Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1232 (6.7.1922)
- Date
- 1922-07-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ÄMfftc 6 Donnerstag Wiener Morgerrzeitung. . 6. Juli 192^. Rr. 183* , Das Neueste ist... Da? Neueste ist nämlich, daß es in Dien einen Postverkehr fttM. Auch telephonische Verbindung ist, natürlich in gebotenen Grenzen — 16-7-23, aber was wollen Sic denn, ich wiederhole ja ohnehin 93-1-78! — möglich. Mit gemischten Gefühlen sieht der Mittelständler den Briefträger von Hans zu Haus eilen, hört das Brüllen der Fernsprecher. Äs war doch eine schöne, eine gesegnete Zeit! Keine Aufforderung, „doch endlich einmal den schon ein halbes Jahr ausstehenden Mitgliedsbcitrog zu zahlen", keine Anfrage: Na, was gibt's denn Neues, warm sieht man euch wieder einmal. . .? Ter Herr Doktor aus Gersthof wurde nicht um dreiviertel 11. Uhr nachts in die Penzingerstraße gerufen, woselbst sich zur allgemeinen Freude ergab, das; ein Telcphonirrtnm vorliege und nicht einmal die so beliebten anonymen Briefe an den Kater Murr: Du elendiger Taujud, wirst du deine schmierigen Pratzen von rneiner deutschen Kultur lassen — nicht einmal diese höchsten Ausflüsse besagter Kultur vermochten sich einen Weg zu bahnen. Keine Tante aus Leitomischl konnte „nur einmal nachsehcn kommen, was ihr macht", und sogar die lyrischen Gedichte verloren manches von ihrem Schrecken, weil die gütige, die wohlwollende, die verständnisvolle Post sie bei sich behielt. Tie schönen Tage von Aranjnez sind jetzt vorüber. Man muß Briefe schreiben, an jeden Geburtstag denken, Rechnungen bekommen haben, die Glocke gellt, das Telephon rast. Wer spricht? Hier Kater Murr. Du Idiot, du verdächtiger, jetzt bist du's das sechste Mal. Wenn ich dich beim Krawattcl erwisch ... Nein, ein Telephonstreik ist eine schöne Sache, sagt der Kater Murr. * Der anstrengende Antisemitismus. Die „Deutschösterr. Tageszeitung" schreibt: „Abgeordneter Dr. Wan eck, der schon sei: längeren Jahren mit einem hartnäckigen Herzleiden behaftet war, sah sich gezwungen,'vom Präsidium des Nationalrates einen vierzehntägigen Krankheitsurlanb zu erbitten. — Dr. Waneü hat in der letzten Zeit über 60 Versammlungen abgehalten und trotz' seines bereits schwer leidenden Zustandes auch eine mühevolle Auslandsreise unternommen. Infolge der Ueberanstrengung in seinem Doppelberufe (Rechtsanwalt und Abgeordneter) hat sich sein Befinden 'derart verschlechtert, daß er auf. ärztliches Anraten bis auf weiteres jeder beruflichen und politischen Tätigkeit entsagen und das Bett hüten muß." — Daraus geht endlich klipp und klar hervor, welch hartes Brot der Berufsantisemitismns ist. Allerdings hatte Dr. Waneck guten Grund, auf diesem Gebiet Extraleistnngen zu vollbringen, weil man seine Judenfeindschaft nicht ganz ernst nahm. Seine ‘ Vorliebe für jüdische Tänzerinnen auf gewissen mondänen' Bällen hat ihm in der wachsamen Presse seiner Partei manch bitteren Tadel eingebracht. Sein eifervolles Eintreten für die Wanderbühne des Dr. Rosenbaum und seine Tätigkeit als Verwaltungsrat der jüdischen. Aktiengeftllschaft Zebu waren auch nicht geeignet, die Bedenken der Parteizeloten zu zerstreuen. Darum durste sich Herr Dr. Waneck in der letzten Zeit keine Schommg auferlegeu und trotz der sommerlichen Hitze beloeisen, wie gut sich seine materialistischen Nebenbeschäftigungen mit dem idealistischen Berüftmgscmtisemitismus vereinbaren lassen. In einer Reihe großdeütscher Versammlungen, die in den letzten Wochen stattfanden, hat Dr. Wäneck das „Jüdenreferat" gehabt. Wie das seinen Zuhörern bekommen hat, wissen wir nicht, ihm selbst hat es jedenfalls, wie aus obiger Meldung hervorgeht, nicht gut angeschlagen. Er wird sich einige Zeit Zurückhaltung auferlegen müssen, nämlich im Antisemitismus. Die Anstrengungen der Verwaltungsrcrtsstelle hat ihm der. Arzt nicht verboten. Sie scheinen die wenig aufreibenden zu sein. Und so darf man hoffen, daß sich sein Zustandbald wieder bessern wird. Die jüdischen Tantiemen werden schon ausreichen, die Leiden zu heilen, die der Berufs« antisemitismus mit sich bringt. * Eine Aerztefeier. Das Wiener mebiziiftsche Doitvrenkollegium veranstaltet Freitag den 7. d. um 7 Uhr albends unter Mitwirkung des Aerzte-Gesangvereins im Saale der Gesellschaft der Aerzte eine allen Aerzten zugängliche Festfeier zu Ehren der zu Ehrenmitgliedern ernannten Aerzte-Hofrat Professor Doktor Eiselsberg, ObevmMzinalrat Dr. Theuen (Wien) und Hofrat Professor Dr. Iakfch (Prag). * FSr Äerrn Dr. Philips rvattenberg erliegt ift zionistischen Bureau» lf^ Taborprahe 20 a, ein Brief aus iftw York. * Der neue Konsul in Wa-rrd. Wie die Politische Korrespondenz erfährt, hat der Bundespräsident den österreichischen Bundesbürger Robert Taub zum Lonvrarkonsul der Republik Oesterreich in Madrid bestellt. * Zionisrifche Dezirkssektion Alsergrund, IX,, Liechlensloinftratze 11. Veranstaltungen anläßlich des 18. Todeslager Theodor Kerzls: Lerzl-Feier. Samstag, 8. d.j 8 Uhr abends, im großen Festsaalc der Bezirksvertretung Alsergrund. IX., WSHringer strafte 48.. Redner Dr. I. Schal i t, Dr. Josef Löwenhe rz. Rezitation. Gedenkfeier. Samstag den 15. Juli 1928, 8 Ahr abends, im Müllerkmpei, lX.» Grüne Torgofir 13? G ang zum Grab e L er z ls. Sonntag den 16. d. 9 Ahr vormittags. Die Zionisten werden zur korporativen Beteiligung an sämtlichen Veranstaltungen aufgefordert. * srtntenfagttJifl« Zur Beratung dringender Frage« und Entscheidungen im Mindenwesen findet Samstag den;8. 3 u U ums Uhrnachmittags in der Dolkshatte ides Neuen Rathauses eine B l i n d e n 1 a g u n g jfivit. Professor Ä l t m a n n wird über die Katastrophe der Blindenfürsorge referieren. * Jüdische« Religionslehrersemittar. Zn SrgäuMg unseres Berichtes über die Entlassung der Abiturienten des lZüüischen' Rellgionslehrersemtnars wird «ns milgeteitt» daß diese sämtlich bereits Anstellungen erhalten lhdden. Die. Herren Antfchert Oskiar und Galler« fi e p per Sstdor find für dte Israelitische Kuttusgemeinde ver Ipsttchtet worden, die Damm Feucht rang- Erika, Gin z her -Sara, Lader Erna, Ta glicht Edith und »Zauderer Klara teils für diese, teils rfür Privaischulen und zLyzeen. Anmeldungen für das Schuljahr 1922/23 sind Icm Öit Seminarskänzlei, V., Tempelgaffe 3, 3. Slock, zu richten. * Patzvisen für Ausländer. Nach den neuen Paß- Urschriften bedürfen die im Jnlandständig wohneneLuL.Untrer m& Vrxtgüen des kerne Sichtvermerke durch eine inländische Paßbehörde, sind jedoch gehalten, für die Wiedereinreise nach Oesterreich den Sichtvermerk bei einer ausländischen österreichischen Vertretungsbehörde oder bei der .z u st am d i g'e n politischen Behörde anzusprechen. Ständig im-Ausl and wohnende 'Ausländer bedürfen zum Uebertritt der österreichischen Grenze des Sichtvermerkes einer österreichischen Vertretungsbehörde, je nach dem Hieisezweck für eine einmalige, oder mehrmalige Reise mit kürzerer oder längerer Dauer. Der Sichtvermerk berechtigt zum Aufenthalt nur während der Gültigkeitsdauer. In besonderen Fallen können die Inland- Paßbehörden den Sichtvermerk, wenn er noch gültig ist, gegen Erlag der an das Bundesministerium einzusendenden Gebühr verlängern. Die Jnlandpaßbchörden werden, sowie die Grenzkontrollstellen bei der Rückreise von Ausländern, genau' kontrollieren, ob der Paßinhaber den durch den Sichtvermerk bewilligten Aufenthalt nicht überschritten hat. In Wien erfolgt die Verlängerung der Sichtvermerke ausschließlich im Paftaint'der Polizeidirektion. * Geschenk der Liverpooler Studenten an die jüdische Nationalbibliothek. Die „Jewish' Studcnts Society" in Liverpool hat der National- und Universitätsbibliothek von Jerusalem eine Sammlung von 600 Büchern übersendet. Dies ist die zweite größere Sendung,, die die Natioualbibliothck durch Vermittlung der Jifter-University Jewish Federation of Great Britain and Jreland erhält: (I. C. B.) * Maximilian Harden, der in der Nacht auf Dienstag von Hakenkrcuzlern überfallen und schwer verletzt wurde, ist über 6? Jahre alt. Er hieß ursprünglich Witkowsky, ließ sich aber seinerzeit wegen eines Familienzwistes den Namen ändern. Er war Schauspieler, dann Journalist und Essayist. Als Mitarbeiter der „Gegenwart" machte er durch seine stets originellen, politischen Aufsätze, deren Stil damals von jugendlicher Frische getragen und noch nicht verkünstelt war, Aufsehen. Das große Ereignis.seines Lebens war, daß Bismarck, ans seine Begabung austnerksam geworden, ihn in seine Nähe zog. Harden verließ die „Gegenwart" und gründete eine eigene Wochenschrift, die „Zukunft", in der er allwöchentlich mit etwas eigenartigem bilderüberladenem Stil gegen Zeit und Zeitgeist Polemisierte, einem Stil jedoch, der, des Schwulstes entkleidet, einen selbständig denkenden Menschen verriet. Hardens große Zeit war die Aera Wilhelms des Zweiten. Harden schrieb vielgelesene Episteln gegen den Kaiser. Bekannt ist noch. die Sensationsaffäre Molt k e—E Ulenburg, in der Harden. al§ Mensch und Publizist eine wenig rühmliche Rolle spielte. Bor wenigen Monaten gab er seine Wochenschrift dem Verlag Erich Reiß ad und wollte nach Amerika gehen. Leiter der „Zukunft" wurde Coudenhove« Calergi, aber bald überlegte sich Harden wieder den Plan und übernahm neuerlich die „Zukunft". In der „letzten" Zukunft hat sich Harden, wie fast selbstverständlich, gegen die deutschvölkischen Mörtzer^-yHtzcheW^WoK^Mch.der. radikale Maßnahmen fordert, hatte daS Attentat-zup Folge. * Di« LebensluittelzAschMe vom L i>. bis 15. d. betragen für Angestellte und Arbeiter o b » e K o l l e k t i v-° v'e r t r a g: Für Schwerarbeiter pro Woche 1673 K., vom 1. -.'bis 13. d. 3585 K. Für sonstige Arbeitnehmer und -ie Gattin /Lebensgefährtin. Wirts chaftsMrerin) pro Woche JJ25 A, vom 1. -. bis 16.-.L4L5 K. Für Angestellte und ÄMiter mit Kollekti i infrTr a g: Für Schiverarbeiter pro Woche 709 K.» vom 1. d. bis IS. -.1506 Ä. Für sonstige Arbeitnehmer und Gattin (Lebensgefährtin. Wirtlchastssührerin) pro Woche 475 K., vom 1. bis 15. d. .1018 K. Kinderzuschüffe: Ohne Rücksicht, ob die Arbeiter und Angestellten im oder außer Kollektivvertrag stehen, für jedes Kind pro Woche 1555 K^ für jedes Kind vom 1. d. bis 15. d. 2475 K. * Einer, der das Heiraten leicht nimmt. Als'eine wenig wichtige Angelegenheit schien die Eheschließung ein 50jähriget Mann anzusehen, der kürzlich vor einem Londoner Standesamt erschien, um sich zur Trauung anzämelden. Er wünschte zunächst zu wissen, was die Sache koste, und als ihm die Gebühr mit zwei Pftmd zwei Schilling genannt wurde, meinte er, das sei das Vergnügen kann: wert. Dennoch lehnte er es ab, darauf einzugehen, als ihm gesagt wurde, wenn er. noch etwas warten wolle, so könne er von der Herabsetzung der Gebühren Nutzen ziehen. „Das dauert mir zu lang," sagte er.; „Ich will Ihnen , dreißig Schilling geben." Als chm bedeutet wurde, daß man hier nicht handeln dürfe, bequemte er sich dazu, Auskunft über die Personalien zu geben. Nach dem Namen seiner Zukünftigen geftagt, wußte er jedoch nur zu antworten: „Ich weiß ihn nicht, wir rufen sie immer Jennie". Der Beamte meinte, er hafte sich vorher bester unterrichten sollen; ob er denn ihr Alter wüßte. Auch hier war die Auskunft negativ, so daß der gleichmütige Heiratslustige seiner Wege gehen mußte, um ein andermal wieherzukommen, was ihm hoffentlich, wie. wir im Interesse seiner Erkorenen annehmen wollen, nicht zu viel Mühe gemacht hat. '■ * De? Film in der Klinik. In der letzten Sitzung der Medizinischen Gesellschaftwurde die Wftche BortraHSfolge; interessant unterbrochen durch WßDWngen ' kinMatographischer Aufnahmen. Die ausschtieWch Dr Pen ' Arzt bestimmten durchwegs trefflichen Aufnahmen führten M verschiedensten ' Krankheiten und, BHandlungsPevftchxen vpr. Ihr ift, einem größeren Hörerkreis klinische Demynstrattqytzn zst.machen, wenn nicht.gerade, geeignete Patienten zugegen'sind, oder. cheM der Lehrer sich W seinM. BöÄvag' nicht..'d«rch^ '.B--. schästftpWg mit .dem.Kranken aAertken lassen will. Dies wurde. besonders gut erreicht bei den Aufnahuien aus dem Geibiete dpr Augercheilkunde, der Geburtshilfe und Wrurgie..Andere Auf-. nahmivn.eignen sich mchr dazu, um ^^chun^Z^>echoden. bester. zu .erWern, afs es Worte vermögen; auch rönnen 'im Film, z. Mikrofkopische ^orfühchtngen schneller einem ZüschaNer-' kreis zugänglich gemacht werden, als wenn erst jeder selbst in das Mikroskop sehen müßte. Besonders wirkungsvoll war die Sichtbarmachung der Tätigkeit der Stimmbänder am Lehenden i beim tzp pMsn u-ch . * Anftfcmitiömus im Film. Endlich haben sich die beide» gefunden, es war schon lange zu erwarten. Der Schmtdfilm istschon solange, als. wirksamstes Verqiftungsmittel der iugend< lichen .Seelen anerkannt, daß die. Hakenkreuzpädagogik seiner auf die Dauer nicht entraten konnte. Endlich ist das Voryerjzüsehmde.Ereignis geworden. Die „Lichtbild-Bühne" tüMgt einen neuen Filrn mit dem lieblichen Titel „Düste aus dem Osten" an und skizziert seinen Jyhalt mit den charakteristischem Worten: „Ein Judenfilm, der zeigt, wie sie an der Grenze auswandern, Straß'enhandel in Berlin beginnen, üch zum Schie-. ber entwickeln, der waggonweise schiebt, bis zur.feuoälen Villa mit Auto. Jur Gegensatz hierzu der Kamps der Wolga-Deutscheu, denen die Regierung, obgleich sie Stanimesbrüper sind, im Gegensatz zuden Juden, die Einwanderung verboten hat."' Das Lichtbild im Dienste der Finsternis ist jedenfalls * eilt interessantos Paradoxon und so darf man hoffen, daß-sich auch die dvuischen — Behörden für die Sache .interessieren ^werden! . * Jüdische Sanitätsarbeit im Osten. In Rowno hat -bei Anwesenheit von-30 Delegierten eine Konferenz der . jüdischen zentralen Sanitätskommission stattgefü'nden, deren , Berichte zu entnehmen ist, daß ans den Mitteln des Joint (30.000 Dollar) und aus Privatmitteln der Bau von sieben Spitälern und .27 ö f f c n t liche n B ade a n sta l te.n begonnen wurde. Diese Organisation hat vom Joint die ganze sanitäre Arbeit übernommen. * Amerikanische Touristen in Palästina. Im Monat Juni sind zahlreiche Touristen aus den Vereinigten Staaten in Palästina eingetroffen. darunter-vornehmlich Juden, die den Fortschritt der jüdischen Aufbauarbeiten studieren wollen. Anfangs August werden neue große Touristengesellschaften erwartet; der Dampfer „Cameronia" wird allein 800 Reisende nach Haifa befördern. * Die Arbeit für den Keren Hajestod in Bulgarien. ÜSwmwe Viktor I -a c o b f o h n absolvierte seine Keren Hajessod-Tour in Bulgarien mit ausgezeichnetem Erfolg. Es gelang ihm die Ber-. einigung von Zionisten und Nichtzioniften in neutrale Keren HajestSd-KomiteeS' und die Orgauisievrmg der gesamten Tätigkeit aufbreiter und fester Grundlage. Die bulgarische Zentrale für den Keren Hajessod wurde nach R u st f ch u k. verlegt und ist ebenfalls ans Zionisten und Nichtzioniften zusammengesetzt. (I. C. B.) * Für die Erhaltung der jüdischen Schulen! Gartenfest am 9. d.' im Etablissement „Praterfee . Das für. Sonntag den 18., beziehungsweise 25. Juni anberaumt gewesene Gartenfest des Jüdischen Schulvereins, das infolge Regenwetters beide Male.abgesagt werden mußte, findet bei jeder Witterung und . mit unverändertem Programm Sonntag den 9. d.. um 3 Ähr, nachmittags im Garten und in den großen Sälen des Etablissements „Praterfee", Prater-Hauptallee- 5, 'statt. D'aS Arrangement hat der Verein Erez Israel übernommen. Die bereits gelösten Karten behalten für dieses Fest ihre Gültigkeit. Weiterer Kartenverkauf im Sekretariat des Jüdischen Schul- Vereins, 2. Bez'., Zirkusgasse 33, in der Wministration der „Wiener Morgenzeitung", 2. Bez., TaLorstraße 1—3, bei sämtlichen Mitgliedern des Vereins Erez Israel und an der Gartenkaste. .... * Dir Mischen 'Kolonien i« SSörntzlan-. Die Berliner Abteilung der Gesellschaft Ort erhielt eine ■ feie« graphische Mitteilung aus Rußland, daß vom 12. bis 15. Juni in Charkow eine Konferenz von Ori-Delegierten' aus Charkow. Odeffa und Kiew fiattgefunden hat. Auf der Konferenz, an der auch Delegierte der Kolonisten und AMiter teilgenommen haben, wurde festgeflellt,. . daß die Saathilfe'.in den dortigen^ jüdischen Kolonien die Slimmung bedeulsnd gehoben hat. -Pie mestien- Kvlvnifien find bereits in ih re^ L eim at zu rü ck-, g e k e h r t, der Rückstrom dauert an. Die Kolönifien machest große Anstrengungen, um ihre Wirtschaft wieder herzustellen. Damit die kommende Ernte wieder realisiert werden kann, ist ein größerer Vorrat landwirtschaftlicher Geräte. Werkstätten und Zugtiere erforderlich» deren Anschaffung insgesamt 25,000 Dollar kosten würde. Die Konferenz sprach einstimmig ihr Urteil darüber aus. daß eine Sicherung der Erfolge der nächstjährigen Friihjahrskampagne nur dann möglich ist. wenn auch die Lerbs'.- kampagne sorgfältig durchgeführt und das Saatgut aus dem. Ausland rechtzeittg geliefert wird. <J. C. B.) * Mne Rai Henau- und Ginffeittffrafc itt Magdeburg. Wie die Berliner Zeitungen aus Magdeburg melden, hat der dortige Magistrat unter dem Eindruck der Ermordung Nathenaus beschlossen, jene Straßen, die . nach Mitgliedern des früheren Lerrenhauses benannt sind, umzubenennen. Unter anderem' wurde eine Straße nach Walters A a t h e n a u und eine nach Albert E t n ft e i n benannt. LC. B. * Teclmische Pemeinschaftsarbett im Juduftriehaase. Sn dieser Woche treffen Vertretcr des deutschen, holländischen, schweizerischen und ungarischen Normenausschtlsses in. Wien ein, um an der LauptversammlMg des vom Lauptverbande der österreichischen Industrie begründeten Oesletteichischen Normenausschusses für Industrie und Gewerbe und an den dieser Versammlung vvrausgeyenden Sitzungen der einzelnen Fachausschliffe teilzunehmen. Die Anwesenheit der ausländischen Vertreter gilt der Vertiefung der Int Gange befindlichen Gemeinschaftsarbeit der einzelstaatlichen Normenausschüsse, die letzten Endes zur Schaffung internationaler Normen fuhren soll. Die Lauptversammlung findet am Freitag - den. 7. d. um 3 Uhr nachmittags . im klftnen Festaale der Induftriehaujes. Hl., Schwarzenbergplatz 4, statt. * Svellerbericht. Oesterreich hat fast wolkenloses, sehr; heißes Weiler. Dte Temperatur liegt in 30" und darüber^ Große Litze über 30° haben auch die Schweiz, Südwest- und Nordostdeutfchland. die Tfchecho-Slowakei und Polen, während es an der ^üste der Nordsee und Englands kühl und wolkig ist. Ein an der Nordwestküste erschienenes Tief läßt vielleicht, für morgen nachmittags ausgebreitetere Gewitter mit Abkühlung erhoffen. — Voraussage: Wahrscheinlich sehr. warm. Schönwetter andauernd, falls der Luftdruck nachts gefallen ist große Gewitterwahrshreinlichkeit, Temperaturabfäll... * Eine Selbstmordstatistik. Die Zahl der Selbstnrorde steigt.nach, dem-Kriege langsam, aber stetig. Im ersten. Halbjahr . 1922 würden bei der Polizeidirektion 246 Selbstmorde,, davon' 132 bei Männern und 86 bei Frauen,, angezeigt. Im Jahre 1921 bat man 284, davon 142 bei Männern - und 92 ber Frauen, gezählt. Auf die einzelnen Monate entfallen: Jänner 38, davon'16 bei Frauen, Februar 89,. davon. 12 bei Frauen, Mtärz 26, davon 12 bei Frauen, April 45, davon 18 bei Frauen, Mai,58; davon 28 bei Frauen, und Juni. 33, davon 12 bei Frauen. - - ' * Schnellzugsvermehrun» aus der Wesibahn. Anläßlich des. zu gchrärtig'enden sacken'Verkehres z»m/S^.nlschluffe .verkehrt ab Freitag den' 7. d.' his aas weiteres auf. der Strecke Wien-West—Innsbruck Schnellzug 305 (ab Wien-Westbahrrhof 18 Uhr 6 Min., an Innsbruck am nächsten Tag 9 Uhr 36 Min.) und in der Gegenrichtung Schnellzug 208 ab 8. d. (ab Innsbruck 19 Uhr 20 Mm., an Wiew-Weftbabuihof dan £oa lü UU? ö UJt'ntjt /JJ7 sr MSI //“ 4/sn 3* $*- yJ üJr