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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-27 · Heft 1223 (27.6.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1223 (27.6.1922)
Date
1922-06-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Dienstag Bühne und Kunst. Das Theaterjahr. (Die niedergehende Ensemblckunst. — Die erste Saison des Raimund-TheaterS als Sprechbühne. — Das schlechte Volkstheaterjahr. — Die Jarnobühnen. Die Saison geht zu Ende und ein Ueberblick über die Leistungen der Wiener Bühnen ' wird zur Pflicht. Sie zu erfüllen, ist keine erfreuliche Aufgabe. Um gleich die merkwürdigste, für bic alte Kunststadt Wien recht unerquickliche Erscheinung festzustellen: d a s f e st e, g e s ch l o s s e n e B ü h n e n- Ensemble besteht nicht mehr. Mit Ausnahme des Burgtheaters hatte keine Wiener Sprechbühne — auch die in diesem Jahre erfolgreichste, das Raimund-Theater nicht — ein Ensemble, das vom Tage der Saisoneröffnung in sich geeinigt, künstlerisch arbeitete. Einzelne der „Prominenten" übernahmen hier und dort/wie es sich gerade traf, tragende Rollen und auch für Nebenrollen — man hat das insbesondere in den letzten Monaten am Deutschen Volkstheater feststellen können — Schanspieler anderer Bühnen ausgeborgt. Daß bei solchem Betriebe das Niveau der Vorstellung stetig sinkt, wird auch den Uneingeweihten allmählich ersichtlich. Und so hat man denn an hervorragenden Bühnen, wie cs das Deutsche Volkstheater lange Jahre hindurch war, Vorstellungen gesehen, die oft „allerletzte Provinz" waren. Man weiß, daß die wirtschaftlicher: Verhältnisse und die Geldentwertung in Oesterreich an diesen Zuständen vor allem Schuld tragen. Aber dieser Umstand allein kann den Tiefstand der Thcaterspielerei in Wien nicht erklären, zumal man Beispiele hat, daß trotz dieser Hindernisse noch immer künstlerisch wertvolle Arbeit auf Wiener Bühnen möglich ist. Das Raimund-Theater hat sein erstes Spieliahe unter Direktor Beers Leitung mit großen, verdienten Ehren bestanden. Ein ganzer Zyklus von Werken H a u P t m a n n s, manche Neuaufsührung, die, wenn auch die Stücke meist minderwertig waren, mit großem Ernste vorbereitet und gespielt wurden, zwei Moliere-Abende, die nicht nur durch die Mitwirkung Pallenbergs hervorragend waren, sind nebst interessanten Gastspielen (welche aber in dieser Zusammenstellung nicht auf das Konto der Wiener Theaterkunst geschrieben werden) das schne Ergebnis seit der Umwandlung des Raimund- Theaters in eine Sprechbühne. Auch konnte man immerhin das Streben der Leitung fcststellen, eine künstlerische Gemeinschaft der Bühnenmitglieder zu erzielen. Aber nicht zu vergessen ist, daß es ein Beginn war und daß daß die Neuerungssucht des Publikums, die Arbeitslust des neuen Direktors förderte. Hoffentlich bewährt sich rer junge Ruhm dieses Theaters am Gürtel auch in der Zukunft. Der Anreiz des Neuen, fällt beim Burgthcater weg. Trotzdem muß gesagt werden, daß unter den gegebenen Verhältnissen (innere Kämpfe, eine nicht sehr eifrige Direktion, schlechte Bezahlung der Künstler) die Leistungen -des Burgtheaters in dieser Saison nicht zu unterschätzen sind. Es ist doch die einzige Wiener Bühne, bei welcherein künstlerisches Zusammenwirken noch immer besteht und das Jammern über den 1 „Niedergang des Burgtheaters" ist nicht immer angebracht. Die Höhepunkte des Jahres waren die Neueinstudierung des „C oriolan" und die Inszenierung von Hauptmanns „Und Pippa tanzt", die wohl geteilte Aufnahme fand, aber dem Dichter selbst so sehr gefiel, daß die Wiener Darstellung den. Hauptmann-Festspielen in Breslau eingereiht wurde. Wenn die Künstler des Burgtheaters dort tatsächlich das Glashüttenmärchen spielen sollten, so werden sie vielleicht dann in Wien auch jene Anerkennung finden, die beispielsweise dem Fräulein M a r b e r g Zuteil wird, seitdem sie in Berlin Furore machte. Schöne Auende waren ferner: die französischen Stücke „Hochzeitstage" und „Das Schiff Tenacith", eine der vollendetsten Burgtheateraufführungen, die man in den letzten Iahen sah, eine gelungene Moliere-Feier, ein wertvoller Grillparzer-Abend und die Bewältigung des Werfolschen „S p i e g e l m e n s ch e n" (dessen künstlerische Bedeutung wir allerdings nicht anerkennen). Manches hingegen mißlang sehr, namentlich die Aufführung von Strindbergs „Fräulein Julie".' Traurig steht es um das Deutsche Volks theat er. Was anläßlich der Generalversammlung des Vereins Deutsches Volkstheater über die gegenwärtige künstlerische Verfassung dieser Bühne gesagt wurde, war durchaus richtig, wenn auch die Einwände des Direktors Bernau, der in diesem Iahte scheinbar amtsmüde war, begründet waren. Von einer richtigen Arbeit. konnte in diesem Jahre wirklich nicht die Rede sein. Man suchte sich mit Gastspielen über Wasser zu halten. Ein neuer Regisseur, Herr Brahms, hat sich mehrfach, insbesondere um die Inszenierung des Strindbergschen Dramas „Der Pelikan" und Kalteneckers „O p f e r u n g" (dieses Stück des leider jung verstorbenen Dichters gehörte zu den tiefsten Eindrücken des Jahres), ferner um einige Abende an den Kammerspielen verdient gemacht. Sonst war aber über allen Wipfeln Ruh' und von künstlerischem Streben, kaum ein Hauch zu spüren. Vielleicht belebt die glänzende Moissi-Nachsaison die Energie der Theater-- leitung und die allgemeine Arbeitsfreude. Herr Direktor Jarno, der im nächsten Jahre sein Sojähriges Jubiläum als Direktor des Josefstädtertheaters feiert, hat mit einigen trefflichen französischen Abenden in der Josefstadt aufgewartet, aber am Wiener Stadttheater gab es eine derart traurige Saison, daß einem der Abschied anläßlich der Umwandlung dieser Bühne , in ein Operettentheater nicht schwer wird. Uebrigens steht vor Torschluß noch ein St rindberg-Zyklus bevor, der gewiß Jarno und seine Künstler auf der Höhe zeigen wird. Neue Wiener Bühne und Renaissance bühne „schwämmen" monatelang, haben aber in der letzter: Zeit einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen« Matter MorKenzeitrmg.^ Ueber die Freie jüdische Volksbühne, die allgemein als ernstes künstlerisches Unternehmen anerkannt ist, haben wir erst j:n:gst eine zusammenfassende Betrachtung angestellt. Internationale Kammermusik in Ealzburq. Vom 6. bis 10. August. Wie wir erfahren, veranstaltet ein unter dem Protektorate vor: Dr. Richard Strauß stehendes Komitee Wiener Musiker und M,:siksreur:de von: 6. bis 10. August d. I. i n S a l z b r: r g eine Serie internationaler Kamme rmnsikanfführunge-n. Diese fortan alljährlich zur wiederholenden Ausführungen si,:d als eine Art W e l t r e v u e z e i t g enössischcr Tonkunst gedacht, ans Grund deren es den: Musikfreunde möglich sein wird, sich ein lebendiges Bild dessen zu schaffen, was auf dem Gebiete der ernsten Musik in den ein« ächten Ländern heute hervorgebracht wird, ein Bild der Art, Ziele und Fortentwicklung der musikalischen Kunst. Zur Aufführung gelangen diesmal Werke folgender Komponisten: Ans Amerika: Ernest Bloch, Percy Grainger, Leo S o v e r b y; aus Dänemark: Karl Nielse n, Ebbe Hamerik; aus Deutschland: Guido Bagier, Ferrucio B u s o n i, Eduard E r d m a n n, Paul H i n d e n: i t h; aus England: Arnold Bax, Artur Bliß, Eugene Goossens; aus Frankreich: Claude D e b u s s y, Artur H o n n e g g e r, Darms Mil Hand, Maurice Ravel; aus Holland: William Pijper; aus Italien: Alfredo Case,lla, Francesco M a l ipiero; aus Polen: Earol Szymanowski; aus Rußland: Igor Strawinski; aus. Schweden: Kurt A t t e r b e r g, Ture R an g str ö m; aus Spanien: Manuel de F alla, Adolfs Salazar; aus der Tschecho-Slowakei: Fidelio Finke, Vaclav Stepan; aus Oesterreich: Erich W. Korngold, Josef Marx, Rudolf,R eti, Arnold Schonberg, Richard Strauß, Anton v. Webern, Egon Wellesz; aus Ungarn: Bela Bart ok, Zoltan Koda ly. Ferner wirdeine eigene französische, eine Wiener und eine englische Matinee veranstaltet. Als Mitwirkendc, haben sich zur Verfügung gestellt: das H i n d e m i t h - Q u.a x tze t t. (Frankfurt a. M.), die Bläser- Vereinigung Soeiete au vcnt. (PgrisX .Frau Mary Dickenson-Auner (New-Iork), .Frau Maxvq Freund (Paris), Frau Elisabeth Schumann (Dien),.Frau Marie Gntheil- S ch o d e r (Wien), Frau. E.rifa.W a g n e r (Wien), Herr Eduard E r d m a n n (Berlin), Herr Wglter t c \ c f t n g (Hannover), Herr Dr. Paul W e i.n g a r t q n (Wien), und Herr Paul Wiedcmann (Kopenhagen).. . Platzvorbestellungen sind zu richten an die Geschästsstelle der Salzburger internationalen . Kammermusikanfführungen: Konzertdirekticm Hugo Heller, Wien, 1. Bez., Bauernmarkt 3. Ans der: Dheotern. Im Bürgtheater wird morgen „Der Dummkopf" gegeben. Im Operntheater gelangt morgen „Carnaval" und „Josephslegende" mit Lili Marberg als Potiphars Weib zur Aufführung. In der Volksoper geht heute „Aida" mit Frau Pfiffer-Lax in der Titelrolle :n Szene. Frau Bauer-Pilecka vom Operntheater gibt die Partie der Amneris und Herr Jean Majerski von der Großen Oper in Paris die des Radames. Dirigent Herr de Stermich. Beginn 7 Uhr. — Morgen wird „Die Boheme" gegeben. In der Rolandbühne findet Freitag den 30. d. unter der künstlerischen Leitung des Spielleiters Karl Miksch von der Neuen Wiener Bühne ein Premierenabend unter dem Titel „Ernst und Scherz in der Erotik" statt.. Zur Erstafführung gelangen , die Einakter „Die Mumie", ein phantastisches Sp:el aus dem Unterbewußtsein der menschlichen Seele, von Karl Miksch, „Nr. 69", Schwank von Julius Horst, „Ich bin Papa" von Louis Taufstein, und zum Schlüsse „Die unmoralische Wohnung" von Alexander Engel. Der Kartenvorverkauf beginnt heute an beiden Tageskassen (Rolandbühne, 2. Bez., Praterstraße 25, und Basar, 1. Bez., Notenturmstraße). Im Wiener Komödienhaus -ist die Samstag den 1. Juli um halb 8 Uhr stattsindende Uraufführung „Schummel macht alles", -Burleske mit Gesang in drei Akten, von Karl Marfeld-Neumann, Musik von Edmund Eysler, wie folgt besetzt: Prinz Roland: Oldingen; Schlesinger: Klausner; Graf Julius: Siege; Auguste: Traubert a. G.; Betty: Schneider; Max: Fleming a.- G.; Federer: Lustig; Steinkellner: Rudkowski; Schummel: Glaser a. G.; Ferdmcmd: Steiner a. G.; .Leopoldine: Gröbl; Piccolo: Merstallinger; Frau Bodingbauer: Pohl. In Szene gesetzt von Karl Stand, musikalische Leitung Kapellmeister Ludwig Sedlaczek. Tänze: Otto Glaser. Im Deutschen Volksthater gelangt morgen „König Oedipus" von Sophokles, in der deutschen Bearbeitung von Hugo von Hofmannsthal, mit Alexander Moissi in der Titelrolle zur ersten Aufführung. Die Jokaste spielt Frau Wagner,, den Kreon Herr Teubler, den Teiresias Herr Kutscher«, den Priester Herr Kropes, den Hirten Herr Schreiber, den Boten Herr Pater, die Mägde die Damen: Markus, Hochwald und Föoessy; die Greise: die Herren Stöger, Zetenius und Brady. Die Vorstellung beginnt um halb 8 Uhr. »Die Ideale des Ostens", das Standardwerk des pan-' asiatischen Gedankens von K. Okakura, ist in der Buchhandlung (R. Löwit (Dr. Präger), 1. Bez., Rotenturmstraße 22, Prets geb. 90 Mk., erschienen. Bücher des Ostens stets vorrätig, so die Diedrichschen Ausgaben östlicher Philosophie, sowie Nachdichtungen aus dem Persischen, Arabischen und Indischen. Grosse Posten Futteru. Textilwaren bei 329 Ungar ÄNeumann, “ ".ili Wien, I., Sonnenfelsgasse 4 (lüfleck) net). ISeMlos 8. Kery 27. Juni 1922 Nr. 1228 VEswirt. Gestempelte Krone ----- —.03^ Centimes. Auszahlung Wien --- —.03 Centimes. Ln Zürich notierte die österreichische Kronr . . . —.03 (—.03 am 24. Luni) die österr. gestempelte Krone. -.03'/« (—.03s/8 am 24. Juni) die tschechische Krone .... 10.— (10.10 am 24. Juni) die Mark.. 1.45 ( 1.55 am 24. Juni) Agram . 1.70 ( 1.70 . am 24. Luni) Sofia..( 3.47 am 24. Luni) Budapest.. —.53'/2 (—.5Zl/z am 24. Luni) Warschau.— .117* (—.11°/, am 24. Luni) Die ZeLLeLbsnk a!s MbLatzzeLLeL. Zwei taten sich zusammen in der höchsten Not der papierenen Flut, um eine Landung auf dem sicheren Grund des Ararat vorzubereiten. Die zwei werktätigen Helfer, die knapp vor dem Untergänge den Mut nicht sinken ließen ltnb die Stimmung der Verzweifelten wieder auf,richteten — es waren die Regierung und das Finanzkapital, die in der Notenbank die Rettung erkannten und sie unter Opfern vorzubereiten entschlossen sind. Schon der Gedanke mt ein durch eine moderne Zettelbank gedecktes stabiles Geld hat Beruhigung hervorgerufen und die Schwarmgeister vertrieben, die ails Papier Kapital schlagen und inmiiten des allgemeinen Unterganges für sich Inseln des Wohllebens hervorzuzaubern wußtett. Es währte aber nicht lange, und der Schrecken, der den In-, flationsgewinnern in die Glieder gefahren war, wich einer freudigen Stimmung, die Schwarmgeister kehrten zurück und begannen von neu^m ihr tolles Treiben, das alle Errungenschaften einer durch die Notenbank eingeleiteten psychologischen Neueinstellung zu vernichten droht. Hat der Finanzplan, der doch früher oder später die Zustimmung aller Parteien finden wird, haben die gewaltigen Steuern, die aus Besitz und Einkommen herausgeholt werden sollen, hat die Deckung des Kronenmassivs durch 160 Millionen Schweizer Franken gar keinen Wert und wird sich die in die Hand des Ersparungsdiktators gelegte Zuchtrute, die sich, wenn auch in begrenzteren Verhältnissen, so gut bewährt hat, in ein brüchiges Zuckerstäbchen verwandeln? Rätsel über Rätsel tun sich der unkundigen, aus Erettung durch die Kundigen und Mächtigen harrenden Bevölkerung aus. Die Notenbank und die Ersparungen — sie sind die Vernunft, aus der die Wohltat für die Gesamtheit entspringen müßte, und nun droht aus dem Finanzplan die Plage neuer Teuerungswellen loszubrechen, die bisher stets nur durch die von der Noten-. presse gelieferten Papiermengen notdürftig. und vorübergehend gehrochen wurden. Sollen also künftig die erhöhten Leistungen an den Staat, durch die das Budget ins Gleichgewicht gebracht und die Krone in einen festen Wertmesser verwandelt werden soll, doch noch überwälzt werden können, trotz der Notenbank und trotz der feierlichen Versicherung, daß ein Stillstand der Notenproduktion unbedingt eintreten werde? Regierung und Finanzkapital mögen wohl am meisten überrascht gewesen sein, als sie mitten in ihren Bergungsarbeiten durch neue Forderungen ihrer Angestellten aufgeschreckt wurden. . Die Bnndesangestellten verlangen so und so viel Milliarden mehr im Monat — man sagt, die Mehrsordernngen auf das Jahr umgelegt, ergäben eine ganze Billion — die Angestellten der Banken wollen das Doppelte ihrer bisherigen Bezüge, um im Juli ihren Lebensstandard auf der gleichen Höhe wie im Juni aufrechterhalten zu können. Die einett wie die anderen wollen sich gerne zu Opfern bequemen, nur streitet:.sie sich darüber, wem der Vortritt beim Opfer gebührt. Inzwischen ist es klar geworden, daß der Finanz plan unter solchen Umständen überholt worden ist — wird er einer Revision unterzogen,, unter Berücksichtigung des Mehraufwandes für die staatlichen Angestellten, so droht die Gefahr, daß dieser Aufwand eine Korrektur erheischen wird, die entweder auf, Kosten des Finanzplanes oder des Budgets geschehen muß. Und Io könnte es. sich ereignen, daß der durch die Notenbank zv -erschließende Verjüngungsborn für die Krone nichts als Schlamm zutage fördern wird. Wenn bei einem unter Mitwirkung der stärksten Finanzkapazitätem des Landes znstandegekommenen Sanierungsplan, an dessen Gelingen alle interessiert sind, da sie gewichtige materielle Mittel hiefür beisteuern (der Staat seinen Goldschatz, seine bei der Devisenzentrale befindlichen Devisenvorräte und die italienisch-französischen Kreditvorschüsse, das Finanzkapital 30 Mill. Schweizer Franken aus eigenen Beständen und ebensoviel Schweizer Franken ihrer Klientel, wenn bei einem solchen Werke schon in den ersten Tagen Ueberrasch ungen möglich sind, die alles über den Haufen zu Wersen drohen, so muß irgend ein verhängnisvoller Fehler gentacht worden, muß bei der Zeugung der Notenbank irgend ein verderblicher Bazilltts hineingeratetr sein. Sich über den Fehler klar zu werden und eine Desinfektion schädlicher Keime ehestens vorzunehmen, das ist das dringendste Gebot der Stunde. Worin der Fehler besteht, das wird sofort erhellen, wenn man sich nur darüber Rechenschaft abgibt, was das Ziel der Bank und ihrer Notenfundierung ist. Wir sotten nicht mehr eine zerfließende Krone haben, die heute so viel, morgen schon weniger wert ist, sondern einen festen Wertmesser erlangen, eine Krone, mit der sich rechnen läßt) weil sie sich stets gleich bleibt. Die Nechnungsgruttdlage sind die vom Staate eingebrachten Einlagen und das Aktienkapital, das die 0815999041

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