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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-17 · Heft 1243 (17.7.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1243 (17.7.1922)
Date
1922-07-17
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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"1< ’I.H tmytywmpM.. /, I- IMJ.I.HHWU uU.iJ >i>o MUlV>u»'t W i'M'W 1^14, ^i-uiy^ VM e S Toren, Mdni'acr > .Wienrr Mrrrnengcitunss. 77. Zuli 192? Nr. 1243 zesserr Vertreter der Intelligenz, Stubens len und Militär Personen t. genommen haben. Er müsse fefljteUcn.' daß während der Ansschreiinng.?-: ' > ogromstimmung geherrscht habe. 2 elöst General Konarzewski, der während der Unruhen im Judenviertel weilte, mußte zu geben, daß eine Pcgromstirumnng geberrscht habe. Arrf die Frage des Vorsitzenden, welche Schutzmittel die jüdischen Vertreter als die geeignetsten zur Vorbeugung solcher Exzesse betrachten, antwortete Obcrrabbiner Nubinstein, daß man Ex'et chm nur dann Vorbeugen könne, wenn die Hyuprwnrn:l:i der antisemitischen Agitation vernichtet werden. Die Negier u n g müsse .die Pogromhetze in der Presse und in öfsentlichen Versammlungen v erbieten und aff: jene, dje zu Pogromen und Ausschreitungen hetzen, strengstens bestrafen. Aus die Frage, ob die Inden cs für notwendig erachten, Organisationen mit wirtschaftlichen Zielen, wie dkr N o zw oj, die eine antijüdische Agitation bloß auf wirtschaftlichem Gebiete führt, zu verbieten, erklärte Oberrabbiner Rubinstein, die Praxis habe bereits erwiesen, daß solche Organisationen nolens volens zu Pogromen führen müssen. Umgekehrt suchen die Veranstalter von Vggromen ihre Pogrome stets mit wirtschaftliche«:« Motiven zu begründen. Aus diesem Grunde allein müsse man jedwede hetzerische Agitation ans wirtschaftlichem Gebiete strengstens untersagen. Mit den letzten Ausführungen war insbesondere das Mitglied der Kommission, der Vorsitz e n d e der Rozwoj-Organisation, Abgeordneter D ymowski, unzufrieden. Hierauf gab der Vorsitzende der Kommission, Abgeordneter Wysocki, seiner Verwunderung Ausdruck, daß.die jüdischen Zeugen, die sicherlich über wertvolles Veweismaterial verfügen, sich bei der Kommission nicht melden. Rabbiner Nuinstein erklärte hierauf, auch die jüdische Bevölkerung wundere sich, daß die Kom- ' Mission die jüdischen Zeugen zum Erscheinen vor der Kommission nicht ausgcfordert habe. Der Vorsitzende ersuchte nun Lcn Oberrabbiner Nubinstein, die Juden aufznfordern, bei der Kommission zur Zeugenaussage zu erscheinen. Die Kommission bat bereits Mittwoch ihr: Arbeiten beendet und das Material nach Warschau mitgenommen. Die Kommission wird in der Sejmkommiss'-on für Verwaltungsangelegenheiten einen ausführlichen Bericht über das Ergebnis der Untersuchung erstatten. Das gesamte Material wird in Form von Protokollen verarbeitet. Das Endergebnis wird erst nach Durchführung det gerichtlichen Untersuchung belanntgegebett werden. Die Kämpfe in Irland. London, 16. Juli. (Reuter). Zwei Lazarettzüge mit loten und verwundeten Freistaatlcrn aus der Gegend von Collooney kamen auf einem Umwoge in Dublin an, da der direkte Bahnverkehr an verschiedenen Stellen unterbrochen ist. Aus Thurles, einer wichtigen Stadt an der Eisenbahn von Dublin nach Cork, wird von heftigen Kämpfen während der letzten Tage berichtet. Die Irregulären versuchten, die von Freistaatlern besetzte Stadt zu umzingeln, wurden aber dabei, überrascht und verloren 54 Gefangene. London, 16. Juli. (Reuter.) Aus Dublin wird gemeldet: Die Freistaat-Truppen begannen heute mit einem Angriff auf das republikanische B o ljw c r auf einer kleinen Insel in der Swilly-Bucht, einer früheren britischen Marinestation. Die Stellungen der Republikaner wrnÄen eingeschlossen. Das Bollwerk wird von der Artillerie beschossen. Einige vorgeschobene Posten sind bereits genommen. Aus heftigen Explosionen im Bollwerk wird darauf geschlossen, daß die Republikaner ihre Munition vernichten, bevor sie sich ergeben. Die Regierunastruppen nahmen heute die meisten republikanischen Stellungen von Tundalk, wo ihnen nur geringer Widerstand entgegengesetzt worden war. Bei der Einnahme der Kaserne wurden 250 Republikaner gefangengencmmen. Ern Putsch in Beding. London, 16. Juli. (Neuirr.) Di» Blätter nrftcn ans Peking:?06 Politiker drangen in den Sitzungssral des Ministerrates ein, bedrohten den Ministerpräsidenten mit der Ermordung und verjagten alle Minister, von denen einer Verwundungen erlitt. Der Abbruch der Haager Konferenz. Haag, 16. Juli. (Wolfs.) Heute nachmittags hat der Präsident der nichtrussischen Kommission an Litwinow einen Brief gerichtet, dem die Abschrift eines Briefes des Präsidenten der zweiten Unterkommission vom 14. d. bergelegt ist und worin eine Entschließung dieser Unterkommission mitgeteilt wird, die besagt, daß eS bei der gegenwärtigen Lage der Konferenz keinen Zweck mehr habe, die Verhandlungen mit der russischen Delegation f o r t z u s e h e n. Der gleiche Beschluß der driften Unterkommission ist schon in der Sitzung vom 14. d. den Russen mitgeteilt worden. Der Präsident der nichtrusiischeu Kommission ließ L i 1 w i n o w auch wissen, er sei bevollmächtigt, ihn zu benachrichtigen, daß der Präsident der dritten Unterkommission die einstimmige Meinung der Präsidenten und Mitglioder der Unterkommission znm Ausdruck gebracht hat, als er aus jener Zusammenkunft, bei der Litwmow eine Erklärung abzugebcn wünschte, die fciue bisherigen Erklärungen abändeve, sagte, . daß die übrigen Unterkommissionen diese Erklärung zweifellos in Betracht ziehen würden und daß in jedem Falle die Türe zu einer Fortsetzung der Verhandlungen noch nicht geschlossen sein würde. AbgeftLr.ztes Zabern, 16. Juli. (Havas.) Ein Flugzeug des Flugdienstes 'Straßburg—Va2s ist abgestürzt, wobei der Pilot und vier Passagiere geti.et wurden. Der brave FrarrzL und der fchliMme Sigr. Christlichsoziale und Sozialdemokraten gelüstet es wieder einmal, die grimmen Kämmen zu spielen. Das heißt, vielleicht ist das Gelüste nicht einmal so groß wie die bittere Notwendigkeit. Beide Parteien haben' abwechselnd die finanzielle Netlung Oesterreichs versucht, von den Nesultaten dürften aber die Wähler von rechts ebensowenig entzückt sein wie die von links. Daher muß wieder einmal „etwas g'scheh'n", um der „sehr geehrten" Kanaille daS Maul, daS man in Republiken nicht gut versiegeln kann, mit einem Zuckerl zu verstopfen. Blühen die Lorbeeren nicht auf dem materiellem Gebiet, dann sncht man sie eben auf dem geistigen Schlachtfeld des Kulturkampfes. So sind die Sozialdemokraten gerade in diesen Tagen, in denen kein Mensch andere Sorgen hat, mit der Abschaffung des Schulgebetcs in die Schranken getreten. Und die Christlichsozialen haben den Fehdehandschuh verständnisvoll aufgehoben. Der braven Bevölkerung, der das Brot schon beinahe unerschwinglich geworden ist, bleiben also wenigstens die Z i r k u S s p i e l e politischer Gladiatorenkämpfe erhalten. Wir würden ihr diesen Genuß sicher nicht neiden, wüßten wir nicht aus alter Erfahrung, daß die Stiche und Hiebe, die es bei solchen Gclcgenheüen auf beiden Seilen absetzt, merkwürdigerweise niemand anderer zu verspüren bekommt als das Judentum. Eine geschickte Regie sorgt sAon traditionsgemäß dafür, daß sich die Kämpen nicht gegenseitig verletzen. Da das Volk aber für sein Geld auf jeden Fall Opfer sehen will, so gerät diese geniale Regie natürlich auch nicht eine Minute in Verlegenheit, wo sie diese Opfer zur allgemeinen Zufriedenheit hernehmcn soll. Man erinnert sich noch des sozialdemokratischen Krieges gegen den Rabbiner. Jetzt hat das christlichsoziale Organ den Kampf gegen den Sigi ausgenommen. Wer ist dieser Sigi?. Er ist. kurz im Sinne seiner geistigen Väter gesprochen, der „Judenbub". Früher einmal hat er der „kleine Moritz" geheißen, jetzt heißt er halt Sigi. Eine kleine Abwechslung muß man dem Volke doch bieten und der Name Sigi ist das einzige Neue in der uralten „Rerchspost"- Walze. Bor diesem Sigi warnt der Lehrer seinen Mitschüler Franzl: „Daß du dich nicht unterstehst, Franzl, das Kreuz- Zeichen zu machen, so wie e8 deine Eltern, deine Großeltern und alle deine Vorfahren gewohnt waren! Der Sigi kann daS nämlich nicht leiden." Zu diesem Text gibt es ein Bild, und wer dieses betrachtet, kann nicht länger daran zweifeln, daß der Sigi ans purer Bosheit den Franzl fortwährend, mit feinem Christentum neckt, während der Franzl doch von dem Judentum des andern immer nur mit den Ausdrücken des höchsten Respektes spricht. Der Sigi ist auch der Lausbub, der die mit dem Kreuzeszeichen geschmückten Fußballspieler allsonntäglich, wenn, sie den Spor'platz betreten, mit dem Rufe „Sauchristen!" empfängt, während der Franzl an den Hakoahncrn den Mut, mit dem diese den David-Stern zur Schau tragen, mit arischer Verecundia gegenüber allen, was anderen heilig ist, bewundert Der Sigi ist das charakteristische Erzichungsprodukt mosaischer Unduldsamkeit und Verhetzung, während der Franzl das Sinnbild der abgeklärten christlichen Milde und Nachsicht ist, die die Herren Katecheten mit unnachahmlichen Eifer in die ihnen anvertrauten jugendlichen Herzen pflanzen. Die Lage der jüdischen Kolonien in SLdrutzland. Die Moskauer jüdisch-kommunistische Tageszeitung „EmeS" berichtet: Im Gebiet von Mariampol werden von dem Jdgeskom (jüdisches gesellschaftliches Kqmlvee) und dem lokalen Hilfskomitee fünf jüdische Kinderheime erhalten. In diesen Heimen werden 1210 Kinder gespeist und unterrichtet, wobei die Unterrichtssprache durchwegs jüdisch ist. Die größeren Kinder arbeiten unter der Aufsicht ihrer Lehrer auf den Feldern. Das Jdgeskom macht gegenwärtig alle Anstrengungen, um diese Schulen mit den notwendigen landwirtschaftlichen Geräten zu versorgen. Im Laufe des MonatS März und' April hat das Jdgeskom in der Ukraine an die jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien in . den Gouvernements Nikolnjew, Zaporoje, Jekaterinoslaw und Donetz 1,000.000 Kilogramm Kartoffeln geliefert. Die Lage in den Kolonien bessert sich zusehends, die Ernteaussichten sind bisher gut. (I. C. B.) Eine Konferenz über Palästina- Einwanderungsfragen. In Berlin tagt gegenwärtig eine international« Konferenz der Hechaluz-Organisation im Verein mit verschiedenen Palästina-Aemtern in Europa. Die Konferenz wurde auf die Initiallvr des Zentralkomitees der russischen und ukrainischen Zionisten in Berlin (Merkas) e'mberufen und bezweckt, eine Regulierung der Immigration nach Palästina vorzubereiten. An der Konferenz nehmen Vertreter von Deutschland, Polen, Litauen, Oesterreich, Italien, Frankreich, Rußland usw. teil. Die Konferenz beschloß, in Berlin ein Z« n t ra l kom itee einzusetzen, das sich mit der Förderung der Arbeiterwandorung nach Palästina, befassen soll. (I. C. B.) . * Hoevischheit. Dieses Wort ist der mittelhochdeutsche Vorgänger deS neuzeitlichen „Höflichkeit", bezeichnete aber einen viel extremeren Grad dieles Begriffes, als lein demokratischer Nachfahre, der uns heute geläufig ist. CS trug ja auch sein« ethvmologiscken Zusammenhänge mit dem „H o f e" noch deut lichter zur Schau und umgab sich mit einem exklusiv ariftofratl ■ schm Nimbus. „Höflichkeit" verlangte man schon zur Zeit dei mitteleuropäischen Monarchien von jedem, auch wenn ersick nicht einmal der losesten Bezi'hungen zu irgend einem Duozhofi ' rühmen konnte. „Hoevischheit" aber war das Merkmal der er lcstnen Gesellschaft, die deu kaiserlichen Hof der Hohenstaufen oder die kleineren, aber auf guten Ruf nicht weniger bedachter , Höfe der Fürsten und Ritter belebten. Der gute Top, besten sick diese auf äußere und innere Kultur bedachte (Slhcr-. lllschafl befleißigte, hat sogar einer eigenen lilerarischen Richtung ihr Gepräge gegeben: Der höfischen" Dichtung. Diese hat ein« hohe Blüte erreicht, und zwar gleichzeitig mit der volkstümliche« Dichtung, von der sie sich aber durch peinliche Vermeidung jede: Rüpelhaftigkeit unterschied. Die Vorkämpfer der Hoevischheit waren die minniglichen Damen der vc^schiedenen Höfe uni noch Goeth.s Torquato Tasso wird am Hofe zu Ferrara dei Rat zuteil: „Willst du wissen, was sich ziemt, frag nur bei edlen Frauen an." —> Da8 Wort „Hoevischheit", ist längst c außer Gebrauch, der Begriff aber schien seinen Kurswert bij in unsere Zeiten bewahrt zu haben und als der Umsturz mit den Höfen und dem gesellschaftlichen Vorrang ihrer Mitglied« aufräumte, höhnten die offenen und geheimen Bewunderer dieser Klaffe, eines könnte den Depossedierten keine Macht der Erde nehmen: die bessere Erziehung. Ziemlich allgemein er> hielt sich der Glaube, daß sich die aller Titel und Würden be. raubten Adeligen auch im schlichten Gewände des Bürgers sofort als etwas „Besseres" verraten würden, und zwar durch ihre feineren LvbenS- und Umgangsformen. Lag doch von ihrer Kinderstube alles „fern im wesenlosen Scheine, wag uns alle bändigt: das Gemeine". Ach, eS war ein Aberglaube! Schon die berühmten Randbemerkungen deletzten deutschen Kaisers auf den ihm 'vorgelegten Protokollen hat die höfische Au^drucksweise der Neuzeit in einem merkwürdigen Licht erscheinen lassen. Diese Art „Hoevischheit" konnte sich höchstens vom — Ka sernhof herleiten. Aber auch mit der Kunde der edlen Frauen von dem, waS sich ziemt, scheint dieZeit ziemlich grausam aufgeräumt zu haben. Die' Tochter eines österreichischen Kaisersohnes und einer belgischen Königstochter, also so ziemlich das Edelste von Geblüt, WaS sich der beschränkte llnterlanenverstand einst vorzustellen vermochte, ist, wie wir bereits kurz 'berichtet haben, in einen häßlichen Ehrenbeleidigungsprozeß verwickelt. Sie hat ihren Untermieter, der zwar nicht höfischer Herkunft, aber immerhin ein akademisch graduierter Kaufmann ist, als „Saujud" tituliert»., Dor dieser modernen Abart edlen Frauentums hätte wahrscheinlich Torquato Taffo ebenso die Flucht ergriffen, wie Walter von der Vogelweide, der poetische Verklärer tveiblicher Anmut gepaart mit höfischer Sitte und Verkünder der vom edelsten Geistesschliff im Sinne ' der Hoh:. staufii '.:n Hoevischheit zeugenden Weisheit:' ,-Jhm. dienen alle, Christen, Juden, Heiden, der alle wunderbar ernährt". * Tie Erhöhung der Tabakpreise. Anläßlich der heute in Kraft tretenden erhöhten Ta bäkpreise suchten die Raucher und Raucherinnen noch gestern vormittags in den Trafiken Rauchmaterial zum alten Preise zu erhalten. In sehr verständlicher Weise hielten jedoch die Trafikanten das eventuell noch vorhandene Material zurück und honorierten nicht einmal di« Raucherkarten mit dem Hinweis auf cmgeblich geringere Fassungen. * Abschaffung der Lehrer!»nen-Ehe kn Salzburg. Wie die Korr. Herzog meldet, hat der Schulausschuß des Salzburger Landtages mit Stimmenmehrheit die Aufhebung des bisher geltenden Gesetzes betreffend die Verehelichung der Lehrerinnen bcfchlossen. In Hinkunft bedeutet die Verehelichung der Lehrerin den Austritt auS dem Lehrstand. * Eta Arte! von Saat TfÄerntchorosKy. Der jüdische Rakiona>rat m Koamo hat vor emben Tagen vom beba-ntm bkbrä'schen Dibter Laut Ticherntcbowsk, e!n-n aus Odessa, N. Juni, dati-rten Brief erhallen. Ticdernichvwski dankt dem ütaiiona'ra« für d'e Zusendung ven Lebensm'Itelvakelen und teilt mit. dak sich fem (8esundhei'su«stand in der letzten Zeit erheb ich geb.'sstrt Kat, so dai; er bereits seine lneransche Tätigkeit v >eder aujnehmen konnte. Er bereite! seine Uebersetz mg der „Sin*" iür den Druck vor und seht d'e Uebertraqunq der ..Odyssee" fort. Außerdem arbeite! er an emtqen orwinaten Werken, bie demnächst im Ver age Stybel erscheinen sollen. 13. C. B.z * Eine illustrierte Palastiuabeilage deS Parlfer „TempS". Die neueste illustrierte Beilage des „Temps" ist gänzlich dem neuen Palästina und den zionistischen Anstrengungen zum Wiederaufbau des Landes gewidmet. Die Beilage enthält 16 Seiten und vermittelt dem französischen Publikum zum ersten Male «in anschauliches, sympathisches Bild des jüdischen Palästina. Die Beilage enthält auch die Karte Palästinas, in der die jüdischen lanowirrschaftlichen und städtischen Siedlungen besonders erkenntlich gemacht sind, (sme, große Anzahl schöner Originalausnahmen auS dem alten und neuen Jischuw veranschaulichen die Geschichte deS neuen Palästina und des Zionismus. * DaS Hakenkreuz in den Bergen. Das Linzer „Tag-- Mit" schreibt: Nun sind sie auch da hinanfgekomitten, die Ruhestörer, in die herrliche Bergwelt, wo bis jetzt nur Friede und Eilttrachi' gewohnt hatten. In Alpenvereinshüttten prangen die großen Plakate, welche dem Touristen, der Jude oder Mitglied der Sektion „Donauland" des D. Oe. A. V. ist. die Gastfreundschaft verweigern. Türen sind mit dem Hakenkreuz bemalt und zeigen den Touristen schon von weitem an, daß sich auch da die Politik breit gemacht hat und jene Träger des Hakenkreuzes dem auf den Borgen und Hütten Erholung und Ruhe suchenden Touren das nehnieu wollen, was ihm die Natur bis je'st gelten hat. Sie wollen auf den Bergen fortsetzen, was sie Tal und Stadt begonnen, Unruhestiften und die Menschheit verhetzen. Man hat bereits gesehen, was für Früchte ihre Hetzarbeit getragen. Doch sie sollen gewarnt sein, den wir wollen die Berge frei haben von jeder Politik, frei für jeden Touristen und Freund der Natur.

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