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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-09 · Heft 1235 (9.7.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1235 (9.7.1922)
Date
1922-07-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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M . MS asten, Donmag EmerkeV MorgenMruüg. W'Sva.V 1922 führen können. Denn die wichtigste Arbeit ist solche, die kein anderer vollbringen kann; und deren gibt es stets genug. Verlange, daß jeder deiner Leute einen Stellvertreter, seiner einen Adjutanten halte. * Unfähige Menschen erkennst du daran, daß sie ihre Nachfolger zu unterdrücken suchen. ' * Bei Streitigkeiten haben beide unrecht, Sei stets um das Wohl deiner Leute besorgt, nie um ihren b eifall. * Geschäfte müssen monarchisch verwaltet werden. Kollegien arbeiten selten schlecht, aber int besten Fall mittelmäßig. * Privatverwaltungen gegenüber ist der Staat in dreifachem -lachteil: er arbeitet ohne Konkurrenz, also ohne vergleichenden llnsporn; er kann sich untauglicher Menschen nicht entledigen; vrch er leidet am Aberglauben der Anciennität. * Hast du einen Menschen ungeeignet für seinen Posten gefunden, so setze ihn eher mit vollem Gehalt zur Ruhe, als daß 5it ihn in seiner Stellung behältst, denn er wird nicht nur dir und sich selbst, sondern ungezählten anderen schaden, * Wenn zwei Dritteile deiner Entschlüsse richtig sind, so sei Alfrieden. Versteife dich nicht darauf, alles richtig zu machen, sondern handle nach den Grundsätzen, an die du glaubst. Nicht »lle Wege fuhren nach Rom; Zickzackwege bestimmt nicht. * Es ist nicht möglich, einen Menschen zu überzeugengeschweige zu überreden. Führe neue Tatsachen und Gesichtspunkte rü, aber insistiere niemals. Die beste Stärke liegt darin, neue Vorschläge zu ersinnen, sobald starke Einwände erhoben werden. * Bei gescheiten Menschen, die in Verhandlungen erfahren lind und sich kennen, genügen wenige Worte, um wichtige Dinge zu entscheiden. Ein unerfahrener Zuhörer würde kaum erkennen, daß sie mit der Frage in Zusammenhang stehen, und »ft. nicht einmal suhlen, ob eine Ablehnung oder Zustimmung ufolgt ist. ' ‘ * In letzter Instanz entscheidet die Ansicht, die die Menschen ßon einander haben. Ungemessener Aufwand von Studien, Vorrrbeit und Mühewaltung sachkundiger Kräfte wird vergeudet, — und schließlich erkennen zwei Führer, daß die Sprechweise des einen dem anderen unsympathisch ist. 5 * < Verschwendung auch im kleinsten zu bekämpfen, ist wicht kleinlich, denn sie ist eine fressende Krankheit, die sich nicht lokalisieren läßt. Es gibt große Unternehmungen, deren Existenz davon abhängt, ob die mit Erde gefüllten Kippwagen kein entleert werden, oder ob eine Schaufel voll Sand darin zurückbleibt. <» Wer sich beklagt, daß er zudiel zu tun hat, beweist, daß er nicht organisieren kann. Napoleon hätte nie abgelehnt, Spanien zu erobern mit der Motivierung, er sei überlastet. Wer dagegen zu wenig zu tun hat, beweist, daß er über- Mitteilungen aus dein Publikum. Mania Rottenberg Brody Verlobte Dr. M. Alter Rzeszovv 650S Wien, im Juli 1922 »■---;-:---- Jett! Hermann Pinkas Drillmann Verlobte Qraz, im Juli 1922 Zur Vermählung unserer Cousine BlSrotä Ais&es* (Baligrcd) mit Herrn Ichel WoSowskl (Krakau) gratulieren herzlichst David und Simon Alster Sanok, dzt. Wien GERDA Herr und Frau Philipp Fall zeigen hiermit die ßeburt eines Töchterchens an Visa» fm-Juol 1922 V607 Möbelfabrik J. Spira! Feine °>» M. U, MMlWM 1—1 Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse) TEPPICHHAUS URACH & Co. VI«,. 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Es wird darin auf die Notwendigkeit hingewiesen, mit dem bisher von der „Alliance" besorgten Erziehuugssystem im Orient, welches einer oberflächlichen Anpassung an Europa unter fast völliger Ausschaltung der Pflege jüdischer Kulturgüter diente, zu brechen und das sephardische Judentum im Geiste Palästinas und der jüdischen Renaissance von innen heraus neu zu organisieren. Das Schulsystem müsse geändert werden und, der Mangel einer Presse und Literatur sowie von Bibliotheken mache sich schmerzlich fi'chlbar. Es müsse eine Erziehungsarbeit in allen Ländern des Orients beginnen und von den S t a a t.e n sei zu fordern, daß sie in entsprechender Weise zu den Kosten der jüdischen-Schulen beitragen. In allen Zentren des sephardischen Judentums solle ein Schulsystem geschaffen werden, welches, von den Kindergärten beginnend, Elementar-, Mittel-, Gewerbe- und Handelsschulen umfassen und für die h ö h e r e Ausbildung der Jugend sowie für die Vertiefung in der eigenen jüdischen Kultur sorgen soll. Eine jüdische Kultur in h e b r ä is ch e r S p rache müsse erstehen und die fremden Sprachen müßten lediglich als solche gepflegt werden. Die nengeschaffene römische Vereinigung ist mit den verschiedenen sephar- SeiteT>-- bischen Organisationen im Auslände in Verbindung getreten und strebt im Einvernehmen mit dem Oberrabbiner von Saloniki, Herrn Uziel, die Organisation der Sepharden im Orient an. Ebenso soll ein Komitee in Mailand, Genua und New-Iork geschaffen werden. Die neue Organisation ist bereits auch mit den zionistisch-sephardischen Vereinen in Ären in Verbindung getreten. Verkauf ®sm Fahrkarte« bei Stadö strMerr. Die Belriebsdireklion der Südbahn teilt mit. 7. >. nicht nur bei der Vorverkaufskaffe in Wien-G'7.n--n> hc>' mw Meidluig-Südbahnhof. sondern auch in der Zweinitle Kcnwolatz des öflerrsichstchen Verkehrsbureaus, bei den 'Zirmen August Sirk, Wien, I., Körnte erste atze 55, und Zwieback L Bruder, Wien VI., Maricihilfersiraße 111, einsacbe Fahrkarten und Rückfatukarien aller Wagenklasten an jedem Wochentage innerhalb der üblichen Geschäftsstunden an das Publikum ohne jeden Aufschlag abgegeben werden, und zwar fürdie Skationsverbindimgen zwischen Wien-Südbahnhof und Brunn-Maria-Enzersdorf. Mödling. Baden, Vöslau-Gainfarn, Leobersdorf, Gloggnitz, Schlöglmühl, Payerbach und Mb. Die derart im Vorverkauf abgegebenen einfachen Fahrkarten dieser Stationsverbindungen gelten an jedem beliebige» Samstag, Sonniag oder Feiertag zur einmaligen Kinfahri. die Rück ahrkarten zur Kinfahrt wie die einfachen Fahrkarlen, mr Rückfahrt innerhalb der tarifmäßigen Gültigkeitsdauer. Die Karlen unterliegen dem Marltterungszwang. Eine Rücknahme oder ein Amtausch solcher Vorverkaufskarlen findet nicht statt; im übrigen unterliegen diese Vorverkaufskarlen den allgemeinen Tarffbestimmungen und dm auf den Fahrplänen kundgemachten Beschränkungen. Mit Rücksicht auf die zum 15. August voraussichtlich zu gewärtigende Tariferhöhung wird im Interesse der Vermeidung der mit der Rückgabe unbenützier Fahrkarten verbundenen Ilmständlichkeilen empfohlen, die Fahrkarten nur in dem dis zum genannien Zeiipunlle' ungefähr erforderlichen Ausmaße zu lösen. * LegrSSufffe am heMgerr Tage. A l! e r Friedhof: 10 Uhr 30 Min. Rothberger Felix, 11 Uhr 15 Min. Singer Kelene» 12 Ahr Brecher Julius. — Neuer Friedhof: 9UhrÄalmitz Jakob, 9 Uhr 30 Min. Keller Leopold, 10 Uhr R o s e n z w e i g Moses, 10 Ukr 15 Mm. Schmierer Ester, 10 Uhr 30 L e ch n e r Abe, 11 Uhr S ch « a r tz Ignaz. 11 Uhr 15 Min. W o h l° m u t h Cücile, 11 Uhr 30 Min. Lakenbach Amalie, 1L Uhr B o h l n s k y Regine, 12 Uhr Kacke r Rosa. * Perfsnalnachrichl. Die Trauung des Fräulein 3ula, Tochter des Lerrn Zaaob Kamerman, mit dem Industriellen Kenn Oskar Steinbock findet heute den 9. d., 6 Uhr nachmittags, im Neudegaer-Tempel statt. * Günstige Aussichten im Eisenhandel. Für Eltern und Lehrer ist am Ende des Schuljahres die brennendste Frage wohl die der Berufswahl des aus der Schule austretenden jungen Mannes. Der Verband österreichischer Cisenwarenhäwdler macht daher darauf aufmerksam, daß die Erlernung des Eisenhandels ganz besonders günstige Unterkunstsmöglichkeiten sowohl im Handel als auch in der einschlägigen Industrie bietet und erklärt sich bereit, Ettern und Lehrern mit Auskünften aller Art und Vermittlung von Lehrstellen an die Hand zu gehen. * Die Demonstration der Kriegsopfer. Am Dienstag den 11. d. um 6 Uhr abends findet im Hofe des Verbandsheims,! 7. Bez., Lerchenfelderstraße 1, des Landesverbandes,Wien der Kriegsinvaliden und Kriegershinterbliebenen Oesterreichs eine. Versammlung der Wiener Kriegsopfer statt. Die Veranstaltung richtet sich gegen die vom Nationalrat am Freitag beschlossene Novelle zum Jnvaudenentfchädigungsgesetz. * SröffKARg neuer Fernsprechskellerr. Morgen wird bei den Postämtern Krautbath in Steiermark. Groh-Gerungs und Longfchlag der Fernfprechdienfl ausgenommen. Die Gebühr für "die Einheit des gewöhnlichen Gespräches Wim und Groß- Gerungs beträgt 540 K, zwischen Wien und Krautbaih, bezw. Langschlag 800 K. * Nene Pretssleigevnngsn im Gast- und SchsnLgewsrbe. Ueber Forderung der Organisation haben die Genossenschaften des Gast- und Schankgewerbes ihren Angestellten abermals eine Lohnerhöhung bewilligen müssen, und zwar für die Verpflegten 80 Prozent auf den Barlohn und für die Unverpflegten 70 Prozent auf den Vollohn nach den vor kurzem bewilligten Ansätzen. Die gleichzetiig eingetretene Verteuerung von Gas. Elektrizität, Deheizungsmaterial und allen Bedarfsartikeln wird naiüclich wieder eine Preissteigerung zur Bedeckung dieser Lasten im Gefolge haben. Die neuen Lohne gelten ab Montag den 10. Juni. * Die Konsiszierunz jüdischer Synagogenschühe in Rußland. Der hebräische Publizist Benzion Katz begab sich im Aufträge einer Gruppe reicher Inden nach Rußland, um mit den Sowjetkreisen über den Rückkauf der in den Synagogen beschlagnahmten Wertgegenstände zu verhandeln. Wie verlautet, fordern die Sowjetkreise übermäßig hohe Summen als Ablöse, da die Sowjetmacht kein Interesse daran . hat, religiös'e „Vorurteile" zu unterstützen. (I. C. B.) * Ein Germane auf der Brautsuche. In einem Brunner Blatte erschien das folgende Inserat: Suche Lebensgefährtin! Bauernsohn, dentschglänbig, 27 Jahre alt, vollkommen gesund, 182 Zentimeter groß, schlank, brünett, Rausch-, Rauch- und Judengegner, derzeit in der völkischen Bewegung tätig, sucht Lebensgefährtin. — Bedingungen: Große germanische Gestalt, blondhaarig, blauäugige Schönheit, mit Willen zur Selbstzucht und Verständnis für die Rassenfrage und alle neuzeitlichen, zum Wiederaufbau unseres Volkes (!) nötigen Bestrebungen, Ueberzeugung von der Wichtigkeit des Bauernstandes und Bereltivilligkeit zmn Verbleib bei der Bauernarbeit oder zur Rückkehr zu ihr. An diesen Bedingungen wird unter allen Umständen festgehalten. Aus Stolz, bei der heutigen seichten Mädchenwelt um Liebe zu betteln, wird dieser Weg der Freite beschritten. Mädchen, die den oben gestellten Bedingungen körperlich entsprechen und bereit sind, binnen Halbjahresfrist das Anerbieten zu erwidern, mögen zuerst folgende Bücher lesen: Stapel: Volksbürgerliche Erziehung; Baumgartem Juda; Landmann: Reine Mutterschaft; Ungewitter: Nacktheit und Aufftieg; Fritz Thor: Der nette Glaube; Fahrnkrog: Das Deutsche Buch. Antworten werden unter der Deckanschrift „Thors Weghammer" binnen Jahresfrist erwartet und sind zu richten an die Verwaltung der „Deutschen Laudeszeitung"^ Prunn,-Rosengasse 1, Mähren, Tsche wo-Slowake^

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