Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1247 (21.7.1922)
- Date
- 1922-07-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 1247 _ Wie», Freitag_ tzangenheit. Unter such braust sin leibender Strom, der sich den ' Niederungen entreißt, der ivächst and euch erms Tages auf die Schubern nehmen wird. Soll die kraftvoll über-- fließende Hoffnung des Volkes eine wirre, iniellekt>uelle Masse mit sich reißen, die greisenhaft Utld fossil mit sich selber geizt und sich in unsruchtba^en Meditationen verliert? Soll jene Hoffnung in grausamer Schicksalsivonie Lichtträger an die Schwelle jungfräulich reiner Zukunft spielen, die selbst noch verblendet und lichtscheu sind? Verantwortliche Geister, wacht endlich ans! Vor allem glaubt nicht, es genüge, euch im Geiste zu erneuern. Glaubt nicht, es sei künftig mit guten Vorsätzen getan. „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert", denkt an das Sprichwort. Macht endlich Schluß mit euren individuellen Phantastereien. Was immer euer Leitstern sei, es' ist falsch, wenn ihm die Verbindung mit dem Leben fehlt. Eure Einzelpersön- Uchkeit ist nur ein Niug, dm ihr eingliedern müßt in die große Kette der Menschheit. Eine Silberkrone ----- 2000 Papier- Krone«. Der Aochstütt- -es Golö° nnd Silberwerkes. Erst vor kurzem wurde der Lmlöseprns einer S'lberkrone amtlich mit 1600 Papierkronen festgesetzt. Sn den letzten Wochen sind nun die Preise für Edelmeialle abermals ganz bedeutend gesliegcn und heule werden von den amtlichen Einlösesktten für eine Silber Krone schon z w e i t a u s e nd Kronen in Papiergeld bezahlt. Dos Feingold hat einen K ilogt a in nt p r e i s von 15'/z Millionen, das Feinsilber einen Kilogrammpreis von einer halben Million Kronen erreicht, wahrend der Kupferpreis eine Verdoppelung erfahren hat. Die neuen Notierungen sind: i Kilogramm Feingold 15,500.000 K., 1 Kilogramm Feinsilber 500.000 K.» 1 Gramm llkaratiges Gold8580 A., 1 Gramm I8kara!iges Gold 11.034 K.. 1 Gramm 22 Karat! ges Gold 13.486 K., i Zwanzigkronensiück (Gold) 93.OOO A., 1 Zehnkronensiück 46.500 K., 1 Silber-Fünfkronenstück 10.750 K., 1 Zweikronensllick 4000 K., I Einkronenstück 2000 .&> 1 EinguldensiÜck 5500 K., 1 Zweigulderistiick 11,000 K.» 100 K. in Gold 465.000 K., 1 Dukaten 52,7000. Der Grazer Gemeisderat fordert Waggosfabriksaktie« a«. Graz, 20. Juli. Der Grazer Gemeinderat hat in feiltet heutigen Sitzung nach lebhafter Wechselrede beschlossen, von dem durch § 37 des SoziaWerungsgesetzes vom Jahre 1919 ermöglichten Anforderuugsrecht von neuen Aktien der Grazer Waggonfabrik A.°G. Gebrauch zu machen. Dafür stimmten die Christlichsozialen und die Sozialdemokraten, dagegen die Großdeutschen und die Freiheitliche Wirischastspartei. * Der ewige Prügelknabe. Vor kurzem wurde der jugoslawische Konsul in' Budapest insultiert Und zahlreiche Serben aus der ungarischen Hauptstadt ausgetviesen. Die jugoslawische Negievung g-viff bald zu Netorsionsmaßnahnien undhat angeordnot, eine Mähe von angesehenen Ungarn schleunigst über die Grenze zu stellen. Die Verfügung der Behörden wurde jedoch von den Beamten in merkwürdiger Weise durchgeführt. Sechzig Prozent der Ausgewiesenen waren Juden und die anderen „vornehmen Ungarn" zu allermeist Arbeiter und Pvi-> vatbeamte. Retotsionsmaßregeln sind int allgemeinen alles andere als sympathisch, im vorliegenden Falle wird es übrigens fraglich, ob der beabsichdigte Zweck erreicht Worden ist, dmn es war offenbar beabsichtigt, die Ungcrr^ fühlen zu lassen, daß man ihnen gleichfalls unangenehm lverden kann. Bleibt nur die Frage offen, ob in Budapest die Freude, daß es einige Juden getroffen hat, größer sein wird als das Bedauern, daß durch die jugoslalväschvn Vergeltungsmaßnahmen wieder einige Juden nach Ungarn zurückgesrmdeu haben, die offenbar der „christliche Kurs" ins Ausland getrieben hat. * Lohnerhöhung im Bäckergewerbe. Nachdem am 26. Juni die Verhandlungen mit den BäckergehÄfen, die eine 71prozentige Erhöhung der am 7. Juni festgesetzten Löhne gefordert Hutten, zuitt . Abschlüsse gelangt waren, stellten nunmehr die Gehilfen mit Rücksicht aus die letzte Indexziffer die Forderung nach einer 4Oprozentigen Erhöhung ihrer Löhne, die von den Brotfabriken am 18. d. und von der Wiener Bäckwgerwssenschast ant 19. d. zngestand e n wurde. Diee neuen Löhne sind tu der letzten Brotpvöisersteltung noch nicht zugvimde gelegen, so daß es von der Gestaltung der BerhÄtnisse abhängt, ob und inwiawsit sie eine Auswirkung ans den Brotpreis haben werden. * Bevorstehende Erhöhung deS Pretzhefepreifes. Wie die „Ovfterrsichische Bäckerzeitunig" mitteilt, wird die Preßhefe in der nächsten Zeit eine abermalige bedeutende Preiserhöhung erfahren. Erhöhung des Wiener Rauchfangkehrertarifes. Mit Zitstimmung der Regierung ist der Ranchfangkchvertavif um 160 Prozeut erhöht worden. Um die Ueberwälzung der Mchrkosten auf die Mieterschaft zu regeln, wurden direkte Verhandlungen zwischen Hausbesitzer- und Mieterschaft angebahnt, zu denen sich beide Teile grundsätzlich bereit erklärten. Der neue Maximaltarif beträgt das Fünfzigfache des Grundtarifes vom 24. November 1920 und gllt schon für die im Monat JetU durchgeführten Kchearbeiten. * Verhaftung des „Filmregisseurs" Göber. Der angebliche Filmregisseur Göber, 23 Jahve alt, Neubaugasse 52 wohnhaft, .wurde vorgestern i>n der Stadt verhaftet. Er ist der Mann, der die famose llnivevsitätsredo-utje in den Pvunkräumm der Hofburg veränstalien zu wollen vorgab und zu Beginn deS Jahves nvit großem Tlpplomb sich 10.000 K. für eine Karde mit Souper zahlen ließ. Möber, ein vewkmchier Student, der sich auch als Schauspieler betätigt haben soll, hat am Montag 20g arbeitslose HaudelSaugestellte bei der StellenvevmiMmg der Wiener Kaufmannschaft für ein« Filmaufnahme awvevben lassen und ihnen einen TagesöevdiLust von 10.000 bis 12.000 K. versprochen. Als Stelldichein zur Fahrt nach Mauer war die Straßenbahnhaltestelle Bellaria auserfehen; doch Göber ist nicht gekommen. Ihm war es nur um die kleine Sicherstellung zu tim, die er zur Beruhigung darüber verlangt, aber nicht erhalten hat, daß ’ die Angeworbenen auch kämen. Göber hat auch sonst noch väickfache Betrügeveien verübt, und beim Kmumissariat Neubau allein sind Anzeigen mit einer Schadenssumme von 300.000 K. eingslaufen. ' * Dhnamitdiebstahl. Aus einem plombilerten Waggon, der aus der Staatsfabrik Blumau kam, ist, wie in der Station Limberg-Maißau festgestellt wurde, vorgestern fünf Pakete Dynamit „OOD", im Geävächte von 12 Kilogramm,, g estohlen wovdeil. Es ist das stärkste Dynamit, das erzeugt wird. Der Waggon, der die Nummer 80.847 hat, hatte eine, Plombe und eine Neforveplombe. * Der Leichenfunv in Simmering. Vier Tage sind seit dem Leichenfund im Kornfeld.in Simmering am Miiterweg vergangen und noch immer ist keine verwendbare Spur gefunden, die auf die Person des Ermordeten oder die des Täisrs schließen ließe, obwohl die Polizei keine Mühe scheut, um in das unheimliche Dunkel, das über dem Verbrechen lagert, Licht zu bringen. Die Anstrengungen werden mit unver rindertem Eifer forigefetzt. - Diebstahl. Einem kriegsblinden armen Invaliden wurde eine goldene Armbanduhr und zwei Eheringe mit den Buchstaben »B. M." gestohlen. Vor Ankauf dieser Ggensiände wird gewarnt. Der so schwer Geschädigte bittet, falls die Gegenstände schon gekauft worden sind, ihm sie zurückzuersialten, Adresse: H., Ksrminengasse 13, Tür & * Große Betrügereien eines Wiener Reisenden in Graz. Aus Graz wird berichtet: Die Bahngendarmerie verhaftet«' den Wiener Reisenden Oskar Weiß, der in der Garderobe des Grazer Hauptbchnhofes ein Paket mit Gras und S-tiin «n abgab, den Garderobeschein -fälschte und sodann durch einen Dienstmänn einen Koffer im Werte von 160.000 K. be- . heben ließ. Oskar Weiß arbeitete mit. drei anderen internationalen Verbrechern, dem Engländer Harry M aus« r, dem Reichsdeutschen Isidor Weiß und dem Oesterreicher Losch. Die Baude hat in Salzburg, Mllach und Klagensurt auf Grund von gefälschten Garderobeschoinen Gepäcksstücke behoben und beabsichtigte nach Aussage des Verhafteten, in Triest falsche englische Fünfpfundnoten herzustellen, wozu Mauser bereits die Mchees und Ä-emäbal'ien besorgte. * Verhaftete Einbrecher. Der Fall, daß, während eine behördlich« Kommission noch auf dem Tatorte ihres Amtes waltet, dir Täter bei einem Einbruch am anderen Eich« der Stadt verhaftet werden, hat sich wohl selten in 'der Wremer Kviminalgeschicht« ereignet. Boi einem Einbruch mit 60 bis 70 Millionen Schaden ist er am Montag früh e-ingetroffen. Wir erfahren darüber: In der Zeit vom <Srmstag den 18, Äs. Montag tztzn 17. d'. wurde M Geschäft der Lederwarenfirma Josef AK, Freyung 8, von: Keller aus erbrochen. Das Kommissariat wurde Montag früh von dem Einbruch verständigt und entsandte sofort ' eine Koimuässion. Noch während diese sich mit der Aufstellung des V-erlustverzeichnässes befaßte, telephonierte das Wachzimmer Böcklmstraße, .daß dort vier Personen in Hast seien, bei denen man kostbare Le der waren gesunden habe, die das Zeichen der Firma „A x" tragen. Tatsächlich entpuppten sich die vier Ungehaltenen als die Täter des in der Nacht zuvor verübten Em'bvuches. Sie waren kurz vorher beim Ausstieg aus einem Kanalkiosk auf der Landstraße bemerkt und als verdächtig augchalten worden. Es stellte sich heraus, daß ihre Taschen rmd Rucksacke wohl zwei Drittel der Beute aus dem Einbruch bei der Firma Ax enthielten. Die Angehalteuen sind durchwegs wegen Diebstahles vorbestraft. Es find dies der besonders als Kanabeinbrecher bekannte 31jährige Gisendveher Felix Rohäda, her 35jährige Markthslfer Jo'sef Pudil, der 28jähvige Zimmermaber Josef Sobotka und seine Schwester, die 33jährige, auch vorbestrafte August« St ix. Sie werden nach Abschluß der Erhebungen dem Landesgerächte eängeliefert werden. Die Suche nach dem noch schlerrden DeÄ der Deute wird fortgssetzt. , * Der Kampf gegen die Wanzen in Belgrad. In Belgrad wurden bMir Ministerium für Bolksgesundheit zwei Desinfektionsko'lomwn ausgerüstet, die bisher schon 800 Hauser von der Wauzenplage befreit haben. Demnächst wird eine dritte Kolonne ausgerüstet. - * Der jüdische Arbeiterernigrationsverband in Warschau aufgelöst. Wie uns aus Warschau berichtet toivd, hat auf Antrag des Emigvatronsamtes das Innenministerium den jüdischen Arbeiteremigra'tionsverband in Warschau aufgelöst. Wie verlautet, soll der Verband mit einer mnerikamschm Linie in eu.gsier Verbindung gestanden sein und ihr einen gwßm Teil seiner Interessenten zugeführt haben, wodurch der Verband die Agenden einer Agentur dieser Linie geführt habe. Die Emigranten des Arbeiteremigrationsamtes haben für di« Schiffskarten zchn Dollar mehr gezahlt, als jene Emigranten, die durch ändere EmigrationsgefellsHaften befördert wurden. * Sterbefall. Am 20. d. ist in ihrer Wohnung, Neubaugafs« 21, Fvau Therese Th aller, Mutter des Schauspielers Willy Th aller und de8 Mitgliedes deS Deutschen Bolkstheaters Kathi Th aller, im 67. Lebensjahre gestorben. * Amtlicher Wetterbericht. Di« Wetterlage hat sich rasch wesentlich gebessert. Der Nachschub kalter Luft über dem Ozean ist durch einfallende Südwinde unterbrochen wovden. Der Dmckfall im Westen treibt einen Hochdruckkern über Mttelenropa vor. Die Fortdauer nördlicher Winde in Island spricht aber dafür, daß die Besserung noch kMe dauernde sein» sondern nur «in bis zwei Tage anhalten dürfte.. In-Mitteleuropa ist die. Bewölkung bereits überall in wscher Abnahme begriffen. Voraussage: Heiter, Te-mperaturzunahme, Mäßige Winde, Besserung des Witt-rungScharo.Fers wahrscheinlich noch nicht daitevhtiA, 21. Vene d Bsreine, Vorträge nnd Versammlungen. Technisches Museu m. Samstag. 3 Uär nachmittags. FübruNgsvortkag: „Energielehre" von Dr. O. Bryk. — Sonntag. 10 Uhr vormittags, im großen Körsaal Lichtbilderoor- Irag: „Eisenbelonbau^ von Vorstand Fng. E. Stelzer. Urania. Keule. '/-6 Uhr (Großer Saal): Sßackletons Cüdpol-Exped'tion. 8 Ilhr (Großer Saal): Wild-Afrika. — Morgen. V-6 Ilhr (Großer Saal): Beherrscher der Lüfte. 8 Uhr (Großer Saal): Wesl-Sudan. — Sonntaa, '/z6 Uhr (Großer Saal): Sn den Felswänden Tirols. 8 Uhr (Großer Saal): Durch den Mesi-Sudan. ErnDrung. Die LebensmitLelMärkte. Der Kartoffelpreis. Der Verkehr in der Großmarkthalle war gestern ganz belanglos, da die Preise keine Entspannung erfahren haben, ja sogar im Großhandel weiter in die Höhe gegangen sind. Im Großhandel wurden Rindfleisch um 200 K., Speck um 200 K. und Schweine um 1500 bis 3100 Kronen pro Kilogramm teurer: Die Detallpreise blieben auf der Höhe des gestrigen Tages. Auffallengering sind die Fleischzufuhren, die sonst aus der Umgebung Wiens mit Wagen nach Wien kamen. Mt der Bahn sind im ganzen vier' Waggonladungen mit verschiedenen Fleischgattungen angenommen, und zwar drei aus Steiermark und ein Waggon aus Tirol. Auf den Grünwarenmärkteu blieben die Preise im großeir und ganzen unverändert, nur besonders schöne Qualitäten einzelner Gemüseforten zogen im Preise an. Extreme Kohlsorten erhöhten sich auf 4500 K. pro' Nagel, besondere Qualitäten von Weißkwut pro Schilling auf 12.000 bis 15.000 K., besonders schöne Qualitäten von Fisolen aus 1600 bis 1900 K. pro Kilogramm. Aus dem Naschmartt kosten augenblicklich im Großhandel ebenso wie gestern italienische Kartoffeln 1300 K« pro Kilogramm, während sich niederöstexveichische Kartoffeln im Großhandel auf 1000 bis 1200 K. stellten. Die Preise für Obst blieben unverändert. Eier kosteten auf dem Naschmarkt bis 320 K. pro Strick. Die Wünsche der Händler. Die Teuevungskundgebilngen haben die Händler aus den Lebensmittelmärkten in begreifliche Unrrche versetzt. Der Handel mit ausländischer. Marktware leidet gegenwärtig wie unser ganzes Wirtschaftsleben unter dem Tiefftand der österverchischen Krone und der sprunghaften Steigemng der Ausländsvaluten insbesondere der italienischen Lire und dev ungarischen Krone. Gestern. sprach ein« Abordnung der Markt- Viktualienhändler beim Bürgermeister Reumann vor, um ihm die gegenwärt^e Lage der Marktviktualienhändler zu schildern. Die Abordimng äußerte den Wunsch, daß deü Händlern, durch die Regierung für acht bis zehn Tage, italienische und ungarische Valuta zur Verfügung gestellt werde. Der Bürgermeister sagte zu, diesen Wunsch an das Ministerium für Finanzen weiterzuleiierr, Bühne rmd Kunst. Max Ltebrrma««. Am 20. d. feierte der große Maler Max L r e B e r nt a it it, du Sohn des jüdischen Volkes, seinen 75. Geburtstag in voller geistiger Frische, wie unsere Leser aus den köstlichen Anekdoten entnehmen konnten, die wir jüngst an dieser'Stelle' veröffout-. lichten. Als Sohn wohlhabender Kaufleute in' Berlin geboren, genoß er eine sorgfältige Erziehung und liebevolle Förderung seiner genialen Begabung durch seine Wern. Er hat ihnen in den: DoppelbWnis, das er anläßlich ihrer goldenen Hochzeit schuf, e!m würdiges Denkmal gesetzt. Seine künstlerischen Studien begann er in München, schloß sich dann in Paris, wo er ein Schüler Mnnkaczys war, Mllet an, zog später nach Holland und bekannt« sich allmählich zur Helltualevei, die et in Deutschland einsührte. Sein erstes bedeutendes Bild „Die Gänserupstrinnen", das er im 25. Lebensjahr« schuf, hängt in seiner Vaterstadt, in der Berliner Na-tionalgalevi«. Aus der Fülle späterer Meisterwerke nennen wir feine „Netzeffickevinnen", das von der Münchener Pinakothek erworben« Bild „Frau mit Ziegen", das „Minännerhaus in Amsterdam", seinen bekannten Ziergarten in München" und neben zahlveichen herrlichen Genrebildern aus dem niederländischen Volksleben kraftvolle, überaus charakteristische und «'igenartige Porträts, von denen jene Bergers und Hauptwanns di« bekanntesten sind. Liebermann, der. lmrgjährige Führer der Berliner Sezession, verfügt auch über eine treffliche Feder. Seinem großen Zeitgenossen Joses Israels hat er eine bemerkenswerte Studie gewidmet. Die Kunstfreunde der ganzen Welt wünschen dem verehrten Meister, daß er auch weiterhin rüstig und schassenZfteudig bleibe. ' A«r de« Theater«. In der D o l k s o p e r wird deute „D i «r D o K e m e" mit Frau Friedi Böhm vom DeutjÄen Landestbeater in Prag als Mimt und Kerrn Anton Ludwig vom NaiionaUyeater in München als Rudolf gegeben. Dirigent: Kerr Leo Kraus. — Sn der morgigen Äufführung von ..6 a V a 11 e r i a Tttsticana“, ..D e r Bajazzo" findet das zweite Doppelgasttpiel von S ch l u ß n u s (Tonio) und F ö r n (Turridu und Canio) sialt. Im R a i m u n d »T ß e a t e r spielt inwlge unauf. schiebbarer anderweitiger Verpflichtungen Frau Peoi Glöckner heute zum letzten Mal die Rolle der Veronika in der Poss« ..D i e Liebe geh! u m". Ab Samslaq spielt.Frau Rosl L o i b n e r. die Rolle der Veronika. Kerr G l a w a t s ch spielt auch weiterhin täglich den Blasius. Sm Sofefstädter Theater wird die französische Schwanknovllät „Das A b ft e i g q u a r t i e r" von August' Achaums allabendlich gegeben. Sugendiichen un,ei 16 Fahren ist [ von der 3rnjurbehörde der Beiucb dieser Vorstellungen verbolen.