Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1240 (14.7.1922)
- Date
- 1922-07-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1240 Wien, Freitag * Grhöhnng -er Serumvrisifö. Infolge der erhöhten Kerflellungskosten werden ob 15., $nli 1922 die in der Arzneilaxe zu der österreichischen Vharmokopöe (zehnte Ausgabe) verzeichneten Preise sömllüter Präparate des siaail'ch.'n seroiherapeulischen Instituts um 10C<>/0 erhöht,, die neuen Preise gelängen im nächsten erscheinenden, Nacblrag zur Ar.weitaxe zur Aufnahme. Eine neue Preisliste, d-s serwiherapeuiischen Inst'tuts wird nicht aufgelegt. * Die Ausgabe -es Relfegenäcks. Die B u n d e sb ah n - D i r e k t i 0 n W i e n . W e u teilt mit: Anläßlich des starben Reisenerkehrs in die Kurorts und Somnm-lrUcken macken wir auf die inr-besonders im Sifereffe des reitenden Publikums gelegene Vorschrift aufmerksam, wonach jedes Gepäck stück die genaue lind dauerhaft befestigte Adresse des Reisenden (Name. Wohnort, Wohnung); sowie den Namen der Anfgabs- und B-'s!imm.ungS'iation tragen mutz. Nicht gehörig gekennzeichnetes Gepäck kann nach den obigen Vorschriften zmückgewiesen werden; auch müssen allere Bezeichnungen von den Gepäckstücken entfernt sein. * Retten nach Jugoslawien. Das jugoslawische Generalkonsulat teilt mit, datz die Gesuche wegen der Erteilung der Patzvisa n i ch t an die Gesandtschatt, sondern lediglich an das kompetente Kvnmiat, und zwar sür Niederöslerretch, Salwurg, Oberöslerretch und Brlrgeniand an das Generalkonsulat (Wien, 1., Seilerstätte 30), für Steiermark an das Konsulat in Graz sSchubertgasse 16) und lür Kärnten und Tirol an das Konsulat in Klagenfurt zu richten sind. * Cholerasälle ln -er Bukaresler Amgebung. Aus Bukarest wird gemeldet: In der Umgebung von Bukarest sind heute fünf Falle von asiati cher Cholera festgestellt worden. Die eingeleitete Untersuchung bat ergeben, daß'die Krankheit von einem Soldaten eingeschteppt worden war, der aus dem an Rußland grenzenden beffarabiscken Gebote gekommen war. Cs wurden firenge Matznahmen ergriffen, um eine Verschleppung der Seuche in die Hauptstadt zu verhütem * Namhafte Spenden für die notlelden-en jüöifchen Sluüenlen Oefterreiürs. Z»r Linderung der Notier jüdischen Etudenteu überwiesen dem Jüdischen K 0 ch s ch u l a u sschutz. IX., Zimmermannplatz 8: Israelitischer humanitärer Verein W a h r h e t t B. B. 1660 Lire uno 250.000 K.. Saminlung der Wiener Kommerz tat bank 125.800 K. (M. G l a s l e y 50.060-K.. Oswalds ch ö n. Direktor Ernst Fisch e r, Direktor Artur G r a f. Kugo W i n t e r. Ludwig Steiner, Teplih-Schönau, Mr. Somdetz und Rudolf Buk 0 wihje 10.000 K., Dwerse 5800 K.. Brrnbard A l tmann, Dr. Messet, I,,q. Emilio St 0 ck, Triest (Rate pro Juli) je tÖO.OOo K., Ernestine I 0 k l, Isidor Dretzler und Ing. S. S ch i n d l e r je 50.000 K, .E. A." 30.000 St., Eduard K 0 r 0 wih' N e f f - n, S. S. B t r n b a u m, Oberingen,eur Si-gfr. Ep st e i g. Prof. G la tz. Direktor Tdaler und Bruder. Lederer und A e u m a n n. S. A. Nissim und Ing. Wolf Mandel. Plava bei Görz. je 20.000 K., Michael Benies, Nathan Lipfchütz. Max B r 0 d H e t m, Bankgeschäft Dr. K. K l ü g e r, Arnold E i g e n f e l d, Alois L e m b e r g e r, Adolf K o h n. Karl L ö b t L Komp-, Bernhard K l u g m a y n, D. A n a v t, M a r itio r e kLBeywasser, 3. Brenner, Frau 3 ro i 11 i n g e r, Dr. Bernharü E ch w a l b, Doz. Dr. Albert Kerz und Wilhelm Kux und Bruder je 10.000 K. *- Verein für «nentgettlicheu Arbettsnachweis, n., Laborftrahe' LS. Gesucht w ö r d e N : Weibliche Abtei tun g: 15 Kontoristinnen mit Stenographie und Mosckinschreiben, 10 Kvnioristmnen (Anfängerinnen), 3 Kontoristinnen mit Buchhaltung. 3.Buchhalterinnen (bNanMig , 4 Weiß- Näherinnen, 6. Wäscherinnen, 1 Modistin^. 3 Schneidermiwn» 2 Verkäuferinnen (Spirituosen), L Serviererinnen, 1 Verkäuferin für' Laus und Küchengeräte, l Korrespondentin (selbständig). MünnlicheAbteilung: 5 Herrenschneider» 6 Damenschneider, 3 Schuhmacher, 1 Buchbinder, 3 Kürschner, 2 Fabbin der, 2 Kappenmacher, 1 Bürstenmacher, 1 Kellner (Speiseniräger). L e h r linge und L e h r m ä d ch e n: 20 Praktikanten, 5 Bureaupraktikanten, 4 Schtosser, 1 Elektrotechniken, 1 Buchdrucker. 2 Bürstenbinder, 4 Tapezierer. 2 Kürschner, 1 Schilder- und Schriftcnmaler, 7 Praktikantinnen. Zu melden im unentgetttichen Arbeitsnachweis, II., Taborstratze 59, täglich von 8 bis 12 Uhr. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis, 11.. Taborstratze 59, bietet den Kerren Arbeitgebern seine kostenlos Dienste an. Briefe oder tetephoniichcr Anruf 40-3-16, genügt, um qualifizierte Arbeitskräfte sowie Kilfsorbeiler, ferner kaufmännische Angestellte beiderlei Geschlechtes zugewiestn zu erhalten. * Der streikende Plattensee. Infolge der außerordentlich großen Dürre meldet mau. ein bedrohliches Austrocknen des Plattensees. Das Wasser des Sees hat sich fast an allen Ufern um drei- bis vierhundert Fuß zurückgezogen. Der Wasserspiegel ist derart gesunken, daß spätestens in vierzehn Tagen die Dampfschisfahrt wird eingestellt werden müssen, falls nicht ein.Wüierungsumschwung eintritt.. * Wiedereröffnung einer Lungenheilstätte. Nach Durchführung der Renovierungsarbeiten und nach. Sicherstellung der Wasserversorgung findet am 15. d. die neuerliche Eröffnung der dem Landesverband vom Roten Kreuz gehörigen Lungenheilstätte Wilhelmshöhe bei Preßbaum-Tullnerbach statt. Zur Aufnahme gelangen ausschließlich Jntelligenziberuse. Die Aufnahmsuntersuchungen finden jeden Mittwoch im Auf» nähmsbureau des Vereins Heilanstalt All and, Wien, 9. Dez., Lazarethgasse 22, Parterre, zwischen 9 bis 11 Uhr statt. * Erholungsheim -er PvUzei ÄonzeptsbearrUsn. Der Wirt'chaftsnerband' der Vereinigung der Konzeptsbeomlen der Wiener Potizei-Diroktwn (Wien, I.. Deuifchmeisterplatz 3. 1/43), tem eine Anzahl der grötzien akademt'chen Verbände, darunter die Gewerkschaften der Verwaltungsjurlsten und der Ingenieure angehören, beabsichtigt den Bau eines Erholungsheim e s in Bad P y r a w ü r t h. Die Gemeinde Pyrawarlh hat in Anbetracht des Wohlfahriszweckes den Baugrund unent- . gelllich beigestellt. Die erforderlichen Geldsummen sollen unter anderem durch öffentliche Z uchnung von Sililungsbausieinen von!e 10 060 K. am gebracht werden. D,e Dürchführung steht unter dem Schutze eines Ehr-naussckusses» dem unter anderen Perfönl'chkeilen a's Präsidenten den Polizeipräsidenten. 6'ch ö b e r, der Aekior der Wiener Universiät, Dr. R t e h l. der Rektor der Technischen Kochschnle in Wien, Max F e r st e i. angehören. Die Zeichnung und Einzahlung der durch den öffentlichen Aufruf oufgcbrachten Stiflungsbausteme erfolgt, in den Wiener Tages» blättern. ' * Eine bewegte Versammlung der Wiener Kleidermacher. In der Vottshalle.des Neuen Wiener Rathauses fand Montag eine massenhaft besuchte Versammlung der Wiener KleidermachevFenossenschast statt, die sich zu einer schr stürmischen Protestrundgebimg gegen die von der RegiepungXuud der Ge- - meinde geschaffenen Zustände gestaltete. Vorsteher Franz Spevel gab.seinem ticfften Bedaiwrn Ausdruck, daß, das Kriegswilcheramt hinsichtlich der Vorgänge ans dem Vüliitenmartte eine Woltfremdheit an den Tag legt, als wenn die Organe dieses Amtes gar nicht wüßten, daß Oesterreich gezwungen sei, den ganzen Bedarf an'Textilien, seien es Stoffe, Zubehöre oder Nähfaden im Auslande zu deüeii. Handelskammer-- rat Steinschauer erzählte den folgenden Fall: Eine- Lieferuttgßge.sellschaft, deren .Eigentümer mit dem, Schneidcrhaudtverk nie etwas zu tun batte, erhielt den Auffrag, 13.ÖQ0 .Uni-. Wieüer Morgenzettung. formgaruituren ffur Postunterbeamte zu. ffefern. Die P 0 st-- verwaltüng stellte Stoffe und Zubehöre bei, die Firma hatte lediglich de'n Nähfaden beizustellen. Als die Uniformen fertig waren, zeigte es sich, daß sie nicht zu tragen sind. Sie wurden dem Volksbekleidungsamte zur Verwertung .zugewrcscn. Redner wurde von dieser Amtsstelle zur Bewertung der Uniformen aufgefordert und er mußte feststellen,, daß diese Uniformen durch ihre Herstellungsart völlig wertlos seien. Der Schaden, welchen der S1>aat erlitt, zählte nach vielen Millionen. Krönen. Trützdem aber sitzt der Herr Hofrat, welcher .für die Vergebung dieser Arbeiten maßgebend war, heute noch immer in dem gleichen Amte. Wenn in den Staatsämiern so weiter gewirtscbaftet, werde, könne es dazu kommen, daß eines Tages 18.000 Schneider aufmarschieren und mit.diesen scheinbar nicht abzubauenden Hofräten ein vernehmliches Wort sprechen werden. (Stürmische Kundgebungen.) Redner beantragte schließlich eine Resolution, in der es u. a. heißt: „Die Wiener Schneider verwahren sich dagegen, daß öffentliche Arbeiten Schiebern nach Belieben überlassen werden und fordern, daß 40 Prozent. aller staatlichen Lieferungen dem-legitimen Gewerbestand zugewiesen werden." Diese Resolution wurde instimmig znm Beschlüsse erhoben. Ein anderer.Redner erklärte, daß Man in Hinkunft mit der^ Gehilfenschaft wegen Lohnerhöhungen nicht' mehr unterhandeln werde, wenn nicht die Garantie gegeben erscheint, daß die daraus entstehende Mehrbelastung. z u r G ä n z ea u f d ie K 0 n ßn menten überwälzt werden könne, * Te egrophrnverkehr mit Ksnstantinvpel und Smyrn«. Für die Ankunst^ der Telegramme aus Oesterreich nach der Türkei kann die öst-rreichische Telearapheriverwfftung. wie ffe amllich milte'Itj keine Gewehr übernehmen. J8d Nicht« anknnft solcher Telegramme wird die Telegrammgebühr nicht erstattet. ' * Schlechtes Welfer. In den östlichen Teilen Oesterreichs war es gestern früh meist heiter. Inzwischen ist eine kalte Luftströmung aus Nordwesten hteher vorgedrungen. Ln Wien brachte ein leichtes Gewitter etwas Regen Und merkliche Abkühlung, nachher kam wiederum die Sonne zum Vorschein. In Deutschland ist es vorwiegend trüb und stellenweise sehr kühl. Voraussage: V e r ä n d e r l i ch e Bewölk u n g, zeitweise vielleicht noch etwas Regen, Westwinde veränderlicher Slärke. * Die Erhöhung -er rabakpretse. Abweichend .von der bisherigen Gepflogenheit wird sich die Regierung demnächst vom Kauptausschütz des Naiionolraies die E'Mächiigung erteilen lassen, ln Zukunft die Erhöhung der Tobakpretse nach eigenem Gutdünken vvrzunehmen. Es,wird alio auch die geringe Bremse, die es noch gab, beseiiigt und die Bureaukraten erhallen freie Bahn. * Von -er Aranta. Das Finanzministerium hat für das Moriahitfer Zrreighaus der.Wiener Urania die Ausgabe von 4°/oigen oerlosbaren T e i l f ch u t ö v e r f ch r e i b u n g e n im Betrage von 100.000 Dollars unter der, Bedingung grundiäklich bewilligt» datz diese OSiigätivnen nur im Auslands begeben werden dürfen. — Die Urania eröffnet im September eine Zweigstälte im Miltersteigkino im IV. Bezirk, wo alle vier Tage in jeder Woche, Freitag bis einschlietzlich Montag, austchlietzlich Urania-Vorträge, staltfinden. Ende August wird die Urania im Rautne ihrer Kartenausgabe einen Büche r v e r» \ ch lei tz für die Körer ihrer Vorlräye und Kurse eröffnen. Wie im Vorjahre hält die Urania auch Heuer ihken Beirieb während des ganzen Sommers aUfrrcht. Der Milgliederberirag wurde in der jüngsten Houp!oersomm!üng für d>e ordentlichen Miiglieder aus jährlich 560 K,, für ledenrlängliche Mitglieder auf emmalig 5660 K. und fült Srifter aus einmalig 50.000 K. festgesetzt. * Langfinger auf -er Skratzenbahn. Auf der.Strecke Eissaufplatz bis Markthalle, in einem Stratzenbahnzüg der Linie ..2'', dann tn einem ,.1'^-Wagen bis zur Aposteigaste oder auf dem Rückweg in einem Stratzenbahnzüg der Linie ,»P. von der Landslratze Kauptstratze bis zur Oper wurd.e gestern.einem Wiener Kaufmann zwischen 5 und 6 Uhr nächmiitags eine goldene Omegauhr mit Doppelmantrl, goldener Offizirskeite 'mit einer goldenen Schließe als Anhängsel, auf der einen Seite ..Pinczvw 1915". auf der anderen Seite „J. T." eingraviert, im Werte von l1/» Millionen Kronen gestohlen Auf die Zu» standebringung der gestohlenrn Uhr ist eine Belohnung von 300.000 A. ausgesetzi. * Was in Wien gründen wird. Im ersten heurigen Viertelabr wurden im Wiener Polizelgebiet folgende wertvollere Gegenstände unter vielen Dausende anderen als gefunden im Fundamte der Polizeidirektion, Wien, 9/ Bez., Roßauerlände 7. hinterlegt und sind bisher nicht anyesprochen worden: 62 Aktien der Tordauer Zelluloidfabrik, svwte 60 Aktien der Poldihütte, -1 mit Perlen,. Brillanten und Rauten besetzter Anhänger, 19 . goldene Armbänder, darunter 2 mit Brillanten besetzt, 3 goldene Armbänder mit Uhren, 7 golKne Armreifen, 2 Aütomvbil-Pneumätiks, 1 Automobil, 1 Baulos, 1 Becher und 1 Blmnenvase -aus Silber, je eine Fuchs-. Nerz-, Se-ülskin- und Skunks-Boa/ 8 goldene Broschen, sowie eine solche aus Platin mit Brillanten und Rauten, ^Perlen und anderen Edelsteinen besetzt, 1 Damemnantel, 1 Diamant in Platiufassung, 1 Dynamomaschine. 2 Rollen Film, 1 goldene Füllfeder, 2 Fußprothesen, 3 künstliche Gebisse, . mehrere Geldbeträge. darunter auch fremdländische, mehrere Geldhörfen, 3 goldene und 3 Perlen-Halsketten, sowie se eine sülche aus Bernstein- und Clfenbeinkugeln, 3 Handwagen, 4 goldene Krawattennadeln mit Rauten und anderen Edelsteinen, 1 Stück Leinen,. 1 goldene Lorgnette, 2 goldene Manschettenknöpfe, sowie 2 Teile solcher mit Rauten, Perlen, beziehungsweise blauem Stein besetzt, je 1 Astrachan-, Silberfuchs- und Skunksmuff, 23 einzelne und 4 Paar goldene Ohrgehänge mit Brillanten, Rauten, Perlen, Korallen und anderen Edelsteinen, 1 Oelgemälde. 1 Papiersäckchen, enthaltend^ ' Goldblech, 1 Photographenapparät. 19 goldene. Ringe mit Brillanten, Rauten, Perlen und anderen Edelsteinen, 1 goldene Sicherheitsnadel mit Edelsteinchen besetzt, 4 silberne Tabatieren, 7 Aktentaschen, 113 Brief-, 107 Hand« und 5 Bisit» kartentaschen, sowie-23 .Handb'eüteln mit Geld- und sonstiaem Inhalt, 1 Täschchen mit Münzinhalt, 2 Theatergläser, 6 Ueherzieher, 6 goldene Damenuhren, sowie eine solche aus Silber samt goldener Kette, 7 goldene Heringe. 1 goldene Herrenuhr, einen Teil einer goldenen Uyrkette, 1 Violine samt Bogen, 2 Winterröcke und 1 Waidzille. Ferner wurden nebst mehreren Hunden und HiiHnern, auch 1. Kanarienvogel, 1 Papagei und 2 Ziegen als herrenlos anaezeigt. Außerdem sind im Fundamt« der Polizvidwektion Wien wwie^ in den Fundbureaus der Nordbahn in Wien und der städtischen.Kraffstellwagenunternehmung in Wien noch viele Fundgegenstände geringeren Wert-es deponiert oder, angezeigt, die dortselbst von den Berlustträgern reklamiert werden .können. * Kofcher-Sölrhwaren. Echönfeld. Fellner Sc (So., II., Kaidgasse 5, täglich frisch. Chaluzim Rabatt. - . 14. Juli 1923 Seile 5 DLe LebeNSMittelMärkLe. Sprunghafte Steigerung der Fettpreise. Jur Einklang mit der Tendenz auf dem letzten Borsteirq viehmarkt in St. Marx wurden gestern in der Gwßmarkthalle die Preise für-Schweinefleisch und Fett sowohl im Großhandel als auch im Kleinhandel wieder bedeutend h'maufgesetzt. Billiger war bloß Rindfleisch 'ürN 100 K. pro Kilogramm im Großhandel. Teuerer wurden im Großhandel -Speck um 900 K.» Schweine um 1000 bis 1100 K..und Schweinefleisch um 1200.K. pro Kilogramm. Jur Kleinhandel erhöhten sich vorläufig Speck um 400 K., Schmalz um 800 K. und Selchfleisch um 200 K. bei jedem Kilogramm. Der Verkehr hielt sich infolge der hohen Preise in bescheidenen Grenzen. .Mit^der Bahn waren^neun Waggm:s nut verschiedenen Fleischgatt-ungen angekommen, davon stammten vier ans Steiermark, drei aus Ungarn, ein Waggon war aus Tirol und einer aus Jugoslawien. In der Großmarkthalle bezahlte man. im Detailverkauf für ein Kilogramm: Rindfleisch 4000 bis 7000 K., Braten 5000 bis 9000 K.. Kalbfleisch 4500' bis 7600 K.,' Schlögel und Schnitzelfleisch 8000 bis 10.000 K., Schweinefleisch 7800' bis 9400-K., Speck 9000 bis 9400 K., -Schmalz 8400 bis 9200 K.. .Selchsleisch 8500 bis.9600 K. . Auf den Grünwarenmärkten waren auch gestern die Vorräte nur knapp ausreichend, die Preislage blieb im großen und ganzen unverändert au-f der Höhe des Vortages. Fisolen, die sich in dieser Woche etwas ermäßigt hatten, verteuerten sich wieder um zirka 160 K. pro Kilogramm. Bemerkenswert ist Lei dieser Steigerung, daß ungarische Fisolen unverändert notierten, während die P r e i s h i n r u s s e tz u n g bei \ n? ländischer Ware, vorgenommen wurde. ' Die Spargelzufuhren bleiben aus, die Beschickung der Märkte mit Schwämmen ist schwach.^ Herrenpilze notieren augenblicklich 3500 K., Champignons mit 6000 K. pro Kilogramm aus dem Naschmarkte. Obst kommt in genügenden Mengen auf die Märkte, die Preise sind unverändert hoch. Eier und Butter reichten bei unveränderten Preisen für die Nachfrage aus. Vereine, DortrLge und Versammlungen. Technisches Musen m.1 Morgen, 3 Ahr nachmittags, N. Bvrvtvie Führung „Eisenerzeugung". — Sonntag. 10 Ahr vormittags tm großen Lörfaal. LichlbUdervorlraL: ' „Innenäkchtlektur", Prof. Ärch. Ing. S. Theiß. Bühne und Kunst. Ans den Theatern. In der Volksoper gelangt heute Verdis „La Tra» viata" zur Ausführung. Es gastieren Frau Friedl Böhm vom Deutschen Lawdestheater in Prag als Viöletta und Herr I. Guttmann als Alfred. Den Germond singt Herr Brand. In den weiteren -Partien wirken mit die Damen Hoffmann und Weil sowie die Herren Beer, Markows-ky, Lazer, Weber und Wand. Dirigent Herr Leo -Kraus. Sonntag den 16. d.-geht Bizets „Carmen" mit Fräulein Rantzau in der Titelrolle in Szene. Herr Kammersänger Karl Jörn von der Metropolitan-Oper in New Pork setzt an diesem Abend sein Gastspiel als Josef fort. Dienstag den 18. d. wird Eugen d'Alberts „T i e f l a n d" mit Fräulein RMtzau als Martha - gegeben. Als Pedrogastiert Herr I. Guttmann, die Nurr singt zum -ersten Male Frau Wagschal. Das Johann Strauß-Theater wird infolge des großen Erfolges der Operette „Ihre Hoheit, die Tänzerin" den ganzen Sommer ohne Unterbrechung dnrchspielen. Das Theater in der Josefstadt bringt den dreiaktigen Schwank „Das Abstetgeqnartier" von Auchrst Ach au me (deutsch von Alexander D ov e) zum ersten Male heraus. \ , Art der Neuen Wiener Bühne wird heute der erotische Schwank „Bobbys Schlafanzug" von Reue Peter, Maurice S0 ul i e und Gustäv Q u ins 0 n (deutsch von Bruno F'r a nk) zum ersten Male gegeben. GerichtssM;. Der Beamtesabba« bei der Gemeinde Wien. Der Verfassungsgerichtshof verhandelte in der abgelaufenön Session über mehrere Klagen „abgebauter" Beamten der Stadt Wien gegen ihre Pensionierung. Besonders bemerkenswert ist darunter die Klage des städtischen Archivars Franz Christel, weil hier die Frage zu entscheiden war, .ob eine Pensionierung ohne Einvernehmen mit der Personalvertreiung zulässig feC. Archivar Christel verlangte in seiner Klage, daß festgestellt werde, daß seine vom Stadtsenat im September 1921 verfügte Pensionierung ungesetzlich sei und daß somit sein.Didnstverhältni8 noch zu Recht bestehe; ferner wird die Zahlung der Dlssercnzbeträge zwischen Ruhe- und Aktivitätsbezügen verlangt. In der Klage wird angeführt, Kläger sei gegen den sonst üblichen Brauch mündlich ausgefordert worden, sein Pensionsgesuch zu Übelteichen. Er habe sich dazu herbeigelassen in der Annahme, daß die Personaldienststelle bereits die Zustimmung der.Personalvertretung erlangt hätte. Dieses in der Dienstorduung v'orgeschriebene Einvernehmen mit der Personalvertetung sei jedoch unterblieben. In der Gegenschrift der Gemeinde Wien wird ertviberi, eine-schrisiliche Aufforderung zur Aeberreichung des Pensionsgesuches sei nicht vorgeschrieben. Datz die Vorgesetzte Dienststelle mit der Personalvertretung nicht in Fühlung getreten war, sei juristisch ohne Belang. Der Berfassungsgerichtshof schloß sich dieser Auffassung an, und wies die Klage ab. Elisabeth Windischgrätz. Das Strasbezirksgericht 1 hatte sich am Dienstag. mkr einer Ehrenbeleidigungsklüge zu befassen, die der Kaufmann Dr. G r i m m e i s e n und dessen Frau gegen Frau Elisabeth Windischgrätz angestrengt hatten. Frau Windischgrätz hat den größten Teil ihrer sehr geräumigen Wohnung in der Marxergasse, den Eheleuten Grimmeisen in Untermiete abgegeben, um einer Anforderung der Wohnung vorzubeugen. Bei Benützung des gemeinsamen Telephons kam es wiederholt zu Streitigkeiten. Als eines Tages Herr Grimmeisen telephonieren wollte, zu einer Zeit, da Frau Windischgrätz ebenfalls den Fernsprecher ^zu benützen beabsichtigte, soll sie, als sie das Telephon besetzt fand, der Hausgehilfin des Klägers gegenüber die Aeußerung gemacht haben: „Die Saujuden sollen später teleph0nicren." Frau Windischgrätz gab zu gesagt zu haben: „Der Saujud soll später telephonieren," so > daß die Klage der/Frau Grimmeisen unberechtigt sei,