Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1230 (4.7.1922)
- Date
- 1922-07-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ffi,~TS5ü i.; .Wien, -7^-7ag Mstznev Moi^eWers«M. Missionen wurden angewiesen, die Gutscheine <m Mittwoch den 8<d. vormittags im zuständigen magistratischen Bezirksamt zu beheben t-.-.d am 5., 6. und 7. -. während der gewöhnlichen Dienststunden -in der bisherigen Weise an die Bezugsberechtigten auszugeben. Die, bezugsberechtigten Anstalten'erhalten die Gutscheine am Mittwoch den 6. d. während der gewöhnlichen Dienststnnden Lei der zuständigen Bezirksabbaukommission. . Bühne Md K«st. Moisfi-Rummel. ^West-östlicher Abend" im großen Konzerthaussaal Dieser „West-östliche Abend" war ein fragwürdiger Genuß. - Erledigen wir zunächst die äußeren Umstände. Vor allem, ein Elnwand, der wohl nicht nur für diesen Vorlesenden gilt, aber bei einem Künstler vom Range Alexander Moissis doppelt schwer wiegt: Es ist unkünstlerisch, in einem riesigen Saale. vorzulesen. Ein Rhapsode, etwa Wüllner, der das Publikum freistehend anspricht, darf diesen Saal benützen.. Ein Vorles e nd e r.niemals. Auch wenn er Moissi heißt. Und schon gar nicht, wenn er teifsinnige chinesische Weisheitssprüche und zarteste östliche Lyrik vorträgt. Vorlesen heißt, einen engen Kreis von Znhörenden um sich scharen, ihn um diesen Tisch mit der Stehlampe und dem geöffneten Buche so dicht versammeln, und so an das gelesene Werk fesseln, daß lautere Atemzüge vernehmlich werden. Eine feine Kunst! Wer sie übt, muß allerdings auf Massenpublikum und Masseneinkunfte verzichten . .. Und dieses von der Moissi-Mode gepackte Publikum! Wir werden uns kein Blatt vor den Mund nehmen: Es ist ein Stück Judmsrage. Ein stets wachsendes Rudel halbwüchsiger Mädchen, fast durchaus Jüdinnen, quietscht, stampft, kreischt, gröhlt, taucht vor Beginn und in den Zwischenpausen am Podium auf, nicht bloß aus Kunstbegeisterung, sondern vor allem aus Wichtigtuerei, ist recht sehr beflissen, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, während Briefchen und Blumensträuße um das Pult des vergötterten Meisters arrangiert werden, stürmt ihm nach, wenn er abgeht, vertritt ihm den Ausgang, heftet sich an seine Sohlen und Hosen — alles mit einem Heidenlärm und mit einer — das Wort ist scharf, aber gerecht — mit einer schamlosen Aufdringlichkeit. (Im Deutschen Wolkstheater gchts" nicht besser zu. Nach dem letzten Fallen des Vorhangs müssen die Sitzauweiser die schlecht erzogenen Krawallmacher vom Vorstürmen zur Rampe mit Gewalt zurückhalten.) - Ein Stück Judenfrage! Väter und M-ütter, die solches dulden oder gar mit Vergnügen ansehen, verdienen jene Hand- gräflichen Zurechtweisungen, die sie ihren Lieblingen rechtzeitig zuteil werden zu lassen, verabsäumt hüben. Moissi selbst, der mit sympathischer Zurückhaltung diesem' widerlichen Trubel standhält, ist gleichwohl nicht ganz schuldlos. Er hat doch ein waches, soziales Gewissen. Warum nimmt' er die sündhaft teuren, ungezählten Blumenspenden entgegen, warum habt er vom Erdboden auf, was ein Fratz mit Seiden-, strümpfen und mit ondulierten Haaren aufs Podium geworfen hat? Er verweigere die Annahme von Blumenspenden, und ■ veranlasse die Verzückten, die für solche Ausgaben bestimmten ansehnlichen Summen wohltätigen Zwecken zuzusiihren. Haben bloß diese unerquicklichen äußeren Umstände den Genuß geimndert? Auch wenn sie ausgeblieben wären, hätte dieser Moissi-Abend enttäuscht. Das Programm entsprach nicht durchaus dem prätentiösen Titel und trotz des mechanisch einschenden Beifallsttubeks blieb mitunter jede Wirkung aus. Bloß einige Stellen, vielmehr Bruchstellen, zeigten Moissis sonst auch von uns bewunderte Meisterschaft. Als er aus dem Buche Hiob las, gelang ihm ganz außerordentlich das Crescendo, in welchem er die Hiobsbotschaften vermittelte. Ueberaus fesselnd und geistvoll war der Vortrag Shakespearscher Narrcnmonologie, mit prachtvollem Humor brachte er eine Satyre Meyrinks, berückend süß — vielleicht zu süß — sprach c-v. Beer-Hosfmanns „Schlaflied für Mirjam".; O. A. Aus den Theatern. In der Volksoper gelangt, heute. Johann Strauß', „Eine Nacht in Venedig" nnt den Gästen Fritz Schön-' hoff, I. Gnttmann und Franz Jentsch zur ersten Wiederholung. Dirigent Herr Kuvmann a. G. — Morgen wird Gounods „Faust" mit Herrn Sigisnwndo Saleschi-als Gast als Mephisto gegeben, während Herr Airton.Ludwig.'vom Nationaltheater in München in dieser Aufführung'sein 'Gastspiel als Faust fortsetzt. ' . . Jnl Deutschen V o l k s th e a t c r verabschiedet sich heute Alexander-Mo iss i als Fedja in Tolstois Drama „Der 1 c b c u d e L e i ch n a m". Mit. dieser Vorstellung schließt die Spielzeit. . Wie die Direktion der K a m merspiele mitieilt, ist laut behördlicher Verfügung. der Eintritt in die. Vorstellung „Abeir teuer in Marokko" ünd . zur Nachtvorstellung Jugendlichen uuicr 16 Jahren verboten. .Im W i est e r. Ko m ö d i c n h a n s gelailgt die' erfolg- 'relche^GesangsPosse „Schümmel macht alles" mit Otto. Glaser in der Titelrolle und Viktor Flemmrüg,' Trude Traubert, Hans Steiner.allabendlich halb 8 Uhr zur Aufführung. In der Freitag im Johann Strauß-Theater stattsindendcn Erstalrffü-hrn.ug der Operette „I h.rc Hoheit --die T ä n z -e-r i n" singt Herr Georg Kober vom Landestheater in Prag die Tenorpartie. - : . . Volksoper. Wie im Vorjahre Johann Strauß' „Karneval In Roill", so errang auch seine „Nacht in Venedig" in der Volksoper einen lebhaften Erfolg. Man merkt.den reizvollen Melodien nicht'.ah, däß stie vierzig Jahre.,alt geworden sind; ihr pikanter Rhythmus Ihre duftige Instrumentation , erschimmern noch immer im Glanze der Jugend. Um so rascher ist das Textbuch gepltdrt, es bedarf dringend einer. Neubearbeitung, vor allem einer Ausmerzung derödesten Plattheiten. Die Ausführung vereinigte eine Fülle schöner Stimmen, wir erwähnen besonders die Damen Wagschal, Attler und Gelter, die Herren Äuttmann, Jentsch, Schönhoff und Fälbl. Weniger gelungen war die Szene: Man brachte die Operette als „komische 'Oper", betonte das Opernmäßige, und vernachlässigte das Komische. Auch vermißte man geeignete Bühnenbilder. So. sah man wohl im Hintergrund den Marknsplah, aber die vcnetianische Nächtstimmung blieb aus, dazu fehlten vor allem die farbenfrohen Bilder und Kostüme, die sich die Volksoper heute nicht mehr leisten kann, dazu fehlt das frohe Karnevalstreibeu, dessen Entfaltung durch die Enge der Bühne gehindert wurde. So hielt man.sich an den blühenden Melodien schadlos, die. an Zahl und Gewicht Baustoff für mehrere moderne Operetten abzugeben vermöchten. Verein „Freie Jüdische Volksbühne". Die Konstituierende Vorstandssitzung findet Mittwoch den 5. d. um 8 Uhr abends nn Cafe Rembrandt, 2. Bez., Untere Augartenstraße Nr. 11, statt. Die neugewählt.en Vorstandsmitglieder wollen pünktlich und vollzählig erscheinen. Wichtige Tagesordnung! — In den Monaten Juli und August wird im Bereinssekretariat, 2. Bez., Untere Augartenstraße 11 (Cafe Rembrandt, Telephon Nr. 40.331), an Wochentagen von 7 bis 8 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr vormittags amtiert. Zwecks Vermeidung von Rückständen zu Beginn -der - neuen Spielfaisön im Monate September wird um pünktliche Entrichtung der Mitgl-iedsbeiträge pro Juli und August ersucht. Die Entrichtung der Beiträge und Neuaufnahmen erfolgen im Vcreinssekretar-iate. Die Zahlstellen sind während der Ferialmonate geschlossen. ' Eine Griinstld-Feler tm Leopoldstädter Tempel. Samstag dm 1. d. fand tm großen Leopoldstädter Tempel eine Feier für Professor Alfred Grünfeld, um deren Gelingen sich Inspektor Max Schwager sehr verdient gemacht hat,, statt. Erschienen waren: der Präsident der Kultusgemeinde, Universitätsprofessor Alois Pick, mit anderen Vertretern des Kultus-- Vorstandes, der Bethausvorstand unter Führung des Präsidenten Anton Beck, der erste Sekretär Dr. Emil Adler, in Vertretung des Polizeipräsidenten Schober der Bezirksleiter Hosrat Dr. Ramach, eine große Anzahl von Künstlern, Schrift-, stellern und Großindustriellen. Im festlich geschmückten Tempel hielt Rabbiner Dr. Grunwald an den Jubilar eine Ansprache und Oberkantor Morgenstern trug mit dem verstärk--, teu Chor einen Festpsalm vor. Im gleichfalls geschmackvoll dekorierten Zeremonienfaal wurde der Gefeierte vom Präsidenten. Dr. Pick im Namen der.Kultasgemeinde und vom Präsidenten. Beck für den Bethausvorstand beglückwünscht. Hieran reihten sich als Redner Rechtsanwalt Dr. Cd. Thaler -für den neu gegründeten Alfred Grünfeld-Fonds, Prof. Josef' Sulzer und Präs. Löwit für den Kantorenverein und Dramatiker Dr. Hans Müller im Namen der' Freunde des Jubilars. . •; ' Briefe Hans Thomas. Dev greise deutsche Maler Hans Thoma, der gegenwärtig im 84. Lebensjahre steht, hat anläßlich der großen Thomü-Ausstellung. in der Berliner Nationalgalerie einige Briefe geschrieben, die im jüngsten Heft des „Kunstwanderers" veröffentlicht sind. Bemerkenswerte Dokumente sind diese Briefe, die zeigen, wie weitab der greise Künstler vom Hurra-Nationalismus entfernt ist. Grell stechen seine Bekenntnisse just im gegenwärtigen Augenblick von dem nationalistischen Treiben in Deutschland ab, das auch aus gewisie Künstkreise abgefarvt hat. „Wie gern hätte ich Ihnen," schreibt er an Ludwig Justr, den Veranstalter der Ausstellung, „mündlich gedankt, dafür, daß Ihre Stellrmg im schönen Reich der Kunst es Ihnen ermöglicht hat, ein Stück echtes Wesen deutscher Kunst zur rechten Zeit, wo wir cs brauchen, an das Licht des Tages zu bringen — Verborgenes aufzufinden, es der Welt zu zeigen; unseren Feinden damit zu sagen: nicht nur so, wie Ihr uns schildert, ist unser Volk, sondern es war seit Lebensaltern ein still bescheiden kunstsinnig Volk. Der geistige Grundzug unseres Wesens wird wohl auch in Zukunft so bleiben — man könnte diesen Grundzug Stille nennen, hinter welcher, sich selber fast unbewußt, schöpferische Kraft steckt — verhaltene Stärke. Mjjge man nun -die deutsche Kunst klein nennen und beschränkt finden, wir wollen ste erkennen und wollen anerkennen, daß sie, ob klein, ob groß, unsere Kunst ist, aus der -Tiefe der geheimen Volksseele hervorgeht und daß sie ihren Zweck erfüllt, wenn sie, als bescheidene Dienerin, die Vermittlerin zwischen Seele und Seele wird.. Wenn sie somit sichJelbst' versteht, so halte ich es nicht für unmöglich, daß sie die Verbindung zwischen sich fremden Volksseelen herske'lH unb so als eine Art von. Fricdense n g e t d ür ch die zerklüftete Welt .wand er t." Interessant ist auch folgende Stelle aus einem Briefe an Minister Boelitz: „Wenn man dieser Sammlung eine Benennung beilegen will, welche so ungefähr ihr'Wesen bezeichnen soll, so scheint es mir, däß keiner der gangbaren Kunstpärteinamen dazu passen will und in meiner.^ungewöhnlich langen Schasfenszeit nie dazu passen wollte, so daß in der .Mitte der Siebzigerjahre mich - ein berühmter Münchner Kritiker den nicht talentlosen Erfinder der sozialdemokratischen Malerei nanuie, besten Bilder an Häßlichkeit mit den Altdeutschest'und mit dem Franzosen Courbet wetteiferten. Mit Politik hatten und haben meine Bilder nichts zu tun. Und weil ich auch nie daran dachte,, „deutsche" Bilder ßu machest, gerade deshalb glaube ich, daß man m ein k ü n st l e risched Schaffen unbedenklich - p'e st't sich n e n n e n k a mt. Meiste Bilder kamen.-arch' dem Zwang.einer deutschen Seele hervor — das ist das Band, das ihre Vielgestaltigkeit zu' einer Einheit verbindet.'.Wenn nun ein Künstler, der durch Jahrzehnte hindurch abseits und in der - 4. Juki 1922 Seite 5 Stille verborgenen Schaffens das Gefühl gewonnen hat, daß auch! er in seiner Stille int harmlosen Schaffen etwas beigetragcni hat zur Erkenntnis echten deutschen Wesens, darf er sich schon diesem Frohgefühl ein wenig hingebcu. Besonders wenn er 83 Jahre überschrittett hat, wo Fröhgesühl nicht mehr in Hochmul übergehen kann. Seit das Unglück über Deutschland hereingebrochett ist und auf ihrn lastet, habert wir uns gewöhnt zu sagen: Armes Deutschland! Aber wir wollen doch auch wieder hie und da aufschauen, da werden wir sehen, daß man das deutsche. Bolk auch „reich-' nennen kann an edlen Gütern, die kein Feind uns nehmen kann/' ' GerichtssaaL. Der Wiener KomMUNistenprozetz. Wie wir bereits itt der gestrigen Mittagsansgabe der „Wiener Morgenzeitung" berichtet, hat gestern vor den Wie-! ner Geschworenen der Preßprozeß gegen fünf führende Kom-! ntunisten begonnen, denen eine Verherrlichung der Exzesse vom 1. Deyember 1921 zur Last gelegt wird. Nach Verlesung fcw Anklageschrift begann das Verhör. Der Sekretär der Kommunistischen Partei, Herr To mann, erklärte, das Gericht, das ein Klassengericht sei, nicht anzuerkennen. Cr habe die in der „Roten Fahne" erschienenen Artikel, die den Gegenstand der Anklage bilden, nicht gelesen, übernehme aber die Verantwortung. Er gibt dünn eine Darstellung seiner politischen Meinungen und fuhrt im Wesen aus: Als nach dem Zusammenbruch der Habsburger davongejagt wurde, glaubten die heimkehrenden Proletarier, daß nun die Freiheit komme, doch es änderte sich nur die Firma, nichtz das System. Hieß es früher f. f, Monarchie mit einem Habsburger an der Spitze und jetzt demokratische Republik mit einem Renner öder Seitz an der Spitze, das. System dewAusbeutung des Proletariats blieb dasselbe, die Macht des Kapitalismus würde eher noch größer, aus dem Proletariat will man jetzt sogar noch einen größeren Mehrp'röfit herausschlagen und dabei lebt dieses Proletariat unter noch schlechteren, ökonomischen Bedingungen und die sozialdemokratischen Führer haben die Macht der Bourgeoisie, die früher ganz Ms dem Boden lag, neu gestärkt, so daß schließlich ein Seipel die starke Hand spielen und gemeinsam mit den sozialdemokratischen Führern das Proletariat weiterhin betrügen kann. Der Angeklagte bespricht dann die Haltung der sozialdemokratischen Parier und sogt, daß sie einen Pakt mit der Bourgeoisregierung geschlossen habe und zugebe, daß alle L e b e n s m i t t e l i n s Ungeheure steigen Eine Folge davon war der 1.. Dezember; die Plünderungen waren eine, spontane Auflehnung des Proletariats gegen die ungeheure Teuerung. Wir geben zu, daß wir alle Mittel qnwenden. werden, um diesen untauglichen Staat zu beseitigen. Der Angeklagte erklärt dann in leidenschaftlichen Worten: „Die Staatsanwaltschaft hat mich einer Menge Verbrechen angeklagt. Es wundert mich sehr, daß an meiner und meiner Genossen Stelle nicht andere Personen stehen, die an der Aufhetzung, Verhetzung und Störung der öffenlichen Ruhe wirklich schuld tragen. Das sind die.Chefredakteure der kapitalistischen Zeitungen, die durch Veröffentlichung, der Bankausweise und durch die Profite -der Banken, die Aufreizung gegenüber der Bevölkerung besorgen. Dann -die .Bqnkdi.reftoren, die Fabriksdirektoren und. die Aktionäre, die. irgendw,o ihrett Som-! meraufenihali verbringen, alle diese Leute, die das Produktionssystem in ihren Händen vereinigen, die den Kronenpreis und Brotpreis bestimmen und die auch die Möglichkeit haben, über die Arbeiterschaft frei zu verfügen. Alles das sind Lettte, die nicht nur die Verhetzung der Massen besorgen durch ihre Haltung, sondern auch die Zugrunderichtung des Poletariats betreiben." . ' . , In diesem Tone spricht Tomann, vom Vorsitzenden wiederholt unt-erbrochen, fort; schließlich beendet-er seine Volksversantmlungsrede, worauf der zweite Angeklagte Mornik verhört wird. Cr gibt an, daß' er ursprünglich in der sozialdemokrati- . scheu Partei tätig war und erst bei der Bildung der Kommunistischen Partei in diese eingetreten ist und' schließlich in der Redakton der „Roten Fahne", als verantwortlicher Redakteur Stellung fand. Die beanständeten Artikel habe er. nicht gelesen. Dr. Paul F r r.e d l ä n d e r ' entwickelte seine koinmunistische Ideologie und erklärt, die Partei stche nicht auf dem Standpunkt von Sonderaktionen, sondern wünsche Massenaktionen. Er könne sich mit dem Gerichte nicht leicht verstehen, weil das Gericht auf dem Grundsatz der Unverletzlichkeit des Privateigetttums stehe. In seinen ausführlichen Darlegungen bezüglich der Exzesse und Plünderungen cmt 1. Dezember spricht der Astgeklagte nicht sehr klar davon, daß die Kommunistische Partei die Plünderungen nicht gebilligt habe, andererseits aber die Massen decken mttßte. Eine proletarische Partei könne mit parlamentarischen Mitteln nichts ausrichten, müsse daher zn Massenaktionen schreiten. Die Kommunistische Partei bestimme aber den Zeitpunkt, in Welchem solche Aktionen geführt werden könnten, was aber am 1. Dezember nicht der Fall. war. Es gab damals zwar eine Massenartion, aber eine planlose. — Vors.: . Da von. diesem Kommentar nichts in den Artikeln zu lesen ist, mußte jeder Arbeiter sie als' Verherrltchunst der. Plünderungen ansehen. Sie sagten ja geradezu! ' „Das Ist'der richtige Weg, auf dem fortgefahren werden soll! Das war ttvch gar nichts, ihr lieben Bürger!"- usw. Hier steht zum Beispiel ein Artikel: Wie man das Plündern -l o r n c n k ö n n i e! Aus diesem Artikel kann nur der einzige! Eindruck gewonnen werden, daß die „Rote Fahne" die Vorgänge dös 1. Dezember billigt.; V II.; TabdrstraBe 17b Hij-Ädiftrihäiis 140 an Cooercsr motfn