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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-25 · Heft 1221 (25.6.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1221 (25.6.1922)
Date
1922-06-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Men, Sonntag Wiener MorgerizeiLurrg Nr. 1221! Die Arbeiterorganisation wollte diesen Uebelständen ein Ende machen und verlangte darum von den Unternehmern, daß sie alle Arbeiter durch die Organisation aufnehmen und entlassen. Neben der Abstellung der angeführten Uebelstände wollte, die Arbeiterorganisation dadurch eine gerechte Verteilung der vorhandenen Arbeit unter den Arbeitern herbeiführen. Es sollte nicht der protegierte Arbeiter vollauf belästigt sein und .weniger glücklichere Kameraden arbeitslos ein, sondern alle sollten, solange die Arbeitslosigkeit herrscht, deren Last in gleicher Weise tragen. Nur so könne auch an den Fortgang der Immigration gedacht werden. Die Arbeiterorganisation verwies ferner darauf, daß sie die Möglichlichkeit habe, die Arbeit organischen und organisierten Gruppen — den Kwuzoth der Bauarbeiter, Tischler usw. — zuzuteilen und so eine Ausbildung des ungelernten Arbeiters innerhalb seiner Gruppe möglich zu machen. Daher die Fordetnng nach Vermittlung der Arbeit durch die Organisation. Um diese Forderung brach der Streik und die Aussperrung aus. Diese verhängte die Organisation der Arbeitgeber — eine für Palästina neue Form der Organisation. Die Arbeitgeber argumentierten gegen die Arbeiter, daß die Frage der Beschäftigungslosigkeit eine Angelegenheit der zionistischen Organisation und nicht der Arbeitgeber sei. Auch sei der Bauplatz keine Schule für unausgebildete Arbeiter und Chaluzim. Der Aufbau des Landes verlange aber Förderung der Privatinitiative des Kapitals, daß'seine Verantwortung und sein Risiko zu tragen habe. Die Fabrikanten könnten in einer so wichtigen Frage wie der der Arbeiteranstellung und -entlassung sich nicht den Wünschender Arbeiterorganisation fügen und müssen selbst schen edr Arbeiterorganisation fügen und müssen selbst über ihre Arbeiter entscheiden können. Das Hauptargument der Arbeitgeber aber war, daß dieArbeiter selbst dieKooPerative für öffentliche Arbeiten haben, die als Großunternehmer auftritt und den Fabrikanten Konkurrenz im Baugewerbe bereitet (die Kooperative baut eben zwei Stadtviertel im Telawiw). Es sei undenkbar, daß die Fabrikanten sich von den Arbeitern, die als ihre Konkurrenten auftreten, vorschreiben lassen, welche Arbeiter sie aufnehmen. Streik und Aussperrung dauerten nur wenige Tage an. Die nationalen Repräsentationen, Waad Leumi und Zionistische Exekutive, griffen ein. Es wurde ein dreißigtägiger Waffenstillstand vereinbart. Der Waad Leumi setzte ein Schiedsgericht ein, dem je zwei Vertreter der beiden Seiten — von seiten der Arbeitgeber kommt vor allem die moderne Si'likatfabrik und die Tischlerei Gpralski und Kriizki in Betracht — beitraten. Während eines Monats müssen Kündigungen der Arbeiter diesen eine Woche vorher angezeigt werden und die Gekündigten haben das Recht, an das. Schiedsgericht zu apellieren .Wie der Streik nach Verlauf der dreißig Tage endgültig beigelegt werden wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Auf Seite der Arbeiter besteht die Tendenz, den Arbeitgebern entgegenzukommen und ihnen vorzuschlagen, daß sie in die Arbeitsnachweisstelle ihre eigenen Vertreter entsenden, um ihre Rechte bei Zuweisung -er Arbeiter wahrzunehmen. . Jutereffant ist es, welches Echo diese Streiks in der arabischen Presse gefunden haben. „Al Saba" (der Morgen), das Organ der arabischen Effendis und der arabischen Delegation in London schreit natürlich, wie immer, Bolschewiki über dir, Palästina, und verlangt von der Regierung Ausweisung, der. Streikenden aus dem Lande. Viel interessante^ aber .ist die Stimme des — sonst durchaus nicht jugendfreundlichen — „Marat al schark" welcher schreibt: „In Europa sind. Streiks keine ungewohnte Erscheinung, O'Ferral begleitete uns nnt seinen: Kahn weit hinaus ins Meer, wie es sich geziemt, den Hast auch noch nach seinem Fortgehen mit Freundlichkeit zu überhäufen. Die Leiden Kähne glitten in geräuschloser Stille ctuf dem Wasser dahin. „Und seit wann wohnen Sie in dieser Gegend?" fragte ich O'Ferral. Die Antwort schien schwer zu sein, denn er dachte lange mach. - „Es werden vielleicht schon zehn Jahre sein", sprach er dann. „Und nach Key-West kommen Sic nie?" „Selten. Ich habe die Cliffs schon seit einen: Jahre Nicht verlassen." , Der Fischer verstummte. Nachdenklich rauchte er seine Pfeife, dann sagte er plötzlich: „Wozu mir die Stadt? Meine Heimat ist das Meer. An dessen Ufern bin ich geboren n>:d in dessen Tiefen wird nie::: Grab sein . . . Ich bete das Meer an und ich werde es nie verlassen, nie! Rur dies« närrische Carcassola kann bei mir nicht anshaltcn", fügte er lächelnd hinzu. „Carcassola?" „Ja, meine Tochter. Sie wohnt in Key-West. Als cb es dort besser wäre?" „In Key-West?" „Ja. Ihr Geliebter hält sie dort. Sie selbst würde ja vielleicht doch lieber zu mir kommen. Doch jener Junge läßt sie nicht. Er hat sie mit sich genommen und seit damals habe ich sie nicht ein einzigesmal gesehen. . . Sie wohnt dort am Ende der Lincolnstreet. Besuchen Sie sie, meine Herren. Sie ist ein freundliches Mädchen. Und wenn sie erfährt, daß die Herren meine Freunde sind, wird sie Sie auch gut' empfangen." O'Ferral hielt jetzt mit seinem Kahne. „Ich muß zurück . . . Aber wirklich . . . besuchen Sie Carcassola . . . Und bitte, sagen Sie ihr, daß der Tabak, den sie mir vergangene Woche geschickt hat, schon zu Ende geht. Sie könnte mir wieder einen schicke::." Dannt wendete er sich um und wir fuhren nach Hause. ' Carcassola konnten wir trotz eifrigsten Nachforschens fclc aui'ünden. wohl aber bei uns in Palästina/ Diese Zeit ist eine Zeit der Arbeit. Es kann nicht mehr länge dauern und die Arbeiter werden in der ganzenWelt die Regierung in derHand haben. Es ist nicht unsere Absicht uns heute hierüber zu verbreiten, aber wir wollen unsere Brüder, die arbeitenden Araber darauf aufmerksam machen, daß ihre Angelegenheiten solange nicht in Ordnung gebracht werden, solange sie nicht über starke Organisationen verfügen, die ihre Interessen schützen. Wird endlich der Tag kommen, wo wir eine Organisation der arabischen Arbeiter in Palästina erleben werden? Ein solches Werk braucht einen großen Mann. Hier wäre ein Feld für unseren Führer Alfrüki (ein bekannter Scheich aus Ramleh, der den arabisch-palästinensischen Kongreß geschaffen hat). Er sollte dieses Werk in die Hand nehmen .Wird er nicht einen Teil seines Eifers, seiner Zeit und seines Verstandes diesem Werk widmen? Wir müssen in Palästina eine Organisation der Arbeiter für jede Profession schaffen. Ist uns das gelungen, so haben wir im Lande eine öffentliche Meinung geschaffen, mit welcher die Regierung wird rechnen müssen." Soweit das arabische Blatt. Für uns hat seine Aeußerung eine große symptomatische Bedeutung. Sie zeigt, daß nach und nach die Araber von uns zu lernen beginnen. Es sei uns fern, eine solche Organisation der arabischen Arbeiter zu fürchten. Der organisierte und klassenbewußte -arabische Arbeiter wird verstehen, daß die jüdische Einwanderung für ihn Erhöhung der Löhne, Hebung des Lebensstandards, Stärkung des politischen Einflusses der Arbeiterklasse bedeutet. Er wird sich mit seinen jüdischen Kameraden verständigen. Als Rainisch Macdonald vor einen: Vierteljahr in Jerusalem zu den Vertretern der jüdischen Arbeiter sprach, sagte er, selbst Gott könne nicht ein solches Wunder schassen, daß der arabische Arbeiter in Palästina nicht von den neuen Gemeinschasts- und Lebensformen, die sich der jüdische Arbeiter in Palästina zu schaffen beginnt, beeinflußt werden sollte. Macdönalds Prophezeiung scheint in Erfüllung zu gehen. Beim letzten Empfange des Waad Leumi bein: stellvertretenden High Comissioner, Sir Windham Deeds, beglückwünschte dieser den Waad Leumi zu seinen erfolgreichen Eingreifen in die Arbeitsdifferenzen in Telawiw. Auch die weite jüdische Oeffentlichkeit kann sich diesem Glückwünsche anschließen. Jede Anarchie auf dem Gebiete des Arbeiterlebens bedeutet bei den immer erneuten Zufluß unvorbereiteter, unorganisierter Elemente eine Gefahr. Eine starke und disziplinierte Arbeiterorganisation ist eine der wesentlichsten Elen:ente des Aufbaus^ Für den 15. Ab (9. August) hat soeben die oberste Instanz der Arbeiterschaft, der Rat (Moaza) den zweiten Kongreß der Arbeiterschaft einberüfen. Hoffentlich zeigt uns der Kongreß, der aus direkten Wahlen der Arbeiterschaft hervorgehen wird, das Bild einer positiv gerichteten, politisch reifest Arbeiterschaft in Palästina. Die hebräische BeWMANK in Wien. Es bestehen in Men verschiedene Vereine mit dem Ziele, au der Förderung der hebräischen Bewegung mitzuarbeiten. Es sind - dies: der h e b r ä i s ch e Klub, der hebräische Vorträge und Kurse veranstaltet, die „H i t a chd u t", die Tarbut, ein hebräischer Studentenverein mit ähnlichen Zielen wie der„K l u b i w r i", der „I a w n e h", ebenfalls ein Studentenverein, der vor allen: an der Schaffungi eiltet hebräischen Bühne arbeitet, und'die V o l k s b i b l i o t h e k „Z i o n", die dem hebräischen Leser das heute so unerschwingliche Buch borgt. Allgemein machte, sich das Bedürfnis nach einer Zusammenarbeit aller dieser Gruppen fühlbar, um die vorhandenen Kräfte besser und produktiver für die Sache auszunützen. Dieses' Bedürfnis schuf sich schließlich sein Organ: „W a ad I w ri, M'u ach a d". der aus je zwei Oertretern der genannten fünf Vereine zusammengesetzt ist. Die Ausgabe dieses Waad ist es, dem ewigen Diskutieren, der Abhaltung von unnützen Sitzungen, ein Ende zu machen und mit der sogenannten Kleinarbeit einzusetzen: das heißt, wichtige, aktuelle Aufgaben kurz und sachlich durchzusprecheu und sie dann, wenn nur irgendwie möglich, in die Tat umznsetzen. Es darf keine Beschlüsse gehen, die bloß theoretisch gefaßt werden; wenig Beschlüsse, jedoch sachliche, die durchgeführt werden können und müssen. Dieser Waad machte sich derzeit folgendes zur Aufgabe: 1. Die jüdische Presse durch Beistellung von Material aus der hebräischen Bewegung zu bedienen. 2. Einen oder mehrere hebräische Kurse für e rw a ch s e n e Anfänger zu schaffen. 3. Den Erwerb hebräischer Bücher den Interessenten möglich zu machen. 4. Ausgestaltung der hebräischen Bibliothek des Volksvereines „Zion" und Schaffung eines entsprechenden Lesesaales, in dem den Lesern in den Lesestunden Bücher und ''Zeitschriften zur' Verfügung stehen sollen. (Beide sollen durch einen Funktionär der Bibliothek den Lesern ausgefolgt werden.) 6. Ausgestaltung der hebräischen Aufführungen der „Jabne". Eröffnung hebräischer Kurse für Anfänger, jedoch bloß Erwachsene. Der „Waad Jwri M'uachad" beabsichtigt, im September 1922 einen oder mehrere hebräische Kurse zu eröffnen. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, daß Kurse, in denen zwei- bis dreimal wöchentlich gelernt wird, nicht nur ruttc positiver: Erfolge aufweiseu, sondern umgekehrt die Ansicht auch ü e i L e r n w i l l i g e:: befe st i g.e n, daß die Erlernung der he b r ä i s ch e n S p,r a ch e unmöglich sei, Sie halten sich umsomehr für berechn 25. Juni 1922 Seite 8 tigt, dies zu behaupten, als sie ja manchmal brreitS einige Male solche Anläufe gemacht haben, die Sprache zu erlernen, die erfolglos blieben. Auf Grund dieser Erfahrungen, sowie gestützt auf die guten Erfolge, die mit ähnlichen Kursen, wie sie der Wand plant, gemacht,worden sind, will nun der Waad seine Kurse unter folgenden Bedingungen aufbanen: 1. Höchstens soll ein solcher Kurs 20 bis 25 Teilnehmer umfassen. 2. Die Teilnehmer müssen fünfmal wöchentlich lernen, und zwar zu jo zwei Stunden. 3. Der Kurs bauert serhL Monate. 4. Das Lehrziel besteht darin, daß der Lernende nach Ablauf der Kurszeit in die Lage versetzt werde, sich selbst fortbilden zu können. 6. Die Teilnehmer müssen für-den Unterricht zahlen; die Höhe der Beträge wird erst nach der Anmeldung, respektive zur Zeit der Abhaltung festgesteü't werden. Der Waad rechnet damit, daß in der erster: Zeii mir wenige diesen Bedingungen sich unterwerfen werden, dafür aber kann ihnen nach menschlicher Voraussicht die Erreichung pes Lehrzieles zugesagt werden. Der 'Waad wird die Kurse jedoch nur dann eröffnen, wenn er das nötige Budget gesichert haben .wird. Gegenwärtig ist — nach dem - heutigen Stande der Währung — zirka ein Fünftel des Budgets gedeckt. Dasselbe wurde durch Freunde der hebräischen Bewegung einzig im Hinblick auf das konkrete Ziel zur Verfügung gestellt. Sollten durch die Teilnehmer allein alle Kosten gedeckt werden können, so wird der Waad von der Opferwilligkeit der Genannten keinen Gebrauch mache::. Vorläufige Anmeldungen sind, damit der Waad feststellen kann, ob und inwieweit die Kurse durch Bezahlung durch die Teilnehmer allein gesichert werden können, täglich im Keren Kajemeth L'Jsrael (Jüdischer Natioualfond), 2. Bez., Taborstraße 59. und an den Samsragcwenden von von acht bis neun Uhr im hebräischen' Klub, 2. Bez. Taborstraße 1, erbeten. Der FriederrspakM im Der Friedenspalast, in welchen: jetzt die wichtige Konferenz der Mächte stattfindet, erhebt sich inmitten eines mächtigen Parkes, der von einem künstlerijch gearbeiteten Eisenzaun umfriedet ist. Der Friedenspalast gehört eigentlich der ganzen Welt, denn jeder seiner einzelnen Teile wurde von einem anderen Staate Leigestellt. Die sechs mächtigen Eisentore, welche den Haupteingang bilden, und klassische Stücke der Eisenindustrie und des Kunstgewerbes darstellen, sind ein Geschenk des deutschen Volkes. Der Granit der Freitreppe, welche zur großen Halle führt, wurde von den Schweden gewidn:et,' ebenso ein Teil der kunstvollen Wandverzierungen, während die Diorittäfelungen mit ihren herrlichen dunkelglänzeüden Flecken vom alten Oesterreich stammen. Auch die wunderfchöncn Bronzelampen, welche die Wä::de schmücken/ sind ein Geschenk Oesterreichs und erwecken die Bewunderung für die Feinheit österreichischen Künstgewerbes. Rechts und links in der Halle befindet sich je ein Wartezimmer mit Holztäfelung, zu welcher zum Teile Indien, zum Teile Amerika das erforderliche wertvolle Material lieferte. Die Verarbeitung wurde von holländischen Künstlern durchgeführt. Die wunderschön gemalten Fenster sind eine Widmung Englands und weisen die Symbole der die Welt bewegenden Friedenskräfte: Landwirtschaft, Industrie und Handel auf. Die kleinen Sitzungssäle für die kleineren Kommissionen sind, alle künstlerische Schmuck- . kästchen. Hier ist auch jener kleine Saal, an dessen Wände die Stühle stehen, auf deren Lehnen die Wappen der Staaten angebracht sind, von denen die Geschenke stammen. Es sind das natürlich noch alles Vorkriegsstaaten mit den kaiserlichen und königlichen Thronen, unter ihnen auch ein Stuhl nnt den Wappen der alten Donaumonarchie und darunter das außer Kurs geratene Motto „indivisifil:- ter et inseparabiliter" (unheilbar und untrennbar). Hier befindet sich auch jener kleine Saal, in welchem das erste Haager Abkommen unterzeichnet wurde. An der Wand hängen zwei große Bilder, in denen die Initiatoren des Friedensgedankens Carnegie und Zar Nikolaus verewigt sind. Das Tintcnzeug, welches' bei der Unterzeichnung des Abkommens benützt wurde, ist ein Geschenk Argentiniens, ein etwa einen halben Meter langes und zwanzig Zentimeter hohes aus reinem Platin gearbeitetes Meisterwerk.- Beim Ausgang steht eine zwei Meter hohe bauchige Marmorvase, ein Geschenk des russischen Zaren. Das Material hierzu mußten die politischen Verschickten aus den sibirischen Bergwerken heben. Der schönste Saal jedoch ist der große Beratungssaal, dessen Boden mit einem schweren türkischen Teppich bedeckt ist. Die Wände sind mit Seidengobelins japanischer Arbeit ausgeschlageu. Dieser Gobelin, ein Geschenk Japans, ist das Ergebnis einer dreijährigen Arbeit, an welcher tausend Arbeiter beschäftigt waren, ein Prachtstück, sowohl was Ausarbeitung, als auch was die Zeichnung betrifft. Auch die auf beiden Seiten der Saaltür stehenden Vasen Haber: die Japaner zum Geschenke gemacht. Auf dem langen Beratungstisch stehen für jeden Konferenzteilnehmer silberne Schreibzeuge bereit. Das kleine Konversationszimmer ist ganz rot tapeziert. Hier werden sich die Sowjetdelegierten sicherlich am wohlsten fühlen. Eines der Referentenzimmer fällt durch ein unvollkommenes, in großen Strichen skizziertes Bild auf. Das Bild wurde von den Franzosen beigestellt und stellt eine große Schlachtszene dar, in deren Vordergrund ein Kämpfer sein Bajonett unbannherzig in den Leib des bereits entwaffneten feindlichen Soldaten stößt. Im Treppenhaus steht die Christusstatue als Sy:r:bol des Friedens, ein Geschenk der Belgier. Alle diese Geschenke und die ganze Einrichtung des Haager Friedenspcilastes wirken heute wie ein betrübender Llnachromsmus. > ü r-: 1 '.«kim

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