Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1232 (6.7.1922)
- Date
- 1922-07-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wy'T "»»««« - - .TCWirtVos^r; " ' ♦ Verkehrsregelung auf der Brigittabrücke. Für den Verkehr auf der Brigittabrücke gibt der Wiener Magistrat folgendes kund: Menschenansammlungen sowie das Marschieren von Trnppenkörpern oder Aufzügen, in geschloffenen Reihen sind auf der Brücke verboten. Lastwagen mit Mer 6 Tonnen Gesamtgewicht und Lastkraftwagen überhaupt, dürfen die Brücke nicht befahren. Fuhrwerke bis zu 6 Tonnen Gesamtgewicht dürfen die Straßenbahnzone nicht benützen und nur die mittlere Fahrbahn in jeder Fahrtrichtung in einer Reihe befahren. * Schutz vor Einbruch. Die Polizeidiretion hat dem Gremium der Kaufmannschaft eine Reihe interessanter Anregungen mitgeteikt., durch welche der Kaufmann in der Lage ist, sich mit Aussicht auf Erfolg vor Einbrüchen zu schützen. Ein großer Teil aller Einbrüche ist auf mangelhafte Sicherheitsvorrichtungen zurückzuführen; viele Geschäfte besitzen nicht einmal D o s e s ch e Schlösser.. Gucklöcher in den Rollbalken gehören zu den Seltenheiten, und in jenen Fällen, in denen sie schon bestehen, wird ihr Erfolg dadurch vermindert, daß während der Nacht eine Sicherheitsbeleuchtung fehlt und man daher nicht sehen kann, was im Lokal vorgeht. Auch Alar.mapparate an den Geschäften sind Ausnahmserschnnungen, obztvar Kanäleinbrüche zn den alltäglichen erscheinungen. Obzwar Kanaleinbrüche zu den alltäglichen weher Dosesche Schlösser noch Vergitterungen, und die Einmündungen des Hauskanals in den- Hausflur oder Lichthof sind in der Regel nicht vermauert, sondern bloß mit einem Stein oder Brett bedeckt. Der. beste Schutz gegen Kanaleinbrüche ist der Umbau des Auslaufes der Hauskanäle in Rohrkanäle sowie die Vergitterung sämtlicher Türen und Fenster, die von dem Raum aus, in welchen der Kanal ausläuft, erreichbar sind. Sehr vernachlässigt wird auch die fallweise Kontrolle der Geschaftsläden an Ruhetagen, insbesondere an Doppelfeiertagen. i - •3m Srltzenöorser Nad verschwunden. Sonntag den t. d. um etwa 743 lfyr nachmittags ist int Sirandbade Ärihen» j»orf die 18jöhrige Franzi K r u b y. ein bildhübsches Mädchen. Zwischen der Sandbank und der Schwimmschule, nicht weit von?er Stange in der Donau badend, verschwunden und vermutlich wirunken. Shre Angehörigen können an einen Unfall kaum stauben. da kein Mensch in der Mhe eiwas derartiges wahrae- Kommen hat. Wer hierüber Auskunft geben kann, daß da» Mädchen entweder ohnmächtig an das Ufer getragen worden ist ider daß ihr Körper vielleicht fpäler im Wasser treiben gesehen wurde, wird inständig gebeten, Angaben gegen Vergütung aller Spesen und Aussetzung einer allsStligen Prämie dem Bräutigam vr. Z. Studeny. XtV.. Gotdschlagstratze 50. zu übermitteln. Die K ist blond, hat blaue Augen und kua lichtblaues Baded schwarzes Band leicht um den Kopf gebunden. * Koscher-Selchware«. Echönfetd. Fellner & So., tt., Haidgasse 5. täglich frisch. Thaluzim Rabatt. --:—- M BerMe, Vorträge <md Bersamml«ngen. / „3 Ü di sch e Ti s ch ,g e feilsch a ft Land st r atze, peüte» 8 Uhr abends, Zusammenkunft im Cafs Gartenbau, Souterrain. Dvrtrag Dr. T a g l i ch t: »Ueber die Bedeutung der Mandatsfrag«; Süden und Araber/' Gäste willkommen. ~ Zionistische Sektion Land strafte. Lenke, >/,8 Uhr abends, im Cafs Gartenbau dringende Sitzung. Tagesordnung: Schekel, Kerzl-Feier. Die Besitzer von Schekelblock» Verden dringend ersucht, morgen endgültig adzurechnen. — Senivrenverband d. Z. M. V. Sämtliche Korporationen des Seniorenverbandes werden ersucht, die verkauften Schekattm morgen den 6. d. zwischen 8 und 10 Uhr abends auf der Bude. VIII, Lerchsnseldersträße 46. abzurechnen. Spätere Venechnungen haben bei der Zählung der Etimmrn keine Gültigkeit. — Litach duth. Leute, 7 Uhr abends. II.» Slockengaffe 80. Vollversammlung. Tagesordnung: Bericht über die Lage im Zionismus, der Welt-Lttachduth und der Wiener Organisation. Referenten Dr. Tartakower, Dr. Steinberg. Picker. Bei dieser Versammlung wird die Muregistrierung beendet. Erscheinen-Folter Mitglieder Pflicht! —. O e st e r r e i ch i s ch e s Museum. Die Sammlungen, Bibliothek und Lesesäle des Sesterreichtschen Museums sind am Sonntag den 9. d. von - dis 1 Uhr bei freiem Eintritt eröffnet. Keren Kajemeth l'Israel, Mischer Nationälsonds» 1!., Taborstraße SS. Telephon Sir. 40-3-16. Ausweis Nr. 8/8 vom 26. bis 30. Juni 1922 --- 126.182'10 K. Stn Lahre 1922 insgesamt 13,005.03065. Nathan Grotz-Katn. Zentrale: Kunstmaler Robert Gultmann (Prag) 1000; 1. Bezirk: d. Fr. Dlttermann: David Nebenzahl 5000, Div. 200. 2. Bezirk: Ezivi Sommerstein 3000, Chaim Grabstein 1000, Div. 120; 4./5. Bezirk: Joses Sasier 5000, Div. 400 : 8. Bezirk: Dr. Lothar Bauer 2000, Or. Martha Kofmann 3000; 9. Bezirk: Richard Pappenheim 10;000» Leo Reizes 5000, Alexander Blaustein 15C0, S. Koschnitzki 2000, Franziska Lazarus. Markus Tepper je 1000; 20. Bezirk: 2. Scherefchewsky 3500, Roth 500. Zentrale: d. Frl. Brandstätter a. N. N. N. 800, F. N. F. Bureau 620; gold. Buch Prof. Rosenfeld: Smlg. Ernst Spiegter 1000, Smlg. Markus Rabi'nowicz 3000, Smlg. L. Uhrmacher 1000, Smlg. Urlch 6420, Smlg. F. Nagel 600, Smlg. G. Schwarz 1100, Smlg. Artur Ruhig 1500, Smlg. Otto Springer 4000. Smlg. Oungermann 2000; 1. Bezirk: d. Fr. Riiiermann: Pollaezek, Funk & Grünhut 11.970; Simon Picker 6700, 6. Advokat 600, Hugo BvjKo 1000, Div. 100; 2. Bezirkd. Simon März (Ausschuß d. Sprengels l d. Taborstraße): Anl. d. Defchneidungsfeier b. Kerrn Sam. Kohn: Sam. Kahn 2000, M. Bretischneider, S. Mätz, S. Tisser, P. Seiden, D. Selbmann. I. Weidenfeld, S. Amenl. Kruh, L. Leisner, L. März, F. Rvsenseld, Iägendorf je 1000: als Schiedsrichter in Angelegenheit Dr. Gellner-Rosenfeld 20.000; R. Friedmann 3230. Lng. Schönwald 1500, Aschkenasy 600, d. D. Friedmann: Miriam Krfchel (Tornopol) 7000, d. Lordwitz L. Löwy 4000, Div. 375; Praiersprengel: Lochzeit Meilen: I. Ämbermann 500. Div. 200; 3. Bezirk: Philipp Trächter anl. Auskragung einer strittige« Angelegenheit 3000 : 7. Bezirk: Dr. Lauterbach 1352: s. Bezirk: d. S. Kohn; Bethaus ^Obel-Abraham" 10.070-50; Em<aranten- KeimtzöS. 'kirnet' ^torGenzettiMtz. ErnDrmttg. Die LebensmittelMSrKte. Ein Kilogramm Schnihelfleifch in der Grotzmartthalle -iS 10.M Kronen. Die Teuerung auf dem Fleischmarkte schreitet in rasendem Tempo immer weiter fort..Nichts charakterisiert die traurige Situation drastischer als die Tatsache, daß gestern ein Kilogramm Schnitzelfleisch in der Großmarkthalle den Preis von 10.000 K. erreicht hat, wobei zu bemerken ist, daß die Preise in der Großmarkthalle noch etwas niedriger sind als in den Bezirksgeschäfteu. Im Großhandel verteuerten sich Schweinefleisch, Schaft, Fleischschweine und Selchfleisch um je 200 Ä., Speck um 600 K. pro Kilogramm. Im Kleinhandel erhöhtett sich die Preise bei Rindfleisch um 400 K., Kalbfleisch um 400 bis 600K., Schwesneflesich um 400 bis 800 K., Speck-und Filz um 400 bis 600 K-, . Schmalz um 600 K. pro Kilogramm. Die Preiserhöhungen werden damit begründet, daß auf den Märkten in St. Marx die Tendenz immer im Steigen begriffen'ist. Auch für Gefrierrindfleisch sind für diese Woche bis zum 11. d. erhöhte Preise angesetzt worden. Vorderes kostet 3420 K., hinteres Gefrierrindfleisch 3660 A und Bratenfleisch 4100 K. pro Kilogramm. Die Teuerung'hat »auch aus den Fischmarkt übergegrfffen, anfdem sich Seefische um 200 bis 600 K. pro Kilogramm im Preise erhöhten, so daß ein Kilogramm bereit's 1800 bis 2100 K. kostet. Begreiflicherweise ist angesichts dieser enormen Stei-gerungen der Absatz von Tag zu Tag schwächer. In der Großmarkllwlle galten gestern im Detailhandel folgende Preise: Rindfleisch 6000 bis 7600 K., Bratenfleisch 5800 bis 9000 K., Kalbfleisch 6000 bis.7800 K., Schnihelfleifch 8000 bis 10.000 K., Schweinefleisch 6800 bis 8600, Schmalz 7000 bis 7600, Speck und Filz 7200 bis 8600, Selchfleisch 7400 bis 8600 Ä. pro Kilogramm. Aus den Grünwavenmärkten sind Gemüse und Obst in ausreichenden Mengen vorrätig. Die Preise blieben im allgemeinen unverändert. Häuptelsalat hat sich weiter um 100 vis 300 Kronen pro Nagel verteuert. Eier nötterten auf dem Naschmatckt pro Stück mir 280 bis 290 K. * Milchtrinkhallen der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitta Müller. Die Milchtrinkhallen der Sozialen Hilfsgemewschaft Anitta Müller bleiben während der Somrnermonate gesperrt. Die Wiedereröffnung derselben erfolgt zum Schulbeginn. In den Milchtrinkhallen wurden seit Uebernahme durch den Verein (bekanntlich sind die Milchtrinkhallen durch das American Joint Distribution Committee ins Leben gerusen worden und sind vor ungefähr einem Jahre von der Sozialen Hilfsgemeinschaft übernommen worden). 106.979 Portionen an arme jüdische Kinder an 21 Stellen ist verschiedenen Bezirkest Wiens verteilt. Da die Milchvorräte zu Ende gehen; wäre es sehr wünschenswert; wenn sozial empfindende Firmen und Einzelpersonen der Sozialen Hilssgemeinschast Spenden an Kondensmilch und Geld zuwettden könnten, um diese segensreiche Aktion, die tausenden unterernährten Kindern Labung gebrächt hat, fort-- führen zu können. BWneMUMmst. I sre»aifia»«-BSh«e. , GaWkl 3»(ef Koni» ' ' „Börse nfieber" von- Max R ei mann und Otto Sch wartz ist zum Unterschied von der ftanzösischen Sommerware ein reinliches, gemütlich-ulkiges Schwankerzeugnis. Neben allem Herkömmlichen -r in angenehmer Dosis verwendet und geschickt auf drei Akte verteilt —7 gibt es auch Neues. Zwei Nebenfiguren, ein muskelstarker Apothekergehrlfe und sein Lieb, das Telephonfräulein, welches Wegen einer ins Telephon gerufenen „dummen Gans" über Austrag des Postdirektors eine Entschuldigung des Beleidigers zustande bringen muß, sind gelungene Lustspielgestatten. Die Schauspieler sind in ihren Leistungen sehr beeinträchtigt, da Josef König mittut. Sie müssen alle lachen, und man mag daraus schließen, wie es erst dem Publikum ergeht. Dieser UnverwMiche reißt alles mit. Manchmal. auch um. Er darf sich's erlauben. — Neben ihm gleichwerttg die zwerchfellerschütterrtde Haushälterin der jungen Luise Liebstöckl, die mit wahrer Selbstverleugnung dies Fach der komischen Alten erwählt hat, und der amüsante Apothekergehilfe Eugen G ü n 1h e r s. Vornehm und lieblich Lola U'r b a n - K n e i d i n g e t, von sympathischer Zurückhaltung Karl M a u t h und Marja S e r i n g, — Die Novität hatte einen starken Heiterkeitserfolg. A. A»s den Theater«. In der Volksoper gastieren in der heutigen Ausfühnmg von „Tastnhäuser" Herr Kammersänger Karl Jörn ' von der Metropotttyn-Oper in New Kork in der Titelrolle und Herr Harald Falkmän von der Königlichen Oper in Swckholm asS Wolstam. Elisabeth — Frau Bärtsch-Jonas, Venus — Frl. Rantzau, Landgraf — Herr Baumann. Dirigent: Herr Dr. Meirich. Beginn 7 Uhr.! Im Wiener Stadttheater gelangt heute das dreiokttge Schauspiel „Dir. Eroberer" von Harles Mere mit Herrn Onno als Grast Belmont zur Aufführung und an den folgenden Tagen zur Wiederholung. Das Wiener Kunstgewerbe. Im Oesterreichischen Museum hat dieser Tage unter Mitwirkung von Vertretern der kunstgewerblichen Körperschaften und Genossenschaften Wiens sowie des Gewerbeförderungsmstitutes per Kammer für Handel, Getverbe und Industrie ynd des Berufungsheratungsamtes der Gemeinde Wien eine Beratung' über die Gewinnung des dringend notwendigen Nachwuchses von qualifiziertest Kräften für das Wiener Kunstgewerbe. stättgestmden. Es wurde beschlossen, die erforderliche Arbeit sofort aufzunehmen und aus den Kreisen de« Wiener Kunstgewerbes eine KoMmissiön zn ernennest, - Welche den Auftrag ' erhätt, VerufSb'eraiung und' LehrlingsnachweiK gemeinsam mit' dem Gewerbefördernngsinstitut der Kaminer und . dem Berufsbe- .ratNNMttitL.dLL SjadstWiLn,M. ' 6. Jnli 1S2S . ""Seite-?, —— --— —-i--;—.——1 Alfred Grünfrld — Bürger von Wien. Im Empfangs salon des Bürgermeisters hatten sich gestern vormittags Mit glieder des Gemeinderats-'. und Landtagspräsidiun;s, de» Stadtsenates, des Magistrats, Pertreter der. Künstlerschaft uni der kunstliebenden Kreise Wiens zu einer kleinen Feier für Professor Alfred Grünfestd anläßlich der Ueberreichung de» Gedenkblattes zu seiner Ernnennung zum Bürger von Wien der; sammelt. Bürgermeister Reumann würdigte in einer An! spräche die Verdienste des Professors Grünfeld auf dem Go! biete de^Kuust 'um die Stadt Wien. Als Bürgermeister de» Stadt Wien könne ep nur auf die äußeren. Zeichen der Werp schätzung Hinweisen, die dem Künstler in den letzten Tagen, de sein 70. Geburtstag hierzu Anlaß gab, von allen Kreisen zuj gekommen sind. Als ein solches Zeichen der Verehrung unk Wertschätzung wolle auch der vom Gemeinderat einstimmig ge, faßte Beschluß gewertet werden, nachdem de» Künstler in dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Stadt Wien auf musikalischem Gebiete zum Bürger der Stadt Men ernannt worden ist. Der Bürgermeister begrüßte hierauf Professor Alfred Grünfeld als Bürger, der 'Stadt Wien und sprach ihm zu seinem 70. Geburtstag die aufrichtigsten Glückwünsche aus in der Hoffnung,, daß sich, der Künstler der Ehrung durch die Stadt Wien'recht viele Jahre bei voller Ge« sundheit und Schaffenskraft erfreuen möge. Der Bürgermeister übergab nun Professor Alfred Grünftld ein künstlerisch' ausgestattetes Gedenkblatt, das der Maler E: Amadeus Dier unter Mitwirkung des Malers Ferdinand Göttting ausgeführt hat. Die künstlerische Umrahmung des Textes enthält vier, figuvale Medaillons., in >derem .einem Grünseld beim Klavier. dargestellt ist, während das. zweite einen. Blick über Wien mit dxm Rathaus im Vordergrund.zeigt. Auf. Grünfelds . besonderer Stärke, als -Straußqnd Schubert-Spieler deuten die borden Szenen mit dem „Frühlingsstimmen- Walzer" und der „Forelle" Franz Schuberts/welche durch vornehm gehalter« ornamentale Verzierungen verbunden sind. Was die Hake«kre«zler treibe». Ein Wohnungsstreit hat dazu geführt,.einiges Licht in das Treiben unserer Orgeschleuie'zu bringen. Der Mationalverband deutscher Offiziere/ Landeslertüng Deutschösterreich, hat nämlich .ein Fräulein Josefine Kaps auf Räumung von..zwei Zim- ^mern geklagt, die ßn einer Wohnung/im eb'angelischen Diackonisserchause,' Langogasse 13; gchören,' welche der- Schutzverband deutscher Kriegsteilnehmer zum Teil der' Beklagten/ zum Teil dem Nattonalverband vermietet hatte. Bei dem. Prozeß'vor Mm' Bezirksgericht Jysefftadt' (Oberlandesgerichtsrat Dittmmn), worüber bereits am 8. Juni die erste Berhandlüng stattfänd, und die gestern zu Ende'geführt wurde,.machte der»Vertreter der BÄlagten, Dr. Leopold P lascht es, zur .Widerlegung des 'klotzevifchen Vorbringens und in Fortsetzung seiner Darstellung, welche wir bereits am. 9. Juni erörtert, haben, folgende MitteKungen: . Der Nationalverband deutscher Offiziere, der ein Glied der Orgesch ist, und als Hohenzollerngvuppe auch in Verbindung mit dem deutschen KronPrinM steht, hat zmn Ziel: die; Sammlung und B ewaffnung der wehrhaften Männer für Putsche und Pogrome und die Wehchäftmachung der Mittelschuljugend, in den verschiedenen Städten Oesterreichs bestchen .bereits zahlreiche Kompagnien der Mittelschüler, und ihre Heranziehung zu hakenkreuzlerischen Aktionen. Za diesem Zwecke untechält der, Verband Waffenlager. Solche Lager waren, auch in der Wohnung eingerichtet. Es enthielt: Handgranaten, Gewehre, Fackeln,. Stahlhelme,Ekrasitpatronen, Maschinengewehre und Munition verschiedenster Art. Im März wurde eine Anzeige an die Polizei erstattet, doch blieb die.. Hausdurchsuchung ergebnislos» weil ein Mitglied der Organisatton, der Polizecheamter ist, den Verband rechtzeitig von der bevorstehenden Hausdurchsuchung verständigt hatte. Die Waffen wurden damals zWächst in die Teu-- tonenbude und von dort zu einem Oberleutnant Spitzer in Hietzing gebracht. Einzelne Maschinengewehre wurden -an ausländisch« Agenten verkauft. Vor kurzem langte wieder eine Kiste mit Waffen und Munition ein; sie war von Salzburg mit falscher Deklaration als Flanbertgewehre abgeschickt worden. Als die Polizei^ sie Samstag nachts mit Beschlag belegte, fand sie darin fünfzig neue Gewehre und 8000 Stück Munition. . Dr. Plaschkes machte noch nähere Angaben über den .Nationalverband! deutscher Offiziere, wobei er betonte, daß er sich von dir Richtigkeit der Mitteilung seines Klienten urkundlich überzeugt habe. Die Organisation steht in-Verbindung mit der Großdeutschcn Bereinigung, namentlich mit dem Minister W a b e r und dem Abgeordneten U r s i n. Dank dieser Beziehungen war es möglich, .einen Hausfriedensbruch zu vertuschen, den einzelne Angehörige des Verbandes zur Aushebung eines sogenannten „Kommunistennestes" im Vorjahre ausgeführt hatten. 'An der Spitze des Verbandes stehen Ehemalige Generalstäbler, wie der gewesene General KrauS und Oberst B ul eh» Geschäftsführer ist Oberst. Legat,;WaffeUoffizier und Leiter der Jugendorganisativnen Oberst Herrlin-ger. Herrlinger, der übrigens jetzt als Streckenineister der Westbahndrrektion bei der Republik, die er .bekänW, angestellt ist, war der. Leiter der Stinkbombenangriffe zur Verhinderung der Aufführungen des „Reigen". Er leitete auch die Veranstaltung des mit dem Nationalverband eng verbundenen Antisemitenbnndes am 13. März 1921. Unter feiner Führung sollte ferner auch ein Putsch auf die Roßauer Kaserne unternommen werden; er sei Kommandant der wehrhasten Mittelschülerkompagnien. Unter dem Eindruck dieser Enthützungen und nach Beratung mit Obersten Legat, Buley und Herrlinger zog der Vertreter des Nationälverbandes der Hakenkreuzler, Dr. G e m e i n er, Obmann des Schutz- Verbandes deutscher Kriegsteilnehmer, die Klage bedingungslos zurück. ,W M MnMM^hes Falles, .kommen M.nochMrückz