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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-19 · Heft 1245 (19.7.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1245 (19.7.1922)
Date
1922-07-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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.Kr.,1215 ... .Men, Mlttwoch goldener Ring mit fünf Brillanten im Werte von zwei Millionen Kronen. '. » * Einbrecher in Wassernot. . Um Sonntag den 16. d., während des heftigen Wolkenbruches, hat.,der Oberwachmann Johann Bvuckberger in der LiechtensteMftraße, Ecke der Marktgaffe, den 31jährigen Anstwichergehilfen Rudolf Kühn! zur Answe isle istung an gehalten, weil er kurz, zuvor am helllichten Vormittag aus dem Kanalschacht in der Alserbachstraße gestiegen war. Ms er des Oberwachmannes ansichtig geworden, Halde er versucht, zu flüchten. In seiner Gesellschaft hatten zwei Burschen den Kanalschacht verlassen, sie waren, gegen das Liech tental geflüchtet, konnten , aber trotz'Verfolgung nicht festgenommen tverden. Kühnl hatte bei seiner Anhaltung , eine Blitzzange, ein Brecheisen und ein starkes Vexiermesser bei sich. Er will die Werkzeuge im SammelEanal gefunden haben. Der Monn wurde dom Kommissariat Alsergrund übergeben. Offenbar batten Kühnl und seine beiden Begleiter einen großen Einbruch vom Kanal aus geplant oder schon feurchgeführt. Sie dürften durch die einbrechenden Waffermassen gezwungen getv:sen sein, am hellichten Tage und in der sonntäglich belebten S:roße aus dem Kanal ans Tageslicht zu, steigen, wenn sie n'cht ertrinken wollten. Von dorr beiden Flüchtigen liegt keine Beschreibung vor. * Vermißt. Der 17jähvige Zögling des FraiWslo- Jeft'm.-.'ns ui Mo'.iu.i l,-.'uirict! Kar plus, Don des Regierüugsrates Friedrich .Karplus in Ävsulongbach, wird seit dem , §. d. aus einem.Hotel in Pvaunfalk bei Bafe-Auffee 'vermißt. Der junge. Manu hatte dort drei Tage zu Besuche geweilt und hat einen Zettel hinterlassen, aus dem er Ms; schreibt: „Sucht mich nicht, Ihr werdet mich nicht unter den Lebenden finden". * Doppelselbstmord auf dem Semmering. Gestern abends fanden sich im Hotel Panhcms auf dem Semmering ein junger Mann und eine junge Dame ein. Der Mann meldet,» sich als Hans Singer aus Rumänien, am 14. November 1898 geboren, die Dcune als Johanna Singer. In feer Nacht um etwa halb 2 Uhr bat der junge Mann seine Begleiterin und dann sich 'c'b--. -rct ü-.. Es wu-de fetgcstell.. daß d-r Mann der 27jähvige, zu Eires geborene Comptoirist David E n gle.r nn2 s'me Besteiter'n eine zu Wien geborene, nab glnst-üntünopül zuständige Beamtin der BersicherNngsgesellchast „Phönix war. Es dürfte sich um ein unglückliches Aeibesverhältnis. handeln. * Razzia im Cafe Blum. Das Polizeikommissariat Äeopoldstadt hat gestern um halb 4 Uhr nachmittags im Cafe Blum in feer Hollandstraße 6 eine Stvoistrng durchgesührt, bei der 134 Personen pevlustriert wurden. Neun hiervon, die' sich genügend ausweisen konnten, wurden dem Kommissariat Leopoldstadt überstellt. Unter, ihnen befand sich ein seit dam Vorjahve Albgeschaffter, der wegen verbotener Rückkehr dem Swafbezirksgevicht 1 angezsigt wurde. Von den anderen waren sechs fremfeWständig und sind zur Abschaffung beantragt worden. Im Besitze der Marköre des Cafes, wurden 3,566.000 K, gefunden, die ihnen von den Gästen' zügesteckt worden sind. Außerdem wurden im Cafe verschiedene Gold-undSilber-. stücke, eine Goldtvage, ein silberner Tafelaufsatz, eine Schachtel mit Eiern herrenlos teils auf dem Boden, teils in Verktecken gefunden. * Der Streik in den stiidttschen Bädern in Baden. Aus Baden bei Wien wird uns berichtet: Gestern wurden die Verhandlungen zwischen den Streikenden und feem Geme.Mde.rat mit der Annahme dar Forderungen der städtischen Bedienstete beendet. Sie betragen 86 Millionen Kronen jährlich. Der Be-, tr-ielh in den Schwefelbädern wurde heute wieder ausgenommen. * Die Mindestbezüge im Handelsgewerbe im Monate Juli 1922. Die paritätische Kommission des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft .hat die Verteuerung in der Zeit von Mitte Juni, his Mitte IM mit 41 Prozent errechnet. Die Mindestbvzüge der Angestellten im Monate Juni d. I. betragen demnach: Nach der Freisprechung während der ersten sechs Monate der Praxis 51.237 K>, für das zweite Halbjahr der Praxis 56.359 K., nach einjähviger Praxis 61.483 H, nach zweijähriger Praxis 69.169 K., nach dreijähriger Praxis 76.853 K., nach vierjähriger Praxis 84.541 K., nach einer lägerort als fünfjährigen Praxis 92.225 K. Für . Angestellte (Anfänger) nach Absolvierung einer zweijährigen Hanfeelslehranstalt für die ersten drei Momte ihrer praktichen Betätigi.rng 46.113 K. Die Mindeftlöhn« der Hanidielsarbeiter betragen ab 31. Juli 1922: Für Arbeiter und Arbeiterinnen bis zum vollendeten 17. Lebensjahre 19.289 K., für männliche Arbeiter - bis zum 22. Lebensjahre 31.344 K., für männliche Arbeiter nach dem vollendeten 22.' Lebensjahre 46.811 K., für weibliche Arbeiter bis zrim vollendeten 22. Lebensjahre 24.111 K-, für weibliche Arbeiter nach dem vollendeten 22. Lebensjahre 31.344 K., Zehrgeld 1206 K. * Preisgrenzeänderung der Luxuswarenabgabe. Der stadtsenat hat gestern bei nachstehenden Gegenständen, die der Luxuswarenabgabe unterliegen, die Preisgrenzen, bis zu welchen die Gegenstände abgabefvoi sind, wie folgt erhöht: Taschenuhren 35.000 K. (bisher 20.000 K), Kunstwerke (Reproduktionen) 8000 (6000), Lorgnons 12.000 (6000), Spielfachen 7500 (5000), Zuckerwavm 7500 (1700), Rum 2M (1400), Grabkränze 4500 (1600), Grabbuketts i50o (500), Grabsteine 100.000 (50.000), Haarwasser 76o (600), Brillantine 450 (300), Hautpflegemittel 800 (200),. Toiletteseife 50o (400), Seidenstoffe 25.000 (10.000), Regenschirme 20.000 (10.000), Stöcke 2400 (1200), Herrenhüte 20.000 (9000)/ Damenhüte 16.000 (12.000), Hntsonnen 12.000 (8000), Hntgirlanden 22oO (1500), künstlicher Grabschmuck 3000 (2000), Krawatten 3200 (2200), Rahmen 7500 (5000), Hänge- und Stehuhren 40.000 (80.000), Beleuchtungsartikel 20.000 (10.000), Tapeten 4000 K. (1500 ft.); bei Klavieren werden künftig die ersten 60.000 K. ohne Rücksicht auf den Preis des Instrumentes als abgabefrei behandelt, bei allen anderen Instrumenten die ersten 6000 K-; bei Psanfeposteu sind die ersten 40.000 K. abgabefrei. Diese neuen Preisgrenzen gelangen heute im Landesgefetzblatt fiir Wien zur Veröffentlichung und treten mit ihrer Kundmachung in Kraft. Wiener Morgenzeitung. * Die Bewertung der Naturalbezüge bei der Fürsorgeabgabe. Die Bezirksämter wurden angewiesen, Abrechnungen über feie Fürsorgeabgabe chinfichtlich der Bewertung der Nawralbeziige nur dann unboanständet zu lassen, wenn die ganze Verpflegung pro Tag und Kopf mindestens mit folgenden Betragen bewertet wird: Für Selbsterzouger (Produzenten) niit 1600 ft., und für alle anderen Betriebe mit 2200 K. Wsrdm. geringere Ansätze. einbekannt so find die Abgabepflichtigen zu verhalten, die. niedrigeren Gestehungskosten nachzuweisen. Falls in den Kollektivverträgen der einzelnen Gewerbe.höhere Beträge für die Bewertung" der Näiuvailbezüge eingestellt sind als die oben angeführten Mmimalbeträge, so sind sÄbstvorständlich die in den ftollekdivverträgen festgesetzten Beträge als Be-.. messungsgrundlage anzunehmen. Die obige Bewertung der Naturalbezüge gilt sirr die Lohnauszahlungen ab 1. Juli 1922. * Pässe nach Rumänien: Die königlich rumänische Gesandtschaft bringt zur allgemeinen Kenntnis, daß infolge der Unzulänglichkeit des Lokales, 4.'Bez., Brucknerskraße 8, 'Und des' lebensgefährlichen Gedränges, das sich tödlich auf den Sti>egen und den Gängen der Gesandtschaft wiederholt, die Konsularabteilung (Pässe, Legaliflevungen usw.) vom 20. d. an im Amtslokale der früheren Mmäuischen AfemMistrativ-Finanzfeirektiott in der Hofburg (Leopolfeinevtvakt) an^ieven wird.' Die Amtsstunden für den Parteienverkchr sind an jedem Wochentag vmr 11 bis'1 Uhr und zwar nur für die Entgegennahme der . Gesuche und Akten, nachmitags außer Samstag von- 3 bis 5 Uhr, und zwar nur für die Ausfolgung der erledigten Akten. Uebar feie Üebernahme ei-Ms jeden Aktes wird eine numerierte Bestätigung ausgefolgt werden/ mittels welcher die Akten an dem auf der Bestätigung angeführten Datum abgcholt werden. Soweit als möglich, wird man das Einroichungsdatum der Akten der Reihe nach berücksichtigen, damit die Parteien nicht zu. große Verspätungen erfahren. Angesichts des Umstandes, daß. die Erledigung der gesetzlichen Formalitäten längere Zeit erfordert, und daß das Personal der Konsularsektion in letzter' Zeit sehr vermindert wurde,, trsirid das PnWum ersucht, die .erforderliche Ruhe zu bewahren- und sich nicht unnützerweise in den Gängen , ldes Amtes aufzuhalten. * Einwav.derungscrleichterungen für Amerika. Nach einer Mitteilung des amerikanische:!-Konsulats..in Warschau werden, -wie die Jüdische Preßzentrale -Zürich mitteilt, Lehrer 'für .die hebräische Sprache, welche einen ' Kontrakt für Amerika j vorweisen köniien, außerhalb der Q'uot« nach-Amerika hinvingelässen. W ai's e n k i n d e r? bis zum. Alter von 14 Iah-, ven benötigen. Mn amerikanisches Visum für die Einreise, wenn sie im Befitze der. Schiffskarten sind. * Telephon Wien—Drassenmarkt und Wien—Siegendorf. Bei ,dem Postamte Drassenmarkt (Burg'enland) wurde >der. Telephon- und Deilegraphendienft, beim..Postamte Siegendorf (Burgenland) der Delephondienst aufgenbmmen. Die -Ge-bühr für die Einheit des gewöhnlichen Ge>präches - zwischen. Wien und Drassenmarkt -beträgt 540 K. zwischen Wien Md Siegendorf 360 K. .. . - . *. Namhafte Spenden für die HofterSenö-rn jüSifchett Sln-enken in Oesterreichs Ziir Llnde ünä de/Not der Sludenten überwiesen ' dem I Ü d i s ch e n $> o ch sch u! a u s s ch u ß, lX., Zimmermannplatz 8. Aus dem Prof. Lorenz o n d s, durch das. Rekwrat der Anrversitäk 2/643.783 (enifprechend der Kopfzahl d?r Besucher der »cäemi«» judaica). Lionello io! o dt, Tr'eft. 500.000 % 3sr oe l titsche A l lianz zu Wien 200 000 K.(Iukirate). Architekt Arnold BarberE. Brecher (Äufirats^ 100.000 K., Sammlung Frau Beiter 80.000 K.. S ch e n k e r & (Z o m p.. Arnold Re i ch. Leovöld B l u m und E. Sonnenthal jun. je 50.000 K., Dr. Julius R a p p a p o r t 30.000 K., Jüdiiche K u l t u s g e m e i n d e. Sarajewo, 28.000 K.. Therese ®ra', Triest,durch Frau L,Inzer 25.000 K.. Koitein, Michael LCom p.. Sella Rothenberg. Schtam, Kunero! werke EmanuelKhuner 8c Sohn. Paul Schwarzsiein. Friedrich Schönau, . M. Reumanns Söhne L L o m MorizNeu» m a n n je >20.000 K.. Sammlung I. Kläger 15 800 K., Mor. M6 l! er, Alexander Gobdfarb, R. N.. Prag» Rudniker ftorbfabrik, Leinrtch P o I l a k L Sohn. Alfred Billig, 2. L E. Salom, Josef Spiegel. Siegmund K ä l m e r, Sonnenschein Compagnie, Kats.erF er di.n a n d s-N o r d bahn, „6 i 0i", Ges. m. b. K.. Wilhelm R o t h, Karl Schwarz L L o m v., Sle-mund S i n a e r, S. Kw h n. „T e r r a', Gef. m. b. K., Josef Saphir. A n s p crch» S ch w a r z L C o m p. je 10.000 K. * Wellerbrrichk. Bei wenig oeränderler Lüstdruckver. teilung ist dcs Welker in den Alpen ziemlich heiler, nur. Ober« österreich ist noch bedeckt. Die Wetkerlääe ist dadurch gekennzeichnet. daß über Rordeuropa nördlche. über Müietemvpa weü« licke Winde wehen. Die Temperatur ist in Skandinavien höher als ln Deutschland, ttkp r a u s s age: Veränderlich,' kühl, lebhafle westliche Windes * Kvfcher-Äe<ch«iare«. Echvnftld, Fellner L Co., H., Kaidgast« 5, tyglich frisch. Chaluzim Rabatt. * Das Einftnkeft d«s Fatzgarevsta» ein Hebel, an dem besonders Frauen am häufigsten leiden, ist Nicht nur auf allgeme'ne Körpersckwäche, sondern zum gröhtin Steil auch apf das Tragen, zu hoher Adföhe zuruckzuführen. Ein einfaches Mittel, d'eies l-'ebel zu beseitigen; biekei düs Trägen von Gummiabsätzen. Durch diese wird der Gang, elastisch und weich, und der Körper erleidet denn Gehen nicht jene GrschMrungen wie beim Äuf- 'reken des nutzes auf den halten Kolzahsah. Jede Dame sollte daher unbedingt an i'ren Schuten den'vorzüglichen und dauerhaften „Palma"»Koutschilkabsflh tragen. , Vereine, Vorträge nnS Versammlungen. Verein jüdischer Sörer an öer.Äochfchule für Bodenkultur in W i e n. Bibiiolhekstünden w hrend der Ferien jeden zweiten Donnnerstag von 6 bis 7 Ithr abends im Deremslvkale.!X., Liechtenstetnstratze Ir. Tür 13, ab Donnerswg den'20. d. — Buk o w in ae r Zeniraloerband in Wien. Geschäftsstelle. in der. ölteneichifo'»rumänischen Kammer (ehemaliges Marinemmtsterinm), HI.» Diarxergafie 8. Jeden Millwock^ 7 Uhr abendi-, im CqfS Edison, l.. Kai IS. 1. Slock. allwöchentlich Bukowinaer T r e f s t a g nur für . gewerbeberechttge Verbandsilptglieder. Ejnlrilt nur gegen Vvrwei üng ber, Mtgl.edstzarte und. der Gewerbedokumente. Ab 8 Mr' ü.btznds im selben Kütbldkül' augemein-wirttchaftliche VerbanöEdiskulsion für sämtliche Mitgi'eder. Tagesordnung r 1. Bericht über den Aeimkehrerzug. 2. Standes« und Landesfragen-Betprechunaen. — F ü d i l ch t T i i ch a e f e l t f ch a f t L a n ü st r a ß e. Mchlle Zusammen- Kunst morgen, 8 Ahr abends, in der Meierei im Stadtpark (be m Kinderfplelplah). Dlskussionsab--nd. Gäste willkommen. --- Jugendverein Ahowath Z,vn.!>.. Kleine Zulohrtrstrak e ißo. Keule. R Ubr abends, Ausschutzsitzuna- 19. Juli 192S Seite 7 ..■■■■■■ —-- ErnDrurrg. Die Lebe«smittelmLrkte. Dir* Wachsende Teuerung. In der GwßmarftlMe herrschte gestern Mr ganz Qetfaö* fügiger Verkehr, 'feiet feie hohen Preise feen größten Teil der. Käufer zwingen, imr die allerbeschaifeensten Quäntitäteit ein-' zukaufen. Im Gr-oßhanfee-l verteuerten sich weiter Fleischschweine um 1o0 K.) Kälber, Schüfe und Speck um'je 200 K.^ Rindfleisch und Fettschweine um je 400 K. pro Mogva-mm. Im Kleinverkauf hat sich, alperikanisches Schmalz um 500 K. pro Kilogramm verteuert. Die Preise feer' übrigen Artikel blieben im Klemverkcüif noch aatf feer Höhe fees vorgestrigen Tages. Mit der Bahn sind drei Waggonkadungen mit verschve-feenen Fleiischgattungen angekömmen.' Gm Waggon enthielt amerikanisches Gefrierrinfefleisch. Aus dem Fischmarkt waren Seelachs und Kabeljau zu 1800 K. das Kilogramm zu'haben. Die Grünwärenmärkte /waren verhältnismäßig gut beschickt. Die Preise fwr Weißkraut haben sich gestern bei güten Sorten um 1000 K. pw 30, Stück erhöht. Kartoffeln aus Italien sind mit Rücksicht auf feen hohen Stand der Lire gleichfalls stark in; Preise in feie Höhe gegangen.. Das Kilo- ’ gramm kostete gestern' im Großhandel -im Einkauf bereits 1300 K. Die Preise der übrigen Artikel blieben ziemlich unverändert. Die Obstmärkte, sind relativ günstig beschickt, feile Preise unverändert hoch. . ' Die Preise feer Eier verfolgen.. Weiter steigmfee Tendenz. Der Stückpreis bewegte sich gestern auf dem Naschlnärkt ^bereits zwischen 360 und 320 K. . . , Aussübe nonse Lebensmittelguljcheine. Die AusgadS der neuen Ledersmistelgutfcheine findet bei den Broikommissionen Miltwock, Donnerstag und Freitag dieser Woche während der Amis stunden in - der bisher Üblichen Weise statt. Die bezugsberechiigten Anstalten erhalten d e Gutscheine Samstag den 22. d. wahrend der Amtsstünden bei der zuständigen Bezirksabbaukommkftion. BühM und Kunst. Theater i« der Io?efstadt. Diese Premiere. ist -sin Spiegel fees Publikums, das sich draußen bei -den. Kassen drängt. Ihr wollt Zoten, nackte- Fleisch» Entkleidungen,. Frauen in Hemden, Männer in Unterhosen — da habt ihr's zum Sattkvlegen Diese Ausfiihrungl des,, ftanzösischen Schwankes ',/£) a s A b st e i gquartier" von August Achaume'ist eine Rache für die Roheit und Verständnislosigkeit .feer Thearerbesucher. Wo einst feie feine, -pikant-e,-^ frantzSsische. Äomöfest ^gepflegt wurde, . macht sich feie öde, geistlose Schweinerei breit. Und wer nicht feie Schauspieler befeauert» feie "sich halbnackt j.tt Betten herumwälzen müssen, um ihr Theater über Wasser zu halten, ist ein' würdiger-Zeitgenosse..-.r <^ . --- Das Theater, empört und zerquält durch schlechte Kassen» rapporte, kehrt dem verehrten Publikum feen entblößten Uw anssprechlichen und kommt endlich auf seine Rechnung. In lieblicher Steigerüng entkleiden sich rm ersten Akt eine, im zweiten zwei, im fevrtten Akt drei Schauspielevinn«:, Die beiden Hauptfearstellerinnen sind Künstnovizesi, feie zwar respektable Fülle, aber. wenig Reize. aufzuweisen haben. Die , jungen Damen ahnen wohl selbst nicht, wie grobschlächtig, wie gemein ihre Versuche sind, versi'chrerisch auszwehen. Uirter feen mitwirkenden Herren fällt feie wirksame Komik Karl Stands auf. Sehr angenehm Klara Bauer in der Rolle einer Zofe. — Das feichtgeMte Parterre quietschte vor Vergnügen. Biel- . leicht ermöglicht eine Serie Völler Häuser wieder sinige Meramsche Abende in feer Josefstafet. Der Zweck heiligt feie Mittel. O. A Frankfurter Theater. „Nach Damaskus." — Reichsdeutsche Uraufführung von Clan» dels „Der Tausch". — Berliner Gäste. Von unserem Korrespondenten. Die Mchsaison brachte rm Schauspielhaus noch sehr be» / achtenswerte Aufführungen: Der „Zyklus feer neuen Dramen" wurde mit Strinhbergs „Nach Damaskus" (1) be-- schlossen, feie JnszeMe-vung Martin fterbs holte zwar nicht das Letzte der darstelleri'schen Möglichkeiten hevaus, «schuf aber immerhin eine in sich geschloffene,.Tiefen auftütteftrd« Bilder-, reihe. Als eine Dichtung, die wie keine zweite der Moderne, . unsere pvimitivsten,. ewig .wiefeerkchrenden Sorgen rm Verlaufe eines einzigen. Aberrds» ausrollen konnte, erwies sich Paul Claufeels „Dar Tausch".' Der Angriff fees Machthungrigen,. vepräfentiert durch -einen amerikanischen Geldmenschen, aus feie . Zartheit und Gottnähe einer reinen, unverkäuflichen Frau; -feie Verführung ihres zartnevvigen Mannes durch feie bestrickende, glutheiße,. innerlich faule Adaitvesse fees Dollargewaltigen; des Schwachen- Heimkehr und Tod, fees Machtmekvschen Erkennen. Gottes und seiner, Offenbarung in Lie- -ben: diese einfachen Vorgänge, feie sich täglich tausendfach ereignen, verstand Claudell ohne jede pseufeoexpressw uistische Symbolik mit ganz feinen,- be>hutsamen Linien zu zeichnen und gerade fecrduxch alle: Schauspieler, Publikum, Kritik in einer Weise zü evschüttiern, wie es Än Frankfurter Theater noch Men geschäh. Es ist bezeichnend, daß feie herrliche Dichtung Claufeels, die im Wiener Burgtheater wundervoll feargestellt - wurde, vom Spielplan des Burgchvaters Wege»: Interesselosigkeit verschwand. Änm. d. Red.) Das Theater versank ' und der Jammer: des Draußen grinste herin, man hatte auf- Zehört, sich mit feer peviphevichen Seelenprobleirtat-ik moderner Dramen zu quälen, feemr feie Unerbittlichkeit feer ewig nrenschlichen, zentralsten Dinge rmseres Seins . leuchtete auf und es verblaßte feie angenraßte Wichtigkeit jeglichen Litera-teirsetttiments. Die hiesige vsichsfeeut-sche llvauffühmng des Stückes

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