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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-22 · Heft 1248 (22.7.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1248 (22.7.1922)
Date
1922-07-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Üx. 1248 Ven, 'Samstag Wiener Morsenzeriung. SS. Suli 1SZS Gerte S Fch' mußte das t'ljeoretiicl) zur. Ehrd des deutschen Volkes billigen, konnte aber, leider' nicht hoffen, daß {•* dieser/Be« ziehung die Praxis des Volkes allenthalben mH der Theorie der Volksvertreter übereinstiimnen würde. Vielmehr fürchtete ich, durch t r anr ig e Er f a I) r u n g e n verblaßt, daß religiöser Fanatisucus und zünftiger Eigennutz an vielen Orten die .Bezeichnung: „jede?.' Deutsche" nicht für die Juden würde gelten lassen. Hatte nun die Nationalversammlung in der an sich viel klareren Nationalitätsfrage die besondere feierliche Erklärung für notwendig erachtet, das; alle nichtdeutschen Bew.ohner der deutschen Lande mit den Deutschen völlig gleichberechtigt sein sollen, s o hielt ich eine ä h nliche E r k l ä r n n g z ngnnsten der Juden für weit dringender. Ich brachte daher in der Sitzung vom 18. Juli einen dringlichen Antrag ein, der mit seiner Motivierung lautete wie folgt: „Vollkommen zu billigen ist es, daß die völlige Befreiung der Inden von dem auf ihnen lastenden Unrecht als sich von selbst verstehend unter den Grundrechten der Deutschen nicht ausdrücklich angeführt wird. Mein dadurch ist das Vorurteil gegen die Juden nicht allgemein uttb völlig beseitigt, und es wird sich gewiß dadurch äußeru, daß viele Gemeinden den Inden gerade b i c Rechte verweigern werden, welche der Paragraph 2 allen Dcutschen zusichern will. Mit Grund mitB man befürchten, da ß dabei sich viele Ä r e u e l s z e n e n wiederholen w e r d e n, d i e gtei ch die ersten Wochen unserer Freiheit geschändet Hab e n. Daher erlaube ich mir, die hohe Versammlung aufzufordern,. noch, vor der Abstimmung über den Paragraph 2 des Grundrechtes ihren, mächtigen moralischen Einfluß gum Schutz unserer jüdischen Mitbürger wirksam zu machen. Zn diesem Zweck stelle ich den Antrag: „Die Nationalversammlnug wolle die Jud.n frage durch eine besondere Abstimmung ausdrücklich und feierlich dahin entscheiden,.daß sie die völlige Gleichberechtigung der Juden für . eine Ehren- und Gewissenspflicht des deutschen Volkes erklärt.",... Was hätte der freiheitlich denkende Schnselka vom Jahre 1848 gesagt, wenn er die „Greuelszenen" gefanut hätte, die durch die „RasseS-Temung Wabers und seiner Kongenialen 'n dem Oesterreich v:n arlno 1922 verübt worden sind! nn. — SchWierigkeites' im HaNpLausschrrtz. Der Hanptansschuß trat gestern vormittags zu ,incr Sitzung zusammen,, die bis 1 Uhr nachmittags dauerte. Auf der Tagesordnung stand der Antrag der Regierung betreffend die Festsetzung der Gebühren für die Beförderung von Po st s e n d u n g e n, ferner ein Eintrag über die.Erhöhung der Telegraphen- und T e l e p h o n g e b n h r e n, weiters' der Erlaß eines Ansfuhrverbotes für Automobile, dann eine Letotdnuug über die Festsetzung des Wertes der StciicvctuVii zue Bemessung der Einkommensteuer und die Abänderung der S:e:tciiabcll:n ab 1.. August 1922. Schließ- ' sich stand noch eine Bereudm.ug betreffend die Wahlen bei den landwirtschaftlichen Krankenkassen zur Verhandlung. Dieser Punkt wurde Zuerst in Beratung gezogen und es ergaben sich hier Disserenzen m den Anschauungen über den. 8 .^.zwischen dm Bv'ZN a (\'x Mt l,k,'a.te n i und . den ' Christlichsozialen. Äi-escr Paragrapb bestinnnt, das; die Wahlen auch schriftlich vargeitantmen werden -können. Dagegen opponierten die Sozial-. dentakratert und „5 entspann sich eine erregte Debatte. Die Sitzung wurde abgebrochen und die Debatte vertagt. Postarbeit im Natioaalrat. Passive Resistenz ddr Staatsdruckerei. ■ In dern Wust von Finanz- und anderen Vorlagen, die der National rat noch vor den Sommerferson verabschieden soll, kennt sich 'niemand 'mehr aus, äm allerwenigsten die Herren Abgeordneten selbst. Was weiter nicht verwunderlich ist, da die Verhandlung, meist ans Grund mündlicher Berichterstattung vor sich gehen muß, ineil die Arbeiter der Staatsdruckerei wegen der zögernden Behandlung des Staatsarbeitergesetzes keine Arbeiten für den Nasionalrat leisten. Hertte sollte die letzte Sitzung des Nationa'lrates stattsinden, Lwch mußte man schließlich dm heutigen Tag sitzungsfrei halten, da die Großdentschert erklärten, sie müßten unbedingt an einem Turnfest in Linz tevlnehinen. Im übrigen gibt es noch Schwierigkeiten genug, teils ftub sie auf Unstimmigkeiten in der Chrisilichsozialen Bereinigung, teils auf die sozialdemokratische Opposition znrückzusühreu, die beispielsweise darauf besteht, daß der Beamtena'bbau nur. im Einvernehnteu mit den Personalvertretungen durchgeführt werde, und die Forderung der Agrarier nach Freigabe der Vieh aus fuhr als Kampfansage ansicht. Urtier diesen' Untständen mußten mehrere Vorlagett, über die eilte Einigung der Parteien noch nicht erzielt ist, von der Dagesovdnung abgefetzt werden. In der gestrigen Sitzung wurden zunächst das S ch i f f s a b tr e t n n gsge s e tz, und der Kredit für die landwirtschäftsich en Krankenkassen ohlte Debatte 'beschlossen. Nicht so glatt ging die Erledigung der V e r b r «tt ch s st e u e r n o v e 4 le, die nach sehr Hefiigett Rededuellen zwischen Agrariern und Sozialistett gegen die Stimmen der Sozialdemokraten in zweiter Lesung angelt o m in e n wttrde. .Auch das Saccharin st e. u e r g e s e tz und die Es.sigsäure ft euer wurden gegen die Stimnten der Sozialdemokraten beschlossen. Der Vollständigkeit halber seien von den ain Schlüsse der Sitzung dnrchgepeitschteir Gegenständen noch erwähnt: das Abgabe nie i l n n g s g e s e tz, ein Nachtrag znnr Penfionsgesetz über das .Sterbeqnartal trnd der Bericht des Unterfuchungsausschnsses über die Verwertnng der Fisch«mender Werke. Nächste Sitzung: Montag den 24. Juli, 12 Uhr mittags. Die Ältentate aus üas BurgeALand. Budapest, 21. Juli. (Tel. 'der „Winter Morgenzeitüng".) Aus Westungarn wurden' heute 38 Aufständische eingebracht. Auch in Budapest wurden mehrere Verhaftungen vorgettommen, darunter die Anftlft-4rHtü^ütä.tspro.fesfor Meszaros, Pater Ludwig Borris und Rittmeister Nikolaus Bndcthazy, sowie eine Anzahl von. Geistlichen, Studenten, Bea'^lin und Reserveoffiziere. Sie wurden dem Gerichtshof für Die heute bei der Polizei Eingesiefertett wurden von ihren ft« den Zellen befindlichen Genossin auf beut Hofe mit Elsen- R tt fe tt begrüßt. Sie erzählen, daß die Oesterreicher bei Hageudors 23 Tote und 47 Verwundete gehabt hätten, . was "bestimm: eilte Lüge ist. In Verbindung mit den westnngarischeit Ereignissen war auch die Nachricht verbreitet, daß Graf Anton Sigr.ay iit seinour Schloß in Ivane die Bewegung geleitet habe. Graf Sigray erklärte einem Atitarbciter des in Steiuaniattger erscheittenden „Vas Varineghe" (Eisenburger Kontitat), daß er mit der Bewegung gar nichts zu tun habe. Der Oberstadchauiptmann-Stellvertreter. Andrejka erklärte einem Mitarbeiter des „Viradat": Gestern bis spät nachts wurden die westnngar-ischett Anfftändischen verhört. Hie rar tf wurden sie>brn Vevhaftnngett vorgenontnten -itnd ntehr als 200 Leute in das Schubhans gebracht. Heute vorntittaas wttrdett die Verhöre fortgesetzt. Der Preiswucher auf dem Lande. Die ttiederösterreichiche LaNdesregiertmg hat sich in ibreV Sitzung vom 20. d. eingeheitd mit der Frage der Bekämpfung der in den Genteittden Niederösterreichs tvährgenonnttencn Prei s exzefse befaßt und die Ansarbeitung einer Verordn lntitg beschlossen, mit welcher die Errichtung vott P r e i s k o ntroll stellen unter Beiziehnng von Jnteressentenvertretern (Gewerbetreibenden itnd Konsnvtenten) bei. den Bezirkshaupt- Mannschaften verfugt wird. Das österreichische Konsulat i« Lemberg.; Ans Lemberg schreibt man uns: Nach einer mehrwöchtgen Pause hat das hiesiege deutschösterreichische Konsulat seine Amtstätigkeit für die Parteien wieder anfgenommen, ttachdem ettdlich der Lembcrger Magistrat dem Konsulat entsprechettde Antisräimte zur Verfügung gestellt hat. Es bedurste erst wiederholter Juterveutionett von seiten der Handslskammer und der kanfmännischeit Organisaiioneit, mit die hiesigen kommunalen Behörden zur Erfüllinig dieser Höslichkeitspflicht zu veranlassen. Oesterrerch und Mexrke. Ein soebert hier eMetrofsener österreichischer Buch« yäudler ans der HanptsWdt von Mexiko macht ini§ folgende Mitteilungen über Wnes interessante Land: Mexiko Beginnt sich aus der zehnjährigett 'Revolutiott lartgfam 31t erholen, und sollte die Anerkemuing der Obregon-Regieruttg in der nächstett Zeit durch Washington erfolgen, so geht dieses ntärchenhaft reiche Land zweifelsohne einer vorher nie gesehenen Zttkunft entgegen, derut Mexiko ist ohne Zweifel das reichste Land am amerikanischen Kotttinent. i Die Wiener Frühjahrsmesse hat eine Anzahl Besucher ans Mexiko angezogen, und es ist eine merkliche Hebung der geschäftlichen Beziehungen zwisch'ett.Oesterreich und Mexiko bemerkbar, die hoffentlich andauern wird, zur Fövderung der freundschaftlichen Beziehutrgen zwischen den Beibcit Republiken. Mexiko bezieht aus Oesterreich namentlich Rafierden Pefter Landbezirk eingeliefert. In der Provinz ift die Polizei und Gedarmerie tätig, alle Verdächtigett.festzunchmen, Asg m bietet jedem unsere einzigartige Auswahl in Regenmänteln, engl. Stoffen, Damenuna Herrenwäsche, Strick- und Wirkwaren II., täborstraSe 48 Teleuhost 47-1-7« En gros En efeiail Sommertsae In Abbazis. Ouvertüre. Welche Wollttst, das Wort Abbazia hinzuschretben, in -essen Rhythmus schott der zitternde, samtene Sonncnglanz auf und nieder wogt, verführerisch. auch für kühlere Na- 'tttrett, dom Klang des Wortes nachzuhorchen? Mau nannte Abbazia die Perle der Adria. Und es scheint auch herausgewachsett aus der Natur, aus Fels und Meer und. Waldgrütt aufgeblüht, ltiib darum war ich erstmutt über das Denktnal eittes Mannes namens Friedrich Jnlitts Schüler, des Schöpfers von Wbazia — also ein ntenschlich Werk — und ebenso berührt dort der Gedenktafel Billroths, dessen ewig spendendes Herz Abbazia gefördert, die krhstigstett JNtpulse zur Ausgestaltung der Sonnettwtlnderknr gegeben hak. Die kleittc verlassene Abteikirche St. Jakob (Abbate! Abbazia!) ist schon vor vier Jahrhttnderten hier gestanden, ziivischen Linden, edlen Kastanien und wilden Rosen, wahrend die Zypressen das Pflanzwerk späterer Hände zil sein scheinen . . . Ich will „nur" bemerken, daß von weither fruchtbares Erdreich geholt wurde, damit man es dein widerspenstigett Karstgesteitt aufpfropfe, die übermenschliche Leistung eines Menschenalters, und ans dieser fremden Erde, die ihre Heitnat gefunden hat, grünen sie mut: Pinien, Zypressen, Lorbeer, Oliven, Kakteen, Feigeit nub die bunte Reihe südlicher Koyiseren! Ein Blick hinüber. Da liegen die matten Inseln, das italiettische Cherso und das jttgoslawische Beglia, Brüder und dennoch getrennt dttrch die. Laune eines Zeitgeistes, dessen Widersprüche ich nicht erklären will . . . und zur Linken das romantisch verklärte Fiume, ein Gemisch aus Wien und Venedig, das nicht leben und nicht sterben kann, iit eineit politischen Kanchs hin eilt gezogen, dessen Ende nicht abzusehert ist, begehrt von den Italienissimi, Croati, Autonomisti, ja begehrt aber'nicht verstanden, und wenn nicht in Besitz genommen, auch schon vergessen. Und Abrrzia? Es schert sich nicht um die Irr- und Sthleichwege der Diploiitatie, cs vibriert in stolzer Schönheit und läßt die Sonne scheinen auf Schuldige und Unschuldige. Wr.nmi'ft mit die Landschaft werben, wenn man sie ge- ' iiießen will. Eitt Letztes, Ällerletztes gibt sie nicht her, und da? ist gut so. Akan stellt sich darauf ein, jeden Augenblick auf ein itoch nicht Erlebtes, nur dem Gemüt des lyrischen Wanderers Erlebhares zu stoßen. Und Plötzlich 'übertommt dich die Erkenntnis: hier gibt es nichts Unbeherrschtes. Alles: Meer, Sonne, Fels, Vegetation, wenn auch in ewiger Erregung,. erscheint zu greifbarer Form kristallisiert, Triumph der Natur und des bewußten Schöpferwillens. Geist, Auge, Ohr schlürfen Licht und Duft und Aether und Farbe mit tieffter, tröstlichster Genugtuung. Ter Triumph der Natur bedeutet seligen Rhychmus: Neigen der Barkert, Schweben der.Segelboote, die Idylle bärtiger, verwitterter Gondolieregesichter —7 umspannt von einem Himntel, der trotz eines südlichen Charakters die letzte Glut Kurückbehält und den Norden doppelt mystisch ntacht. Die Unruhe des großstädtischen Herzenfindet zurück zur Harmonie. . Das Alltägliche im Wunderbaren sind die Wohltaten für die Sinne. Die Sprache der Mbazianer klingt dir nicht fremd. Du hörst in diesem italienischen Adriastecken, wie in den Zeiten Bon „Einst" das Deutsche überall, das'Ungarische und Kroatische, Zeitungen, Zeitschriften in diesen Sprachen sind allenthalben in den Cafes, Hotels, Pensionen, im Lesesaal des Spielkasinos! (Circolo bei Forestieri) zu ftttbett, und das, was Abbazia zivilisatorisch modelliert hat, das österreichsiche und ungarische Wesen —- ist unverändert geblieben. Grüße, bon giorno, dobr dan, gleich freundlich . . . Ergötzen in den Wellen, schwimmend, dar Sonne die Haut zum Bräunen preisgegeben, Fahrt aus der Barke, ttachdeur der Gondoliere dich schmeichlerisch eingefairgen, Segel gehißt, als ginge es aufs Weltmeer! Spaziergänge das Meerufer entlang, durch dichte Laubgänge voller Sonnenkringel oder durch Abendkühle, panz der Stimmttng des Gastes anheimgegegebeu. Was w<lst. dn mehr? Birra Dreher, echte Teschener Butter, alle Arten Kirschen, Erdbeeren, Ribisel, Marillen, Blumen auf den linnengedeckten Tischen (Margüeriten, Möhn, Nelken, Pelargonien) in steter Abwechslung, Menschen aus den Vereinigten Staaten, aus Prag, Kalifornien, Bratislava, Budapest, und sogar aus dem — regno! Ein sich mehrender Zustrom aus Mitteleuropa, seitdem täglich Züge aus Wien und Budapest iit vierzehnstündtger direkter Fahrt hierher laufen. Willst du Musik hören, begib dich zur Fünsuhrjause iM Quarnero,'wo Wiener Exportschlager nnt etwas steifer Grandezza feilgeboten, Foxtrott und Shimmy getanzt werden in bürgerlichen Grenzep .. Die Roulettische, die Bakkarättische sind voll besetzt. Die breiten Glastüren offen, hinaus zum Meer. .Es dunkelt schon. Fern die kleine» Lichter von - Fiume . . . die Inseln Begl-ia und Cherso zum Greifeit nahe. . . Fischerboote mit großen Lichtern, die Opfer auzttlocken, du hörst das Meer rauschen und die Rottlettckttgel rollen und verdämnterst dich in diesent seltenen Z'.tsammettspiel.. Die ttahen Orte atu Strattd sind dir leicht erreichbär. Aitiofahrt-hinauf zur Station Mattuglie in hinreißenden Kurven voller Neberraschungen, wettn Bit dich vom Meer entfernft und dem Norden znstrebst . . . Spaziergänge nach Lovrcma, diesem edlen Ruhepnnkt, der in Musik getaucht ist und Kräfte artsspeicheru läßt für das Klima deiner Heimat, die härtere Newen erfordert und ein widerstandsfähigeres G:-müt... Hinübergleiten nach Fiume auf cinein kleinen, lieben Personendampfer in halbstündiger Fahrt . . . Gesegnet sei ein solches Glück, das. immer noch ntehr Glück verheißt! Singvögel jubilieren jeden Morgen' vor dem Fenster. Die Idylle verdichtet sich. Vormittags kommen die Züge gns den Weltstädten Europas. Was gibt's im Quarnero? Tische im großen Speisesaal gedeckt, eine Filmtruppe kurbelt eine gestellte Hochzeit ab, utit servierenden Kellnern,' mit einer echteit Jazzbandmustk und mit einem echten Meer. Es ist eine Prager Gesellschaft, und der Leiter versichert mir, die. Saatkulisse, in Prag gebaut, würde größere Kosten verursacht haben als'der Ausflug nach dem Süden, voin Meer gar nicht zu roden! Der Mantr hat recht. Für fünsi und zwanzig schäbige Lire kann er einen Tag lag Sonne, Luft und ^Mahlzeiten verschlingen, vom Meer gar nicht zu reden,.?lm Abend erscheint eine Schattspielerin mit ihrem neuen Geliebteil . . . tmd dessen Nachfolger lvartet schon irgendwo, er ist geduldig, er weiß, daß die Reihe attch au ihn kommt . . . Um Mitternacht verbreitet sich's im Kasino, in Fiume sei lvieder einmal solch ein kleiner intimer Putsch irszeniert worden . . . Und plötzlich findet attch dieses Jniertnezzo keine Neugierigen mehr: ein Triestiner hat. der. Spielbank ein Schnippchen von^ einem Dutzend Liretauscuder geschlagen, bravo, vorbei. Bon der Bar kliugt's herauf: „Schön sind die Mädels von Prag" . . . Und das Ganze erscheint ein Film, der trannchaft abrollt hinter wird die Kurbel gedreht, ich selbst werde in das Bild einbezogen und mit mir das Meer und der Himmel und der Perla dell'Adriatieo allerseligste Schönheiten. 'Abbazia, leb wohl bis zum — nächsten Lebewohl! 'Abb a&U. Mi 1922# Oskar Rosenfeld.^

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