Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1230 (4.7.1922)
- Date
- 1922-07-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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^Mnre'4-v^-" "Wien," DNiTkatz In Zukunft wird man sich derartige kostspielige und zeitraubende Unternehmungen vielleicht sparen können. DmH die in den letzten Tagen.eröffnete Betriebszentrale der „Transradio" in Berlin und den damit verbundenen Ausbau von Nauen ist die Möglichkeit gegeben, drahtlos Um die ganze Erde herum zu telegraphieren. Man kann also 5. B. die elektrische!:, Wellen von Nauen aussenden und sie, nachdem sic unr den Erdball herümgegangen sind, in Nauen oder in Geltow, wo sich die.Empfangsstation für Amerika befindet, wieder aüfnehmen. Die Wellen würden, um die Erde zu umkreisen, etwa eine siebente! Sekunde benötigen. Damit ist, wie der Vorstand des Lmpfängerlaboraioriurns für Großstationen der „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie", Herr Dr: Esau, in einem bei Eröffnung der Betriebszenirale gehaltenen Vortrag aussi'chrte, die Möglichkeit gegeben, den Erdumfang zu messen, beziehungsweise nachzuprüfen, ob diebisherigen Erdmessungen richtig waren. Die Geschwindigkeit der elektischen Wellen beläuft sich auf 300.000 Kilometer in der Sekunde. Diese Zahl ist durch eine ganze Reihe von Messungen festgestellt und kann als richtig angenommen werden. Im übrigen aber bieten die Einrichtungen der, neuen Betriebszenirale, beziehungsweise der Station Nauen gleichfalls die Möglichkeit, sie nachzuprüfen. Man braucht also nur die Zeit genau sestzustellen, bis die von Rollten ausgehenden Wellen dort wieder eintreffen, woraus sich dann öhneweiters die Größe des Erdumfanges ergibt. : Es sei noch hinzugefügt, daß es sich bei diesen Messungen natürlich in erster Linie um die Feststellung sehr geringer Zeitabschnitte handelt. Diese Feststellung macht jedoch angesichts der Fortschritte unserer heutigen wissenschaftlichen Präzisionstechnik keine Schwierigkeiten. Man verfügt über sogenannte „Tausendstelselundeiiuhren", die, wie schon ihr Name sagt, die Messung von Tausendsteliekundeu ermöglichen. V * Das Neueste ist ... Das Neueste ist nämlich die Oper äe Opernorchester. Die Philharmoniker lassen sich entschnldi- ^.n, sie sind zu Schiff nach Südamerika. Dort gedeiht der Kaffee, die Bananen und der Peso. Er hat zwar nicht ganz denselben Nährwert wie der Dollar, scheint jedoch von Autoritäten dennoch geschätzt zu werden. Hoffentlich hat das Orchester unserer Oper auf seiner Tour besseres Wetter als seinerzeit )as Ballett und kehrt nicht ebenso begossen, heim. . Uebrigens handelt cs sich ja nur um eine kleine Lustreise, .ein Viertcllährchen nur bleiben unsere Philharmoniker weg. Bedenkt nau, daß das Jahr bei uns im allgemeinen vier Viertel hat ind daß andere Städte überhaupt kein philharmonisches Orhester besitzen, so sieht der Wiener ohne weiteres ein, wie gut' 's ihm geht. Schließlich ist es ja gegenwärtig, im Vertrauen resagt, für die allermeisten Opernbesuchern ziemlich . gleichgültig, ob die Philharmoniker oder dis Ballettorchester den s>arsival ausführen. Denn wenn es bekannt vor altersher ist, saß Sorgen und Likör Zusammenhängen, so ist es eine Erfahrung der neuesten Zeit, daß wer Geld für eine Opernloge hat, zumeist nichts von Musik versteht, und lver etwas von Nusik versteht, zumeist kein Geld hat. Und so wünscht der;eistige Arbeiter, ohne bösen Hintergedanken, den . wackeren Künstlern: Meeresstille und glückliche Fahrt. Das philharnonische Orchester ist' für uns in Rio de Janairo schließlich >ch nicht weiter und unerreichbarer als am Opernring. Kater Murr. * Eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe. Aus N elost ork wird gemeldet: Auf der Strecke Philadelphia-Reading -reignete sich bei der Abzweigung von Winslöw ein schweres kisenbahnunglück. Ein Schnellzug fuhr mit einer. Geschwindigfctt von 110 Kilometer auf ein Rangiergeleise und stieß mit inem Güterzug zusammen. Der Zug stürzte züm Teil die Söschung hinab. Die bisher bekannt gewordene Zahl der Toten -eläuft sich auf neun, dauntcr befinden sich der Heizer und -der tokomotidführer. 76 Schwerverletzte wurden ins Spital transwrtiert. * Faszistenumtriebe. Aus Triest wird gemeldet, daß die saszisten den Kulturklub und dessen Bibliothek in Brand gesetzt haben. * Prüfung au der Talmudschule der israelitischen Kultusemeinde. In Anwesenheit vieler geladener Gaste fand Sonntag!en 18. Juni die Jahrespriifung an der- Talmudschule der sraelitischen Kultusgemeinde statt, die ein glänzendes Resultat rgab. Die Schüler der unteren Abteilung trugen die Ordnung Seraim der Friedmannschen Mischna-Ausgabe mit den dazu gehörigen Bibelstellen fast auswendig vor, und die der oberen lbteilnng beherrschten selbst die schwierigsten und verwickeltsten -lalmudpartien. Diese Schule ist die einzige der Kultusgeaeinde,. in der Talmud vom Lektor Dr. S. RuÜi« in ioderncm Sinne vorgetragen wird. Der Unterricht ist un- -n igelt lieh, der Einschreibungstermin für das nächste rchuljahr wird nach den Ferien bekanntgegeben werden, doch vnnen schriftliche Anmeldungen schon jetzt an die Adresse des -ektors Dr. S. Rubin, 2. Bez., Schüttelstraße 15, gerichtet Derben. ' * Die Warschauer antisemitischen Studenten. Aus Warhou wird uns gemeldet: In den letzten Tagen ereigneten sich rehrere Ueberfälle, die polnische Hochschüler auf Wünsche Spaziergänger in den Läzienki (Stadtparkanigen) veranstalteten Hülischc Passanten wurden von den üudemen mit Slockhirocn aus den Parkanlagen vertrieben, mbei weder Frauen noch Kinder verschont wurden. Die Poli- 'i- und Wachorgane verhielten sich ganz teilnahmslos. * Arabische Handschriften für dir vatikanische Bibliothek, sor einigen Tagen empfing der Papst in der vatikanischen nblidthek eine vom Senator B e l t r a m i geführte italienische, deputation, welche ihm 180 arabische Codices als Ge-' henk überreichte. Es handelt sich um Werke aus dem Jemen, us einer Gegend, die bislser in der vatikanischen Bibliothek rcht vertreten war. Etliche davon repräsentieren einen sehr be- 'utenden Wert. Durch diese Schenkung wird die orientalische Dtettung der vatikanischen Bivliocher^-beträchtlich! hyMichert^ sie umfaßt heute Ungefähr 1260 orientalische Codices» darunter Hräische, tyoMc, koptische, armenische, famaritanlsche und Mittkilinigeik ütts dkm PnblikuÄ. llegiM lauker Oskar Schwalb Dubowica a. Wojnilow Wien empfehlen sich als Verlobte mi Herzlichste Gratulation Fräulein Basia Bloch und Herrn Salofoon Lö\Venstein anlässlich ihrer Verlobung G49s Bninalry Tsnek und Ssyjko Herr nnd Freu BernM »ander, ged. Mnonn zeigen die glückliche Geburt eines kräftigen J u n g e n an . Wien, im Juni. 1922 ' oq»i * Uebersiedlunz des städtischen Armenamtes. Tie Magistratsabteilung 9 (geschlossene Armenpflege, städtische Humanitätsanstalten) amtiert seit 1. Juli in Wien, 1. Bez., Rathausstraße 9, 2. Stock (ehemaliges niederösterreichisches Landeseisenbahnamt), Fernsprecher 19.901, 16,514, 16,418 und ■■12.248, Vorstand: Obermagistratsrat Hofer, Stellvertreter: Magistratsrat Dr. Karner. * Der Rechnungsstempel. 5n dem neuen Siempelgeseh wird sejlgelegt, daß der Verkäufer dm Rechnuiigsstempcl dem Käufer uufzurrchnen berechtigt ist. Auch die Stempeldelräge werden wesentlich erhöht. Rechnungen über einen Forderungsbetrag .bis lOOO. K. .sind slempelfrei und betragen von 1000 K. bis ‘l-OiCCO ß; 10 K., von 10.000 bis. 60.000 K. 100 K.. von 50.000 bis 10.1.000 K. 200 K., von 100.000. bis 2,000.000 K.. 400 K. und über 2,000.000 K. 1000 K. Die Etempelgebühr-für Zeugnisse für Gehilfen und Lehrlinge beträgt 2P K. * Offene Stelle.Das jüdische Waisenhaus in Lodz sucht einen Leiter. In Betracht kommt ein energischer, gebildeter und reUgiös-trac-irioneller Mann, Kenntnis des Hebräischen und Polnischen Bedingung. Offerten mit Zeugnisabschriften sind an das' P a l ä st i y a - A m r, Wien, 1. Bez., Bauernmarkt 24, zu rich len. * Die Höflichkeit der Chauffeure. Nicht nur in Wien, auch in Paris treiben die Automobilwildlinge ihr Unwesen so stark, daß sich'zu ihrer Bekämpfung eine Höflichkeitsliga bildere, die 'cs sich zur Aufgabe stellte, die Chauffeure wieder an gesiiteiere Höslichkeitsformen zu gewöhnen. Seit einigen Jahren erklärte der Präsident der Liga in seiner „Proklamation" l -- macht sich die Roheit und Grobheit aus dem Auto breit. Die : Mitglieder der Liga tragen ein Abzeichen, aus welchem bloß die Worte stehen:'„Sei höflich!" Außerdem m.uß jedes Mitglied vor seiner Ausnahme eine Erklärung unterschreiben, die die'folgenden Punkte enthält: 1. Ich. anerkenne es, daß ich, ob-; wohl ich aus.einem Automobil sitze, nichtder Herrgott der Straßen bin. 2. Jedes Lebewesen, selbst das Tier, hat das Rechtauf der Straße zu gehen. 3. Ich verspreche, mich nie-' mals-dessen zu rühmen, daß ich mit dieser oder jener Ge- ’ schwinöigkeit dahingerast bin. 4. Schnell dahinzusausen, ist keine ■ Kunst; aber so rasch zu fahren, daß wir dadurch ^niemandes . körperliche Sicherheit gefährden, ist Wohl eine Kunst. 6. Es ist nicht wahrscheinlich, daß jeder Chauffeur gleichzeitig ein Gentleman ist, Aber von jedem Gentleman wird erwartet,^ daß er. auch auf dem Automobil ein Gentleman bleibe. 6. Vergiß nicht, daß auch du, bevor du dich auf das Automobil ■setztest,, zu Fuß gegangen bist. 7. Vergiß auch nicht, daß du, wenn du vom. Auto heruntersteigst, wieder zu Fuß gehen wirst. Es gibt viele Skeptiker, die nicht daran glauben wollen, daß die Liga große Erfolge erzielen werde. Eine energische Polizei wird - Wohl mehr ausrichten. * Das selbständige Tel Awiw. Die Verwaltung-der jüdischen Stadt Tel Awiw bei Jaffa hat beschlossen, in-diesem Jahre die erste städtische Schule in Palästina aus den Dt i: t c I n der Stadt zu bauen, ebenso die erste Stadtbibliothek nach modemem Muster einzurichten. — Tel?lwiw ist die erste jüdische Gemeinde, die darangeht, ihre kulturellen Bedürfnisse völlig aus eigenen Mitteln durch Belastung der Steuerzahler zu befriedigen. * Ein jüdischer Antizionist in Palästina. Das Jerusalemer hebräische Tagblait „Doar Ha;om", d48 sicherlich nicht der allzu starken Zionistenfreündlichkeit verdächtigt werden kann, meldet, daß vor kurzem der Redakteur des offiziellen Organs der arabischen Delegation „Al Sybah"'in Begleitung des Juden Alter Weinberg in Nablus (Sichem) erschien und dort eine'Bcrsamlung des rnoslemitisch-christlichen Klubs veranstaltete, in welcher er den Weinberg als einen jüdischen Gelehrten, Aräberfreund und enthusiastischen Kämpfer gegen den Zionismus vorstellle. Weinberg, hielt hierauf eine förmliche Hetzrede gegen oen Zionismus und die Zionisten. Der Tenor seiner Rede war so gemein, daß seine Zuhörer Verdacht schöpften und ihrem Mißtrauen Ausdruck gaven. Weinberg stellte die Behauptung auf, daß der gegenseitige Haß ustd dieDeilldschaft zwischen Juden und Arabern bis auf die Zeit des Patriarchen Abrahams zurückreichc, da dieser deir Urvaterder Araber, Jsmael, aus dem Hause jagte. Als er in diesem Sinne zu sprechen jortsuhr, wurde er von den Anwesenden mit Entrüstung nitterürochen. Es entstand ein Tumult und man ries Weinberg zu: „Schande! Nieder mit dem Verräter! Feigling! 'Verräter! Wahrscheinlich haben die Zionisten dir ihre Unterstützung entzogen und nun kommst du zu uns, weil du glaubst, von uns mehr Geld zu bekommen als . von den Zionisten!" Weinberg wurde schließlich ans dem Saale hinausgejagt.' — Sownt bör Berich: des „Doar Hajom". Es überrascht nicht weiter, wenn mau erfährt, daß Weinberg vor etwa zehn Moli uen w:gcn^ Mißhandlung seiner Ftau. und wegen Verleumdung mehrerLr angesehsner' Personen zu sechs - Monaten Gefängnis verurteil! wur.^ --Die Verräter bleiben sich überall gleich, ob sie nun Holloli-Holländer heißen und in Budapest. ihr schmutziges Handwerk betreiben oder Alter Weinberg und das. Land unserer Zukunft verunreinigen. , * Anerkennung per jüdischen Sprache in Weißrußland. Witebsk wurde bei einer Konferenz der Delegicrteji der jüdischen Arbeiterparteien festgestellt, daß in Weißrußland die . - ÄdttM<-Mrachß:E...Wntlichey:.:LehM>-alS^yss.izielle ■ .Stagts-..,, sMche Bel den . Gerichten' zügelässeji ist'ünd Wjüdische Ein-^ -jjätfen vöü' Regierungsstellen in jüdischer-Sv''ach5 kdätttw'drh'' ■; ^.Herder» ’j:Aw.. ■“■■"' •*. sim m „ -j—-;—l____-r * AmunSfsns NorOpErrhir!. Wie aus Rom durch FuW ■ spruch aemeldet wird, ist Amunösen Sonntag von Alaska M einem Fluazeug aufgessiegen, um öen Nordpol zu erreich.'». i 8!f Der Ehering. In' England war bisher Sic ZeremoirU des Riugwechsels nicht üblich, nur der Bräutigam steckte der Braut den einfachen goldenen Reifen an den Finger, er bekam keinen Ning.^ Nun wünschen aber die Frauen, daß auch bi< Männer bei jeder Gelegenheit den Ausweis ihrer Gebnndenheii an-der Hand tragen. Die Leserinnen aller englischen Zeitungen bestürmen die Redaktionen mit der Forderung, daß das Tragen des Eheringes für den Mann obligatorisch werden müsse. * KriegsslüchMKKe, Sie nach Galizistt heimKehroti wolleir. Nr. 591 bis 620 wollen sich am Dienstag den 4. Nr. 621 bis 650 Mittwoch den 5. d., Nr. 651 bis 680 Donners« lag den 6. d. lind Nr.. 681 bis 710 Freilag den 7. d., alle in der Zeit von Voll bis '/«!■ vormittags im Bureau derDelegalio» des jüdischen Nationalrates für Ostgaiizien, II. Taborstraße 20 melden. Die Nummer, sämlllche Personalvokumente» Melde« zeltel, Geburlschein, Keimatschein. Trauungschein, Opiionsbescheidj evenluell Pässe usw., ferner je zwei Bilder pro Person über 14 Jahren, sind unbedingt milzubringem * Einer, dem zu — kalt ist'. In. Margareten erregte ge^ ftern eilt Mann durch sein sonderbares Gehaben großes Ausi sehen und Verwunderung. Auf offener Sttaße zündete er aus verschiedenen Dingen ein großes Feuer an. Neugierig, sammelten sich um ihn nt großer Zahl an und schließlich schriti Sicherheit wache ein und brachte den Mann zum Amte. Ci gab an, Manuel Bazecco Curtis zu heißen, und aus Havam nah auf Cuba zu stammen. Das Feuer will er sich aus den Grunde angezündet haben, weil ihm zu -- ffalt war. Der Mann hatte gar keine Ausweispapiere bei sich and wurde den Sicherheitsbüreau übergeben. * Ern vermißter Schauspieler. Der Wiener Schauspieles Otto Golda fuhr am 29. Mai nach Mavienbad. Von dori kam eine Karte, worin er seiner Frau mrtteilte, daß er ers! am Dienstag den 30. Mai kommen werde..Das war das letzti Lebenszeichen für seine Familie. Herr Golda ist bis heute nock nicht nach Hause znrückgekehrt und gibt keine Nachricht, trotzt deni in den tschechisechn Zeitungen schon ein Auftuf erschieneil ist. Seine Frau, die, erkrankt und jeder Mittel entblößt, mit zwei Kindern, von denen das jüngste erst sechs Wochen alj ist, schutzlos dem größten Elend in der Fremde preisgegebeil ist, bittet alle, die ihr über den Aufenthalt ihres Gatten Mib tcilung machen könnten, oder ihn gesehen oder gesprocheis haben, um gütige Verständigung an die Adresse: Frau Flor« Golda, Eger, Langegasse 29, oder Wien, 7. Bez., Mariahilferi straße 82, 3. Hof, Bildhaueratelier. r-1 W’Cl * Betrügerische WarenmaniPulationen. Am 1. d. erj stattete der Kaufmann Ladislaus Fritz im Sicherheitsburcap eine Strafanzeige wegen' Betruges unb Veruntreuung gegen den 37jährigen Firmenvertreter Leopold Hermann, einem ungarischen Staatsbürger. Ngch der Anzeige hatte Hermann von Fritz den Auftrag übernommen, 338 Meter Stoff 'im Wertt von 4,200.000 K .von Wien nach Budapest zu nehmen und bei Firma Böhm u. Bleier in Kommission zu übergeben. Hierfür sollte er 30 Prozent des Reingewinnes erhalten. Hermann versprach die Ansführung des Auftrages, kam, aber nach einiges Zeit mit der Behauptung zurück, daß die Firma die Wäre nicht übrrnommen uüo daß er-sie deshalb einer anderen Vudapefter Firma in Kommission gegeben habe. Nachträglich erfuhr Hert Fritz, daß die Angabe, die Firma Böhm u. -Bleier habe die Ware nicht übernehmen wollen, unrichtig war. Fritz fuhr mit -Hermann selbst nach Budapest, um nach dem Rechten zu sehen: Schon auf der Reise gestand Hermann, daß er einen Teil dei Wgre verkauft und den Rest versetzt hat. In Budapest stellte Hehr Fritz fest, daß Hermann im ganzen für die Stoffe 260M) ungarische Kronen bekommen! und auf dem Turf bei deutende Summen verspielt-hat. Herr Fritz hat noch in Buda-i' Pest die Strafanzeige erstattet. Hermann gab Herrn Fritz de» Betrug und die Veruntreuung zu, wußte ihn aber zu bestimmen, sich mit einer unterschriebenen Erklärung zufriedß« zu geben, in der er sich bereit erklärte, den mit.zwei MiillonW bemessenen Schaden innerhalb eines Jahres in Raten zurückznzahlen. Auf Grund dieser Erklärung wurde Hermann auf freien Fuß gesetzt. Unmittelbar danach ist er aber aus Budapest verschwunden. Der Gerichtshof in Budapest erließ gegen ihn einen Haftbefehl, aus Grund, dessen Hermann am 1 d. hier verhaftet wurde. Bei seinem Ver.yor bezeichüete er dir Sache als eine zivilrechtliche, da er die Ware nicht in Kommission genommen, sondern einfach gekauft und weiterverkauft habe. i * AmNicher TSükSerSsrichl. In Oeslerreich war es überall schön. Die Temperakur stieg stark an. in Tirol über SO Grad,! und blieb in Wien nicht viel darunter. Da an der Rückseite eines; Tiefs über England bereits kalte Winde einströmen, ist in den nächsten Tagen bei uns mit einer Störung des Schönwstters zu! rechnen. — Voraussage: Zunächst noch Schönwetter, sehr warm,! lokale Gewitlerneigung. 1 •-vj * Soseher-Selchwarrn. Schönfeld. Fellner L Co., - Kaidgasse 5, täglich frisch. Ehaluzim Rabatt. . ' -- - LMMKK Vereine, Vortrüge und Versammlüngen. Urania. Leute, 5 Uhr (Großer Saal): Wild-Afrika. l/s8 Uhr (Großer Saal): Elsa. Berta und Martha Wiesenti)^..^ Kämmer-Tanzabend. — V28 Uhr (Kleiner Saal): Det Großglockner und sein Gebiet. V-S Uhr (Kurssaal).: Oberrechnungsrat Robert Baller: Einführung in die photographische Praxis. V. — %8 Uhr (Klubsaal)Dr. Aichärd K.ö r n: Charakter und Intelligenz. lV. . :~py-■■■■;*/;/;“ . Durch den Sud an. Dieser neue' Uräniastlm mit Lichtbildern und Musik wird Freitag den 7. d.. 8 Uhr abends,! ,m Großen Saale der Urania vorgesührt. Begleitung:, dass Urania-Orchester. , ■] Verein V 0 l k s h e i m. Freitag den 7. Juli, 7 Itfir; abends, findet int Ottakringer Volksyeim» XVI.,, Küflerpark 7,| eine außerordentliche Hauptversammlung des Vereins Volksheim' statt. Tagesordnung: Festsetzung desMitgliedsbestrages für Ernährung. Die Lebensmittelmiirkts. 'In der'Großmarkthalle war gestern, wie gewöhnlich an I . Montag, der Verkehr-ganz belanglos. Die Preifä blieben, geges - den letzten Markttag ünverändert hoch. AuSgabe neuer Lebensmitlelgutfcheine. Der Atagistraj gibt gekannt, daß iiisylg^Herlängerurig.des MbäugesetzeZ Vvx- "f' läusigneue Lebensmittelgutscheine mit der Gültigkeitsdauer "W*/' 1. 'bis Juli ' '' ' ' 1.,. '! 1.- ' ' ' ,',y ['■ ' 1" * . '-•« .. .. . r-