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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-21 · Heft 1247 (21.7.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1247 (21.7.1922)
Date
1922-07-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Te'lie 4 Wien, Freilag Beifügen wiederholt, daß die Abmachungen dem englischen Unterhaus und dem amerikanischen Repräsentantenhaus bekanntgegeben werden. Anfangs dieses Jahres legten auch die französische und britische Regierung die berichtigten Mandatsprojekte vor, die ihnen andertraut waren, und zwar: Die britische Regierung das MandatZprojekt für Tangamka und den britischen Teil Togos und Kameruns, die französis ch e Negierung für den ihr zugefallmen Teil. Togos und Kameruns. Später legte die französisch e Regierung das' berichtigte MandaiSprojckt über Shrien vor und die belgische Regierung kündigte die baldige Vorlegung des berichtigten Mandatsprojektes über Oftafrika an. Revision aller Mandatsveeirage. Paris, 20. Juli. (Tel. d. „Wr.,Morgenzeitung".) Aus London wird gemeldet, daß die amerikanische Regierung die Revision aller Mandatsverträge verlangen werde. Amerika werde auch die Revision der Mandate der Kategorie Ä fordern, die in der gegenwärtigen Session des Volkerbnndrates nicht zur Sprache gekommen waren. ' .‘ DerMMpfZerPeLrolerrMgesellschaften. Haag, 20. Juli. (Tel. der „Wiener Morgerrzeitung".) Gestern morgens hi-elieu die hier anwesenden Vertreter der P e t r o l e u nyiu dustrie des Auslandes, die in Rußland interessiert sind, eine Geheimsitzung.ab, die von der Royal Diltch-Gesellschasi emberusen war. Wie von zuständiger Quelle verlautet, wurde zwischen den interessierten Gesellschaften Hollands, Englands und Belgiens ein Vertrag. abgeschlossen, der die Richtlinien für eine etwaige Wiederaufnahme -der Arbeiten dieser Gesellschaft irr Rußland festsetzt. In unterrichteten Kreisen nimmt man an,, daß infolge der Haltung der europäischen Petroleumgruppen die amerikanischen Interessenten in die Verharrdlungen eingreifen werden. Der Eisenbahnerstrerk in Nordamerika. London, 20. Juli. Reuter meldet aus New Ior?: Die Mitglieder des Vollzugsausschusses des Arbeitsverbandes einschließlich des Präsidenten Gompers haben in einem an sämtliche Arbeiterorganisationen der Vereinigten Staaten gerichteten Aufruf diese ersucht, die Eisenbahnarbeiter zu unterstü tzen und die Arbeiter zu deranlassen, keine Arbeit auszuführen, die früher von den im Streik befindlichen Arbeiter verrichtet wurde. Die Streikenden werden besonders ausgefordert, die Gesetze zü beachten. Die Krise in Italic«. Der Sturz der Negierung. Nom, 20. Juli. Die Bolkspartei hat oine Entschließung angenommen; wonach das neue Kabinett ohne Beteiligung der Rechten und der Sozialisten zu bilden wäre. Die FaSzistm. Rom, 20. Juli. In Mailand ist zum Zeichen der Sympathie mil dem in Piemont gegen die Gewalttätigkeiten der Fasziften verkmrdeten.Streik der allgemeine Ausst a nd erklärt worden. Die Mailänder Blätter veröffentlichen e ine Kundgebung dor F a s z i st e n v e r e i n i g u n g; die den Ansstand als Herausforderung bezeichnet und Repressalien androht. Die Blätter berichten, daß die Mailänder Fasziften mobilisieren. Nach Meldungen aus Ancona ist der Ausstand. in den Marken beendet. In Turin dauert der AuLstand an. Mobilisierung der Fasziften. Mailand, 20. Juli. (Tel.-Komp.) Der Vorstand der Dcailänder Faszistenpartei veröffentlicht ein Manifest, wonach von morgen ab sich sämtliche. FaszistenlegioUm als mobilisiert zu betrachten haben. Der Sekretär der Faszistenpartei Bolgeri wurde gestern nachts auf 'der Straße von Kommunisten ermordet und beraubt. Die Fasziften besetzten darauf das Lvkal der Kommunisten und demolierten es. : Eine internationale Einheitsfront der Gewerkschaften. Amsterdam, 19. Juli. (Wolff.) In der heutigen Sitzung der Internationalen Gewevkschastskonferenz setzte der Sekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes Fimmen den Zweck der Konferenz auseinander, indem er er- - klärte, die Lage Deutschlands habe die Leitung deS Internationalen Gewerckfchasts'bundes zur Ueberzeugung gebracht, daß der Augenblick gekommen sei, um im Interesse sowohl des deutschen Proletariats als auch der Arbeiter aller Länder eine internationale Einheitsfront zur Unterstützung der deutschen Arbeiter zu bilden. Nach der Meinung der Leitung des Internationalen Gewerkschaftsbundes sei es notwendig, zu einem internationalen Uebereinkommen betreffend die Abänderung derjenigen Teile der Friedensverträge zu gelangen, die mit daran schuld seien, daß nicht allein die Reaktion in Deutschland stets wieder neuen Stoff für ihre Agitation gegen die Republik findet, sondern auch, daß die Arbeiter in beinahe allen Ländern vom wrrtschastlichenElend betroffen würden. Die Leitungen der Zweiten Internationale und der Wiener Arbeitsgemeinschaft erklären sich bereit, zusammen mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund Mittel und Wege zu finden, um gemeinschaft-. lich die Vorschläge zu verwirklichen. Deutscher Reichsrat. Berlin, 2o. Juli. (Wolfs.) Für die Zeit vom 26. b. bis 1. August 1922 beträgt das Goldzollaufgeld 10.400 vom Hundert. Berlin, 20. Juli. (Wolff). Der Reichsrat hat dm vom Reichstag beschlossenen Steuervorschlägen und den mit dem Schutze der Republik zl'.sar-'.-'.ruhiingeuden Gesetzen zugestimntt. . Wiener Morgenzertung. 21. Juli 1922 Nr. 1247 ■4 Schluß der Haager Konferenz. Was wir alles essen und trinken sollen. Beim Zuckerbäcker Albert Biskop, 7. Bez., Wirw bergergasse, wurde eine äußerst unrein gehaltene Betriebs¬ Haag- 20. Juli. (Wolff.) Die Konferenz ist heute gegen 5 Uhr nachmittags geschlossen worden. In der Schlußsitzung wurden die Berichte der Unterkommissionen und der allgemeine Bericht genehmigt. Ferner wurde auf Vorschlag C a s s i e r s (Belgien) einstimmig eine Entschließung angenommen, wonach den ans der Konferenz vertretenen Regierungen empfohlen wird, ihren Staatsangehörigen bei deren Vorhaben, Eigentum in Rußland zu erwerben, das anderen Staatsangehörigen gehört hat, und nach dem November 1917 ohne Zustimmung der früheren Eigner. oder Konzessionäre beschlagnahmt-worden ist, nicht behilflich zu sein, vorausgesetzt, daß die gleiche Empfehlung von den auf der Haager Konferenz vertretenen Negierungen auch an die dort nicht vertretenen Regierungen gerichtet wird. Cassier fügte hinzu, der amerikanische Geschäftsträger im Haag sei zu der Erklärung ermächtigt, daß seine Regierung dieser Entschließung zuzustimmen beabsichtige und daß Amerika nicht geneigt sei, die von ihm bisher eingenommene Haltung zu ändern. Haag, 20. Juli. L i twi now drückte, wie die Blätter melden, in einer Unterredung die Hoffnung aus, daß nach Wochensrist eine neue Konferenz die unterbrochenen Arbeiten zur Befriedigung beider Teile zu Ende führen könnte. iZoffe — Gesandter in China. London, 20. Juli. (Reuter.) Joffe ist zum Gesandten der Svwjetregierung in Chm-a ernannt worden. Tagesbericht. Die Repräsentanz der nglischerr Juden nud der Keren Hajeffod. London, 20. Juli. (Teil, der „Wiener Morgenzeitnng".) Di-e letzte Sitzung des Boards of D-eputies beschäftigte sich unter anderem auch mit der Frage seiner Beteiligung an den Arbeiten für den Keren Hajessod. Nach einer stürmt j ' scheu Debatte wurde über Antrag von Morris Mh er und nach üinem Vermittlmrgsvorschlag Sir Stuart Samuels beschlossen, ein Komitee mit dem Studium zu betrauen, inwiefern die Keren Hajessod-Arbeit mit dsr Konstitution des Boards of Deputies in Einklang stehe. Aas der Werkstatt des Lebensmittel- Wuchers. Warenfälschüngen. — Verdorbenes Fleisch. In diesen Tagen der entsetzlichen Preissteigerungen , muß es die Bevölkerung mit besonderer Erbitterung er- : füllen, daß diele Händler in zahlreichen Fällest hie allgemeine. Not dazu Mißbräuchen, um <• den Käufenddst, nicht nur teilte, sondern obendrein Versalschte oder verhör b en e W a r e n anzuhängeu. Die städtischen Marktbehörden.haben alle Hände voll zu tun, um diese Missetäter zu fassen; es wäre nur wünschenswert, daß sie in ihrer Tätigkeit von der Bevölkerung unterstützt würden. Soeben liegt der Bericht über die K o n t r o l l t ä t i g k e it.d e r städtischen Marktamtsabteilungen im Monat Mai vor. In dieser Zeit wurden von den Kontrollorganen insgesamt 1100 Anzeigen erstattet und 203 Warenproben der chemischen Untersuchung zugesührt, wovon die Mehrzahl sich als verfälscht oder verdorben erwies. Das stärkste Kontingent der Beanständeten stellen wie gewöhnlich die Mttchverwöfferer, deren gemeinschädliches Treiben eben nur durch genaue Untersuchung-ftstgestellt werden käim. Unter jenen, deren Milch mindestens 10 bis 20 Prozent Wasser enthielt, führt der Bericht nicht weniger als sieben ländliche Milch g e n o s s e n s ch a f t e n (HerzogHierbaum, Obev- Olberndorf, Judenau, Dürnrohr, Annelsdorf, Ravelsbach und Groß-Wetzdorf> und zwei Gutsverwaltungen an, die derart die Not der städtischen Bevölkerung ausnützm. Von Wiener Milchhändlern wurden beanstandet: Mols H e u er, 21. Bez., Mühlschüttelgasse; Joh. Putz, 4. Bez., Stachemberggasse; Johann Schwa bl, 11. Bez., Dorfgasse; Marie Ferstl, 11. Bez., Hauffgasse; Josef Srda, 13. Bez., Leystraße; Hans Sill er, 12. Bez., Khleslplatz; Johann Prizovskh, 13. Btzz., Linzerstraße; Georg Atzelt, 17. Bez., Gilmgaffe. Der krasseste Fall ist Wohl der eines biederen Bauerlems aus J ed e n s p e i g e n, das nach Wien kam, um hier Milch, die es angeblich von verschiedenen . Bauern gekauft hatte, gegen Gebraüchsgegenstände e i nzu tau scheu; die Milch enthielt nicht weniger als 44 Prozent Wasser! Tentes Fleisch und schlechte Würste. Wegen übermäßiger Preisforderungen für Rindfleisch wurden 15 Fleischhauer beanständet. Zu diesen „Harmlosen", die „nur" zu hohe Preise fordern, gesellen sich andere, die auch schlechte Wate liefern. 'Verdorbene Würste, die bereits deutliche Fäunisetscheinungen zeigten, würden vorgefurchen bei Karl Steindl, 2. Bez., Im Werd; Berta Löhner, 20. Bez., Klosterneuburgerstraße, und Maximilian Max, 3. Bez., Ungargaffe. Beim Fleischselcher Josts. Dor f e r, 18.. Bez., Anhofstraße, fand inan zwei Proben „Dauerwurst von ekelerregendem Aussehen und deutlichen Faul- - mserscheinungen. Bei der Revision des Betriebes erklärte Dörfer, von der Wurst nur mehr 10 Kilogramm voratig zu haben; bei der'weiteren Nachschau wurden jedoch auf dem Boden 443 Kilogramm vorgefuuden. Die Lagerung bot ein entsetzliches Bild. Die Würste lagen neben Hühnerstallüngen unter altem Bodenkram, schmutzigen Kleidern Usw., mit Staub bcsch!M'.tzl, und verbreiteten einen pene- . tränten Gemtb. (UkrIUzU,. .lOitwi! , stätte vorgefunderr. In zwei Fässern lagerten in Wasser eingeweichte Orangenschalen, die breits zum Teil verschimmelt und grob verunreinigt waren. Die Mischung sollte angeblich zu einer Essenz verarbeitet werden! Selbstverständlich wurde sie sofort beschlagnahmt mtb vernichtet. Beim Gastwirt Leopold Edelmülker, 17. Bez., Hameaustraße, wurde sestgestellt, daß er beim Bierausschank auch Tropföler („Hansel") verwendete und in seiner Schank außerdem ein mit Zigarettenstnmmeln und Papierserviettenresten verunreinigtes Spülwasser im Gebrauch war. So wird den Wienern ähr Sonntagsvergnügen zubereitet! . Insgesamt wurden im Berichtsmonat beschlagnahmt und vernichtet 2000 Kilogramm Gemüse, 800 Kilogramm Obst, 700 Kilogramm Kartoffeln, 440 Kilogramm Fische, 160 Kilogramm Fleisch, 480 Kilogramm Würste, 61 Kilogramm Gänse, 3 Rehe, 20 Dosen Wurstkonservcn, 16 Dosen Kondensmilch, 19 Liter Milch, 150 .Stück Estr, 5 Kilogramm Butter, 4 Kilogramm Honig, 16 Kilogramm Primsen, 54 Flaschen Kognak, 44 Flaschen Rum und 520 Kilogramm Südfrüchte. . Die beanstandeten Fälscher, in denen das Streben nach Bereicherung alle Regungei: des Gswissens über die Gefährdung der Gesundheit ihrer Mitmenschen erstickt hat, sind, wie schon ihre Namen besagen, Arier und die verläßlichsten Bekenner jener „christlichenWelta n s ch a u u n g", deren Fundament der. Leitsatz bildet: Schuld an allem Uebel ist nur — darrr Jud! Abrechnung mit den Jnteüektueüen. Von Henri Barbusse. Das Schlnßkapiiel eines neuen BnchieS von Henri Barbusse ,,Le Couleau entre les Dents", das i-etzt in deutscher Uebertraguna von Doktor Eannlla Stiemier-Wechselmann erscheint, enthält die nachstehende Äbrechmrng mit den Intellektuellen. - Viel Unrecht hcvben die Jntelloktnellen begangen, oft griulg haben sie die Feste ihres Glaubens verraten, manche Flecken besudeln ihr vielförmiges Werk. Wer von uns kennt nicht unausgesprochene Abmachungen und vorteilhafte Verknüpfung der literarischen Prodacktion nrit öffentlicher Ehrung und klingendem Lohn. Genug Verbände und Institute hält die Reaktion aus, allzuviel Körperschaften belasten mit ihrem Namen den Geist, die doch nur ein blutiger Spott der „geheÄigien Ordnung" sind. > Wir sind der Abhängigkeit und Univissenhei't müde. Schriftsteller haben den Haß gepredigt und die Ewigkeit der Vergeltung, sie haben die Bestialität und den Ruhm der starken Faust verherrlicht und das unersetzliche Leben zur Tierheit »erniedrigt. Ronranschreiber haben blind daraus loS die größten Ideen der heutigen Menschheit zu sinnlos bornierten Phantasien mißbraucht, die ihnen gerade durch den Schädel flogen. Dichter haben sich nicht gescheut, das Heiligtum ihrer Krmst zu schänden, wenn es nur in nentönend verblüfftndem Stil ge-. schchen konnte. Sie gäben sich her, Gefühle und Handbuugeu zu rechtfertigen, ohne sich die Mühe zu nehmen, nach ihrer tieferen Bedeutung zu fvagen. So wurden sie Schleppenträger einer öden Brutalität, die sie mit lenchteriden Namen krönten, mit einem HMgmschoin übertünchten. Kindereien erhoben sie zu Dogmen, tanzten aus Feuer und Wasser, albern wirrten sie alle Ideen durcheincnrder und versuchten alte, abgelebte melodramatische Phrasen wieder aufzuwärmen, die auf den heictigru Krieger in keiner Weise passen. Als Sport, wie einen Abeuteuverroman betrachteten sie das grauenvolle Gemetzel, das unsere Zeit zerfleischt hat, das sich wieder am Horizont zusammenballt und von neuem losbvechen will. Lauge genug haben viele der Machthallnzjuation und dem Kult der Gewalt geistige Grimdlage gaben -wollen. An den Zeitungen, biefeu üppigen Unternehmen zur Erstickung des Gesamtwohls, ivird vine Unzahl Hans-ivurste königlich dafür bezahlt, täglich die -gwßnr Ideen der Menschheit zu zerstückeln -und -zu benagen, Engsichtigkeit und Verblödung als sogenannte Axionre des gesunden Menschenverstandes auszunützen. Allzuklein und in der Menge verloren War die Zahl derer, die mit allen Fasern begriffen halben, daß Talent m\> Genie nut höhere Formen der Aufrichtigkeit^ ja des Wahrheitsfanatismus sind, daß der Gedanke kühn und unbeugsmn sein muß. Ein Romain Rollcnrd, ' glanzvolle Inkarnation aufgewühlten Gowiffens, und auf ihn wieviel Dltmmköpfe, Siwbs und „alte Perücken" auch unter den jrmgen Schriftstellern! Die Gabe der Rede hat dem Gros der Jnieklektuellen, weiß Gott, imr dazu gedient, die Wahrheit zu verhüllen. Ihr ' trugt Teil an dem Umsichgreifen der sozialen Lüge. — Ihr haltet euch von vomherom für intelligent, weil ihr Intellektuelle seid? Ein schlichter, einfacher Mensch, der, ohne mit eurer Weisheit gesegnet zu sein, den abgrundtiefen Widersinn der gehMgten Ordnung erfaßt, ist intelligenter als ihr und überragt such im Geiste. Ihr nennt euch frei, weil ihr sagt:- „Keine Abstenlpslmrg"? Ihr mißbrmrcht diese Formel, deren man sich mit mit Vorsicht bedienen darf. Heute hat sie nur den Zweck, die moralische Paralyse zu heiligen, rmd denen die Freiheit zu sichern, die einzig darnach streben, sich nicht stören zu.lassen. Ihr meint, ihr seid weife, weil ihr „das Extrem von links wie von rechts" zurückweist? Ihr vermengt damit zwei gänzlich unvergilsichbare Dinge und macht such zu Mitschuldigen deS empörenden Sophismus, der je in menschlichen Hirnen gewütet hat. Ihr haltet eure Gleichgültigkeit für wunder wie edel, weil ihr sie als „Toleranz" proklamiert? Was bliebe wohl von eurer Toleranz, wenn man eure Unwissenheit äbzöge sind eure Miß-achiung für die Leidenden? Ihr glaubt euch zur Führerschaft berufen, weil -den Köpfen aus euren Reihen die Ideen entspringen? Sie such aber jetzt stärker als ihr, nnd euer kleirxer Wlle hMnmü M ZMyft jo M W MW-

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