Stellung -der Griechen, so ausgezeichnet, daß ein -entscheiidendsr Sieg dev Türken wohl sehr unwtchrscheinil'ich ist.'.Amkechin' will K e nt a l Pas ch a scheinbar einen letztm Versuch Machen und es ist ziemlich sicher, -daß er gegenwärttg sine' OAnfide vorbereitet. n'. . Noch -imnuer Krieg! Krieg in einem Lcyw, das so herrlich schön ist, daß nmn glauben müßte, es sei ein Paradies dos Friedens und des'Glückes, über dem sich der strahlende Himmel des Südens als z-Sükach Schälom" — als Hütte des Friedens — wölbt.' Undidöch' führen Hier die Tücken-seit 1908, -die Griechen seit 1916 Krieg. Ich sprach in Mers-iNa mÄ einem türkischen ^Ha-üptlnann,'der seine in Kvnstantinopel lebende Fa- .mtl-ie feit-IM'niW-mehr gefehen hat, und am.Mont'Payos, denn alten ^KestüngSbrvg-' ^SmyrwaH» i-tvaf ^-4ch einen Mvokatcn aus Athen, -der's-eit'sechs J-abre« als^sewöhnlichsr .Soldat dimt, seit über eimni Jahr als Telegraphist auf dem einfamen Berg über der weitgodchnten Stadt Snryma . . . f W-eum man aber vom. Mont Payos auf den Golf von Smyrn-ä-blickt, atzf die schimmernden Be-vgwande der Küste und auf M leuchtende Stadt mit ihren weißen Alauern und roten Dächern, die in üppige Gärten getaucht sind — da scheint es begreiflich, daß um den 'Besitz dieses herrlichen Landes so hart und so hartnäckig gestritten wird. Es ist.ein schönes Land; es könnte ein glückliches Land sein, tvenn die Menschen — nicht Menschen wären. Smyrna hat etwa 250.000 Einwohner, davon rund 40.000 Juden. Bis vor zwei oder drei Jahren gab es keine zionistische Organisation in Smyrna, obwohl einzelne Snryrmsten ans eigene Faust schon zu den Zeiten Abd ul Hamids für den zionlftischvn Gedanken warben. Erst als von Konstaritinopel im Jahre 1919 Werberodner nach Smyrn-a geschickt wurden, bildete sich hier eine Orga-nisation, Schiwath Sion, die heute über 1500 Mitglieder zählt und in geradezu beispielgebender Lbeise arbeitet. Eine solche Begeisterung, eine solche Avbeits- und Opferfreudiigk-ei-t, wie ich sie in Smyrna gefunden habe, habe -ich üwch nirgends gesehen. Die Juden Smyr-rras zcichmn' sich dnrch eine EMnfchaft ans, die man anderswo bei unseren Volksgenossen nur selten findet: sie verstehen zu mtponierchi -rlnd sie benützen jede Gelegenheit, um der ga^yen - Welt zu zeigen, daß sie — Juden und daher Zionisten sind. Eine solche Gelegenheit fand sich zum Beispiel, als das erste Schiff mit Chalnzim an Bord unter der blau-weißen Fahne in Smyrn a anlegte. We ans Komnrando wurden die jüdischen Geschäfte geschlossLn, die jüdischen Häuser .und am Hasen sogar die griechischen Hotels un>d Restaurants hißten die blau-tveiße Fahne und c-in mch Dachenden zählender Zug, die Musikkapelleder jüdischen Gemeinde an -der Spitze, zog zu-m Ha-ftn, um die ersten Palästiwawanderer zu begrüßen. - Alte, durchaus nicht sentimentale Männer voificherten mir, »daß dieser Tag der'schönste ihres Lebens getvesen sei und daß sie Tränen der Freude vergossen hättm, als sie znm erftear Male die jüdische Flagge vom'Heck eines Schiffes wchen sahen. - In Smyrna wird auch der 2. November, der Tag der Batfour-Dckla-vation anders gefeiert als in . a-rwevm- Ländern. Es ist. hier ein wirÄi^r. Fe-wrtag. .Me. Geschäfte sind geschlossen, alle Häuser,^alle. Synagogen und jüdischen Schulen werden beflaggt; Massen-Wloiistch-tion-cü nnk FahtiM und-Musik ans den Straßen es ist der Tag der jüdischen Befreiung, ben die Smyrnaer Juden hier, in einem im Kriegszustand befindlichen Lande, dessen'staatliche Zukunft noch lange nicht entschieden ist, als freie, stolze Menschen feiern. Mau merke: der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung Smyrnas ist nicht größer als der Wiens. Die politische Erziehung diel geringer, die -- Gefahr, iven-n mmx dieses Wort gebranchen will, sich den Unwillen der nichtsndischen Bevölkerung zuzuziehen, nngleich großer — und doch! . . .) , Tie Sy nag og e.n sind in Smyrna wahre „Bote^-Äilesset", - Berscmr-mluugshäuser. Anr SMa-t hissen sie die blauweiße Fcvhne „le-käbod Sabbat", im Innern festlich geschmückt, sind, sie nach dem Gottesdienst der Schauplatz von. regelmäßigen zionistischen Ver-sammlnngeu. Die zionistische Leitung, Smyrnas hat richtig erkannt, daß. Man'ifcst-at-lonen nrid Geldsammolu nicht das Weser: des Ziowismus ausmacher: und hat deshalb eine plarl-nrätzige Erziehrrng der Mischen Massen in ehtw vicklricht beispiellosen Weife begonnen. Jeder: Sabbat nach dun Gottesdienst f-’m-bcu in e-migen Tempsln Borrrägr in fpaniolifcher Sprache statt, -die den Wochen-ctbfchnitt, ein Kapitel ans der jüdischen Geschichte (.der ganze ,Mätz" wird auf -diese Weise vovgetragen) undein ziomfttsches Then:a behandeln. Diese Vorträge damr-n zwei bis drei Äun'den und die ,Synagogen sind bis auf das letzte Plätzchen besetzt; die -Ra-'bbiner und -der Großrcvbbiner -find uriter den Zrchörern. Der Eindruck ist für einen -Fremden überwäldigend. Als ich zum ersten Male , diesen Borträgeu beiwohnte, das Gotteshaus, mit den mit kostbaren' Teppichen beha-nge-rien Wänden und mit seinen mit goldg-est-ickicr Seide n-inhüllten Säulen, die' Fckhrren urid Standarten, der zionistischen Vereine über den Häuptern -der vielhunden-köpfigen Monge sah; als ich die Monge selbst den Worten ihrer -Führer mit erschütternde:' Andacht tau schen .sah, da erfaßte mich tiefe Rührnng. Die Arbeit für «den Keren Hajes-s-o4 hat ln -Dlnyrnu noch nicht begonmn und die für den Keren Käse n: e i h ist noch in den Anfängen. Die Landeskvrnmiss-ion des Jüdischen Nuttonalfonds wurde während meines Ilufenthaltes ko>;stituiert. Ein' großzügiges Achortspro'grmmn hoerr-tnoch -der Dnrchführü»D. Immerhin: Smyrna, das ein Koutiugeni von 2000 Pflind Sterling für 1922 dem Jüdischen Rationalf-onds beizu« steuern hat, war die e-iüz-i-ge Stadt, wo man urir lächelnd versicherte, man werde das Kontingent bestimutt. überschreiten. Es