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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-12 · Heft 1238 (12.7.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1238 (12.7.1922)
Date
1922-07-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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m Leite L . 'Wien, Mittwoch konstitutionelle Arbeit irgendwelche sachliche Argumente ' hatten, die sie zu ihrer Stellungnahme irgendwie berechtigen konnten. Die eigentliche Ursache war parteipolitischer Natür und einer der Sprecher der Opposition, der gewesene Ministerpräsident Skulski gab dies in seiner Rede offön zu, indem er erklärte, -aß er uttd seine Parteigänger 'das Kabinett Sliwinski als poliüsch einseitig ansehen. Die Gründe der Nationaldemokraten gegen. Sliwinski liegen in den nahe bevorstehenden Wahlen. Alle Parteien rüsten bereits eifrig zur Kampagne. Die linken Parteien haben bereits alle Vorbereitungsarbeiten fertig, die/Nationaldemokraten allein sind noch nicht ganz 'parat. Von einem demokratischen Kabinett befürchten sie, die "DurHführung reiner Wahlen, die. auf keinem Fall in' thrern Interesse liegen können, weil sie dann mit einem allzu großen Mandatsverlust rechnen' Müssen. Wollen die Nationaldemokraten auch im zukünftigen Sejm über eine Majorität verfügen, so müssen sie dartiach trachten,'während der Wahlkampagne die Regierung in die Hand zuHe^ kommen, denn nur so würden sie über alle notwendigen Machtmittel verfügen. Diese Motive allein haben-die Nationaldemokraten veranlaßt, Hn die schärfste Opposition gegen Sliwinski zu treten und das Mißtrauensvotum aüszusprechen. Wieviel ihnen am Sturze dieses Kabinetts lag, ist aus ihrer Abmachung mit dem Klub für konstitutionelle Arbeit zu ersehen. Schon die Tatsache allein, daß siesich verpflichtet. haben, in Ostgalizien keine Wahlen vorzunehmen und auf die Reichslisten irn Wahlordnuügsentwurf zu verzichten, beweist, welch schwere Opfer in parteipolitischer Hinsicht sie um den Preis der Erlangung der Regierung zu bringenbereit sind. In ihrer altgewohnten Weise' hat die Nätionaldemvkratie ihren Kampf um die Regierungsgewalt mit allen Mitteln zu führen versucht, und ist selbst vor dev Lüge und Denunziation nicht zurückgeschreckt. Ob es ihr tatsächlich gelingen wird, im gegenwärtigen Momente die Regierungsgewalt in ihre Hand zu bekommen, ist' noch unbekannt/ Es ist eine Frage, ob die führenden Köpfe des Klubs für konstitutionelle Arbeit auch, ferner den Nationaldemokraten auf dem Leim gehen werden, oder ob sie nicht im letzen Momente die Folgen der mit ihrer Hilfe geschaffenen '- Sachlage ernüchtern werden. Die Dauerkrise in Polen bedeute t sicherlich einen großen Schaden für Polen, sowohl im Ausals auch im ' Jnlande. Sliwinski hat . bereits dem Staätschef - das - DemissionSschrei b e n überreicht, daß auch von Pilsudski angenommen worden ist. In Warschaü erwartet man jetzt stündlich Ueberraschungen. Die . einzelnen Sejmklubs beraten ohne Pause über die gegenwärtige Situation. Die Rechtsparteien, zu deren. regsamsten Mithelfern der ' sonst ruhige , und kühle Führer'des ^Klübs für konstftN- : 'tionelle Arbeit, Herr Rosset, gehört, versuchen.den. ehemaligen Mirftsterpräsidenten/Kuch arzewstü,: eiyem alten Parteigänger der Nationaldemokraten,. für den neuen Ministerpräsidentschaftsposten zu gewinnen. Der Äacitschef übermittelte , dem Sejmmarschall ein . Schreiben, in welchem der Sejm gefragt wird,, ob er die Initiative Zur * Bildung eines neuen Kabinetts ergreifen wolle. Zwecks Erteilung einer diesbezüglichen Antwort wurde bereits der Hauptausschuß einberusen. , Die nächste Zukunft wird zeigen, inwieweit die Wühlarbeit der Nationaldemokraten dem polnischen Staate genützt hat. Es ist klar, daß die Nationaldemokraten, wie die : ätzten Ereignisse in Wilna, wo sie offenkundig einen Judenpogrom arrangierten,, beweisen, das Staatsinteresse ihrem Parteiinteresse opfern wollen. Um die Regierung zu kompromittieren, ist den Nationaldemokraten : kein Mittel, selbst die Veranstaltung eines Judenpogroms ’ Zu schlecht. Das Posener Blutmärchen, die Quer- ' treibereien gegen die Negierung und die Wilnaer Judencxzesse. beweisen klar, daß die Nationaldemokraten ihrem Partennteresse. zuliebe, sogar davor nicht znrückscheuen, den polnischen Namen, vor der' ganzen Kulturwelt in der / schändlichsten'Weise zu kornpromittieren. '! Die Rechte und die Kabittettsbiidung/. Warschau, 10. Juli. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung").; Die rechten Parteien wandten sich an die Vollspartei.und die ' nationale Arbeiterpartei mit der Anfrage, ob sie: geneigt: wären, an einer genreinsam zu bildenden Regierung. teilzu- / nehmen. Mit der Führung der diesbezüglichen Verhandlungen / wurden von den rechten Parteien die Abgeordneten' F e d e- * rowicz und Skulski betraut. Zu diesem Zwecke wnOe von der Linken eine Konferenz, die mehrere Stünden dauerte, abgehalten. In derselben wurde beschlossen, den rechten Parteien .eine Absage zu erteilen. Aus diesem Grunde sehen sich die rechten Parteien veranlaßt, selbst eine Regierung zu bilden und wollen zu diesem Zwecke der Kabinettskommission eine ■ genaue Liste des neuen Kabinetts vorlegen. ’ , In gut informierten Kreisen verlautet, daß, der.Staatschef diesmal auf die Initiative bei der Kabinettsbildung verzichtet hat und diese dem Sejm überlassen, wolle. Mehrere Abgeordnete der nationalen Arbeiterpartei lancieren die Kandidatur Kor saut yS. - '. Völkerbund und Abrüstung. p.Wien, 19. Juli. ' Der Völkerbund hat vor geraumer Zeit eine Kom- Mission zur Vorbereitrmg der internationale^' Abrüstung eingesetzt, die bereits im vorigen Jahrei sowie im heurigen Winter Sitzungen abgehalten hat. Vor' kurzem hat die Kommission an die beteiligten ReAi'etttN-i gen eine Anfrage gerichtet, ob sie sich fiir zwei Jahre verpflichten wollen, eine Erhöhung der Rüstungen über das lausende KMnMt LoLWiM Mt'? WiencirMovtzenzeitEtz. 12. Juli 1922 *r» 1M&? 4--J *; » - Bayevn gege« Deutschland. c 11 i n, 11. 1 6« juiit schlitzt bot Republik hat tat Staat!» Wie aus München gemeldet wirh, haben unter dem Drucke der Verhandlungen über das Sch u tz g ess e tz die Loslösungsbestrebungen eine b e d r o h l i ch e F orm angenommen. Selbst,ftnMceisey,Mren splndsqtzliche Reichstreue keinem Zweifel nnteÄegt, soll, man sich Mit ^dem Gedanken her Los.trenZ mngvertraut machen. Hr den Fall, .als das Schutzgesetz in.seiner gegenwärtigen. Fdrm aygeyöMmen wird. - —v-,^ - Fischtzv und Kern. ^' "/ ' './Berlin, 1l//Jpli./ßW.) Die Berliner politische Polizei;ist dett'MHderjr/ Äipthenaüs, Hermann Fl schwe r ürjd Erwin K e r st, .quf he; Spstr. .Sie hielten sich VVM 4. bis 6/ d. in H i s ch g r ln Mecklettbnrg auf und begäben sich, ,d«M über. hmüWtzrHes Gebiet nach der Ältmark. Me Wtung ihrex/Mcht-Mi auf Gardelebem Man rechnet jiarmt/ daß sich die Flüchttinge nach/Süd d ent s chl a n d wenden wollen. Sie sind, ohne genügende Mittel und anscheinend entkräftet. Sie'führest FW'räder mit'sich. Zur Ergreifung der Tätetich über die c.ste Million . hinaus, eiste weitere Million als Belohnung ausgesetzt worden. - - v '• v7 . - Ans der UntersuchNNg des- Mordes an Rathenau wird mitgeteilt, daß v. Ki l l'ittge y v. H a stg W itz, Ehr entraut und Heinzel-vvm■:;tokie* auf freien Fuß gesetzt wordenfind. Siesind oder waren zwar Mitglieder-r-des . dest t s chst ö l kis ch en S ch.ntz-' u n d T r u tz b n n d ö s dek Organisation „C",- wollen aber von dem Anschlag'' 'Nüf--Mathechm> nichts gewußt haben.' Eiste Beteiligung ist Men ' -nach der Ansicht des UnterfuchunOrichtets auch-nicht Nachgewicsen. Die übrigen, bisiher dem ÄntersuchÄNstsrichter'chorgcsiihrten Personen - haben mehr oder weniger dorche^von dem At.tentst gew u ß 1 oder sind dmch HilMistung 'vor -oder während der Tät-varan beteiliA/ " -• ' . / Die DllMtsHsVziMU ist Bstastnschwei^ B r ö« n schws^g^11. Juli. (Wolss.) Aus Grund Ministerium samtli.che im Freistaat Braunschweig bestehenden Gruppen der deutschfozialen Partei aufgelöst und verboten. Treudeutsche Gesinnung. Berlin,''11. Julü (Tel. d. „Wr. MorgenzeiMng".) Üeber eine reaktionäre Geheimorganisatwn in Pommern wird dem. „Vorwärts von einem früheren Angehörigen dieser Organifatlon fölgendes berichtet: Das Bureau dieser Organisation, die Arb eitsg ein.eins ch.ast Müll er, befindet sich in Berlin. Hier iverden die Leute, die sich der Arbeitsgemeinschaft anschlietzcn wollen, geworben. „T r e u d eutsche G e s i n n n n g und l e d i g" sind die Forderungen für den Eintritt. Sobald die Leute nach Pommern kommen, werden sie einem Truppführer.zugeteilt und, müssen Lau darb e i t, verrichten. Gegebenenfalls werden ihnen ' auch Ge w e h r e, Mu n i t io n, Handgranaten und Maschinengewehre :anvertraut, um in ein A n f st a n d s g e b i e t geschickt ^z« werden und die Kassen der Arbeitsgemeinschaft zu füllen, wie es im Jahre 1921 in Oberschlesien der Fall war. D»" Führer der Organisation ist<der frühere Oberleutnant m! Schäfer und ein Leutnant K l i n g s p o r. Ein verstecktes Geschütz. Magdeburg, 11. Juli. (Tel. d. „Wr. Morgen» zeitung".) Bei neuerlich borgenommenen Untersuchungen wurde bei -einem' Angehörigen.- rechtsstehender Organisationen ein vollständig neues Artilleriegeschütz gefunden. In anderen Fällen find acht Jnfanteriegewehre mit vollständiger Jnfanierieausrüstung für acht Mann und in einem alten Gebäude 36 Karabiner und neue Gewehre gefunden worden. Einer der HauptPieiligten, die durch die Magdeburger WasfensttUde kompromittiert worden sind, hat, nachdem er ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, durch Erhängen . Selbstmord begangen. lediglich eisten beMmö'en Charakter) aber es'verdient auf jWest -Iall astgemerkt stl'werden, daß eine Reiche v'on)Re- Wust'gen. darunter/dr^'/meistM österreichischen' NachfolgesWtest)' ihre ÄNsra^e^enie^ Antwort nicht" * gewürdigt habest./ Andere,' wie' zststk Beispiel/ Frankreich) weisen in Wn Äntworten -däEüf/Mchß sie -ohnedies'- bestrebt seien,^^ rhre Rüstungen''NNzÄchränken, ohne sich jedoch' zu Kstoiü' MschMMlP'HeWMklNgew -Maren. ' . Die^^VwhandWg^derMömcksssiöst^ welche vor Ästigen Tagen ßu ihrer 'örftien'/TagMg ist Pä'vis -züsamMnftot; waten denn stüch'aUs^den-Ton der MäßigunggestistnNi: Biviani/ de'r BertreM Frankreichs, Wies ist seiner Eroffnnngsrede 'varküs,''Ki»,^8rß''- die gegenwärtige Lage Europas so viele 'Gefahren enthalte, Paß chie Zeit' der Abnsstunjg/ noch? nicht/gekömüten'- erscheine und .auch hie der Konferenz, zur Pevclfustg vörgelegten Vorschläge, , die - beide -von' englischer SEkaMn/'-Lechsten' mit 'der' Realität -des der Uniform und das Schwinden des Ungeistes, densitz umhüllt, gekennzeichnet ist. Aber es ist leider Tatsache, und das weiß man auch in der gemischten--Kommission des Völkerbundes, daß die Abrüstung kein Anfang, sondern nur das- Ende'einer Entwicklung sein kann. Solange--die moralische Abrüstung nicht vollzogen istsolange, durch die schwärende Wunde der Verträge begünstigt, sich stets neue 'Giftherdt^idLr.'Wrhetzung auftun, Reparationen - auf der einen und? Mbertslosigkeit auf der anderen- Seite- Mts neue/Krisen schaffen, nationaler Chauvinismus allenthalben auf Revanche sinnt, und ein - Horthh, gestützt 'auf feine Mordpaladine, die „Ordnung" repräsentieren darf, solange bleiben alle Vorschläge der gemischten Völkerbundkommission ein holder Traum. Die deutsche ^inauzkrise. Aue Aktion der englischen Negierung. So' schlug Lord Esher - vor, - die Nüstungseistheit mit 30.000 Mann zu bemessen Änd für die einzelnen Lander 'je nach ihrer Größe, ihrer geographischen Lage und den übrigen Verhältnissen'Ätz Quoten festzusetze'n, während Lord Robert Ceeil, seinen' Standpunkt durch den Hinweis begründend,' daß eine'Rüstungsbeschränkung nür'Möglich lst, - wenN sie allgemein /ist/ und eine solche angesichts 'der weltpolitischere Lage nicht öhsttz sichere Garantien , durchge- 'führt werden .könnte,'' die--Schaffung erstes' allgemeinen Defenslvbündnisses 'vstrschlstch / welches als Vorbedingung zur Beschränkung,der- Nüstustgtzn auf eine bestimmte/Krt- 'düäe'r.gelten' soll<-wöbet gleichzeitig vorgesorgt werden MW,/'daß die Dürähfüh'rüng/ picfcr AbMchüngen' durch Me' esttsprechestd'' 'wi^iingsvölle" Organisätion garantiert 'werden''müßte.' -'-//, '/:/"/v‘/r; / A djltägc'' fectts..’jijcyKcn. in ihrer BÄmtustg sta- 'iuxgenräß dadurch herahgemisthert, daß/ er.7^.es handelt sich UM die Beratungen'.emtzst.'gemischten. Krömmisstön -- .tzstsdrüftlich. erklären /.struM,'/' dstß er sie nicht ' als - Delegierter, sondern als/Hrivqf)nann' vör'hrmge,. aber/sie haben genügt, starkes- MWrautzn/;in/'Frankreich hervostzMufen, /dem/ dieses Projekt.,sechs /Einheiten, .also,.180.000 Mayn, zZerkensten will.. In.HränMrch//glaubt man,- noch. immer, erste starke Armee nötrg zu haben, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Die letzten Ereignisse in Deutschland, das' Äu^inM'MW''>nM'tzr-''Waffe-Ktge^-^'-die AufbecknnK: von über-,das. ganze, Reich verbreiteten, Mordorganrsationen. sind-- sicherlich, -nicht.geeignet,u das, ohnedies zu<.liebertreibungest^' steigende.. französische > Mißtrauen zu besarsstigen,, aberi.das,>tvas.: Frankreich im Falle.der.Not jvorhüt,' bedarf /kaum? .einer'. Armee, von solcher Starke,, und .dös'System der vonihm,- .geschaffenen. Bündnisse, , Pas Frankreich bei jeder.-,derartigen -Diskussion M./ noli me -tangere-bezeichnet, würde-.füv! -einen Abbau.. der,--fMnzösi- . fchen / H eeres stärke.st cherlich .tzie. notigen Garantien,., darbiotern,. . •?-- - / Aber schließlich ist nicht das die-entscheidende Frage, wbhünderttaufend. ''Mann ' mehr oder weniger unter Waffen stehen. Die'-Abrüstung'kann nur--gleichzeitig '-und ^radikal-'erfolgen, unr. geeignet/zu /fei«, die: Defizitlasten der Städten zu verring'mr, steue< Arbeitskräfte -den aufzu- --bcinimden Wirtschaften ftetzugebest Undeiner -nemn Ord- Wng Watz zu -macksn^'!die:.nur. einmal' dmÄ das Feblen London- 11. Juli. (Tel.^KomP.) Die englische RegierunH hat unter dem Druckeder - e n g l i s. ch e n K 0 h l e n a r b e i t e r und «der Spinner eine Konferenz einberufen , um durch eigene-Initiative eine Stabilisierung des -Markkurses auft mindestens zwei Schilling vier Peno pro 100 Mark herbeizuführen, da es den Deutschen unter -diesem Kutse Unmöglich ist,-noch länger als Käufer für englische -Kohle, Garne und sonstige Rohstoffe, - insbesondere Kupfer, Zinn üsw. in England aufzutreten, Die Situation, die der Markknrs für England gebracht hat,'wird als sehr ernst -bezeichnet, so daß direkte Interventionen zur Rettung des eigenen Handels nöcwendi-g sind? In -Anbetracht der geringen Kohlenznfuhr nach Frankreich ist der deutsche Bezug von englischer-Kohle zu einer der wichtigsten WirtschüftsfvagM Englands geworden. Man hofft in einigen Tagen bereits definitive-Ergebnisse. Es ist in englischen Bankkreisen fraglos, daß der Stürz der Mark mehr wie alles andere der französischen Negierung die Notwendigkeit einer vernünftigen R'eparatiouZ« Politik vor Augen führen muß, da der französische Franken gleichzeitig mit der Mark ebenfalls um beinahe 20 Prozent gefallen ist. Paris, 11. Juli. Die Agence Havas meldet aus London vom 10. -d.: „Daily Mail" schreibt, daß die großen Londoner Bänken beim Foreign Office in nachdrücklichster Weise dafür eintreten, daß..die englische Regierung ohne Zeitverlust Maßnahmen ergreife, um -Deutschland zu helfen. Man verlangt, daß die Zahlung, -die Deutschland am 16. d. leisten soll, aufges'chobm werde und daß .neuerliche Bemühungen ins Werk gesetzt werden, um' eine .internationale Anleihe zugunsten Dentschlands aufzubrtügen. Inzwischen finde zwischen den Kadi neuen von London, Paris, Washington und Berlin ein sehr lebhafter Notenwechsel statt. Man glaube, daß, das britische Kabinett ln sviner morgigen Sitzung sehr wichtige Beschlüsse fassen werde „Westminster Gazette" erklärt, es -sei auf der Hand l'.egend, daß'sich ttene Methoden als notwendig erweisen. Die Alliierten werden vielleicht zu dem Entschluß gelangen,' sagt das Blatt — und das wäre.die klügere Maßnahme — Deutsch, l'a.n'd tzin Mvrut'vrium von zwei oder drei Jahren zu gewähLen oder sie werden auch ihre Zustimmüüg -dazu geben, 'Z a-h l u n g e n i n N a t u r a a n z u n e h nt c n, Jedenfalls ist eswesentlich, daß sie einwilligen, die Gesamtschul-d Deutschlands auf-eilte vernünftige Summe herabzusetzen,, M der man erwarten könnte^ M fte zatjächltch gezahlt, werde;.

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