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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-09 · Heft 1235 (9.7.1922) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1235 (9.7.1922)
Date
1922-07-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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/mf~t33b. . Men,VönMag Bewegung in England. Das Drama erinnert starr an Hauptmanns ^Die Weber". ES schildert die Not der versklavten, hungernden Proleten. Im Mittelpunkt der Dichtung steht eine Erlösergestalt, der Arbeiter Jimmy. Äehulich wie der Held in HanS Kaltnekers „Opferung", muß Jimmy den Opfertod sterben, um die dümpfe Masse zu entsühnen. Eine mit Uiystischer Inbrunst geformte Gestalt ist der alle Reaper, der seinen Stock für einen Flintenlauf hält, mit dem man auf Gott. zielen kann. — Karl Heinz Martin, der Regisseur des Abends, hat mit gutem Gelingen auf Mässenwirkung hingearbeitet. Jedenfalls das Werk eines Hochbegabten, den man nicht als politischen Äräfling in Festungshaft verschmachten lasten Wiener Morgenzeitüng. Wien, 8*9 Aurelsfraße 5-7 S iiiiimiiiiiiiiiimiiiiiiMiHiiiiimmiimiii a ■ Tel. Hr. 20-4-S8. 20-8-5», 20-8-48, 22 8-78 B ■ _• T^le^ramm -KuTeNaos Contlnentalbank 133 B Wechselstube, BSiendorfepstrasse Nr« 4 ■ i B Wechselstube, lljaborstr. 46aJeU 49-4-28 b Bank und Wachselhaus WippllngerSlraße! b I. WIpplIngerstrfBe 1, Telephon 14-3*76, 12-5-08 , «BBBBBBBBBBBSBBUDUBBBBBBBBBlimMB^BBBBBB. dürste. Die Amerika-Reise der Wiener Philharmoniker. Gestern vormittags ist von den Wiener Philharmonikern, die sich auf dem Dampfer „Tomaso di Savoia" befinden, folgendes Tele-, gramm hier eingelangt: „Kanarische Inseln passiert, an Bord alles wohl." Eine Uebersehung Shakespeares ins Englische. Shakespeare ist zurzeit in England als eine Art Nationalheiliger gefeiert, aber seine Dramen werden selten aufgeführt, sehr viel weniger als bei uns, ja sogar auch weniger als in Frankreich. Den Grund für diese merkwürdige Tatsache will nun die „Educational Times" entdeckt haben, indem, sie eine Uebersetzung Shakespeares — ins Englische fordert. Das Blatt behauptet, Shakespeare müsse Len englischen Theaterbesuchern von. heute so klar und verständlich gemacht werden wie den Deutschen und Franzosen. Diese Völker besäßen einen Shakespeare,»der in das Deutsch oder Französisch ihrer.Zeit übersetzt sei; den Engländern aber werde ein „unübersetzter" Shakespeare vorgeführt, in dem „wunderlichen und veralteten" Sprachgewandt der Elisabethänischen Zeit. Es sei für den modernen Engländer nicht leicht, die vielen Ausdriicke zu verstehen, die damals üblich waren und heute nicht mehr gebraucht werden. Man müsse also Shakespeare „modernisieren", indem man ihn in das Englisch von heute übertrage. Diese Erneuerung des Dichters soll natürlich in „pietätvoller und behutsamer" Meise vorgenommen werden. Es haben sich denn auch gegen diesen merkwürdigen Vorschlag Stimmen erhoben, die behaupten, Shakespeare werde gerade deshalb heute so wenig auf der englischen Bühne gegeben, weil er zu einfach, zu natürlich, zu klar und allgemein-menschlich sei und weil man heute das Dunkle, das Unnormale, die unnatürliche Sensation und das überfeinerte Raffinement liebe. Opernfängerin Dauer-PUeeka erkrankt. Die Mislin Der Swatsrper, Flau Olga B a n e r- P i l e c k a. mußte sich infolge einer Sstlplokiokenmfektion im Sanalorium in der Auer» spelgstraße einer Operation unierzieben. Die Künstlerin ist bereits aus hem Wege völliger Dene'ung und wird vor Antritt ihres Urlaubes Mittwoch den 12. d. in dir Volbsoper als Amncrists gast'eren. ■ Lit^eaM/ £r. Daniel Fink, „Leschon limmudim." Lehr- und Uebungsbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht auf Grundlage eines vereinfachten grammatischen Systems. Berlin-Wilmersdorf, Güntzelstraße 44. 1921, Selbstverlag des Verfassers. Der Verfasser Plant, wie er in einem Prospekt mitteilt, die Herausgabe einer größeren Anzahl von Lehrbüchern und Lehrtexten. Zwei Ausgaben des Elementarbuches und. ein Separatabdruck aus einer Zeitschrift in der Stärke Lines Bogens liegen vor. In letzterem legt er Zweck und Ziel seiner Publikationen .dar. Er will „die Sprache als lebendigen Organismus vor dem Geiste des Schülers zur Entfaltung bringen". Dazu genügt ihm keine der Grammatiken aus alter, neuer und neuester Zeit. Auch der Methode des iwrith b'iwrith ist. er abhold/ Sieht er doch in ihr nur ein Hebräisch in moderner Gestaltung, das sich vielfach als Entartung zeigt und, daher nicht mit Unrecht (?) als ein Kellnerhebräisch bezeichnet wird." Es sei dies, meint er, überhaupt keine Methode, weil bei dem iwrith b'iwrith ausschließlich der Zufall das Wort führt. Zum Erweis dieser etwas sonderbaren Behauptung führt der Verfassereinen Kampf gegen Windmühlen, die allerdings nur seiner eigenen Hand ihre Aufrichtung verdanken. Er.legt überzeirgend dar,' daß die Ausschaltung der Grammatik bei der Erlernung des Hebräischen verfehlt ist. Diese These wäre ein Sieg über die Gegner, wenn es solche, einigermaßen ernstzunehmende, überhaupt gäbe. Es hat vielmehr fast den Anschein, als ob der Verfaster selber zu diesen zählte. Behauptet er doch, daß sein System ohne viel Mühe die Brücken zum Verständnisse der dem Hebräischen verwandten Sprachen schlägt und meint: so kann ich beispielsweise ohne weiteres (?) mit meinen Schülern neben dem hebräischen Texte der Thora auch den Targum Onkelos durch- «ehMN. Das soll doch wohl bedeuten: ohne besonderen Unterricht kn der Grammatik des Aramäischen. Eine Windmühle ist das „Schnellbeten", das er durch ein wenn auch appetitliches so doch wenig geschmackvolles Vergleichsbild bekämpft. Es war mir, schreibt er, immer auffällig, weswegen die selben Eltern, (die das Schnellbeten wünschen) nicht Mit gleichem Eifer die Kunst des Schnellestens bei ihren Kindern ebenfalls betreiben. Abstruses dieser Art findet sich noch in zahlreichen anderM Vorbemerkungen des Verfassers. Von wenig günstiger Wirkung auf den Leser ist auch der ist einem der sehr zahlreichen Prospekte uno Vorwörter und Einleitungen cingestreute Vorwurf, die moderne hebräische Literatur enthalte nicht bloß viel Unjüdisches, sondern mmdeüerrS ebensoviel Unhebräischcs! . lieber die ganze Folge , der Unterrichtsbücher des Verfassers wird ein abichließendes Urteil erst statthaft sein, bis deren Publikation beendet sein wird. Allerdings können nicht alle der zahlreichen zu beänständeten Stellen im Elementarbuch (z. B. nidlakoth statt m'dalkin, naasta für assujah, S. 6, haez noa statt haez na (Sinn?) S. 6 min haissah, w'nvthnim, otho statt othah, S. 7, ohälah statt haohelah, chodesch heawar statt scheawar, S. 8, thaanith... w'hu echao statt der entsprechenden Feminin formen. S, 12. »und dergleichen mehr) mit fehlerhaften Vokalisationen nur Druckfehler sein. R. . Die Karas-Sibliolheh. Wie wir erfahren, unterhandelt die tschechische Regierung gegenwärtig mit den Erben rach dem verstorbenen Wiener Literarhistoriker Dr. Josef K a r a s wegen Ankaufes der Bibliothek. Die Sammlung enthält etwa 2500 Bände, zumeist aus dem Gebietder ilüwijcven Philologie und der Geschickte der' itawifchen Literaturen. Der Ankauf soll für die UniverjMshibliothekirr klru t qJ Gerichlsfaal.; „Wahrnehmung berechtigter Anterefsen." lieber die sonderbare Düldsamkeit deutscher Staatsanwälte, weün es sich um die Beleidigung und Beschimpfung von Juden, und Judentum handelt, ist hier des öfteren berichtet worden. Ein Vorfall, dor sich vor. dem Breslauer Schöffengericht abspielte, liefert hierzu einen neuerlichen Beleg. Ein dortiger Zahnarzt, der Mehrfach wegen Beleidigung vorbestraft ist, hatte in einem Zivilprozetz einer christlichen Partei gegen einen jüdischen Zahnarzt als Zeuge zu filngieren. Der jüdische Zahnarzt Dr. Peritz sagte in seiner Eigenschaft als gerichtlich beeideter Sachverständiger ans, er könne sich ans bestimmten Gründen ein sicheres Urteil nicht bilden. Neun Monate nach diesem Prozeß veröffentlichte der erstgenannte. Zahnarzt in einer ärztlichen ^Fachzeitschrift einen beleidigenden Artikel gegen den jüdischen Sachverständigen, in dem er ihm vorwars, er habe als „Hebräer" aus Grund des Schulchan Aruch sein Gutachten wissentlich zugunsten der jüdischen Partei gefärbt. Wegen dieses Vorwurfes hatte Dr. Peritz die Erhebung der öffentlichen Anklage bei der Obcrstaatsanwaltschaft beantragt. Diese hatte jedoch den Antrag mit der Begründung zurückgewiesen, der Beleidiger habe in Wahrnehinnug ber c ch-tigter 'Interessen gehandelt. Erst auf eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft gelang es, den Staatsanwalt zur Anklagecrhvbung zu zwingen. Das Urteil'lautete wegen übler'Nachrede auf eine Geldstrafe von 1500 Mark und Pnblikationsbefngnis für den Nebenkläger. BedLrrLUcher ArrkLÄf. Dem Pferdefleischhauer Josef Steffel, der wegen b ed e n k l i ch e it Ankaufes vom Bezirksgericht zu 10.000 K. Geldstrafe verurteilt worden war, wurde vom Wiener Magistrat die Gewerbeberechtigung für immer entzogen, weil er durch diese Verurteilung die für das Fleischbauergewerbe erforderliche. Vertrauenswürdigkeit verloren habe. Geyen diese Gewerbeentziehung brachte Steffel die Beschwerde an den VerwöltnvgsgeLichtshof ein, vor welchem gestern unter äk§ Vizepräsidenten Dr. Jenny die Verhandlung hierüber stattfand. Der Verwaltungsgerichtshof erkannte auf Abweisung der Beschwerde, weil das Motiv beim bedenklichen Ankauf für den Beschwerdeführer doch nur das gewesen sein konnte, das billig cingekaufte Fleisch mit Gewinn weiterzuverkaufen. Ob die Entziehung der Gewerbeberechtigung in einem solcher! Falle wünschenswert sei, sei Sache des freien Ermessens der Gewerbebehörde, Das LLrLeiL im DAAap-Prozrh. Lemberg, 5. Juli. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Heute mittags erfolgte nach Schluß des Beweisverfahrens und der Plaidoyers die Verkündung des Urteilsspruches in der berüchtigten Puzap-Affäre. Der Hauptangeklagte, Gerichtsrat Mindowicz, wurde zu drei Jahren schweren Kerkers mit Einrechnung der Untersuchungshaft, die übrigen Angeklagten zu Gefängnis-, beziehungsweise Arreststrasen zwischen einundeinhalb Jahren und drei Monaten verurteilt, wobei sämtlichen Angeklagten die Begünstigung.des Amnestiegesehes, d. h. die Nachsicht eines Teiles der Strafzeit, zugute kommt. ESrsen-KominEssionsgeschäH und WeeBiseBsftutee MABSB & Co. Wien, I., Hohenstaufengasse 11 4027 BslkSWirt. Geftempelts Krone ---- —.vS'/z Centimes. Auszahlung Wien ----- —E/r Centimes. In Zürich notierte die österreichische Kronr . . . —.02l/s(—.021/» am 7. Suli) die österr. gestempelte Krone. —.02'/. (—.023/« am 7. Juli) die tschechische Krone .... 11. - (10.50 am 7. Sitli) die Mark. .... . . . . 0.9V'/. ( 1.02*/, am 7. Suli) Agram . . ... . 1.57V9 ( 1.58»/, am 7. Juli) Sofia .3.50 ( 3.45 am 7. Suli) Budapest?. . . . —.40 (—.44 am 7. Suli) Warschau. / . .'-f. . . -.10--/, (-.w-/. am 7. Suli) Die Valstenhauffe in Budapest. (Budapest, 8. Juli. (Tel.-Komp.) Die allgemeine Hauste an der Effektenbörse verursacht hier schwere Beunruhigung, da man in ihr Nicht nur eine Folgeerscheinung der Palutavetschlcchterung, sondern auch die Möglichkeit des Verkaufes der einheimischen Werte ans Ausland erblickt. Demnächst soll der Nationalversammlung eine Gesetzesvorlage unterbreitet werdendie die Ausfuhr von Wertpapieven, Valuten- Go!d und. S'^ber regelst Die Wertgrenze. soll auf daß Ausmaß der ersten diesbezüglichen Bestimmung wieder herabgesetzt,,die Erteilung .von Aüsfuhrbewilligüngen. und hie - Strafsanktisu wesentlich ÜerlÄärst wuLeru ' 9. Juli 1922 Seite O? Die Ursache» der Val«te«ha»fse. Eine Erklärung des Bankenverbandes. Der Verband der Banken und Bankiers hat fid); gestern in einer ad hoe einberufenen Sitzung mit den Versuchen befaßt, die im gegenwärtigen Zeitpunkt in einem Teil der Presse und der Oeffentlichkeit unternommen werden, um das fort- - dauernde Sinken des Kronettkurses auf die mangelnde Unter- ' stützung der Sanierungsbestrebungen der gegenwärtigen Regierung durra die Banken, ja sogar auf dre vorgeblichen U mtriebe gegen das Sanierungs'wcrk zurückzuführcn. ' Der Verband der Banken und.Bänkiere verweist darauf, daß die österreichischen Banken und Bankiers an der Zeichnung des Kapitals der neuen Notenbank mit einer ihre Kräfte tatsächlich bereits übersteigenden Quote beteiligt und darüber hinaus Haftungen übernomnren haben, die ihnen stir die Znkunft sehr schwierige Leistungen auferlegen können. Die Banken und Bankiers haben ferner selbst die Erlassung einer strengen Devifenordnung angeregt.und erklären schon jetzt, daß sie für den Fall, als sich die neue Devisenordnung nicht "'2 ausreichend erweisen sollte, E e t n > I e i Widerspruch ge gen eine Revision oder Verschärfung ihrer Bestimmungen erheben werden. Wenn nun gerade in den letzen Tagen der Kurs der österreichischen Krone auf den internationalen Märkten neuerlich gesunken ist, so liegt die Ursache hierfür in erster Linie in der in der letzten Woche eingstretenen katastrophalen Entwertung der deutschen Reichsmark, die auf den Kurs der Krone eine bedauerliche Rückwirkung ausgeübt hast Es ist bezeichnend für die mangelnde Objektivität der eingangs erwähnten Angriffe, daß bei Erörterung der Ursachen der Devisenhäusse, welche besonders am vorgestrigen Tage so traurige Dimensionen angenommen hat, jeder Hinweis darauf fehlt, daß an diesem Tage der Dollarkurs in Berlin von 420 aus 660, der Kprs der tschechö-slowäkischen Krone in Zürich von 10.10 auf 10.80 (gestern auf 11.25) gestiegen, der MarkkurS in , Zürich von 1.20 auf 0.99 zurückgegangen ist. Der Verband der Bänken kann nur sein tiefstes Befremden und feine lebhafte Entrüstung darüber aussprechen, daß der Versuch Unternonnnen wird, in einem Augenblick, da alles auf die Zusammenarbeit von staatlicher Regierung und Privativirtschaft ankommt, das vertrauensvolle Einvernehmen zwischen der Regierung und den das finanzielle Gerüst des Landes bildenden Faktoren durch gänzlich unverdiente Angriffe zu stören und die öffentliche Meinung über' die wahren Ursachen unserer Notlage zu täuschen. Die neue DevrienorÄnung. Die iu der Erklärung des Bankenverbandes erwähnte Verschärfung der Devisenordnung räumt mit der bisherigen Bevorzugung von Mitgliedern der Devisenzentrale gegenüber Kommissionären auf. Die Mitglieder find nichst. mehr als der Devisenzentrale angeschlofsene Personen zu betrachten, sondern als Personen, die zum Handel mit ausländischen Zahlungsmitteln befugt sind. Es wutde neuerdings eingefchärst, daß die Spekulation und die Vermögensanlage in ausländischen Zahlungsmitteln' ausgeschlossen bleiben müssen. Die Devisenhändler müssen die Tableaus über sämtliche Devisen- und Valutengeschäfte der Devisen zentrale täglich abliefern, womit eine strenge Kontrolle des Devisenverkchrs eingesührt wird. Die politischen und Jinanzbehörden und Organe der Deviscnzentrale haben das Recht, Revisionen in den Ge- : schäften vorzunehmen und es besieht die Pflicht, ihnen die B u ch e i n s i ch t zu gestatten. Bezüglich des Berwendungsnachweises wurde bestimmt, daß Valuten für den legitimen Bedarnur für höchstens zwei (nicht mehr sechs) Monate angefchasfr werden dürfen und außerdem der Nachweis erbracht werden, muß. Laß die betreffende Ware tatsächlich eingeführt worden, ist, widrigenfalls die Valuta rückzulieferu ist, und zwar zum Kurse des späteren Termines, falls dieser niedriger ist, sonst zum Kurse des Anschaffungstages. Für den Wechselst u b en v e r k e h r ist, dem gesunkenen Geldwerte entsprechend, bestnilmt, daß bis zum Gegenwerte^ von 200.000 Ä. bei Glaub» haftmachung des Bedarfes ausländische Zahlungsmütel abgegeben werden dürfen. Die DevisenordUung enthält ferner eine Verschärfung der Strafbestimmungen, neu ist die Entziehung der Lizenz und Ausdehnung der Strafbestimmungen auf die Angestellten. Ein Oesterreicher, der seinen Wohnsitz im Auslande hat, kann auch für im Ausland begangene Delikte dieser Art in Oesterreich bestraft werden, wenn er das Inland betritt. Abänderung des Kreditfondsgesetzes. Das Ende einer Kronenstützungsaktion. Die jüngste Entwicklung des Valutenmarktes hat das am 24. März d. I. geschaffene Kreditfondsgesetz hinfällig gemacht-und es hat sich daher die Notwendigkeit ergeben, es einer Revision zu unterziehen. Das Kreditfondsgesetz hatte den Zweck, die englischen Vorschüsse iw Betrage von zwei Millionen Pfund — damals rechnete inan noch darauf, daß der französische und italienische Vorschuß rasch einfließen würden — sicherzustellen, damit sie nicht im Abgrund des Defizits uüd im. unersättlichen Rachen' des Persönalauswandes verschwinden. Diese Sicherstellung sollte dadurch erreicht werden, daß die Krediworschüsse ausschließlich der Regulierung des Verkehres in fremden Zahlungsmittel:' Vorbehalten wurden, das heißt sie sollten dem Devisenmärkte zur Verfügung gestellt werden, um der Nachfrage mach fremden Zahlungsmitteln zu begegnen und dadurch den Druck auf die Krone zu vermindern. Es wurde jedock - zugleichdie Bestimmunggetroffen, daß die durch Devisen,. » afcoota aus. Um KreditLoM MeM

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