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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-06 · Heft 1232 (6.7.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1232 (6.7.1922)
Date
1922-07-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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I <3?a» 1232 ’ictt, SUunnu-wiij gsstffttv ■j'j-tvvpXK»'* t van tz. VS .ii F JCt3 isEO W> klttch hier eifrig am Werk und hier wie NN gesellschastlichsn Leben zieht man vor, das.Fallende zu fftyße» statt den Fall aufzuhalten, wie es das Judentum Mttiztert Und das Christentum — lehrt. Wenn wir in riMger Wermtn-tS unserer unhaltbaren sozialen Lage AnsMch auf unsere Heimat eicheben, mn sie gemeinsam mit den Arabern auMbauen, wollen gerade diejenigen, die uns Mich, MMich Unsere ungesunde wirtschaftliche Schichtung v'opzuhülteu lieben, nur den morschen Bau unseres DwsPoxadttseins niederrerßen. Unserem Wiederaufbau gegenüber verhalten sich alle Elemente feindlich und Papsttum und Bolschewismus, Franzosen und Araber usw.,' sonst die größten Gegensätze, treten.uns einmütig in den Weg. Und Wenn heute der Prophet Jeremias mit seinem Programm „niederzureißett und auszubauen" käme, auch ihn würde das Schicksal eines Landauer und eines Nathenau ereilen, denn die deutsch- und sonstnatiorwlen Zerstörer dulden keinen Diener am Ausbau und wüMchen Verständigung ebnsowenig wie die arabischen Gffendts UNd die römische Kurier Wir aber werden endlich doch, wenn nur alle spazierengehendert wertvollen Kräfte unseres Volkes zu uns heimfinden, Amalek vernichten und der Menschheit die Offenbarung des Heils bringen. . L. Moses. Zionistisches LandeskomUre f8r Oest?v« . reich. Um den einzelnen DeznksseklioNSN und Simderverb'änden die erfolgreiche Durchführung der Schekelakltvn zu ttwvglichen, wird ausnahmsweise die - Schekelpkvpagaada verlängert. Wir fordern daher alle Zionisten auf, die letzten Tagefür eine ausgiebige und intensive Schekelpro p a g a n d a auszunütze n, um das vorgeschrlebene SchehelkoMgM zur Witze zu erreichen. Einsetzung eines Preisbildimgsausschuffe». AmRch wird gemeldet! Die wechselvollen, im wesentlichen durch die jewsKige vMtarische Lage beeinflußten Vorgänge der letzten Monate auf dem Warenmärkte überhaupt und insbesondere auf dem für alle Kreise dev Bevölkerung wichtigsten Gehret der BersvvguNg mit NrtiMtt des täglichen Bedarfes haben auch Erscheinungen zutage treten lassen» die ans den sichtbar gegebenen Elementen der Preisbildung nicht erklärt werden körnten. So vollzieht sich die Preisbildung nicht Nur in räumlich getrennten Gebieten mit.gleichen oder ähnlichen wirtschaftlichen Verhältnissen durchaus nicht immer gleichartig, sondern auch an-eine-mund deMfMen Konfuntort ir-etkn auffallende Divergenzen der gleichen Waren zutage, die nicht in der Verschiedenheit der Mstchnngsbedingungen begründet sind. Dazu kommt die Tatsache, daß die internativnale Bewertung der Krone in den Warenpreisen vielfach sehr verschieden zum Ausdruck kommt. Cs.,e.WbL I sich,, daß auf gewissen Märkten urid bei-- gewissen Waren, die Preise dem sinkenden Wert der Krone sich nicht nur sofort anpassen, sondern ihm geradezu . Vorgüseilen, während eine steigende Bewertung unserer Zahlungsmittel zögernd und nicht in dollent Ausmaße bei der Preisbildung BMEstchtiguNg findet. Diese Sachlage hat die Regierung Veranlaßt, ein sachkundiges Horum zu schaffen, das sich mit diesen Vorgängen auf den Märkten ständig zu befassen haben wird. Der Bundesminister für Handel wird im Einvernehmen mit dem Bundes minister für Landwirtschaft einen Ausschuß einberufen, der diese Aufgabe zu erfüllen hat und der durch seine Zusammensetzung die Möglichkeit bietet, alle einschlägigen Fragen in ständiger Verbindung mit den betreffenden Produzenten-' und HüMerkreisen zu behandeln und auf diese auch entsprechenden Einfluß zu nehmen. Dieser Ausschuß wird aus Vertretern der Handels- und Gewerbekammern und der in Betracht kommen-, den Men Organisationen zusammengesetzt, nach den hauptsächlichsten in Betracht kommenden Branchen (Lebensmittel, Kolonialwaren, Textil- und Betteidungsartikel, Brennstoffe usw.) gegliedert sein und wird in Einzelöder GesamtkönfermM, die in kürzesten Zwischenräumen statrftMn, die Mmilige Lage Mustesten» die Folgerungen zn ziehen» und die Negierung, aber auch die in Betracht, kommenden Erwerbskretse zn beraten haben. Es stcht zu erwarten, daß diefe OMichaffon ans eine erhöhte Ordnung und — wo es ttdtfttt — auch auf eine erhöhte Gewissenhaftigkeit auf dem GebiU der Preisbildung nicht ohne Einfluß bleiben Und dazu beMgen Wird, bah dM eine Besserung der Verhältnisse Stich Wirklich zum Durchbruch ' LötttMt, Wo sie Wie Mm Beispiel bei der durch die günstig föktschttziteMn BerhauÄunge« mit den Nachbarstaaten zn evhvffeMn gesteigertm Fleischversotgung und bei anteren wichtigen Bedarfsartikeln -»'durch dw allgetneine Lage überhaupt möglich tft, - ,«.^gr K-a, iTgtttyi-n" w ~ OrhSH««S de« LrleW»ÄMtz«>ich«etz. DW Delegküphendirektion teilt mit: Vom 18. IM IM an werben die Wortgebühren für MegramM nach dem Ausland sm Ginne d«S Artikels 37, tz 6, teS ini«Mivmken Delegraphenregkements nach dem VechMniS ein Franken Mich 2000 Kronen erhöht. Weiter wird im Tölegraphenverkehr mach lDeuLschlaich, Iugvflawim, bvr Tschechv-AöwM und nach Ungarn die Gebühr für jedes Wort sineS MvöhMchen LelssgramtNes nch lob K.» eines Pveßtefegrammes mit SV K. und idle MlNdestgebühr für jedes DettgrümiN mit 1Ö0Ö K., im We- 'grammvvrkehr nach Italien, Liechtenstein und nachder Schwerz die Gebühr für jedes Gört eines gewöhnlichen DUegrammeL nit löo K.» eines PrcheiMgrsmmtzS mit ZÜK. und die Min* wsigMhr mit 1600 K. festgesetzt. IN ALLEN einschlägigen gIeschäft^n ERHÄLTLICH, 1 #' SIMMERINGER -* ESSIG -LIKÖRÄU SENFFAQRIKiN Tüu.G. MAUTNER MÄRKHOF GESELLSCHAFT MBH. WIEN XL Me «e«e« LramwaHtarise. Erhöhung um fZ PxözeuL Wie bereits bekannt, wird der Gemeiuderat am Freitag über die Erhöhung, der Straßenbahnfa hr p r eise beraten. Nach den Vorschlägen der Stvaßenbahndirektion werden die Fahrpreise durchschnittlich um 73 Prozent, erhöht und nachfolgende. Tarife beantragt werden: Tagesfahrschein 260 K. (bisher 160 K.); Vorverkaufsschein 250 K. (bisher 144 K.); Abendführschetn 360 K. (bisher 200. K.); FMlhfahrschrin 180 K. (bisher 104 K.); Nachtfayrschein 700 K. (bisher m K.); Kinderfahrschein 80 K, (bisher 20 K), im Vöwerkauf 20 K. (bisher 10 K.); ' Netzkarten: M einen Momt 32.200 K. (bisher 16.500 Kronen); für ein halbes Jahr 16l!000 K. (bisher 02.500 Kronen); ' - Wochsnkarwn 2100 K. (bisher laoo K.); StrMükarte für zwei Teilstrecken 13L00 K. (bisher 7400 K.).; Diese Mien Fahrpreise sMn bereits Mittwoch nächster Woche in Kraft Men. ' AatchPitig weddan Hie HHWeM auf^^ ben N a chLlrnien der KrasitsteNwDPktt um 100 Prozent erhöht, so daß für eine Zone 600 K.,. für zwei Zonen 1200 Ä, für drei Zonen 1600 K.» für vier und mehr Zonen 2400 K. üb Samstag dieser Mche bezahlt werden müssen.^ Gtm WsrtVsVvrftv Ki«d«vhti«stMe. In Floridsdorf leben nicht allzuviete Fußen, aber der geringe Verkehr mit den andern Huden hat. hier das Zusammengehörigkeitsgefühl ursprünglich erhalten. GewissetMtzeu weht hier Noch Kehilleluft. Und alsvor. eittigm Monaten her Plan entstand,'^eine sich selbständig erhaltende Sektion Floridsdorf des Vereines. „Jüdische'"Ktnderfreunde" mit eigener Heimstätie zu Minden, gab es hier kaM einen Juden, der sich Nicht seiner Pflicht bewußt gMesen wate. InfolgMM MM die MM KiMrhÜckstätt^ rintzr der MnäMsten BWke WiM, au hundert Schützlinge, verfügt über so schöne Malitäten M keine andere Heimstätte uw ist wohl m. besten dotierte ' s ' Tun hat die jüngste Heimstätte die Zöglinge der andmn sechs Heimstätten des Vereines vsr wenigen Tagen zum oWellen- ErWunssfest-gelMm Dem tzassungsranme des Saales entsprechend. Men vou den IW Kindern nur m kommen. Aller es kämen kaum die Hälfte der Madeuen, denn mt wenige der Kleinen stammen aus Familien, in denen man die heutigen Fahrpreise zu bezahlen vtzrNtag. Zahlreiche EhkenMsttz, darunter mehrere^ Vertreter des Hosstündes der Miustzemeinde und M- Whafi tnieressiertM jüdischen Mvvhner FlotzWKvvrfs gäben vru Rahmen-. Die kindlichen BorführunM auf m Bühne» Gesang, Danz, lebende Bilder uns DeklMMomm die von Knaben und Mädchen vier verschiedener tzestnststtm hchkitten wurden, zeigten, daß die Kinder der nMM LokalinstüMon bereits jüdischem Denken und Fühlen näher gebracht wurden UM däß es sich hier um bestes ErziehuugsMaterial handelt. Itt einem waren bst kleinen FlMdsdötftt den andern fogäk vorsusr sitz sattgett.M MusrkbeKltung. Auch in den tinmen HkimMtteU wich der Chorgesang, eifrig gepflegt, noch nirgends über vermochte. man rin MuMiftruMnt zu erstehen. Las gab für. dm. schärfer Bttckenden diesem Feste einen bittchen. BeigeMnack, daß er wieder, erkennen mußte, daß die größte. WM. ErziehünMMuftou Mstns, trotz besten Mstns. mit halbenHriietn arb.üitvt. Am tzchWe des wvhWüngenm Festes bot.Ksridsdors allen vnwMMn Kindern Ktte/vortreffüche Jaus«. FlvkWborf! Am ÄrtM MM sind «s mtr KuMe Aubtzu, ' die AuwrD für . den Nachwuchs. itzchS.BoW hegm, Mm, das grsamte jüdische D-ien, 'Mß. dem BeM, „jüdische . Kinderftinride" .HWnd beifpvinM. will öS die Gzführ UanorsiraDii ilii einer er-nsten Katastrophe des jüdischen Arzt» Hungswesens in Wien bannen! . . S. A . . ' ‘ . » Der. Verein „Jüdische K i n d e r f x c u n d e", 2. Bez^ Obere DonWstraße 91,. benötigt für manche seftrer Heimstäftetz Leiterin ne n, Helfe t (Helferinnen).. Reflektanten (-innen) wollen stch beim Heimstätten-Jnfpekkor, Herrn Direktor L. Margulies, 16. Vez., Herklotzgafse 21, täolich zwischen 8 bis 9 Uhr vormittags vorstellen. Infolge größeren Fafftmgsranmes der Spielplätze der Heimstätten des Vereines „Jüdische Kinderfreunde" ist es dem Vereine möglich, noch eine Anzahl schulpflichtiger Mädchen und Knaben anfzunehmen. Anmeldungen nehmen die Heinistätten-Leitungen täglich antzer Samstag und Sonntag von 2 bis 6 Uhr nachmittags entgegen und zwar: 2. Bez., Obere Donaustraße 91, 1 .Stock, 2. Bez., Schöngasse 2 (Volksschttke)^ 9. Bez., Grünetorgasse 7 (Mädchenschule), 6. Bez., Amerliligstraße 19 (Hof), 16. Bez., Wnrlitzergasse 11, 21. Bez., Floridsdorf, Pragerstraße. GMKdAKg des BttAdes drr rÄdifchrü Gemeittden in PrerrtzeN. Alls Berlin wird uns gemeldet: Anr 26. Juni fand im Berliner Logenhalls in Anwesenheit von ungefähr SO0 Delegierten > eine Tagung der jüdischen Gemeiüden Preußens statt. Rach der Eröffnungsrede des Vorsitzenden Geheimen Sanitätsrates Dr. Stern wurde'- die Konferenz von den Vertretern der Regierung begrüßt. Geheimrat Israel sprach namens des preußischen Kultusministeriums, Ministerialrat Dr. Kaiserberg im Namen des Reichsministeriums, der dem Wunsch der Reichs-', regierüttg Nach Begründrmg einer Reichsorganisation der deutschen Juden Ausdruck gab, Ministerialrat . Dr. Jöhlin.ger namens des preußischen Finanzministeriums. Alk Berichterstatter in der Frage der Bildung des preußischen G.e m e i n d e b u n d.e s hielt der Syndittls' der, Berliner jüdischen Gemeinde Dr. Freund eine längere Rede, in der er den durch ihn cNlsgearbeiteten Entwurf der Statuten-, des künftigen Gemeindebundes erläuterte und zur Annahnie , empfahl. Die Debatte drehte sich, im wesentlichen um die Frage der Ailtonontie der Einzelgemeinden. Die Zionisten waren Mit der vorliegenden Fassung einverstanden, da hieuach dem Landesverband die Möglichkeit gewährt war, auf die Regelung des Wahlrechtes in den EiNzelgemeinden iy demokratischem Sinne Einfluß zu nehmen. Bei der Abstimmungwurde der enttzegengesetzte Standpunkt in Fornl eines Antrages der Breslauer Gemeinde angenommen, welcher lautet: . „Die Selbständigkeit der Gemeinden in der Ordnung und Verwaltung ihrer Angejegenheiten. wird durch , die Zngehörigkeit zum Verbände nicht berührt." Darauf gab bei der AbstilüMuntz der Vertreter der VölkspSrtei und der Zionisten die Erklärung ab, daß sie an der Abstimmung nicht teilnehmett,* da die Mehrheit der Versammlung es' abgelehnt habe» den gösamtjWischen Gesichtspunkten durch eine .verfassungsmäßige Regelung des Gemeindewahlrechtes Rechnung .zü tragen.^ Nach Beendigung det Debatte beschloß die Konferenz die , Gründung des Bundes der Mischen. Gemeinden Preußens. Der Vertreter des preußischen FinanMinisterinms erklärte, das Ministerium wolle die Frage der Gubventisniernng.des netten Bundes aus Staatsmitteln schon für daß Etatsjahr 1922—1923 in Betracht ziehen. Streik Hk beu äste»«* Küche«. Seit geststn hat der Wiener Mittelstand nicht nur im bMichen, sondern. auch im wörtlichen Dinne nichts mehr zu beißen. Denn die einzige Stätte,, wö er sich dieser von . einem grausämen Gchöpftrwillm vvrgöschrieben» Migketi noch hingeben konnte, die GeAeinschüftsküche, streikt. Wieder einmal hat ein Paradies --- Marke Miegsörsätz — seine Pfor-. len hinter unglücklichen Vertriebenen geschlossen. Nur sind die dieswäl Ausgesperrten noch, viel schlechter daran, als das erste Menschmpaar. DeNN dieses NrUßte den Gärten Wtt erst nach denr Essen, dessen Apfeldessert eine so unheilvolle Wirkung HM, verlassen. Die geistigen AMttrr, die vfts tzäuptstaMMpüblikum der GeNieiuschaftsküchen bilden, werden aber züm Essen gar nicht zugelassen- Der biblische Fluch „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verzehren!" hat für diese Unglücklichen eine Mschärsung erfahren, denn sie . iMsseN dank der Hitze, dir die Jultsonue mit ganz unzeitgemäW FkeigeWeit noch lm»»r gratis verbreitet, zwar Weid-- lich schwitzen, können aber das tägliche Brot während der Schließung der.MMLinschüftsküchetl Nicht Nrehr erschwingen. Was nützk es, daß ihr Magen knurrt? Das Personal der Ge- MlnschaftSküchen tut fettet dasselbe und hat unbedingt den Mkrang." Erst muß dieses Knurren besänftigt werden, .dünn kann auch der Magen' der MittelstÜMer Wieder Crhötüng ' finden- Mali hofft, daß es morgen so weit ssin wird. Heute dürfte dsr AM nvch andauern, tza der Zentralverband der NchMelluttM erst abends zu den FoMrungen der AreikStildeN Stellltng irehmen will. Uedrigms haben einige Gemeinschaftsküchen diese Forderungen — si-e gehen ln elm ^llprvMitge Erhöhung der.Gebühren bsvetts bewilligt So wurde gestern in den zehn über gang Men verbreiteten Schwarz- MMchPi/dtE mnd iäKich 16M WMn teS intellektuellen ^Kittelstandes mit ihm warmen MÜagmbhl versorgen, gekocht und serviert. Leider wird, um die um Millionen gssfeigerte Mchrregie wenigstens teikwstse hereinzubringen, der Weiß für die MitwgstaM VM w. d. an von 700 auf 900 Kronen erhöht werten müssen. WilMiil ma M««»« j

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