Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1254 (28.7.1922)
- Date
- 1922-07-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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■r" "■'wrr1 111 """"’Y""""".piW,WPV <«i^ ‘,-fc “* ‘ -Ä-X'- f «eite 4 Wien, Freitag Wiener Movgerrzeituns. lach Gallien befördert. Am zweiten Tage erschienMch der ruropäische Generaldirektor des I o i n t, Herr Dr. Bernjarfc Kahn. Man konnte aus feinen Blicken, di« Uebe;rzeu-;nug und Bcfriedignng lesen, daß diesmal seyre Institution nnem edlen,, für diele Menschen lebenswichtigen Zwecke ihre Mittel geliehen habe. Samstag abends geht eiw kleiner Transvort von Bukowinaer Kriegsflüchtlingen ab.' ' .. .S. Al- Die neuen Telephongebühren. Tie von uns bereits augekünldigte Erhöhung der Tele. Phmrgebühren tritt am 1. August in Kraft. Don diesem Tage ' an gelten die folgenden Sätze: Wiener Ortsverkehr 10g K., erste und zweite Nahzone 180 und 260 K-, erste' Fernzone 360 K., zweite Zone 540 K., dritte Zone 900 K. und vierte Zone 1440 $. Die Sprechgcbühren für die fünf Zonen in Deutschland betragen 360, 700, 1400, 2100, 2800 K.; für die Tschccho-Siowakei: erste Zone 2640 K., zweite Zone 3300 K., dritte Zone 5280 K., vierte Zone 6600 K., und für Pollen für die dritte und vierte Zone 6500 und 73o0 K. Für Jugoslawien gelten bis Marburg, Pettaü, Cilli, Steinbruck, Windisch-Feistritz IN Centimes (9000 K.); für Laibach und Agram 200 Centimes (12.000 K.), und für Brod a. d. S. 2N Centimes (15.000 KZ. Für Gösprächsaufforderungen sind 6000 K. zu entrichten. ' Für Ungarn kosten: Kecskemet 7500- K., Budapest 6000 K., Steinamanger 6000 K., Raab 600g K.' imd Dodenburg 4500 K. Aufforderung 30o0 K. Wiener-Neustadt zahlt nach Oedenburg 3000 K. Die Sprechgebühren mit Italien betragen: Wien— Triest.420 Centimes (25.200 K.) und für alle anderen Beziehungen 300 Centimes (18.000 K.). Für dringende Gespräche wird doS Dreifache, für Avisimtd Absagegebühr das Einfache des -'gewöhnlichen Gesprächs berechnet. - Geqen den Lebensmittelwucher. Ein Vertreter der Central-Correspondmz hatte dieser Tage Ifttterredungen mit dem Polizeipräftdenten Schober und dem Vorstand des Kriegswuchevamtes Regierungsrat Zorn, ferner mit Sektionschef Dr. Haager und Ministerialrat Dr. Allgäuer dom Ernährnngsamt sowie ton Borsitzenden der Preisprüfinvgsstelle Hofrat Wind über die den Behor-den zur Verfügung stehenden Mitteln zur Bekämpfung des Lebensmittelpreis-wuchers sowie des Warenwuchers überhaupt. Die in.diesen Unterredungen enthaltenen Mitteilungen lassen den Schluß zu, daß die wirksame Bekämpfung des Preiswuchers zumeist durch die Jndolenz des PubIiku ms f e l b st behindert wird. So wurden wiederholt Aktionen zur Niederhaltung der Preife auf den Lebensmittelmärkten durch, das Publikum erschtvert und iu manchen Fällen 'gew ml tf a m verhindert. Solange sich dem Preiswucher nicht die disziplinierten organisierten Konsumenten gegenüberstellen/ fehlt der Bekämpfung des Wuchers durch die Behörden die wichtigste Stütze — das Publikum. Ein wesentliches Hemmnis für die Hintanhaltung der Uebervorteibnngdes Publikumsdurch das fortgesetzte Hinaufnumerieren -er Preise selbst alter Warenbestände bildet das seit dem vorigen Jahre bestehende Gesetz, wonach bei Verfolgung von Preistreibereifällen auf die Nachschaffungskosten der betreffenden Waren billige Rücksicht zu nehmen sei. Durch diese Maßnahme ist jetzt der Konsument noch mehr als bisher dem Sturm von Preiserhöhungen schutzlos aus gesetzt. Dazu kommt die seit der Aufhebung der staatlichen Zwangswirtschaft erngetretene Diktatwirtschaft privater T r u st s, Kar t e l l e nach genossenschaftlicher Preis Vereinbarungen, wodurch die vom Handel so dringerch gewünschte Wiedereinführung der freien Konkurrenz so gut wie illusorisch gemacht ist. Di« Behörden suchen diesen, das konsumierende Publikum unter Pvejszwang setzerchen VerkausspreisvereiMakun-gen eutgegenzutvetey, doch sie machen hierbei die Erfahrung, daß bei Verbot solcher offizieller Preisdiktate sofort die, Umgehung des Verbotes durch stillschweigende Pr eisv ereinbar u n g e n eintritt, indem die Genossenschafter anstatt der offiziellen Preistarife jeder für sich die ,^mgesagten" Preise der Kundschaft vorschreibt. Auch der langwierige prozessnale Weg, der bei der Verfolgung von Preis twibereifällen beschritten werden muß, bedeutet für die Bekämpfung des Preiswuchers große Schwierigkeiten. Die Strafe — sagte einer der befragten Funktionäre — soll den Ue-beltäter „ereilen", aber nicht „erlangsa me u". Der Mangel einer sofort strafkompetenten Behörde macht alle Anstrengungen zur Bekämpfung des Warenwuchers fast illusorisch. Auch die Wirksamkeit der Preisprüfungsst eile wird durch das Abseitsstchen der eigentlichen Konsumenten erschwert. Wohl fitzen in der Kommission der Preisprüfungsstelle neben Produzenten und Händlern auch Vertreter von Konsumentovganisationen (Konsumvereine usw.). Diese sind aber ihrer ganzen Konstruktion nach ebenfalls als Großhändler azusshen, so daß bei der Abgabe von.Gutachten durch die Mitglieder der Prsisprüfungsstette der wirkliche Konsument gar nicht zu Wort kommt. Die wirksamste Hilfe gegen den Preiswucher wäre — wie gesagt — eine stramme Organisation der .Konsumenten. * Wer das Volk ausbeutet. Am 26. d. hat der 33jährige Marftviktualienhändler Friedrich Hat las auf seinem Stande auf dem Volkertmarkt bessere Kartoffeln, vermischt mit Futter l a'r t o fs e l n, zum Preise von 700 K. für das Kilo- **- Tf.td)—Stiii-ta-i- PMWMMW r ' -1äer 'Bänkfirma M. Mfiriifef -r? ,, -ja v .!!.«•'.i-- begtü£Wü^?cKiiÄ”ffirSi ÄÄ'MffM-*'’"'’ ‘fi-. Anlässlich der Yerlobudg des Herrn .nj|t FrLultzjn.ItDH , gkatusiL^ berrlicbst . famitte-kLdstiMYilsell Max Werber und Frau zeigen die Gebuft eines gesunden Knaben an « «-■ »o»»Atz»»»ck««G,'»« ■ * a * ■ ■ ■ a n ■ »w» io. bis 18. September ^922 ■ Günstigste Kanfgelegenlieit;! für alle Brauchet! £ ■ 4p00 Aussteller aus dem In- und Ausland J' Abteiluuür f^r Roh^toße uitid Üaiblaiuikatc Batttu^sse * AUß Auskünfte erteilt die! Wiener Messe A.-Q, Wien, VII., Messepalast » 459 . . » tzramm feilgeboten. Wegen der-schlechten Brschasftuheit. der 8?are chsmächtigte sich der M-arktbesncher eine große Aufregung. Als Hättas sah, wie sich das Publikum entriistete, beschimpfte er eine Frau, und mißhandelte-sie.. Der Schlossergehilfe Georg N eu w ir th nahm die mißhandelte - Frau in. .Schutz,,, -und Hat-täs ging deshalb gegen. - ihn mit e i n e nt ,S ch n a p pmesser lost Cr wurde von seiner Frau von Weiteren Tätlichkeiten abgehästen. Hattos sah, daß jetzt die Wut der Diarttbesucher aufs-Höchste gestiegen war und flüchtete.in ein,Gasthaus. Er. wurde ungehalten. Gegen ihn ist die Strasamtshandlung eingeleiiet.' , * Schnellzugsverkehr auf der Westbahn, Wogon, starken Roistndenanbresn-ges W^rkHrt > Mobgon, oüsncchmswoiise - der Schnellzug E 205 von'''Wen-Mostbahrthof übst Salzburg nach Jnnsbvück. (W-ien-MesGcphnlhof alb 18 Uhr 6 Mut., Innsbruck an 8 Uhr 40 Min.) * Die Rot der Zritunjsen. Wie die Bläter nwlden, .habm dom 12. Nachtrag 'der amtlichen ZeitungspreiM.ste zufolge im Jahre 1922 226 Zeitungen und Zeitschriften ihr Erschemen vingchellt. * Die Vorlesungen Einsteins geschlossen. Alts Bevlisi wird uns gemeldet: Prof. C i n ft e i n hat ftir die Zeit der Sottnmrreisen seine Borlesungett e-ingestellt, bä meist tmr ncugierige Ausländer in den Hörsoal käüten. ' * Amtlicher Wetterbericht. Mitteleuropa wird ttöch. immer von kühlen, westlichen Winden überweht. In Oesterreich sind gestern-nur geringe Nicderchläge gefallen. In Wien säh es heute aber, nur vorübergehend aufgebrochen. In Wien sah es heute zeitweise sehr regendrohen-d önst Vorhersage: Meist bedeckter Himmel, zeitweise etwas.Regen, kühle, anhaltende Westwinde. Derzeit keine Aussicht auf baldige, bauernde Besserung. * Kofch'ek'iSelck'.Waren. Scklwfeld. Fellner L Co., 11., Laidgasse-8. läßlich frisch-Lballtztm'Äabatt. * Das Tuchhaus «ttna Kalperu eMnei benie sein Pager in vltg.. engliscben Herren- und Domensidffen^ stanz. Psloüken re Und emdsiebll sich dem P. T. PubimUm mit seinen fiauntnv billigen Eröfsnungspreisen. Jüdischer Frauenbund. IX., Lie^tensteivstroße 11/13. fpenhe tto ij s p» e i r deränlandsaktion für t n d e r u n d G r e i \ t » b ttt 80. Juni dis 26. Jul! ■ .1922. . ffpcu Anna Berkowitz. IX. 13.000 % Frl. El. Otliste Löwenthol, II. 2100, Unaenannt 1000, Herr M. Schenker» Gottesryan, U. (Monoikbeitraq) ö00. Anonom (Mor-alrbeilrag) bsty. tzrgü Pcllak, XVM. LvÜ. Korr Pp. Mtdan. Reichniann, iM. mlim&ihAm brilrag) .400, Frau Pauline Plokky. IX. 400, Frau Stfkla Selb chan. VI. (5 Monatsbeistäye) 1000,7 Kunfteltoetke. Atzyersh'orf (Hüjdjdhresbttiragl 5000. Kerr Äar! SeidMn, VII., anlMch der cheourt einiis Hohnis S00v. FM Idfefa Ciref (2 MönäkS' beitrSge 3000. Diverse 15oo K., stUherer Au-chei» SM300 K., zwamtnen SS7.000 K 28. Juli 1922 Rr. 1284 Dereine, Vorträge und Berfammlungsn. Zweiter Buk v w i n a e r .6 e i m Kehr e rr a;n tz.p o ir/f.^ Der Mukywmier Zentralverband ladet alle Dlttälieder.für den...am.Mmsfaa.tzfn 29.. d„ .10. Uhr nachts,, vom VoVdbahnhvi, ..Balmsteti 'Mietihöf", abgedende f zweiten Butkvwmaer KetmKihKr'lrat:S^'okt ein.' ftörlF^.fbfti‘!Mf.'-Af(briheii‘-?Werks, Deftobschjehetirder keimkedtenden ^Vervondsmitgliedrr nych der.Pwkpwino. 7;- Sonntag Leu 30,.d.,-aukerordentliche Verb.dno^i)tttsston.i'm LafL' „Edison".' I.. Frän'z.Föstf^Aqi. 1. Stock. PünN'O llbl yormiltags) für 'alle'Mitglieder. Gäste' millkömmen. Dörtsebst Neüaltfnahm'en.^ " ''N .^ . r F rft ech e n sw e r<s a-m m l u-n g. Der Landesverband Wjen des Zen!ralverbendes -der - Kriege,invaliden und. Ariedrrbsnlerhlikbei'en und . hie Anttmi!ttansltsche,Dereinigung.der «demckrqfü' KrieasreilNelimpr verailskMü "ach Svnntag. öen W. b.. 9 Wr^'vdrm ttögsjffll Weigls DiebirpütH AathariNeNholle. eine Mokünoeriommlung der. Arbeitsr^l' ndm ehrmaligen Kiiegsteilnehmet unter dem Thema»Hie wieder Krieg!". ... T e ch n i.f. cb c s.;jW uf e u m. Samstag den 89.. d.. 3 llkr nachmittags, FLkriingsvorlraq Vorstand §ng. S. Sieizer: ..Die Grw'nnvng unserer Boustofse." —. Sonntag den 80. d.» 10 Uhr vormittags.- tm groften Körsaal Lichtbiiüervox» trag: ».Technischer Monatsbe? icht. über reue Erkenntnisse und Erfindungen" von Kustos 2ng. Dr. Franz Sed'acek. Die LebeAtzwittermLrkte. Sehr schwäche« Absatz. Die unausgesetzten Steigerungen der lebettswichtigetl Artikel, immentlich des Fleisches und des' Fett c s, bewirkerr fast vollständige Stockung des Geschäftes.- Unter dem Drücke.dieser Erscheinung mußten gestern in der Großmarkthalle im Großhandel die Preise für Rindfleisch um 400 K., für Schiveinesteisch um 200 K. heruntergesetzt Werden. Dagegen wurden die Preise für Kälber, Schafe und Fleischschweine noch weiter um 400 K. in die Höhe gesetzt. Im Detailhandel blieben die Preise unverändert, doch erwartet man allgemein mit Rücksicht auf das bessere Wetter «und den überaus schwachen Konsum ein Abbröckeln der Preise, um so nrehr, als gestern mit der Bahn neun Waggonladungen mit verschiedenen Fleischgattungen angekommen sind. Seefische haben einen Preis von 2200 K., beziehungsweise 2800 K. pro Kilogramm erreicht. Die Grünwarenmärkte wiesen eine etwas reichlichere Beschickung auf, trotzdem konnten sich die Preise im allgemeinen behaupten. Für grüne Fisölen wurden sogar noch höhere Preise erzielt als in den Vortagen, das Kilogramm stellte sich auf dem Naschmarkte auf 2400 bis 3000 Kronen. Die gute Beschickring des Obstmarktes. bewirkte ein leichtes Nachgeben der Preise^für Pflaumen minderer Qualität nm zirka 400 K.^ und ftir Marillen um-200 K. pro Kilogramm. Erstere stellten sich auf den: Naschmarkt auf 1000 K., letztere auf 1600 K. im Großhandel , pro. Kilogramm. Große Erbitterung rufen die Forderungen für Eier hervor. Der Preis von 400 K. fü ein Stück genügt vielen Verkäufern nicht, und imter Berufung darauf, daß es sich um ungarische Eier handelt, werden Preise über 400 Kronen hinaüs verlangt. Die Händler haben sich in den beanständeten Fällen mit ihren Fakturen auszuweise.lt, woher die Eier stammen, damit Ucbervortetlungen der Bevölkerung hintangehalten tverden. Das teure Gemüse. In der letzten,Zcit habeit auf den Gärtnermärkten die Preise für die gangbarsten Gemüsesorten von Tag zu Tag sehr namhafte Erhöhungen erfahren. Da der Marktamtsdirektion eine Grundlage zur Ueberprüfnitg dieser Preise /hlt,' hat der Bürgermeister verfügt, daß die Genosscttid'-aü rt Zier- und Getnusegürtner zu ersuchen ist, eine Kalku'.Lston ü(vt die wichtigsten Gemüstpreise dem Marktamtr viU'stll.'g.-t. Das MarklanV wird dann prnstn, ob die jcweil? lnn Greife auch mtsächltch als gerechtfertigt bezeichnet werrm ornen. Eine ^unlih9chschule in Wien. Eine parlamentarische Akiion. Ein vernünftiger Antrag, der die Umwandluttg der Wiener Ak ad ein ie für Musik und darstellende Kunst, dte'btsher eine Mittelschule war, in eine Hochschule bezweckt, wurde im Nationalrat eingebracht. In dem Anträge heißt es: „Die Wiener Akademie für Musik Md. darstelleltde Kunst nimmt, was ihren künstlerischetr Ruf itub ihre Leistungen betrifft, anerkanntermaßen die ' e r st e S t e ll u n^g i n d.e r W e l t ein, muß sich aber noch imnter damit begnügen, als Mittelschule bewertet zu werden. Dieser Umstand ist ltmso beschämender, als. ja dje deutscheir uub die sonstigen Lander, ja sogar die Nachfolgestaaten der alten Monarchie, ihre wichtigsten Musiklehranstalten, in den Ratrg einer Hochschule erhoben haben. Durch dem Zusammenbruch der alten Monarchie wurde die Notwendigkeit der Erhebung der . Akademie zur Kunsthochschule geradezu zu einem sozialen Gebote,, ja. zu einer sozialen Verpflichtung, die der. Staat der Wahimug und der weiteren Pflege des historisch enRufes der Stadt Wien schuldet. Trotz aller ihn: durch die Politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse gelegten Fesseln bewahrt Wien seine altbewährte Anziehilngskraft als Külturmittelpunkt, und es ist eine vaterländische Pflicht, die reichen Kulfttrschatze attszuwerten, die wir glnÄlicherweise gerade in Wien-besitzen. Eine Tat in. dieser Heute Eröffnung! Grosser Eteklameverkatif von original englischen Herren Mina Halpern und HDamenstoffen zu ‘billigen Eröffcaungspreisen 1